Das Haus an der Friedhofsmauer
Quella villa accanto al cimitero (1981), IT Laufzeit 87 Minuten, Horrorfilm
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von Lucio Fulci, mit Catriona MacColl und Paolo Malco
Italienischer Horrorfilm über einen Psychopathen, der sein heruntergekommenes Haus neben dem Friedhof hin und wieder verlässt, um zu morden.
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Cast & Crew
-
Lucio Fulci
-
Catriona MacColl
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Lucy Boyle
-
Paolo Malco
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Dr. Norman Boyle
-
Giovanni Frezza
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Bob Boyle
Regie
Schauspieler
- Genre
- Horrorfilm
- Handlung
- Altes Haus, Enthauptung, Friedhof, Keller, Maden, Nackte Frau, Psychopath, Serienmörder, Sterben und Tod, Villa
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Filmdetails Das Haus an der Friedhofsmauer
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Kritiken (1) — Film: Das Haus an der Friedhofsmauer
Hisayasu S: DAS MANIFEST.COM
Kommentar löschenEine Familie muss auf relativ gruselige Weise rausfinden, dass im Keller ihrer neuen Behausung nicht etwa ein 30jähriger Videospiele-Nerd, sondern Gruseldoktor Freudstein persönlich durchs Gebälk ächzt. Der braucht frische Leichenteile damit das morgendliche Schoko-Banane-Müsli schmeckt. Oder so. Handlung, also richtig, selbst geschrieben, nicht durch den Kopierer gezogen, lag den Italienern noch nie, weswegen DAS HAUS AN DER FRIEDHOFSMAUER immer dann zum Verkauf steht, wenn die ganz schön mittelprächtigen Schauspieler ihre Zeilen aufsagen. Wieder einziehen möchte man, wenn Dr. Freudstein, der aussieht wie ein wundgelutschter Bullenpenis, zwar oft recht durchsichtig, aber immer mit erhöhtem BÄH-Faktor rumsaut oder die wunderbaren Kinderdarsteller zu Walter Rizzatis wirklich stimmungsvollen Ohrwurm-Orgelsound ihre unheimlichen, irgendwie wächsernen Puppengesichter in die Kamera halten. Ulkig, dass dieser Quatsch auf dem Index steht. Die heutigen 16jährigen lachen sich schlapp und zücken SERBIAN FILM, nur alte Zausel geben 7,5 Punkte.
6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 24 Antworten
Mr Vincent Vega 2011/12/01 19:09:22
Antwort löschenDas "heute ist leider alles so und so" am Ende eines jeden Filmkommentars bemühst Du aber auch etwas über Gebühr, findeste nicht? (FRIEDHOFSMAUER vs. SERBIAN FILM, RAMBO III vs. GI JOE und Co., AVATAR vs. TRANSFORMERS)
Dadurch droht (für mich jedenfalls) der Eindruck zu entstehen, dass es Dir gar nicht um die Filme selbst, sondern vorwiegend ein Abgrenzungsverhalten geht, bei dem Deine Jugendlieblinge, aus welchen Gründen auch immer, gegen aktuelle vergleichbare Filme ausgespielt werden sollen, was dann letztlich wenig über sie, aber viel über Deine Rezeptionshaltung verrät. Ist ja legitim, aber eine reduziertere Dosis könnte nicht schaden.
Mr Vincent Vega 2011/12/01 19:28:45
Antwort löschenNo offense übrigens, aber ich finde das schon auffällig. Letztlich ist es doch so, dass Fulci auch mal als der krasse Shit galt, von dem sich seinerzeit Leute mit ähnlichen Fragezeichen überm Kopf abgewendet und zu "ihren" Nostalgia-Lieblingen gegriffen haben, wie das jetzt bei Dir und A SERBIAN FILM der Fall ist. Und in 20 Jahren lachen die Kids eben wiederum über die so genannten Folterpronos. So what. Ob zwischen FRIEDHOFSMAUER (seinerzeit als Killervideo gebrandmarkt) und SERBIAN FILM letztlich wirklich mehr als ein zeitlicher Unterschied besteht, bleibt sowieso anzuzweifeln - das ist lediglich eine (empfindsame) Behauptung. Die Diskussion hatten wir im Forum schon mal, Du und Hasko hattet damals meines Erachtens eine viel zu beschränkte Sicht. Der Horrorfilm von vor 50 Jahren war auch schon der schlimmste und so weiter und so fort. Ist wie mit der Jugend - die wird ja angeblich auch immer übler, obwohl Mütter und Väter in den 50ern hätten schwören können: Schlimmere Kinder als unsere rebellischen, Motorrad fahrenden Gören wird es nie mehr geben. Heute LACHEN wir eben drüber. Alles ganz einfach. Ergo: A SERBIAN FILM rulez. :D
Mr Vincent Vega 2011/12/01 19:29:46
Antwort löschen(hab den natürlich nicht geschaut)
Hisayasu S 2011/12/01 19:30:47
Antwort löschenMmmm, vielleicht nicht ganz unberechtigter Einwand, anderseits hab ich gerade mit FRIEDHOFSMAUER vs. SERBIAN und RAMBO III vs. GI JOE eigentlich ganz gezielt Themen (hochgeschraubte Maßstäbe/überdenkenswertes Rezeptionsverhalten) angesprochen, die zumindest ich für erwähnenswert halte. Mit Ausspielen hatte das in diesen Fällen nichts zu tun.
