Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders - Kritik

DE/ES/US 2006 Laufzeit 147 Minuten, FSK 12, Drama, Kriminalfilm, Thriller, Kinostart 14.09.2006

  • Das Buch ist super gut geschrieben es fehlen einige Details im Film das finde ich sehr schade. Ansonsten ist der Film recht gut.

    • 7

      Da ich das Buch nicht kenne kann ich schlecht beurteilen ob der Film gut umgesetzt wurde.
      Also zum Film ... ähm ja .... also den Film ansich fand ich gut gemacht ob es um die Rollenbesetzung die Kostüme die Schauplätze oder das schauspiel allgemein geht fand ich den Film sehr gut, doch das Ende??!!!
      Ein Parfum wo ein par Trofen eine gnaze Stadt zum Rudelsexualverkehr verzaubert und dann in eine extase setzt und sie den Mörder laufen lassen und die Schlußszene wo es die Leute dazu treibt, dass sie ihn auffressen????!!
      Also mal ehrlich, etwas doch hoch angesetzt, oder. Das war mir dann doch zuviel Kitsch, auch wenns nach dem Buch kommt, aber die letzten 10 15 min fand ich "to much", ansonsten ein Klase Film.

      • 7
        Deekin 31.05.2015, 11:33 Geändert 31.05.2015, 13:55

        (Vorischt: Enthält Spoiler!)
        Uuuuuhhh... "Der Duft der Frauen" mal anders.
        Nein, Scherz beiseite.
        "Das Parfum" ist zweifellos ein ambitionierter Film, bei welchem Tom Tykwer wirklich versucht hat, alle Register zu ziehen, um diese Buchvorlage sowohl in visueller als auch erzählerischer Weise umzusetzen. Und tatsächlich ist die audiovisuelle Gestaltung dieses Films beachtlich. Auch bietet dieses Werk zunächst eine enorme thematische Tiefe, welche die Geschichte zu einem sehr interessanten und eigenständigen Werk macht. Jedoch läuft, und ich kann es nicht völlig genau beziffern, in der zweiten Hälfte der Laufzeit etwas falsch und sorgt dafür, dass das Filmerlebnis für eine lange Zeit enorm dröge wirkt.
        Als Zuschauer muss man sicherlich den märchenhaften Charakter und die mehr oder weniger magischen Elemente akzeptieren, die hier im Gewand eines historischen Films mitpräsentiert werden. Ein Protagonist, dessen extrem scharfer Geruchsinn ihn praktisch durch Wände sehen... äh... riechen lässt; und ein Parfüm, destilliert aus den Gerüchen von 13 hübschen Frauen oder so, welches, wie auch immer, entweder zutiefste religiöse Hingabe oder orgiastische Lust hervorruft. Mit solch magischen Elementen, die clever in das historische Setting eingewoben worden sind, muss man klar kommen, um sich voll und ganz auf diese Geschichte einlassen zu können.
        Was die bildliche Gestaltung des Films angeht, so wird hier auf sehr bestechende Art und Weise versucht, den empfindlichen Gerruchsinn von Jean-Baptiste (Ben Wishaw) auf das visuelle Medium zu übertragen. Ähnlich wie die Gerüche, die sein außergewöhnlicher Riechkolben aus allen Richtungen empfängt, schwebt die Kamera völlig frei in jede Richtung und dringt zu jeder Quelle des Geruchs vor. Sinnlich-schwebende Nahaufnahmen, welche den Körper des Mirabellenmädchens (Karoline Herfurth) abtasten, vermitteln sehr deutlich die Intensität, mit welcher Jean-Baptiste ihren Körpergeruch wahrnimmt. Eine gut gewählte Bildkomposition spielt dort ebenfalls mithinein: Wenn er bei Nacht, einem Stalker gleich, sie bis zu einem Platz verfolgt, der völlig im Dunkeln liegt und nur ihr Unterschlupf von hellem Kerzenschein erleuchtet ist, so vermittelt "Das Parfum" auf visueller Ebene sehr deutlich, wo seine Nase ihn hinführt. Schließlich wirken diese sinnlich-schönen Bilder wunderbar im Kontrast zu der völlig dreckigen Kulisse von Paris, in welcher das Elend aus allen Poren der Stadt tropft. So macht es auf mich immer wieder den Eindruck, als würde die Hauptfigur mithilfe seiner Begabung versuchen, dieser bitteren Welt etwas Schönes abzugewinnen.
