Das Leben der Anderen - Kritik

Das Leben der Anderen

DE · 2006 · Laufzeit 137 Minuten · FSK 12 · Drama, Thriller · Kinostart
Du
  • Schönes Ding! Und ein erstaunliches Erstlingswerk. Eine zurückhaltende Inszenierung, eine überraschende Wandlung und ein ruhiges Plädoyer für die Macht der Kultur. Vielleicht manchmal etwas dick aufgetragen und hoffentlich nicht das letzte Kapitel der filmischen Verarbeitung unserer Historie, aber dennoch ein wichtiger Teil im Puzzlestück des Menschseins.

    1
    • 6

      Oscar-Kino aus Deutschland. Ganz am Ende schnürt Donnersmarck sogar das komplette Wohlfühlpaket. Grundlegend ist „Das Leben der Anderen“ jedoch unterhaltsam, historisch verortet, gut gespielt, nach wie vor relevant und sein durchschlagender, internationaler Erfolg, gerade in den USA, aufgrund dessen nicht einmal eine so große Überraschung. Vor allem macht der Film keine Spärenzchen, ist ganz und gar konzentriert und bietet insbesondere eine geniale Prämisse an, die als Drei-Personen-Stück auch ohne weiteres auf der Theaterbühne zuhause wäre. Auf das wirkungsvoll fatalistische Finale hin, hätte man sich die darauf folgenden, Erklärbär-lastigen Minuten aber auch sparen können. Man kann das Ende einer Diktatur auch ohne happy end für den stillen Helden auserzählen. Dafür hinterlässt Ulrich Mühe auch so einen viel zu eindringlichen Eindruck. In seinen Augen drückt sich die Sehnsucht nach Bewegung aus, dort wo der Status Quo Stillstand verlangt. In ihm manifestiert sich der Glaube und die Hoffnung an eine wesenseigene Moral, die dem Menschen auch allen Widrigkeiten zum Trotz immanent ist und die die Kunst zum Vorschein zu bringen vermag.

      2
      • 7

        [...] 'Das Leben der Anderen' verzichtet so natürlich nicht auf eine Zeichnung von Gut und Böse, doch er eröffnet auch wankende Grauzonen, die sich zwischen Problemen und Naivität festsetzen und eine Entwicklung durchleben, die die eigene Problematik verdeutlicht und die Mechanismen und Zahnrädchen des Systems zerbrechen lassen. Diese Entwicklung lässt von Donnersmarck in zwei groben Szenen durchführen, die so etwas zu zügig erscheint, vor allem in Anbetracht des sonst sehr ruhigen Erzähltons. Sicher hätte man den Charakteren auch ruhig noch mehr Tiefe einschenken können, doch dann wäre die eh schon stille Inszenierung vollkommen aus dem Ruder gelaufen und die immer vertretene Spannung in eine schleppende Zone gedrängt worden. 'Das Leben der Anderen' ist trotzdem ein starker Film, der zwar Stellung bezieht, dies aber auf ehrliche Weise mit viel Fingerspitzengefühl tut. [...]

        20
        • 8 .5

          „DAS LEBEN DER ANDEREN“ ist ein schnörkellos inszeniertes Drama mit Thriller-Qualitäten, das durch seine ruhige, aber dafür umso intensivere Inszenierung besticht. Gekonnt erzählt es uns aus jüngster Vergangenheit, verkommt aber nicht zum langwierigen Lehrstück, sondern wird dem Aspekt, dass es unterhalten soll, absolut gerecht. Einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre und zurecht mit dem Oscar gewürdigt worden. Beeindruckend!

          2
          • 4

            „Kann jemand, der diese Musik wirklich gehört hat, ein schlechter Mensch sein?" -

            Von Donnersmarck führt jenes Experiment zu einem konsequenten Ende, dass vor über sechs Jahren mit Hirschbiegels Soap aus dem Führerbunker seinen Anfang fand: Formale Fehlerfreiheit ist nutzlos, solange die Konzeption hinter der historischen Oberfläche brüchig und ärgerlich ist: Unter der dramaturgisch verständlichen, aber letztendlich undurchdachten Prämisse, Systemkritik auf Einzelfiguren und deren emotionalen Unterbau herunterzubrechen, scheitert "Das Leben der Anderen" an ähnlichen Punkten, wie die halbgare Spreewaldgurken-Chose "Goodbye Lenin", dessen Ostalgie-Epigonen sich vonDonnersmarck jedoch stets überlegen zu fühlen scheint - zu Unrecht: Viel für Tränendrüse und Herz, wenig für Geschichtsbuch und Verstand - auch das Stasi-Märchen hat diesem Credo wenig hinzuzufügen.

