Jostein Gaarder, Autor der liebenswerten und weltweit bekannten Philosophiestunde Sophies Welt, schrieb mit Das Orangenmädchen eine charmante Liebesgeschichte, die Eva Dahr adäquat für die Leinwand umsetzte. Der Film besticht dabei durch die wundervollen Schauplätze, von der frostig-klaren Berglandschaft Norwegens bis in die sonnig-verträumten Gassen der spanischen Stadt der Künste. Gemeinsam hat er mit der Vorlage die sorgfältige Figurenzeichnung, die einer an und für sich unspektakuläre Romanze die nötige Tiefe und Anziehungskraft verleiht.
Die zwei ineinander verflochtenen Erzählebenen unterscheiden sich dadurch, dass die in der Vergangenheit spielende Handlung einen märchenhaften, fast surrealen Charakter annimmt, während der in der Jetzt-Zeit angesiedelte Erzählstrang realistisch anmutet. Überwiegen dort die warmen Töne und insbesondere die titelgebende Orangenfarbe, so dominieren in Georgs Geschichte schon deshalb die kalten Farben, weil sie in einer Schneelandschaft spielt.
Obwohl die Parallelmontage handwerklich gelungen ist, schafft Regisseurin Eva Dahr nur bedingt, die in der Vergangenheit spielende Geschichte mit dem behaupteten geheimnisvollen Zauber zu umgeben. Trotzdem ergibt das Ineinanderfließen der zwei Ebenen eine interessante Reflexion über den Wert der Erinnerung, über die Zeit, über Leben und Tod.
Netter kleiner Film mit schönen Bildern aus Norwegen und Sevilla und sympathischen Figuren. Die Romanvorlage kenne ich nicht, die paar Ausflüge zum Thema "Liebe" und "Ewigkeit" waren jetzt aber nicht so weltbewegend, deswegen hätte man sicher mehr draus machen können. Manchmal fehlt hier und da etwas der Zusammenhang in der Geschichte, einzelne Momente sind aber durchaus gelungen, zumindestens wenn man ein gewisses Faible für Romantik hat. Angenehmerweise ist der Film recht kurz, für mehr hätte die Story auch einfach nicht gereicht, so aber bleibt doch eine angenehme Erinnerung zurück.
Ein kleiner, feinfühliger Film, der wie die parallel laufende Produktion “Der Solist” gut in diese Jahreszeit passt. Es geht um das Leben, um den Augenblick und die Ewigkeit. Was ist eigentlich Ewigkeit? Diese Frage zieht sich durch den ganzen Film.
Die Schauspielleistungen sind durchgehend überzeugend, die Regie setzt die Akzente angenehm zurückhaltend. Es gibt einige wunderschöne Bilder und einige zum nachdenken anregende Dialoge. Eine der schönsten Szenen für mich war, als der Vater seinen Sohn auf dem Rücken trägt, eigentlich nur um von seinem Gesundheitszustand abzulenken, auf den der Kleine seinen Papa kurz vorher offensichtlich rein instinktiv angesprochen hatte.
Man hätte aus der in der Vergangenheit spielenden Handlung noch etwas mehr machen können, etwas mehr Tiefgang hätte vielleicht nicht geschadet. So ist der Film mit seinen gerade mal 80 Minuten, davon dürfen noch mal ca. 6 Minuten für Vor- und Abspann abgezogen werden, doch etwas kurz geraten. Ein Kinobesuch ist dennoch lohnenswert.
Schöner Film à la Marc Levy - nur, dass sich hier nicht Hollywood an einer herzergreifenden Romanvorlage vergriffen hat, sondern Skandinavier. Das ließ zumindest wenig übertriebenen Kitsch und aalglatte, hübsche Modelgesichter erwarten.