        Was die thematische Ebene angeht, so erzählt "Das Parfum" hier die Geschichte von der Geburt und Entstehung eines Serienmörders, die sowohl tragisch als auch erschreckend ist. Jean-Baptiste Grenouille führte ein Leben, das vollkommen ohne Liebe geprägt war. Seine Mutter hat ihn zurückgelassen, die Kinder im Waisenhaus verabscheuen ihn, und sowohl die Leiterin des Waisenhauses Madame Gaillard (Sian Thomas), der Chef der Häuter Grimal (Sam Douglas) und der Parfumeur Guiseppe Baldini (Dustin Hoffman) sehen in ihm vor allem eine finanzielle Investition. So entwickelt er sich schließlich zu einer zutiefst geschädigten Person, die unter all der Demütigung und Prügel nie so etwas wie Zuneigung oder Menschsein erfahren hat. Entsprechend hat er Schwierigkeiten, andere Menschen als etwas anderes wahrzunehmen als Dinge und Gerüche, die er sich gefügig zu machen versucht. Dies wird ebenfalls deutlich an einer Szene, in welcher er versucht, aus Metall, Glass und Kupfer Gerüche zu destillieren, da er den Unterschied zwischen belebten und unbelebten Dingen nicht klar erkennt. Das Ganze gipfelt schließlich in einer Szene, in welcher Jean-Baptiste feststellt, dass er selbst keinen Geruch hat (es kann natürlich genauso gut sein, dass er seinen eigenen Geruch nur nicht wahrnehmen kann, aber dies passt genauso gut in die Figurenzeichnung, die hier vorgenommen wird). Der Film betont an einigen Stellen nicht zufällig den Vergleich zwischen dem Geruch und der Seele. Entsprechend ist die Hauptfigur davon angetrieben, etwas mithilfe seiner Fähigkeiten wiederzugewinnen. Doch handelt es sich dabei um etwas unwiederbringlich Verlorenes, sei es sein Geruch (metaphorisch für seine Seele), seine Kindheit oder der Duft des Mirabellenmädchens, in welchen er sich unvergesslich verliebt hat. Das Motiv, etwas verlorenes wiederzugewinnen, wird auch übergeordnet vom Erzähler des Films wiedergespiegelt, welcher aufzeigt, wie die Existens der außergewöhnlichen Figur von Jean-Baptiste Grenouille durch eine Kette absurd-witziger Zufälle der Geschichtsschreibung völlig entgangen ist. Das Alles ist erstklassiger Stoff für eine Geschichte, die man (abgesehen von der Buchvorlage) so noch nicht erzählt bekommen hat, welche wirklich eigenständig, originell und auf mehreren Erzählebenen clever konstruiert ist.
        So ist es dann auch sehr schade, dass der Film nach einer wirklich starken ersten Hälfte, mit einer besonders starken ersten halben Stunde, im zweiten Teil eher abflacht. Das Setting von Grasse ist nach wie vor sehr schön und auch mit tollen Bildern in Szene gesetzt, jedoch fühlte sich diese ganze Passage, in welcher Jean-Baptiste sich seinen neuen Duft kreiert, ein wenig redundant und repititiv an. Das mag sicherlich daran liegen, dass ich persönlich häufig ein Problem damit habe, wenn ein Film an einem Punkt nahezu komplett Setting und Charaktere austauscht und erst sehr spät Figuren einführt und verlangt, dass diese mir nahegehen sollen. Denn während der innere Konflikt der Hauptfigur hier meines Erachtens viel zu stark in den Hintergrund tritt und man lediglich zu sehen bekommt, wie diese seinen mörderischen Plan Stück für Stück ausführt, so liegt der Schwerpunkt weitaus mehr auf einer Vater-Tochter-Beziehung, die für das beisherige Geschehen nicht sonderlich von Bedeutung ist. Nicht, dass man so etwas nicht auf eine tolle Art und Weise hinkriegen kann, doch zumindest fühlte es sich wie ein enormer Knick im Filmerlebnis an, da plötzlich Figuren, Setting und sogar die Erzählweise und das Genre fast völlig ausgetauscht worden sind. So ist der Erzähler aus dem Off in dieser zweiten Hälfte fast völlig abwesend und das Geschehen konzentriert sich vielmehr auf einen verhältnismäßig generischen Thriller-Part, welcher zwar noch immer bildstark und fähig in Szene gesetzt worden ist, aber im Vergleich zu der charakterstarken ersten Hälfte etwas flach wirkt. Erst das Finale des Films ist wiederum sehr gelungen, einfallsreich und schließt den thematischen Gehalt des Films passend ab.
        Alles in allem tue ich mich daher schwer, "Das Parfum" vernünftig zu bewerten, da es sowohl sehr starke Passagen gibt, sich das Geschehen mit zunehmender Laufzeit aber auch immer schwächer anfühlt. Er ist empfehlenswert alleine schon wegen seiner aufwendigen Optik, der tollen Schauspieler, der hervorragenden Präsentation des geschichtlichen Settings und seiner originellen Idee für eine Handlung. Zudem merkt man diesem Werk seine Ambitionen, Mühen und seinen Erzähldrang jederzeit an; hier steckt einfach sehr viel Herzblut drin. Aber auf diverse Durststrecken sowie einige nicht immer überzeugende Szenen muss man sich ebenfalls einlassen. "Das Parfum" ist somit ein guter Film, kann aber nicht gänzlich überzeugen.