Abgesehen davon halt ich's auch nicht für wirklich notwendig 1000fach durchgekaute Filme wie FRIEDHOF oder RAMBO nochmal en Detail durchzugehen. Soll ja auch n bisschen zur Entspannung dienen, hier.
Und, "Abgrenzungsverhalten" finden sich in der einen oder anderen Form - vor allem im Netz - überall: Du z.B. verweist in deinen Kritiken (ich denk da nur an die Rezis zu COLD FISH oder SCARFACE) liebend gerne deutlich auf das dem jeweiligen Film positiv eingestellte Publikum, nur um zu betonen, dass DU das alles GANZ ANDERS siehst. Ist auch in Ordnung, ich find Ego in Filmkritiken besser als das leider nur allzuübliche Stiftung Warentest-mäßige runterbeten, aber das weißt Du ja.
Aber so ganz ist deine Kritik nicht von der Hand zu schaben, ich werd drauf achten.
Mr Vincent Vega 2011/12/01 19:37:11
Antwort löschenIch habe ja nicht gesagt, dass ich das nicht tun würde (:D), aber ein gezielter Schlag in den Magen ab und an trifft härter als viele kleine Fußtritte in die Waden. :)
Hisayasu S 2011/12/01 19:45:00
Antwort löschen@Zu deinem Nachtrag:
Sorry, aber ich seh's immer noch so beschränkt wie damals. Und ich finde ebenso, dass zwischen FRIEDHOFSMAUER und SERBIAN ein deutlicher Unterschied besteht, allein schon was die Art & Inszenierung der Gewalt angeht. Klar, ändern sich die Geschmäcker und Sichtweise von Generation zu Generation, das aber alles schlußendlich nur noch durch die postmoderne "Ist-doch-alles halbsowild"-Brille mit dreifachgestärktem Ironie-Rahmen zu sehen kann auch nicht die Lösung sein.
Mr Vincent Vega 2011/12/01 19:52:04
Antwort löschenTue ich auch gar nicht, und die Feststellung, dass SERBIAN FILM brutaler, hemmungsloser oder menschenverachtender in der Darstellung seiner Gewalt sein mag, will ich auch niemandem nehmen. Genauso aber war FRIEDHOFSMAUER seinerzeit auch schlimmer als alles, was es im Horrorfilm 30 Jahre zuvor zu sehen gab. Das ist ein Fakt. Davon mal abgesehen wird die Härte-Entwicklung völlig überbewertet. New Decade, New Rules. War immer so. In 30 Jahren ist SERBIAN FILM ein Oldie - ich hoffe Du hast dann noch Reserven, den dann jeweils aktuellen schlimmer gewordenen Trend des Genres noch entsprechend zu bedauern, während Du Dich sehnsuchtsvoll an die gute alte Zeit zurückerinnerst, in der nur Arme und Beine, aber nicht Arme, Beine UND Köpfe abgehackt wurden. *zwinker*
Mr Vincent Vega 2011/12/01 19:55:19
Antwort löschenPS: Und wie schlimm wäre es, würde es zwischen FRIEDHOFSMAUER und SERBIAN FILM keine Unterschiede geben? Stillstand ist das Ende aller Zeit! Ich will heutige Horrorfilme jedenfalls nicht mehr SO wie zu Fulcis Zeiten. Ich will auch keine Schlaghosen, Schnurrbärte und Achselhaare bei Frauen mehr.
