Cosmopolis - Kritik

Cosmopolis

CA/FR/IT/PT · 2012 · Laufzeit 113 Minuten · FSK 12 · Drama · Kinostart
  • 9 .5
    Sgt_Pepper 31.05.2016, 23:36 Geändert 18.06.2016, 00:18

    "EIN WORT KANN EINEN MENSCHEN AUFSTEIGEN LASSEN, EINE SILBE IHN ZU FALL BRINGEN."
    Dieses und noch viele weitere Zitate erwarten einen auf einer Reise über die Oberflächlichkeit der modernen Zivilisation, des Geldes und eines einzelnem Individuum: Eric Packer.

    Er ist ein Reicher wie jeder Andere. Oberflächlich, arrogant und zynisch. Allerdings ist er noch schlimmer als die Anderen, da er jegliches Gefühl verloren hat. Er ist ein Untoter, der nur darauf wartet aus seinem tristen und unseligem Alltag gerissen zu werden. Er ist genau das, was man zu hauf in seiner Limousine findet. Ein Computer! Er berechnet. Sein einziger Existenzzweck.
    Waren Computer damals nur zum rechnen gedacht, so kann man heute noch weitaus mehr mit ihnen machen.
    Ist Eric Packer als freier Mann geboren, mit Träumen, Wünschen und Gefühlen, so hat er sich in einen Computer der ältesten Generation verwandelt. Er analysiert und berechnet am laufenden Band ALLES! Verhaltensmuster, Finanzkurse, kurz - die ganze Welt. Aber das ist nichts was einem Leben Erfüllung bringen kann. Auf seiner Reise durch die Metropole wird er herausfinden, ob er noch die Fähigkeit besitzt zu fühlen.
    Er ist jemand der alles hat: Eine wunderhübsche Frau, mehr Geld als man sich erträumen könnte, aber der Preiß dafür, ist sein Lebensinhalt. Er ist nur noch ein Schatten seiner selbst.
    Nicht umsonst hat sich Mastermind David Cronenberg dieses Projekt zu eigen gemacht, denn der Stoff von Don DeLillo ist nichts für halbseidene Typen, die es nur auf eine oberflächliche Kapitalismus Kritik ala Mark Twain - mit "Eine Weihnachtsgeschichte - abgesehen haben. Nein dieser Stoff ist brisanter. Er stellt sich die Frage, was passiert wenn man alles erreicht hat. Wenn es nichts mehr gibt, dass einen noch überbieten könnte. Wenn der Besitz zur Obsession und das Geld zum Zentrum der Interessen geworden ist. Gibt es dann noch ein zurück?

    Fazit: Cosmopolis ist ein Meisterwerk der anderen Art. Anstrengend und sperrig, aber dadurch nicht weniger sehenswert. Definitiv einer der wichtigsten Filme des 21. Jahrhunderts.
    Das erste Gebot des Kapitalismus lautet: "Verkaufe deinen Nächsten wie dich selbst."

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    • 0 .5
      Jules_Red 17.05.2016, 22:39 Geändert 17.05.2016, 22:40

      Ich habe leider kaum was verstanden von dem Film, bin nach ner knappen Stunde eingenickt und habe mich dann entschieden, den Fernseher auszumachen. Jetzt gehe ich schlafen. Die eine Stunde, die ich den Film gesehen habe, ist vergeudete Zeit gewesen. Das Ende interessiert mich null! Also gucke ich den Film nicht mehr weiter. Empfehlenswert, wenn man Schlafprobleme hat. Der Film ist besser als jedes Schlafmittel. Daher noch der halbe Punkt. ;-) Gute Nacht!

      • 5

        David Cronenberg hat mich kürzlich mit seinem Werk 'Eine dunkle Begierde' schon einmal enttäuscht und als ich nach einer halben Stunde 'Cosmopolis' erstmals abbrechen musste, wollte ich den Regisseur schon auf meine schwarze Liste setzen.

        Doch einige Tage später fand ich wieder die nötige Geduld um dem unsympathischen, egoistischen, überheblichen und stinkreichen Devisenspekulanten Eric Packer auf dem Weg zum Haareschneiden zu begleiten.
        Da jedoch der amerikanische Präsident ebenfalls in der Stadt ist, geht es in Packers vollgepanzerter und schallisolierter Stretch-Limo nur im Schritttempo vorwärts. So nutzt der junge Milliardär in seinem rollenden Büro die Zeit zum Arbeiten, Vögeln oder für Untersuchungen seiner Prostata - die übrigens asymmetrisch ist, falls es jemanden interessiert.

        Es ist wirklich von Beginn an anstrengend Eric Packer bei den äußerst geistreichen Dialogen mit seinen Mitmenschen zu belauschen, die sich die Klinke der Limousine in die Hand geben. So bekommt ein ungeduldiger Zuschauer schnell mal Platzangst, weshalb die Szenen außerhalb des Wagens eine willkommene Abwechslung sind. Doch auch in der Bibliothek oder in Restaurants gehen die philosophischen Gespräche des Soziopathen weiter.

