Dancer in the Dark
Dancer in the Dark (2000), DK/FR/SE Laufzeit 139 Minuten, FSK 12, Musikfilm, Drama, Kinostart 28.09.2000
43 Bewertungen
Skala 0 bis 10
2309 Bewertungen
68 Kommentare
Keine
von Lars von Trier, mit David Morse und Peter Stormare
Eine junge Fabrikarbeiterin, die aufgrund einer Erbkrankheit ihr Augenlicht verliert, spart ihr Geld, um ihrem Sohn durch eine Augenoperation dasselbe Schicksal zu ersparen. Als bei einem Streit ein Freund sein Leben verliert, wird sie unter Mordanklage gestellt und zum Tode verurteilt, weil sie sich weigert, ein Schweigegelübde zu brechen und ihre Ersparnisse für den Anwalt eines Berufungsverfahrens auszugeben. Eine lückenlos durchbuchstabierte Kombination aus Musical und Melodram, die sich beiden Genres als Hommage und Kritik zugleich verpflichtet fühlt. Dramaturgisch ausgefeilt, in der Hauptrolle herausragend gespielt, erzählt der Film sowohl von bedingungsloser Mutterliebe als auch von den sozialen und politischen Gegebenheiten in den USA zu Beginn der 60er-Jahre. Dabei bedient er sich virtuos unterschiedlicher kameratechnischer Mittel, um die Handlungsebenen voneinander abzugrenzen.
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Cast & Crew
- Genre
- Musical, Musikfilm, Psychodrama, Drama
- Zeit
- 1964
- Ort
- Kleinstadt, Vereinigte Staaten von Amerika, Washington, Zug
- Handlung
- Anklage, Arbeit, Armut, Art House-Film, Aufopferung, Augenlicht, Augenoperation, Blindheit, Diebstahl, Einwanderer, Erbkrankheit, Erblinden, Erhängen, Erpressung, Exekution, Fabrik, Fabrikarbeiter, Freunde, Freundschaft, Geheimnis, Gericht, Gesang, Haus, Hilfe, Individuum, Liebe, Lied, Mord, Musical, Naivität, Notwehr, Phantasie, Pistole, Polizist, Schienen, Schuld, Schulden, Sohn, Sterben und Tod, Tagtraum, Tanz, Tanzen, Todesstrafe, Todesurteil, Traum, Tscheche, Unschuld, Urteil, Verlust des Augenlichts, Wohnmobil, Zuneigung
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Kritiken (5) — Film: Dancer in the Dark
SoulReaver: CinemaForever
Kommentar löschen„There's no more to see...”
Lars von Trier und die Geschichte der naiven, gutherzigen und langsam erblindenden Mutter Selma, die ihrem Sohn durch eine Operation vor dem vererbten Verlust des Sehvermögens bewahren will. Der Plan geht nur bedingt auf, es kommt zu einem Unfall mit tödlichen Folgen und Selma droht als angeklagte Mörderin nun der Strick – Willkommen in den 1960er Jahren der Vereinigten Staaten, die chronometrische Periode, in der „Dancer in the Dark“ versucht seine tonnenschwere Melodramatik zu entfalten und von Trier als – erneut – brüske Projektionsfläche für die antiamerikanische Ideologie dient. Dabei ist nicht nur die narrative Plakativität ein Manko, die ab der ersten Sekunde durch die unmissverständliche Charakterisierung der Hauptfigur direkt auf die affektive Empathie des Zuschauers abgerichtet ist, sondern auch die Besetzung dieser.
Mit der undefinierbaren isländischen Sängerin Björk, hat sich von Trier keinen Gefallen getan. Über ihren Gesang…
18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 17 Antworten
Punsha Sat, 19 Jan 2013 00:01:57 -0000
Antwort löschenStimmt so. Hat mich aber trotzdem voll mitgenommen.
SoulReaver Sat, 19 Jan 2013 00:03:01 -0000
Antwort löschenEhrlich? Björk und so?
lieber_tee Sat, 19 Jan 2013 00:15:38 -0000
Antwort löschenMir ging das Spiel und der Gesang von Björk stark unter die Haut...Auch so finde ich den Film sehr intensiv. Die originelle Nutzung von Musical-Motiven mochte ich sehr...Viel schwieriger finde ich die Darstellung einer Leidens-Übermutter von religiösen Ausmaßes und die pulp-hafte Geschichte. Aber das gibt es ja schon zu genüge bei Trier und sein seltsames Frauenbild zwischen Heiliger Maria, Hure oder Irren ist ja schon bekannt.
Punsha Sat, 19 Jan 2013 00:15:46 -0000
Antwort löschen:D Die hat mich anfangs auch ziemlich genervt, aber ich konnte mich dann doch irgendwie mit ihr anfreunden. Ist arg manipulativ und bei weitem kein subtiler Film, aber verführt wurde ich dennoch.
SoulReaver Sat, 19 Jan 2013 00:19:34 -0000
Antwort löschen@Tee Durchaus. Um Jenny mal zu zitieren: "Wenn man mit Björk nichts anfangen kann, ist Ende Gelände - mit ihr steht und fällt der Film." Ich konnte mit ihr nichts anfangen, ist aber nicht der einzige Kritikpunkt. Naja, mal sehen wie es mit "Breaking the Waves" wird.
@Punsha Jaja, das Fleisch ist schwach. :D
Punsha Sat, 19 Jan 2013 00:28:27 -0000
Antwort löschen:D Du sagst es.
lieber_tee Sat, 19 Jan 2013 00:30:48 -0000
Antwort löschenBreaking the Waves, oje noch so ne manipulative Groschenromangeschichte mit obigen Frauenbild. Aber wenigstens nicht mit Björk;). Ich mochte den auch.
SoulReaver Sat, 19 Jan 2013 00:31:59 -0000
Antwort löschenAlso dann sind 6 Punkte drin. :D
lieber_tee Sat, 19 Jan 2013 00:34:19 -0000
Antwort löschenLocker, da du mit den Inhalten des Trierchen ja scheinbar was anfangen kannst. Aufopferung und so...
Le Samourai Sat, 19 Jan 2013 01:10:48 -0000
Antwort löschennachvollziehbar. trotzdem der beste von trier.
