Das Cabinet des Dr. Caligari
Das Cabinet des Dr. Caligari (1920), DE Laufzeit 71 Minuten, FSK 12, Kriminalfilm, Horrorfilm, Drama, Fantasyfilm, Kinostart 27.02.1920
33 Bewertungen
Skala 0 bis 10
1177 Bewertungen
27 Kommentare
Keine
von Robert Wiene, mit Conrad Veidt und Werner Krauß
Ein Schlafwandler, der tagsüber auf der Kirmes als Attraktion gezeigt wird, wird nachts zum Killer – unter der Führung des unheimlichen Dr. Caligari.
Im Garten einer Irrenanstalt erzählt Francis (Friedrich Fehér) einem anderen Insassen seine Geschichte, die Geschichte seiner Krankheit. Als vor den Toren der kleinen Stadt Holstenwall der Jahrmarkt beginnt, geschieht ein geheimnisvoller Mord, der die Bürger von Holstenwall gleichermaßen beunruhigt wie die größte Attraktion des Volksfestes. Auf dem Volksfest führt der Schausteller Dr. Caligari (Werner Krauß) den Somnambulen Cesare (Conrad Veidt) vor, der die Zukunft voraussagen kann. Tagsüber präsentiert Caligari den an einer merkwürdigen, tranceartigen Krankheit leidenden Cesare auf dem Jahrmarkt. Dort sagt der hochgewachsene, dürre und blasse Somnambule den Schaulustigen die Zukunft voraus. Des Nachts aber schleicht dieser Sklave Caligaris durch die Stadt und begeht unter dem Einfluss seines Herrn furchtbare Morde.
Auch die befreundeten Studenten Francis und Alan (Hans Heinrich von Twardowski) besuchen das Zelt Caligaris. Während der Vorführung will Alan wissen, wie lang er noch leben werde und Cesare antwortet: “Bis zum Morgengrauen.” Verstört zieht Francis seinen Freund aus dem Zelt, am nächsten Morgen ist Alan tot. Francis verdächtigt Caligari. Es wird aber ein weiter Mordanschlag verübt und die Polizei verhaftet einen Verdächtigen. Die Stadt atmet auf.
Als jedoch Jane (Lil Dagover), die Verlobte von Francis, in der nächsten Nacht verschleppt und ohnmächtig aufgefunden wird, steht fest, dass der Verhaftete nicht der Täter sein kann. Jane berichtet vielmehr, dass es Cesare gewesen sei, der sie mit einem Messer bedroht und weggetragen habe.
Eine Durchsuchung von Caligaris Wagen macht die Zusammenhänge zwischen ihm und seinem Medium Cesare deutlich. Während Cesare, den hypnotischen Kräften seines Meisters entzogen, zugrunde geht, flüchtet Caligari und findet Unterschlupf in einer Irrenanstalt. Francis ist ihm gefolgt, lässt sich beim Direktor der Anstalt melden und muss mit Schrecken feststellen, dass Caligari und der Direktor ein und dieselbe Person sind. Nachts durchsuchen Francis und von ihm eingeweihte Ärzte der Anstalt Caligaris Arbeitszimmer und finden überzeugende Schuldbeweise. Mit der Leiche Cesares konfrontiert, verfällt Caligari in Tobsucht, wird von Wärtern der Anstalt überwältigt und in eine Zwangsjacke gesteckt.
Nachdem Francis diese Geschichte beendet hat, gehen die beiden Anstaltinsassen über den Hof der Klinik. Aus dem Gebäude tritt ein älterer Herr. Es ist Dr. Caligari.
Hintergrund & Infos zu Das Cabinet des Dr. Caligari
Die Rahmenhandlung schafft die Doppelbödigkeit des Films: Denn Francis, der die Geschichte von Dr. Caligari erzählt, ist selbst Insasse der Nervenheilanstalt. Es bleibt offen ob die ganze Handlung nur die Wahnvorstellung des Insassen einer Irrenanstalt ist oder Caligaris wahre Geschichte.
Die gemalten, in verzerrten Perspektiven angelegten Dekors, entworfen von Malern der Künstlergruppe „Der Sturm”, visualisieren das Seelenleben der Figuren und tragen entscheidend zur beängstigenden, alptraumhaften Atmosphäre des Films bei.
Von einigen Filmhistorikern wird der Film auch als wichtiges Zeitdokument betrachtet. Er ist das Sinnbild einer instabilen Gesellschaft, die durch unheilvolles Wirken autoritärer Mächte gänzlich aus den Fugen zu geraten droht.
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Cast & Crew
- Genre
- Kriminalfilm, Monsterfilm, Drama, Fantasyfilm, Horrorfilm
- Zeit
- 1920er Jahre, Nacht
- Ort
- Deutschland
- Handlung
- Anstalt, Arzt, Baum, Besessenheit, Dorfbewohner, Entführung, Friedhof, Gaffer, Gedankenkontrolle, Größenwahn, Gut und Böse, Hypnose, Jahrmarkt, Kollege, Licht, Lichtquelle, Mauer, Mondschein, Mord, Psychiatrie, Psychopath, Rätsel, Schatten, Schlaflosigkeit, Schlafwandeln, Sklave, Straße, Surrealismus, Verrückter Professor, Volksfest, Wahnsinn, Wahnvorstellung
- Stimmung
- Geistreich, Gruselig, Spannend, Verstörend
Nosferatu, eine Symphonie des Grauens
Frankenstein
Eraserhead
Metropolis
Die Nacht des Jägers





















Kritiken (3) — Film: Das Cabinet des Dr. Caligari
Flibbo: Wie ist der Film?