        Robert Pattinson scheint direkt von den Twilight-Dreharbeiten gekommen zu sein, denn die Vampirblässe passt auch wunderbar zum jungen Spekulanten Packer, der aus seiner abgedunkelten Limousine heraus den Währungsmarkt beeinflusst.
        Sein beinahe regungsloses Gesicht und seine Einstellung zu Geld im Allgemeinen stehen für die unstillbare Gier, die auf den Finanzmärkten für Turbulenzen sorgt. Der große Crash - sowohl in Packers Leben als auch in der Finanzwelt - rückt unaufhaltsam näher.

        Cronenbergs Romanverfilmung verlangt von den Zuschauern - genau wie Packer von den anderen Figuren - ihre volle Aufmerksamkeit.
        'Cosmopolis' ist ein anspruchsvoller, aber auch recht eigenartiger Film, der wie ein schlechter Traum wirkt aus dem man lieber schnell wieder erwachen möchte.
        Ich habe trotz des interessanten Themas und der schönen Hochglanzoptik deutlich mehr erwartet...

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        • 7
          sachsenkrieger 02.01.2016, 19:20 Geändert 02.01.2016, 19:21


          SHINER: Hast du manchmal das Gefühl, nicht wirklich zu verstehen, was hier abläuft?

          Es ist asymetrisch ... ein verdammtes Wunder ... entlohnt den Friseur ... die Stretchlimo ... macht Boom und Peng ... erzeugt Muster und Wellen ... macht Hunger ... frisst freie Tage ... wird durch schwangere, russische Ratten ersetzt. Kauf nicht einfach nur Jesus und das Kreuz, an das wir ihn genagelt haben. Kauf die Kirche, in der das Kreuz steht. Kauf die ganze, alte Scheiße einer Welt, in der die Menschen glaubten und knieten und um Erlösung flehten, zu einem, der sich ebenso einen Scheißdreck drum gekümmert hat wie heute der "Komplex". COSMOPOLIS ist ein Film über die außer Kontrolle geratenen menschlichen Ambitionen, alles wiegen, messen, analysieren, bewerten und kontrollieren zu können. Als Beispiel dienen hier die nach und nach außer Rand und Band geratenden Kapitalmärkte einer von uns Menschen gerne als entmenschlicht bezeichneten Welt ... die vielleicht aber sogar erschreckend menschlich ist.

          David Cronenberg hat sich vorgenommen, den Roman von Don DeLillo in bewegte Bilder umzuwandeln und das ist ihm wohl ziemlich gut gelungen. Die Bilder und Dialoge erscheinen teils absurd und ohne Zusammenhang, erzeugen aber auch einen gewissen Sog, dem man sich irgendwann nicht mehr entziehen kann. Auch der von vielen absurderweise immer noch im Zwielicht stehende Robert Pattinson macht eine gute Figur und muss sich hinter keinem der anderen, bekannten Gesichter verstecken. COSMOPOLIS ist kein leicht zu verdauendes FastFood, sondern erfordert vom Zuschauer ein gewisses Maß an Geduld und Ausdauer. Vor einer notwendigen Zweitsichtung vergebe ich darum erstmal eine vorsichtige, kontollierte, sorgsam ausgewogene Bewertung ab...

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          • 3

            Muss es nicht frustrierend sein, wenn man als Künstler einen Film schafft, den nur die wenigsten würdigen können, weil sie ihn wirklich verstehen? Immer wieder hatte ich das Gefühl etwas Großem auf der Spur zu sein, doch irgentwie kam ich dort bis Filmende nicht an...

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            • Ich werde mir den Film nicht ansehen, ich kann mir diese Fresse von Robert P nicht reinziehen , Ist ein ähnlicher Typ wie Matt Dillon und den mag ich auch nicht. Genauso mag ich die schwulenhafte Kackschauspielerei von J Depp nicht, und deshalb schaue ich von ihm auch keine Filme... Wollte das endlich mal loswerden

              • 3 .5

                So oberflächlich wie die Oberflächlichkeit, welche der Film offensichtlich darstellen möchte. Wie wärs mit einem Film über Langeweile, welcher durch Langeweile auf Langeweile aufmerksam machen möchte. Ein Geniestreich.

                • 4

                  Filme von David Cronenberg sind für mich teilweise schwer zugänglich (z.B. A History of Violence) oder schlicht zu langweilig (z. B. Eine dunkle Begierde). Cosmopolis ist für mich beides. Lange Zeit wusste ich nicht, was der Film überhaupt will. Irgendwann war es mir dann auch egal, weil das Interesse verschwunden war. Seinen Anteil hat auch Robert Pattinson, der mich auch in diesem Film einmal mehr nicht überzeugt hat.

