Das Cabinet des Dr. Caligari

Das Cabinet des Dr. Caligari (1920), DE Laufzeit 71 Minuten, FSK 12, Kriminalfilm, Horrorfilm, Drama, Fantasyfilm, Kinostart 27.02.1920

noch nicht bewertet

Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
8.3
Kritiker
33 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.4
Community
1177 Bewertungen
27 Kommentare
admin image admin trailer admin edit edit group memberships sweep cache Moviemaster:Movie

von Robert Wiene, mit Conrad Veidt und Werner Krauß

Ein Schlafwandler, der tagsüber auf der Kirmes als Attraktion gezeigt wird, wird nachts zum Killer – unter der Führung des unheimlichen Dr. Caligari.

Im Garten einer Irrenanstalt erzählt Francis (Friedrich Fehér) einem anderen Insassen seine Geschichte, die Geschichte seiner Krankheit. Als vor den Toren der kleinen Stadt Holstenwall der Jahrmarkt beginnt, geschieht ein geheimnisvoller Mord, der die Bürger von Holstenwall gleichermaßen beunruhigt wie die größte Attraktion des Volksfestes. Auf dem Volksfest führt der Schausteller Dr. Caligari (Werner Krauß) den Somnambulen Cesare (Conrad Veidt) vor, der die Zukunft voraussagen kann. Tagsüber präsentiert Caligari den an einer merkwürdigen, tranceartigen Krankheit leidenden Cesare auf dem Jahrmarkt. Dort sagt der hochgewachsene, dürre und blasse Somnambule den Schaulustigen die Zukunft voraus. Des Nachts aber schleicht dieser Sklave Caligaris durch die Stadt und begeht unter dem Einfluss seines Herrn furchtbare Morde.

Auch die befreundeten Studenten Francis und Alan (Hans Heinrich von Twardowski) besuchen das Zelt Caligaris. Während der Vorführung will Alan wissen, wie lang er noch leben werde und Cesare antwortet: “Bis zum Morgengrauen.” Verstört zieht Francis seinen Freund aus dem Zelt, am nächsten Morgen ist Alan tot. Francis verdächtigt Caligari. Es wird aber ein weiter Mordanschlag verübt und die Polizei verhaftet einen Verdächtigen. Die Stadt atmet auf.

Als jedoch Jane (Lil Dagover), die Verlobte von Francis, in der nächsten Nacht verschleppt und ohnmächtig aufgefunden wird, steht fest, dass der Verhaftete nicht der Täter sein kann. Jane berichtet vielmehr, dass es Cesare gewesen sei, der sie mit einem Messer bedroht und weggetragen habe.

Eine Durchsuchung von Caligaris Wagen macht die Zusammenhänge zwischen ihm und seinem Medium Cesare deutlich. Während Cesare, den hypnotischen Kräften seines Meisters entzogen, zugrunde geht, flüchtet Caligari und findet Unterschlupf in einer Irrenanstalt. Francis ist ihm gefolgt, lässt sich beim Direktor der Anstalt melden und muss mit Schrecken feststellen, dass Caligari und der Direktor ein und dieselbe Person sind. Nachts durchsuchen Francis und von ihm eingeweihte Ärzte der Anstalt Caligaris Arbeitszimmer und finden überzeugende Schuldbeweise. Mit der Leiche Cesares konfrontiert, verfällt Caligari in Tobsucht, wird von Wärtern der Anstalt überwältigt und in eine Zwangsjacke gesteckt.

Nachdem Francis diese Geschichte beendet hat, gehen die beiden Anstaltinsassen über den Hof der Klinik. Aus dem Gebäude tritt ein älterer Herr. Es ist Dr. Caligari.

Hintergrund & Infos zu Das Cabinet des Dr. Caligari
Die Rahmenhandlung schafft die Doppelbödigkeit des Films: Denn Francis, der die Geschichte von Dr. Caligari erzählt, ist selbst Insasse der Nervenheilanstalt. Es bleibt offen ob die ganze Handlung nur die Wahnvorstellung des Insassen einer Irrenanstalt ist oder Caligaris wahre Geschichte.
Die gemalten, in verzerrten Perspektiven angelegten Dekors, entworfen von Malern der Künstlergruppe „Der Sturm”, visualisieren das Seelenleben der Figuren und tragen entscheidend zur beängstigenden, alptraumhaften Atmosphäre des Films bei.
Von einigen Filmhistorikern wird der Film auch als wichtiges Zeitdokument betrachtet. Er ist das Sinnbild einer instabilen Gesellschaft, die durch unheilvolles Wirken autoritärer Mächte gänzlich aus den Fugen zu geraten droht.