Hisayasu S 2011/12/01 20:11:27
Antwort löschenNa ja, aber das ist doch jetzt eben doch durch die postmoderne "Ist-doch-alles halbsowild"-Brille mit dreifachgestärktem Ironie-Rahmen gesehen!
Da möchte ich fragen: Wieso schreiben Du und ich eigentlich überhaupt über Filme? Ich mein, in 30 Jahren ist ja sowieso alles was wir besprochen haben veraltet und wird gaaanz anderes rezipiert werden und somit war die ganze Mühe eh umsonst?
Und, ok, vielleicht transportier ich das nicht richtig, mir geht's NICHT darum, dass ein Film wie SERBIAN FILM das Gore-O-Meter zum Platzen bringt, mir geht's darum, dass (mir) zuviel (Genre-)Filme nichts anderes mehr im Blickfeld haben. Mir geht's nicht so sehr um das was, mir geht's mehr um das wie. Und das ist mir bei meinen ganzen "Jugendlieblingen" ehrlich gesagt eigentlich erst in der Retroperspektive so richtig klar geworden, GLOCKENSEIL & Co. waren seinerzeit der härteste Shit, klar, aber die ganzen Goremeister haben um das Gemantsche auch nochwas drumherumgebaut und zum Teil gar nicht so ungeschickt - und das kann ich von vielen Horrorfilmen "heutzutage" (*ächz*) leider nunmal nicht behaupten.
Hisayasu S 2011/12/01 20:12:27
Antwort löschenApropos: Guckst Du den Serben noch?
Hisayasu S 2011/12/01 20:16:51
Antwort löschenLes ich erst jetzt:
Ich will heutige Horrorfilme jedenfalls nicht mehr SO wie zu Fulcis Zeiten. = RAH! Ich auch nicht! Weiterentwicklung, immer, gerne, aber das, was sich da seit 10 Jahren oder so abspielt, ist - in meinen Augen - keine Weiterentwicklung. Das geht eher wieder in Richtung Violent Shit, Anfang 90er...nur das heute alle Vergleiche zu Pasolini ziehen.
Hisayasu S 2011/12/01 20:28:10
Antwort löschenFind's übrigens drollig, dass Du hier n Plädoyer für Weiterentwicklung hälst: Der einzige Horrorfilm der letzten Jahre, der Dir Orgasmen verschafft hat, war doch ausgerechnet das 80er-Imitat HOUSE OF THE DEVIL? Oder gab's nochwas?
FlintPaper 2011/12/01 20:33:20
Antwort löschenHab den zwar nicht gesehen, aber war House of the Devil nicht mehr als "nur" ein Imitat?
Mr Vincent Vega 2011/12/01 20:42:03
Antwort löschenNEIN! NEIN! NEIN! Mein ellenlanger Kommentar ist beim Abschicken im Nirwana verschwunden!?! Danke, das war's. Bin sauer! :/
Hisayasu S 2011/12/01 20:48:56
Antwort löschen@Flint: Das is ne andere Diskussion. ;)
@Vega: Oh! Kacke! Das Gleiche ist mir neulich auch passiert. Für so ne Giganto-Plattform wenig userfriendly...
Hitmanski 2011/12/02 13:27:27
Antwort löschenSpannende Diskussion, gibt's hier viel zu selten. Doof, dass der ellenlange Kommentar nicht mehr seinen Weg an die Öffentlichkeit gefunden hat :'(
Hisayasu S 2011/12/02 13:42:48
Antwort löschenEine Anmerkung noch:
Es wird bei dem Argument "Früher war's ja auch so"/"Generationenwechsel" eins übersehen: Früher war das kulturelle Korsett auch wesentlich enger geschnürt, sprich: Es gab auch jede Menge Tabus zu brechen, in den 50ern hat ja schon ein blanker Busen gereicht. Heute sind die Schleusen doch völlig offen: Ich mein, es spricht doch Bände, dass mittlerweile Pädophilie integriert werden muss um einen weltweiten Hype zu generieren oder dass kommende Filme "echten" Missbrauch als Verkaufsargument anführen (BUNNY GAME) - ich glaub an den von Dir angeführten Generationenwechsel bzw. dass die Filmegucker in 30 Jahren über den Serben lachen werden, allein schon deswegen nicht, weil ich mir einfach vorstellen kann, was da überhaupt noch nachkommen soll, im Endeffekt ist ja so gut wie jedes Tabu gebrochen, am Nachmittag wird in Talkshows über Analverkehr gesprochen, in den Multiplexen wird gefoltert und auf Festivals der Pädophilie gefröhnt... worüber soll sich unsere Generation im gesetzten Alter denn noch aufregen, es war doch schon alles da?
