Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders - Kritik

Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders

DE/ES/US · 2006 · Laufzeit 147 Minuten · FSK 12 · Drama, Kriminalfilm, Thriller · Kinostart
  • Der Film ist schön gemacht und aufwendig, jedoch finde ich den Hauptdarsteller und seine Parfümherstellung echt pervers..........

    • 8

      Schwierig der Buchvorlage gerecht zu werden. Tom Tykwer setzt es aber sehr gut um und man wird trotz der Lauflänge nicht müde der "Geschichte des Mörders" gebannt zuzusehen.

      • 8
        Fenrisúlfr 09.03.2016, 15:07 Geändert 09.03.2016, 15:17

        >Ich habe zuvor den Roman gelesen.<
        Wunderbarer Film, der von der ersten Minute an fesselt. Die Atmosphäre des Buches wird schnell hervorragend hergestellt und man kann Paris nahezu, ja, riechen.

        Der Soundtrack des Films ist unbeschreiblich vielseitig und untermalt den Film perfekt, während die Schauspieler auch allesamt sehr gut spielen; zugegeben, die meisten müssen nicht viel hergeben, aber wenn es drauf ankommt, dann hauen sie ordentlich raus. Wishaw indes hat durchwegs ein suuuperb Acting an den Tag gelegt, die Weirdness Grenouilles hat er zweifelsohne so gut es im Medium Film eben mit so einem Aussehen :P geht herübergebracht. Auch wenn er nicht so mysteriös und dunkel wie in der Buchvorlage scheint.

        Die Geschichte ist recht nah an der der Bücher, beeilt sich manchmal ein wenig, was aber nur normal ist. Zwei Punkte wurden übersprungen; seine Begegnung mit diesem "Wissenschaftler" sowie die ganze Reihe von Ammen zu Beginn, aber das ist halb so wild, der Film ist so schon sehr "voll" und vergeht ungewöhnlich schnell. Die ansonsten veränderten Dinge sind im Regelfall auch nachvollziehbar.

        Es ist faszinierend, die Geschichte als gute filmische Umsetzung zu sehen, lebt der Roman doch von dem wahrhaft grandiosen Schreibstil.

        Natürlich wurde der als verkrüppelt und vernarbt beschriebene Grenouille im Film ganz und gar nicht verkrüppelt, aber ich kenne kaum Filme, bei dem Charaktere nicht trotz Buchbeschreibung ansehnlicher sind, wenn man da allein schon an Tyrion denkt.

        Eine tolle Umsetzung, die aber, wie immer, nicht das Buch und dessen 100000000000000000 Adjektive ersetzt.

        8
        • 10

          Meisterwerk von einer Geschichte! Super Effekte und klasse Schauspieler!

          • 6 .5

            Die Schauerwerte dieser Romanverfilmung sind ohne Zweifel vorhanden, Ausstattungsmäßig macht er auch was her, nur irgendwie habe ich den Eindruck das ist eine kleine Mogelpackung, um von der doch phasenweise langweilig geratenen Inszenierung abzulenken.

            Schauspielerisch überzeugt der Film vollkommen, die Besetzung ist magnifik.

            Atmosphärisch ist der Film am Anfang, nur verflacht das ganz zunehmend zu einer Opulenten sich vergalopierenden Geschichte, die zum Ende hin schon einiges an Glanz einbüßt.

            Tom Tykwers Arbeit ist solides Handwerk, ohne das gewisse etwas, mit fehlt hier die Nachhaltigkeit.

            Nette Süsskind Adaption!

