Das 1. Evangelium - Matthäus

Il Vangelo secondo Matteo (1964), FR/IT Laufzeit 131 Minuten, FSK 6, Drama, Historienfilm, Kinostart 09.04.1965

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8.1
Kritiker
8 Bewertungen
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7.4
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117 Bewertungen
10 Kommentare
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von Pier Paolo Pasolini, mit Enrique Irazoqui und Margherita Caruso

Pier Paolo Pasolini drehte sein mehrfach preisgekröntes und kontroverses Meisterwerk über Wirken, Tod und Wiederauferstehung Jesu nach dem Evangelium des Matthäus mit erlesenen Bildern und ausdrucksstarken Laienschauspielern. Die Filmaufnahmen entstanden an Schauplätzen, die Mel Gibson 40 Jahre später für seinen ebenso gewagten Jesus-Film wählte. Abseits sentimentaler Klischees betont Pasolini die sozialen Aspekte der Botschaft Jesu und entwirft ein spirituelles Drama mit hohem Realitätsbezug, in dessen Zentrum die Figur und Lehren Jesu stehen: Christus nicht als milder oder leidender Heiland, sondern als leidenschaftlich Bekämpfer des Unrechts, das die Menschen sich zufügen.


Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kommentare (10) — Film: Das 1. Evangelium - Matthäus


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sebastianxxx

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Bewertung9.0Herausragend

Pasolinis Film ist einfach faszinierend in seiner kargen reduzierten Schlichtheit ... pures Schwarz-Weiss, minimalistisch ... obwohl er angeblich Atheist war vollbringt er fast ein cineastisches Wunder ...

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ProsperDune

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Darum geht hin und unterweiset alle Völker. Und lehret sie, alles zu halten, was ich euch aufgetragen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt."

Filme von Terrence Malick haben mich zugegebenermaßen spiritueller gemacht. Ich entwickelte großes Interesse an religiösen Themen und konnte mich schlussendlich nicht mit der Vorstellung abfinden, es gäbe keinen Gott oder zumindest etwas, was dem gleichkommt, also vielleicht das Göttliche. Im Zuge dieser Wandlung machte ich mir auch Gedanken über die Figur Jesus. Diese Person hatte immerhin einen der wichtigsten Wendepunkte der Menschheitsgeschichte zu verantworten. Insbesondere der Mensch interessierte mich an Jesus. Ich wollte ihn als Menschen und nicht als den 'realen' Sohn Gottes sehen. Ich stellte mir ihn als einen Idealist vor, der mit revolutionären Ideen der Toleranz und Nächstenliebe eine Masse von Menschen zu sich zog. Allerdings hätte er genauso gut jemand sein können, der überzeugt davon war, der Sohn Gottes zu sein, und der seine Mitmenschen manipulierte und ausbeutete, um sie zu bekehren. Was in der Bibel steht, ist nun einmal Fiktion beziehungsweise fiktionalisiert, ich meine mitunter beschönigt.
Eine Entmystifizierung war mir wichtig. Ohne übernatürlichen Schnickschnack. Einfach nur Jesus als Menschen. Gerne als einen bewundernswerten. Ungern als eingebildeter.

Ich wollte eine Entmystifizierung und bekam stattdessen die bestimmt beste Bibelverfilmung, die man sich vorstellen kann.
Ja, Jesus geht über Wasser.
Ja, Jesus heilt Menschen durch Willenskraft.
Ja, Jesus kehrt nach seinem Tod zurück.
Aber wie er das tut!
Und wie er spricht! Wie er predigt!
Es ist Poesie.
So schön, man kann verstehen, was an diesem Menschen faszinierend gewesen sein muss, wenn er seine Ansprachen gehalten hat...
Ja, ja, der Film ist nicht die Realität. Doch die Faszination von Bibelsprüchen und Spiritualität, die hat er übermittelt und greifbar gemacht wie kein anderer Film...

Naja, nicht ganz richtig. Nicht umsonst hatte ich den ganzen Film über an Malick gedacht. Und das ist für mich ein Schlagwort für Poesie.
"Das 1. Evangelium Matthäus" ist aber von Pier Paolo Pasolini, trotz dessen Atheismus, wahrscheinlich eher gerade wegen seines Atheismus der Film so großartig ist. Er lässt, unter anderem angesichts obigen Schlusszitats, -- den Gedanken hatte ich jedenfalls -- zwei Interpretationen zu: Toleranz mithilfe von Toleranz vermitteln? Oder christliche Werte lehren beziehungsweise aufzwingen? Man kann Jesus (angebliche) Worte auslegen, wie man will.
Ich jedenfalls wurde sogar ganz schön sentimental, als der letzte Satz fiel. Ich glaubte in irgendeiner Weise daran und ich dachte (auch im historischen Kontext): Verflucht seien die, die diesen Menschen (, so wie ich ihn verstand,) missverstanden.
Meisterwerk.

