Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte
Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte (2009), FR/AT/DE Laufzeit 144 Minuten, FSK 0, Historienfilm, Drama, Kinostart 15.10.2009
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von Michael Haneke, mit Christian Friedel und Leonie Benesch
Ein Dorf im protestantischen Norden Deutschlands. 1913/14. Vorabend des Ersten Weltkriegs. Die Geschichte des vom Dorflehrer geleiteten Schul- und Kirchenchors. Seine kindlichen und jugendlichen Sänger und deren Familien: Gutsherr, Pfarrer, Gutsverwalter, Hebamme, Arzt, Bauern. – ein Querschnitt eben. Seltsame Unfälle passieren und nehmen nach und nach den Charakter ritueller Bestrafungen an. Wer steckt dahinter?
Ein norddeutsches Dorf am Vorabend des ersten Weltkrieges. Die Hierarchie unter den Bewohnern ist klar strukturiert: Die wichtigsten Bürger und Würdenträger üben die Macht aus, alle anderen fügen sich ihrem Willen. Der Pastor (Burghart Klaußner) leitet den Schulchor mit Strenge und Unnachsichtigkeit, der Doktor (Rainer Bock) demütigt seine Haushälterin, ohne dass dies für ihn Konsequenzen hat; der Baron (Ulrich Tukur) leitet ein Sägewerk und beutet seine Arbeiter aus.
Die trügerische Ruhe wird eines Tages gestört. Der Doktor stürzt auf mysteriöse Weise vom Pferd. Schließlich entdeckt die hiesige Hebamme (Susanne Lothar), dass der Unfall von einem zwischen zwei Bäumen gespannten Draht verursacht wurde. Die Bewohner fahnden erfolglos nach dem Täter. In der Folge mehren sich die geheimnisvollen Vorfälle: Eine Scheune wird in Brand gesteckt, der behinderte Sohn des Barons entführt und misshandelt. Schließlich kommt eine Arbeiterin im Sägewerk des Barons auf tragische Weise ums Leben, doch der Baron weist jegliche Schuld von sich.
Das Misstrauen unter den Dorfbewohnern wächst, und die Erwachsenen verdächtigen sich gegenseitig. Nur der Dorflehrer spürt, dass die Vergehen auf einen anderen Ursprung zurückgehen. Er bemerkt, dass sich die Kinder des Dorfes anders benehmen als zuvor. Insbesondere die Sprösslinge des Pastors scheinen etwas zu verheimlichen. Der Geistliche mahnt seine eigenen Kinder zur Tugend: Sie müssen sich ein weißes Band ins Haar binden lassen, um ihre Schuld für jedermann sichtbar zu machen – ein Mittel, dass der Pastor schon früher angewendet hat. Es stellt sich heraus, dass die Kinder alles von den Erwachsenen Erlittene und Erlernte an die Allerschwächsten weitergeben.
Cast & Crew
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Michael Haneke
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Christian Friedel
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Leonie Benesch
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Ulrich Tukur
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Gutsherr
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Ursina Lardi
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Baronin Marie-Luise
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Michael Kranz
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Hauslehrer
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Burghart Klaußner
Regie
Schauspieler
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Josef Bierbichler
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Gutsverwalter
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Steffi Kühnert
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Pfarrersfrau
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Maria-Victoria Dragus
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Leonard Proxauf
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Marisa Growaldt
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Thibault Sérié
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Janina Fautz
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Enno Trebs
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Susanne Lothar
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Roxane Duran
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Branko Samarovski
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Sebastian Hülk
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Kai-Peter Malina
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Anne-Kathrin Gummich
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Evas Mutter
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Gabriela Maria Schmeide
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Frau des Stewards
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Birgit Minichmayr
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Rainer Bock
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Arndt Schwering-Sohnrey
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Ernst Jacobi
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Lehrer als Rentner
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Paraschiva Dragus
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Schulkind
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Detlev Buck
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Evas Vater
-
Michael Haneke
- Genre
- Historienfilm, Drama
- Zeit
- Erster Weltkrieg
- Ort
- Dorf, Norddeutschland, Sarajevo, Schule
- Handlung
- Adoleszenz, Anwesen, Art House-Film, Arzt, Attentat, Baron, Bauernhof, Behindertes Kind, Bestrafung, Böses Kind, Das bedeutet Krieg, Dorfschule, Eltern-Kinder-Beziehung, Ernte, Evangelische Kirche, Faschismus, Geheimnis, Hebamme, Heranwachsen, Hof, Kanarienvogel, Kind, Kind und Jugendlicher, Kinder, Landleben, Landwirtschaft, Lehrer-Schüler-Beziehung, Magd, Priester, Provinz, Pubertät, Schulchor, Sturz vom Pferd, Tugend, Unfall, Unrecht, Unterdrückung
- Stimmung
- Eigenwillig, Ernst, Geistreich
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte
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Kritiken (21) — Film: Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte
Ulrich Behrens
Kommentar löschenIn der dörflichen Hierarchie dieses Jahres 1913 werden keine Fragen gestellt, sie dürfen nicht gestellt werden, keine Bedürfnisse geäußert, geschweige denn befriedigt, keine Lust am Leben entwickelt. Die ehernen Gesetze der Religion, der Macht und des Geldes sind alles, was zählt. Die These Hanekes ist kaum von der Hand zu weisen – trotz aller Unkenrufe in manchen Besprechungen dieses Films: Welche Kinder werden hier später welche Erwachsene sein?
Aber entgegen allen diesen Unkenrufen bezieht Haneke diese Frage weniger auf ein scholastisches Interesse in Bezug auf die Entstehung des Nationalsozialismus. Nein, er bezieht sie auf die Gegenwart, wie er dies mit allen seinen Filmen bislang getan hat. Das Schwarz-Weiß seiner grandiosen Bilder, die diese dunkle Welt einfangen, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, wie nahe er an unserer Gegenwart arbeitet – an einer Gegenwart, in der das extrem Libertäre die alten Regeln abgelöst zu haben scheint, das Libertäre, das…
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bantubiko 2011/04/02 18:16:31
Antwort löschenIch bereite gerade meine mündlich Abiturprüfung zu dem Film vor und
kann nur sagen das diese Kritik stimmt und kaum wiederlegbar ist.
Sumsi79 2011/04/10 23:05:57
Antwort löschenSogenannte Libertäre lehnen staatliche Regulierung grundsätzlich ab. Es handelt sich auch bei weitem nicht um eine Denktradition die sich weltweit großer Beliebtheit erfreut.
Warum dann noch eher klassische Liberale wie Hayek oder Friedman mit diesen in einen Topf geworfen werden weiss ich nicht, deutet aber auf eher mangelhaftes Basiswissen zu diesem Thema bezüglich des Autors obiger Kritik hin.
Wer einen Text ala "Frustrierter Alt 68er meets Filmkritik" lesen will wird sicher begeistert sein.
Elisabeth Maurer
Kommentar löschen...Viel interessanter scheint eben gerade die eigentümliche Beschäftigung mit unserer deutschen Vergangenheit. Bearbeiten Filme diese, geht es selbstverständlich am häufigsten um den Nationalsozialismus. Die Zeit hingegen, die Haneke uns zeigt, kennen wir in deutschen Filmen eher in Geschichten der nostalgischen, kitschigen Verklärung. Das weiße Band bietet dem Publikum aber die Möglichkeit, die Mißstände in der damaligen Gesellschaft zu erkennen und somit die eigene Vergangenheit zu überdenken. In Kinematographien anderer Länder lassen sich ähnliche Behandlungen gerade dieser Vergangenheit auch finden. Als Beispiel sei der zwar optimistischere Fanny und Alexander von Ingmar Bergman genannt, der aber in der Darstellung der Quälereien an Kindern im Namen des protestantischen Glaubens durchaus Parallelen zu Hanekes Film aufweist....
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Flibbo: wieistderfilm.de
Kommentar löschen[...] Neben der durch die Bank starken Schauspielerei der zahlreichen Figuren (bemerkenswert oft Kinder, die allesamt ausgezeichnet gecastet sind) ist es die enorm sorgfältige, saubere und ästhetische Kameraarbeit, welche die schwarz-weiße Erzählung weit über den Durchschnitt hebt. Das Aussparen jeglicher Filmmusik schafft dazu eine ungeheuer wirksame Ruhe, die, gemischt mit dem Hauch von Beklemmung in der Atmosphäre, den Zuschauer in den Bann zieht. In der Länge mancher Einstellungen bahnen sich ab und an Übertreibungen an, doch in erster Linie kreiert Kameramann Christian Berger starke Bilder. [...]
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Roger Ebert: Chicago Sun Times Roger Ebert: Chicago Sun Times
Kommentar löschenHanekes Genie besteht darin, diese Möglichkeiten in Filme einzubetten, die im Leben gewöhnlicher Menschen verwurzelt sind. Er verwehrt uns doe einfachen Lösungen der meisten Film, die meist mit dem gewaltsamen Sieg einer Seite enden. Seine Filme sind wie Parabeln, die uns lehren das furchtbare Dinge manchmal passieren, weil sie passieren. Das Universum lacht über die Gesetze des Menschen und macht was es will.
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D. Edelstein: USA Today D. Edelstein: USA Today
Kommentar löschenDer Film wirkt wie ein Ingmar Bergman-Remake des "Kinder aus dem Weltraum"-Films "Das Dorf der Verdammten" - nur das Bergman, hätte er sich aufgemacht den Filmzu drehen, dabei vielleicht etwas herausgefunden hätte, das er vorher noch nicht wusste. Hanekes Verachtung für die Menschheit ist jedoch zum Dogma erstarrt, noch ehe er die erste Einstellung im Kasten hatte. Der Film läuft sehr lange 144 Minuten.