Hitmanski 2011/12/02 14:25:15
Antwort löschenAber war es nicht von jeher so, dass die zur jeweiligen Zeit stattfindenden Tabubrüche nahelegten, gerade eine neue, und nicht selten auch eine ultimative Stufe der Enttabuisierung erreicht zu haben? Ich sage nicht, dass es vollumfänglich wünschenswert wäre, aber ich halte es durchaus für möglich, dass die Grenzen in 50 Jahren noch wesentlich weiter sind, und die Tabubrüche von jetzt dann nur noch mit Gähnen quittiert werden. Zumindest war es bislang immer so.
Fernab davon: Ich werde mich mangels Interesse wohl nie mit SERBIAN FILM auseinandersetzen, aber ich wage zu mutmaßen, dass der Film zumindest in seiner grafischen Darstellung der Gewalt wohl bei weitem nicht so heftig sein wird, wie jetzt in den Gorebauer-Foren überall behauptet wird. Klingt alles irgendwie nach Hype.
Hisayasu S 2011/12/02 15:01:42
Antwort löschenKlar, aber das alles folgte ja auch einer Logik: Es wurden immer jeweils geltende gesellschaftliche Tabus aufgebrochen: In den 50 Jahren gab's die ersten Brüste auf der Leinwand, in den 70ern bekam Maria Schrader Butter in den Hintern und Ende der 90er wanderte der Hardcore-Sex solangsam ins Programmkino.
"aber ich halte es durchaus für möglich, dass die Grenzen in 50 Jahren noch wesentlich weiter sind" = Das ist ja mein Punkt: Viel mehr geht einfach nicht mehr - wir sind mittlerweile am Ende der Linie angekommen, Endstation. Die einzige Steigerung (und in diese Richtung schielt ja BUNNY GAME) wäre die Realität, aber ich könnte mir vorstellen, dass es da vor allem im Horrorfilme Probleme mit dem Finden von Darstellern geben wird...;)
"aber ich wage zu mutmaßen, dass der Film zumindest in seiner grafischen Darstellung der Gewalt wohl bei weitem nicht so heftig sein wird" = Na ja, grundsätzlich heißt es nach jedem neuen Tabubrecher "So hart isser ja gar nicht." - ich sag's mal so: Bis auf die Babyszene war das alles schonmal da, das Neue ist nur, dass SERBIAN FILM auf einem produktionstechnisch besserem, "glatterem" Level daherkommt als ähnliche, sich zumeist auf Amateurlevel befindende Vertreter. Der Hype in den Gorebauer-Foren bezüglich der grafischen Darstellung ist durchaus berechtigt, der Punkt ist nur, dass er darüberhinaus so gut wie nichts bietet, was die Wirkung der grafischen Darstellungen schon wieder erheblich beeinträchtigt.
Hitmanski 2011/12/02 17:05:30
Antwort löschenIch glaube, dass eben jenen Satz "Weiter geht's nicht mehr. Endstation" schon viele Leute vor uns gesagt haben, und wohl auch noch nach uns sagen werden - bis jemand kam, und die Grenzen wieder neu definiert hat. Man müsste doch bspw. nur SERBIAN FILM mit HUMAN CENTIPEDE II kreuzen, schon wäre man wahrscheinlich auf der Skala wieder ein bisschen weiter (und das ohne tatsächlich auf die Realität zurückgreifen zu müssen, was in der Tat wohl kein allzu erfolgsversprechendes Konzept wäre).
Zudem glaube ich aber nicht, dass man SERBIAN FILM eine große Relevanz in Hinblick auf gesellschaftliche Tabus attestieren kann, dazu findet der Film viel zu sehr in einer kleinen Nische statt (letztlich sind ja Werke wie die GUNIEA PIG-Reihe, die damals in den 80er schon für Aufsehen sorgten, auch heute noch weit weg davon, gesellschaftlich akzeptiert oder im großen Rahmen konsumiert zu werden).