            7
            • 7 .5
              JordanBelfort 07.02.2016, 13:26 Geändert 08.02.2016, 11:45

              Eine Romanverfilmung, die eigentlich fast alles richtig macht. Das Setting und die Stimmung sind drecking und modrig; sogar Nebenrollen sind toll besetzt (Dustin Hoffman grandios!); es wurde ziemlich nah an der Vorlage gearbeitet und somit der Fokus voll und ganz auf das Monster Grenouille gelegt; die Atmosphäre des Romans wird greifbar und durch die ganzen tollen Bilder beinah riechbar gemacht (gibt ja [zum Glück?] noch keine olfaktorischen Kinos) . Ich habe einst als Hausarbeit Roman und FIlm miteinander verglichen, welche ich glatt hier posten könnte, aber das wäre dann wohl doch etwas ausufernd.
              Warum ich ein paar Punkte abziehen muss?
              Die zweite Hälfte des Films fällt in Sachen Spannung und Story etwas ab. Dasselbe Problem hat das Buch meiner Ansicht nach zwar auch, aber da man hier ja Filme bewertet kann man sagen: Ein toll gemachter Film, den man aber nicht mehrmals sehen muss.

              1
              • 7
                pabloundtrish 04.02.2016, 13:36 Geändert 11.02.2016, 16:59

                Ein Film mit viel Aufwand, viel Kunst und vielen Höhen. Spätestens wenn man den Film mit Audiokommentar gesehen hat, weiß man, was so alles dahinter steckt. Für die Szene mit der Massenorgie wurde jedes einzelne Kostüm hinten umgeschneidert, damit sie sich alle schnell ausziehen lassen und die ganze Szene extra von dem berühmtesten spanischen Tanzensemble, den Fura Dels Baos, choreografiert, die dann auch gleichmäßig in ihr verteilt die Menschenmasse dirigiert haben, damit diese Szene so gelingen kann. Die ganze alte pariser Stadt wurde für ein paar Blicke aus dem Fenster originalgetreu animiert und eine Brücke die es nicht mehr gibt, neu gebaut und wieder zum Einsturz gebracht. Die Reitszene wurde mit einem Helikopter gefilmt und dabei Rachel Hurt-Woods Gesicht weil sie erst 15 war und noch nicht solche Stunts machen durfte, auf das Gesicht der Reiterin gelegt. Der Hund musste aus Hollywood eingeflogen werden, weil er der einzige war, der so etwas kann. Die Szene, wo das Baby den Finger greift ist echt, aber rückwärts und mit Zeitraffer gefilmt. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Jede einzelne Szene ist so interessant, originell und engagiert zustande gekommen. Leider zieht sich der Film aber in die Länge und nutzt sich schnell ab, sobald man ihn ein paar mal gesehen hat. Aus meiner Sicht, ohne das Buch zu kennen oder überhaupt Romane zu lesen, eine klare Empfehlung zum zwei drei mal gucken.

                • 8

                  Von der Kritik damals beinahe vernichtet. Selten gab es in der Filmwelt ungerechtere Urteile. Das Parfum ist ein fazinierender Film. Kaum zu glauben das es sich um einen deutschen Film handelt!

                  1
                  • 8

                    Vielleich nicht ganz so spannend, aber ganz tolle Bilder. Mir hat er gefallen :-)

                    • ?

                      Bis zur Würgegrenze wurde uns Kindern dieses Buch hineingedrückt. Ich hatte meine Schwänzphase, als wir das Buch in der Schule lasen. Zwei mal habe ich es geschafft, dieses göttliche Etwas zu umgehen (Schulwechsel). Dann habe ich es freiwillig gelesen und es war das einzige Buch in meinem Leben, dass mich zu 100% gepackt hat. Patrick Süskind, danke. Ich werde nie wieder ein so sprachlich elegantes Buch lesen, ich weiß es. Das macht mich traurig. Demut, absolute Demut.
                      Zum Film: Nein, danke. Kein Interesse.

                      6
                      • 7 .5
                        smartbo 09.12.2015, 17:44 Geändert 09.12.2015, 17:49

                        Optisch herausragend umgesetzt: Kostüme, Bühnenbilder, Requisiten, alles sehr detaillgetreu und aufwändig gemacht und das 18. Jahrhundert klasse wiedergegeben. Die exzellente Inszenierung, gelungene Dramaturgie und vor allem die briallanten Schauspieler pushen den Film qualitativ nach oben.
                        Absolut sehenswert. Daumen hoch.

