Das Kind

L'Enfant (2005), BE
Laufzeit 95 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 17.11.2005

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8.3 Kritiker
10 Bewertungen
Skala 0 bis 10
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von Jean-Pierre Dardenne und Luc Dardenne, mit Jérémie Rénier und Déborah François

Der 20-jährige Bruno schlägt sich mit zwielichtigen Deals und kleinen Gaunereien durchs Leben. Ohne jegliches Verantwortungsgefühl lässt er Zwölfjährige für sich Klauen, gibt das erbeutete Geld jedoch sofort wieder aus. Als ihn seine junge Freundin Sonia mit seinem neu geborenen Sohn Jimmy konfrontiert, zeigt er sich zunächst wenig beeindruckt. Ohne weiter nachzudenken, verkauft er sein Kind für 5000 Euro an eine Drückerbande. Als Sonia davon erfährt, bricht sie zusammen. Erst jetzt beginnt Bruno die Abscheulichkeit seiner Tat zu begreifen. Er spürt erstmals sein Gewissen und setzt alles daran, den kleinen Jimmy zurück zu bekommen.

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Kritiken (1) — Film: Das Kind

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9.5Herausragend

Die Inszenierung dieser Geschichte ist jederzeit spannend, aufwühlend und virtuos. Die emotionale Wirkung auf den Betrachter entsteht aus der physischen Konfrontation mit Bruno und seinem Umfeld. So unverständlich und moralisch unhaltbar sein Handeln auf den Großteil des Publikums wirken mag, verdammen die Regisseure ihn nie. Er weiß es nicht besser - allerdings entschuldigt ihn das auch nicht. Die moralische Kritik, die die Regisseure an ihrer Figur üben, geschieht indirekt: Ungeschnörkelt, hart und direkt zeigen sie die Folgen seines Handelns.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten


Kommentare (6) — Film: Das Kind

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Hetarene

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Bewertung6.0Ganz gut

Ein solides Sozialdrama, welches dem klassischen Dramenaufbau gleichkommt, von der Exposition über Konfliktentwicklung zum Höhepunkt. Mit anschließendem retardierenden Moment, Spannungsabfall und der unvermeidlichen Katastrophe.

Bei aller überschwänglicher Kritik lässt sich zweifelsfrei die dokumentarische Präzision der Bilder, die bodenständige schnörkellose Inszenierung und somit einhergehende Authentizität der Geschehnisse bestätigen, doch ist der gesamte Film wiederum so steril, nüchtern und unsentimental erzählt bzw. eingefangen, dass der Zuschauer konsumiert ohne zu reflektieren. Der Film schafft keine Bezüge, kein Dreh- und Angelpunkte.
Zu steif, zu sachlich, zu kalt.

Das ist ärgerlich, denn die beiden Jungschauspieler spielen grandios auf. Das rauhe Leben, was Bruno gezeichnet hat, lässt sich an den deutlichen Spuren in seinem Gesicht ablesen. Er verkörpert wunderbar die kindliche Naivität, die ihn noch prägt, er selbst ist einfach noch nicht erwachsen (zweimal erstklassig bebildert). Ihm fehlt ein moralisches Werteverständnis, Verantwortungsbewusstsein und das richtige Verständnis mit Geld umzugehen ("Ich komme überall zu Geld, wir müssen nichts davon aufheben"). Seine Freundin hingegen ist so in ihn verliebt, dass sie gar nicht registriert, dass Bruno der Vaterrolle nicht gewachsen ist und in welche Situation sich die beiden manövriert haben. Sie necken und raufen sich wie verliebte Kids, ohne einen Gedanken an den nächsten Tag zu verschwenden. Lediglich die spätere Läuterung und Wandlung des Protagonisten kommt etwas schal daher.

Aber Knackpunkt bleibt die einseitige Regieleistung. Mann kann auch ohne ins Betroffenheitskino abzurutschen mitfühlenswerte Filme schaffen!

Trotz des verschenkten Potentials noch ein sehenswerter Film, der noch 6/10 Punkten gestattet.

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HauntedSaint

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Bewertung7.5Sehenswert

Glaubwürdig inszeniert und authentisch gespielt. Zieht einen in seinen Bann.

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pellekraut007

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Bewertung9.0Herausragend

Diese kleine Familie aus der belgischen Unterschicht bereitet einem beim zusehen Schmerzen in der Brust. Es ist, mit diesen brilliant realistischen Hauptdarstellern, eine Tour de Force durch die Abgründe und Grausamkeiten eines kleinkriminellen Alltags in Armut. Bruno hetzt, läuft, schiebt Kinderwagen, fährt Bus, handelt, klaut, feilscht, dealt, beschützt und liebt so heftig, dass man seine Erschöpfung spüren kann. Und Sonja ist still, ratlos, liebend und geliebt, ist Mama und Kind in einem und fällt in eine Ohnmacht, aus der sie nur ihr gehetzter Prinz erlösen kann. Und langsam steigt einem das eiskalte Wasser bis zum Kinn, man droht zu ertrinken, in einem dreckbraunen Fluß, ob des Gesehenen, ob der Armut, ob der unerfüllten Sehnsucht nach Glück... und weint endlich mit Sonja und Bruno. Mit so wenig Getue, mit so wenig Trallala, wahrscheinlich mit so wenig Kohle so spannend und rührend eine Filmgeschichte zu erzählen ist einfach... einen Neuner wert...Grunz!

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annaberlin

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Zu recht gewannen die Dardennebrüder 2005 mit diesem ungewöhnlichen Sozialdrama ihre zweite Goldene Palme. Der Film ist erschreckend, abschreckend und wachrüttelnd. Zudem ist die filmische Umsetzung gewohnt brillant und innovativ. Als Zuschauer möchte man ständig in das Geschehen eingreifen und diesen beiden Kindsköpfen das Baby wegnehmen. Auch angesichts der vielen Kindsmorde durch fahrlässige oder beabsichtige Tötung des Kindes (meist in sozial schwachen Familien) und TV-Serien wie Die Nanny absolut aktuell.

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Kubrick_obscura

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Bewertung7.5Sehenswert

Die Kunst des stillen Beobachtens...

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pulmoll

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein schlichter, ruhiger aber dennoch intensiver belgischer Arthaus-Film, der zu ergreifen weiß.

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