            Mit seiner - als rühmenswerten Einzelfall intendierten - Läuterung der Hauptfigur, bricht sich "Das Leben der Anderen" bereits frühzeitig selbst das Genick, bedient er doch (unbewusst?) genau jene zynischen Entschuldigungsreflexe der Marke "Es waren nicht alle schlecht", die man zur Genüge kennt, und verwässert alle aufgezeigten Unmenschlichkeiten des Stasi-Apparates durch das damit verknüpfte, und halbgar konstruierte Potpourri aus Opferschicksalen, sowie den fatalistischen narrativen Strukturen hinter eben diesen.

            Dass sieht, soviel muss man vonDonnersmarck und seinem Cast lassen, ordentlich, und sowohl unter darstellerischen, als auch technischen Aspekten oftmals überdurchschnittlich aus, kann aber zu keiner Zeit darüber hinweg täuschen, dass der Zuschauer hier nach Strich und Faden manipuliert wird: Auch inhumane Behörden beherbergen Menschen mit dem Herz am rechten Fleck, so der zweifelhafte Tenor, den auch Mühes engagiertes Spiel nicht zu verschleiern weiß.

            Sicherlich, so mag manch einer sagen, hat es solche Ausnahmen immer mal wieder gegeben; einzig: Es ist ein verlogener und nicht zuletzt verharmlosender Aufhänger für eine, als umfassendes und detailgetreues Staatssicherheit-Portrait proklamierte, Filmproduktion.

            Somit bleibt "Das Leben der Anderen" hauptsächlich als für Preisverleihungen konzipierter Schulfilm "Made In Germany", und mit schalem Beigeschmack im Gedächtnis seiner Rezipienten verhaftet.

            11
            • 10

              Das oscarprämierte Drama besticht durch seine tollen Akteure, der spürbaren Intensität der geschilderten Situationen und der überaus realistischen Atmosphäre. Nach guten und vielen schlechten Filmen über die DDR in den letzten Jahren, war es "Das Leben der Anderen", der es schaffte, den Nostalgie-Verharmlosung der voran gegangenen Filme und TV-Shows über Bord zu werfen und einen wesentlich näheren und klareren Blick auf die DDR zu werfen. Besonders die Darstellung von Stasi- Spitzel Wiesler ist Regisseur und Autor Florian Henckel von Donnersmarck gelungen, da der Film zwar immer ganz nah an Wiesler ist, aber nie eine gewisse Distanz verliert, so dass die emotionale Kälte von Wieslers Welt spürbar wird. "Das Leben der Anderen" ist großes Kino.

              4
              • 10

                Der mit großem Abstand ergiebigste und am brillantesten gespielte Film dieser Oscar-Saison.

                2
                • 10

                  Das Leben der Anderen ist ein kraftvoller, aber stiller Film, konstruiert aus versteckten Gedanken und geheimen Sehnsüchten.

                  2
                  • 9

                    "Das Leben der Anderen" ist kein trockener Film über die DDR und die Überwachung derer Bürger durch die Stasi, sondern eine auf drei Personen reduzierte Liebesgeschichte mit Stasi-Hintergrund. Durch diesen Kunstgriff schafft es der Film zugleich politisch interessierte Menschen anzusprechen, aber auch den Zuschauer zu erreichen der eher eine einfache Geschichte sehen möchte. Für einen Geselligen DVD-Abend bei Bier und Chips ist "Das Leben der Anderen" trotzdem nur bedingt geeignet, denn dafür ist die Thematik dennoch zu ernst.

                    • 10

                      Nachdem Anfang des neuen Jahrtausends Filme wie “Good Bye Lenin” und “Sonnenallee” für eine (N)ostalgie-Welle gesorgt hatten, zeigte Florian Henckel von Donnersmarck im Jahr 2006 in seinem Debütfilm “Das Leben der Anderen” eine andere Seite der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Er wagte sich an das Thema Stasi, und das ohne jeglichen erhobenen Zeigefinger, sondern dank eines perfekten Drehbuches und starker Schauspieler in einer spannenden und dramatischen Geschichte.