(...) Christian Berger hat Das Weisse Band in kontrastreichen schwarz/weiß-Bildern gedreht, in Anlehnung an Nykvists Arbeiten für Bergman. Beeindruckend. Doch Bergman hat das Bild beschnitten um die Emotionen der Schauspieler genau erkennen zu können, während Hanekes Gesichter (skandinavisch aussehende) Masken bleiben. Kalt bis ins Mark, präsentiert er uns die menschliche Grausamkeit nicht um mit den Opfern mitzufühlen oder die Täter zu verstehen, sondern um uns die Verbrechen unserer Rasse unter die Nase zu reiben. Er glaubt wohl er würde damit den subversiven Idealen des Punk folgen, aber für mich riecht das mehr nach Skunk (Stinktier).
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Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today
Kommentar löschenHaneke betrachtet alles aus der Distanz, und so tun es auch die Zuschauer. Warum sollten wir diesen unerfreulichen Zeitgenossen auch nahe sein wollen? Während seine Bilder visuell bestechend sind und bleibenden Eindruck hinterlassen, lassen uns die Figuren, selbst die der kleinen Kinder absolut kalt.
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David Edwards: Daily Mirror David Edwards: Daily Mirror
Kommentar löschenAlles in dieser mit der Goldenen Palme ausgezeichneten und von Kritikern abgefeierten Schwarz/Weiß-Parabel, die einige als Hanekes Meisterwerk bezeichnen, ist jedoch extrem langweilig.
Das Weisse Band hat zugegeben eine unheimliche Atmosphäre, aber alles wird gleichzeitig schrecklich lahm erzählt, alles braucht doppelt so lange, wie es eigentlich müsste.
Auch wenn der Film starke Bilder bietet und voller Symbolik steckt, stehen die Chancen gut, das des Zuschauers Interesse sich verabschiedet, lange bevor der Abspann läuft.
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fseifert 2011/10/03 22:50:12
Antwort löschenich wünsche dir viel spaß bei transformers!
Chris Tookey: Daily Mail Chris Tookey: Daily Mail
Kommentar löschenIch dachte ständig, das dies hier Vorlage für das deprimierendste Musical der Welt sein könnte, mit Songs wie "Ich hab entschlossen mich in der Scheune aufzuhängen", "Jemand hat den Wellensittich gekilled", "Lasst uns den Schwächling quälen", "Du widerst mich so an, ich wollte du wärst tot", "Was machst du mit mir, Papi?", "Wir sind alle so sexuell verklemmt, wir werden alle Nazis" und "Lasst uns den Schwächling quälen" (Reprise)
(...)
Der Film ist zweifelsfrei handwerklich solide gemacht, aber es ist auch Hanekes albernster und uninteressantester Film
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alanger 2010/03/07 12:22:49
Antwort löschenDAS wäre mal ein musical das mich auch ins kino ziehen würde:)
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Schlegel 2010/03/07 12:49:06
Antwort löschenLach! Haneke könnte damit auf Tour gehen, wie weiland Polanski mit "Tanz der Vampire".
alanger 2010/03/07 13:10:59
Antwort löschenlass uns diesen song schreiben: "Wir sind alle so sexuell verklemmt, wir werden alle Nazis".
Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde
Kommentar löschenEs sind nicht die technischen Seiten, die wie immer untadelig sind, die bei Haneke nerven. Es ist und bleibt sein selbstgerechter Tonfall, der das Publikum mehr verurteilt als unterhalten will. Wie schrieb EMPIRE? "We have veyz of making you bored" - und in der Tat wirkt die hehre Ernsthaftigkeit mit der die Darsteller im Wissen was ganz ganz wichtiges zu erzählen, hier ihre Dialoge aufsagen schon fast wie die eigene Parodie eines Arthaus-Films. Selbst Bergman-Filme wirken hier im Vergleich noch wie heitere Klamotten, wenn die vorgeblich Gottesfürchtigen Eltern ihre Kinder maßregelnd in die Katastrophe peitschen. Wer lacht fliegt raus und wer die wichtige Botschaft der bösen Kinder von Stepford nicht versteht, ist sowieso ein Banause. Oder schlimmer noch, er muß befürchten, dass Haneke ihn nachsitzen lässt oder zum Rektor schickt.
Ich laß mir das nächste mal lieber wieder was Schweres auf den Fuß fallen. Dabei bekomme ich mehr Denkanstöße als in Hankes Leidensstunde.
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jollyroger 2010/03/07 04:06:30
Antwort löschenGanz schwache Kritik.
Was das Esquire-Magazin schreibt, ist mir - und dem Großteil der Erde - völlig egal.
Der Rest deiner Kritik sagt nur aus: Kein Humor -> gefällt mir nicht.
Das allein als Hauptargument deiner Kritik ist sehr mager.
Dann könntest du mal locker 95% aller Klassiker als Schund bezeichnen, die sind nämlich auch völlig humorlos.
Wo war jetzt also noch mal dein Punkt?
Batzman 2010/03/07 11:29:18
Antwort löschenWenn dir egal ist, was eines der einflußreichsten Filmmagazine der Welt schreibt, gut. Trotzdem solltest du vielleicht lernen etwas differenzierter zu lesen. Ich werfe Haneke seine Oberlehrerhaltung vor und das er sich selbst so furchtbar, furchtbar wichtig nimmt. Diese Attitüde und die Tonalität seiner Filme vereint viel von dem was den deutschsprachigen Film oft so schwer erträglich macht. Entweder es sind flache Klamotten oder so herablassende Belehrungen mit platter Dutzendmoral wie Hanekes Werke, bei dem allmählich jeder verstanden haben sollte, das er die Menschheit für verkommene Arschgeigen hält. Man könnte fast meinen er ließe sich seine Exposes von Christian Pfeifer schreiben.
alanger 2010/03/07 12:31:27
Antwort löschenklasse:) obwohl ich den film toll fand, übrigens als einzigen haneke bisher ...und warum weiß ich immer noch nicht so recht. aber deine kritik triffts schon. die meisten angelsächsischen kritiker sind ja auch nicht grade begeistert. und dieses musical "das weiße band - komm wir erhängen uns in der scheune" würde ich extrem gerne sehen.
Batzman 2010/03/07 12:39:13
Antwort löschenDafür würd ich auch Geld zahlen ;) - Der Gerechtigkeit halbe sollte aber erwähnt werden, das auch ne Menge US-Kritiker den Streifen mochten, so wie Ebert...
Kubrick_obscura 2010/03/07 19:19:28
Antwort löschenKann ich alles nachvollziehen, aber woher kommt dieser weitverbreitete Gedanke, dass ein Film die Aufgabe hat zu unterhalten? Und was bedeutet Unterhaltung überhaupt? Natürlich ist es nicht unterhaltsam dieser Dorfgemeinschaft beim Leben (und Sterben) zuzusehen, aber darum geht es doch auch garnicht. Ich habe mich trotzdem irgendwie "unterhalten" gefühlt, aber ich bin nicht aus dem Kino gehüpft und hab mir ein Eis gekauft. Ich finde Langeweile gehört zum Arthouse-Kino dazu, so wie es auch zum Leben dazugehört, auch wenn man es nicht mag.
Ich sehe mir ja auch Mord und Totschlag im Kino an, was ich im Real-Life ja auch nicht so geil finden würde, also warum die Langeweile ausblenden?
Dass du Haneke als Misanthropen nicht magst, ist natürlich Geschmackssache, aber dass er sein Publikum verachtet, stimmt nicht.
Batzman 2010/03/07 19:32:18
Antwort löschenUnterhaltung bedeutet für mich ja (genau wie Humor haben) nicht das der Film einen fröhlich pfeifend aus dem Kino entlässt oder explizit witzig sein muss. Bergman-Filme sind auch nicht "witzig", Loach-Filme sind auch nicht explizit witzig oder stimmungshebend, dennoch strahlen sie nicht diese bleischwere, zähflüssige bornierte Bräsigkeit aus, die ich bei einigen deutschsprachigen Arthaus-Filmen und bei Haneke ganz besonders verspüre. Er hat ja oft genug auch geäussert, das ihn das Unterhaltungskino abstößt und ich finde durchaus das man in seinem Werk eine gewisse Publikumsverachtung spürt (die beiden Funny Games-Iterationen sind da wohl am explizitesten in der Remote-Control-Szene). Dazu kommt eben diese Frontalunterrichtsattitüde. Ich hab nichts dagegen das ein Filmemacher smart ist oder vielleicht auch klüger ist als sein Publikum, aber Haneke spricht schon sehr von Oben herab zu seinen Zuschauern - und dafür sind mir seine Thesen dann doch zu platt und banal, egal ob Bennys Video, Funny Games oder Weisses Band. Und wenn ich bewußt inszenierte Langeweile sehen will, schaue ich im Zweifel doch eher die Extended-Treebeard-Szenen aus LOTR2, die nehmen sich wenigstens nicht so furchtbar ernst. ;)
Filme wie Twelve and Holding, Boy A oder Ben X sind auch kein Happy-Go-Lucky-Kino, wirken aber dennoch nicht so völlig öde und freudlos wie das Weisse Band.
Kubrick_obscura 2010/03/08 06:26:40
Antwort löschenDie Remote-Control-Szene wird leider immer falsch verstanden. Dieser Trick (ich nenn es mal so) ist doch "nur" eine reine Provokation. Er provoziert das Publikum und wenn ich jemanden provoziere, dann verachte ich ihn nicht, sondern ich traue ihm eine eigenständige Meinung zu und erwarte dass er dementsprechend reagiert und sich nicht alles gefallen lässt. Das ist eher humanistisch.
Aber wie schon gesagt. Ich kann dich verstehen. "Funny Games" finde ich super. "Bennys Video" halte ich auch eher für überbewertet.
Ansonsten finde ich, dass Haneke in Filmen wie "Der siebente Kontinent", "71 Fragmente ..." und "Code:unbekannt" ganz auf Augenhöhe seiner Figuren erzählt und überhaupt nicht überheblich rüberkommt. Vielleicht siehst du das anders oder hast die Filme noch nicht gesehen, dann würde ich sie dir natürlich empfehlen.