        3
        • 8

          Eine wirklich gut gespielte und gut umgesetzte Romanverfilmung! Der Plot ist wirklich interresant und das faszinierend/verstörend. Und das Ende.......!!!!!!!

          • 7 .5
            don_vitocorleone 21.04.2015, 23:43 Geändert 21.04.2015, 23:44

            Das Parfum. Ja....als ich den Titel gehört habe dachte ich zuerst, dass der Film hauptsählich über Parfüm handle bzw. dessen Geschichte, Herstellung usw. tematisiere.
            Falsch Gedacht!
            Die Herstellung spielt zwar durchaus eine Rolle aber in einem etwas anderen Kontext. Ich sage nur: Der Duft der Frauen.
            Enttäusch wurde ich aber keinesfalls, das Parfum ist ein sehr interessanter Fim mit tollen Bildern der in die richtung Kunstfilm geht.

            • 10

              Anlässlich meines 12. Geburtstages wollte ich unbedingt den Film "Das Parfum" mit meinen Friends im Kino schauen. Meine Mutter hatte nichts dagegen, anscheinend die Eltern der Freunde auch nicht.
              Nach dem Film war die Meinung überwiegend gleich: Ekelfilm, Komischer Film, Kackfilm (Wurde im Kino durch "Ihhh"-Rufe und Würgelaute demonstriert).
              Nur ich war fasziniert. Ob das jetzt eigenartig ist, darf jeder selbst bestimmen.
              Nach dem lesen der Buchlektüre veränderte sich meine Meinung nicht.
              Natürlich kann man das Buch und den Film nicht miteinander vergleichen, immerhin handelte es sich damals um ein unverfilmbares Buch.
              Doch Tom Tywker schaffte es die düstere Atmosphäre einzufangen und sie gezielt im Film zu verarbeiten. Unterstrichen von einem prachtvollen Soundtrack (Mit der Beste in der ganzen Filmmusikgeschichte), wurde ich in diese eigenartige Welt hineingezogen, trotz vieler bizarren Filmsequenzen, die im Buch meist noch intensiver beschrieben werden.
              Sowohl der damals noch unbekannte Ben Whishaw überzeugt als widerlicher Geruchsfetischist Jean-Baptiste Grenouille grandios, als auch Alan Rickman oder die deutsche Karoline Herfurth als Mirabellenmädchen etc.
              Netter Fakt: Natalie Portman hat einen klitzekleinen Auftritt als Opfer. Vielleicht wäre das schon ein sehenswerter Punkt für Filmliebhaber.

              Der Film bleibt definitiv Geschmackssache, doch für mich ein unerreichtes Meisterwerk, das man kaum besser verfilmen konnte.

