Das Netz der tausend Augen

Le secret (1974), FR/IT Laufzeit 102 Minuten, FSK 16, Drama, Thriller, Kriminalfilm, Kinostart 31.10.1975

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Kritiker
1 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.9
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38 Bewertungen
8 Kommentare
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von Robert Enrico, mit Jean-Louis Trintignant und Marlène Jobert

Einem geheimnisvollen Gefangenen, von dem man nicht recht weiß, was ihm zur Last gelegt wird, gelingt die Flucht aus einem Gefängniskrankenhaus. Nachdem er von Polizei und Militär verfolgt wird, findet er tief in den Cevennen Unterschlupf bei einem einsamen Paar, Thomas und Julia, dem er nach und nach die verworrene Geschichte des politischen Geheimnisses erzählt, weswegen man ihm nach dem Leben trachtet. Wirklichkeit, Erfindung oder Wahnsinn? Die letzte Einstellung des Films liefert des Rätsels Lösung. Der Film von Regisseur Robert Enrico ist ein Meisterwerk des “Paranoia-Thrillers”, einem Subgenre des französischen Kriminalfilms, das vor allem in den 1970er Jahren verbreitet war. Allgegenwärtig ist in diesen Filmen das Misstrauen und die Angst gegenüber der Staatsmacht zu spüren.


Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kommentare (8) — Film: Das Netz der tausend Augen


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Hagen Hagen

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Bewertung6.0Ganz gut

Ich liebe französische Politthriller, aber das hier war nix. Es wirkt nur konstruiert und ist zudem ziemlich zäh.

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joseph_tura

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Bewertung6.5Ganz gut

Aus der Filmvorstellung: "Die siebziger Jahre brachten mit dem sog. Paranoia-Kino eine besondere, nur in Frankreich vorkommende Spielart des Thrillers." Was ist das denn für ein Unfug?: Die großen Klassiker des Paranoia-Kinos sind doch Filme wie "Der Dialog", "Klute", "Die drei Tage des Condor" oder "The Parallax View". Das sie ein durch und durch französisches Phänomen sein sollen, ist mir neu.

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lieber_tee

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Bewertung7.5Sehenswert

„Und wenn er verrückt ist ?“ – „Und wenn er es nicht ist ?“
Ohne einen direkten politischen Kommentar zu formulieren ist „Le secret“ ein deutliches (verschwörungstheoretisches) politisches Statement. An Hand einer konstruiert-unwirklich wirkenden Dreiecks-Geschichte wird gesellschaftliches Denken und die Auswirkungen eines allmächtig-kontrollierenden Staates auf das Private thematisiert. Getragen von einer unterschwellig-subtilen Spannung / bedrohlichen Stimmung und gediegen-genauer Inszenierung. Oberflächlich lebt der Film von der Frage ob David psychisch krank ist, genauer betrachtet geht es aber mehr um Vertrauen, Verrat, „moralisch richtiges“ Handeln und Selbstzerstörung.
Intelligentes 70er Jahre Paranoia-Kino.

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totox

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Bewertung6.0Ganz gut

Die Thematik und Grundidee des Films garantiert Spannung und ist wichtig angesichts der zunehmenden Macht des Staates in der heutigen Zeit, in der Wahlen nur noch Makulatur sind und die Politik von mafiösen Strukturen beherrscht wird.
Leider leidet der Film unter den typischen Schwächen französischer Filme: Kopflastigkeit, ausschweifende Dialoge, launenhafte Charaktere, Nebensächliches wird in den Vordergrund gestellt, die Spannung wird förmlich zerredet.

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spanky

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Bewertung6.0Ganz gut

Der auf Dr. Mabuse getrimmte deutsche Titel führt hier etwas in die Irre, denn dies ist ein spannungsgeladenes Kammerspiel, das vor unterwarteten Wendungen nur so strotzt. Neben jeder Menge 70er Jahre-Charme hat der Streifen im Einklang mit Morricones Soundtrack noch große französische Schauspielkunst der Marke Trintignant, Noiret und Jobert zu bieten. Sowas wird heute gar nicht mehr gemacht.