                  • 2 .5

                    „Ich mache mir Sorgen, dass sich mein Geschlechtsorgan in meinen Körper zurückzieht. Dass es in meinen Unterleib schrumpft...“
                    „Und weshalb finden sie keinen Job mehr?“ - „Weil ich stinke. Riechen sie mich mal...“ - „Riechen sie mich mal.“
                    Auweia, was hat der gute Croni nur geraucht als er dieses Werk fabriziert hat? Bin ja ein großer Fan von dem kanadischen Regie-Altmeister, aber das hier war mit großem Abstand der bisher schwächste Film den ich von ihm gesehen habe. Letzten Samstag Nacht als ich besoffen vom Taxi nach Hause gefahren wurde und die halbe Fahrt verschlafen habe, war das wohl spannender als diese öde, knapp 2-stündige Plauderfahrt mit dem ollen Pattinson. Dabei war der doch eigentlich gerade schauspielerisch ein wenig am Aufblühen, doch hier ist er komplett fehl besetzt und wirkt genauso ausdruckslos und einfältig wie zu seinen besten Twillight-Teenie-Schmonzetten-Zeiten. Er ist in jeder Szene zu sehen, kann den Film aber absolut nicht tragen, eine Nominierung zur goldenen Himbeere wäre hier wenig überraschend und nicht unverdient gewesen...
                    In „Cosmopolis“ werden debile Dialoge ohne Sinn und Verstand aneinandergereiht. Dieses wirre Gefasel wurde von Minute zu Minute unerträglicher, ein echter Krampf, die Darsteller wussten wohl selber nicht was sie da so von sich geben. Es war sicher keine kluge Entscheidung von Cronenberg, das Drehbuch in nur 6 Tagen schreiben und die Textzeilen aus der Romanvorlage einfach 1 zu 1 zu übernehmen. Für eine Satire über Kapitalismus und Gesellschaft ist der Streifen auch eindeutig zu zahm geraten, „American Psycho“ zum Beispiel hat das deutlich besser hinbekommen, der hatte Biss. Hier herrscht nur große, gähnende, cineastische Langeweile, verstörend oder gar eindrucksvoll ist hier nix.
                    Bevor jetzt die ganzen Croni-Fanboys ihre Krallen ausfahren, möchte ich nochmal betonen, dass ich selbst einer bin. Dennoch kann ich für diesen Schandfleck seiner Filmographie beim besten Willen keine Gnade walten lassen...2,5 asymmetrische Prostata.?!?

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                    • 8 .5

                      Nach dem völlig belanglosen, uninspirierten Fehlschlag "A Dangerous Method", der erste in der Karriere des Regisseurs, fing man an, sich ein wenig um David Cronenberg zu sorgen. Zu groß waren die Befürchtungen, dass er jetzt im fortgeschrittenen Alter zukünftig womöglich nur noch auf solch einem seichten, enttäuschenden Niveau agieren würde.
                      Mit "Cosmopolis" findet Cronenberg allerdings direkt wieder zu alter Form zurück. Seine radikale, unbequeme wie sperrige Mischung aus Kapitalismuskritik und beängstigender Charakterstudie polarisiert nach wie vor und hat mindestens genauso viele Gegner wie Verehrer.
                      Einen großen Anteil daran trägt die Buchvorlage von Don DeLillo, deren Dialoge Cronenberg praktisch 1:1 in sein Drehbuch übernahm. In Verbindung mit der theaterhaft-kammerspielartigen Inszenierungsweise erzeugt Cronenberg so eine äußerst artifizielle, befremdliche Oberfläche, die bereits früh viele an ihre Geduldsgrenze bringen dürfte.
                      Während der junge Multimilliardär Eric Packer in seiner Limousine durch New York unterwegs ist, um sich bei seinem bevorzugten Friseur die Haare schneiden zu lassen, steigen immer wieder Angestellte seines Unternehmens zu. Diese dialoggetriebenen Episoden inszeniert der Regisseur isoliert voneinander, genauso isoliert wie der Innenraum der Limousine, die Packer von der Außenwelt trennt, welche im Laufe des Tages fast schon apokalyptische Zustände annehmen wird.
                      Auch wenn er seiner treuen Fangemeinde in seinem Spätwerk fleischliche Metaphern und Body-Horror-Eskapaden weiterhin verweigert, legt Cronenberg das verdorbene Wesen des Kapitalismus schonungslos offen, seziert in den zwischen (Pseudo-)Philosophie und unsinniger Nichtigkeit schwankenden Dialogen das Innere der Figuren, wobei sich früh offenbart, dass praktisch jeder, vor allem Hauptfigur Eric Packer, eigentlich nur noch eine leere Hülle ist. Substanzlose Körper, die in ihren Gesprächen völlig aneinander vorbei reden oder trotz der intellektuell wirkenden Phrasen nur Schwachsinn von sich geben. Stück für Stück verdichtet Cronenberg die Atmosphäre immer stärker, während sich Packer immer mehr auf eine Katastrophe zubewegt, wobei ihm der Kontrollverlust und die drohende Gefahr ein völlig neues Gefühl von Freiheit verleihen. Cronenberg lässt den Zuschauer langsam eintauchen, in diese leere Figur, deren Alltag sonst von minutiösen, digitalen Zahlenüberwachungen und täglichen Arztkontrollen bestimmt wird. Da ist es fast schon ein Meta-Schachzug, die Figur von Packer mit Robert Pattinson zu besetzen, der seinen größten Durchbruch als Vampir in einer Teenager-Reihe feierte und hier wiederum als blasses, ausdrucksloses Mysterium fasziniert.
                      Die Vorlage von Don DeLillo, der fast schon prophetisch den Kollaps des Finanzsystems beschrieb, münzt Cronenberg dabei zu einem surrealen Spiegel der gegenwärtigen Zustände um, in der sich Menschen von dem Gedanken amüsieren lassen, dass die Ratte die neue Währungseinheit werden könnte.
                      David Cronenberg ist mit "Cosmopolis" zu alter Größe zurückgekehrt und hat einen seiner sperrigsten, unbequemsten Filme seit einer ganzen Weile geschaffen. Der apokalyptische Trip durch das finstere Herz des Kapitalismus und völlig entleerte Existenzen ist nicht immer einfach zugänglich, fasziniert durch die außergewöhnliche Vorgehensweise des Regisseurs aber ungemein und bietet zahlreichen Stoff für Diskussionen.