VisitorQ Sat, 19 Jan 2013 05:17:17 -0000
Antwort löschenIch bin ein großer von Trier Fan und finde dancer in the dark für seine Verhältnisse auch recht schwach. Mir wa Björk auch ein Dorn im Auge. Der Film ist allerdings wunderbar konsequent... Aber mal ehrlich: Welcher von Trier ist das nicht? :-)
DerDude_ Sat, 19 Jan 2013 07:01:04 -0000
Antwort löschenBREAKING THE WAVES ist völlig ohne Zweifel der beste Film von Trier. Mag den hier auch nicht wegen Björk und so...
Jenny von T Sat, 19 Jan 2013 07:31:52 -0000
Antwort löschenHmm, ich like das hier einfach mal, weil in dem Kommentar sehr viel Richtiges drin steht. Manchmal frage ich mich, wie phänomenal dieser Film hätte werden können mit einer anderen Hauptbesetzung. Andererseits: Dann wäre DANCER IN THE DARK eben kein "Musical", sondern mehr oder weniger ein "BREAKING THE WAVES II". Man muss wohl akzeptieren, dass von Trier hier formal etwas anderes probieren wollte. Nur passt BJÖRK von ihrer ganzen Art her einfach nicht in einen von Trier-Film, da sie, wie du auch sagst, nicht so wirklich Empathie beim Zuschauer schüren kann (zumindest bei mir klappte das ebenfalls nicht so gut wie sonst bei meinem Lieblingsregisseur) - gerade von dieser Wucht leben allerdings von Triers Filme, und wenn die nicht präsent ist, stört plötzlich auch die für ihn typische Plakativität. Stellt man zum Beispiel einmal eine Emily Watson gegen Björk, liegen einfach Welten dazwischen.
SoulReaver Sat, 19 Jan 2013 09:32:24 -0000
Antwort löschen@Fredinand Gewöhn dir mal ein "Meiner Meinung nach" an, das macht deine Aussagen viel, viel sympathischer. Aber Respekt, du hast es geliked, was nicht deiner Meinung entspricht. :)
@Dude Kann ich kaum glauben, mal sehen, denke aber, "Dogville" und "Antichrist" wird er nicht übertrumpfen.
@Jenny Puh, gut, wenn du das schreibst, dann kann ich ja durchschnaufen. :D Hmm, ja, aber der Versuch etwas anderes zu schaffen, ging eben mehr oder weniger nach hinten los. Mal sehen, ich glaube, "Breaking the Waves" gucke ich morgen dann.
Hooded Justice Sat, 19 Jan 2013 10:01:02 -0000
Antwort löschenUm noch meinen Senf dazuzugeben: Das Musical ist klar Geschmackssache, doch wäre etwas fies zu kritisieren. Denn wenn das nicht wäre, wäre das eben wie ein wenig fortschrittlicher weiterer Trier-Film ohne "Besonderheit". Das Musical bedeutet doch einen Prozess und gerade den Reiz, dass er sich hier an eine neue Form ranwagt. Und etwas Vergleichbares in Sachen Musical habe ich auch nie gesehen.
Zu Björk: Lars ist Fan von ihr und hat sich sie als Selmas Figur ausgesucht aus verschiedenen Gründen. Eben weil er diese "leidige, lieblich-naive" Figur schaffen wollte. Emily Blunt finde ich da sogar sehr ähnlich, doch Björk noch einen Schritt gewaltiger, einfühlsamer und ausdrucksstärker. Dadurch ist der Film sicherlich manipulativ und plakativ. Doch das störte bei anderen Trier-Filmen aber doch genauso wenig. Das Musical und Björk mag für Trier-Fans sicherlich ungewohnt sein, für mich passt beides fantastisch rein und hat mich emotional bis ans Äußerste geführt. [An dieser Stelle: Björk hat bei mir deutliche Empathien geweckt! :)]
Natürlich ist der Film weit entfernt von subtil. Das sind andere Triers aber in gewisser Weise auch. Bei Trier gibt es wenn man sich Gedanken drüber macht fast immer "gut" und "böse". Selbes gilt für die Antiamerikabotschaft. Diese ist bei Dogville sehr ähnlich.
Aber was soll's: Trier polarisiert. :)
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Le Samourai Sat, 19 Jan 2013 10:21:47 -0000
Antwort löschenoch souliboy. NATÜRLICH sind solche aussagen IMMER meiner, deiner, seiner, ihrer meinung nach. muss man das wirklich immer dazuschreiben?
SoulReaver Sat, 19 Jan 2013 11:00:37 -0000
Antwort löschen@Hoody Eben. Und ist doch auch schön, wenn du so "Freude" an dem Film hast! :)
@Samy Du leider schon, ja. :/
Oceanic6: CinemaForever
Kommentar löschenLars von Trier zeigt mal wieder sein Gespür für starke Frauenrollen, bricht einem mit diesem Ausnahmedrama das Herz und verleiht uns eine vollkommen neue Perspektive auf Musicals. Das ist wahnsinnig gewöhnungsbedürftig, verdammt originell und emotional so sehr fordernd wie nur wenige andere Filme.
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Flibbo: Wie ist der Film?
Kommentar löschen[...] Von Trier ist, speziell im Vergleich mit „Breaking the Waves“, ein Stück direkter, extremer geworden. Er hält die Religiosität ganz im Subtext, lässt etwas weniger Raum für Symbolik und eigene Schlüsse und büßt damit auch etwas Glaubwürdigkeit ein. Die etwas straffere Laufzeit von ‚nur noch‘ 139 Minuten, gespickt mit den träumerischen Gesangseinlagen als Hommage an die guten alten Musicalfilme à la „Singin’ in the Rain“, erlaubt dafür noch weniger Längen. Das alles sind Nuancen und es läuft wie erwähnt auf eine Geschmackssache hinaus. Doch am Ende ist der famos gespielte, faszinierend klingende „Dancer in the Dark“ wie ein harter Faustschlag in die Magengrube und zeigt, dass von Trier sich in puncto Intensität nochmal selbst übertroffen hat.
Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
SiameseMax: SiameseMovies
Kommentar löschen„Dancer in the Dark“ ist ein Film, der als Gesamtprodukt ebenso polarisiert wie seine einzelnen Bestandteile. Der dänische Regisseur Lars von Trier war sich ja bekanntlich noch nie für eine Kontroverse oder das ein oder andere Skandälchen in eigener Sache zu Schade, erst dieses Jahr sorgte er mit seinen vermeintlich provokativen, letztlich aber einfach nur blödsinnigen, PR-wirksamen Nazi-Bekenntnissen im Rahmen seines Cannes-Beitrages „Melancholia“ für (inszenierte) Furore. Mit seiner Hauptdarstellerin, dem isländischen Wunderkind Björk, trifft er auf eine nicht minder exzentrische Gegenspielerin, und wie gespannt das Verhältnis zwischen den beiden eigenwilligen Egozentrikern war, ist mittlerweile Filmgeschichte: So verschwand Björk einfach mal drei Tage vom Set, bezeichnete von Trier im Nachhinein als Sexisten und spuckte ihm jeden Tag vor Drehbeginn mit den Worten „Ich verachte Sie“ vor die Füße. Nun gut, wenn es der Kunst zuträglich ist, bitteschön. Tatsächlich scheinen im Falle des…
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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
Kommentar löschenKann man denn eine solche Geschichte überhaupt ernst meinen: Vom Opfergang der jungen Selma, einer Heiligen möglicherweise, so selbstlos und ohne Harm, so engelsgleich wie sie ist. Und so nett, so putzig, so offen zu allen. So herzergreifend. Und dann noch gespielt von Björk, diesem isländischen Wunder mit ihrer hellen, bezaubernden Stimme, so licht und klar. Wenn Björk singt, scheint die Welt stillzustehen. "I ve seen it all" lässt sie wissen, dass es nicht mehr zu sehen gibt, dass es Todsünde wäre, noch mehr zu wollen. [...] Nein, Lars von Trier kann das alles nicht ernst meinen.
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camel Wed, 28 Oct 2009 19:53:35 -0000
Antwort löschenSchon erstaunlich... apltraumhafte Dreharbeiten für einen Witz...? Ich glaube nicht, dass Sie Trier verstanden haben.
Aufgabe Sun, 15 Nov 2009 23:22:00 -0000
Antwort löschenja, das glaub ich ernsthaft auch. wenn es ernste filme gibt, dann wohl die aus der hand von lars v. trier.
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veseria Thu, 03 Mar 2011 00:19:30 -0000
Antwort löschenMan kann es ernst nehmen oder auch nicht. Ich glaube Trier nimmt seinen Charakter und seinen Film sehr ernst. Doch was er hier kritisiert, die sich nicht weiterentwicklende amerikansiche Gesellschaft und der sinnlose, falsche Gotteswahn. Ich glaube das ist das, was lars von trier nicht ernst nehmen kann. Das was er ins lächerliche zieht.
ihre-herrlichkeit Wed, 10 Aug 2011 11:03:12 -0000
Antwort löschenWenn ich Gesellschafts- und Religionskritik haben will, guck ich lieber South Park. Die verpacken es charmant, intelligent und witzig und nicht verkrampft, nervtötend und zum Mitschämen.
Kommentare (63) — Film: Dancer in the Dark
bianca.gleissinger Sat, 08 Jun 2013 21:05:08 -0000
Kommentar löschenNie einem Film gegenüber so zwiegespalten gewesen. Beim ersten Mal gucken, musste ich beinahe abbrechen, weil der Film mich so sehr in sich verschlungen hat, dass ich (alleine wohl gemerkt) laut schluchzend vorm Fernseher saß, und komplett mitgenommen war. Nachdem ich ihn mit meinem Bruder (dem ich den Film in großen Tönen angeprießen hatte) noch ein zweites Mal gesehen hatte, fand ich ihn furchtbar. Ich war von der Protagonistin genervt, ich war gelangweilt und ich hab das Ende herbeigesehent. Erklären kann ich das nicht. Ich bin einfach verwirrt. Ist aber nicht mein erster von Trier, also bin ich von meiner Verwirrung wenigstens nicht überrascht :P
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DKennyK Sat, 08 Jun 2013 17:20:53 -0000
Kommentar löschenEin wiedermal emotional gut manipulierendes Filmchen, wie man es von Lars von Trier gewohnt ist.
Ich kam anfangs etwas schwer in DANCER IN THE DARK rein, aber wenn es dann zum ersten Wendepunkt kommt, blüht der Film bei mir richtig auf und kann dieses Niveau bis zum Ende hin halten. Die Musicaleinlagen haben mir zwar nicht gefallen, allerdings kann es bei diesen schonmal zu den ein oder anderem Farbrausch kommen. Björk ist fantastisch und hebt ihre Figur und den gesamten Streifen nochmal eine Stufe höher.
Als Liebhaber der eher profanen Filmkunst hätte ich aber doch auf die teils ausufernden Arzi-Farzi-Szenen verzichten können, dies drückt meine Bewertung aber nur minimal.
Wer etwas sucht das ihn richtig runterzieht, ist er hier genau richtig.
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Masseltoff Fri, 07 Jun 2013 18:41:42 -0000
Kommentar löschenGuter Film der zum Nachdenken anregt, dabei bleibt Trier seiner Golden-Heart Trilogie treu und zeigt tragische Frauenrollen, die sich aufopfern und dafür dann noch ein riesigen Arschtritt bekommen.
Diesmal geht es um die immer blinder werdende Selma, die alles versucht um ihrem Sohn eine Augenoperation finanzieren zu können. Dafür arbeitet sie in einer Fabrik, obwohl schon längst, aufgrund ihrer Krankheit, nicht mehr arbeiten dürfte. Nach einem Missgeschick wird sie dann auch noch gefeuert, als wäre das noch nicht scheiße genug, wird sie von ihrem besten Freund bestohlen. Wer jetzt denkt schlimmer kann es nicht werden, kennt den Lasi nicht. Um das Geld zurück zu bekommen sieht sie keine andere Möglichkeit als ihn zu erschießen.
Lars von Trier's Trick geht also voll und ganz auf. Er serviert uns eine aufopfernde Mutter, welche man einfach nur sympatisch finden kann, nur um sie dann systematisch fertig zu machen.
Die Musik ist Geschmackssache, mir persönlich gefällt sie nicht besonders, aber stören tut sie mich auch nicht.
Zum Ende kann ich nur sagen, das es mehr schockiert als alles andere. Ich war am Ende weder traurig noch wütend. Die nächsten 5 Minuten saß ich mit offenem Mund vor dem Fernseher. Erst danach kam mir die Wut hoch, die Wut auf die Welt und wie scheiße doch eigentlich alles ist. Well done Herr von Trier, Mission complete .