Und der Film ist auch weniger klinisch schick als nordisch einfach. Was dem Film durchaus guttut. Neben den tollen Bildern lebt der Film von seinen unbekannten Darstellern und deren unprätentiösem Spiel. Der Soundtrack von Shaun Bartlett tut sein übriges, dass man alle Figuren direkt ins Herz schließt und sich manchmal ein wenig wie im Märchen fühlt.
Eine Gemeinsamkeit hat dieser Film jedoch mit den üblichen romantischen Komödien aus USA - wer Tiefgang und Dramatik erwartet, tiefere Lebensweisheiten oder Sinnfragen ist hier fehl am Platz. Der Film bleibt die ganze Zeit an der Oberfläche, kratzt nie mehr als er muss und läßt den Zuschauer dadurch unnötig oft kalt. Übrig bleibt ein netter, herzlicher Film, der durch ein paar ernsthaftere und etwas tiefgründigere Momente sicherlich hinzugewonnen hätte.
Der Plot klingt ja ziemlich lahm, aber der Trailer hat mir richtig gut gefallen. Außerdem mag ich "Sophies Welt" sehr (das Buch, aber selbst den Film fand ich gut ^^). Ich glaub ich weiß endlich was ich diese Kinowoche gucke :).
Für alle Romantiker und Liebe-auf-den-ersten-Blick-Gläubigen. Briefe von einem Verstorbenen und ein junger Mann folgt seiner großen Liebe überall hin. Das war alles schon mal da, beweist aber einmal mehr, dass die besten Liebesgeschichten oft die einfachen sind. Wunderbarer Film mit Bildern von bestechender Schönheit, der trotzdem nicht völlig im Kitsch versinkt.
Das Orangenmädchen - Kritik
NO/DE/ES 2009 Laufzeit 80 Minuten, FSK 0, Komödie, Kinostart 10.12.2009
Kritiken (2) — Film: Das Orangenmädchen
G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs
Kommentar löschenJostein Gaarder, Autor der liebenswerten und weltweit bekannten Philosophiestunde Sophies Welt, schrieb mit Das Orangenmädchen eine charmante Liebesgeschichte, die Eva Dahr adäquat für die Leinwand umsetzte. Der Film besticht dabei durch die wundervollen Schauplätze, von der frostig-klaren Berglandschaft Norwegens bis in die sonnig-verträumten Gassen der spanischen Stadt der Künste. Gemeinsam hat er mit der Vorlage die sorgfältige Figurenzeichnung, die einer an und für sich unspektakuläre Romanze die nötige Tiefe und Anziehungskraft verleiht.
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José Garcia: Textezumfilm
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Obwohl die Parallelmontage handwerklich gelungen ist, schafft Regisseurin Eva Dahr nur bedingt, die in der Vergangenheit spielende Geschichte mit dem behaupteten geheimnisvollen Zauber zu umgeben. Trotzdem ergibt das Ineinanderfließen der zwei Ebenen eine interessante Reflexion über den Wert der Erinnerung, über die Zeit, über Leben und Tod.
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Kommentare (6) — Film: Das Orangenmädchen
Kommentar schreibenfilm anders sehen 2011/06/29 13:19:03
Kommentar löschenEhre und Achtung egenüber dem Anderen und in ehrlicher Liebe
Liebe ist nur real in Vertrauen und Ehrlichkeit
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Miss Sophie 2010/06/15 17:37:27
Kommentar löschenNetter kleiner Film mit schönen Bildern aus Norwegen und Sevilla und sympathischen Figuren. Die Romanvorlage kenne ich nicht, die paar Ausflüge zum Thema "Liebe" und "Ewigkeit" waren jetzt aber nicht so weltbewegend, deswegen hätte man sicher mehr draus machen können. Manchmal fehlt hier und da etwas der Zusammenhang in der Geschichte, einzelne Momente sind aber durchaus gelungen, zumindestens wenn man ein gewisses Faible für Romantik hat. Angenehmerweise ist der Film recht kurz, für mehr hätte die Story auch einfach nicht gereicht, so aber bleibt doch eine angenehme Erinnerung zurück.