PS: Einigen wir uns darauf, dass Kathryn Bigelow den Oscar mehr verdient hat als Cameron. :)
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cannibal83 2010/03/15 23:49:20
Antwort löschenIch muss dem Batzman hier beipflichten. "Das weisse Band" ist für "nur" ein überdurchschnittlicher Lehrfilm, und genau wegen Hanekes Oberlehrer-Haltung wirkt der Film ungemein schwerer und damit eben auch langweiliger als bei Regiekollegen die ansonsten den "intelligenten" Film prägen.
milch-kakao 2011/06/04 02:27:07
Antwort löschenVielleicht bedarf es einfach ein wenig Intellekt, um sich hinterher nicht belehrt zu fühlen. :)
Mr.Vengeance: Lost In Imagination
Kommentar löschenSehr eindringliches Bühnenstück. Besticht durch seine trostlose, minimalistische Inszenierung und seine depressive Stimmung. In der ersten Hälfte sucht der Film ein wenig ziellos nach einem Punkt, den er aber in der zweiten Hälfte um so deutlicher trifft. Hat mich nicht ganz so sehr gepackt wie CACHE, dennoch ein sehr guter Film.
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Corsovilla: SchönerDenken
Kommentar löschenHanekes erschreckende Parabel von der Kraft des Unrechts gewinnt einen großen Reiz durch die Andeutung. Der Zuschauer wird immer wieder der Erwartung schrecklicher Anblicke ausgesetzt, um dann in dieser Spannung zurückgelassen zu werden. Der Regisseur gönnt einem nur selten den im Laufe des Films schon fast erleichternden Anblick der Grausamkeit, sondern setzt auf die leise Bedrohlichkeit der innerlich zerstörten Kinder: Wie die seltsam platinblonden Kuckuckskinder aus dem Horror-Klassiker „Das Dorf der Verdammten“ tauchen sie immer in einer Gruppe auf und starren ihre Umwelt seltsam leblos an. Als würden sie mit ihrem Blick bereits ihre Zukunft als grausame Kriegstäter sezieren. (Nele für SchönerDenken - mehr u.a. im Podcast)
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Hausmeister: Nerdtalk.de
Kommentar löschen…und wie hat er mir persönlich nun gefallen? Ich bin zwiegespalten. Auf der einen Seite fehlt dem Film oberflächlich tatsächlich klar eine stringente Handlung. Zwischen einzelnen Szenen gibt es oft keine kausalen Zusammenhänge. Haneke zeigt einfach das Leben im Dorf, ohne sich auf die Suche nach Tätern zu konzentrieren. Ich habe mich lange gefragt, wo dieser Film eigentlich hin will. Mit dieser Form erinnerte er mich in manchen Teilen an den Oscar-Abräumer „There Will Be Blood“, der auch sehr gemächlich und unscheinbar daher kam. Für meinen Teil war auch eine gewisse Nähe zu Literaturverfilmungen wie „Die Blechtrommel“ mit von der Partie. Zumindest kam für mich eine ähnliche Grundstimmung auf; die Atmosphäre war sehr dicht und stimmig. [...]
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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de
Kommentar löschenWas für ein Film: Michael Hanekes neuestes Werk Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte ist ohne jeden Zweifel einer der Filme, die auch über die Jahre hinweg Bestand und Relevanz behalten werden. Selbst wenn es nicht klappen sollte mit einem Oscar – der Film wird als deutsche Beitrag ins Rennen gehen – dies ist der vielleicht wichtigste Film in der sowieso sehr beeindruckenden Karriere Hanekes.
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Enk: Mental Savage Enk: Mental Savage
Kommentar löschen[...] Haneke ist bekannt dafür, dem Zuschauer nicht allzu viel Mühe bei der Entschlüsselung seiner trivialen Botschaften zu machen, so zuletzt in seinem brachial-medienkritischen Thriller Funny Games. Während Funny Games aber wenigstens handwerklich beeindruckend gemacht war, verliert sich Das weiße Band in bemühter Kammerspiel-Ästhetik, die nur durch die guten Schauspieler halbwegs sehenswert bleibt.
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jollyroger 2010/01/10 02:33:39
Antwort löschenHab mir gerade die Mühe gemacht, deine komplette Kritik zu lesen und muss sagen: Selten soviel an Voreingenommenheit und Spekulation gelesen.
Jeder kann eine Meinung haben und demzufolge den Film schlecht finden - begründen sollte man seine Meinung aber dann schon irgendwie.
So sagst du bspw.:
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Hanekes schlichte Weltsicht bietet einfache Erklärungsmuster: der Obrigkeitsstaat - hier in der kleinen Dorfgemeinschaft bildhaft gemacht - läßt die Menschen zwangsläufig zu Bösen werden
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Nein, das sind alles Zusammenhänge die DU ziehst, und nicht der Film.
Oder noch viel krasser:
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kein Wunder dass aus dieser Brut Erster und Zweiter Weltkrieg hervorgegangen sind. Wer als Kind vom Vater geschlagen wurde, kann schließlich nur zum Nazi werden.
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Nein, auch das interpretierst du wieder lustig fröhlich rein, wie es dir passt.
Wenn man deine Kritik liest, könnte man denken, Haneke wäre Staatsfeind Nr. 1, der ganz engagierte Filme dreht um die Leute dazu zu bringen, aufzustehen und jegliche Obrigkeit abzuschaffen.
Schon mal daran gedacht, das er vllt. einfach nur eine Geschichte erzählen wollte?
Enk 2010/01/11 20:10:03
Antwort löschenNee klar, Haneke ist ja dafür bekannt, einfach "nur" mal eine Geschichte erzählen zu wollen, so ganz ohne Subtext und Botschaft...
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jollyroger 2010/01/26 10:10:21
Antwort löschenHaneke selber dazu:
„Ideologie ist eine verabsolutierte Idee. Überall, wo es Unterdrückung, Demütigung, Unglück und Leid gibt, ist der Boden bereitet für jede Art von Ideologie. Deshalb ist ‚Das weiße Band‘ auch nicht als Film über den deutschen Faschismus zu verstehen. Es geht um ein gesellschaftliches Klima, das den Radikalismus ermöglicht. Das ist die Grundidee.“
Zumindest also solche Unterstellungen /Schlußfolgerungen deinerseits wie:
"kein Wunder dass aus dieser Brut Erster und Zweiter Weltkrieg hervorgegangen sind. Wer als Kind vom Vater geschlagen wurde, kann schließlich nur zum Nazi werden. "
scheinen also wohl mehr als nur aus der Luft gegriffen zu sein.
fseifert 2011/10/04 10:21:30
Antwort löschendas weiße band ist handwerklich als weniger beeindruckend? erläuterung bitte! ich denke du meinst, dass auf hollywoodübliche farbige, schnittreiche, durch perspektivische einstellung beindruckende kameraeinsteillungen verzichtet wird? aber gerade das sehe ich als großen gewinn für den film, der dadurch neues wagt und so die beklommenheit der situation, in der sich die dorfgemeinschaft befindet, perfekt einfängt.
Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenZu einfach darf man es sich freilich auch mit diesem Film nicht machen. In Cannes hat vor allem die ausländische Kritik schnell den Schluss gezogen, dass sich die aufgestaute Aggression nicht nur zwangsweise in einem großen Knall, dem Ersten Weltkrieg entladen muss, sondern dass diese Generation vor allem den Faschismus vorantreiben wird. Haneke hat diese Interpretation in ersten Stellungnahmen bestätigt, wollte seinen Film dann aber doch nicht nur auf den Faschismus reduziert wissen, sondern ihn auf alle verabsolutierten Prinzipien, Ideologien und Religionen übertragen.
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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenNun ist das obrigkeitsstaatliche Denken als Erklärung für den Ersten (und Zweiten) Weltkrieg bei weitem nicht neu, vom "Untertan" bis zu "Im Westen nichts Neues"; allerdings haben wir dies kaum je so auf die kleinsten Einheiten der Dorf- und Familiengemeinschaft heruntergebrochen gesehen. Dem Film fehlt allerdings die hypnotische Kraft der besten Hanekes, dessen Art des Filmemachens bei begrenzten Ensembles besser zu funktionieren scheint als bei großen Tableaux.
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film-zeit: film-zeit.de film-zeit: film-zeit.de
Kommentar löschenPressespiegel mit weiteren Kritiken aus dem deutschen Feuilleton
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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
Kommentar löschenVor allem aber erzählt der Katholik Haneke, der einen Teil seiner Kindheit in Schweden verbrachte, von Protestantismus und den Abgründen eines protestantischen Pfarrhauses - im Stil der ruhigen, präzisen Schwarzweiß-Bilder erinnert das oft an die Schuld und Sühnedramen Ingmar Bergmans. Der Wahrheitsterror des Pfarrers, die scheinbar therapeutischen Verhörrituale, der Selbsthass der gesamten Familie, die Idealisierung der Reinheit.
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Schlegel 2009/10/23 02:03:25
Antwort löschenKatholik Haneke? Auch als Edelfeder tut die eine oder andere Recherche ganz gut.
alanger 2009/11/02 11:06:32
Antwort löschenhttp://www.tagesspiegel.de/kultur/Michael-Haneke;art772,2921097
Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...