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Pyro 91 Wed, 01 May 2013 21:41:54 -0000
Kommentar löschenMeine Gedanken während des Films:
Am Anfang: "Uuiiii, so tolle Farben!"
Nach einer Stunde: "Mmh, schön deprimierend das Ganze, typisch Larsi. Außerdem - tolle Songs!""
Nach Bills Ermordung: "Boah ne! Wenn ich mir jetzt noch eine Stunde die Folgen dieser Ungerechtigkeit ansehen muss, dann raste ich aus!"
Zwanzig Minuten später: "Oh, zum Glück rast von Trier durch die Plotstationen von Selmas Verurteilung, das wäre nämlich öde mitanzusehen. Und Björk versinkt immer weiter in ihrer Musicalwelt, super!"
Bei der Hinrichtung: "Ja ne, ist klar Lars. Natürlich wird die Arme auch noch an ein Brett gefesselt und die "Sack über dem Kopf"-Frage muss erst von ganz oben geklärt werden. Du musst doch auch mal an meine Gefühle denken, Lars! "
Björks letzter Song: "Oh, wie schön... Oh nein, der Anruf kommt. (Selma fällt in ihren Tod) What the fuck!" *mitoffenemmundwieeinidiotdahock*
Mit der Bewertung tue ich mich allerdings ein wenig schwer. Aus emotionaler Sicht war der Film absolut mitreißend und aufwühlend, doch das Set-up, der Weg hin zur Tragödie kam mir stark gekünstelt und schrecklich manipulativ vor. Im Endeffekt aber- wenn ich mir alles nochmal durch den Kopf gehen lasse - siegt bei mir Emotion über Logik und da ich mich trotz des deprimierenden Inhalts nach dem Film wieder total lebendig gefühlt habe, kann ich den guten, alten Lars für seine fragwürdigen Mittel nicht böse sein.
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Tautou Thu, 20 Dec 2012 11:23:04 -0000
Kommentar löschen"But isn't that annoying when they do the last song in the films, though?"
"Why?"
"Because you just know when it goes really big, and the camera goes, like, out of the roof, and you just know it's gonna end. I hate that. I really hate that. I would leave the cinema just after the next to last song and the film would just go on forever, it's lovely, isn't it?"
Ja, ist es!
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der cineast Mon, 29 Oct 2012 12:10:51 -0000
Kommentar löschenKeine der Personen im Film hat irgendwas verdient: Der Polizist nicht, dass er von seiner Frau so gequält wird, dass er Geld stehlen muss, der treue Jeff nicht, dass seine Liebe nicht erwidert wird, Kathy nicht, dass sie ihre freie Zeit für Selma opfern muss und Selma natürlich nicht, dass ihre Naivität so schamlos ausgenutzt wird. Wenn die Kamera am Ende dann aus dem Geschehen gleitet, dann hat man doch den letzten Song gehört und ein klassisches Musical bestaunt. Der Regisseur ist dann also doch den Regeln - die von Selma aufgestellt wurden - verpflichtet und muss den Film so beenden. Er kann eben auch nichts dafür, dass er ein Musical gemacht hat.
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jacker Thu, 18 Oct 2012 15:18:28 -0000
Kommentar löschenGleich vorweg schon mal ein erklärendes Statement:
Würde Musik-Göttin Björk 2h lang ausschließlich zu (sich aus Maschinenlärm entwickelnden) abgefahrenen Beats singen und dabei kitschig rumtanzen und irgendjemand hält eine Kamera drauf, dann wär mir allein schon DAS mindestens 8 Punkte wert.
Bei Björk setzt mein rationaler Verstand aus!
Wenn dann jedoch ein Lars von Trier daherkommt und sich einen Spaß daraus macht um oben genanntes Szenario herum das, was uns gemeinhin als Musical-Film bekannt ist, zu dekonstruieren, sezieren, pervers umzuarrangieren, nur zur Freude noch ein wenig mit Füßen darauf herumzutrampeln und dann zu einer schiefen, abartig-bösen Karikatur seiner selbst wieder zusammenzunähen, ist das Meisterwerk quasi vorprogrammiert.
'In a musical, nothing dreadful ever happens.'
So sagt es Selma und lässt dabei nur umso mehr die lausbübische Intention des Regisseurs durchscheinen: Mit dem Vorschlaghammer die Konventionen zertrümmern! Verstören.
Glücklicherweise hat der Film aber mehr Qualitäten als den bloßen Bruch mit dem Konventionellen. Anti-Musical, des 'anti' wegens empfände ich (den Björk Bonus nun außer Acht gelassen) als lahm, abseits dieser offensichtlichen Intention ist "Dancer in the Dark" zum Glück auch noch ein richtig guter (fast-)Dogmafilm.
Björk macht sich neben dem, sehr interessant besetzten Rest des Ensembles (wie meist bei Trier) iin ihrer Rolle großartig. Wie sie andere Rollen meistern würde könnte ich nicht mit Sicherheit sagen (sie soll ja auch primär Musik machen), die Zerbrechlichkeit und Ängste, aber auch tiefe Liebe und Hoffnung ihrer Figur Selma bringt sie hier vortrefflich rüber.
Trier's Schauspielerwahl, gepaart mit der typischen Wackelcam und den seltsamen Schnitten/Blenden schafft es mal wieder eine höchst bedrückende Atmosphäre zu erzeugen.
Sowohl David Morse als Bill, als auch Peter Stormare als Jeff strahlen eine so unterkühlte Unberechenbarkeit aus, dass ich eigentlich bei jedem Auftritt der Beiden verkrampft da saß und mich auf das Schlimmste gefasst machte. Auch ein Teil der 'Kopfüber-Inszenierung', das Schlimme lauert nicht da wo man es offensichtlich vermutet, sondern in einem alles überschattenden, größeren Kontext. Trier halt..
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Uli Kunkel Thu, 18 Oct 2012 19:21:45 -0000
Antwort löschenKnuffiger Text.
Alleine für den ersten Absatz gehen schon beide Daumen hoch. ;)
jacker Thu, 18 Oct 2012 20:01:56 -0000
Antwort löschenDas freut mich!