Kommentar löschen[...] Ob man die polit- und gesellschaftskritischen Ansätze in der stark symbolhaften Inszenierung wahrnimmt, ist nicht wichtig; die Atmosphäre macht‘s. Seinen Low-Budget-Charakter kann der Film zuweilen nicht verhehlen, die Spannung ist nicht immer präsent. Trotzdem ist „Das Cabinet des Dr. Caligari“ raffinierter, sanfter Grusel mit eigenem Look und dezent rätselhafter Stimmung, stark gespielt, eines der ersten Beispiele für Suspense. Ein geeigneter Anfangspunkt, wenn man sich chronologisch mit den wichtigsten Stationen des deutschen Films beschäftigen will. [...]
Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
LuGr: MovieMaze / multimania u.a.
Kommentar löschenDie Bilder des Films mit seinen schiefen Bauten und eckigen Formen im Atelier, seinen bedrohlichen Schatten und der Statik der Kamera - eine Inszenierung, die dem Theater mehr ähnelt, scheint kaum möglich - brennen sich (...) tief ins Gedächtnis ein und wirken auch im Zeitalter der CGI-Effekte und Handkameras noch nicht antiquiert. Sie demonstrieren gar eine stilistische Brillanz und Kunstfertigkeit, die mit dem Farbfilm abhanden gekommen ist. (...) Kunst und Künstlichkeit waren in der Filmgeschichte selten so deckungsgleich wie in "Das Cabinet des Dr. Caligari".
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kubrick_obscura: CinemaForever
Kommentar löschenDer Urfilm des Expressionismus ist der erste Mindfuck-Movie der Filmgeschichte. Ein spannender Thriller mit legendären Szenenbildern, deren Bedeutung wir erst am Ende erfahren.
8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (24) — Film: Das Cabinet des Dr. Caligari
Boo^ Thu, 02 May 2013 14:06:11 -0000
Kommentar löschenFurioser, virtuoser Beginn, leider baut der Film vor allem in Akt V doch spürbar ab.
Für die bessere Verdaulichkeit und weniger Zähigkeit gerade an den spannenden Stellen wäre eine Anpassung der Zwischentitel an heutige Lesegeschwindigkeiten sicherlich förderlich.
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ElMagico Tue, 30 Apr 2013 19:57:03 -0000
Kommentar löschenMagie funktioniert nur dann, wenn man auch an die Magie glaubt. So wie "Das Cabinet des Dr. Caligari" einen nur verzaubern kann, wenn man dies auch zulässt, sich frei macht von Erwartungen und Vergleichen. Kann man dies, wird man in einen dunklen, unheimlichen Zauberwald entführt und wenn man ganz aufmerksam mal Links und Rechts schaut, dann mag vielleicht sogar manch bekannte Dinge wiedererkennen. Nur sind sie hier viel seltsamer als man sie sons kennt, anders und abartig verschroben. Alles wie ein böser Traum.
Man merkt "Das Cabinet des Dr. Caligari" sicherlich an vielen Stellen an, dass er in einer Zeit entstand, in der das Filmemachen noch in den Kinderschuhen steckte. Vieles fühlt sich etwas holprig an, alles erscheint etwas rudimentärer und ja, natürlich mag sich das für viele furchtbar altbacken anfühlen. Und vielleicht verlor der Film über die Jahrzehnte sogar etwas an Wirkung, aber wenn ich mir es recht überlege, dann ist vielleicht sogar das Gegenteil der Fall. Denn "Das Cabinet des Dr. Caligari" erzählt nicht nur eine Geschichte aus einer ganz anderen Welt, er entstand in einer ganz anderen wie der unseren. Die Gesichter, die Gesten, die Mimik...das alles wirkt heute so befremdlich und ist dieser phantastischen Geschichte einfach nur zuträglich. Man muss sich nichts unheimliches vorstellen, dass alles hat seine ganz eigene absonderliche und fremde Faszination.
Hinzu kommen diese absonderlichen Bauten, welche selbst heute noch völlig Eigenständig wirken würden und die sich in dieser Konsequenz auch ein Tim Burton nicht ein Tim Burton zu kopieren getraut hat. Bedient hat er sich hier reichlich, er und viele andere...vom optischen Reiz eines "Das Cabinet des Dr. Caligari" blieben die meisten jedoch, trotz der um einiges größeren Mittel, meilenweit entfernt. Das ganze Setting dieses Films ist einfach ein must-see. Mit Worten kann man dies kaum beschreiben, vorallem da hier Figuren, Setting und Geschichte sich gegenseitig einfach absolut bedingen und am Ende kaum noch trennbar sind.
"Das Cabinet des Dr. Caligari" ist aber mitnichten ein uraltes cineastisches Kleinod, welches nur augrund seiner Machart historischen Wert hat. Der Film besitzt ein völlig funktionierende, packende Story, die es in den besten Momenten schafft einen wirklich unangenehm zu fesseln. Zwar tritt man im letzten Viertel etwas auf der Stelle, ich muss zugeben ich war da fast schon etwas enttäuscht, da mir bis dahin alles wirklich ausgesprochen gut gefiel...und siehe da: "Das Cabinet des Dr. Caligari" zieht plötzlich nochmal enorm an und haut einem ein Ende um die Ohren, welches man so dann doch nicht mehr erwartete. Dieser Schluss lässt einen doch alle sogenannten Final-Plot-Twists der letzen 20 Jahre in einem ganz anderen Licht sehen. Irgendwie scheint es doch alles schon einmal gegeben zu haben.
Lässt man sich darauf ein, so ist "Das Cabinet des Dr. Caligari" ein völlig zeitloses Meisterwerk. Aber selbst bei einer Antipathie gegenüber Stummfilmen sollte man sich diesen Film zumindest einmal angesehen haben, und wenn es nur ist um die expressionistische Brillanz seiner Bilder zu bestaunen oder sich des ganzen Einflusses dieses Films bewusst zu machen, welchen "Das Cabinet des Dr. Caligari" bis heute hat.