                      • 10

                        Das Leben der Anderen lebt vor allem von einer großartigen Geschichte: perfekt strukturiert und kraftvoll erzählt - mit unerwarteten Wendungen und vielschichtigen Charakteren. Er vermeidet Berechenbarkeit und billige Kameraeinstellungen für ein fesselndes Drama, das überrascht und gelegentlich erschüttert. Das Leben der Anderen erinnert uns daran, was Filmemachen in seinen besten Momenten sein kann.

                        8
                        • 8

                          Es handelt sich bei "Das Leben der Anderen" eben immer noch um einen Spielfilm, und der hat jedes Recht, eine Figur mit ihrer Geschichte und ihrer Veränderung frei zu erfinden und dadurch vielleicht mehr historische Wahrheit über das DDR-System zu vermitteln als jede Geschichtsstunde. Gerade die Balance zwischen respektvoller Genauigkeit und einem unbelasteten, souveränen Umgang mit erfundenen Elementen, lässt hier großes, ernsthaftes Unterhaltungskino entstehen, mit dem sich deutsche Regisseure sonst eher schwer tun.

                          • 9

                            Auch wenn ich eigentlich nicht schon wieder eine Bestnote verteilen wollte, um zu zeigen, dass ich Filme durchaus mal kritisch betrachte, komme ich hier doch nicht um eine Eins herum.

                            • 7

                              Mit dieser Handlung fügt sich DAS LEBEN DER ANDEREN den klassischen Gesetzen des Melodrams. Das bleibt immer spannend und ist oft bewegend. Zwar ist auch dies nicht "die Wahrheit" über die DDR, wie der Regisseur und manche Nachbeter jetzt behaupten, sondern nur eine andere Wahrheit als jene, von der SONNENALLEE und GOOD BYE LENIN! erzählten. Aber der Film gibt einem ein Gefühl für das, was Überwachungsstaat bedeutet. [...] Trotzdem ist man am Ende mit alldem nicht wirklich glücklich, ist da ein Gefühl der Unzufriedenheit. Das rührt daher, dass der ganze Film ein wenig arg glatt daherkommt. Wie bei den TV-Movies "Luftbrücke" oder "Dresden" ist hier alles lehrbuchgetreu umgesetzt und politisch korrekt unangreifbar verteilt. Gerade das ist das Problem.

                              1
                              • 9

                                "Das Leben der Anderen" ist ein Wunder. Ein Wunder, weil es 161/2 Jahre nach dem Mauerfall der erste große Kinofilm ist, der sich mit dem Thema Stasi auseinandersetzt. Ein Wunder, weil - nach all den Filmklamotten der letzten Jahre, die die DDR letztlich als seltsam designten, aber liebevollen Hort verharmloste - ein Drama wieder die Schattenseiten in den Mittelpunkt stellt.

                                • 9 .5

                                  Florian Henckel von Donnersmarcks sauber recherchierter Blick in die Grenzbereiche der Seele verzichtet auf klebrig-verklärte Ostalgie. Er trifft immer den richtigen Ton. Der Film entlarvt die Mechanismen eines monströsen Überwachungssystems mit der Zerstörung jeglicher Individualität, demaskiert die Verantwortlichen, die im Dunstkreis von Ideologie ihre persönlichen Ziele verfolgen...

                                  • 9 .5

                                    Sehr mutiger, konsequenter Film, auch visuell überzeugend.
                                    Brillant gespielt, Klasse-Besetzung.

                                    • 8

                                      Schon wieder Ostalgie? Och ne, dat will doch keiner (mehr) haben. Und wenn doch, dann liegen "Sonnenallee", "Good Bye, Lenin!", "Kleinruppin Forever" und "NVA" in jeder gut sortierten Videothek des Vertrauens. Nun verhält es sich beim "Filmpreis"-veredelten Debüt des bisherigen Kurzfilmemachers Florian Henckel von Donnersmarck ein ganz kleines bisschen anders: Schluss is mit lustig!

                                      • 7

                                        Nicht völlig runder, aber dennoch gelungener Film, der sich fernab von Ostalgie den unschönen Seiten des DDR-Regimes widmet. Brilliant gespielt und trotz dramaturgischer Hänger sehenswert

                                        1