                        1
                        • 7

                          Bis zur Massengangbangszene wirklich toll geschrieben, danach wurde es mir einfach zu blöd.

                          1
                          • 7

                            Eine sehr schöne zugleich auch brutale Story die einen sehr gut unterhält. Mir fehlt am Ende der Geschichte einfach die Realitätsnähe welches den ganzen Film lang sehr glaubhaft rüberkam. Der Schluss endet wie in einem Fantasystreifen deshalb verliert er in meinen Augen auch paar Punkte, die ich bei einem besseren Finale gegeben hätte

                            1
                            • 7

                              Super Bildsprache - Ich finde es gut, dass der Film sich nicht 1zu1 an das Buch hält, obwohl die Neuinterpretation vom Ende (die Liebe zu der ersten Frau) für mich als Buchleser seeehr daneben erscheint. Mein Lieblingspart, wie er sein eigenes Reich baut ist im Film leider nicht vorhanden.

                              • 6

                                Das Ende lässt meinen Kopf rauchen und in Fragezeichen verschwinden.

                                • 8 .5

                                  Mein Fazit:

                                  Das dies eine deutsche Produktion ist, habe ich erst später erfahren. Um so erstaunter bin ich über dieses Werk, das ich nicht genau beschreiben kann. Die krassen Bilder des stinkenden Paris im 18.ten Jahrhundert können einen schon abstoßen, aber wie soll man sonst dieses „Geruchsbild“ verdeutlichen? Auch die Brutalität, in der Jean-Baptiste aufwächst, ist erschreckend und abstoßend.

                                  Aber die Magie, die ihn umgibt, während er entdeckt, das er eine besondere Begabung hat, hat der Regisseur sehr gut in Szene gesetzt. Ich bin schon davon überzeugt, das sie das Paris so gezeigt haben, wie es im Grunde wirklich war. Die Kulisse wirkt echt und packend.

                                  Es ist ein beklemmendes Werk, die Musik stets melancholisch angehaucht und es hat auch einige Spitzfindigkeiten. Alles in allem ist es ein Werk, das nicht wirklich genau einzuordnen ist. Aber für eine deutsche Produktion ist es ein sehr starker Film geworden.

                                  Anmerkung: Die Rezension stammt aus Augsut 2009.

                                  2
                                  • 8
                                    deevaudee 18.07.2015, 10:00 Geändert 18.07.2015, 10:03

                                    Die Tausendste Filmnote, wird ganz ganz dufte.
                                    Denn es riecht stark nach Parfüm.
                                    Oder Parfum??? Für die Ü Pünktchen hats hier auf MP nicht gereicht. :S

                                    Egal. Das Parfüm - Die Geschichte eines Mörders ist in sofern interessant, dass es eine Art Thriller ist. Im Antiken Gewand des 18. Jahrhunderts.
                                    Dabei spielt Ben Whishaw den Duftexentriker, und den daraus resultierenden Killer. Der irgendwie eine Mischung aus Hannibal Lector und Jack the Ripper ist. Denn sein feines Näschen und sein unbändiger Wille, unbedingt das Superparfüm herzustellen ist schon perfide genug.
                                    Die Darstellung der Zeit gelingt Tom Tykwer recht fulminant. Nichts ist beschönigt, es ist herrlich dreckig und der Film startet eigentlich mit einer Ekeloffensive die einer 12er Freigabe wieder Freiheit lässt um sich darüber zu streiten.
                                    Doch übers Bein gebrochen gibt es keinen brutal dargestellten Mord. Wodurch es sich nur leicht relativiert.
                                    Unser Mörder ist von Sternzeichen Fische, naja zumindest Fischmarkt.
                                    In Haufen von Fischresten, Fleischabfällen, Hundepisse, Kot und Kotze gebärt eine Frau mit einen Flutsch ein Kind, das aber kurz nach dem Wurf schon anfängt alle Abstossenden Düfte in sich zu vereinen. Mutter erhängt, der Gnom ins Waisenhaus und später im vorangeschrittenen Alter für 7 Franc an einen Gerberer verkauft.
                                    Herausstechend ist hier vor allem Tykwers Darstellung in all seiner Konsequenz. Nichts wird dem Zufall überlassen. Alles bekommt einen Künstlerischen touch.
                                    Und der Weg von Grenouille geht weiter voran. In Paris angelangt, kommt er in den Genuss von den wunderbaren Düften der Parfümwelt. Dort trifft er auch auf Baldini, ein ehemaliger Duftcreatéur, der ein Schatten seiner alten jungen Tage ist. Mit der perfekten Kopie eines der gerade angesagtesten Parfüms Paris geht Grenouille bei Baldini in die Lehre und verhilft den Alten (Dustin Hoffman) nochmal zu neuen glanz.
                                    Doch dabei gibt es für Grenouille die Schicksalhafte Begegnung mit dem Mirabellen Mädchen. Im Affekt tötet er das junge zarte Geschöpf.
                                    Und weil sein feines Näschen ihn auf den Duft der Frauen bringt, dieser aber nach dem Ableben verschwindet, bekommt er die Idee diesen Duft zu konservieren.