Björk ist war und wird immer großartig sein, mir fällt sonst kaum was an Musik ein, was mich so auf die Reise schickt (und das von "Post" über "Vespertine" bis "Biophilia" ausnahmslos) :)
THE_JUDGE Fri, 14 Sep 2012 20:45:44 -0000
Kommentar löschenOha, keine Ahnung wie sich "Dancer in the Dark" auf meine Leihliste verirren konnte, aber er fiel heute nun mal durch den Briefschlitz und ungeöffnet zurücksenden wollte ich ihn dann doch nicht. Was soll ich sagen, bis zur ersten Gesangseinlage war eigentlich alles im grünen Bereich, außer das ich mich permanent fragte, warum LvT ausgerechnet Björk zur Protagonistin machen musste, scheint ihr doch einiges an schauspielerischem Talent zu fehlen. Was dann folgte war mir reichlich zu viel des Guten, wie man meiner Bewertung entnehmen kann. Eigentlich ein solides Drama bis aufs besagte Geträller. Die Gute scheint aber im Laufe des Streifens nicht nur Sehkraft, sondern auch reichlich Verstand einzubüßen, anders kann ich mir ihr Verhalten gegen Ende des Films hin nicht erklären. Hielten sich meine positiven und negativen Bewertungen für LvT Filme in der Vergangenheit noch die Waage, geht es langsam aber sicher Berg ab habe ich das Gefühl. Wir werden sehen!
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soilent Mon, 10 Sep 2012 01:56:46 -0000
Kommentar löschenLvT... :) Björk Musical :[
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MrDepad Fri, 17 Aug 2012 20:42:17 -0000
Kommentar löschenMit "Dancer in the Dark" bekommt man wieder einmal genau das, was man von Lars von Trier immer erwarten kann.
Die Geschichte spielt im Amerika der 60er Jahre und handelt von Selma, einer tschechischen Einwanderin, die an einer Augenkrankheit leidet, durch welche sie bald vollständig erblinden wird. Um eine rettende Operation für ihren Sohn bezahlen zu können, welcher die selbe Krankheit hat, arbeitet sie hart und spart jeden Cent. LvT erzählt diese Geschichte in seiner beliebten Wackelkamera-Optik und besetzte die isländische Sängerin Björk in der Hauptrolle der Selma, obwohl sie eigentlich erst nur die Filmmusik schreiben sollte. Schnell wird allerdings klar, dass Björk die Idealbesetzung ist. Ihre rührende, leidenschaftliche und qualvolle Darbietung übertrifft sogar noch die Leistung von Emily Watson in LvT´s vorherigem Film.
Selma wird dem Zuschauer von Anfang an sehr liebenswert und sympathisch rübergebracht, umso schmerzvoller ist der weitere Verlauf des Films, da LvT hier Regie führt, kann man sich schon denken, wohin das Ganze führen wird, nämlich zu einer Reise in die Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung. Sehr ungewöhnlich kommen auch die Musical-Einlagen daher, die immer wieder kurz in die Handlung eingestreut werden. Sie wirken relativ unbeschwert und fröhlich, dadurch wirken sie in einem krassen Kontrast zur eigentlichen Handlung des Films, trotzdem sind sie dank der wunderbaren, ausdrucksstarken Stimme von Björk einfach nur gelungen und passen wunderbar in den Film.
Wie üblich bei einem Werk von LvT sollte man hier vorher wissen, worauf man sich einlässt. Alle Argumente, die Kritiker oftmals gegen den Regisseur aufbringen, kann man auch hier wieder erkennen, allen voran das wiederkehrende Motiv, vor allem Frauen einem unerträglichen Martyrium auszusetzen. Trotzdem schafft er es wie kein zweiter, den Zuschauer immer so nah wie möglich an seinen Figuren zu halten und einen immer mitzureißen und zu fesseln, so dass "Dancer in the Dark" wieder zu einem unwiderstehlichen, überragenden Film wird, vorausgesetzt man kann mit solchen Filmen etwas anfangen.
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lassiesinger Sun, 29 Jul 2012 07:55:58 -0000
Kommentar löschenDAS Meisterwerk von Lars von Trier.
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Imagination Sat, 21 Jul 2012 19:00:38 -0000
Kommentar löschenWie soll ich diesen Film denn nicht mögen, erzählt er doch gerade die Grundzüge, an denen ich festhalte. Die Welt ist scheiße und ungerecht, das Gute im Menschen gibt es nicht und selbstlose Menschen sind eine Rarität. Dass von Trier sich Letztere zur Brust nimmt und gnadenlos untergehen lässt, macht es ihm zwar leicht, das Grauen der Welt zu versinnbildlichen, doch zeigt sich so nur noch viel mehr all dieses Scheusal jener hässlichen Welt. In der Exposition noch etwas Schönes zeigend, danach die Hauptprotagonistin ins Herz erzählend, kann von Tier die Demontage dieser Frau vorbereiten, durchführen und sich sicher sein, dass nicht nur die Personen im Film, sondern auch die Zuschauer gequält werden. Alles eingefangen durch eine authentische Kameraführung. Nachdem es den ein und anderen Schlag in die Magengrube gibt, wartet man nur darauf, den finalen Tritt nachzubekommen. Im starken Kontrast dazu die träumerischen Gesangseinlagen, so realitätsfern und bezaubernd wie sie nur sein können. Die einzige Flucht aus dem Grauen ist die Imagination und Entwicklung einer anderen Welt, seiner Welt.
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Hooded Justice Sat, 21 Jul 2012 21:05:04 -0000
Antwort löschen1a.
Mac_C_Tiro Fri, 20 Jul 2012 15:46:03 -0000
Kommentar löschenIntensives Portrait einer weiblichen Selbstaufopferung wider das Schicksal bzw. der Umstände. Von Trier präsentiert uns hier ein schwer verdauliches weil in wichtigen Punkten leicht unglaubwürdiges, psychosoziales Drama über den Schmalen Grat bzw. die fließende Grenze zwischen Märtyrertum der Existenz wegen und Selbstaufopferung aus Liebe. Kontrovers wie immer beleuchtet der Macher von Antichrist und Idioten seine weibliche Protagonistin von derart unterschiedlichen Seiten das man sie sowohl verachten als auch bewundern, hassen as auch lieben kann. Kein einfacher Film, aber fantastisch passend besetzt mit der erhabenen Björk (!)... eben ein echter Lars von Trier.