Spannender wäre eigentlich die Frage, ob nicht Multiplex-Filme wie SAW und HOSTEL die Grenzen letztlich weiter ausgelotet haben - nicht weil ihre Goreexzesse gemessen am Genre in all seinen Facetten so dermaßen heftig wären, sondern viel eher, weil sie visuelle Gewalt in recht expliziter Form tatsächlich dem Mainstream zugänglich gemacht haben, und seitdem dort stattfinden, und man ihnen durchaus eine gewisse Strahlkraft auf andere Genres beimessen könnte.
Hisayasu S 2011/12/02 18:04:46
Antwort löschenNa ja, aber wenn Du SERBIAN FILM und HCII kombinierst hast Du bekannte Zutaten lediglich in einen Topf geworfen - kommt ja nichts Neues dabei raus, das sind alles keine Tabubrüche dann mehr, nur noch Variationen bereits vorhandener Motive. Und was Du mit "ohne tatsächlich auf die Realität zurückzugreifen" meinst, versteh ich nicht so wirklich, darum geht's ja schlußendlich - schon Fulci hat Effekte gekappt, weil die ihm nicht realistisch genug waren. Das in der Phantastik eventuell neue Darstellungsformen gefunden werden, will ich gar nicht leugnen, aber darum geht's ja, vor allem momentan, im aktuellen Horror ja nicht. Letztendlich unterstreichst Du mit dem Ausweichen auf non-realistische Topoi meine Aussage nur.
Und klar haben Filme wie SAW und HOSTEL die Grenzen weiter ausgelotet, vor allem mit der unsäglichen SAW-Franchise fing ja dieser Wettlauf um die Blutkrone erst so richtig an. Wobei auch hier das Rad nicht neu erfunden wurde, man hat die graphische Gewalt mittels einer aalglatten Hochglanzdarstellung nur in den Mainstream integriert, sozusagen consumer-friendly gemacht. Es empört nicht, es berührt nicht, das was sich da abspielt ist im Prinzip völlig Wurst und - da kann ich Vega dann schon wieder verstehen - verführt natürlich sehr, dass alles nur noch mit einem Lächeln zu sehen.
Hitmanski 2011/12/02 22:26:52
Antwort löschenMit dem Rückgriff auf die Realität bezog ich mich auf dein vorangegangenes Beispiel, die Idee von BUNNY GAME noch weiter auszureizen: Eine Konzeption, die von Akteuren eines Films Dinge verlangt, die über Schauspiel als solches hinausgehen, hat seine Grenze sicher ab einem gewissen Punkt -und ja, dieser mag vielleicht mit BUNNY GAME oder möglicherweise bald darauf folgenden Produktionen, die noch etwas weiter an der SM-Schraube experimentieren sein- erreicht, vollkommen richtig. Aber ich glaube, dass man fernab dieser Schiene noch etliche, rein filmische Mittel hat, um Tabubrüche auch innerhalb eines auf Realismus getrimmten Stoffes zu zelebrieren: Beispielsweise Perspektivwechsel; ein eindeutiges Sympathieren mit Täterfiguren, egal welche Handlungen sie begehen und egal welche Motive sie haben, etc. Wie gesagt, ich kenne SERBIAN FILM nicht, weiß insbesondere nicht, ob er seiner Gewalt eher etwas abgewinnt, oder sie abstoßend inszeniert, und wieviel Empathie er zulässt, insofern bist du mir da einen Schritt voraus, aber ich glaube, man sollte sich in dieser Diskussion vielleicht auch gar nicht (nur) auf visuelle Ausprägungen von Tabubrüchen festlegen.
Aber selbst wenn man das machen würde: Wenn du zugestehst, dass schon Fulci (ebenso wie viele seiner Weggefährten) DEN Effekt wollte, der der Realität am nächsten kam, dann impliziert das doch, dass die Filme dadurch auch zum härtesten Zeug wurden, dass es auf dem Markt eben gerade möglich war. Das ist heute doch letztlich nicht anders; einzig die technische Entwicklung ermöglicht es halt, dass die Matschereien, die real aussehen sollen, auch tatsächlich real aussehen. Vom Gedankengang dahinter war der Genrefilm der 70er damit aber doch auch nicht moralisch integrer, als die heutigen Sachen. Und ich bin nun wahrlich kein Freund der ganzen neumodischen Folter-Splatter-Spektakel, aber den Vorwurf, dort würde Geschichte der Gewalt geopfert, ließe sich auch gegenüber vielen älteren Genrefilmen anbringen. Denn auf jeden Fulci folgten ja auch noch diverse C-D-und F-Produktionen, die mit künstlerischen Anspruch ja nun wahrlich nicht mehr allzu viel am Hut hatten.