                                    Da sein Meister ihm diese Leere nicht anbieten kann, soll es für den jungen Grenouille nach Grasse gehen. Doch das geht nur mit dem Gesellenbrief. Den ihm Baldini gibt, und im Gegenzug 100 Rezepte für neue Düfte von ihm bekommt.
                                    Das Baldini dann auf eine besondere Art und Weise entschläft, ist ein feiner Zug von Tykwer in dieser eh schon düsteren Atmosphäre etwas schwarzen Humor rein zu bekommen.
                                    In Grasse steigert dann aber sich Grenouille zu den morbiden und Lieblosen Killer um sein Super Parfüm herzustellen. Da er von Baldini lernte, das ein Parfüm aus 3 Akkorden besteht, und jeder Akkord 4 Basen besitzt, soll es aber laut Legende einen 13. Bestandteil geben, den man in einen Ägyptischen Pharaonen Grab fand.
                                    Und da zeigt der junge Duftakrobat seine Jack the Ripper Qualitäten, und mordet fröhlich durch die Stadt um SEIN Parfüm zu vervollständigen.
                                    Sein Highlight stellt aber die Adelstochter Laura dar, die Grenouille aber auch immer wieder an das Mirabellenmädchen erinnert.
                                    Der Vater (Alan Rickman) sogar sehr in Sorge um seine Tochter, möchte sogar mit ihr fliehen. Doch Grenouille, so eine Art Supernasensuperheld heftet sich an ihre Fährte um seine 13. Essenz zu bekommen, um sein Parfüm zu vervollständigen.
                                    Was ihn in einer Nacht und Nebel Aktion dann auch gelingen mag.
                                    Doch sein Ruhm bleibt aus. Denn am Morgen darauf sollte er geschnappt werden.
                                    Das sein Parfüm aber die Haluzinogene Wirkung hat, jeden Menschen in ein zahmes und in Liebe getränktes Kätzchen zu verwandeln, ermöglicht ihn, seine Hinrichtung auszusetzen, und den von überall her erschienenen Menschenmob in einen Berg von Fleischsalat zu verwandeln, und eine fette Orgie zelebriert wird, die dann Fsk 12 gerecht sehr bedeckt ausfällt.
                                    Der komplette Film, in Ausstattung, Kostüm und Kulisse ist fantastisch geworden. Musikalisch, Atmosphärisch gibt es auch keine Zugeständnisse. In gewisser Weise stelle ich mir Romanverfilmungen genau so vor, wenn wie so oft ich die Buchvorlage überhaupt nicht kenne, genau wie diese hier von Patrick Süskind!
                                    Das Filmende irritierte mich dann schon etwas, das kam doch sehr abrupt und war vom Stil doch etwas anders als der Rest des Filmes. Doch ich habe mir das Ende im Buch vorlesen lassen, um doch noch Verständnis dafür zu bekommen.
                                    Das Genre ist klares Thriller Drama. Die Zeitepoche mag nur nicht so meins sein.
                                    Doch genau deswegen lobe ich einfach Tom Tykwer, der in seiner Brillianz es mir ermöglichte, mich dieser Geschichte zu öffnen. Denn der Parfümkiller ist schon wenn denn einer der besonderen Herren der Zeitgeschichte.
                                    Und vor allem von den Beispiellosen Darbietungen aller Schauspieler einfach Schaubar ist, und als Thriller auch wunderbar funktioniert.
                                    Das das Leben eines Grenouilles letzten Endes keine Liebe inne hatte, und sich von Anfang bis Ende nur auf Gerüche ausrichtete ist tragisch. Aber es zeigt, das Herzlosigkeit nicht unbedingt dazu führt das der Spross ebenfalls Herzlos sein muss. Doch in diesen Fall schon. Es war nur die Unempfindsamkeit für Zuneigung und dem Verständnis für Gefühle. Grossartiger Film.