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nerdkiller

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Sehr schön. ;)


Markbln

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Die einzige für mich legitime Verfilmung der Passion Christi. Unerreicht in seiner puren Atmosphäre durch viele Laiendarsteller und Pasolinis leiblicher Mutter Susanna als Maria, lässt mich "Das 1. Evangelium nach Matthäus" jedesmal wieder erschüttert zurück. Ein unfassbar intensiver und schöner Film.

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Strauch

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Bewertung9.5Herausragend

Sehr spirituelle und meditative Verfilmung der Geschichte Jesu, die durch karge Bilder, eindringliche Musik und die Widergabe zentraler Sentenzen und Gleichnisse Jesu eine Intensität wie sonst keine andere Bibelverfilmung erreicht.

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guggenheim

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Bewertung7.0Sehenswert

Pasolinis Werke sind bekanntlich ja recht schwerer Stoff, "Das 1. Evangelium Matthäus" bildet da keine Ausnahme. Da ist etwas (damals aktuelle) Ideologie drin, viel Metaphorik, aber vor allem ein Jesus, der nicht als philanthropischer Zauberer durch die Lande zieht, sondern Gewalt akzeptiert und Politik macht. Das kommt der Realität wohl näher, als sonst eine Interpretation des "Heiland". Pasolini reduziert die Geschichte nur fürs Auge, die Worte sind mit Bedacht vorgetragen, da wird nicht, wie sonst gerne, das Zweifelhaftere in Jesu Aussagen getilgt - Christus als Revoluzzer.

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guggenheim

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Rubber hab ich noch nicht gesehen. Ich muss erst noch herausfinden, was für eine Art Lebewesen Flat Eric ist ;D


derschokobaer

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Mr.Oizo..soviel Zeit muss sein ;)


ttom

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Bewertung9.0Herausragend

Der richtige Film für die Ostertage.

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pellekraut007

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Bewertung10.0Herausragend

Wenn ich eine Geschichte, vielleicht eine der ganz wichtigen Geschichten dieser Welt, hören und sehen möchte, dann so! Schlicht, klar, ergreifend... einfach pasolinisch!
Ein herausragender Film, weil er gegen alle Konventionen verstößt, auf jede Floskel, jedes Zierrat verzichtet und Menschen zeigt, die Schauspieler sein mögen, aber letztlich echte Menschen sind. Und Pasolini hat den Blick dafür. Ein filmisches Meisterwerk in bewegten Bildern. Bravogrunz!

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sebastianxxx

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... gut gesprochen :-)


Blonder

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Bewertung9.5Herausragend

Bin eigentlich kein großer Freund von Bibelschinken, aber dieser hier hat mich umgeworfen. Denn trotz seiner ruhigen Erzählweise und den trostlosen Bildern ist der Film Bild-und Wortgewaltig. Noch nie wurde die Geschichte Jesus so wütend und fesselnd erzählt.
Der wohl radikalste Bibelfilm den es gibt.

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CarrionFairy

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Bewertung5.0Geht so

spoiler:
jesus wird gekreuzigt, judas ist der verräter

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CarrionFairy

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oder aufklärung von maria, die josef fremdgegangen ist und keine bessere ausrede hatte, als zu sagen, das kind sei von gott


Thadeuz

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Ich hab Joseph eh nie verstanden. Ich mein, der Mann ist mit Maria verheiratet. Aber es geht nix?
Und dann ist sie plötzlich schwanger und er sagt nichts?!

"Ja, passiert. Wir haben uns ja schließlich geküsst, bei der Trauung! Das wirds gewesen sein!"

Es sei denn, die heiligen 3 Könige waren eigentlich chinesische Adoptionsbeamte, die halt grad geliefert haben. Der Rest war halt historische Ungenauigkeit... :D


Bradbury

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Das Setting karg und minimalistisch, dagegen das Wort feierlich, teils wütend vorgetragen. Ergreifend.

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