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DerDude_ Thu, 14 Jun 2012 19:20:07 -0000
Kommentar löschenLars von Trier wusste immer zu polarisieren. Bei mir jedoch stieß er mit jedem Film auf Begeisterung (wobei das bisher auch nur drei waren). Mit seinem vierten Film "Dancer in the Dark" lässt er mich relativ enttäuscht zurück.
Die Schändung von Nicole Kidman, die Verstümmlung von Charlotte Gainsbourg und die Depression von Kirsten Dunst haben mich in ihrer Inszenierung fasziniert, erschreckt, verstört. Doch der Leidensweg von Björk konnte mich nicht halb so überzeugen. Das liegt daran da hier Manipulation in reinster Form betrieben wird. Das fängt schon damit an das Björk einen absoluten Engel spielt de selbst in dem gemeinsten Menschen etwas gutes sieht. Von da an war mir klar wie tief von Trier sie fallen lassen wird nur um den Zuschauer zu schocken. Eine Kritik oder sonstige Subtexte konnte ich nicht entdecken, höchstens das die Realität über die Imagination siegt.
Vielleicht war es auch nur Björk die mich etwas aufgeregt hat. Ihre Figur ist in ihrer grenzenlosen Naivität einfach nicht auszuhalten. VORSICHT SPOILER Warum hat sie das Geld nicht einfach zur Bank gebracht ? SPOILER ENDE Björk spielt eher durchschnittlich. Eigentlich lächelt sie sich nur durch den Film. Ihre Gesänge sind dagegen Geschmackssache. Mein Geschmack war es nicht.
Dazu kam dann auch noch das grenzelos überzogene Ende. Von Trier haut mit einem Voschlaghammer auf die Tränendrüse.
Was war gut ? Der Dogma Stil hat mich, wie schon in "Dogville" fasziniert und die Musical Einlagen waren ebenfalls gelungen.
Fazit : Es war nur eine Frage der Zeit bis mich Von Trier enttäuscht. "Dancer in the Dark" war mir zu manipulativ und ist höchstens mittelmaß.
Die Goldene Palme wär mal lieber an "Die werckmeisterschen Harmonien" gegangen ;)
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Toblerone Thu, 14 Jun 2012 19:54:22 -0000
Antwort löschenAch komm, das Ende und übertrieben? Konsequent würde eher passen. Wie sie aufeinmal fällt. Ich bin so zusammengezuckt! :D
David "Noodles" Aaronson Fri, 15 Jun 2012 04:46:09 -0000
Antwort löschenSehe ich alles auch so. Nur den Tarr kenne ich noch nicht.
Erinnert, im schlechten, irgendwie an Werner Herzogs "Stroszek", nur noch mit Musik. Diese aufgesetzte 'Blödheit' und Naivität hat schon arg an meinen Nerven gezerrt (gilt für beide Filme).
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Jenny von T Fri, 15 Jun 2012 10:28:57 -0000
Antwort löschenDass von Trier ausgerechnet für diesen Film seine bis hierhin einzige Goldene Palme gewonnen hat, ist wieder mal Realsatire par excellence. Allerdings sein einziger Ausrutscher.
Geralt von Riva Mon, 02 Jul 2012 17:30:07 -0000
Antwort löschenBin ich der einzige der den Satz mit dem Vorschlaghammer und der Tränendrüse arg fies findet? oO
Tyler__Durden Sat, 19 May 2012 15:46:05 -0000
Kommentar löschenLars macht es sich hier finde ich viel zu einfach. Stellt uns ein Naive, in ihrer eigenen Welt sicheren, Frau vor dessen emotionale Bindung wenn nicht durch seine Kamera dann wenigstens durch Björks authentischem Spiel vertieft wird. Und was macht er. Er lässt sie fallen. Wie ein Engel der durch die Wolken bricht und nach seinem Fall im Dreck versinkt. Zwar streift man bei dem Fall wahrlich das ein oder andere mal wirklich exzellente Momente gepaart von Schönheit und Schmerz doch wissen diese den Film als ganzes nicht zu retten. Zu einfach die Methode der Manipulation, zu einfach die übergreifende Darstellung der Emotionen. Zu wertend um wirklich menschlich zu sein, zu sicher in seinen Extremen und Fallhöhen als das da am Ende wirklich Wut, Gefühl oder Platz zum Denken bleibt. Ein Ende wie es Selma erfahren musste ist kein schönes das ist klar, obwohl sie exakt davor zwar noch vom Film schön eine emotionale Katharsis geschenkt bekommt. Doch ist dies Ende nie ein schönes und kein wirklicher Paukenschlag so etwas für solch Zwecke zu benutzen wie von Trier es hier macht. Aber der Mann ist ja eh nicht meins, also von dem her darf man mir hier durchaus Vorwerfen was man will.
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Sigrun Sat, 19 May 2012 15:56:21 -0000
Antwort löschenBjörk hat dann auch tatsächlich erst wieder mit Matthew Barney gedreht, der wirklich einiges mehr drauf hat als Lars von Trier - und einen ganz anderen künstlerischen Ansatz.
Tyler__Durden Sat, 19 May 2012 16:05:19 -0000
Antwort löschenHast du den schon gesehen? Also den von Barney mit Björk.
Sigrun Sat, 19 May 2012 16:11:11 -0000
Antwort löschenNur die Doku NO RESTRAINT (über DRAWING RESTRAINT 9). Hat mich beeindruckt, aber ich mag Björk und Barney ja sowieso :)
Jenny von T Sat, 19 May 2012 16:21:10 -0000
Antwort löschenGrößtenteils Zustimmung. In vielerlei Hinsicht von Triers mit Abstand schlechtester Film. Sehr ironisch, dass Kritiker sich gerade bei "Dancer in the Dark" (für von Trier-Verhältnisse) mehr oder weniger einig darüber sind, dass er gut ist.
Sigrun Sat, 19 May 2012 16:27:13 -0000
Antwort löschen@Tyler: Hast du ihn schon gesehen?
Tyler__Durden Sat, 19 May 2012 16:38:27 -0000
Antwort löschen@Jenny: Ist wahrscheinlich einfacher so einen, eher sicheren Film von ihm, einfach zu loben als sich mit einem seiner Werke auseinanderzusetzen die vielleicht von größerer Ambiguität.