  • Das Cabinet des Dr. Caligari - Bild 2101698
  • Das Cabinet des Dr. Caligari - Bild 2101685
  • Das Cabinet des Dr. Caligari - Bild 2101672
  • Das Cabinet des Dr. Caligari - Bild 2101659

Mehr Bilder (5) und Videos (1) zu Das Cabinet des Dr. Caligari


Cast & Crew


Kritiken (3) — Film: Das Cabinet des Dr. Caligari

Flibbo: Wie ist der Film?

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

[...] Ob man die polit- und gesellschaftskritischen Ansätze in der stark symbolhaften Inszenierung wahrnimmt, ist nicht wichtig; die Atmosphäre macht‘s. Seinen Low-Budget-Charakter kann der Film zuweilen nicht verhehlen, die Spannung ist nicht immer präsent. Trotzdem ist „Das Cabinet des Dr. Caligari“ raffinierter, sanfter Grusel mit eigenem Look und dezent rätselhafter Stimmung, stark gespielt, eines der ersten Beispiele für Suspense. Ein geeigneter Anfangspunkt, wenn man sich chronologisch mit den wichtigsten Stationen des deutschen Films beschäftigen will. [...]

Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

LuGr: MovieMaze / multimania u.a.

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Die Bilder des Films mit seinen schiefen Bauten und eckigen Formen im Atelier, seinen bedrohlichen Schatten und der Statik der Kamera - eine Inszenierung, die dem Theater mehr ähnelt, scheint kaum möglich - brennen sich (...) tief ins Gedächtnis ein und wirken auch im Zeitalter der CGI-Effekte und Handkameras noch nicht antiquiert. Sie demonstrieren gar eine stilistische Brillanz und Kunstfertigkeit, die mit dem Farbfilm abhanden gekommen ist. (...) Kunst und Künstlichkeit waren in der Filmgeschichte selten so deckungsgleich wie in "Das Cabinet des Dr. Caligari".

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kubrick_obscura: CinemaForever

Kommentar löschen
9.5Herausragend

Der Urfilm des Expressionismus ist der erste Mindfuck-Movie der Filmgeschichte. Ein spannender Thriller mit legendären Szenenbildern, deren Bedeutung wir erst am Ende erfahren.

8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (24) — Film: Das Cabinet des Dr. Caligari


Sortierung

Boo^

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Furioser, virtuoser Beginn, leider baut der Film vor allem in Akt V doch spürbar ab.
Für die bessere Verdaulichkeit und weniger Zähigkeit gerade an den spannenden Stellen wäre eine Anpassung der Zwischentitel an heutige Lesegeschwindigkeiten sicherlich förderlich.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

ElMagico

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Magie funktioniert nur dann, wenn man auch an die Magie glaubt. So wie "Das Cabinet des Dr. Caligari" einen nur verzaubern kann, wenn man dies auch zulässt, sich frei macht von Erwartungen und Vergleichen. Kann man dies, wird man in einen dunklen, unheimlichen Zauberwald entführt und wenn man ganz aufmerksam mal Links und Rechts schaut, dann mag vielleicht sogar manch bekannte Dinge wiedererkennen. Nur sind sie hier viel seltsamer als man sie sons kennt, anders und abartig verschroben. Alles wie ein böser Traum.
Man merkt "Das Cabinet des Dr. Caligari" sicherlich an vielen Stellen an, dass er in einer Zeit entstand, in der das Filmemachen noch in den Kinderschuhen steckte. Vieles fühlt sich etwas holprig an, alles erscheint etwas rudimentärer und ja, natürlich mag sich das für viele furchtbar altbacken anfühlen. Und vielleicht verlor der Film über die Jahrzehnte sogar etwas an Wirkung, aber wenn ich mir es recht überlege, dann ist vielleicht sogar das Gegenteil der Fall. Denn "Das Cabinet des Dr. Caligari" erzählt nicht nur eine Geschichte aus einer ganz anderen Welt, er entstand in einer ganz anderen wie der unseren. Die Gesichter, die Gesten, die Mimik...das alles wirkt heute so befremdlich und ist dieser phantastischen Geschichte einfach nur zuträglich. Man muss sich nichts unheimliches vorstellen, dass alles hat seine ganz eigene absonderliche und fremde Faszination.
Hinzu kommen diese absonderlichen Bauten, welche selbst heute noch völlig Eigenständig wirken würden und die sich in dieser Konsequenz auch ein Tim Burton nicht ein Tim Burton zu kopieren getraut hat. Bedient hat er sich hier reichlich, er und viele andere...vom optischen Reiz eines "Das Cabinet des Dr. Caligari" blieben die meisten jedoch, trotz der um einiges größeren Mittel, meilenweit entfernt. Das ganze Setting dieses Films ist einfach ein must-see. Mit Worten kann man dies kaum beschreiben, vorallem da hier Figuren, Setting und Geschichte sich gegenseitig einfach absolut bedingen und am Ende kaum noch trennbar sind.
"Das Cabinet des Dr. Caligari" ist aber mitnichten ein uraltes cineastisches Kleinod, welches nur augrund seiner Machart historischen Wert hat. Der Film besitzt ein völlig funktionierende, packende Story, die es in den besten Momenten schafft einen wirklich unangenehm zu fesseln. Zwar tritt man im letzten Viertel etwas auf der Stelle, ich muss zugeben ich war da fast schon etwas enttäuscht, da mir bis dahin alles wirklich ausgesprochen gut gefiel...und siehe da: "Das Cabinet des Dr. Caligari" zieht plötzlich nochmal enorm an und haut einem ein Ende um die Ohren, welches man so dann doch nicht mehr erwartete. Dieser Schluss lässt einen doch alle sogenannten Final-Plot-Twists der letzen 20 Jahre in einem ganz anderen Licht sehen. Irgendwie scheint es doch alles schon einmal gegeben zu haben.
Lässt man sich darauf ein, so ist "Das Cabinet des Dr. Caligari" ein völlig zeitloses Meisterwerk. Aber selbst bei einer Antipathie gegenüber Stummfilmen sollte man sich diesen Film zumindest einmal angesehen haben, und wenn es nur ist um die expressionistische Brillanz seiner Bilder zu bestaunen oder sich des ganzen Einflusses dieses Films bewusst zu machen, welchen "Das Cabinet des Dr. Caligari" bis heute hat.

