Daratt
Daratt (2006), AT/FR/TD/BE Laufzeit 96 Minuten, FSK 12, Drama
2 Bewertungen
Skala 0 bis 10
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von Mahamat-Saleh Haroun, mit Djibril Ibrahim und Ali Barkai
Die Regierung im Tschad hat eine allgemeine Amnestie erlassen, um den Teufelskreis der Gewalt zu stoppen. Der 16-jährige Atim erhält von seinem Grossvater einen Revolver, damit er den Mann töten kann, der seinen Vater getötet hat. Atim verlässt sein Dorf und geht in die Hauptstadt N’Djamena auf der Suche nach einem Mann, den er nicht kennt. Der junge Mann macht sich also auf den Weg, am Mörder seines Vaters Rache zu üben, der Monate vor der eigenen Geburt getötet wurde. Er findet eine respektierte und Respekt gebietende Persönlichkeit, die eine kleine Bäckerei führt, und er beginnt für den Mann zu arbeiten. Atim lernt Brot zu backen, und langsam entwickelt sich eine eigenartige Beziehung zwischen den beiden. Der Ältere würde den Jüngeren sogar gern als Sohn adoptieren – er kennt den Anlass seines Besuches nicht. Gleichzeitig aber umkreisen die beiden einander, der eine unsicher darüber, ob er Rache nehmen soll, der andere dabei, sich selbst fast aufzugeben angesichts der Konkurrenz durch eine Grossbäckerei. Ihre Beziehung führt vor Augen: Wenn zwei Menschen sich näher kommen, verstehen sie einander besser und können übergeordnete Verhaltensmuster eher überwinden. Mahamet-Saleh Haroun ist bekannt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Filmemacher Afrikas. Auf den ersten Spielfilm “Bye Bye Africa” folgte der mehrfach ausgezeichnete “Abouna”, ein einfühlsamer und berührender Bericht zweier Jungen auf der Suche nach dem vermissten Vater. Wie diese früheren Arbeiten ist nun “Daratt” vermeintlich einfaches Geschichtenerzählen. In der Einfachheit der Erzählung aber ruhen ihr Reichtum und ihre Relevanz für unsere Zeit. Der Film greift dieselbe Frage auf, die schon Mozart, der Haroun inspiriert hat, in “La clemenza di Tito” stellte: Sind Vergebung und Versöhnung in einem durch Krieg erschütterten Jahrhundert überhaupt möglich? Überall auf der Welt, vor allem aber in Afrika, ist diese Frage von vorrangiger Bedeutung.
Cast & Crew
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Mahamat-Saleh Haroun
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Djibril Ibrahim
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Ali Barkai
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Khayar Oumar Defallah
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Gumar Abatcha
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Youssouf Djaoro
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Fatimé Hadje
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) La tante de Moussa
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Aziza Hisseine
Regie
Schauspieler
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Abderamane Abakar
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Mahamat-Saleh Haroun
- Genre
- Drama












Kritiken (2) — Film: Daratt
D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard
Kommentar löschenDie Intensität von Daratt, der auf dem Filmfestival von Venedig mit dem Spezialpreise der Jury prämiert wurde und Teil von Peter Sellars New-Crowned-Hope-Reihe zum Wiener Mozartjahr ist, liegt denn auch in der Gegenüberstellung eines Täters und dem Nachkommen seines Opfers, in der geradezu paradoxe Identifikationen wirksam werden. Haroun inszeniert diese Konfrontation vor allem als Duell der Körper und Blicke. Kaum eine Einstellung fasst beide Protagonisten ins Bild.
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Lukas Foerster: taz / cargo / perlentaucher...
Kommentar löschenEitelkeit besiegt Mordlust: In Atims Hand ist nur Platz für entweder Pistole oder Deodorant. Genauer als in nicht nur dieser Szene kann politisches Kino kaum sein.
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