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                      • 6 .5
                        Dergestalt 06.12.2014, 18:25 Geändert 11.09.2015, 22:25

                        Ein sehr stimmungsvoller Film mit interessanten Beobachtungen. Als Ganzes hängt er jedoch deutlich durch. So leidet er jenseits des Atmosphärischen deutlich unter der nicht vorhandenen Spannungskurve. Und das meine ich nicht nur auf Storyebene, auch die Charaktere weisen kaum besondere Merkmale und Spannungen auf. Alles ist so glatt, steril und kühl wie die Großstadt, an der die Limosine vorbeigleitet. Und der Schlussdialog ist mit seinem Pathos schließlich keine Erlösung, sondern reitet den Film ins Überbordernde, was ihm überhaupt nicht steht.
                        Da versucht er sich nämlich an einer klaren Botschaft und man bekommt das Gefühl, dass die ganzen bedeutungsschwangeren Begegnungen des Films hinter dieser platten Standpauke nichts waren als bloße Luft. Ein Blender, der sich dummerweise verraten hat? - Could be.

                        • 0 .5

                          Wenn ich über diesen Film ein "Let's Hate" machen müsste, wäre ich in zwei Jahren noch nicht damit fertig. Denn ich müsste alle drei Sekunden pausieren, um einen neuen Fetzen Bullshit zu beleidigen, der sich hier auf die Leinwand mogelt. Allein die ersten paar Minuten sind purstes und damit meine ich wirklich buchstäblich reinstes Augengift. Die Kameraarbeit ist schlampig, die Farbfilter lausig. Die Anzüge der Darsteller sind billig und passen nicht. Der niedriggestellte Chauffeur trägt einen mindestens gleich teuren Anzug wie der reiche Yuppie. Die Sonnenbrille des Letzteren kostet zwei Mark fünfzig beim Kik um die Ecke. Ebenso braucht jener im Moment des Losfahrens definitiv gar keinen Haarschnitt, obwohl das die gesamte Plotmotivation ist. Zu wissen, "welcher Präsident zum Zeitpunkt gerade in der Stadt ist", sollte überdies bei so einem hohen selbsternannten Grad des Intellekts für ihn auch absolut klar sein. Der Innenraum der Limousine sieht zudem aus wie die Steuerungselemente bei Raumpatrouille Orion und wurde scheinbar mit Windows 95 gerendert. Und warum sich der IT-Geek der Firma trotz entfernter Freundschaft kommentarlos an der Minibar verköstigen darf, bleibt auch schleierhaft. Von den behämmert prätentiösen und auf krampf verkomplizierten Dialogsequenzen im Sekundentakt ganz zu Schweigen. Hier muss alles schwülstig und wülstig sein und am besten solange philosophisch-verklausuliert werden respektive sogar für den Zuschauer unmöglich nachvollziehbar bleiben, bis man vor der Viewerschaft ach so gebildet und gleichzeitig geheimnisvoll herüberkommt.....halt' dein Maul. Es gibt so viele Filme mit intelligenten Dialogen, die auch wirklich etwas aussagen und wo meinetwegen wissenschaftliche Erkenntnisse und Werke (Good Will Hunting), philosophische Lebensweisheiten (Meet Joe Black) oder gar gleich der sprichwörtliche Sinn des Lebens dahintersteckt (The Fountain), dass man seine Zeit eigentlich wirklich nicht mit solch einem Dreck hier vergeuden muss. Es ist eine Schande, dass ich mich nach dem Hochglanz-Plakat, klarer Cronenberg-Sympathie und jahrelangem Warten auf den Moment des Schauens, doch noch so sehr auf eine Sichtung freue und dann gleichzeitig dennoch so bitter enttäuscht werde. Für mich ist das hier nicht der Letdown des Jahres, sondern easily und absolut indiskutabel der Letdown der Dekade.
                          Pattinson? Ich mache dich nicht mal dafür verantwortlich; aber vielleicht ist es dennoch besser, dich abseits der noch-zur-Vollendung-stehenden Twilight-Reihe erstmal wieder zu meiden.

                          Meiiine Herren.
                          Und das nach DEM Hype.