Aber: Letztlich wird die Zukunft zeigen, wer von uns der Wahrheit am nächsten gekommen ist (wow, was für ein weise klingender Abschlusssatz :P).
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Hisayasu S 2011/12/03 18:39:44
Antwort löschenDas mehr oder weniger unvermittelte Symphatisieren mit Täterfiguren gibt's in Form von den Horrorfranchises (FREITAG, NIGHTMARE, LECTER etc.) , MANN BEISST HUND, DEXTER etc. schon eine ganze Weile, selbst PSYCHO spielte schon mit der Ambivalenz der Hauptfigur. Und selbst wenn man diesem oder einem anderen Thema noch neue, kontroverse Sichtweisen abgewinnen könnte, würde das lange nicht mehr so für hochrote Köpfe "wie damals" sorgen - und ja, die Zukunft wird zeigen, ob tatsächlich Endstation ist oder auch nicht. ;)
"ließe sich auch gegenüber vielen älteren Genrefilmen anbringen" = Klar, nur wurden diese eben nicht weltweit in Großraum-Kinos abgefeiert.... das macht imo durchaus einen beträchtlichen Unterschied aus...
"Vom Gedankengang dahinter war der Genrefilm der 70er damit aber doch auch nicht moralisch integrer" = Njein, aber ist zumeist eine Ambivalenz vorhanden, die die Filme auch über den reinen Schauwert hinaus noch wertvoll machten. Schöner Vergleich: LAST HOUSE ON THE LEFT - alt vs. neu
lieber_tee 2012/01/07 23:47:42
Antwort löschenEiner der besten und intelligentesten Diskussionen über die Grenzen (oder Nicht-Grenzen) der Gewaltdarstellung im (Horror-)Kino. Klasse, ihr drei.
Kommentare (12) — Film: Das Haus an der Friedhofsmauer
Kommentar schreibenthe assassin 666 2012/05/13 17:42:45
Kommentar löschenAuch dsas Haus an der friedhofamauer trägt die so typische Handschrift des italienischen Horror-Splatterguru´s Lucio Fulci und ist ein Mix aus klassischen Spukhausfilm und Serienkillerhorror der durch die gruselige Atmosphäre und die wenigen aber zum Teil harten Bluteffekte durchaus interesant ist. Aber auch der Spannungs und Wiederschauwert sind nicht von schlechten Eltern sodass ich 9,0 Punkte für durchaus angebracht halte. :)
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Oliver0403 2012/04/14 04:59:07
Kommentar löschenEs handelt sich hier um einen typischen Fulci, gerade was die Effekte und den Soundtrack angeht. Aber was mir hier ein bisschen gefehlt hat, war die Atmosphäre seiner Klassiker "Woodoo" sowie "Ein Zombie hing am Glockenseil"
Trotz allem schon wegen der Nostalgie ein recht guter Film.
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ash-williams 2012/03/22 12:48:48
Kommentar löschenLucio Fulcis Das Haus an der Friedhofsmauer ist eine höchst unbefriedigende Filmerfahrung. Die Story des Films ist ungefähr so neu wie die Dampfmaschine und die Darsteller haben wenig bis garnichts auf dem Kasten. Die grottige deutsche Synchro gibt ihnen dann den Rest (wofür man den Film ja nicht verantwortlich machen kann). Die Musik ist lediglich an einigen wenigen Stellen recht passend, alles in allem ist die Orchestermusik jedoch völlig übertrieben und wirft einen eher aus der Szene als den Zuschauer hineinzuziehen. Folglich entsteht so gut wie keine Atmosphäre. Meistens bietet Fulci wenigstens ordentlichen Gore, was das ganze dann irgendwie erträglich macht. Aber auch hier bietet Das Haus an der Friedhofsmauer nicht wirklich viel. Schlechte Effekte, schlechte Musik und trotz einer Spielzeit von gerade mal 85 Minuten wirklich langweilig. So nicht Herr Fulci!
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ash-williams 2012/03/24 10:33:28
Antwort löschenJa, immer wieder lustig wie einige Filme durch Hörensagen in Sphären gepusht werden. Habe über die ganzen Fulci Filme so viele Schauergeschichten gehört. Als ich sie dann vor einigen Jahren die ersten mal sah war die Enttäuschung groß :P
deevaudee 2012/03/05 22:41:29
Kommentar löschenRecht solide. Aber auch schon Jahrhunderte her, wo gesehen.