bedenklich? 29 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 10 Antworten

ElMagico

Antwort löschen

Bin mir sicher eine längere Version schwirrt auch irgendwo in unendlichen Weiten des Netzes ;)


Demine

Antwort löschen

Ja, auf Youtube gibt's die ungeschnittene Fassung, habe ich gerade gesehen ;)


Intergalactic Ape-Man

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Neben Murnaus Nosferatu ist Das Cabinet des Dr. Caligari die auf den ersten Blick für ein junges Publikum vielleicht zugänglichstes Spielart des Stummfilms, weist er durch expressionistische wie surreale Züge und eine direkte Verwandschaft zum Horrorgenre doch ausreichend Bezugspunkte auf. Caligari ist ein lebendiges Kunstwerk, welches durch seinen immerwährenden Einfluß auf unsere Kultur zeitlos bis modern wirkt. Die von freudianischer Psychologie durchzogene Geschichte über Mord und Wahnsinn war eine der Initialzündungen der finanzschwachen deutschen Filmproduktionen wieder neuen Fuß zu fassen und schließlich mit oppulenten Produktionen wie Metropolis auf den Erfolg jenseits des großen Teiches zu schielen.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Ohne Wiederkehr

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Ein ganz grandioses Werk, dass Robert Wiene da hingelegt hat. Ich glaube ich entwickel mich langsam zum Stummfilm-Fan und ganz besonders zum Fan des deutschen Kinos der 1920er Jahre.

Für Robert Wiene ist das Medium Film längst keine Jahrmarkt-Attraktion mehr, im ist mit "Das Cabinet des Dr. Caligari" ein künstlerisch hoch anspruchsvolles Werk gelungen. Beeidruckend ist allein, wie es ihm ohne große technische Spielereien gelingt eine sehr bedrückende, düstere und unheimliche Stimmung zu erzeugen.
Deshalb kann ich auch nicht wirklich nachvollziehen, warum eine diesen Film als langweilig empfanden. Als effektiver Horrorfilm taugt er heutzutage zwar selbstverständlich nichtmehr, aber die düsteren und bedrohlich wirkenden Bilder, die Robert Wiene findet, jagten mir nicht selten einen Schauer über den Rücken und das, obwohl ich auch einige zeitgenössische Horrorfilme kenne, die jedoch was das Erzeugen von Furcht erregender Atmosphäre und künstlerischem Anspruch angeht, nur selten diesem Werk aus dem Jahr 1920 das Wasser reichen können, da soll nochmal jemand sagen, Stummfilme sein langweilg.

Absolut genial ist natürlich auch die Kulisse, in der dieser Film spielt, den hier herrscht das totale Chaos. Landschaften und Bäume wirken extrem verzerrt und surreal, die Gebäude sind krumm und schief, überall befinden sich riesige unnatürlich wirkende Schatten und Bemalungen an den Wänden. Formen, gerade Linien und geometrische Figuren existieren nicht, alles wirkt verbogen, verdreht und chaotisch. Die Ordnung wurde aufgehoben, dass Chaos regiert ! Man taucht ein in eine unglaubliche, verwirrende Welt, die sich jeglicher Vorstellungskraft entzieht und irgendwann verliert man sich, aber auch die Protagonisten in diesem irrealen, unwirtlichen, bedrohlichen Ort...
Ich denke ich muss nicht weiter erläutert, welch unfassbar beeindruckende Wirkung diese Kulisse auf mich hatte.

