Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte

Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte (2009), AT/DE/FR Laufzeit 144 Minuten, FSK 12, Drama, Historienfilm, Kinostart 15.10.2009

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7.2
Kritiker
56 Bewertungen
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7.3
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von Michael Haneke, mit Christian Friedel und Leonie Benesch

In Micheal Hanekes prämiertem Psychorama Das weiße Band wird am Vorabend des ersten Weltkriegs ein Dorf von mysteriösen Unfällen und Überfällen heimgesucht.

Ein norddeutsches Dorf am Vorabend des ersten Weltkrieges: Die Hierarchie unter den Bewohnern ist klar strukturiert. Die wichtigsten Bürger und Würdenträger üben die Macht aus, alle anderen fügen sich ihrem Willen. Der Pastor (Burghart Klaußner) leitet den Schulchor mit Strenge und Unnachsichtigkeit, der Doktor (Rainer Bock) demütigt seine Haushälterin, ohne dass dies für ihn Konsequenzen hat; der Baron (Ulrich Tukur) leitet ein Sägewerk und beutet seine Arbeiter aus.

Die trügerische Ruhe wird eines Tages gestört. Der Doktor stürzt auf mysteriöse Weise vom Pferd. Schließlich entdeckt die Hebamme (Susanne Lothar), dass der Unfall von einem zwischen zwei Bäumen gespannten Draht verursacht wurde. Die Bewohner fahnden erfolglos nach dem Täter. Es kommt zu weiteren geheimnisvollen Vorfällen: Eine Scheune wird in Brand gesteckt, der behinderte Sohn des Barons entführt und misshandelt. Schließlich kommt eine Arbeiterin im Sägewerk des Barons auf tragische Weise ums Leben, doch der Baron weist jegliche Schuld von sich…

Hintergrund & Infos zu Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte
Das weiße Band soll verdeutlichen, wie schon zu Beinn des Jahrhunderts eine Generation entstehen konnte, die Jahrzehnte später Deutschland in den Faschismus gefolgt ist.

Das weiße Band wurde mit zahlreichen Filmpreisen ausgezeichnet. So gewann der Schwarzweißfilm, bei dem Michael Haneke (Funny Games, Funny Games U.S.) die Regie übernahm, die Goldene Palme des Filmfestival Cannes 2009, den 22. Europäischen Filmpreis und den Golden Globe für den besten fremdsprachigen Film.

Sogar bei den Oscars 2010 konnte Das weiße Band zwei Nominierungen für sich verbuchen: Für den besten fremdsprachigen Film und die Beste Kamera.

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kritiken (23) — Film: Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte

_Garfield: Blogbusters

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7.0Sehenswert

Haneke's Filme bleiben bei aller Intelligenz, aller Bedeutung und aller handwerklichen Akribie ein distanziertes Erlebnis und damit auch überaus schwer zugänglich. Haneke-Kino ist immer mehr kühle Lehrstunde als Emotion. Damit steht er diametral zu meinem Verständnis von Kino. Seine Protagonisten wirken wie Marionetten, die lethargisch den hochkomplexen Lehrplan abspulen; aber sie tun es ohne Gefühl, ohne Regung, ohne Emotion. Oder konkret: Er versagt seinen Figuren, Mensch zu sein.

Inhaltlich bleibt sein Film alles andere als ein Anachronismus: Seine Gesellschaftsanalyse und akribische Aufarbeitung von historischem Gruppenverhalten ist ein wichtiges Arbeitszeugnis im Zuge einer noch sehr lange andauernden Aufarbeitung des Nationalsozialismus, seinen Ursprüngen und darüber hinaus. Eine zentrale Rolle spielt in Haneke's Film dabei die Erziehung von Kindern durch ihre zu kühlen Instanzen sterilisierten Väter. Statt autonomen Individuen, wird hier perfide ein gehorsames…

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Ulrich Behrens

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10.0Lieblingsfilm

In der dörflichen Hierarchie dieses Jahres 1913 werden keine Fragen gestellt, sie dürfen nicht gestellt werden, keine Bedürfnisse geäußert, geschweige denn befriedigt, keine Lust am Leben entwickelt. Die ehernen Gesetze der Religion, der Macht und des Geldes sind alles, was zählt. Die These Hanekes ist kaum von der Hand zu weisen – trotz aller Unkenrufe in manchen Besprechungen dieses Films: Welche Kinder werden hier später welche Erwachsene sein?