Kommentar löschen[...]So eindrücklich nämlich die erwachsenen Darsteller in „Das weiße Band“ aufspielen, sind es doch die Kinder (Respekt vor den eindrücklichen darstellerischen Leistungen der Kinder und Jugendlichen), die dem Film den Stempel aufdrücken. Eine erschreckende Kälte und Leere durchzieht ihre Gesichter, denen sämtliche menschliche Regung abhandengekommen ist. Sie stecken ein, um später austeilen zu können. Es ist keine große Überraschung, welcher ungeheuerlicher Verdacht schon bald im Zuschauer keimen muss. Das weiße Band, also das Zeichen der Unschuld, welches der Pastor seinen Kindern als Mahnung umbindet, ist letztendlich nicht mehr als der blanke Hohn. Zumal in der Dorfgemeinschaft unter dem Deckmantel von wilhelminischer Sitte, Anstand und Moral Zustände herrschen wie in Sodom und Gomorrha. Da wird der Geschlechtsverkehr zu einer ekelerregenden Triebabfuhr nebst zugehöriger Demütigung der Frau, die sich dem männlichen Selbstverständnis unterwirft, während der örtliche Arzt ungestraft seine eigene Tochter missbraucht. Und so ist es auch das schweigende Wegsehen das Michael Haneke in „Das weiße Band“ thematisiert. Aus rein filmischer Perspektive ist der Film somit eine eindringliche Tour de Force für den Zuschauer, bis in die letzte Rolle exzellent besetzt, dabei ebenso beeindruckend gespielt, wie inszeniert.[...]
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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film
Kommentar löschenEs gehört zur Hanekeschen Evidenzproduktion, dass jener vorsätzliche Spielraum fürs Denken, den Verfremdungseffekte gewähren können, bei ihm bestenfalls zum Schein existiert. Ausgesprochen attraktiv sind viele der Einstellung und oft genug sagenhaft akkurat komponiert. Die Scheune brennt herrlich, das verwüstete Kohlfeld: umwerfend schön. Große Kunstfertigkeit steckt darin. Jedoch ist noch diese Schönheit, wie alles an "Das weiße Band", letzten Endes das Ergebnis großer geistiger Schlichtheit. Gnade ist, was seinen Filmen fehlt und Gnade wäre das, was sie bräuchten, um etwas anderes als Schauprozesse zu sein. "Das weiße Band" nicht weniger als die Allegorie eines Haneke-Films. Was ihn nicht besser macht.
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Telebaum 2009/12/08 13:17:28
Antwort löschenSehr interessant und sticht aus dem einerlei der lobeshymnen heraus. Nun bin ich, soviel wahres an Ihren Worten sein mag, und so neu dieser Ansatz für mich ist, etwas im Zwiespalt, denn sich diesen Schuh der Schuld anzuziehen bleibt schon noch jedem Rezipienten selbst überlassen und ich bin auch nicht unbedigt der Ansicht dass Haneke das durch seine Filme suggeriert, eher schon durch seine Interviews, die Sie sicher dabei auch im Kopf haben, aber trotz allem ist der Film von Ästhetik und Stimmung einfach derart überragend, dass selbst ihr Ansatz, wenn ich beides gegeneinander abwäge, dem film nicht viel anhaben kann, denn dass sich selbst haneke einer so einfach gestrickten kausalitäts-moral nicht ganz sicher ist, lässt sich m.M. nach daran erkennen, dass er eben alles im Unklaren lässt und letztlich doch nur auf Bilder und Stimmungen festzunageln ist und keinesfalls auf eine wie auch immer geartete Moral, zumindest wenn er sich nicht zum Film geäußert hätte.
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Kommentare (115) — Film: Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte
Kommentar schreibenJUGGERNAUT 2012/01/02 00:24:19
Kommentar löschenaussagekräftiges ende für aussagekräftigen film? - fehlanzeige!
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>MARVEL< 2012/01/25 15:28:49
Antwort löschenSondern?
michebavaria1986 2011/12/14 08:59:40
Kommentar löschenEs gibt Filme, bei denen schon bei erstmaliger Sichtung klar ist, dass man ein Jahrhundertwerk sieht.
So ging es mir im Kino bei „Das weiße Band“. Seitdem habe ich den Film schon mehrmals auf DVD gesehen und meine Meinung hat sich nicht geändert.
Michael Hanekes Filme haben mich schon immer fasziniert. Filme wie „Funny Games“, „Die Klavierspielerin“ oder „Cache“ sind für mich Meisterwerke oder nahe dran.
Mit „Das weiße Band“ hat sich Haneke jedoch selbst übertroffen.
Schon von der ersten Szene an (als die Erzählstimme einsetzt), hat der Film mich in seinen Bann gezogen. Das Filmen in Schwarz-Weiß verstärkt die Wirkung noch enorm. Man hat das Gefühl, ein dokumentarisches Werk zu sehen.
Großen Anteil daran haben auch die herausragenden Schauspieler. Es ist schwer jemanden hervorzuheben. Burghart Klaußner als evangelischer Priester zeigt jedoch die außergewöhnlichste Leistung meiner Meinung nach. Egal ob bekannte Darsteller (darunter Schwergewichte wie Ulrich Tukur oder Sepp Bierbichler) oder unbekannte Darsteller (zum Teil im Filmdebüt) – die Schauspielleistungen sind überwältigend. Ein großes Lob gehört vor allem auch den Darstellern der Kinder.
Auch die beabsichtigte Moral des Film kann ich nachvollziehen. Den Schlusssatz des Erzählers finde ich nach dem Gesehenen sehr passend. Sicherlich kann sich das Dritte Reich und seine Schrecken nicht allein von herzloser Erziehung und übertriebener Disziplin ableiten. Einen großen Anteil an späteren Ereignissen, kann man aber nicht abstreiten.
Sicherlich ist der Film nichts für Liebhaber von purem Popcorn-Kino. Jeder andere darf sich aber auf ein außergewöhnliches Meisterwerk freuen.
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BlueSquirrel 2011/12/07 04:51:29
Kommentar löschenDer Film hält nicht was der Feuilleton versprochen hat, was für mich keinesfalls negativ zu verstehen ist - speziell dann nicht, wenn ich nicht weiß was im Detail hiermit beabsichtigt wurde. Der angebliche Versuch eine Gesellschaft zu beschreiben, die wegen ihrer Mentalität den Weg in einen Abgrund beschreitet, ist genau so evtl. unbeabsichtigt und überschwätzt gewesen wie evtl. misslungen. Es ist sowieso eine ziemlich fragwürdige Idee, die deutsche Katastrophe nur als national zu betrachten. Bequem, praktisch - die Deutschen sind's gewesen und hier wäre die Bauanleitung. Diese Denke ist in sich selbst nationalistisch, realitätsfremd, dementsprechend nutzlos und völlig reaktionär. Nicht umsonst fürchten so viele Zeitgenossen in der Hemisphere "ähnliche" faschistische Strömungen und bekämpfen diese mit beton-harter Ideologie sogar dann, wenn es sich um nichts weiter als skrupellose oder taktierende Geschäftsleute handelt. Kurzum: die ganze Idee von der wegbereitenden und verbrecherischen Erziehung ist Quatsch, weil sie im Zeitfenster nicht akribisch auf nationale und blanke Mentalität bezogen werden kann. Bei einer Suche nach Ursachen sollte man sich lieber mit europäischer Geschichte vertraut machen. Es bleibt der Film. Und dieser Film ist trotzdem gut, weil er einen Zustand beschreiben möchte, der allgemein von Interesse sein sollte. Das tut er auch und ist dabei recht interessant. Der Titel bleibt das Problem, obwohl das ermüdend wird. Deutschland mag wohl DAS Land bleiben, das mit Recht die faschistischen Restbestandteile für sich selbst und alle anderen aufarbeiten muss und sollte. Wenn deswegen Leute in den Medien wieder große Meisterwerke halluzinieren, sollen sie diesen Spaß haben, den deutsche Kinder wohl nicht hatten.
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JimiHendrix 2011/12/07 09:25:08
Antwort löschensehr gelungene argumentationen.
auch wenn ich den film noch nicht gesehen habe, werde ich mal auf deinen kritikpunkt achten
BlueSquirrel 2011/12/07 13:48:39
Antwort löschenWie gesagt, ich weiß überhaupt nicht ob Haneke diesen Kritikpunkt von mir akzeptieren würde. Es könnte eine Fabrikation der Medien gewesen sein, aber ich habe jetzt keine Lust mich durch Interviews zu lesen.
et7 2011/11/29 16:57:22
Kommentar löschenEs reicht nicht schonungslos ehrlich und realistisch zu sein, um einen großartigen Film zu machen. Die exakte Darstellung der dörflichen Lebenswelt im frühen 20. Jh. ist wohl das Beste am Film, aber ansonsten kommt der Film nie so richtig aus'm Quark. Großes Potenzial, aber zu wenig daraus gemacht.
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theaterundfilm 2011/10/26 12:07:11
Kommentar löschenEin deutscher/österreichischer Film, der einmal nicht die Nazizeit aufarbeitet, sondern die dunkle Zeit davor: tiefschwarze Pädagogik, gesellschaftlich geduldete und geförderte Brutalität, Gewalt als Lösung, Deckelung und Ausbruch, blinder Gehorsam, Rebellion grundsätzlich gewaltsam zerschlagen,... wie viel davon kommt mir heute bekannt vor?
Hanekes Film braucht Kraft, und seine Kraft holt er u. a. aus den ruhigen Bildern, wo die tatsächliche Gewalt oftmals bereits stattfand (man sieht das Ergebnis) oder neben der Leinwand und somit in den Köpfen der Zuschauer, höchstens noch auditiv präsent, vollzogen wird.
Hanekes Film braucht jede Menge Kraft, und seine Kraft holt er u. a. vom unglaublichen Ensemble, das unaufdringlich authentisch spielt, fast nicht spielt, sondern die Rollen lebt, vom Kleinsten bis zum Totesten, aber in der zum Glück altertümlich gelassenen Sprache und innerhalb der gesellschaftlichen Zwänge wieder so marionettenhaft agiert, dass es einem Angst und Bange wird - "so war es", will ich zurufen, obwohl ich wirklich zu jung bin, um mir auch nur ein Urteil über die Zeit zu erlauben. Aber ich erlaube mir, zu extrapolieren: unsere heutige Gesellschaft ist bei weitem nicht allzu weiter gekommen als damals... der Mensch ändert sich wohl nie...