Ein weiterer Aspekt, der diesen Film sehr interessant macht ist, dass er eine gesamte künstlerische Epoche widerspiegelt und dadurch ein unverzichtbares Kunstwerk ist. wenn man sich "Das Cabinet des Dr. Caligari" ansieht, atmet man den Geist des Expressionismus mit jeder Pore und mit diesem macht man wahrscheinlich noch eine viel intensivere Erfahrung, wenn man diesen Film schaut, als wenn man sich ein Gemälde ansieht.
Außerdem ist er Film als Porträt seiner Zeit unverzichtbar, denn ähnlich, wie die Kulisse befand sich auch das damalige deutsche Volk in einer chaotischen und nicht gerade leichten Phase. Somit spiegelt das Szenenbild in gewisser Weise das Innenleben des damaligen deutschen Volks wider.
Sehr interessant ist daingehend übrigends auch die Interpreation von Siegfried Kracauer, der der Meinung ist, dass Dr. Caligari den aufkommenden Nationalsozialismus symbolisiert.

bedenklich? 13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Johnzy

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Wie bewertet man sowas...? Einerseits etwas gelangweilt und extrem genervt von Gedudel bzw. der "musikalischen Untermalung" sowie von der sehr anstrengenden Umsetzung der Geschichte... andererseits erkennt man, dass dieser Film zurecht ein Klassiker ist, welcher zukünftige Werke geprägt hat... Am ehesten ist dieser noch mit den Lynchsen Frühwerken zu vergleichen, da sie in etwa die gleiche Bildsprache besitzen... Interessant und Filmhistorisch wichtig ihn mal gesehen zu haben, wird dann aber auch bei dem einen mal bleiben...

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Johnzy

Antwort löschen

Wie ich die 6.5pkt vergeben konnte? habe nach den ersten 10min. den Ton abgestellt, dann für den Rest des Films Rock laufen lassen(was den Unterhaltungswert ungemein gesteigert hat!) und mich durch die surrealistischen Bilder beeindrucken lassen... somit dann mit dicken Klassiker bzw. "will den Fans hier nicht den Community Schnitt versauen" Bonus konnte ich mich noch zu besagten 6.5 durchringen...


lieber_tee

Antwort löschen

Klavier-Gedudel ist sicherlich Ohren-Sache. Hab den Film mal von einer elektronischen Band live begleitet gehört/gesehen. Da bekommt dann dieses Filmerlebnis locker 8 Punkte... Das mit dem persönlichen Soundtrack zum Film ist eine schöne Idee...


frink

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Das Medium "Stummfilm" ist sicherlich nicht für jeden geeignet. Gerade in diesen Zeiten immer kürzer werdenden Aufmerksamkeitsspannen. Auch ich musste zunächst diese Erfahrung machen, so habe ich Metropolis nach nur wenigen Minuten abgebrochen. Gut, das ist nun auch schon einige Jahre her.
Nun führte ein zufälliger Flohmarkt-Fund mich direkt zu: "Das Cabinet des Dr. Caligari": Ein wunderschönes Filmplakat. Meine Freundin war direkt begeistert und nach einer Lobesrede des netten Verkäufers wurde das gute Teil gekauft. Nun kann ich mir ja schlecht das Plakat aufhängen ohne den Film jemals gesehen zu haben.
Das gab mir nun die nötige Motivation mich wieder mal dem guten alten Stummfilm zu widmen.
Was soll ich sagen... Ich habe keine Sekunde bereut. Die Stimmung und Atmosphäre sind unglaublich dicht. Diese expressionistischen, surrealen Kulissen haben mich von Anfang an gepackt. Auch darstellerisch gibt es hier nichts zu beanstanden. Alleine die Szene in der der Somnambulist Cesare die gute Jane verschleppt gehört zu den intensivsten die ich seit langem gesehen habe, nicht zuletzt Dank des Spiels von Conrad Veidt. Stummfilm, unsere Startschwierigkeiten sind überstanden, lass uns doch Freunde werden!

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

KonTaicho

Kommentar löschen
Bewertung3.0Schwach

"Das Cabinet des Dr. Caligari" - Eine Tortur sondergleichen, bei allem Respekt vor seinem Alter. Dass er heute nicht mehr zu gruseln vermag, war mir von vorneherein klar, aber auf das, was sich mir hier bot, war ich beim besten Willen nicht vorbereitet.