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JackoXL Tue, 30 Apr 2013 20:34:07 -0000
Antwort löschenWie dringend ich den sehen muss. Kenne nur wenige Szenen aus dem Film, und die haben mich schon enorm beeindruckt.
Demine Tue, 30 Apr 2013 20:39:21 -0000
Antwort löschenOhja, auch einer dieser Filme die ich unbedingt noch sehen muss. Jemand 'ne Ahnung auf welcher deutschen Veröffentlichung der ungeschnitten ist? Sollen ja einige geschnittene im Umlauf sein?
ElMagico Tue, 30 Apr 2013 20:53:35 -0000
Antwort löschenNe deutsche DVD gibts da traurigerweise wohl gar nicht...zumindest hab ich keine gefunden. Ich selbst hab die UK-DVD von Eureka...hat halt englische Texttafeln. Ansonsten ist wohl die US-DVD von Kino Int. gut und die französische DVD...die ist aber auch a....teuer!
Demine Tue, 30 Apr 2013 20:59:09 -0000
Antwort löschenNunja, insbesondere bei Stummfilmen ist es letztendlich ja auch irrelevant, woher man sich die DVD holt. Wobei ich dann wohl auch zum Eureka-Release greifen werde. Danke für den Tipp ;)
Ben Kenobi Wed, 01 May 2013 13:03:35 -0000
Antwort löschenDumm gefragt: Warum nicht aus der Public Domain / archive.org? Ist die Quali da so viel schlechter als bei der DVD?
Demine Wed, 01 May 2013 13:10:50 -0000
Antwort löschenGute Frage, bei mir liegt's vermutlich daran, dass ich Filme die ich mag eh früher oder später immer kaufe. Und da ich bei dem Film ziemlich sicher bin, dass er mir zusagen wird...
aber danke für den Hinweis, dass es den FIlm auch dort zu sehen gibt :)
ElMagico Wed, 01 May 2013 13:24:12 -0000
Antwort löschenGrad mal geguckt...bei archive.org gibt es nur die 50 Minütige Internationale Fassung...das Original liegt knapp über 70 Minuten. Quali ist bei solchen Filmen natürlich immer so ein Ding, da die DVDs im besten Falle immer restauriert sind und man ja meist auch bemüht ist die Urfassung wieder herzustellen. Hab nur kurz mal reingeschaut und Bild ist doch um einiges schlechter...aber neben den fehlenden 20 Minuten sind es auch Kleinigkeiten, die da die DVD rechtfertigen...so sind zB die Texttafeln auf der DVD auch den Urtafeln nachempfunden und sehen richtig richtig gut aus!
Aber: Besser als gar nicht gesehen ist archive.org natürlich schon! ;)
Ben Kenobi Wed, 01 May 2013 13:28:16 -0000
Antwort löschenTja, beim studentischen Budget muss man sich, soweit vorhanden, schonmal nach den verfügbaren Alternativen umsehen. ;) Und die Fassungen von archive.org sind wirklich nicht immer schlecht. Das das "Cabinet" da allerdings 20 Minuten kürzer ist, wurmt mich jetzt auch ein bisschen... Naja, werd mir die Version wohl trotzdem mal anschauen (hab sie schon vor einiger Zeit runtergeladen), und wer weiß - vielleicht hole ich mir dann doch irgendwann mal die DVD?
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ElMagico Wed, 01 May 2013 14:07:28 -0000
Antwort löschenBin mir sicher eine längere Version schwirrt auch irgendwo in unendlichen Weiten des Netzes ;)
Demine Wed, 01 May 2013 14:09:58 -0000
Antwort löschenJa, auf Youtube gibt's die ungeschnittene Fassung, habe ich gerade gesehen ;)
Intergalactic Ape-Man Fri, 19 Apr 2013 02:03:36 -0000
Kommentar löschenNeben Murnaus Nosferatu ist Das Cabinet des Dr. Caligari die auf den ersten Blick für ein junges Publikum vielleicht zugänglichstes Spielart des Stummfilms, weist er durch expressionistische wie surreale Züge und eine direkte Verwandschaft zum Horrorgenre doch ausreichend Bezugspunkte auf. Caligari ist ein lebendiges Kunstwerk, welches durch seinen immerwährenden Einfluß auf unsere Kultur zeitlos bis modern wirkt. Die von freudianischer Psychologie durchzogene Geschichte über Mord und Wahnsinn war eine der Initialzündungen der finanzschwachen deutschen Filmproduktionen wieder neuen Fuß zu fassen und schließlich mit oppulenten Produktionen wie Metropolis auf den Erfolg jenseits des großen Teiches zu schielen.
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Ohne Wiederkehr Wed, 27 Mar 2013 15:46:52 -0000
Kommentar löschenEin ganz grandioses Werk, dass Robert Wiene da hingelegt hat. Ich glaube ich entwickel mich langsam zum Stummfilm-Fan und ganz besonders zum Fan des deutschen Kinos der 1920er Jahre.
Für Robert Wiene ist das Medium Film längst keine Jahrmarkt-Attraktion mehr, im ist mit "Das Cabinet des Dr. Caligari" ein künstlerisch hoch anspruchsvolles Werk gelungen. Beeidruckend ist allein, wie es ihm ohne große technische Spielereien gelingt eine sehr bedrückende, düstere und unheimliche Stimmung zu erzeugen.
Deshalb kann ich auch nicht wirklich nachvollziehen, warum eine diesen Film als langweilig empfanden. Als effektiver Horrorfilm taugt er heutzutage zwar selbstverständlich nichtmehr, aber die düsteren und bedrohlich wirkenden Bilder, die Robert Wiene findet, jagten mir nicht selten einen Schauer über den Rücken und das, obwohl ich auch einige zeitgenössische Horrorfilme kenne, die jedoch was das Erzeugen von Furcht erregender Atmosphäre und künstlerischem Anspruch angeht, nur selten diesem Werk aus dem Jahr 1920 das Wasser reichen können, da soll nochmal jemand sagen, Stummfilme sein langweilg.