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JackoXL 2012/01/08 00:38:49
Kommentar löschenDer Film kommt hier ja irre gut weg, diese ganze Euphorie kann ich nicht so wirklich teilen. Liegt vielleicht daran, dass ich den heute und nicht vor 20 Jahren zum ersten Mal gesehen habe. Der Film kann mich, Stand 2012, eben nicht mehr gruseln, schocken, umhauen oder sonst wie besonders beeindrucken. Vieles, wie z.B. die teils skurrilen Soundeffekte und nicht zu letzt das merkwürdige Maskendesign des Dr. Freudstein, wirkt dann doch eher amüsant, was wohl nicht unbedingt so beabsichtigt war.
Absprechen kann ich ihm aber kaum einen eigenen, urigen Charme. Mit sicher nicht besonders hohem Budget und nicht immer absoluter handwerklicher Professionalität erzeugt "Das Haus an der Friedhofsmauer" dennoch, oder vielleicht genau deshalb, eine schön schmoderige Atmosphäre, untermalt von einem herrlich altmodischen, irgendwie einprägsamen Score. Gemessen an vielen heutigen, sehr realistisch umgesetzten Goreszenen, wirkt die dort angerichtete Sauerei auch nicht mehr so, wie wohl zu seiner Zeit. Das finde ich aber eigentlich auch sympathisch, ist schon recht derbe und ekelige Kost, die halt nicht mehr zu Magenverstimmungen führt.
Keine Sekunde ernst zu nehmen, ziemlich trashig (heute wohl noch viel mehr als damals), aber macht doch noch genug Spaß, um für ein relativ angenehmes Filmvergnügen zu sorgen. 6 Punkte, die in dem Fall keine Entäuschung darstellen, wie bei so manchen Filmen, von denen man viel mehr erwartet.
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eXonic 2012/01/08 00:45:16
Antwort löschenVon Fulci gibt's in der Tat wesentlich bessere Zombiefilme.
JackoXL 2012/01/08 00:48:34
Antwort löschenMuss ja gestehen, dass ich von dem Mann sonst nichts gesehen habe. Werde ich aber bestimmt noch nachholen. Hättest du einen spontanen Vorschlag?
eXonic 2012/01/08 00:57:55
Antwort löschenWenn's ein Zombiefilm sein soll, dann musst du unbedingt "The Beyond" oder "Zombi 2" sehen. Solltest du auch Interesse an seinen Gialli haben, empfehle ich "A Lizard in a Woman's Skin", "Nackt über Leichen", "Seven Notes in Black", "New York Ripper" und "Don't torture a Duckling".
JackoXL 2012/01/08 00:58:52
Antwort löschenVielen Dank.
eXonic 2012/01/08 00:59:16
Antwort löschenGerne. ;)
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horro 2012/01/08 01:08:03
Antwort löschenDie guten Bewertungen sind sicher auch etwas "Nostalgie-gesteuert" ... zumindest bei mir war das so :)
JackoXL 2012/01/08 01:30:17
Antwort löschenHab ich mir gedacht, ist doch vollkommen ok, mach ich doch auch nicht anders.;)
Keky 2011/11/28 14:07:11
Kommentar löschenKurz & knapp:
Klasse Film vom Altmeister Fulci
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Teezy123 2011/11/21 08:46:45
Kommentar löschenich kann mich dem Großteil hier nur anschließen.
Ein Fulci-Klassiker, mit, wie man es auch erwartet, recht harten Szenen.
Leider gibts von diesem Film viele unterschiedliche Fassungen, z.B. gibts da viele abgedunkelte Versionen, so dass man kaum was sieht.
Ich kannte anfangs auch nur die dunkle Version, und hab erst Jahre später eine hellere gesehen, und das war schon ein ganz schöner Unterschied.
Egal, Fulci ist einfach ein Kult-Regisseur und viele seiner Filme sind es ebenfalls und dieser gehört definitiv dazu.
Tolle Musik, schöne Story, krude Effekte, unglaublich schaurige Atmosphäre... Fulci-Herz, was willst Du mehr.
Von solchen geilen Filmen, wo so vieles stimmt kann man heute leider irgendwie nur noch träumen.