                                    8
                                    • 7

                                      Solide Buchverfilmung, die aber an der Unverfilmbarkeit der Buchvorlage scheitert. Ben Whishaw brilliert in der Rolle des Getriebenen.

                                      3
                                      • Das Buch ist super gut geschrieben es fehlen einige Details im Film das finde ich sehr schade. Ansonsten ist der Film recht gut.

                                        • 7

                                          Da ich das Buch nicht kenne kann ich schlecht beurteilen ob der Film gut umgesetzt wurde.
                                          Also zum Film ... ähm ja .... also den Film ansich fand ich gut gemacht ob es um die Rollenbesetzung die Kostüme die Schauplätze oder das schauspiel allgemein geht fand ich den Film sehr gut, doch das Ende??!!!
                                          Ein Parfum wo ein par Trofen eine gnaze Stadt zum Rudelsexualverkehr verzaubert und dann in eine extase setzt und sie den Mörder laufen lassen und die Schlußszene wo es die Leute dazu treibt, dass sie ihn auffressen????!!
                                          Also mal ehrlich, etwas doch hoch angesetzt, oder. Das war mir dann doch zuviel Kitsch, auch wenns nach dem Buch kommt, aber die letzten 10 15 min fand ich "to much", ansonsten ein Klase Film.

                                          • 7
                                            Deekin 31.05.2015, 11:33 Geändert 31.05.2015, 13:55