Hankeses Film kostet Kraft, die zu fehlen scheint, um selber aufzustehen und zu sagen: so nicht...! Aber Aufstehen muß sein, denn warum wird ein solcher Film überhaupt beachtet und geachtet, ja: prämiert (sehr viel übrigens im Ausland)? Weil er den Finger darauf legt, was keiner wahrhaben will? Weil er das Publikum bemüht, die Allegorie des Filmes zu sehen? Ihn zu übertragen? Weil er "wie ein Wintermärchen" erzählt wird? Weil er nicht unterhält, sondern in jedem Satz Mahnung anbietet?
Weil dieser Film im Grunde genommen in uns allen ist und wir aufgefordert werden, ihn dort angstvoll zu entdecken...
Und jetzt stelle man sich den Film in Farbe gedreht vor...
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Sigmund 2011/10/26 13:29:06
Antwort löschenDer Film WURDE übrigens in Farbe gedreht. Meines Wissens, weil die beteiligten TV-Sender sich die Entscheidung offen lassen wollten, ihn nach der schwarzweißen Kinofassung dem Fernsehpublikum etwas leichter verdaulich zu gestalten. Erfreulicherweise haben sie ihn dann ja doch in s/w gezeigt.
theaterundfilm 2011/10/26 13:58:09
Antwort löschenSie haben recht:
"Spielfilm.de:
Sie zeigen den Film in schwarzweiß, weil – wie Sie sagen – unsere Erinnerung an die Zeit vor dem ersten Weltkrieg von Schwarzweißfotografien geprägt ist. Gedreht wurde allerdings auf Farbmaterial...
Haneke:
Dafür gibt es zwei Gründe: Der erste ist ein ganz banaler, nämlich dass der Vertrag des deutschen Produzenten mit dem deutschen Fernsehen beinhaltet, dass der Film dort in Farbe gezeigt werden soll. Wobei ich hoffe, dass man, wenn der Film erfolgreich ist, auch das deutsche Fernsehen dazu bringen kann, davon Abstand zu nehmen. Der eigentliche Grund war jedoch, dass es kein Schwarzweißmaterial gibt, das lichtempfindlich genug ist, um mit Kerzen und Petroleumlampen zu arbeiten. Deshalb haben wir in Farbe gedreht und alles digital bearbeitet. Kopiert wird der Film dann aber auf Schwarzweißfilm."
(http://www.spielfilm.de/special/interviews/887/das-weisse-band-michael-haneke.html)
Aber selbst das ist zudem bereits sehr teuer, da die Schwarzweißfilme sehr viel schneller kaputt gehen und eine viel kürzere Lebensdauer haben...
The_Comedian 2011/10/12 13:20:45
Kommentar löschenGlasklare Schwarz-Weiß-Ästhetik und eine steigernd-spürbare, beklemmende Klaustrophobie entlarven augenscheinliche, ländliche Dorf-Idylle , welche eigentlich keine ist, denn Neid, Mißgunst und unterschwellige Macht,-und Status-Gebärden lasten wie ein Fluch auf der kleinen Gemeinde. Die Auswirkungen dieser seelischen, kollektiven Plage köcheln langsam und bedrohlich unter der scheinbar heilen Oberfläche und offenbaren im Kleinen bereits jene monströsen Entwicklungen des jahrzehnte später stattfindenden Faschismus in Nazi-Deutschland, obwohl in dieser dramatischen Geschichte zunächst der Erste Weltkrieg vor der Türe steht. Um so erschreckender und schockierender lassen sich in ´Das Weiße Band´ bereits solche charakterlichen Entwicklungen, vorallem die der Jüngsten des Dorfes, erkennen oder erahnen, denn vieles bleibt bis zum Schluß im Unklaren und Verborgenen. Dieser Umstand schmählert jedoch in keinster Weise die stets bedrückende Spannung, begünstigt durch spürbare, emotionale Wandelbarkeit der Charaktere. An dieser Stelle sei das beeindruckende und äußerst glaubwürdige Ensemble zu nennen, herausragend dabei die grandios aufspielenden Kinderdarsteller, welches dieses wichtige, leise, deutsche Zeugnis unserer Geschichte formt und trägt, und dabei generationenübergreifend unprätentiös aber eindringlich Demut lehrt.
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The_Comedian 2011/10/12 14:05:43
Antwort löschenoh, ja, danke für die Aufmerksamkeit, das hat sich tatsächlich etwas widersprüchlich angehört. Siehe oben, wie es wirklich gemeint war...;-)
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Rush 2011/10/12 15:20:15
Antwort löschenDer Film ist durchaus sehenswert, hat aber über Faschismus eigentlich nichts Konkretes mitzuteilen. Dieses patriarchalisch/hierarchisch strukturierte Gesellschaftsgefüge mit seinen prügelnden Erzieher, Misshandlungen, Quälereien unter Kindern usw. gab es so oder so ähnlich in jedem anderen europäischen Land jener Zeit. Bloß haben die nun mal keinen Nationalsozialismus hervorgebracht. Der Film bleibt da sehr schwammig, eine Projektionsvorlage.
The_Comedian 2011/10/12 22:17:19
Antwort löschenNicht schwammig, eher bewusst dezentral vermittelt. Interpretationen dürfen ja wohl erlaubt sein;-)
Kieke 2011/10/11 14:09:08
Kommentar löschenein wenig anstrengend. ...
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Filmkenner77 2011/10/08 11:24:52
Kommentar löschen"Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte" ist zweifellos ein großartig bebildertes Drama, das mit seiner exzellenten Schwarz-Weiss-Optik und Kargheit, die wiederum einem ganz bestimmten Ästhetizismus im Stile eines Ingmar Bergman folgt, einen Hochgenuss darstellt. Der Film erzählt von einer Dorfgemeinschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in der Sitte, Anstand und Ordnung zumindest nach außen hin noch aufrecht erhalten werden. Schaut man jedoch genauer hin, wird allzu schnell deutlich, dass diese vermeintlichen Werte und Normen mehr Schein als Sein sind. Mysteriöse Ereignisse erschüttern schließlich die vordergründig heile Welt der Dorfgemeinschaft. Unter einem Brennglas seziert Regisseur Michael Haneke die protestantischen Einwohner des Dorfes und deren Abgründe werden sichtbar. Der Pastor glaubt, seinen Kindern Werte und Normen einprügeln zu können und sie so zu besseren Menschen zu erziehen. Widerspruch wird nicht geduldet und streng bestraft. Individualität und Emphatie verkümmern in diesem rigiden System, ehe sie richtig aufblühen können. Am Ende bleibt er unbelehrbar und erkennt nicht, was nicht sein sein darf. Der Baron ist ein Patriarch alten Schlages, dessen Zeit unweigerlich dem Ende entgegen geht. Als größter Arbeitgeber behandelt er die Arbeiter mit gönnerhafter Herablassung. Der Arzt benutzt im wahrsten Sinne des Wortes nach dem Tod seiner Frau die Hebamme als bloßes Lustobjekt zur Befriedigung seiner Triebe. Die Frau zählt nichts in dieser Gesellschaft und so muss sie die Erniedrigungen des Arztes über sich ergehen lassen, der sich derweil an der eigenen Tochter vergeht. Der Dorflehrer ist die einzige moralische Instanz in diesem Geflecht aus Bigotterie und Verkommenheit. Er wird mit seinem Anliegen scheitern, die Missstände offen zu legen und schließlich die Bewohner ihrem selbst gewählten Schicksal überlassen.
Haneke präsentiert anhand der Dorfgemeinschaft einen Interpretationsansatz für den aufkeimenden Nationalsozialismus, der durch die "Machtergreifung" Hitlers im Januar 1933 zur "Staatsreligion" erkoren wurde. Die Kinder des Dorfes sind nun erwachsen und werden Teil des unmenschlichen Systems sein, das sie hervorgebracht hat. Minderheiten, "unwertes Leben", Intellektuelle und Außenseiter dürfen von ihnen kein Mitleid erwarten. So ist es nur noch ein kleiner Schritt, diese Menschen "bürokratisch" nach Sitte, Recht und Gesetz ihrem Schicksal zuzuführen, das da "Endlösung" lautet. In diesem System wird nichts hinterfragt, weil das selbständige Denken nie erlernt und nie erwünscht war.
Haneke erhebt nicht den Anspruch, die Entstehung des Faschismus und Nationalsozialmus erschöpfend anhand der Dorfgemeinschaft erklären zu wollen, was angesichts der Vielschichtigkeit der Thematik ohnehin unmöglich gewesen wäre. Er liefert lediglich einen exemplarischen Einblick und bietet einen von unzähligen Erklärungsansätzen, wie aus einem Land der Dichter und Denker schließlich ein menschenverachtendes System wurde. Haneke wählte nicht zufällig ein protestantisches Dorf für seinen Diskurs. Er orientiert sich fraglos an Max Webers Werk "Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus", das vor allem den Protestanten eine asketische Lebensweise und gleichzeitig das Streben nach wirtschaftlichem Erfolg zuschreibt. Die Protestanten legten somit die Basis für die Industrialisierung Deutschlands und den aufkommenden Kapitalismus. Gewinn- und Nutzenmaximierung in friedlicher Weise sind laut Webers Theorie gottgewollt. Auch heißt es im Werk des berühmten Soziologen, dass die Schulbildung in protestantisch gepägten Gegenden eher technischer Natur sei, während Katholiken eher auf humanistische Bildung setzen würden und insgesamt weniger geschäftstüchtig seien.