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              • 6 .5

                Das Parfum ist für mich bei weitem kein schlechter Film, nur "leider" hat er es durch eine so brachial gute Romanvorlage wirklich schwer.
                Auf Regisseur Tom Tykwer kamen die verschiedensten Herausforderungen zu. Wie stellt er das Genie Grenouilles dar? Wie schafft er es, Gerüche in Filmform festzuhalten?
                Das ist ihm zwar meiner Meinung nach alles recht gut gelungen, dabei geht aber leider beinahe sämtliche Ästhetik verloren.
                Während die Romanvorlage sich dadurch auszeichnete, die Hässlichkeit zu ästhetisieren, gelingt dies dem Film leider nicht.
                Generell gelingt es Tykwer in meinen Augen nicht, die Vollendung, die Grenouille in gewissen Momenten erfährt, einzufangen.
                Jeder Moment des Filmes wirkt unvollendent, es fühlt sich so an, als würde immer etwas fehlen.
                Was mich aber am Meisten gestört hat, ist die Darstellung Grenouilles. Währenddessen man im Roman eine distanzierte Haltung hat, sympathisiert man im Film teilweise sogar mit ihm, was in meinen Augen eine dramatische Fehlinterpretation des zugrunde liegenden Stoffes ist.
                Trotzdem muss ich gestehen, dass Tykwer doch der Qualität des Romanes recht Nahe kommt, gerade wenn man bedenkt, wie enorm doch der Schwierigkeitsgrad war und wie viel hätte schief gehen können.
                So kann ich beruhigt sagen, dass sich Tykwers Interpretation zwar nicht viel traut und auch mehr wiedergibt als zu deuten, aber dafür auch dauerhaft solide bleibt, ohne Längen auskommt und mit guter Besetzung daherkommt.
                Zudem ist es gelungen die Krimielemente und Elemente eines Entwicklungsromanes perfekt in den Film zu transferieren, sodass man einen ähnlichen Eindruck der Atmosphäre erlangt.
                Ich hätte mir noch gewünscht, dass man mehr wagt und vielleicht auch ein wenig kreativer fungiert, vielleicht auch ein wenig mehr mit der Ästhetik, die ja eine nicht gerade unwichtige Rolle im Roman spielt, arbeitet.

                Unterm Strich betrachtet ist Das Parfum in meinen Augen eine solide Romanverfilmung, die etwas gewagter hätte ausfallen können, wo ich aber auch froh bin, dass es nicht zu einer komplett enttäuschenden Darstellung des Stoffes kommt, denn so sind die Bemühungen, einen guten Film zu inszenieren, deutlich spürbar.

                12
                • 6

                  Es sind wirklich eklige Szenen in dem Film dabei. Und die Geschichte ist äußerst bizarr. Sich von einem Parfum (und sei es noch so gut) betören zu lassen und daraufhin einen Schwer Verbrecher laufen zu lassen.
                  Ansonsten, kann man sich den Film mal antun.

                  • 7

                    Das Buch hat mir gut gefallen und der Film auch. Sehe beides mehr oder weniger getrennt. Das Buch hat mir eine gewisse Perspektive eröffnet, welche mehr meiner Fantasie entsprach und der Film hat mir eine andere Perspektive gezeigt, die auf der Interpretation bzw. Der Umsetzung anderer Menschen in einem anderem Medium beruht.wie gesagt ich könnte mit beidem etwas anfangen.

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                    • 10

                      Einer meiner absoluten Lieblingsfilme!
                      Da kommen schöne Erinnerungen hoch... Ich habe damals meine Facharbeit über das Buch geschrieben.
                      Der Roman hat mich damals sofort in seinen Bann gezogen... Ein Junge der blind durch die Welt läuft, immer der Nase nach. Von den vielen Ebenen und gesellschaftkritischen Aspekten fang ich erst garnicht an, darüber könnte man eine ganze Masterarbeit schreiben ;) Einfach nur Toll!
                      Viele vergleichen den Film mit den Roman, was natürlich selbstverständlich ist und sind dann enttäuscht. Das spiegelt sich hier ganz gut an den Bewertungen wieder, im Vergleich der Leute die den Roman gelesen haben und diejenigen die
                      erst, oder nur den Film sahen.
                      Was hier aber so wunderbar ist und fuktioniert, dass Tykwer erst garnicht versucht 1 zu 1 alles so wiederzugeben wie im Buch. So entsteht eine ganz andere Atmosphäre die ich so, beim Lesen, nicht verspürt habe. Ich betrachte das Buch jetzt auch ein wenig anders, sogar noch besser, da ich einen Eindruck mehr gewonnen habe. Alles im Allem sind beide Werke meiner Meinung nach einfach nur Top! Wenn man sich drauf einlässt (unvoreingenommen vom Buch), macht man eine Reise durch ein Paris, die man so schnell nicht mehr vergisst.