Man sollte meinen, dass 70 Minuten in der Regel doch relativ schnell vergehen.
Diese hier taten es nicht und tatsächlich kam mir "Metropolis" vor kurzem gerade einmal halb solang vor.
Jener ist nämlich im Vergleich zu diesem hier nicht so drastisch gealtert. Die Kulissen sind schwach, der Score aus seichtem Saxophon- und Pauken -Geleiher gerade zu eine Frechheit, da er an keiner Stelle Spannung aufzubauen vermag.
Die Story zieht sich unendlich langsam, wie ein Caramelbonbon dahin, und schmeckt auch genauso bescheiden.
Nur konstantes Eierkraulen und bloße Willenskraft führten schließlich dazu, "Das Cabinet des Dr. Caligari" ungespult zu Ende zu schauen und obwohl ich nicht gerne als Banause gelte, nein, das war nix.

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

N. Hornblower

Antwort löschen

:D
Ich kann mir richtig vorstellen, wie Du Dich in Deinem Sessel gewunden hast.
Ich war selbst ganz überrascht, wie gut der mir gefallen hat. Ich hoffe, mein Kommentar war nicht Schuld, dass Du es mit dem Film versucht hast. :)


KonTaicho

Antwort löschen

Genau so muss es ausgesehen haben! :D
Nein, ich kann dich beruhigen, ich hab es zwar gelesen, aber dieses "Kulturgut" stand schon davor auf meiner Liste^^ . _.


N. Hornblower

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Stummfilme werden wohl nie meine Lieblinge. Beim Ansehen ertappe ich mich leider immer wieder dabei, wie meine Gedanken abschweifen und gegen meine momentane lantente Müdigkeit haben sie auch einen schweren Stand. Besonders viele habe ich aber auch noch nicht gesehen (die alten Slapstick-Streifen mal ausgenommen, die zu Kindertagen mit einem Sprecher ergänzt im Nachmittagsprogramm liefen):
"Ein andalusischer Hund" hab ich in der Schule gesehen und war von DER Szene schon sehr beeindruckt, wenn sie mich nicht sogar verstört hat; ein "richtiger" Spielfilm ist das für mich aber nicht.
Eisensteins "Panzerkreuzer...", ebenfalls in der Schule gesehen, hat mich in erster Linie durch seine Aufwändigkeit beeindruckt (wobei ich mich heute freue, die vielzitierte Kinderwagen-Szene zu kennen), ebenso wie "Streik", den ich etwas später aus dem Fernsehen aufgenommen aber nie zu Ende gesehen hab. Die Revulotionsthematik in beiden Filmen hat mich irgendwie nicht angesprochen.
Die Kulisse von "Metropolis" hat mich zugegebener Maßen umgehauen - mit der Geschichte konnte ich dagegen wenig anfangen.
"Die Reise zum Mond" ist angesichts seines Alters natürlich schon ein Kracher - sehr liebe- und fantasievoll sowie verspielt gemacht. Mir ist er letztlich etwas zu albern.
"Das Cabinet des Dr. Caligari" ist da bislang der Stummfilm, der mich in seiner Gesamtheit am meisten überzeugt hat ("The Artist", der mir sehr gut gefallen hat, zähle ich übrigens nicht als Stummfilm). Auch wenn er als Horror-Film heute eher niedlich wirkt, hat mir die Mischung aus Slasher-, "Mad Scientist-", Zombie- und Psychodrama- bzw. -thriller-Motiven gut gefallen. Ich war überrascht, wie weit man 1920 mit filmischen Erzähltechniken schon war (u.a. nichtlineare Handlung und Flashback im Flashback). Besondere Erwähnung verdienen natürlich die schönen (im wörtlichen und übertragenen Sinne) schrägen Kulissen, denen der Film seinen Status als Meilenstein des deutschen Expressionismus zum Großteil verdankt.
Fazit: Für mich ist diese
(SPOILER) Mutter aller Plot-Twist-Filme (SPOILER-Ende)
der beste Stummfilm, den ich bisher kenne (ich bin auf "Nosferatu" gespannt); ein Muss für Stummfilm-Freunde und filmhistorisch Interessierte.

bedenklich? 15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 8 Antworten

Brentano

Antwort löschen

ja eigentlich schon, das war zumindest originell, einen Slapstick Film ohne Worte zu drehen, und auch mit Marty Feldmann, ...


N. Hornblower

Antwort löschen

OK, den behalt ich mal im Hinterkopf, danke.


slangbanger!