Wie dem auch sei, ist Haneke ein insgesamt stark gespieltes, mitunter sperriges Stück Zeitgeschichte gelungen, das aufgrund der Länge von knapp 135 Minuten leider nicht durchweg packen kann und für das heutige, auf Spannungsmomente geeichte, Publikum sicher ein gewöhnungsbedürftiges Kleinod sein dürfte. Und gerade deswegen ist es ein sehenswerter Film, der aus der Masse zahlreicher anderer Werke der heutigen Zeit herausragt. Das Leben ist ein langer ruhiger Fluß, unter dessen sichtbarer Oberfläche sich manchmal Untiefen bilden, die einen ins Verderben reißen können. Hiervon erzählt der Film eindrucksvoll.
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ash-williams 2011/10/04 23:43:46
Kommentar löschenMichael Haneke gelingt es in seinem Film Das weiße Band einen interessanten Querschnitt eines Dorfes wie es sie zu hunderten in Deutschland gab zu schaffen und dabei jedem Charakter seine Zeit zu geben. Das führt dazu, dass der Zuschauer viel über das Leben im Dorf erfährt und Zusammenhänge sowie Wechselwirkungen in der Drofgemeinschaft erkennt. Die gute Darstellerleistung macht es möglich sich empathisch in die Charaktere hineinzufühlen. Michael Hanekes Werk ist aufgrund der durchdachten Kameraarbeit optisch sehr gelungen und ansprechend. Weniger gelungen ist die Dramaturgie des Films; der Film ist zwar aufgrund der interessanten Charaktere nie langweilig, er verläuft jedoch wenig pointiert und läuft gegen Ende ins leere, was zwar sicherlich so intendiert ist, den Zuschauer aber nicht zufriedenstellt. Somit ist Das weiße Band handwerklich sehr ordentliches, dramaturgisch jedoch verbesserungswürdiges Kino.
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Sigmund 2011/10/05 00:29:06
Antwort löschenKann Deinen Kommentar zwar nachvollziehen, aber: Den Zuschauer zufrieden zu stellen ist nichts anderes als der Anfang jeder filmischen Verlogenheit.
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ash-williams 2011/10/05 00:42:54
Antwort löschenIch wusste das diese Kritik an meiner Kritik kommt, aber ich meinte nicht das simple Befriedigen irgendwelcher Sehgewohnheiten oder das Einhalten von konventionellen Erzähltechniken, sondern ich habe bei dem Film (besonders beim Ende) den Ansatzpunkt für den Zuschauer vermisst. Die Geschichte läuft einfach ins leere und endet, das ist zwar irgendwie wie im echten Leben und daher sicherlich von Haneke gewollt, aber ich mag es bei Filmen wenn sie zwar offen Enden, dem Zuschauer aber die Möglichkeit geben das ganze selbst weiterzuspinnen oder Anregung zu Diskussion und Reflektion bieten...
Sigmund 2011/10/05 00:59:44
Antwort löschenFinde, dass der Film letzteres durchaus bietet. Er macht es nur anders als es meistens gemacht wird – was ich wiederum besonders gelungen finde...
mikadoapache 2011/10/04 14:31:28
Kommentar löschenauch nach wiederholter sichtung hat sich meine meinung net groß geändert, inhaltlich ist der film lächerlich und feige - ein österreichischer regisseur der vorwiegend in katholisch geprägter umgebung aufgewachsen ist, will erzählen wie das dorfleben im protestantischen norddeutschland zur vorkriegszeit aussah, na wenn das keinen oscar verdient hat ?! - was der film zum verständnis des nationalsozialismus beitragen kann, ist bestenfalls ein alibi, aber keineswegs ein bedeutsamer beitrag -
auf mich wirkt der film letzendlich wie ein verkappter stephen king im vorkriegsdeutschland - während funny games noch mit originalität punkten konnte bekommt DWB die 5 punkte allenfalls für die formale umsetzung
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Puebleau 2011/10/04 14:40:41
Antwort löschenIch stelle in den Raum, dass man sich durch Literatur besser über die Geschichte eines Raumes/Landes bilden kann als durch seine bloße Abstammung aus dieser. Zudem hat der Film sich an keiner Stelle als absoluten Erklärungsversuch bezeichnet, er konzentriert sich lediglich auf eine Facette. Ich finde die Kritik recht überzogen..
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alex88 2011/10/04 15:37:25
Antwort löschenIch finde den Film ziemlich überbewertet. Es ist einfach nur ein cooler Film mit guten Sex Szenen der einfach ein bieschen zum reinglo einlädt.
mikadoapache 2011/10/04 23:28:15
Antwort löschenda möcht ich lieber net wissen, welche literatur haneke gelesen hat, er bietet im film keine einzige, in irgendeiner Art, positive figur an,sondern einfach ne billige horrorfiktion - das hat nichts mehr mit ner realistischen sicht auf die historischen gegebenheiten zu tun
CarrionFairy 2011/10/04 12:06:12
Kommentar löschenich bin maßlos enttäuscht.
der intime einblick in die kalte struktur eines dorfes ist kein exemplarischer auszug aus der geschichte des landes und schon gar nicht die aufbereitung für 20 jahre spätere geschehnisse. vielmehr ist es ein exemplarischer auszug aus der geschichte einer JEDEN beliebigen (landbevölkerungs)gemeinde der damaligen zeit. dass man mir hier gesellschaftliche ursachen und hintergründe "ohne wertung" unterjubeln möchte, ist eine heuchelei und nur ein weiterer effekthaschender versuch, aus der letzten jahrhundertmitte applaus und kasse zu schlagen.
wenn man wenigstens eine brücke zum wilhelminischen zeitalter gewollt hätte, (was mich ebenfalls nicht zufrieden gestellt hätte) so wie heinrich mann es mit seinem "untertan" getan hat - nun gut, das wäre eine brauchbarere einbindung des gesellschaftspiegels in die epoche, aber das...
positiv sei allerdings die kamera angeführt: die bildeinstellungen fand ich grandios.
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BlueSquirrel 2011/12/07 04:54:02
Antwort löschenJa. Wenn auch etwas unterstellend, aber ja.
Kreaexo 2011/10/03 23:09:34
Kommentar löschenDieser Kommentar ist mit Vorsicht zu genießen. Es könnten Spuren von Spoilern zweier Filme enthalten sein.
"Das Weiße Band" erinnerte mich ab dem zweiten Drittel des Films an den 1995 erschienenen Horrorfilm "Das Dorf der Verdammten" von John Carpenter. Natürlich war nicht alles gleich; die schauspielerische Leistung jedes einzelnen war zum Beispiel in "Das Weiße Band" um Längen besser und auch objektiv betrachtet herausragend. Außerdem wurden die Erwachsenen nicht dazu genötigt, sich selbst umzubringen, wie in "Das Dorf der Verdammten", sondern es wurden [ich zitiere:] "die Böswilligkeit, der Neid, der Stumpfsinn und die Brutalität" in Form von "Misshandlungen und [perversen] Racheakten" an anderen Kindern und einem armen Vogel ausgelassen. Aber doch gibt es Gemeinsamkeiten. Zum einem die Tatsache, dass wohl in beiden Filmen Kinder an der ganzen Misere schuld sein sollen; auch wenn es in "Das Weiße Band" gegen Ende hin bestritten wird - vielleicht waren sie es auch wirklich nicht, für mich gibt es daran aber keinen Zweifel. Auch ist dieser Film komplexer und somit auch verwirrender als der Horrorfilm.
Ein weiterer Punkt, der mich dazu nötigt diese beiden Filme miteinander zu vergleichen, ist die streckenweise wirklich beängstigende Mimik der Jungdarsteller. So starr, mit einem Ticken Boshaft. Da lief es mir wirklich ein-zwei mal eiskalt dem Rücken runter. Vor allem, als der Lehrer die beiden Kinder Klara und Martin befragte. Allerdings war für mich das nicht der Höhepunkt des Films. Mein persönlicher Höhepunkt war der kleine Rudi, der jüngere Sohn des Doktors, zu dessen Person ich mich im weiteren Verlauf noch kurz äußern werde.
Das Highlight war für mich die Unterhaltung des Jungen mit seiner Schwester. Als er nicht wusste, was es bedeutet tot zu sein. «Was ist das? Tot?»
Das war so ungeheuer knuffig. Und für mich war das nicht geschauspielert. Sah für mich wie eine ganz normale Unterhaltung und eine wirklich ernstgemeinte Frage aus. Einfach toll. Und ja, natürlich war das geschauspielert, jedenfalls versucht, aber in dem Alter stellt man sich und anderen doch schon mal solche Fragen, oder? Eben, genau deswegen war das für mich real.
Noch etwas zu diesem 'Doktor'. Natürlich fabelhaft geschauspielert von Rainer Bock, aber trotzdem ist mir der Kragen geplatzt, als ich gesehen habe, wie er mit der Hebamme umgesprungen ist. Immerhin war sie, jedenfalls in der fiktiven Geschichte, jahrelang seine heimliche Geliebte. Ihr diese Absurditäten an den Kopf zu knallen war wirklich zu viel des Guten. Mir hat sie da wirklich leid getan. Und ich glaube, da war ich nicht der einzige.
Und obwohl der Film 140 Minuten geht, kommt er durch sein offenes Ende, da kein Schuldiger genannt wird, nicht wirklich zum Punkt. Was mich etwas enttäuscht hat. Spannung kommt leider auch nicht wirklich auf. Ja, man ist interessiert, aber fiebert nicht wirklich mit.
Diese fehlenden Punkte werden aber durch die sehr nett ausgeschmückten Dialoge und der hervorragenden Kameraarbeit wieder ausgeglichen.
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CJ1203 2011/10/03 23:28:39
Antwort löschenPrinzipiell stimme ich dir zu, abgesehen vom Ende, das ich mehr als nur überzeugend fand. Dass Haneke am Schluss keinen eindeutigen "Fingerzeig" auf die Kinder richtet, ist meiner Meinung nach ein Glücksgriff, durch den der Film noch authentischer wirkt. Dadurch merkt der gebildete Zuseher erst, welche Folgen autoritäre Erziehung nehmen kann, ohne sie sehen zu brauchen.