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Thomas479 2009/12/20 13:20:47
Kommentar löschenEin kleiner, feinfühliger Film, der wie die parallel laufende Produktion “Der Solist” gut in diese Jahreszeit passt. Es geht um das Leben, um den Augenblick und die Ewigkeit. Was ist eigentlich Ewigkeit? Diese Frage zieht sich durch den ganzen Film.
Die Schauspielleistungen sind durchgehend überzeugend, die Regie setzt die Akzente angenehm zurückhaltend. Es gibt einige wunderschöne Bilder und einige zum nachdenken anregende Dialoge. Eine der schönsten Szenen für mich war, als der Vater seinen Sohn auf dem Rücken trägt, eigentlich nur um von seinem Gesundheitszustand abzulenken, auf den der Kleine seinen Papa kurz vorher offensichtlich rein instinktiv angesprochen hatte.
Man hätte aus der in der Vergangenheit spielenden Handlung noch etwas mehr machen können, etwas mehr Tiefgang hätte vielleicht nicht geschadet. So ist der Film mit seinen gerade mal 80 Minuten, davon dürfen noch mal ca. 6 Minuten für Vor- und Abspann abgezogen werden, doch etwas kurz geraten. Ein Kinobesuch ist dennoch lohnenswert.
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denise 2009/12/18 21:10:45
Kommentar löschenSchöner Film à la Marc Levy - nur, dass sich hier nicht Hollywood an einer herzergreifenden Romanvorlage vergriffen hat, sondern Skandinavier. Das ließ zumindest wenig übertriebenen Kitsch und aalglatte, hübsche Modelgesichter erwarten.
Und der Film ist auch weniger klinisch schick als nordisch einfach. Was dem Film durchaus guttut. Neben den tollen Bildern lebt der Film von seinen unbekannten Darstellern und deren unprätentiösem Spiel. Der Soundtrack von Shaun Bartlett tut sein übriges, dass man alle Figuren direkt ins Herz schließt und sich manchmal ein wenig wie im Märchen fühlt.
Eine Gemeinsamkeit hat dieser Film jedoch mit den üblichen romantischen Komödien aus USA - wer Tiefgang und Dramatik erwartet, tiefere Lebensweisheiten oder Sinnfragen ist hier fehl am Platz. Der Film bleibt die ganze Zeit an der Oberfläche, kratzt nie mehr als er muss und läßt den Zuschauer dadurch unnötig oft kalt. Übrig bleibt ein netter, herzlicher Film, der durch ein paar ernsthaftere und etwas tiefgründigere Momente sicherlich hinzugewonnen hätte.
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nurleben 2009/12/11 21:59:51
Kommentar löschenDer Plot klingt ja ziemlich lahm, aber der Trailer hat mir richtig gut gefallen. Außerdem mag ich "Sophies Welt" sehr (das Buch, aber selbst den Film fand ich gut ^^). Ich glaub ich weiß endlich was ich diese Kinowoche gucke :).
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten
nurleben 2010/01/24 20:04:42
Antwort löschen... bessergesagt was ich irgendwann mal auf DVD gucke. Oder auch nicht :D.
Kris 2009/11/13 08:53:06
Kommentar löschenFür alle Romantiker und Liebe-auf-den-ersten-Blick-Gläubigen. Briefe von einem Verstorbenen und ein junger Mann folgt seiner großen Liebe überall hin. Das war alles schon mal da, beweist aber einmal mehr, dass die besten Liebesgeschichten oft die einfachen sind. Wunderbarer Film mit Bildern von bestechender Schönheit, der trotzdem nicht völlig im Kitsch versinkt.
3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten
Prestigeww 2009/11/23 15:55:19
Antwort löschenSchon wieder!
Kris 2009/11/25 18:51:27
Antwort löschenDoch nur einmal im Jahr...
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