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the assassin 666 2012/05/12 19:25:08
Antwort löschenFulci Klassiker. :)
horro 2011/10/31 20:46:01
Kommentar löschenWas gibt es schöneres als ein Stück Film von Fulci zu Halloween. Einen seiner besseren Filme im Giallo-Stil hat der gute Lucio hier mit viel Atmosphäre und recht eindrücklichen Schockelementen ausgestattet. So richtig typisch sind auch immer wieder die angsterfüllten Kinderaugen, die ständige musikalische Untermahlung mit der jaulenden Bontempi-Orgel und das viele surreale Blut. In wessen Brust ein echtes "Horror-Herz" schlägt, muss diesen Film einfach lieben.
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Timo K. 2011/11/01 15:57:54
Antwort löschenHab' ich mir lustigerweise als Blindkauf vor kurzem dazu bestellt, um die imaginäre Versandkostengrenze zu überschreiten. Nach deiner positiven Besprechung schien ich wohl alles richtig gemacht zu haben. ;)
horro 2011/11/01 16:11:08
Antwort löschenWenn du auf Filme aus dieser Zeit und vorallem dieser Machart stehst, hab ich da keine Bedenken ... ansonsten wär's dann eine Erfahrung nach dem Motto: Eindruck einer Filmepoche ;)
Timo K. 2011/11/01 16:46:29
Antwort löschenWarten wir's ab.
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xtheunknown 2011/11/03 18:39:50
Antwort löschennach langem warten ist meine blu ray endlich angekommen. freue mich schon auf ein wiedersehen, das letzte mal ist lange her.
horro 2011/11/04 13:06:54
Antwort löschenDas wird ja dann sicher ein schönes Wiedersehen ... Neid ;)
Spielberg_Fan 2011/04/07 21:34:07
Kommentar löschenFulcis „Das Haus an der Friedhofsmauer“ ist ein recht atmosphärischer, teils blutiger Gruselstreifen, der offensichtlich die Handschrift des Regisseurs trägt. Zwar hat der Horror-Papst schon bessere Filme gedreht, weiß aber mit diesem Werk kurzweilig zu unterhalten.
Insgesamt ein sehenswerter Italo-Horror der blutigen Art.
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Mr. Pink 2011/04/06 19:21:11
Kommentar löschenDie Story von "Quella villa accanto al cimitero" ist zwar recht interessant, wirkt zuweilen allerdings auch recht zäh. Ungeachtet dessen schafft Fulci es dennoch, eine spannende, unheimliche Atmosphäre zu erzeugen, die zu fesseln vermag. Die teils sehr blutigen Effekte können ebenfalls überzeugen.
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ElWray 2011/02/27 10:42:17
Kommentar löschenfand ich eher ein bisschen langweilig
aber wahrscheinlich bin ich nur schon abgestumpft
wenn mal eine freundin erschrecken will is der film aber sicher nicht verkehrt..
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zombienation 2010/03/30 21:32:23
Kommentar löschenBester Fulci Film und so richtig schön, wenn man mal einem " alte Schinken" Abend machen will! Ich empfehle : erst Haus a. d. Friedhofsmauer, dann Woodoo und anschliessend Geisterstadt der Zombies, dann wirds ein guter Abend... :-) Alle Drei Filme sind absolute Klassiker von Lucio Fulci!!!
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xtheunknown 2010/03/31 09:10:49
Antwort löschenschau dir mal den in deutschland nicht erschienenen perversion story an. fulci ist ein völlig unterschätzter genialer regisseur gewesen.
zombienation 2010/03/31 19:02:09
Antwort löschenDanke für den Tipp!! Muss ich mir ja dann mal zu Gemüte führen!
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Avantgarde83 2010/12/15 22:31:07
Antwort löschendem stimm ich zu...einer der besten horrorstreifen, vor allem, weil für damalige verhältnisse die effekte einfach verdammt gut sind.
ValeTudo 2011/01/15 16:32:35
Antwort löschenOooohja und dieser Wanzt mit diesem goldenen Topfhaar. Mahahahah Und die stechend blauen Augen.... brrrr das mit schauderhafteste am ganzen Film somal ich erhoffte das die kleine nervensäge stirbt. ^^ Naja aber der ganze Film ist der hammer vorallem Dr. Freudstein :D Mit seinem Pizzagesicht. Der Film ist einer meiner lieblingsfilme. Einfach nur wahnsinn die Effeckte und die Story is aufjedenfall unterhaltent. Lustige Dialoge und witzige Ideen.
Endloser Klassicker. Die Treppenszene ist einfach nur der hammer.