Und ja, der Dialog über das "Totsein" war neben den gemeinen Beschimpfungen des Doktors der Hebamme gegenüber auch mein Highlight ;)
Benjamin Barker 2011/10/03 23:05:48
Kommentar löschenEs ist mittlerweile rund 1 1/2 Jahre her. Ich war schon lange großer Filmfreund und auch begeisterter Kinogänger. Aber schon damals begann ich langsam, die Regeln, nach denen 90% der Kinofilme ablaufen, zu begreifen. Also begann ich, mein Heimkino mit europäischen Produktionen etc. zu füttern. Doch dieses ganz spezielle Gefühl, einem Film richtig beizuwohnen, gab es für mich nach wie vor nur im Kino.
Und dann entdeckte ich die Filmreihe, die in meinem Stammkino unter dem Titel "VHS-Filmforum" lief. Dort werden einmal im Jahr eine handvoll Produktionen gezeigt, die es nicht ins normale Programm geschafft haben. Als kleine Einordnungshilfe: In der aktuellen Reihe laufen u.A. "Biutiful", "Winter's Bone" oder "Pina". Das mag in Millionenstädten nichts besonderes sein, doch für unser 6-Saal-Kino, welches auch noch das Einzige in der Stadt ist, ist das schon eine tolle Leistung. Dass die Filme dadurch erst einige Zeit nach regulärem Kinostart laufen, ist nicht weiter von Bedeutung.
Nun, da saß ich also, in Begleitung meiner Eltern, gut 20 Jahre jünger als der zweitjüngste Besucher und gut 30 Jahre unter dem Durchschnitt. Und ich fühlte mich gut.
Doch das sollte sich mit Beginn des Films schnell ändern. Ich weiß nicht mehr alle genauen Details, weil ich den Film seitdem nicht mehr gesehen habe, doch ich erinnere mich noch genau an meine Emotionen. Damals war das für mich eine ganz neue Erfahrung. Die kalten Schwarz/weiß-Bilder. Die quälend ruhige Kamera. Die langen Dialoge. Die bedrückende Atmosphäre. Die verstörende Geschichte. Die erschreckend böswilligen Bewohner. Ich weiß noch, wie ich verzweifelt einen Halt suchte; etwas Positives, an dem ich mich in dieser niederschmetternden Umgebung festhalten konnte.
Ich weiß es noch wie heute, wie meine Hände nach und nach nasser vom Schweiß wurden, wie ich mich verkrampft im Kinosessel windete und wie ich 140 Minuten ein dumpfes Gefühl im Magen hatte. Schon damals hat der Film bei mir lange nachgewirkt. Und dadurch, dass ich heute noch bestimmte Szenen glasklar vor Augen habe, wird mir bewusst, wie prägend dieser Kinobesuch für mich war. Für mich persönlich wohl eins der intensivsten, wenn nicht sogar das intensivste Kinoerlebnis überhaupt.
Getragen durch ein großartiges Darstelleraufgebot, in dem man jedem Einzelnen seine Theatererfahrung anmerkt.
Dass Regisseur Michael Haneke derart polarisiert, wusste ich damals nicht. Doch das interessiert mich auch heute eher peripher, ich bewundere ihn für seine beeindruckende Art der Inszenierung.
Ich hätte "Das weiße Band" heute gut zur Auffrischung im TV ansehen können. Doch das verstörende Erlebnis von damals hätte es wohl nicht annähernd erreicht. Dies ist auch der Grund, warum die DVD seit ca. einem Jahr ungesehen im Schrank steht - und dort wohl auch genau so bleiben wird.
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Neokraid 2011/10/03 23:19:15
Antwort löschenDas nenn ich mal ne Würdigung.
JohnnyKee 2011/10/04 15:49:01
Antwort löschenKann ich nur zustimmen. Großartig!
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fabel 2011/10/04 19:07:37
Antwort löschenGanz groß! :)
Benjamin Barker 2011/10/04 22:47:24
Antwort löschenDanke euch allen! :)
Kana 2011/10/03 22:47:07
Kommentar löschenEs ist schwer eine Stimmung zu finden, in welcher dieses 144 Minuten lange, zutiefst verstörende, in schwarz und weiß gehaltene Vorkriegsdrama zu bewältigen ist. Ohne Zweifel in seiner Aufmachung, seinem Schauspiel samt Dialogen und der damit hervorgerufenen Atmosphäre, ganz hohe deutsche Filmkunst. Dennoch bleibt wegen fehlender Spannungsentwicklung und mangels Fokussierung auf einen tragenden Charakter der Eindruck eines Dokumentarfilms zurück.
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ruf mich an 2011/10/03 22:40:29
Kommentar löschenNervt mit seinem Pseudoschwarzweiß. Nervt durch gruselige Kinder. Nervt mit dem Verweigern jeder Zielstrebigkeit. Nervt mit den ganzen begeisterten Zuschauer, die jetzt genüsslich sagen: "Da sieht man mal wie es zum 1. WK und danach zum 3. Reich kam." Ach Gottchen, wenn Geschichte doch so einfach wäre.
Hat gelungene Schauspieler, einen Haufen Authenzitität und einen grundlos nervigen Erzähler. Wäre sicherlich auch ohne gegangen.
Nicht die Offenbarung, die mir versprochen wurde, aber dennoch sehenswert.
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Sigmund 2011/10/03 21:48:43
Kommentar löschenEin kleines Wunder, dass dieser überaus bedeutende Film heute, am Tag der Deutschen Einheit, zur besten Sendezeit im Ersten läuft.
Die Goldene Palme, der 10fache deutsche Filmpreis und die Oscarnominierung dürften den ARD-Entscheidungsträgern diesen Coup erleichtert haben, denn ich kann mich nicht erinnern, in den letzten Jahren auf einem solchen Sendeplatz ein Werk angetroffen zu haben, das seinen Zuschauern annähernd so viel zutraut wie dieser Film.
DAS WEISSE BAND schert sich nicht darum, das schlichte Weltbild vieler Zuschauer zu bestätigen. Hier gibt es keine einfachen Antworten, keine sofakuscheligen Wohlfühlklischees.
Stattdessen wird Wichtiges über das Thema Missbrauch erzählt, Wichtiges über gesellschaftliche Machtstrukturen und Wichtiges über die Geschichte dieses Landes.
Eine der ganz großen Sternstunden des Millionen-Mediums Fernsehen.
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Jenny von T 2011/10/04 13:57:03
Antwort löschenPerfekt auf den Punkt gebracht! :-)
Sigmund 2011/10/04 14:14:00
Antwort löschenDanke! :)
jan morrow 2011/10/03 11:47:07
Kommentar löschenNachdem ich in der allerersten Filmeinstellung (Kinder rennen über eine Dorfstraße) zufällig an einem im Bild befindlichen Bauernhaus Verbundfenster (Kunststoff-Fenster) entdeckt hatte, war der Film für mich eigentlich schon vorbei. Wer so ein wichtiges Detail nicht kaschieren kann, hat keine guten Job gemacht. Und so blieb es dann auch. Es gibt in dem Film etliche Requisiten, die nicht in die Zeit passen. Wenn man von den Requisiten absieht, beginnt die Story recht vielversprechend, flacht dann zunehmend ab, um im Nirgendwo zu enden. Der Film hat aber eine gute Kameraarbeit und ausgezeichnete Schauspieler. Wer sich also einen Eindruck von dem Leben der Menschen am Vorabend des ersten Weltkrieges bekommen möchte, ist bei diesem Film genau richtig. Er vermittelt - auch dank der schauspielerischen Leistung - eine dichte Atmosphäre (wenn man nicht allzusehr auf die Requisiten achtet)
Für die Kamera und die schauspielerische Leistung gibt es 10, minus Handlung und Requisite = 5
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Ripley1 2011/10/03 12:29:24
Antwort löschenWie konnten der Jury in Cannes nur die Verbundfenster entgehen!
Sigrun 2011/10/03 13:04:14
Antwort löschen@jan morrow: Word!
moepmoep 2011/10/03 10:47:43
Kommentar löschenEin Film aus der Kategorie "Früher war alles besser".
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Ripley1 2011/10/03 12:33:54
Antwort löschenWas laberst du da?
moepmoep 2011/10/03 12:46:11
Antwort löschenSag Du's mir!
Ripley1 2011/10/03 12:50:09
Antwort löschenOder wir fragen das Mitglied, dem dein Kommentar gefällt. :D
moepmoep 2011/10/03 12:55:01
Antwort löschenIst man mit 44 nicht zu alt für schlechte Witze?
Ripley1 2011/10/03 13:11:35
Antwort löschenWerde 44 und mach bessere Witze!
moepmoep 2011/10/03 13:29:46
Antwort löschenMit 44 hat man gefälligst ernst zu sein. Todernst!
Ripley1 2011/10/03 16:22:05
Antwort löschenDann kehre ich noch einmal todernst zum Ausgangskommentar zurück. In die Kategorie "Früher war alles besser" passt doch wohl eher die "Feuerzangenbowle". Oder was war in "Das weiße Band" auch nur ansatzweise gut?
moepmoep 2011/10/03 16:41:23
Antwort löschen"Das weiße Band" will ja wohl zeigen, dass man früher wenigstens noch Kontrolle über die Drecksplagen hatte und Gewalt als erzieherisches Mittel noch anerkannt wurde.
Damals, also als alles besser war, hätte sich ein 44 jähriger Herr nicht von so nem kleinen Lümmel anpöbeln lassen...
KASAKA 2011/10/03 18:37:01
Antwort löschen:D lol...netter dialog :)
moepmoep 2011/10/03 21:33:43
Antwort löschen@KASAKA: Danke, Du hast das Prinzip "Speichellecken" augenscheinlich verstanden. Weiter so!