                      P.S. Der Soundtrack ist der HAMMER!!!!!!!

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                      • 6

                        Vergesst den film das Buch ist viel besser, aber einmal anschauen geht schon ;)

                        • 7

                          Nun, ich bin wahrscheinlich der einzige der den Roman dazu nicht gelesen hat, aber ich versuche ihn trotzdem zu kritisieren:
                          Mir persönlich gefiel die Idee, die Umsetzung, die Schauspieler, eigentlich alles. Selbst das alles überhaupt nicht realistisch ist, stört mich nicht. Die Geschichte ist toll erzählt, um ehrlich zu sein hätte ich sie niemals ohne der Hintergrund Stimme verstanden.
                          Alles ist tadellos, die übernatürliche Gabe des überdimensional ausgeprägten Geruchssinnes, als auch das Sammeln der Unterschiedlichen Gerüche. Ich entwickelte meine eigene Theorie dazu, nachdem ich über den Film nachdachte.
                          Alle Frauen symbolisierten Gefühle und als am Ende die Mixtur die Liebe ergab, kam ich zu den Schluss, dass alle Mädchen in ihren Eigenschaften, den jeweils ausgeprägtesten Gefühl, die perfektesten waren. Einzig gefiel mir die Demonstrierung der Wirkung dieses Parfums nicht. Und der Hauptdarsteller vermittelte auch nicht unbedingt das Gefühl, als sei er Amor, was ich mir aber wirklich gewünscht hätte. Also sagen wir: Seit dem Zeitpunkt als er gefangen genommen wurde, kippt die Geschichte.
                          Ansonsten ein recht akzeptabler und recht überdurchschnittlich inszenierter Film.

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                          • 6

                            Äußerungen wie "kommt nicht an das Buch heran" sind bei Literaturverfilmungen völlig fehl am Platz. Ein Roman ist ein Kunstwerk. Ein Film ist ein anderes Kunstwerk. Bei berühmten Gemälden wird schließlich auch nicht kritisiert, dass die originallandschaft schöner oder die Person in Realität hübscher gewesen wäre.
                            Eine Literaturverfilmung ist eine Interpretation eines Drehbuchautors, eines Regisseurs, der Schauspieler, eines Filmteams. Ein Kunstwerk, dass lediglich ein anderes Kunstwerk als Inspiationsquelle nutzt und sich zu jeder Zeit zugunsten eigener Kreativität vom Roman absetzen darf.
                            Daraus folgt der logische Schluss, das jeder Film völlig unabhängig von der Romanquelle zu sehen und zu bewerten ist. Hinsichtlich Logik, Dramatik und Tiefe muss an jedes filmische Werk höchster Anspruch gestellt werden, ohne dabei den Roman als Ergänzung hinzuziehen zu müssen.

                            Im Fall von "Das Parfum" ist meiner Ansicht nach der Transport von Gerüchen über die rein audiovisuelle Ebene zwar als mutiger, jedoch als nur in kleinen Teilen gelungener Versuch zu betrachten. Auch Tykwer, zweifellos ein exzellenter Regisseur und Autor, konnte die Verknüpfung verschiedener Sinne über Optik und Akustik hinaus noch nicht meistern.

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                            • 6 .5

                              Als eigenständiger Film eigentlich eine 7.5. Wer den Roman kennt kann aber leider nur 6.5 geben. Die beschreibungen Patrick Süsskinds sind schwer Visuell zu vermitteln.
                              Es ist halt immer das Problem Film/Roman oder Roman/Film. Meist ist das zuerst erlebte das Opus magnum. Was danach kommt kann nur entäuschen.
                              Ich habe es extrem erlebt bei BITTER MOON (Einer von Polanskis besten) Zuerst Film, dann Roman (gähn), dann SHINING (klar Kubrick), Roman von King (gähn).Und auch umgekehrt. VATERLAND (genialer Roman von Robert Harris) .Und als Film 08/15 Fliessband ware.
                              Zufall? Fragen über Fragen.

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                              • 7 .5

                                Klar war das Buch um einiges Besser. An sich isser aber gut rüber gekommen.