                          0.5/10
                          Schrammt knapp am Hassfilm vorbei. Respekt an jeden, der ihn komplett durchgehalten hat.
                          MfG "Wo warst du heute Morgen?" (impliziert sie hatten Sex oder sind zumindestens im selben Bett Schlafen gegangen), Antwort - "Du hast ja blaue Augen!!11 Du hast mir nie gesagt, dass du blaue Augen hast."
                          : - D D D
                          Stirb.

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                          • 4 .5

                            "My prostate is asymmetrical."
                            "So is mine."
                            "What does it mean?"

                            Ich habe diesen Film nicht verstanden. Und ich werde mir nicht die Mühe machen, den Film verstehen zu wollen.

                            2 Punkte für Paul Giamatti.
                            1 Punkt für die Ratten-Anarchisten.
                            1 Punkt für den Kuchen-Attentäter.
                            1/2 Punkt für Pattinson.

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                            • 6

                              Heute soll es um ein Werk von David Cronemberg gehen, in dem er den frischgebackenen Twilight-Star Robert Pattinson besetzt hat.
                              Als Zusammenfassung der bisherigen Werkschau des Filmemachers: 'Die Fliege' empfand ich als tolles Horror- und Science Fiction-Werk der 1980er, 'Naked Lunch' als pseudokreatives, zusammengewürfeltes Irgendwas aus schlicht merkwürdigen Szenen, 'Die Brut' als potenziell unterhaltsam, aber unausgegoren.
                              Um mir ein Bild zu machen, was ich denn nun wirklich von dem Regisseur halte, folgte dann eben "Cosmopolis".
                              ...
                              "Ich denke über so etwas nicht nach." sagt der junge Eric an einer recht frühen Stelle des Films, nachdem er die ganze Zeit davor, das waren etwa 20 Minuten, mehr mystisch verschachtelte Sätze von sich gegeben hat als ein alter Shaolinmeister in seinem gesamten Leben.
                              Er sitzt kühl und philosophierend in seiner beeindruckenden, außen weiß lackierten und innen pechschwarzen, sowie spiegelglattgeleckten Limousine und rattert Sätze herunter, die ein Literaturstudent begeistert nach einer Lesung von Elfriede Jelinek hätte formulieren können. Qualitativ hochwertig, stellenweise blumig und bedeutungsschwanger, aber doch irgendwie aufgesetzt, und selbstzweckhaft.
                              "Es war vor ein paar Wochen."
                              "Alles war vor ein paar Wochen, ein paar Stunden, unser aller Leben geht vorbei."
                              So in etwa. Oder anders. Jedenfalls läuft es auf dasselbe hinaus.
                              Es ist quasi unmöglich, einen Film mit den Dia- und Monologen eines intellektuellen, sprachlich komplexen Literaturwerkes glaubhaft darzubringen.
                              Das Resultat kann sogar einen unfreiwillig komischen, melodramatischen Charakter haben.
                              Die exakt gleichen Formulierungen würden in einem hochangesehenen Roman allerdings niemals auffallen.
                              "Das ist ein Skandal!"
                              "Alles ist ein Skandal. Sterben ist ein Skandal. Wir tun es trotzdem."

                              Erics Limousine ist derartig beeindruckend, dass ich gerne darin leben würde. Ich bräuchte dann kein Apartment, kein Haus. Nur dieses Fahrzeug. Diese Limousine ist so irrsinnig toll, dass mir fast der Sabber vom Gesicht rinnt, wenn ich sehe, wie glatt, spiegelnd und futuristisch sie aussieht. Sie wäre aber nur halb so attraktiv, wenn ich nicht in jeder Niesche, jedem Fenster und jedem Zoll eines jeden eingebauten Sitzes erkennen könnte, wie viele große, fette Dollarscheine hingeblättert werden mussten, um sie zu bezahlen.
                              Eric ist kalt und berechnend, trotzdem scheint er Emotionen zu haben, er macht sich Gedanken, philosophiert gerne, aber wirkt zu abgeklärt, funktioniert zu sehr.
                              Routiniert geht er seinen Tätigkeiten nach, schäffelt Geld wie Heu und sonnt sich unfassbar in seiner eigenen Brillanz. So richtig unsymathisch wirkte er aber doch nicht. Er ist eigentlich nicht arschlöchrig. Er kommt mir eher vor wie ein Genie, dem aber die Hochwertigkeit seines Lebens zu Kopf gestiegen ist.
                              Wenn man den genauen Abläufen seiner Gespräche folgt, so scheinen viele Leute mit ihm zu reden, aber eigentlich redet er selten zurück, obwohl sein Gegenüber es offenbar glaubt.
                              Eric entnimmt nicht selten lediglich ein Wort oder Element des vorangegangenen Satzes, verpackt es in einen pseudophilosophischen, scheinbar sozialkritischen Satz oder Monolog und bringt dadurch seinen Gesprächspartner dazu, zu denken, man hätte ihm geantwortet.
                              Auf Dauer ist das ziemlich faszinierend.