                                            (Vorischt: Enthält Spoiler!)
                                            Uuuuuhhh... "Der Duft der Frauen" mal anders.
                                            Nein, Scherz beiseite.
                                            "Das Parfum" ist zweifellos ein ambitionierter Film, bei welchem Tom Tykwer wirklich versucht hat, alle Register zu ziehen, um diese Buchvorlage sowohl in visueller als auch erzählerischer Weise umzusetzen. Und tatsächlich ist die audiovisuelle Gestaltung dieses Films beachtlich. Auch bietet dieses Werk zunächst eine enorme thematische Tiefe, welche die Geschichte zu einem sehr interessanten und eigenständigen Werk macht. Jedoch läuft, und ich kann es nicht völlig genau beziffern, in der zweiten Hälfte der Laufzeit etwas falsch und sorgt dafür, dass das Filmerlebnis für eine lange Zeit enorm dröge wirkt.
                                            Als Zuschauer muss man sicherlich den märchenhaften Charakter und die mehr oder weniger magischen Elemente akzeptieren, die hier im Gewand eines historischen Films mitpräsentiert werden. Ein Protagonist, dessen extrem scharfer Geruchsinn ihn praktisch durch Wände sehen... äh... riechen lässt; und ein Parfüm, destilliert aus den Gerüchen von 13 hübschen Frauen oder so, welches, wie auch immer, entweder zutiefste religiöse Hingabe oder orgiastische Lust hervorruft. Mit solch magischen Elementen, die clever in das historische Setting eingewoben worden sind, muss man klar kommen, um sich voll und ganz auf diese Geschichte einlassen zu können.
                                            Was die bildliche Gestaltung des Films angeht, so wird hier auf sehr bestechende Art und Weise versucht, den empfindlichen Gerruchsinn von Jean-Baptiste (Ben Wishaw) auf das visuelle Medium zu übertragen. Ähnlich wie die Gerüche, die sein außergewöhnlicher Riechkolben aus allen Richtungen empfängt, schwebt die Kamera völlig frei in jede Richtung und dringt zu jeder Quelle des Geruchs vor. Sinnlich-schwebende Nahaufnahmen, welche den Körper des Mirabellenmädchens (Karoline Herfurth) abtasten, vermitteln sehr deutlich die Intensität, mit welcher Jean-Baptiste ihren Körpergeruch wahrnimmt. Eine gut gewählte Bildkomposition spielt dort ebenfalls mithinein: Wenn er bei Nacht, einem Stalker gleich, sie bis zu einem Platz verfolgt, der völlig im Dunkeln liegt und nur ihr Unterschlupf von hellem Kerzenschein erleuchtet ist, so vermittelt "Das Parfum" auf visueller Ebene sehr deutlich, wo seine Nase ihn hinführt. Schließlich wirken diese sinnlich-schönen Bilder wunderbar im Kontrast zu der völlig dreckigen Kulisse von Paris, in welcher das Elend aus allen Poren der Stadt tropft. So macht es auf mich immer wieder den Eindruck, als würde die Hauptfigur mithilfe seiner Begabung versuchen, dieser bitteren Welt etwas Schönes abzugewinnen.
                                            Was die thematische Ebene angeht, so erzählt "Das Parfum" hier die Geschichte von der Geburt und Entstehung eines Serienmörders, die sowohl tragisch als auch erschreckend ist. Jean-Baptiste Grenouille führte ein Leben, das vollkommen ohne Liebe geprägt war. Seine Mutter hat ihn zurückgelassen, die Kinder im Waisenhaus verabscheuen ihn, und sowohl die Leiterin des Waisenhauses Madame Gaillard (Sian Thomas), der Chef der Häuter Grimal (Sam Douglas) und der Parfumeur Guiseppe Baldini (Dustin Hoffman) sehen in ihm vor allem eine finanzielle Investition. So entwickelt er sich schließlich zu einer zutiefst geschädigten Person, die unter all der Demütigung und Prügel nie so etwas wie Zuneigung oder Menschsein erfahren hat. Entsprechend hat er Schwierigkeiten, andere Menschen als etwas anderes wahrzunehmen als Dinge und Gerüche, die er sich gefügig zu machen versucht. Dies wird ebenfalls deutlich an einer Szene, in welcher er versucht, aus Metall, Glass und Kupfer Gerüche zu destillieren, da er den Unterschied zwischen belebten und unbelebten Dingen nicht klar erkennt. Das Ganze gipfelt schließlich in einer Szene, in welcher Jean-Baptiste feststellt, dass er selbst keinen Geruch hat (es kann natürlich genauso gut sein, dass er seinen eigenen Geruch nur nicht wahrnehmen kann, aber dies passt genauso gut in die Figurenzeichnung, die hier vorgenommen wird). Der Film betont an einigen Stellen nicht zufällig den Vergleich zwischen dem Geruch und der Seele. Entsprechend ist die Hauptfigur davon angetrieben, etwas mithilfe seiner Fähigkeiten wiederzugewinnen. Doch handelt es sich dabei um etwas unwiederbringlich Verlorenes, sei es sein Geruch (metaphorisch für seine Seele), seine Kindheit oder der Duft des Mirabellenmädchens, in welchen er sich unvergesslich verliebt hat. Das Motiv, etwas verlorenes wiederzugewinnen, wird auch übergeordnet vom Erzähler des Films wiedergespiegelt, welcher aufzeigt, wie die Existens der außergewöhnlichen Figur von Jean-Baptiste Grenouille durch eine Kette absurd-witziger Zufälle der Geschichtsschreibung völlig entgangen ist. Das Alles ist erstklassiger Stoff für eine Geschichte, die man (abgesehen von der Buchvorlage) so noch nicht erzählt bekommen hat, welche wirklich eigenständig, originell und auf mehreren Erzählebenen clever konstruiert ist.
                                            So ist es dann auch sehr schade, dass der Film nach einer wirklich starken ersten Hälfte, mit einer besonders starken ersten halben Stunde, im zweiten Teil eher abflacht. Das Setting von Grasse ist nach wie vor sehr schön und auch mit tollen Bildern in Szene gesetzt, jedoch fühlte sich diese ganze Passage, in welcher Jean-Baptiste sich seinen neuen Duft kreiert, ein wenig redundant und repititiv an. Das mag sicherlich daran liegen, dass ich persönlich häufig ein Problem damit habe, wenn ein Film an einem Punkt nahezu komplett Setting und Charaktere austauscht und erst sehr spät Figuren einführt und verlangt, dass diese mir nahegehen sollen. Denn während der innere Konflikt der Hauptfigur hier meines Erachtens viel zu stark in den Hintergrund tritt und man lediglich zu sehen bekommt, wie diese seinen mörderischen Plan Stück für Stück ausführt, so liegt der Schwerpunkt weitaus mehr auf einer Vater-Tochter-Beziehung, die für das beisherige Geschehen nicht sonderlich von Bedeutung ist. Nicht, dass man so etwas nicht auf eine tolle Art und Weise hinkriegen kann, doch zumindest fühlte es sich wie ein enormer Knick im Filmerlebnis an, da plötzlich Figuren, Setting und sogar die Erzählweise und das Genre fast völlig ausgetauscht worden sind. So ist der Erzähler aus dem Off in dieser zweiten Hälfte fast völlig abwesend und das Geschehen konzentriert sich vielmehr auf einen verhältnismäßig generischen Thriller-Part, welcher zwar noch immer bildstark und fähig in Szene gesetzt worden ist, aber im Vergleich zu der charakterstarken ersten Hälfte etwas flach wirkt. Erst das Finale des Films ist wiederum sehr gelungen, einfallsreich und schließt den thematischen Gehalt des Films passend ab.
                                            Alles in allem tue ich mich daher schwer, "Das Parfum" vernünftig zu bewerten, da es sowohl sehr starke Passagen gibt, sich das Geschehen mit zunehmender Laufzeit aber auch immer schwächer anfühlt. Er ist empfehlenswert alleine schon wegen seiner aufwendigen Optik, der tollen Schauspieler, der hervorragenden Präsentation des geschichtlichen Settings und seiner originellen Idee für eine Handlung. Zudem merkt man diesem Werk seine Ambitionen, Mühen und seinen Erzähldrang jederzeit an; hier steckt einfach sehr viel Herzblut drin. Aber auf diverse Durststrecken sowie einige nicht immer überzeugende Szenen muss man sich ebenfalls einlassen. "Das Parfum" ist somit ein guter Film, kann aber nicht gänzlich überzeugen.

