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Das Hochzeitsbankett

Hsi yen (1993), TW/US Laufzeit 106 Minuten, FSK 6, Drama, Komödie, Kinostart 07.10.1993


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7.5
Kritiker
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7.4
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219 Bewertungen
6 Kommentare
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von Ang Lee, mit Sihung Lung und Mitchell Lichtenstein

Simon (Mitchell Lichtenstein) und Wai-Tung (Winston Chao) leben als schwules Pärchen in Manhattan. Um Wai-Tungs misstrauische Eltern zu beruhigen, will er die Einwanderin Wei-wei heiraten, die selbst eine Green Card braucht. Doch als die Eltern zur Hochzeit nach Amerika reisen, läuft doch nicht alles ganz nach Plan.

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Das Hochzeitsbankett
Genre
Coming Out, Romantische Komödie, Komödie
Ort
New York City
Handlung
Ehemann-Ehefrau-Beziehung, Familie, Hochzeit, Hochzeitsnacht, Homosexualität, Vater-Sohn-Beziehung
Stimmung
Eigenwillig, Geistreich, Romantisch, Witzig
Verleiher
Kinowelt
Produktionsfirma
Central Motion Pictures Corporation, Good Machine

Kritiken (3) — Film: Das Hochzeitsbankett

Arakune: Das Manifest, CinemaForever...

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8.0Ausgezeichnet

Ang Lee wirft einen ironischen Blick auf die gravierenden Ost-West-Verschiedenheiten und stachelt zum rasanten Versteckspiel der Scheinidentitäten an. Was anfangs noch witzig und ulkig anmutet, eskaliert spätestens ab dem titelgebenden Hochzeitsbankett, das mit grotesk-übertriebener Ausgelassenheit gleichzeitig anwidert und fasziniert. Aus der screwballesken Komödie wird ein tragisches Drama, eine fesselnde Maskerade der Erwartungen und Hoffnungen, angetrieben durch einen Motor der Manipulation. Lediglich die auf Englisch stattfinden Passagen sind ehrlichen Charakters – ist man nur in der kulturellen Ferne in der Lage, die [persönliche] Wahrheit zu finden? Mit viel Feingefühl setzt der berühmte Autorenfilmer die zärtliche Beziehung des homosexuellen Paares in Szene, präsentiert sie als widerstandsfähige Kämpfer gegen die damaligen Konventionen. Familien- und Gesellschaftsstrukturen werden scharfsinnig analysiert; ein pikantes Beziehungs-Potpourri aus China, Taiwan und dem vermeintlich liberalen Amerika kreiert. Der seinerseits gebürtige Taiwanese behandelt die universellen Themen der Kommunikations-, Kultur- und Gesellschaftsdifferenzen, welche er gnadenlos ad absurdum zu führen scheint, obwohl sie meist der traurigen Realität entsprechen. Wenngleich im Gesamtbild noch etwas inhomogen wirkend, ist „Das Hochzeitsbankett“ ein irrwitziger, satirischer und zugleich todernster Blick auf die moderne Völkerverständigung und die dazugehörigen Toleranzgrenzen, der seine große Wirksamkeit aus der totalen Objektivität zehrt, was besonders dadurch verdeutlicht wird, dass sich die eine Hälfte des Publikums mit dem amerikanischen Pärchen identifiziert, während der andere Teil ausschließlich mit den asiatisch-traditionellen Eltern sympathisiert. So ist das 1993 produzierte Werk gar als gewitzter Aufklärungsfilm funktionierend, der anhand seines großen Erfolges genau die richtigen Töne getroffen zu haben scheint. Laut Ang Lee selbst lediglich die therapierende Sühne für seine eigene in New York abgefrühstückte Hochzeit und letztendlich so viel mehr als das: Die Kunst als belehrende Anleitung für ein harmonischeres Miteinander.

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8.0Ausgezeichnet

Mit seinem zweiten Langfilm überhaupt gelang es Ang Lee nicht nur, Fuß im internationalen Filmmarkt zu fassen, sondern gleichzeitig auch einen ersten Ausblick auf ein bis dato stets beeindruckendes Ouevre abzuliefern: Die Stärke des Regisseurs, seine Werke als sehr konkrete Beobachtungen ebenso funktionieren zu lassen, wie als nahezu universelle Parabeln, findet sich hier bereits ebenso wieder, wie dessen Vorliebe für Sujets, in deren Mittelpunkt das Leben und Lieben im Kontext eines Aufeinandertreffens von Tradition und Moderne steht.
Für einen Stoff wie WEDDING BANQUET, in dem es letztlich weitaus weniger um die Akzeptanz schwuler Liebe, als vielmehr um ein Vermischung von Culture Clash und Generationskonflikt geht, bedarf es vielleicht tatsächlich den Blick eines Manns mit dem biographischen Werdegang des in die USA ausgewanderten Taiwaners Lee, um nicht zur lebensfremden Versuchsanordnung zu gerinnen. Denn trotz seiner Vielfalt an Problem(stellung)en erweist sich die spontane Heimsuchung der aufsteigenden großstädtischen Mittelschicht durch die traditionsverhafteten eigenen Eltern nebst daraus resultierender Scheinehe als erstaunlich beschwingt und ebenso lebensnah wie -bejahend, obgleich auch nie dem Kitsch erliegend: Mehr als ein rein heimliches Einvernehmen gönnt Lee seinen Figuren und dem Zuschauer am Schluss nämlich nicht. Meisterwerk!

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8.0Ausgezeichnet

[...] In dem chinesischen Emigranten Wei-Tung mag sich Ang Lee gewiss wieder finden: Das Leben in den USA wird durch die eigene Identität eingeholt, und das entnervte Auftreten des Mannes ist Ausdruck einer schweren Erkenntnis – dem schleichenden Verlust kultureller und familiärer Wurzeln, dem unauflösbaren Widerspruch zwischen individuellem und familiärem Glück. Der innere und äußere Druck, dass alles der chinesischen Ordnung und Harmonie entsprechen muss, droht den jungen Mann zu zerreißen. Als jemand, der seine Sexualität frei ausleben und dennoch nicht mit den kulturellen konfuzianischen Traditionen brechen möchte, ist Wei-Tung die typische Lee-Figur, die den Kampf des Individuums gegen normative Regeln und Strukturen und auferlegte Kodexe ausfechten muss. [...]

Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (3) — Film: Das Hochzeitsbankett


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empeer

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Bewertung6.5Ganz gut

Als rasante Komödie mit garantierten Lacheffekten kann man den Film sicher nicht bezeichnen. Eher als behutsam inszenierte Geschichte mt viel Feingefühl für die Charaktere aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Mir wars dann manchmal zu behutsam und ein wenig langsam.

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Uschimuschi

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Also ich habe die deutsche Fassung zuhause. Demzufolge keinerleo "Leseprobleme" wie "kuf". Super schöne Culture-Clash-Gay-Drama-Comedy.

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Screenie

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Bewertung9.5Herausragend

Frühwerk von Ang Lee und vollkommen zu Recht Gewinner des Goldenen Bären bei der Berlinale. Wunderbare Gegenüberstellung der amerikanischen und chinesischen Kultur vor schwulem Hintergrund. Gottseidank großenteils im chinesischen Original mit Untertiteln und daher nichts für Synchronisationsfetischisten...

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