@Sigrun: Nope, deswegen hab ich dich ja gefragt um vielleicht etwas Feedback zu bekommen. :)
Jenny von T Sat, 19 May 2012 16:46:45 -0000
Antwort löschen"Breaking the Waves" ist insgesamt betrachtet auch nicht gerade das Paradebeispiel für Vielschichtigkeit, zielt ebenfalls auf eine rein emotionale Wirkung ab - und spielt dennoch mindestens zwei Ligen höher. Bei mir liegt es, ehrlich gestanden, aber zumindest zu 80% an Björk. Schon ihr Gesicht macht mich aggressiv und wenn ich zusätzlich auch noch ihre Stimme ertragen muss, ist bei mir Land unter.
Sigrun Sat, 19 May 2012 17:08:33 -0000
Antwort löschen@Jenny: Björk mag man oder man lässt es bleiben :)
@Tyler: Es geht um Körperlichkeit, Kraft, Hindernisse, Walfang (mit 'unseren' Maßstäben nicht leicht verstehbar, aber deutlich in der Aussage) und eine Teezeremonie mit Barney und Björk.
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Tyler__Durden Sat, 19 May 2012 17:33:49 -0000
Antwort löschen@Jenny:Breaking the Wave kenne ich noch nicht deswegen weiß ich nicht wie der sich Qualitativ zu dem Film hier verhält. Obwohl nach Dancer hab ich sowieso nicht mehr viel Lust weiter zu machen mit von Trier. :)
@Sigrun: Na das klingt doch schon mal "speziell".
Sigrun Sat, 19 May 2012 19:04:40 -0000
Antwort löschenJa, speziell: anregend, langwierig, kontrovers, mitreißend, sexy, anstrengend, banal, redundant - all dies läßt die Doku vermuten. P.S. BREAKING THE WAVES ist gräßlich in seiner Aussage, im Grunde ein Schlag ins Gesicht. Aber auch hier finde ich die Leistung der Hauptdarstellerin - diesmal Emily Watson - toll.
donzel Sun, 06 May 2012 19:06:59 -0000
Kommentar löschenIch musste den Film nach einer Stunde einfach abbrechen, weil er mich zu sehr genervt hat.
Die Anfangssequenz mit den Farben war noch recht schön, der Rest war aber einfach nur langweilig und hat mich nicht im geringsten berührt... vorallem weil mich Björk bzw. ihre Figur einfach nur genervt hat. Ständig dieses dümmliche Lächeln im Mund und so eine blöde Naivität, das konnte ich einfach nicht noch eine Stunde länger ertragen.
Die Musicalszenen haben dem ganzen noch einen draufgesetzt.
Die Wackelkamera fand ich jetzt nciht unbedingt störend, hat dem Film sogar eine gewisse Realitätsnähe gegeben, war aber trotzdem irgendwie unnötig.
Mal sehen, wie mir Melancholia gefällt, aber so wie es aussieht sind Lars von Triers Filme, mit ausnahme des Glückstreffers Dogville, einfach nicht mein Fall
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kronenhummer Thu, 19 Apr 2012 20:07:30 -0000
Kommentar löschenMein erster „Lars von Trier“. Dass man bei dem dänischen Skandalregisseur keine alltäglichen Filme erwarten darf, war im Vorhinein klar. „Dancer in the Dark“ wird dieser Erwartung dabei auch absolut gerecht.
Direkt zu Beginn präsentiert uns von Trier ein Intro voller wirrer Bilder, gefolgt von einem entsprechend eigenartigen Film, der zwischen absurden Musical-Elementen und teilweise extrem deprimierenden Drama-Momenten wechselt. Erzählt wird dabei die Geschichte der erblindenden Fabrikarbeiterin Selma, die alles bereit ist, dafür zu geben, dass ihrem Sohn dieses Schicksal des Erblindens erspart bleiben kann.
Geprägt durch die starke, eindrucksvolle – und gleichzeitig irgendwie auch unerträgliche – Präsenz von Björk schafft von Trier so ein Werk mit unheimlich vielen starken Einzelteilen. Doch als Gesamtheit, als Film wirkt dieses für mich leider nicht wirklich passend. Die Intensität die Björk ihrer Rolle entgegen bringt, ist überzeugend und auch die Beweggründe, die Darstellung der gesamten Szenerie kann beeindrucken. Hinzu zeigt von Trier mit seiner Handkamera teils unheimlich intensive und bedrückende Bilder, vor allem auch im Rahmen der wirklich absurden Tagräumereien mit wirren Tanzeinlagen, die Selma hier erlebt.
Doch alles das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Story, wenn vielleicht auch gewollt, so eindimensional, so übertrieben gezeichnet ist, dass mein Mitgefühl für die Protagonistin wirklich auf eine harte Probe gestellt wird. Gerade das Verhalten im letzten Filmdrittel scheint dabei nur noch darauf zu setzen, die Gesamtaussage der Story zu stützen, verliert sich jedoch in – wohl gewollten – Dummheiten, Banalitäten und einer völligen Unglaubwürdigkeit.
„Dancer in the Dark“ gibt mir so einen sehr zwiegespaltenen ersten Eindruck von Triers. Man kann dabei vieles zur Kunst erklären, doch manchmal sollte man bei einem Film auch die Unterhaltung und die Glaubwürdigkeit nicht vergessen.
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kronenhummer Fri, 20 Apr 2012 14:23:10 -0000
Antwort löschenKann die Überlegungen - und auch jede hohe Wertung für den Film auf jeden Fall nachvollziehen. Gerade die filmische Umsetzung hat mich schon beeindruckt, irgendwann fand ich das Ganze dann aber doch einfach "too much"...
r3sortiane Tue, 10 Apr 2012 15:03:27 -0000
Kommentar löschenPERSÖNLICHE GRUNDLAGE
Von Lars von Trier habe ich bisher "Antichrist" und "Melancholia" gesehen. Obwohl beide Filme sehr speziell, emotional sowie polarisierend deshalb auch sehr sehenswert sind, haben sie noch eine zusätzliche Gemeinsamkeit: Sie erwachsen unübersehbar aus Lars von Triers ganz eigener neurotischer Einstellung zum Leben - Allgegenwärtiges Schwarz-Weiß-Denken, permanente Ungerechtigkeit, grenzenlose Schwarzmalerei und indisputable Niedertracht unserer Welt. Beide Filme trieften meines Gefühls nach geradezu vor psychischer Dysfunktionalität und ich möchte ihm zurufen: So schlecht, wie Du sie machen willst, ist unsere Welt doch gar nicht!
