Das Böse kommt auf leisen Sohlen

Something Wicked This Way Comes (1983), US
Laufzeit 95 Minuten, Fantasyfilm

admin edit edit group memberships sweep cache
- Kritiker
0 Bewertungen
Skala 0 bis 10
- Community
4 Bewertungen
1 Kommentare
Das Böse kommt auf leisen Sohlen - Bild 4293434
Keine News zu diesem Film verpassen!
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von Jack Clayton, mit Jonathan Pryce und Diane Ladd

In den 20er-Jahren kommt der Jahrmarkt des dämonischen Mr. Dark in eine Kleinstadt in den USA. Er wird schon bald Anlaufpunkt für die Bewohner, dessen Wünsche sich im Spiegelkabinett und den anderen Marktbuden zu erfüllen scheinen. Nur zwei kleine Jungen sind von der Anwesenheit des Bösen überzeugt und nehmen den Kampf gegen Mr. Dark auf, der der leibhaftige Teufel zu sein scheint…


Cast & Crew


Kommentare

Kommentar schreiben
Sortierung

Schlegel

Kommentar löschen
Bewertung5.0Geht so

1948 veröffentlichte Ray Bradbury im Pulp-Magazin "Weird Tales" eine Kurzgeschichte namens "Something wicked this way comes". Über mehrere Jahre baute er sie zu einem Drehbuch ("Dark Carnival") aus, das in Gene Kelly einen enthusiastischen Bewunderer fand. Kelly gelang es jedoch nicht, eine Finanzierung für das Projekt aufzustellen, und so zirkulierte "Dark Carnival" über Dekaden hinweg in Hollywood. Bradbury brachte die Story derweil noch einmal heraus, diesmal als Roman, wieder unter dem Titel "Something wicked this way comes". Für die Verfilmung waren immer wieder neue Regisseure im Gespräch, u. a. Sam Peckinpah, Mark Rydell oder Steven Spielberg. Am Ende bekam Jack Clayton den Zuschlag, bekannt durch eher plüschige Literaturverfilmungen ("The Great Gatsby"). Der Stoff war inzwischen bei Disney deponiert, wo Anfang der 80er eine neue Studiopolitik mit düsteren Werken gefahren werden sollte.
Clayton fuhr den Film mit seinem hölzernen Inszenierungsstil ordentlich gegen die Wand und trägt neben den miesen Spezialeffekten die Hauptschuld am schnellen Verschwinden von "Something wicked". Für mich ist der Streifen dennoch eine kleine Perle, und das hat einen Grund: die Musik. Dafür zeichnete zunächst Georges Delerue verantwortlich, der sich zu einem seiner schönsten Scores inspirieren ließ. Nach ersten Screenings gerieten die Produzenten jedoch in Panik (völlig zurecht) und änderten in ihrer Hilflosigkeit was noch zu ändern war: die Musik. James Horner sollte mehr Action in die Sache bringen, allerdings hatte er Clayton im Rücken, der ihm Audiotapes mit Delerues elegischen Streichern zusteckte und ihn anwies, sich eng daran zu halten. Das Ergebnis ist einer der besten Scores, die Horner je geschrieben hat, ironischerweise. Leider erlebten weder die Musik von Delerue noch die von Horner eine breitere Veröffentlichung (Horners erschien zumindest restauriert und limitiert bei Intrada Records). Dank youtube, der Fundgrube für Vergessenes, können die Scores aber nun verglichen werden. Ich finde, das lohnt sich.

Delerue:
http://www.youtube.com/watch?v=Nv4nVjjuD_M&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=VUHcjZj-3RE

Horner:
http://www.youtube.com/watch?v=vJB7hHSRovg

Ach so, Bewertung. Dann nehm ich mal die goldene Mitte.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kommentar schreiben