                              Es gibt Filme, die sind mir von Anfang an unsympathisch, und jene, die ich sofort wirklich gern mag.
                              Dann gibt es die, die zunächst einen eher negativen ersten Eindruck machen, sich aber im Laufe des Films unheimlich steigern, oder die, die ihr zu Beginn hohes Niveau nicht halten können.
                              Bei "Cosmopolis" ging es mir sehr merkwürdig.
                              Die seltsame Art der Dialogik im Film wirkte unheimlich befremdlich. Dazu aber die komplett auf Hochglanz getrimmte Optik, in die ich mich auf Anhieb verliebt habe. Habe ich schon erwähnt, wie sehr ich spiegelglatte SCHWARZE oder WEISSE Oberflächen habe? Nur diese Farben möchte ich so haben, alle anderen können ruhig rau und weniger perfekt aussehen, dann kommt das sogar besser zur Geltung.
                              Aber ich schweife ab.
                              Jedenfalls wird einem gleichmal die geballte Ladung künstlich aufgebauschter Worthülsen aufgetischt, deren Wirkung wie bereits erwähnt ist, dass der Film über alle Maßen befremdlich wirkt. Es ist die Art von Kunst, die der nicht Kunstinteressierte hochlobt, um schlauer zu wirken.
                              Dennoch: versteht man erstmal, wie dieser Film funktioniert, wird er zu ganz großem Kino.
                              Eine Kontrastierung zwischen der Konsumgesellschaft und den Naturbedürfnissen, wie sie sich sehen lassen kann.
                              Die Sozialkritik ist weitaus weniger aufgesetzt, als man meinen möchte, denn ehrlich: wann prangert der Film irgendetwas an? Der Hass oder eben die Sympathie finden in unserem Kopf statt, der Streifen legt sie uns nie vor.
                              Bei dem Wort 'Konsumgesellschaft' stößt es mir immet sauer auf. Weil es die Leute negativ verwenden, und selbst aber nicht in einem Drecksstall, sondern in einer akzeptablen, gut ausgestatteten Wohnung leben und einem täglichen Ablauf folgen.
                              Ich für meinen Teil liebe mein Leben mit all dem Konsum und der Qualität, obwohl ich zumindest noch nicht so reich bin, um mir den Ausdruck 'besonders' zu verdienem, weshalb ich unsere Gesellschaft an sich nur selten anprangere. Ich bin nicht heuchlerisch, ich würde es lieben, reich zu sein und mir lauter unnützen Scheiß wie goldene Toiletten leisten. Ich würde nebenbei aber auch spenden.
                              Dennoch ändert das nichts an der Tatsache, dass ich bei viel Geld nie nein sagen würde.
                              Solche philosophischen Was-wäre-wenn-Gedanken drängten sich mir im Laufe des Films auf, und ich fing an, sie und mich zu hinterfragen.
                              Hinter der Aufgesetztheit der Zitate steckt doch eine gewisse Ehrlichkeit.
                              Das Merkwürdige ist dann aber, dass ich begonnen habe, den Film schlechter zu finden, als eben jene seltsamen Pseudophilosophien gegen Ende des Films aufhörten.
                              Ich hatte mich schon so daran gewöhnt, dass ich sie dann vermisst habe.
                              Das Ende war mir dann fast zu normal, zu linear, zu sehr am Boden, um dem Film einrn wirklich würdigen Abschluss zu liefern.
                              In jedem anderen Film wäre es toll, aber "Cosmopolis" ist eben nicht jeder andere Film.

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                                Also bitte, was ist denn das für ein Schmus? Dieser Film ist eine herbe Enttäuschung. Kaum Erklärungen oder Erläuterungen, ein roter Faden ist kaum zu erkennen. Die einzelnen Dialoge, die Eric Packer jeweils mit seinen einzelnen Passagieren führt sind wie einzelne Segmente, die keine Verbindung untereinander aufweisen. Eric Packer selbst lernt man dabei kaum kennen, man weiß nur, dass er extrem reich ist, eine komisch oberflächliche Beziehung führt, ständig Sex hat, ein Draufgänger ist und vom allgemeinen Volk nicht viel hält. Wow, was für ein komplett interessanter und neuartiger Charakter in der Filmgeschichte! Seine Handlungen bleiben kaum nachvollziehbar, man gibt sich zwar pseudo-philosophisch in den Gesprächen, ohne dass aber der Zuschauer auch nur die Chance hat, es zu verstehen. Ob David Cronenberg nun letztendlich Kapitalismuskritik betreiben möchte oder die Abgründe des Reichtums aufzeigen will, keine Ahnung. Das Endgespräch mit dem Attentäter, der aber kaum bedrohlich wirkt im Laufe des Films ist ähnlich schein-tiefgründig. Ich konnte damit nichts anfangen.
                                Einziger Pluspunkt bleiben die Kameraeinstellungen, wenn die Leute einsteigen. Das ist wirklich cool gemacht, auch die Ausstattung der Limo gefällt mir. Dafür sind die Schnitte teils sehr hart gesetzt und machen große Sprünge, das wirkt störend, weil im Rest des Films ja nur das Interior des Vehikels zu sehen ist und die Handlung dort spielt.
                                Den Trostpunkt bekommt "Cosmopolis" wie gesagt für die Kamera, der Rest war Zeitverschwendung.

