Das Haus der schlafenden Schönen

Das Haus der schlafenden Schönen (2006), DE
Laufzeit 99 Minuten, FSK 16, Drama

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von Vadim Glowna, mit Vadim Glowna und Maximilian Schell

Nachdem sein Freund Kogi ihm ein ganz besonderes Etablissement empfohlen hat, besucht Edmond, Mitte 70, ein “Haus der schlafenden Schönen”. Hier kann man sich – ähnlich einem Bordell – Mädchen mieten, allerdings mit dem Unterschied, daß die jungen Damen hier narkotisiert sind und sexuelle Aktivitäten nicht im Preis inbegriffen sind. In dieser Umgebung und den Armen der “Schlafenden Schönen” kann Edmond, der bei einem tragischen Unfall seine Familie verloren hat, endlich wieder schlafen und über das Leben und dden Tod nachdenken.


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Stefan Ishii

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Bewertung6.5Ganz gut

Bei "Das Haus der schlafenden Schönen" habe ich das klassische Problem einer Literaturverfilmung. Nicht nur das es sich dabei um die Verfilmung eines meiner Lieblingsautoren handelt, dem Literaturnobelpreisträger Kawabata Yasunari. Viel problematischer wiegt hier jedoch die Tatsache, dass der Stoff aus meiner Sicht eher schwierig vom Medium Buch ins Medium Film übertragbar ist: Aus zweierlei Gründen. Erstens spielt sich das Geschehen eher im Kopf und in den Gedanken der Hauptfigur ab. Und zweitens bringt die tatsächliche Darstellung der Ereignisse dieses Werkes in Bild und Ton unweigerlich etwas voyeuristisches und teilweise sogar abstoßendes mit sich; was in literarischer Form eher ein kleineres Problem ist. Das war wohl auch dem Regisseur Vadim Glowna bewußt, sodass er versuchte, die Handlung manchmal etwas abschweifen zu lassen. Zusätzlich störte mich persönlich natürlich auch etwas die Verlagerung der Handlung von "Die schlafenden Schönen" aus Japan nach Deutschland. Dies ist jedoch nur inhaltlicher Natur, da mir die Bilder des nächtlichen Berlins oder die Aufnahmen der Dächerlandschaften absolut faszinieren konnten. Durchaus positiv bewerte ich auch die Atmosphäre des Filmes, die es schafft die Melancholie der Vorlage gut wiederzugeben. Allerdings fehlen dabei gewisse subtile, inhaltliche Elemente, die stark mit der sonst so patriachalisch geprägten, japanischen Gesellschaft verknüpft sind.

Als wirklich toll empfand ich die Besetzung. Neben dem Regisseur Vadim Glowna, der gleichzeitig überzeugend die Hauptrolle spielt, sind zwei deutsche Kinogrößen zu sehen: Maximilian Schell und Angela Winkler. Aber auch Nebenfiguren wurden gut besetzt, so zum Beispiel mit Birol Ünel.

Als kleine persönliche Randnotiz: Erst kürzlich habe ich gelernt, dass Angela Winkler, die man im Kino hauptsächlich als literarische Figuren wie Agnes Matzerath oder Katharina Blum wiederfand, tatsächlich im gleichen kleinen Örtchen wie ich geboren wurde.

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