DER BEGINN DES FILMS
"Dancer in the Dark" verfolgt ein sehr ruhiges Erzähltempo, verbleibt stets extrem authentisch und vielmehr beobachtend als wertend. Der Auftakt des Films erschien mir sehr schlicht, ein wenig öde und geradezu nichtig. Die Kameraführung ist L.v.T.-typisch realistisch gehalten - nah und echt, manchmal etwas hektisch. Die Stimmung im Film ist weniger düster und depressiv als bei den anderen beiden genannten Filmen des Regisseurs. Das liegt vor allem an der charakterlich starken und auch lebensfrohen Protagonstin. Nur sehr langsam baut sich ein wenig mehr Emotion auf. Auf einem sehr niedrigen Aktivierungsniveau fühlt man sich als Zuschauer überwiegend besorgt und irgendwie unangenehm bedroht durch das, was unserer offensichtlich verletzlichen Hauptperson da wiederfährt.
DIE PROGRESSIVITÄT
Irgendwann ein erster frappierender Übergang zu einer Musical-Szene - der Film gewinnt an Interesse und lockert ein wenig die Ödness der ersten 20 min auf. Mehr und mehr verstehen wir etwas von der Geschichte, die uns hier erzählt wird ... und mehr und mehr weicht die Farbe aus dem Leben der Hauptfigur. Mit jedem surreal-musikalischen Tagtraum scheint ein wenig Freude aus ihrem Leben zu fließen und die positive Scheinwelt Lars von Triers wandelt sich zu seiner ach so grausamen Realität. Nur noch die Phantasie kann uns retten, "weil in Musicals niemals etwas Schreckliches passiert." Alle Kraft, alle Freundschaft, alle Liebe scheint nichts dagegen ausrichten zu können ... wie ein abwärtsgerichteter Strudel zieht es uns immer tiefer in die depressogenen Grundannahmen unseres Filmemachers. Irgendwann wünschen wir, dass die Initiierung der rettenden Traumwelt doch endlich gelingen möge ... "I just did, what I had to do." Der tragische Ausgang ist unausweichlich. Der Film gipfelt in einer extrem realistisch vorgeführten und zugleich schwer ertragbaren Ungerechtigkeit ...
BJÖRK UND IHRE MUSIK
Die Musikerin und Schauspielerin Björk liefert in diesem Film eine hervorragende und ganz eigene Leistung ab. Sie passt einzigartig in ihre Rolle und verkörpert diese mit einer Hingebung, die ihresgleichen sucht. Auch sie ist jedoch dem Schaffen des Regisseurs und dem lebensverneinenden Drehbuch untergeordnet. Die Musik ist vielseitig und erinnert stark an die moderne Künstlerin "Dillon" (kausal betrachtet wohl eher ein umgekehrter Zusammenhang). Die Musical-Szenen sind tänzerisch toll, musikalisch, für Nicht-Kenner, manchmal ein wenig langatmig. Jedoch verkörpern sie erstklassig die ungefährliche Phantasie, in der man der brutalen Realität des Lebens entkommen kann.
MEIN FAZIT
Ein starker Film, der ohne Zweifel vielmals spürbar unter die Haut geht. Leider ist auch "Dancer in the Dark" wie verseucht von Lars von Triers psychologisch-dysfunktionalen Schwarzmalereien: Da stoßen dir Freunde das Messer in den Rücken, da gibt es niemals gangbare Alternativen, da wirst du misshandelt, verlassen, belogen und betrogen ... und allem stehst du nur mit deinem Rucksack voller aufopferungsvoller Konsequenz entgegen. Dies entspricht nicht meinem Naturell und es ist an vielen Stellen im Film schwer aushaltbar. Zu oft möchte man die Betroffenen angesichts ihrer resignativen Ohnmacht schütteln oder das nihilistische Schicksal in Frage stellen.
Nüchtern betrachtet ist "Dancer in the Dark" an vielen Stellen zu lang und auch oftmals ein wenig langweilig. Die Progressivität der Handlung ist mächtig und das Ende unheimlich intensiv. Wem der Trier-Virus in der Geschichte nichts ausmacht, kann hierin einen sehr guten, wenngleich sehr ruhig erzählten Film erwarten.
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Toblerone Sat, 24 Mar 2012 23:30:36 -0000
Kommentar löschen"Have you seen the great wall.
All walls are great
if their roof doesn´t fall."
Ein Meisterwerk! Ein Runterzieher! Ein Hoffnungsschimmer! Ein Aufwühler! Zu Tränen rührend und bewegend. Eine radikale, emotionale Wucht. Ein ganz großer Film. So groß, dass man als Zuschauer immer kleiner nieder gedrückt wird und im Boden versinkt. So was ehrliches, schockierendes und realistisches sieht man selten. Wer sich aufs schonungsloseste und tiefste berühren lassen will, muss diesen Film sehen. Nach diesem Werk konnte ich keine Sekunde noch ruhig sitzen oder schlafen und hab beschlossen ihn nie mehr zu sehen doch. Denn die Aufgabe diesen Film zu verarbeiten, ist eine ebenso schwere wie beeindruckende.
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Discostu Sat, 18 Feb 2012 15:04:27 -0000
Kommentar löschenWie auch bei seinen anderen Werken unterläuft Lars von Trier bei "Dancer in the Dark" mal wieder alle Zuschauererwartungen. Es gibt wohl wenige Regisseure, die auf die Idee kommen würden, period piece, Musical und Dogma-Film zu kombinieren, zudem auch noch mit der Musik von Björk in den Tanzeinlagen. Und doch funktioniert es! Zwar hat der Film mit einer gewissen Langatmigkeit zu kämpfen und auch die Story ist natürlich nicht gerade besonders einfallsreich, aber vor allem die grandiosen Schauspieler, die tolle Musik und das erschütternde Ende schaffen einen beeindruckenden Film, der mir von allen Werken von Triers, die ich bisher gesehen habe (Dogville, Antichrist, Melancholia), am besten gefiel, was sicherlich nicht zuletzt daran liegt, dass er von all diesen Beispielen am wenigsten "gewollt künstlerisch" wirkt.
Schade übrigens, dass dieser Film Björks einziger Ausflug in die Schauspielkunst bleibt, allerdings legt sie hier auch eine Leistung hin, die nur schwer zu toppen wäre.
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