Absolut genial ist natürlich auch die Kulisse, in der dieser Film spielt, den hier herrscht das totale Chaos. Landschaften und Bäume wirken extrem verzerrt und surreal, die Gebäude sind krumm und schief, überall befinden sich riesige unnatürlich wirkende Schatten und Bemalungen an den Wänden. Formen, gerade Linien und geometrische Figuren existieren nicht, alles wirkt verbogen, verdreht und chaotisch. Die Ordnung wurde aufgehoben, dass Chaos regiert ! Man taucht ein in eine unglaubliche, verwirrende Welt, die sich jeglicher Vorstellungskraft entzieht und irgendwann verliert man sich, aber auch die Protagonisten in diesem irrealen, unwirtlichen, bedrohlichen Ort...
Ich denke ich muss nicht weiter erläutert, welch unfassbar beeindruckende Wirkung diese Kulisse auf mich hatte.
Ein weiterer Aspekt, der diesen Film sehr interessant macht ist, dass er eine gesamte künstlerische Epoche widerspiegelt und dadurch ein unverzichtbares Kunstwerk ist. wenn man sich "Das Cabinet des Dr. Caligari" ansieht, atmet man den Geist des Expressionismus mit jeder Pore und mit diesem macht man wahrscheinlich noch eine viel intensivere Erfahrung, wenn man diesen Film schaut, als wenn man sich ein Gemälde ansieht.
Außerdem ist er Film als Porträt seiner Zeit unverzichtbar, denn ähnlich, wie die Kulisse befand sich auch das damalige deutsche Volk in einer chaotischen und nicht gerade leichten Phase. Somit spiegelt das Szenenbild in gewisser Weise das Innenleben des damaligen deutschen Volks wider.
Sehr interessant ist daingehend übrigends auch die Interpreation von Siegfried Kracauer, der der Meinung ist, dass Dr. Caligari den aufkommenden Nationalsozialismus symbolisiert.
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Johnzy Sat, 16 Feb 2013 17:18:29 -0000
Kommentar löschenWie bewertet man sowas...? Einerseits etwas gelangweilt und extrem genervt von Gedudel bzw. der "musikalischen Untermalung" sowie von der sehr anstrengenden Umsetzung der Geschichte... andererseits erkennt man, dass dieser Film zurecht ein Klassiker ist, welcher zukünftige Werke geprägt hat... Am ehesten ist dieser noch mit den Lynchsen Frühwerken zu vergleichen, da sie in etwa die gleiche Bildsprache besitzen... Interessant und Filmhistorisch wichtig ihn mal gesehen zu haben, wird dann aber auch bei dem einen mal bleiben...
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Johnzy Sat, 16 Feb 2013 17:33:14 -0000
Antwort löschenWie ich die 6.5pkt vergeben konnte? habe nach den ersten 10min. den Ton abgestellt, dann für den Rest des Films Rock laufen lassen(was den Unterhaltungswert ungemein gesteigert hat!) und mich durch die surrealistischen Bilder beeindrucken lassen... somit dann mit dicken Klassiker bzw. "will den Fans hier nicht den Community Schnitt versauen" Bonus konnte ich mich noch zu besagten 6.5 durchringen...
lieber_tee Sat, 16 Feb 2013 18:46:59 -0000
Antwort löschenKlavier-Gedudel ist sicherlich Ohren-Sache. Hab den Film mal von einer elektronischen Band live begleitet gehört/gesehen. Da bekommt dann dieses Filmerlebnis locker 8 Punkte... Das mit dem persönlichen Soundtrack zum Film ist eine schöne Idee...
frink Wed, 06 Feb 2013 21:04:59 -0000
Kommentar löschenDas Medium "Stummfilm" ist sicherlich nicht für jeden geeignet. Gerade in diesen Zeiten immer kürzer werdenden Aufmerksamkeitsspannen. Auch ich musste zunächst diese Erfahrung machen, so habe ich Metropolis nach nur wenigen Minuten abgebrochen. Gut, das ist nun auch schon einige Jahre her.
Nun führte ein zufälliger Flohmarkt-Fund mich direkt zu: "Das Cabinet des Dr. Caligari": Ein wunderschönes Filmplakat. Meine Freundin war direkt begeistert und nach einer Lobesrede des netten Verkäufers wurde das gute Teil gekauft. Nun kann ich mir ja schlecht das Plakat aufhängen ohne den Film jemals gesehen zu haben.
Das gab mir nun die nötige Motivation mich wieder mal dem guten alten Stummfilm zu widmen.
Was soll ich sagen... Ich habe keine Sekunde bereut. Die Stimmung und Atmosphäre sind unglaublich dicht. Diese expressionistischen, surrealen Kulissen haben mich von Anfang an gepackt. Auch darstellerisch gibt es hier nichts zu beanstanden. Alleine die Szene in der der Somnambulist Cesare die gute Jane verschleppt gehört zu den intensivsten die ich seit langem gesehen habe, nicht zuletzt Dank des Spiels von Conrad Veidt. Stummfilm, unsere Startschwierigkeiten sind überstanden, lass uns doch Freunde werden!
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KonTaicho Fri, 28 Dec 2012 22:08:35 -0000
Kommentar löschen"Das Cabinet des Dr. Caligari" - Eine Tortur sondergleichen, bei allem Respekt vor seinem Alter. Dass er heute nicht mehr zu gruseln vermag, war mir von vorneherein klar, aber auf das, was sich mir hier bot, war ich beim besten Willen nicht vorbereitet.