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wie auch 2 Jahre später Murnaus NOSFERATU schockt DAS CABINET DES DR. CALIGARI wegen seiner albtraumartigen, expressionistischen Inszenierung und seiner schauderhaften Hauptdarsteller, allen voran Werner Krauß.
Das visuelle Gruselkabinett wird dabei von einem jazzig-düsteren Soundtrack bestimmt, welcher jeden der 6 Akte als atmosphärisch dichtes Horrorspiel wirken lässt. Das hohe Alter des Films ist hierbei vermutlich eher vorteilhaft als abschreckend. Sehr bemerkenswert z.B. die wunderbare Szene, in welcher der Somnambule in Janes Gemahl einbricht um sie zu verschleppen. Der sanfte, aber bestimmte Trommelschlag, der immer lauter wird und die geisterhafte Erscheinung des Cesares, lassen einen selbst nach über 90 Jahren immer noch erschaudern.

bedenklich? 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

hoffman587

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Das Cabinet des Dr. Caligari

»Step right up, folk. Here for the first time any where you can see Cesare. The Somnambulist!« - Wieder einmal stehe ich vor meinem Kernkonflikt in letzter Zeit. Über das Definitionskino zu schreiben, es wurde doch schon allseits an allen Ecken und enden über sie geschrieben und als wegweisende Meilenst eine des Kinos beschrieben und bis heute kreist ihr Geist und Wert durch Film und Geschichte. Mir geht es hingegen hierbei wohl auch teils um das Ergründen des Kinos - immer wieder aufs neue mich auf meine eigenen Worte zu beziehen und stets zu verweisen, somit also den Ursprung zu komplettieren und vielleicht auch meine Gedankenzüge damit auch plausibler dar zulegen. Ja, das ist selbstgefällig. Für mich aber profitabel, auch um im Sinne des Selbstzwecks stets die Erinnerung meiner Gedanken zu wahren. Demnach kann man das als persönliche, egomanische Archivierung sehen. »Das Cabinet des Dr. Caligari«von Robert Wiene aus dem Jahre 1919 ist einer dieser Filme. Deutscher Expressionismus wie er leibt und lebt in all seinen Facetten und seiner Schönheit. Präsentiert in 5 Akten. Expressionismus zum spüren und fühlen - und zum verlieben und kaschieren.

Hier wird die nahezu perfektionistische Definition des Expressionismus gegeben, in all seiner Irrealität mit verschrobenen und verzerrten Kulissen und phantastisch anmutenden Landschaften - künstlerisch wertvoll - freilebig und architektonisch einzigartig strukturell gestaltet. Schief und schräg, hier willst nichts passen! Unlinear, ungerade, Ecken und Kanten, Geometrie und Symmetrie außer Kraft - führt zu Wirrung und Irrung und sogar die expressionistischen Schatten schenkt uns Wiene! Danke, danke und mit großen Applaus. Ich liebe diese Eigensinnigkeit der Szenerie in ihrer Abstraktion. Getränkt in ein Spiel von Licht und Schatten, mit fokussierter Szenenbeleuchtung wie groteskem Ambiente. Sinnbildlich getragen von seiner musikalischen Untermalung. Die auch die Ambivalenz des Werkes den unseren näher bringt, wenn verspielt oder schauderhaft. Wenn einladend und bedeutsam - in jedem Fall: Ruhmhaft für Wienes Werk.

Und dann weiter im Bezugsrahmen: Definition über Defintion und Prägung, sodass Wienes Erzählstil nicht ganz ohne Hintergrund eine unwirkliche Surrealität durch seinen Expressionismus hervorbringt, was sich einerseits aber auch nur im Kontext des gewitz-cleveren Twist deuten lässt. Deshalb vorerst weiter im Bezug, so demonstriert Wiene auch den mitunter ersten (hier noch angedeuteten) Zombie der Filmgeschichte! Revolution! Noch vor Murnau oder Browning. Das erste (wie ich meine)Ungetüm der Filmgeschichte. Hier noch als »Somnambulist« (=Schlafwandler) illustriert. Im weitesten Sinne verfolgt oder vielmehr interpretiert Wiene hier die Urdefinition des Zombies, die sich insofern äußerst, dass dieser als ruhelose Seele unter dem Bann ihres Magiers (in diesem Fall: Dr. Caligari) steht und willenlos ihm gehorcht. Nicht anders ist es bei Wiene, auch kenntlich am entschleunigten Gang des Somnambulist und seiner sklavischen Fähigkeit als Zweckobjekt für Caligari. Diese Konkretisierung wurde erst Ende der 60er Jahre vom (heiligen) George A. Romero neuartig dargelegt.