                                • 3 .5

                                  Auch hier zeigt sich, dass Filme mit Büchern häufig nicht mithalten können. Vor allem wenn sie elementare Szenen auslassen (auf dem Berggipfel im Wind) oder vollkommen verfälschend darstellen (sachte gesprochenes "Holz" statt "... so kotzte er es heraus.") Darüber hinaus ist Ben Whishaw für den "spinnenhaften" "Zeck Grenouille" leider auch alles andere als die Idealbesetzung.

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                                  • 8 .5

                                    Was man für den perfekten Duft nicht alles tut. Ein interessanter Film, der durch schöne und sinnliche Bilder überzeugt. Die Story hat mir vom Aufbau her gut gefallen, nur das Ende fand ich ziemlich unrealistisch und unpassend. Ein Film der mich gut unterhalten hat :)

                                    • 10

                                      Ich liebe diesen Film, hab ihn das erste Mal im Open Air Kino gesehen. Wunderschöne Atmosphäre für einen wunderschönen Film.

                                      Dieser Film ist für mich insofern etwas besonderes, dass er der der erste Film war bei dem mir sowohl der Film als auch das Buch gefallen hatte.

                                      Die Geschichte des Buches wird sehr gut erzählt, die Charaktere sind gut geschrieben und werden für mich schon fast von der Idealbesetzung gespielt, einzig Jean Baptist sieht einfach zu gut aus.
                                      Es ist wie mit Andrew Garfield in Amazing Spidermann, die beiden geben eine super Performance ab aber beide sehen für die Rolle zu gut aus. Ich habe Garfield nie abgekauft das er ein Aussenseiter und Nerd war und Jean Baptist habe ich, nachdem ich das Buch gelesen habe eher so als Gollumverschnitt gesehen ^^

                                      Doch auch sonst besticht der Film mit wunderschönen Bildern einer interessanten Geschichte und einem Gänsehaut Soundtrack

                                      • 5

                                        [...] Lassen wir diese Ungereimtheiten außer Acht, auch wenn es verdammt schwer erscheint, bekommen wir mit „Das Parfum“ einen – und das ist in der Kontradiktion mit dem Roman wirklich wahnsinnig – schönen, einen ungemein ästhetischen Film. Tiefe Farben eskortieren den Zuschauer durch ein historisches Frankreich, der Flieder blüht und wird in breiten Fotografien zum Gemälde. Die Landschaften sind im Allgemeinen von pittoresker Größe, die Kamera selbst ist famos geführt, gleitet durch enge Gassen und über riesige Felder, dreht sich um die eigene Achse, um dem olfaktorischen Genie Grenouilles Ausdruck zu verleihen und verharrt in sinnlicher Statik, hat der mörderische Parfümeur ein Objekt der Begierde erschnüffelt. [...] Auch hier ist Leben und Tod das Leitmotiv, doch die Weichen sind verschoben, wie die Informationen über die Kopfnote, die Herznote, die Basisnote, die Akkorde und die Harmonie über Mischverhältnisse einzig als Randnotizen durch das tragische Szenario mäandern. [...] Ein seltsam angenehmer Film, der im Schatten seiner Vorlage verkümmert, weil er es muss.

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                                        • 9

                                          Großartiger Film mit toller Story, tiefer Atmosphäre und genial gespielten Charakteren auch wenn natürlich wie so oft, die Verfilmung nicht an das Buch heran kommt, aber das schafft Herr der Ringe auch nicht und alle hypen es. ;)

                                          • 6 .5

                                            Recht guter Film. Am Anfang war ich mir nicht ganz sicher was ich da gesehen hab, mit der Zeit wurde die Handlung dann aber strukturierter und geradliniger. Der Film hat so seine Längen und auch einige Schwächen, insgesamt ist er aber zu empfehlen. Ich kann natürlich nicht sagen wie der Film verglichen mit dem Buch so ist, da ich es nie gelesen habe. Aber als normaler, alleinstehender Film bekommt er von mir ne verdiente 6.5. Lediglich das Ende fand ich ein bisschen übertrieben und natürlich auch sehr unglaubwürdig. Einfach ein wenig wundervollen Duft versprühen und alle knien sich vor dem Mörder von 13 Frauen nieder und fangen an zu vögeln. Naja...

                                            • 10

                                              Die erste Romanverfilmung die ich sah. Einfach gewaltig. Die schauspielerische Leistung von Ben Whishaw ist einfach nur überragend.
                                              Beim Lesen zog mich der Inhalt schon in den Bann aber der Film war doch um längen besser. Meine Erwartungen wurden extrem übertroffen.
                                              Diesen Film kann ich immer wieder sehen.

