Darwins Leben bietet genug Stoff für ein spannendes Biopic das mitreißt, nachdenklich macht und begeistern könnte. Leider bietet Creation nichts von alledem, denn trotz schöner Ausstattung und einer gelungenen Besetzung, bietet der Film wenig Einblicke und setzt fast ausschließlich auf Melodrama und Emotionen. Wenn der Film startet hat Darwin seine bahnbrechende Theorie schon erarbeitet. Wenn er endet, ist das Buch noch nicht publiziert. Das wirklich spannende, die Entdeckung und ihre Auswirkungen finden nur als kurze Schrifttafeln am Anfang und Ende statt. Der Film beschränkt sich darauf Darwins Eheprobleme, nach dem Tod einer seiner Töchter aufzuarbeiten und bietet endlose Szenen eines grüblerisch in die Gegend starrenden, kränkelnden und mit dem Geist seiner Tochter diskutierenden Darwin. Was seine Arbeit so weltbewegend machte, wie er sich sein Wissen erarbeitete und was es auslöste - davon ist in Creation wenig zu sehen. Trotz seiner handwerklichen Stärken lässt der Film daher unbefriedigt zurück, weil er wenig wagt und viel ignoriert. Seine Reisen, seine Kindheit, seine Ausbildung - mehr als genug Stoff für zwei Filme. Doch Creation fokussiert auf einen Aspekt und zieht diesen ewig in die Länge. Eine vertane Chance von Film, die wohl nur in den USA tatsächlich noch für soviel Aufregung und erregte Debatten sorgen konnte. Dort hat der Film aus Angst vor den Reaktionen der religlösen Rechten bislang keinen Verleih gefunden... und wenn man sich die Diskussionen in den Foren der IMDB anschaut, verwundert das auch kaum.
Obwohl er lustig und zuweilen wirklich bewegend ist, droht der Film die Zuschauer in der letzten Stunde zu verlieren als Darwins Neurosen sich in die Länge ziehen. Bettanys beeindruckende Leistung vermag uns jedoch bei der Stange zu halten. Es ist ein intelligentes, berührendes Werk dass vielleicht für ein paar Überraschungen sorgen wird in der Saison der Preisverleihungen.
„Creation“ ist ein elephantöser, aber banaler Bio-pic über Charles Darwin, und er konzentriert sich – morbiderweise – auf den Tod seiner ältesten Tochter durch Tuberkulose im Alter von zehn Jahren. Auf eine bestimmte Weise ist dies eine bizarre Gegenmedizin zu Antichrist. Manche Menschen reagieren auf den Tod eines Kindes mit Selbstverstümmelung und Mord, andere schreiben „Über die Herkunft der Arten“.
Auch wenn der Film sich über lange Strecken nicht entscheiden kann ob er jetzt Darwins Trauer über den Tod seiner Tochter oder seinen wissenschaftlichen Ehrgeiz themasieren soll (laut Film hängt beides irgendwie zusammen), finde ich diesen Biopic durchaus "rund" und unterhaltsam, weil er eben gerade NICHT auf der Evolutionstheorie rumhaut, sondern den Menschen Darwin in den Vordergrund stellt. Und Paul Bettany haucht der Hauptperson wirklich mehr als "Leben" ein, rein schauspielerisch ist das ganze ein Fest und ein kleines Kleinod in der Biopiclandschaft! Und das alles ohne evoltionärtechnisch belehren zu wollen!
Als inspiriertes Drama ist dieser Film hervorragend, als biographische Illustration weniger empfehlenswert. Dennoch eines meiner Lieblingsfilme und für Dramenliebhaber auf jeden Fall sehenswert.
Was macht Charles Darwin so besonders, dass man einen Film über ihn machen könnte? Er war ein herausragender Wissenschaftler seiner Zeit. Auch wenn man keine Biografie verfilmt und von künstlerischer Freiheit [in diesem Fall großen] Gebrauch macht, so sollte der wichtigste Aspekt der Persönlichkeit auch im Film dominieren. Hier wurden die Ideen Darwins von melodramatischen Elementen nahezu vollständig überblendet und der Wissenschaftler zum halluzinierenden Freak gemacht. Sehr schade.
Ich habe Biografien über Darwin gelesen und ich habe ihn (meine Vorstellung von ihm) nicht wiedererkannt.