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                                  Reinarbeiten, Leute.

                                  Ich mochte Cosmopolis von Beginn an; den Score, die Dialoge, die Atmosphäre, den Regisseur. Doch schaffte es der Film beim ersten Versuch nicht, wirkliche Faszination auszuüben. Beziehungsweise er schaffte es doch, nur führte dies nicht in einen "Fluss", in den man mehr und mehr hineingezogen wird. Stattdessen bleibt man als Zuschauer stets auf Distanz. Der Film wird nicht schneller. Er entwickelt sich nicht. Die Dialoge rauschen so an einem vorbei. Bei aller Qualität der Inszenierung vermochte ich nie Tiefgründigkeit auszumachen. Das funktioniert schlichtweg nur dann, wenn man in einen Sog gezogen wird und sich von selbst Gedanken im Hirn formen. Bei Cosmopolis für mich unmöglich. Fasziniert und durchaus ein wenig befriedigt gab ich dem Film nach dem ersten Versuch seine 7.0, denn sehenswert ist er allemal.

                                  Bei Sichtung Nummer Zwei sah die Sache dann schon ganz anders aus. Ich wusste, was mich erwartet. Ich war geil drauf. Ich wusste ich würde den Film lieben. Und es funktionierte - mit harter Arbeit. Das Hauptproblem bzw. die Qualität des Films besteht darin, dem Zuschauer eben gerade das zu verwehren, was auch die Hauptfigur des Films so schmerzlich vermisst. Stellt man sich darauf ein, bedeutet das viel Arbeit und Nachsicht. Man muss akzeptieren, dass der Film keine Story, keine Emotionen, keinen Sinn, keine bedeutsamen Dialoge, keine bedeutsamen Figuren...im Endeffekt also nichts bietet.

                                  Wenn man mag, kann man hier alles hineininterpretieren. Muss man nicht. Kann man. Macht Spaß. Man darf einen Ausschnitt eines sinnlosen Lebens beobachten. Gefällt mir, dass Cronenberg sein Konzept mal wieder konsequent durchgezogen hat. Diese Faszination...

                                  Pattinson ist übrigens ideal besetzt. Ob das nun für ihn oder gegen ihn spricht, ist Ansichtssache. Nichtssagender kannst du eine Figur jedenfalls nicht spielen.

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                                  • 3 .5

                                    Dieser Film ist wieder mal was langweiliges! Beim (fast) ganzen Film sieht man nur einen Typen im Auto, der von einem Stadtteil zum nächsten kommen will und immer passiert etwas (langweiliges)! So ein Mist! Robert Pattinson hat seit Harry Potter keine gute Performance mehr abgeliefert!

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                                    • 9

                                      Viele Sicht- und Deutungsweisen treffen auf dieses Filmjuwel zu. Für mich ist es eine bissige Satire auf unser gegenwärtiges Wirtschaftssystem mit Blick auf die nahe Zukunft. So zeigt ein grandioser Cronenberg auf, wie sich die Weltwirtschaft aufgrund von wenigen Einzelnen beeinflussen lässt, wie Aktienkurse aufgrund einer zu langen Pause eines Sprechers der Firma plötzlich dramatisch fallen und sich ein System offenbart, welches sich in einer komplett pervertierten Form des Kapitalismus befindet. Ein toll aufspielender Robert Pattinson mimt dabei den momentanen König der Wall Street, einen Milliardär, welcher in einer gepanzerten Limousine, abgekapselt von der Außenwelt, durch New York kutschiert wird und unterwegs immer wieder auf der Suche nach Informationen ist - und nach einem Friseur.
                                      Immerhin befinden wir uns im 21. Jahrhundert, im 6. Kondratieff, dem Informationszeitalter, in der jede neue Information das wichtigste Gut ist, welches von den Firmen verwertet werden muss. So schwebt die ganze Zeit über ein Damoklesschwert über ihm, als er die Information erhält, dass es ein Attentäter auf ihn abgesehen hat. Dass diese Information nun ihn persönlich betrifft, lässt die Mauer bröckeln, die er sich erschaffen hat (im Film dargestellt durch die Limousine, die im Verlauf des Filmes auch von einem wütenden Mob demoliert wird). Eine Aussage eines Arztes, dass seine Prostata asymmetrisch ist, bringt ihn vollends aus der Fassung. Eine Unperfektion, ein Ungleichgewicht, welches sich jedoch in keinerlei Weise auf ihre Funktionstüchtigkeit auswirkt, ist für ihn nicht begreifbar. Und so wird er zu seinem eigenen Zerstörer, genau wie das System für das er immer perfekt gedient hat. Und zu dem er auch geworden ist.

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                                        Zynismus? Gesellschaftskritik? Kunst?