Man sollte meinen, dass 70 Minuten in der Regel doch relativ schnell vergehen.
Diese hier taten es nicht und tatsächlich kam mir "Metropolis" vor kurzem gerade einmal halb solang vor.
Jener ist nämlich im Vergleich zu diesem hier nicht so drastisch gealtert. Die Kulissen sind schwach, der Score aus seichtem Saxophon- und Pauken -Geleiher gerade zu eine Frechheit, da er an keiner Stelle Spannung aufzubauen vermag.
Die Story zieht sich unendlich langsam, wie ein Caramelbonbon dahin, und schmeckt auch genauso bescheiden.
Nur konstantes Eierkraulen und bloße Willenskraft führten schließlich dazu, "Das Cabinet des Dr. Caligari" ungespult zu Ende zu schauen und obwohl ich nicht gerne als Banause gelte, nein, das war nix.
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VisitorQ Sat, 29 Dec 2012 01:20:35 -0000
Antwort löschenWie um alles in der Welt kann man diese Perle nicht mögen? So wunderbar bizarr und großartig gefilmt. ♥
KonTaicho Sat, 29 Dec 2012 11:14:14 -0000
Antwort löschenJa, Schande über mich^^
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N. Hornblower Mon, 21 Jan 2013 10:16:00 -0000
Antwort löschen:D
Ich kann mir richtig vorstellen, wie Du Dich in Deinem Sessel gewunden hast.
Ich war selbst ganz überrascht, wie gut der mir gefallen hat. Ich hoffe, mein Kommentar war nicht Schuld, dass Du es mit dem Film versucht hast. :)
KonTaicho Mon, 21 Jan 2013 12:48:54 -0000
Antwort löschenGenau so muss es ausgesehen haben! :D
Nein, ich kann dich beruhigen, ich hab es zwar gelesen, aber dieses "Kulturgut" stand schon davor auf meiner Liste^^ . _.
N. Hornblower Wed, 28 Nov 2012 12:35:56 -0000
Kommentar löschenStummfilme werden wohl nie meine Lieblinge. Beim Ansehen ertappe ich mich leider immer wieder dabei, wie meine Gedanken abschweifen und gegen meine momentane lantente Müdigkeit haben sie auch einen schweren Stand. Besonders viele habe ich aber auch noch nicht gesehen (die alten Slapstick-Streifen mal ausgenommen, die zu Kindertagen mit einem Sprecher ergänzt im Nachmittagsprogramm liefen):
"Ein andalusischer Hund" hab ich in der Schule gesehen und war von DER Szene schon sehr beeindruckt, wenn sie mich nicht sogar verstört hat; ein "richtiger" Spielfilm ist das für mich aber nicht.
Eisensteins "Panzerkreuzer...", ebenfalls in der Schule gesehen, hat mich in erster Linie durch seine Aufwändigkeit beeindruckt (wobei ich mich heute freue, die vielzitierte Kinderwagen-Szene zu kennen), ebenso wie "Streik", den ich etwas später aus dem Fernsehen aufgenommen aber nie zu Ende gesehen hab. Die Revulotionsthematik in beiden Filmen hat mich irgendwie nicht angesprochen.
Die Kulisse von "Metropolis" hat mich zugegebener Maßen umgehauen - mit der Geschichte konnte ich dagegen wenig anfangen.
"Die Reise zum Mond" ist angesichts seines Alters natürlich schon ein Kracher - sehr liebe- und fantasievoll sowie verspielt gemacht. Mir ist er letztlich etwas zu albern.
"Das Cabinet des Dr. Caligari" ist da bislang der Stummfilm, der mich in seiner Gesamtheit am meisten überzeugt hat ("The Artist", der mir sehr gut gefallen hat, zähle ich übrigens nicht als Stummfilm). Auch wenn er als Horror-Film heute eher niedlich wirkt, hat mir die Mischung aus Slasher-, "Mad Scientist-", Zombie- und Psychodrama- bzw. -thriller-Motiven gut gefallen. Ich war überrascht, wie weit man 1920 mit filmischen Erzähltechniken schon war (u.a. nichtlineare Handlung und Flashback im Flashback). Besondere Erwähnung verdienen natürlich die schönen (im wörtlichen und übertragenen Sinne) schrägen Kulissen, denen der Film seinen Status als Meilenstein des deutschen Expressionismus zum Großteil verdankt.
Fazit: Für mich ist diese
(SPOILER) Mutter aller Plot-Twist-Filme (SPOILER-Ende)
der beste Stummfilm, den ich bisher kenne (ich bin auf "Nosferatu" gespannt); ein Muss für Stummfilm-Freunde und filmhistorisch Interessierte.
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lieber_tee Wed, 28 Nov 2012 13:03:34 -0000
Antwort löschenDr. Caligari ist echt ein guter. Der funktioniert durch seine Bilder/Story heute immer noch. Bist ja ein ausgeschlafenes Kerlchen...:)))), hast mit deiner Wahrnehmung von stummen Filmen nicht unrecht, finde ich.
lieber_tee Wed, 28 Nov 2012 13:06:32 -0000
Antwort löschenAls gelungener, "moderner" Stummfilm fällt mir "La Antena" des argentinischen Regisseurs Esteban Sapir ein.
N. Hornblower Wed, 28 Nov 2012 13:10:42 -0000
Antwort löschen:D Hier musste ich zugegebener Maßen die letzte Viertelstunde wiederholen, weil mir kurz die Augen zugefallen waren. Hat sich aber gelohnt!!!
N. Hornblower Wed, 28 Nov 2012 13:16:07 -0000
Antwort löschenDer steht sogar schon seit Längerem auf meiner Merkliste, wobei mir nicht ganz klar war, dass das ein Stummfilm ist.
Brentano Sun, 02 Dec 2012 00:04:39 -0000
Antwort löschenhast du mal "Silent movie" von Mell Brooks gesehen?