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                                              • 5 .5

                                                Die gewählten Bilder, die den Sinnesrausch auslösen sollten, ließen mich komplett kalt bzw. wirkten auch teils abgegriffen bis hin zu lächerlich auf mich. Das Richtungsriechen war mir zu weit her geholt. Ist aber wohl Geschmackssache, denke ich.

                                                Auch mag ich diese Vergötterung und Überzeichnung irgendeiner Art von Genie nicht, mochte ich noch nie. Genie und Wahnsinn - aha. Aber viel mehr scheint hinter der Persönlichkeitszeichnung nicht zu stecken außer zwei extreme Pole, die in einer Person gegenübergestellt werden.

                                                Das Ende zieht sich und ergibt für mich keinen Sinn.
                                                (Achtung SPOILER)
                                                Okay, Menschen sind leicht beeinflussbare Herdentiere. Alles ausgelöst durch ein einziges Parfum ... mehr braucht es da nicht. Parfum drauf - zack! - und schon wurde eine Massenorgie ausgelöst.
                                                Ja Menschen können durch äußere Einflüsse leicht beeinflusst werden, Musik z.B., hab ich selbst schon miterlebt. Aber ein bisschen mehr gehört da eben schon noch dazu. Hier stört mich denke ich - genauso wie beim Thema 'geniale Persönlichkeit' - diese krasse Überspitzung, die sich so weit von der Realität entfernt, dass jede Tiefe verloren geht.

                                                SPOILER AUS

                                                Gefiel mir noch wesentlich besser, als ich ihn vor ein paar Jahren das erste Mal sah. Irgendwas hat er halt schon, dieser Film. Atmosphäre, Faszination, und ein klein wenig Spannung sind schon irgendwo vorhanden. Trotzdem haben mich die oben genannten Schwachpunkte eben doch zu sehr gestört, so dass es letztlich eine 5.5 geworden ist ^^

                                                • 8 .5

                                                  Auch wenn das Buch sicher ganz klasse ist, habe ich es vorab nicht gelesen. Denn auch so fesselt mich die tolle Geschichte des "Parfums" und des abscheulichen Grenouille.
                                                  Die Inszenierung eines komplexen Stoffs ist hier gut gelungen, die Szenen, in der gezeigt wird, wie Grenouille die aufgenommenen Gerüche verarbeitet sind exzellent. Otto Sander als Erzähler passt mit seiner "kaputten" Stimme super zum Setting und auch die zahlreichen Nebencharaktere sind gut in Szene gesetzt. Bei der Darstellung durch Ben Whishaw fehlt mir noch ein wenig mehr Abscheulichkeit, wenn diese doch am Anfang so herausstellte. Hier hätte vielleicht auch die Maske etwas mehr eingreifen können. Nichtsdestotrotz ein atemberaubender Film mit einem so spektakulären Twist, wie ich ihn lange schon nicht mehr gesehen habe. Dieses Ende ist das abgedrehteste und doch irgendwie perfekteste und originellste, was man sich für diesen Film erdenken kann.

                                                  • 9 .5

                                                    Wunderbarer und tiefer Film mit fabelhafter Besetzung, dem phantastischen Otto Sander als Erzähler und traumhafter Musik. Für mich stimmt hier alles: Die Kamerafahrten, die Grenouilles Nasenfreuden und -ekelhaftigkkeiten sozusagen visualisieren, die zwischen Abartigkeit und Ästhetik hin- und her schwankende Kulisse in Grenouilles Odeurwelt, die Details der Epoche und auch der Spannungsbogen. Die Bacchanalien-Szene Richtung Ende finde ich nicht Fehl am Platz, die gibt's auch im Buch und es muss ja klar sein, dass Grenouilles "perfektes" Parfum auch etwas Niedagewesenes produziert, sobald es frei gesetzt wird. Schließlich ist es ja neben anderen Gesichtspunkten, die ihm beim Mitansehen der Orgie klar werden der durch äußere Umstände wie Dufststoffe beeinflussbare Verstand der Menschen, der Grenouille desillusioniert und ihn letztlich handeln lässt, wie er es am - zugegeben ärgerlichen - Ende tut.

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