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KASAKA 2011/10/04 16:33:09
Antwort löschenAuf jeden Fall! Aber wenn dir das schon gefaellt, dann warte mal ab wie gut ich stalken kann!
moepmoep 2011/10/05 19:12:37
Antwort löschenUnser Vertrag beinhaltet meines Wissens kein Stalking.
MikeC. 2011/09/13 23:43:01
Kommentar löschenNach all den Lobeshymnen und Awards, die "Das weisse Band" eingeheimst hat, hegte ich große Hoffnungen. Ist er das? Der Beweis, dass es doch gute Filme geben kann, die aus dem deutschsprachigen Raum kommen? Dieser eine Monolith, der die unzähligen beschämenden Ergebnisse der deutschen Filmindustrie vergessen lässt?
Die Einleitung verheißt Gutes. Eine angenehme Stimme aus dem Off erzählt locker flockig von einem mysteriösen Unfall. Doch dann stellt sie sich wieder ein, diese zähe, bemühte, typisch deutsche Erzählweise. Diese typische Art und Weise, die jegliche Dynamik im Keim erstickt. Michael Haneke´s Film erinnerte mich an ein abgefilmtes Theaterstück. Sehr lange Kameraeinstellungen, wenige Schnitte, dafür (teilweise) sehr gute schauspielerische Leistungen. Teilweise, weil ich Kinder als Schauspieler generell nicht ausstehen kann.
Doch dies ist nichtmal das größte Problem, denn "Das weisse Band" entwickelt sich ohne nennenswerte Höhepunkte und endet ohne tolle Pointe.
Es fehlt der große Paukenschlag, etwas, das zu denken gibt, schockiert oder emotional mitreißt. So bleibt dem Zuschauer nach dem Abspann nichts weiteres, als ein unbefriedigendes Gefühl.
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LynchFan1706 2011/09/14 08:03:47
Antwort löschen..."endet ohne tolle Pointe"?? Wie hätte in einem solchen Film denn eine "tolle Pointe" aussehen sollen? Also mir hat der gesamte Film zu denken gegeben und mich schockiert, ich brauchte da keinen "Paukenschlag" mehr...
MikeC. 2011/09/14 16:21:49
Antwort löschenSo ziemlich jedes Ende wäre besser.
Aber da dir das nicht weiterhilft, hier mal mein erster Einfall:
Der Lehrer steigt in Militärausgehuniform in den Zug an die Front.
LynchFan1706 2011/09/14 16:46:57
Antwort löschenHm, und das wäre der Paukenschlag oder die tolle Pointe? Nun, in welcher Hinsicht würde dein Ende denn deine Emotionen ändern oder dich zum Nachdenken anregen?
MikeC. 2011/09/14 18:32:16
Antwort löschenGibt es etwas bestimmtes, worauf du hinaus willst? Denn ich hab keine Lust, mich mit dir zu streiten. Mir gefällt der Film, so wie er ist, einfach nicht besonders. Dass ich damit eher eine Außenseiter-Meinung vertrette, ist mir durchaus bewusst.
LynchFan1706 2011/09/14 19:08:16
Antwort löschenIch kann durchaus nachvollziehen, dass dir der Film nicht so gut gefällt... Deswegen versuche ich auch, deinen Standpunkt zu verstehen... Mich interessiert, was dich gestört hat... Und eine Diskussion ist doch kein Streit... ;-)
MikeC. 2011/09/15 09:52:44
Antwort löschenIch denke, es lag an der Präsentation.
Denn eigentlich liebe ich ruhige Filme. No Country for Old Men fand ich zum Beispiel genial. Aber bei "Das weisse Band" hatte ich oft den Eindruck, dass sie es sich einfach zu einfach gemacht haben.
Ich bin derzeit an einem ambitionierten Studentenfilm beteiligt und habe den Eindruck, dass wir uns deutlich mehr Mühe geben. Die starren Einstellungen von Haneke lassen sich sehr leicht realisieren, da das Licht, der Ton und die Kamera nur einmal eingestellt werden und man damit dann seine 5min Film füllen. Wir brauchen für 15min Film 12 Arbeitstage, die jeweils von 8.30 bis 22.00 Uhr oder später gehen.
Das hat ein wenig meine Antipathie geweckt. ;)
LynchFan1706 2011/09/15 12:18:38
Antwort löschenOk, die Stilmittel Hanekes sind nicht jedermanns Sache... Ich finde die starren Einstellungen und die "Langsamkeit" des Films gut dem Thema und der damaligen Zeit angepasst... Gerade das lies in dem Film Zeit, die Geschichte und die Figuren zu beobachten... "einfach" muss ja nicht immer heißen, dass man es sich damit leicht macht... Aber das ist eine Empfindungssache... Ist ja auch gut so... Interessant zu hören, dass du an einem Film mitarbeitest... So mittendrin im Geschehen zu sein und die Entwicklung zu beobachten, lässt natürlich eine ganz andere Sichtweise entstehen.. Mit dem Auge des Profis sozusagen ;-)... Was wird es für ein Film?
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MikeC. 2011/09/16 01:31:32
Antwort löschenJa, Unwissenheit ist wirklich ein Segen. Denn sonst macht man sich beim Gucken eines Filmes bzw. einer Serie viel zu viele Gedanken. Wie haben die das gemacht, ist das richtig ausgeleuchtet, wie hat er da den Ton geangelt, wie lange hat er gebraucht, um diese Schärfeverlagerung so hinzubekommen... und und und.
Bisher ist unser Film noch "geheim", deswegen darf ich dazu noch nichts sagen. Der Regisseur ist da sehr empfindlich. ;) Denn eigentlich ist er für eine bestimmte Veranstaltung vorgesehen.
Aber irgendwann kommt er bestimmt auf Youtube, dann kann ich dir nen Link geben, wenn wir beide es bis dahin nicht vergessen haben.
Aber wie gesagt:
No Country for Old Men fand ich genial, welcher genauso langsam war mit seinen teilweise unendlich langen Einstellungen. Aber irgendwie gekonnt amerikanisch. Wobei man auch sagen muss, dass sich die Coen Brüder zu genialen Regisseuren entwickelt haben, was man ihren Filmen auch ansieht. Auch wunderschön: Die 12 Geschwörenen im Original aus 1957. Spielt in nur einem Raum, ist aber herrlich produziert.
Vermutlich ist das alles nur eine Sache der filmischen Erziehung. Ich hab nie deutsche Filme geguckt. Die dt. Filme, die ich gesehen hab, kann ich vermutlich an 2 Händen abzählen, und dann waren das auch noch solche "Pseudo-Kultfilme" wie "Manta, Manta", "Werner" oder "Lola Rennt"... wobei Lola Rennt eigentlich ganz in Ordnung war.
Ich bin halt ans amerikanische gewöhnt, und der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Was er nicht kennt, mag er nicht! :D
LynchFan1706 2011/09/18 11:03:14
Antwort löschenJa, ich bitte um den Link, würde mich sehr interessieren... Ich vergesse es sicher nicht! ;-) Ich kann mit deutschen Filmen auch nichts anfangen... Auch "Lola Rennt" finde ich nicht gelungen... Bei deutschen Filmen ist eben immer alles zu bemüht und oft abgeguckt von den Amis, aber das leider schlecht... "No Country for old Men" und "12 Angry Men" sind in der Tat sehr gute Beispiele für langsame (ich sag immer gelassene) Filme... Intensiv gespielt ohne viel Tamtam, das sind mir die liebsten ;-)... Und das mit der filmischen Erziehung kann ich auch nachfühlen... manchmal ist es auch ein Nachteil, denn ich finde z.B. keinen Bezug zu asiatischen Filmen... Ich habe es so oft versucht, aber da muss ich passen... Allerdings liebe ich skandinavische Filme... Oft sehr langsam, meist verstörend und sehr sehr intensiv...
Lorion42 2011/09/12 11:48:36
Kommentar löschenIch bin leider enttäuscht von diesem Film. Es ist ein anspruchsvolles Drama, das dem Zuschauer nichts zurückgibt. Stattdessen werden ihm viele kleine Häppchen präsentiert, die teilweise auch aus einer Soap stammen könnten. Die Häppchen scheinen auf den ersten Blick alle gleich und werden nicht, wie in anderen Filmen immer stärker und intensiver. So wirkt auch das Ende, als ob etwas fehlt. Der Zuschauer wird unbefriedigt zurückgelassen und muss sehen, was er aus dem Film mitnehmen möchte.
Dabei beginnt der Film vielversprechend. Er lässt sich Zeit seine Geschichten zu erzählen, legt aber doch einen Takt zu, dass man sich nicht gelangweilt fühlt. Doch dann merkt man, dass viele der Puzzleteile zu nichts führen. Sie ergeben kein stimmiges Gesamtbild. Es werden einfach zu viele kleine Geschichten erzählt, die zwar alle ein Thema haben, aber doch nur den Ort als gemeinsames Element besitzen.
Natürlich kann man begründen, dass jede Episode die Kinder prägt, doch war es dann wirklich auch nötig, die persönlichen Probleme des Lehrers zu zeigen. Warum musste auch noch die Scheune abbrennen, obwohl es nur eine Randnotiz bleibt. Welche Rollte hat das Aufpeppeln des Vogels im Gesamtkontext? Letztendlich geht durch dieses Bruckstückhafte jeder Spannungsbogen verloren und man fragt sich, wann der Film denn endlich zu Ende geht. Auch der fehlende Soundtrack trägt dazu bei. Eine emotionale Bindung zu den Figuren findet nicht statt.
Der Film ist erfrischend anders und eignet sich ideal, um ihn in der Schule zum Thema "Nationalsozialismus und seine Entstehung" zu interpretieren. Zur Unterhaltung oder als erleuchende Parabel ist der Film nicht geeignet.
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