Creation - Kritik
GB 2009 Laufzeit 108 Minuten, Drama
Kritiken (3) — Film: Creation
Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde
Kommentar löschenDarwins Leben bietet genug Stoff für ein spannendes Biopic das mitreißt, nachdenklich macht und begeistern könnte. Leider bietet Creation nichts von alledem, denn trotz schöner Ausstattung und einer gelungenen Besetzung, bietet der Film wenig Einblicke und setzt fast ausschließlich auf Melodrama und Emotionen. Wenn der Film startet hat Darwin seine bahnbrechende Theorie schon erarbeitet. Wenn er endet, ist das Buch noch nicht publiziert. Das wirklich spannende, die Entdeckung und ihre Auswirkungen finden nur als kurze Schrifttafeln am Anfang und Ende statt. Der Film beschränkt sich darauf Darwins Eheprobleme, nach dem Tod einer seiner Töchter aufzuarbeiten und bietet endlose Szenen eines grüblerisch in die Gegend starrenden, kränkelnden und mit dem Geist seiner Tochter diskutierenden Darwin. Was seine Arbeit so weltbewegend machte, wie er sich sein Wissen erarbeitete und was es auslöste - davon ist in Creation wenig zu sehen. Trotz seiner handwerklichen Stärken lässt der Film daher unbefriedigt zurück, weil er wenig wagt und viel ignoriert. Seine Reisen, seine Kindheit, seine Ausbildung - mehr als genug Stoff für zwei Filme. Doch Creation fokussiert auf einen Aspekt und zieht diesen ewig in die Länge. Eine vertane Chance von Film, die wohl nur in den USA tatsächlich noch für soviel Aufregung und erregte Debatten sorgen konnte. Dort hat der Film aus Angst vor den Reaktionen der religlösen Rechten bislang keinen Verleih gefunden... und wenn man sich die Diskussionen in den Foren der IMDB anschaut, verwundert das auch kaum.
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David Edwards: Daily Mirror David Edwards: Daily Mirror
Kommentar löschenObwohl er lustig und zuweilen wirklich bewegend ist, droht der Film die Zuschauer in der letzten Stunde zu verlieren als Darwins Neurosen sich in die Länge ziehen. Bettanys beeindruckende Leistung vermag uns jedoch bei der Stange zu halten. Es ist ein intelligentes, berührendes Werk dass vielleicht für ein paar Überraschungen sorgen wird in der Saison der Preisverleihungen.
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Chris Tookey: Daily Mail Chris Tookey: Daily Mail
Kommentar löschen„Creation“ ist ein elephantöser, aber banaler Bio-pic über Charles Darwin, und er konzentriert sich – morbiderweise – auf den Tod seiner ältesten Tochter durch Tuberkulose im Alter von zehn Jahren. Auf eine bestimmte Weise ist dies eine bizarre Gegenmedizin zu Antichrist. Manche Menschen reagieren auf den Tod eines Kindes mit Selbstverstümmelung und Mord, andere schreiben „Über die Herkunft der Arten“.
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Kommentare (3) — Film: Creation
Kommentar schreibenHennes Bender 2010/11/10 11:48:11
Kommentar löschenAuch wenn der Film sich über lange Strecken nicht entscheiden kann ob er jetzt Darwins Trauer über den Tod seiner Tochter oder seinen wissenschaftlichen Ehrgeiz themasieren soll (laut Film hängt beides irgendwie zusammen), finde ich diesen Biopic durchaus "rund" und unterhaltsam, weil er eben gerade NICHT auf der Evolutionstheorie rumhaut, sondern den Menschen Darwin in den Vordergrund stellt. Und Paul Bettany haucht der Hauptperson wirklich mehr als "Leben" ein, rein schauspielerisch ist das ganze ein Fest und ein kleines Kleinod in der Biopiclandschaft! Und das alles ohne evoltionärtechnisch belehren zu wollen!
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asli-karl 2010/09/26 01:13:05
Kommentar löschenAls inspiriertes Drama ist dieser Film hervorragend, als biographische Illustration weniger empfehlenswert. Dennoch eines meiner Lieblingsfilme und für Dramenliebhaber auf jeden Fall sehenswert.
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tawm125 2010/01/28 21:44:25
Kommentar löschenWas macht Charles Darwin so besonders, dass man einen Film über ihn machen könnte? Er war ein herausragender Wissenschaftler seiner Zeit. Auch wenn man keine Biografie verfilmt und von künstlerischer Freiheit [in diesem Fall großen] Gebrauch macht, so sollte der wichtigste Aspekt der Persönlichkeit auch im Film dominieren. Hier wurden die Ideen Darwins von melodramatischen Elementen nahezu vollständig überblendet und der Wissenschaftler zum halluzinierenden Freak gemacht. Sehr schade.
Ich habe Biografien über Darwin gelesen und ich habe ihn (meine Vorstellung von ihm) nicht wiedererkannt.
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