N. Hornblower Sun, 02 Dec 2012 00:18:19 -0000
Antwort löschenNein, den kenn ich nicht. Empfiehlst Du den?
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Brentano Sun, 02 Dec 2012 12:14:32 -0000
Antwort löschenja eigentlich schon, das war zumindest originell, einen Slapstick Film ohne Worte zu drehen, und auch mit Marty Feldmann, ...
N. Hornblower Sun, 02 Dec 2012 12:46:16 -0000
Antwort löschenOK, den behalt ich mal im Hinterkopf, danke.
slangbanger! Sat, 13 Oct 2012 23:46:48 -0000
Kommentar löschenWie auch 2 Jahre später Murnaus NOSFERATU schockt DAS CABINET DES DR. CALIGARI wegen seiner albtraumartigen, expressionistischen Inszenierung und seiner schauderhaften Hauptdarsteller, allen voran Werner Krauß.
Das visuelle Gruselkabinett wird dabei von einem jazzig-düsteren Soundtrack bestimmt, welcher jeden der 6 Akte als atmosphärisch dichtes Horrorspiel wirken lässt. Das hohe Alter des Films ist hierbei vermutlich eher vorteilhaft als abschreckend. Sehr bemerkenswert z.B. die wunderbare Szene, in welcher der Somnambule in Janes Gemahl einbricht um sie zu verschleppen. Der sanfte, aber bestimmte Trommelschlag, der immer lauter wird und die geisterhafte Erscheinung des Cesares, lassen einen selbst nach über 90 Jahren immer noch erschaudern.
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hoffman587 Tue, 09 Oct 2012 14:00:05 -0000
Kommentar löschenDas Cabinet des Dr. Caligari
»Step right up, folk. Here for the first time any where you can see Cesare. The Somnambulist!« - Wieder einmal stehe ich vor meinem Kernkonflikt in letzter Zeit. Über das Definitionskino zu schreiben, es wurde doch schon allseits an allen Ecken und enden über sie geschrieben und als wegweisende Meilenst eine des Kinos beschrieben und bis heute kreist ihr Geist und Wert durch Film und Geschichte. Mir geht es hingegen hierbei wohl auch teils um das Ergründen des Kinos - immer wieder aufs neue mich auf meine eigenen Worte zu beziehen und stets zu verweisen, somit also den Ursprung zu komplettieren und vielleicht auch meine Gedankenzüge damit auch plausibler dar zulegen. Ja, das ist selbstgefällig. Für mich aber profitabel, auch um im Sinne des Selbstzwecks stets die Erinnerung meiner Gedanken zu wahren. Demnach kann man das als persönliche, egomanische Archivierung sehen. »Das Cabinet des Dr. Caligari«von Robert Wiene aus dem Jahre 1919 ist einer dieser Filme. Deutscher Expressionismus wie er leibt und lebt in all seinen Facetten und seiner Schönheit. Präsentiert in 5 Akten. Expressionismus zum spüren und fühlen - und zum verlieben und kaschieren.
Hier wird die nahezu perfektionistische Definition des Expressionismus gegeben, in all seiner Irrealität mit verschrobenen und verzerrten Kulissen und phantastisch anmutenden Landschaften - künstlerisch wertvoll - freilebig und architektonisch einzigartig strukturell gestaltet. Schief und schräg, hier willst nichts passen! Unlinear, ungerade, Ecken und Kanten, Geometrie und Symmetrie außer Kraft - führt zu Wirrung und Irrung und sogar die expressionistischen Schatten schenkt uns Wiene! Danke, danke und mit großen Applaus. Ich liebe diese Eigensinnigkeit der Szenerie in ihrer Abstraktion. Getränkt in ein Spiel von Licht und Schatten, mit fokussierter Szenenbeleuchtung wie groteskem Ambiente. Sinnbildlich getragen von seiner musikalischen Untermalung. Die auch die Ambivalenz des Werkes den unseren näher bringt, wenn verspielt oder schauderhaft. Wenn einladend und bedeutsam - in jedem Fall: Ruhmhaft für Wienes Werk.
Und dann weiter im Bezugsrahmen: Definition über Defintion und Prägung, sodass Wienes Erzählstil nicht ganz ohne Hintergrund eine unwirkliche Surrealität durch seinen Expressionismus hervorbringt, was sich einerseits aber auch nur im Kontext des gewitz-cleveren Twist deuten lässt. Deshalb vorerst weiter im Bezug, so demonstriert Wiene auch den mitunter ersten (hier noch angedeuteten) Zombie der Filmgeschichte! Revolution! Noch vor Murnau oder Browning. Das erste (wie ich meine)Ungetüm der Filmgeschichte. Hier noch als »Somnambulist« (=Schlafwandler) illustriert. Im weitesten Sinne verfolgt oder vielmehr interpretiert Wiene hier die Urdefinition des Zombies, die sich insofern äußerst, dass dieser als ruhelose Seele unter dem Bann ihres Magiers (in diesem Fall: Dr. Caligari) steht und willenlos ihm gehorcht. Nicht anders ist es bei Wiene, auch kenntlich am entschleunigten Gang des Somnambulist und seiner sklavischen Fähigkeit als Zweckobjekt für Caligari. Diese Konkretisierung wurde erst Ende der 60er Jahre vom (heiligen) George A. Romero neuartig dargelegt.