                                        Im Falle von "Cosmopolis" kann man das wohl mit Langeweile, Fremdschämen und vor allem Stuss übersetzen. In Gesellschaft kann man sich wenigstens noch gemeinsam über die vollkommen lächerlichen Dialoge amüsieren. Alles drumherum, die Story, die Settings, die Kamera, die schauspielerische Leistung, die Charaktere sind unbeschreiblich öde, um nicht zu sagen schlecht. Der treffendste Gedanke zu diesem Film: Autsch!
                                        Ein Roman, den man besser unverfilmt hätte lassen sollen. Warum ich noch einen Punkt dafür gebe? Öhm... hmm... naja, es gibt tatsächlich noch schlechteres :D
                                        Obwohl...

                                        Eric: "Ich mag deine Mutter. Du hast die Brüste deiner Mutter."

                                        Elise: "Wo ist dein Jacket?"
                                        Eric: "Was du riechst, sind Erdnüsse."

                                        Eric: "Ich habe Hunger auf was Herzhaftes."
                                        Elise: "Du hast mir nie erzählt, dass deine Augen blau sind."

                                        Eric: "Meine Prostata ist asymmetrisch."

                                        Eric: "Wie alt bist du?"
                                        Benno: "41"
                                        Eric: "Das ist eine Primzahl."

                                        WTF???

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                                          Cosmopolis ist definitiv ein Film.
                                          Schöne Farben / Kamerarbeit. Kann man garnicht meckern.

                                          Ansonsten dreht es sich um eine Literaturverfilmung, mit allen damit verbundenen Nachteilen.

                                          Dekadente Leute labern geschwollenes unzusammenhängendes Zeug und tragen das Gelaber auf eine möglichst unauthentische Weise vor, die gewisse Reflexe beim Zuschauer hervorrufen kann, den Protagonisten feste in die Fresse treten zu wollen, allein für das "künstlerisch wertvolle" Gelaber.

                                          Die Handlung an sich ist ziemlich dämlich, man kann fast sagen unvorhersehbar langweilig.
                                          Es wird nicht nur dämliches pseudointellektuelles Zeug dahergelabert, es wird auch die ganze Zeit Schwachsinn gemacht. Der dekadente Protagonist will sich eigentlich nur die Haare schneiden lassen, auf dem Wege zum Frisör kommen und gehen verschiedenste Leute und steigen in die edle High-Tech-Limousine und leisten dem Käse labernden Dekadenz-Chef Gesellschaft und labern mit ihm dummes Zeug um die Wette.
                                          Irgendwo ist auch der Präsident in der Stadt unterwegs, was zu diversen Strassensperrungen führt, was gekonnt zur Langweile des Stoffs beiträgt.

                                          Insgesamt ein in seiner Beklopptheit kaum zu überbietender Film, der uns wie schon der Roman (den wohl ausser Cronenberg und ein paar Koks-Profis keiner gelesen hat) etwas wichtiges mitzuteilen hat. Nur fand ich leider nicht heraus, WAS das sein soll, und es interessiert mich auch nicht sonderlich. Wohl irgendwas mit Kapitalismus und so, irgendwie ne Art Gesellschaftskritik glaub ich. Yo.

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                                            Hat ja ein paar wirkungsvolle, recht surreale Momente. Aber sonst? Der Film unterhält nicht so wirklich.

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                                              Der Weg zum Friseur in 'ner schalldichten, asexuell-technisierten Limousine, während draußen eine neue Ordnung entsteht. Die Limousine schwebt durch die Straße – und ihr (geschlechtsgesteuerter) Passagier inhaliert seine letzten menschlichen Atemstöße im Fragment Großstadt. Jackson Pollock malt dazu ein treffendes Bild von chaotischen Linien, die sich zum Informationsepizentrum blähen. Ein fundamentaler Dialog; mit sich, dem Zuschauer, seinem Trieb und der Zeit. Experimentell und mit synthetischen Gesten aufgeschwemmt, aber sinnlich und aufregend.

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                                                Einfach öde! Mit diesem Film wurde ich nicht warm.

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                                                  eine langwierige, aber doch gute und äußerst passende (einleitende) erste filmhälfte und eine fantastische, spannende zweite filmhälfte bilden in Cosmopolis einen echt guten film.

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                                                    [...] David Cronenberg und der kapitalistische Supergau im dunkelblauen Schimmer des unterkühlten Solipsismus; die totale Entfremdung im maßgeschneiderten Anzug und dabei auch nur einen Schritt davon entfernt, sich vollkommen aufzulösen. Multimilliardär Eric Packer ist ein Mensch ohne finanzielle Sorgen, doch ihm fehlt das Gefühl der Lebendigkeit, er sehnt sich nach einem physischen Rausch, einem Adrenalinkick, der ihn in seiner blassen Monotonie aus der Bahn wirft. Die sterile Luxuslimousine schippert dabei wie ein Patrouillenboot durch die dämmerigen Gassen New Yorks, eigentlich nur auf dem Weg zum Friseur, aber immer auf der Jagd nach Marginalien, gebettet auf Lappalien und Gesprächen, in denen doch niemand etwas zu sagen scheint. „Cosmopolis“, das steht für Hunger und Lust, nicht auf Sex, an dem mangelt es Packer wahrlich nicht, es ist der Hunger auf mehr, dem großen Knall, der alles in sich aufsaugt und mit keinem Geld der Welt bezahlt werden kann. [...]

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