ChristiansFoyer

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Bewertung4.5Uninteressant

[...]Die Urgewalt aus „Warrior“ gegen den Katastrophenverhinderer aus „Unstoppable“, Bane vs. Capt’n Kirk, Spy vs. Spy, Tom Hardy vs. Chris Pine – booyah! Dazu Reese Witherspoon, die in ihrer all-American girl legally Blondheit sicher nix für jedermanns Geschmack ist, aber doch ein zumutbareres Begierdeobjekt abgibt, als die Kolleginnen Sarah Jessica Parker oder Katherine Heigl es aktuell auf die Leinwand bekommen – boo(na)yah! Drei Namen, viel Trivial- und Nerdgequatsche und viel Potenzial um vieles und viel mehr richtig zu machen als die Genrekonkurrenz der prämissenähnlichen Action-RomComs. Wenn Zweifel an „This Means War“ bestanden, so trugen diese ein kryptisches Namenskürzel als Synonym: McG. Booooonay, brüllen da die Fanboys auf. Aber McG-Bashing ist blöd und nicht Ziel dieser Besprechung, zumal das Problem bei der Regie höchstens darin zu suchen ist, dass der in allen Bereichen zu biedere „This Means War“ ein paar mehr durchgeballerte visuelle Spielereien und verrückte Ideen à la „Charlie’s Angels“ hätte vertragen können, um entweder so schlecht zu werden, dass man’s gesehen haben muss, oder eben anspruchslos gut zu unterhalten. Stattdessen bewahrheitet sich mal wieder: langweiliger Durchschnitt ist der wahre Feind…[...]

[...]In der Introsequenz sieht der Arbeitsalltag der beiden Kumpel-Spione FDR und Tuck ähnlich dem der Engel von Charlie aus: bestens gedresst und gestylt flottsprüchig an einem exotischen Schauplatz unterwegs, statt Martial Arts-Wirbel und wilden wirework-Einlagen gibt’s handfeste Haue und vermehrten Schusswaffeneinsatz, dazu blitzlichtgewittriger Schnitt und auch der Gewaltgrad ist wie schon in McG’s Serienadaptionen nicht ohne, zwar nicht exorbitant oder wirklich blutig, aber auch die Engel boten bei aller Überstilisierung besonders im Sequel mehr als zartes Püppigezanke. Die ganze Szene ist mit ihrem german Schurken, den Hechtsprüngen und Ballereien und einem typschen Bösewichtsmoment (»warum steht der da rum und schießt nicht einfach!?«) überhaupt nicht ernst zu nehmen und wirkt in ihrer ganzen Attitüde wie eine Folge „Alarm für Cobra 11“, nur ohne Autos und Autobahn. Wo allerdings das deutsche Qualitätsfernsehen kaum Verschnaufpausen und plausible Storyentwicklung bietet lehnt sich „This Means War“ nach dem bleihaltigen Auftakt erst mal gaaaanz weit zurück. Über eine halbe Stunde vergeht, bis zum nächsten Mal die Kugeln fliegen, bis dahin bestimmen Gefühle und Sprüche den Flugverkehr. Actionfilme muss man ja selten wegen zu wenig Action kritisieren, „This Means War“ aber schon. Der geht so sehr in RomCom mit Spy-Touch über, dass jede weitere Einlage mit Knarre und Prügel zu sehr gemusst, zu wenig gewollt und im Kontext irgendwie nicht richtig gekonnt wirkt.[...]

[...]Erst als der Kleinkrieg der Spione seinen Anfang nimmt schöpft „This Means War“ langsam so ein paar Tropfen Lachwasser ab, was seinen Höhepunkt in der Paintballszene findet, in der Tuck Lauren seine gefährliche Seite zeigen will und dabei haufenweise Kids und aufgebrachte Erwachsene per Farbpatrone und –granate niedermetzelt und überdeutlich zeigt, in welche Richtung „This Means War“ hätte zielen sollen: die Special Skills der Top-Spione möglichst alltägliche Situationen infiltrieren und auseinander nehmen lassen. Das macht der Film neben dem Farbkugelmassaker aber viel zu selten und wenn es so richtig ans Eingemachte zwischen FDR und Tuck geht viel zu brav: der eine schickt eine Drohne hinter dem anderen her und bekommt dafür beim eigenen Date einen Betäubungspfeil in den Hals geschossen bevor’s zum Beischlaf kommt. Lahm.[...]

[...]Wenn man von „This Means War“ allerdings nicht erwartet oder sich schnell damit abzufinden bereit ist, dass der nicht mehr, nichts anderes und nichts originelleres als die brachenübliche Action-RomCom bietet, wenn es einen nicht stört, dass alles nicht so richtig in die Pötte kommt und in Allgemeingebräuchlichkeiten des Genres vor sich hin schmort, DANN kann man den Film sicher als von sympathischen Darstellern getragenes Kurzweil durchwinken oder vielleicht sogar als höchst überkanditelte Anmahnung des US Patriot Acts und des Wahns des im Internetzeitalter üblich gewordenen background checks von Date- und Flirtpartnern aufnehmen. Aber auch diese Deutung gelangt schließlich nur dort an, wo es bei „This Means War“ alles anfängt und aufhört: nicht genutztes Potenzial. Hardy, Pine und Witherspoon spielen’s nett und sogar für Til Schweiger findet sich eine Rolle, die den german export und Mangelmimiker nicht überfordert. Schurke Heinrich bekommt kaum die Minute an Screentime voll, guckt böse und damit hat es sich. Ein bad guy vom Schlage eines Christopher Walken… nee, überhaupt mehr Christopher Walken hätte dem Film gut getan: Unerwartetes, Abgedrehtes, unvorhergesehen Überbetontes, eine Tanzeinlage aus dem Nichts, absonderlich-spezieller Humor… Verdammt, soviele Worte gemacht und dabei hätte der folgende Satz gereicht: „This Means War“ hat nicht genug Christopher Walken![...]

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