So hinterfragt Wiene aber - angestachelt von seinem Expressionismus, welcher zu Surrealismus leitet - auch selbst sein Werk - auf kongeniale Weise. Schon hier (vielleicht insgesamt als Film noir-Motiv auszulegen) mit der subjektiven Erzählung und dem Einsatz von Rückblenden. Alles nur eine Phantasie? Ein Wunschtraum? Eine Sehnsucht? Ist Caligari ein Heiler oder nur gar ein Magier oder Wahnsinniger? Wer ist des Wahnsinns? Wer liebt, wer leidet? Immer dichter drängen die Sphären von Wahn und Wirklichkeit - bei Wiene letztlich nicht mehr absolut zu entschlüsseln. Ein Spiel mit Raum und Zeit. Eine Reflexion der menschliche Psychologie? Ein Blick in die wirren Gedanken des Menschen? Erklärungswert dann die Reflexion dadurch des grotesken Expressionismus und der surrealistischen Seite. Ein Hirngespinst einer psychotischen Seele? Oder gar noch mehr eine Reflexion der Weimarer Repubik? Die Kriegsangst zu einer Stadt in Angst und ein Tyrann, der sie schafft. Ein Mythos des Films, der die Welt überdauern wird. Oder kurzum: Die virtuose Imagination des Kinos.
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lieber_tee Tue, 09 Oct 2012 15:11:30 -0000
Antwort löschenEiner der besten Horrorfilme die es gibt.
mikkean Tue, 09 Oct 2012 15:54:14 -0000
Antwort löschenGroßer Film, für mich einer der prägendsten überhaupt. Starker Kommentar!
hoffman587 Tue, 09 Oct 2012 16:12:33 -0000
Antwort löschen@Tee: Rein von der Formalität hast du recht beim Superlativ, ob ich ihn dann wirklich genreklassifizieren würde das ist eine andere Frage. Aber stimmt schon der deutsche Expressionismus in vollendeter Form. So schön unheimlich-surreal.
@mikkean: Sehe ich ähnlich, werde mich auch in meinen nächsten Auseinandersetzungen weiter dem Thema widmen und den Einfluss auf vielerlei Werke jener Zeit untersuchen. Bzw: Danke sehr. :)
David "Noodles" Aaronson Wed, 10 Oct 2012 16:19:10 -0000
Antwort löschenJa, ja Doktor Cali und seine Fans --> http://s-tremain.blogspot.de/2010/10/cabinet-of-dr-caligari-1920.html
hoffman587 Wed, 10 Oct 2012 18:01:17 -0000
Antwort löschenDass Burton ein Fan des Films ist wusst ich ja, bei Edward und dem Berg, aber das mit dem Pinguin ist mir jetzt beim Vergleich tatsächlich neu.
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slangbanger! Sun, 14 Oct 2012 00:11:38 -0000
Antwort löschenAlso ich will ja nicht sagen, dass mir das so langsam unheimlich wird, aber ist dir aufgefallen, dass wir immer zur (fast) selben Zeit, die selben Filme schauen?! :D
hoffman587 Sun, 14 Oct 2012 09:43:42 -0000
Antwort löschenJa manchmal. Das habe ich aber stets als Ironie des Schicksal hedeutet, wie dr Zufall so will kann man sagen. Vielleicht stehen wir auch unter dem Bann eines Caligari. ;-)
Iamthesword Wed, 26 Sep 2012 23:51:05 -0000
Kommentar löschenWow! Was für ein Film. Als Horrorfilm geht er zwar vermutlich nicht mehr durch, aber mit tollem Lichteinsatz und genialen Schattenwürfen gelingt es ihm dennoch, dass einem von Zeit zu Zeit ein leichter Schauer den Rücken hinunter läuft. Dazu die gute Geschichte mit dem tollen Schlusstwist, die bleichen, aber nicht blassen Schauspieler und vor allem die wunderbar surrealistischen Kulissen - als spiele er in einem Gemälde von George Grosz. Ein Film, der auch nach über 90 Jahren immer noch unbedingt sehenswert ist (besonders, wenn man ihn als Ausdruck der Wahrnehmung einer Epoche begreift - siehe Grosz).
Für alle, die eine Version ohne Begleitmusik sehen: man kann den Film perfekt mit Musik von Tom Waits genießen (z.B. "Blood money")....
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Andy Dufresne Thu, 27 Sep 2012 08:38:12 -0000
Antwort löschen...und ein Film an dem Tom Waits beteiligt ist, KANN gar nicht schlecht sein, gell ;)
Iamthesword Thu, 27 Sep 2012 09:28:54 -0000
Antwort löschenSo ist es (ist aber auch so ein toller Film)!
woerdey Tue, 04 Sep 2012 15:24:05 -0000
Kommentar löschenAls ich das erste Mal einen Ausschnitt aus "Das Cabinet des Dr. Caligari" sah war ich vor allem durch die expressionistischen Kulissen beeindruckt. Dies blieb auch beim ersten Mal ansehen so, wobei auch alles andere überzeugen konnte.
Von Anfang an wird ein schaurige, bedrohliche Stimmung aufgebaut, was neben den Kulissen und der Musik auch an den mysteriösen, irren Blicken von Dr. Caligari (gespielt von Werner Krauß) liegt. Diese Stimmung zieht sich durch den ganzen Film, vor allem Conrad Veidt als Cesare ist wirklich zum Fürchten. Die Story wirkt zunächst vorhersehbar, was sie aber glücklicherweise nicht ist.
Der ganze Film wirkt wie ein wirrer Albtraum, ein Gesamtkunstwerk aus Kulissen, Story, schauspielerischer Leistung und Musik. Wer sich auch nur ansatzweise für Stummfilme interessiert, muss sich diesen Film ansehen.
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Discostu Tue, 05 Jun 2012 22:14:02 -0000
Kommentar löschenJahrmärkte sind manchmal gruselig und Psychiater sind doch selber irgendwie verrückt! Diese beide Motive, die auch heute noch aktuell sind, bilden die Ausgangspunkte für diesen vor allem durch seine expressionistischen Kulissen und Zwischentafeln bestechenden frühen Horrorfilm. Doch auch Werner Krauß als der wahnsinnige Dr. Caligari weiß zu überzeugen.