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spanky

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Ich fand den ganz erfrischend, weil etwas unkonventioneller. Außerdem mag ich halt dieses Dreigestirn. Unterliegt zwar jetzt auch keinem Schauzwang, aber handfeste Montagabendunterhaltung...


lioznnep

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"Sowas wird heute gar nicht mehr gemacht." das allein schon auf grund der tatsache, das man bis zum schluss nicht weiß ob er auf der flucht ist nur aus angst, oder doch einfach nur ein psycho ist.
dazu die alte unverkennbare Morricone Musik dieser Zeit - einfach Herrlich


8martin

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Bewertung3.5Schwach

Ein solide gemachter Krimi aus den 70er Jahren, der eigentlich nur durch zwei Dinge auffällt. Wir sehen drei Leinwandlegenden aus jener Zeit (Trintignant, Noiret und Jobert) in Aktion und werden von einem unglaublichen Schluss überrascht. Die Drei spielen einen für sie jeweils typischen Part, ohne Highlights ganz entspannt.
Dazwischen läuft ein Mittelteil, bei dem die Stars es weitgehend vergessen machen, dass es nicht spannend ist. Die wenigen Rückblenden mit Gelbfilter deuten das titelgebende Geheimnis an, das auch noch beim Abspann eins bleiben wird. Die zwischenmenschlichen Aktivitäten der drei auf der Flucht verlaufen – obwohl da schon mal zur Seite gesprungen wird – so ähnlich aufregend wie die Bevölkerungsdichte der abgelegenen Gegend in der wir uns befinden. Ein Kuss reichte bereits als Hinweis auf eine sexuelle Beglückung. Man könnte noch über Vertrauen und Freundschaft philosophieren, über zunehmende Schuld und abnehmende Liebe, aber was bringt das schon, wenn das Interesse keinen Finger rührt? Selbst die Polizeikontrollen – sonst meist Spannungslieferanten - verlaufen wie in einem Wintermärchen: glatt und kühl.
Lediglich Ennio Morricones Musik erwärmt das Herz. Der Rest ist Schweigen bei einem so viel lieblos heruntergekurbeltem Dreh. Selbst beim Titel denkt selbst das Internet sehnsüchtig seufzend zunächst an Dr. Mabuse oder Claude Miller. Mäßig, mäßig, mittelmäßig.

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xtheunknown

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vorgemerkt

heute auf arte!

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lieber_tee

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DAS nenne ich einen guten TV-Tipp.


M_A_X

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Gut war's.


RedSpy

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Le Secret (1974) ist ein von Robert Enrico ersonnener und bis zur letzten Sekunde fesselnder Paranoia-Thriller, der mir auch dank der eindrucksvollen Bilder der französischen Cevennen (Étienne Becker) und der Filmmusik (Ennio Morricone) für immer in Erinnerung bleiben wird.

Hintergrund:
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Die siebziger Jahre brachten mit dem sog. “Paranoia-Kino” eine besondere, nur in Frankreich vorkommende Spielart des Thrillers. Nach den Indochinakriegen und dem Algerienkrieg hatten staatsfeindliche, dem Militär nahestehende Organisationen wie die OAS (Organisation de l’armée secrète) eine zunehmend wichtigere Rolle in Frankreich, es entstand mehr als nur das Gefühl eines Staats im Staate. Mit “Le Secret” schuf Robert Enrico 1974 ein wenig beachtetes Meisterwerk dieser Gattung.

Gegenwart:
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In Zeiten, in denen die Anwendung von Folter in angeblich gefestigten Demokratien wieder salonfähig wird und Todesurteile bevorzugt ohne vorheriges Gerichtsverfahren vollstreckt werden, gewinnt diese Art von Kino eine neue, grausige Relevanz.

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