So hinterfragt Wiene aber - angestachelt von seinem Expressionismus, welcher zu Surrealismus leitet - auch selbst sein Werk - auf kongeniale Weise. Schon hier (vielleicht insgesamt als Film noir-Motiv auszulegen) mit der subjektiven Erzählung und dem Einsatz von Rückblenden. Alles nur eine Phantasie? Ein Wunschtraum? Eine Sehnsucht? Ist Caligari ein Heiler oder nur gar ein Magier oder Wahnsinniger? Wer ist des Wahnsinns? Wer liebt, wer leidet? Immer dichter drängen die Sphären von Wahn und Wirklichkeit - bei Wiene letztlich nicht mehr absolut zu entschlüsseln. Ein Spiel mit Raum und Zeit. Eine Reflexion der menschliche Psychologie? Ein Blick in die wirren Gedanken des Menschen? Erklärungswert dann die Reflexion dadurch des grotesken Expressionismus und der surrealistischen Seite. Ein Hirngespinst einer psychotischen Seele? Oder gar noch mehr eine Reflexion der Weimarer Repubik? Die Kriegsangst zu einer Stadt in Angst und ein Tyrann, der sie schafft. Ein Mythos des Films, der die Welt überdauern wird. Oder kurzum: Die virtuose Imagination des Kinos.

bedenklich? 42 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 7 Antworten

slangbanger!

Antwort löschen

Also ich will ja nicht sagen, dass mir das so langsam unheimlich wird, aber ist dir aufgefallen, dass wir immer zur (fast) selben Zeit, die selben Filme schauen?! :D


hoffman587

Antwort löschen

Ja manchmal. Das habe ich aber stets als Ironie des Schicksal hedeutet, wie dr Zufall so will kann man sagen. Vielleicht stehen wir auch unter dem Bann eines Caligari. ;-)


Iamthesword

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Wow! Was für ein Film. Als Horrorfilm geht er zwar vermutlich nicht mehr durch, aber mit tollem Lichteinsatz und genialen Schattenwürfen gelingt es ihm dennoch, dass einem von Zeit zu Zeit ein leichter Schauer den Rücken hinunter läuft. Dazu die gute Geschichte mit dem tollen Schlusstwist, die bleichen, aber nicht blassen Schauspieler und vor allem die wunderbar surrealistischen Kulissen - als spiele er in einem Gemälde von George Grosz. Ein Film, der auch nach über 90 Jahren immer noch unbedingt sehenswert ist (besonders, wenn man ihn als Ausdruck der Wahrnehmung einer Epoche begreift - siehe Grosz).

Für alle, die eine Version ohne Begleitmusik sehen: man kann den Film perfekt mit Musik von Tom Waits genießen (z.B. "Blood money")....

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Andy Dufresne

Antwort löschen

...und ein Film an dem Tom Waits beteiligt ist, KANN gar nicht schlecht sein, gell ;)


Iamthesword

Antwort löschen

So ist es (ist aber auch so ein toller Film)!


woerdey

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Als ich das erste Mal einen Ausschnitt aus "Das Cabinet des Dr. Caligari" sah war ich vor allem durch die expressionistischen Kulissen beeindruckt. Dies blieb auch beim ersten Mal ansehen so, wobei auch alles andere überzeugen konnte.

Von Anfang an wird ein schaurige, bedrohliche Stimmung aufgebaut, was neben den Kulissen und der Musik auch an den mysteriösen, irren Blicken von Dr. Caligari (gespielt von Werner Krauß) liegt. Diese Stimmung zieht sich durch den ganzen Film, vor allem Conrad Veidt als Cesare ist wirklich zum Fürchten. Die Story wirkt zunächst vorhersehbar, was sie aber glücklicherweise nicht ist.

Der ganze Film wirkt wie ein wirrer Albtraum, ein Gesamtkunstwerk aus Kulissen, Story, schauspielerischer Leistung und Musik. Wer sich auch nur ansatzweise für Stummfilme interessiert, muss sich diesen Film ansehen.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Discostu

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Jahrmärkte sind manchmal gruselig und Psychiater sind doch selber irgendwie verrückt! Diese beide Motive, die auch heute noch aktuell sind, bilden die Ausgangspunkte für diesen vor allem durch seine expressionistischen Kulissen und Zwischentafeln bestechenden frühen Horrorfilm. Doch auch Werner Krauß als der wahnsinnige Dr. Caligari weiß zu überzeugen.

Im Gegensatz zu herkömmlichem Monster-Horror geht hier die Gefahr nicht von einem übernatürlichen Wesen aus, sondern von einem normalen schlafwandelnden Menschen, der vom Direktor eines Irrenhauses zum willenlosen Mörder gemacht wird (Parallelen zum Verhältnis zwischen Soldaten und Militär sind, so kann man lesen, keinesfalls zufällig). Doch die Morde werden nicht direkt gezeigt und auch der Schlafwandler bleibt recht blass neben seinem Meister, so dass "Das Cabinet des Dr. Caligari" deutlich weniger gruselig geworden ist, als der ein paar Jahre später erschienene Nosferatu. Auch die für Filme dieser Zeit übliche leichte Langatmigkeit und ein Hang zum Overacting haben mich persönlich mal wieder ein wenig gestört.