Im Gegensatz zu herkömmlichem Monster-Horror geht hier die Gefahr nicht von einem übernatürlichen Wesen aus, sondern von einem normalen schlafwandelnden Menschen, der vom Direktor eines Irrenhauses zum willenlosen Mörder gemacht wird (Parallelen zum Verhältnis zwischen Soldaten und Militär sind, so kann man lesen, keinesfalls zufällig). Doch die Morde werden nicht direkt gezeigt und auch der Schlafwandler bleibt recht blass neben seinem Meister, so dass "Das Cabinet des Dr. Caligari" deutlich weniger gruselig geworden ist, als der ein paar Jahre später erschienene Nosferatu. Auch die für Filme dieser Zeit übliche leichte Langatmigkeit und ein Hang zum Overacting haben mich persönlich mal wieder ein wenig gestört.
Dennoch ein gelungener Film, der neben den erwähnten abgefahrenen Kulissen auch durch seinen Twist am Ende, einem der ersten der Filmgeschichte, hervorsticht und unverkennbar einen großen Einfluss auf das moderne Kino gehabt hat.
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Vier Thu, 24 May 2012 18:19:05 -0000
Kommentar löschen1001 Filme, die sie sehen sollten bevor das Leben vorbei ist #6
Eine spannende Kriminalgeschichte mit genialen Twist, theatralischen Effekten und hochstilisierten Charakteren, vor einer fantastischen, expressionistischen Kulisse, die auch heute noch Filmemacher, wie Tim Burton inspiriert. Richtungsweisend für das Horrorgenre, fundamental für z.B. "Dracula" oder "Frankenstein".
Ein Meilenstein der Filmgeschichte, den man wirklich gesehen haben sollte.
Zum Schluss bleibt mir nur noch eins zu sagen: Ich muss Caligari werden!
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lindaisonfire Wed, 18 May 2011 20:04:36 -0000
Kommentar löschenGruseliger als manch neuer Teeniehorror-Streifen.
Besticht durch Atmosphäre, genialen Aufnahmen und Bildern (der Moment, wo das >>Monster<< aufwacht - wie er die Augen aufreißt!) , einer surrealistischen Ausstattung und einer interessanten Story. Für Fans des Expressionismus sowieso ein absolutes Muss, allen Horrorfans sei dieser Film als Grundstein des Genres ebenfalls an Herz gelegt.
Mein absoluter Lieblingsfilm!
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Marti DiBergi Wed, 11 May 2011 11:59:59 -0000
Kommentar löschenNatürlich ist der Stil dieses Filmes etwas ganz besonderes.
Doch da hört es auch schon auf mit den Besonderheiten, denn zumeist ödete der Film mich einfach an, denn er tut sich schwer, wirklich Spannung aufzubauen und dieFiguren zu etablieren. Der Twist ist natürlich Grandios, ansonsten gab es hier für mich nicht viel zu Genießen.
Schade.
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Doomsday Tue, 17 Aug 2010 10:21:57 -0000
Kommentar löschenAtmosphärisch sehr dichter und stilistisch beeindruckender Gruselklassiker. Ein bizarrer Alptraum aus abstrakten Kulissen und düsteren Bildern, der auch nach 90 Jahren noch begeistern und unterhalten kann!
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felixi Wed, 14 Jul 2010 09:21:40 -0000
Kommentar löschender anfang ist ein bisschen lahm aber der rest ist einfach nur klasse
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doctorgonzo Mon, 15 Mar 2010 16:23:19 -0000
Kommentar löschenSteinalt und trotzdem zeitlos. Kommt heute natürlich nicht mehr so gruselig daher wie zur Entstehungszeit, kann aber immer noch durch eine tolle Atmosphäre und eine gute Grundidee beeindrucken, mal ganz losgelöst von seiner Funktion als Genreklassiker und filmhistorischer Meilenstein.
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Tytus Tue, 16 Mar 2010 10:54:20 -0000
Antwort löschenauf alle fälle besser als diese " Das Kabinett des Dr. Paranüsse hmm Paranoia, nein ach egal"
notsch Mon, 11 May 2009 20:20:22 -0000
Kommentar löschenUm seine angestrebte Wirkung auf den Zuschauer voll zu erfahren hätte man den Film wohl Anfang der 20er sehen müssen...die Angst der Menschen der damaligen Zeit vor dem Verlust der geistigen Kontrolle (sei es durch Hypnose oder gar durch Geister oder andere fremde Mächte) kann man heute nicht mal mehr annährend im selben Maße nachvollziehen und genau diese Angst macht eine Menge bei der Wirkung des Films aus.
Der Film besticht dabei in erster Linie durch seine expressiven Kulissen (welche durch den Twist am Ende sogar noch eine weitere konnotative Bedeutung erhalten) und die düstere Grundstimmung. Die Story kommt zwar so richtig erst mit der versuchten Entführung in Schwung…weiß ab dem Zeitpunkt aber bis zum Ende auch zu fesseln. Das Ende ist überraschend, regt zum Nachdenken über das Gesehene an und wirkt absolut nicht aufgesetzt…ein Prädikat, das man so sicher nicht vielen Filmen verleihen kann.
Negativ fällt die am Anfang nahezu fehlende Dramaturgie auf…man muss im ersten Drittel schon ein ganz klein wenig kämpfen um dranzubleiben…Stummfilme sind sowieso nicht jedermanns Sache, da macht dieser Film sicher keine Ausnahme…Leute die auf Mainstream stehen werden mit "Das Kabinett des Dr. Caligari" nicht viel anfangen können.
Sicher ein Meisterwerk und Meilenstein, aber eines, welches heute (noch) schwerer zu fassen ist als es bei anderen Filmen der damaligen Zeit der Fall ist…sehr schade.
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