                                            3
                                            • 8

                                              Eine wirklich gut gespielte und gut umgesetzte Romanverfilmung! Der Plot ist wirklich interresant und das faszinierend/verstörend. Und das Ende.......!!!!!!!

                                              • 10

                                                Anlässlich meines 12. Geburtstages wollte ich unbedingt den Film "Das Parfum" mit meinen Friends im Kino schauen. Meine Mutter hatte nichts dagegen, anscheinend die Eltern der Freunde auch nicht.
                                                Nach dem Film war die Meinung überwiegend gleich: Ekelfilm, Komischer Film, Kackfilm (Wurde im Kino durch "Ihhh"-Rufe und Würgelaute demonstriert).
                                                Nur ich war fasziniert. Ob das jetzt eigenartig ist, darf jeder selbst bestimmen.
                                                Nach dem lesen der Buchlektüre veränderte sich meine Meinung nicht.
                                                Natürlich kann man das Buch und den Film nicht miteinander vergleichen, immerhin handelte es sich damals um ein unverfilmbares Buch.
                                                Doch Tom Tywker schaffte es die düstere Atmosphäre einzufangen und sie gezielt im Film zu verarbeiten. Unterstrichen von einem prachtvollen Soundtrack (Mit der Beste in der ganzen Filmmusikgeschichte), wurde ich in diese eigenartige Welt hineingezogen, trotz vieler bizarren Filmsequenzen, die im Buch meist noch intensiver beschrieben werden.
                                                Sowohl der damals noch unbekannte Ben Whishaw überzeugt als widerlicher Geruchsfetischist Jean-Baptiste Grenouille grandios, als auch Alan Rickman oder die deutsche Karoline Herfurth als Mirabellenmädchen etc.
                                                Netter Fakt: Natalie Portman hat einen klitzekleinen Auftritt als Opfer. Vielleicht wäre das schon ein sehenswerter Punkt für Filmliebhaber.

