Das kleine Fressen

Jídlo (1992), GB/CZ/SI
Laufzeit 16 Minuten,

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- Kritiker
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1 Kommentare
Das kleine Fressen - Bild 2714534
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mit Ludvík Sváb und Bedrich Glaser

In drei Episoden entwirft Jan Svankmajer eine düstere Allegorie vom Fressen und Gefressenwerden und den Auswirkungen politischer Systeme auf das Individuum.


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Kommentar — Film: Das kleine Fressen

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JimiHendrix

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Wie stehen wir Menschen zum Essen, dieser Frage nährt sich der tschechische Kurzfilmregisseur auf sehr skurrile, ironische, komische und surreale Art und Speise.

Der Film wurde in drei Sequenzen eingeteilt und alle haben eine Botschaft, welche aber Interpretationssache ist. Gefilmt wurde mit Pixilationen und teilweise wurden die Münder durch Knetanimation zu außergewöhnlichen Nahrungsverspeisern.

In dem ersten Teil "Frühstück" geht es meiner Interpretation nach um Essen, welches durch seine lieblose Zubereitung zu einer tristen Notwendigkeit mutiert, wahrscheinlich angelehnt an die Massenproduktionen von Nahrungsmitteln und Fastfood.

"Das Mittagessen" ist Part 2 und wir sehen zwei Männer, welche im Restaurant vergebens versuchen, dem Kellner ihre Bestellung zu artikulieren. Des Hungers wegen fangen sie deshalb an, die Blumen auf dem Tisch, die Vase, Tischdecke, Teller und anschließend ihre Kleidung zu verköstigen, als dann nichts mehr übrig ist, wird sich geschmackstechnisch dem Tischpartner angenährt. Ich sah darin die Kritik des gleichgültigen und ignoranten Essens, es wird immer mehr zur Nebensache, welche man nebenbei beim Fernsehklotzen in sich hinein schaufelt.

Abschließend endet der Kurzfilm mit der Passage namens "Abendessen". Hier sehen wir wieder eine Restaurantszene in der die Gäste genussvoll ihre Körperteile dinieren. So isst der Sportler seine Wade, die Frau ihr Brüste und ein Mann sein Glied. Hier tat ich mich schwer mit einer sinnvollen Interpretation, aber es könnte auch einfach heißen, dass diese Herrschaften ihre Lieblingskörperteile zum vertilgen gern haben.

Dieses Werk hat mich irgendwie von der ersten Sekunde an gefesselt und glänzte mit fabelhaftem Einfallsreichtum. Jeder der freakig-obskure Filme mag, wird hier voll auf seine Kosten kommen, alle anderen könnten sich hier den Magen verderben.

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BlueSquirrel

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Eine professionelle Schlaumeier-Interpretation ist, dass weil Jan Svankmajer unter den Zeiten des KSČ-Regimes litt als er den Film erdachte, es ihm zu dieser Zeit nicht möglich war bissig kritische Botschaften zu vermarkten. So sei das "lasche Satire" von etwas Politischem gewesen. Tja. Vielleicht war er auch einfach so eine Art tschechischer Lars von Trier. Deine Ideen liegen bei mir ganz vorn.^^


Acry

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"So isst der Sportler seine Wade, die Frau ihr Brüste und ein Mann sein Glied. " Vielleicht ist das auch so à la "Du bist, was du isst" gemeint und die Leute denken, sie werden durch das verspeisen ihrer Liebstenkörperteile noch sportlicher/attraktiver o.ä.


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