Dennoch ein gelungener Film, der neben den erwähnten abgefahrenen Kulissen auch durch seinen Twist am Ende, einem der ersten der Filmgeschichte, hervorsticht und unverkennbar einen großen Einfluss auf das moderne Kino gehabt hat.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Vier

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

1001 Filme, die sie sehen sollten bevor das Leben vorbei ist #6

Eine spannende Kriminalgeschichte mit genialen Twist, theatralischen Effekten und hochstilisierten Charakteren, vor einer fantastischen, expressionistischen Kulisse, die auch heute noch Filmemacher, wie Tim Burton inspiriert. Richtungsweisend für das Horrorgenre, fundamental für z.B. "Dracula" oder "Frankenstein".

Ein Meilenstein der Filmgeschichte, den man wirklich gesehen haben sollte.

Zum Schluss bleibt mir nur noch eins zu sagen: Ich muss Caligari werden!

bedenklich? 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

lindaisonfire

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

Gruseliger als manch neuer Teeniehorror-Streifen.
Besticht durch Atmosphäre, genialen Aufnahmen und Bildern (der Moment, wo das >>Monster<< aufwacht - wie er die Augen aufreißt!) , einer surrealistischen Ausstattung und einer interessanten Story. Für Fans des Expressionismus sowieso ein absolutes Muss, allen Horrorfans sei dieser Film als Grundstein des Genres ebenfalls an Herz gelegt.
Mein absoluter Lieblingsfilm!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Marti DiBergi

Kommentar löschen
Bewertung5.5Geht so

Natürlich ist der Stil dieses Filmes etwas ganz besonderes.
Doch da hört es auch schon auf mit den Besonderheiten, denn zumeist ödete der Film mich einfach an, denn er tut sich schwer, wirklich Spannung aufzubauen und dieFiguren zu etablieren. Der Twist ist natürlich Grandios, ansonsten gab es hier für mich nicht viel zu Genießen.
Schade.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Doomsday

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Atmosphärisch sehr dichter und stilistisch beeindruckender Gruselklassiker. Ein bizarrer Alptraum aus abstrakten Kulissen und düsteren Bildern, der auch nach 90 Jahren noch begeistern und unterhalten kann!

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

felixi

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

der anfang ist ein bisschen lahm aber der rest ist einfach nur klasse

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

doctorgonzo

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Steinalt und trotzdem zeitlos. Kommt heute natürlich nicht mehr so gruselig daher wie zur Entstehungszeit, kann aber immer noch durch eine tolle Atmosphäre und eine gute Grundidee beeindrucken, mal ganz losgelöst von seiner Funktion als Genreklassiker und filmhistorischer Meilenstein.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

Tytus

Antwort löschen

auf alle fälle besser als diese " Das Kabinett des Dr. Paranüsse hmm Paranoia, nein ach egal"


notsch

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Um seine angestrebte Wirkung auf den Zuschauer voll zu erfahren hätte man den Film wohl Anfang der 20er sehen müssen...die Angst der Menschen der damaligen Zeit vor dem Verlust der geistigen Kontrolle (sei es durch Hypnose oder gar durch Geister oder andere fremde Mächte) kann man heute nicht mal mehr annährend im selben Maße nachvollziehen und genau diese Angst macht eine Menge bei der Wirkung des Films aus.

Der Film besticht dabei in erster Linie durch seine expressiven Kulissen (welche durch den Twist am Ende sogar noch eine weitere konnotative Bedeutung erhalten) und die düstere Grundstimmung. Die Story kommt zwar so richtig erst mit der versuchten Entführung in Schwung…weiß ab dem Zeitpunkt aber bis zum Ende auch zu fesseln. Das Ende ist überraschend, regt zum Nachdenken über das Gesehene an und wirkt absolut nicht aufgesetzt…ein Prädikat, das man so sicher nicht vielen Filmen verleihen kann.

Negativ fällt die am Anfang nahezu fehlende Dramaturgie auf…man muss im ersten Drittel schon ein ganz klein wenig kämpfen um dranzubleiben…Stummfilme sind sowieso nicht jedermanns Sache, da macht dieser Film sicher keine Ausnahme…Leute die auf Mainstream stehen werden mit "Das Kabinett des Dr. Caligari" nicht viel anfangen können.

Sicher ein Meisterwerk und Meilenstein, aber eines, welches heute (noch) schwerer zu fassen ist als es bei anderen Filmen der damaligen Zeit der Fall ist…sehr schade.

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Fans dieses Films mögen auch