                                                Der Film bleibt definitiv Geschmackssache, doch für mich ein unerreichtes Meisterwerk, das man kaum besser verfilmen konnte.

                                                8
                                                • 6 .5

                                                  Das Parfum ist für mich bei weitem kein schlechter Film, nur "leider" hat er es durch eine so brachial gute Romanvorlage wirklich schwer.
                                                  Auf Regisseur Tom Tykwer kamen die verschiedensten Herausforderungen zu. Wie stellt er das Genie Grenouilles dar? Wie schafft er es, Gerüche in Filmform festzuhalten?
                                                  Das ist ihm zwar meiner Meinung nach alles recht gut gelungen, dabei geht aber leider beinahe sämtliche Ästhetik verloren.
                                                  Während die Romanvorlage sich dadurch auszeichnete, die Hässlichkeit zu ästhetisieren, gelingt dies dem Film leider nicht.
                                                  Generell gelingt es Tykwer in meinen Augen nicht, die Vollendung, die Grenouille in gewissen Momenten erfährt, einzufangen.
                                                  Jeder Moment des Filmes wirkt unvollendent, es fühlt sich so an, als würde immer etwas fehlen.
                                                  Was mich aber am Meisten gestört hat, ist die Darstellung Grenouilles. Währenddessen man im Roman eine distanzierte Haltung hat, sympathisiert man im Film teilweise sogar mit ihm, was in meinen Augen eine dramatische Fehlinterpretation des zugrunde liegenden Stoffes ist.
                                                  Trotzdem muss ich gestehen, dass Tykwer doch der Qualität des Romanes recht Nahe kommt, gerade wenn man bedenkt, wie enorm doch der Schwierigkeitsgrad war und wie viel hätte schief gehen können.
                                                  So kann ich beruhigt sagen, dass sich Tykwers Interpretation zwar nicht viel traut und auch mehr wiedergibt als zu deuten, aber dafür auch dauerhaft solide bleibt, ohne Längen auskommt und mit guter Besetzung daherkommt.
                                                  Zudem ist es gelungen die Krimielemente und Elemente eines Entwicklungsromanes perfekt in den Film zu transferieren, sodass man einen ähnlichen Eindruck der Atmosphäre erlangt.
                                                  Ich hätte mir noch gewünscht, dass man mehr wagt und vielleicht auch ein wenig kreativer fungiert, vielleicht auch ein wenig mehr mit der Ästhetik, die ja eine nicht gerade unwichtige Rolle im Roman spielt, arbeitet.

                                                  Unterm Strich betrachtet ist Das Parfum in meinen Augen eine solide Romanverfilmung, die etwas gewagter hätte ausfallen können, wo ich aber auch froh bin, dass es nicht zu einer komplett enttäuschenden Darstellung des Stoffes kommt, denn so sind die Bemühungen, einen guten Film zu inszenieren, deutlich spürbar.

                                                  12
                                                  • 6

                                                    Es sind wirklich eklige Szenen in dem Film dabei. Und die Geschichte ist äußerst bizarr. Sich von einem Parfum (und sei es noch so gut) betören zu lassen und daraufhin einen Schwer Verbrecher laufen zu lassen.
                                                    Ansonsten, kann man sich den Film mal antun.