Aber entgegen allen diesen Unkenrufen bezieht Haneke diese Frage weniger auf ein scholastisches Interesse in Bezug auf die Entstehung des Nationalsozialismus. Nein, er bezieht sie auf die Gegenwart, wie er dies mit allen seinen Filmen bislang getan hat. Das Schwarz-Weiß seiner grandiosen Bilder, die diese dunkle Welt einfangen, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, wie nahe er an unserer Gegenwart arbeitet – an einer Gegenwart, in der das extrem Libertäre die alten Regeln abgelöst zu haben scheint, das Libertäre, das scheinbar grenzenlose…

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bantubiko

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Ich bereite gerade meine mündlich Abiturprüfung zu dem Film vor und
kann nur sagen das diese Kritik stimmt und kaum wiederlegbar ist.


Sumsi79

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Sogenannte Libertäre lehnen staatliche Regulierung grundsätzlich ab. Es handelt sich auch bei weitem nicht um eine Denktradition die sich weltweit großer Beliebtheit erfreut.

Warum dann noch eher klassische Liberale wie Hayek oder Friedman mit diesen in einen Topf geworfen werden weiss ich nicht, deutet aber auf eher mangelhaftes Basiswissen zu diesem Thema bezüglich des Autors obiger Kritik hin.

Wer einen Text ala "Frustrierter Alt 68er meets Filmkritik" lesen will wird sicher begeistert sein.


Elisabeth Maurer

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7.5Sehenswert

...Viel interessanter scheint eben gerade die eigentümliche Beschäftigung mit unserer deutschen Vergangenheit. Bearbeiten Filme diese, geht es selbstverständlich am häufigsten um den Nationalsozialismus. Die Zeit hingegen, die Haneke uns zeigt, kennen wir in deutschen Filmen eher in Geschichten der nostalgischen, kitschigen Verklärung. Das weiße Band bietet dem Publikum aber die Möglichkeit, die Mißstände in der damaligen Gesellschaft zu erkennen und somit die eigene Vergangenheit zu überdenken. In Kinematographien anderer Länder lassen sich ähnliche Behandlungen gerade dieser Vergangenheit auch finden. Als Beispiel sei der zwar optimistischere Fanny und Alexander von Ingmar Bergman genannt, der aber in der Darstellung der Quälereien an Kindern im Namen des protestantischen Glaubens durchaus Parallelen zu Hanekes Film aufweist....

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Flibbo: Wie ist der Film?

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7.0Sehenswert

[...] Neben der durch die Bank starken Schauspielerei der zahlreichen Figuren (bemerkenswert oft Kinder, die allesamt ausgezeichnet gecastet sind) ist es die enorm sorgfältige, saubere und ästhetische Kameraarbeit, welche die schwarz-weiße Erzählung weit über den Durchschnitt hebt. Das Aussparen jeglicher Filmmusik schafft dazu eine ungeheuer wirksame Ruhe, die, gemischt mit dem Hauch von Beklemmung in der Atmosphäre, den Zuschauer in den Bann zieht. In der Länge mancher Einstellungen bahnen sich ab und an Übertreibungen an, doch in erster Linie kreiert Kameramann Christian Berger starke Bilder. [...]

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Roger Ebert: Chicago Sun Times Roger Ebert: Chicago Sun Times

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8.5Ausgezeichnet

Hanekes Genie besteht darin, diese Möglichkeiten in Filme einzubetten, die im Leben gewöhnlicher Menschen verwurzelt sind. Er verwehrt uns doe einfachen Lösungen der meisten Film, die meist mit dem gewaltsamen Sieg einer Seite enden. Seine Filme sind wie Parabeln, die uns lehren das furchtbare Dinge manchmal passieren, weil sie passieren. Das Universum lacht über die Gesetze des Menschen und macht was es will.

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D. Edelstein: USA Today D. Edelstein: USA Today

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3.0Schwach

Der Film wirkt wie ein Ingmar Bergman-Remake des "Kinder aus dem Weltraum"-Films "Das Dorf der Verdammten" - nur das Bergman, hätte er sich aufgemacht den Filmzu drehen, dabei vielleicht etwas herausgefunden hätte, das er vorher noch nicht wusste. Hanekes Verachtung für die Menschheit ist jedoch zum Dogma erstarrt, noch ehe er die erste Einstellung im Kasten hatte. Der Film läuft sehr lange 144 Minuten.

(...) Christian Berger hat Das Weisse Band in kontrastreichen schwarz/weiß-Bildern gedreht, in Anlehnung an Nykvists Arbeiten für Bergman. Beeindruckend. Doch Bergman hat das Bild beschnitten um die Emotionen der Schauspieler genau erkennen zu können, während Hanekes Gesichter (skandinavisch aussehende) Masken bleiben. Kalt bis ins Mark, präsentiert er uns die menschliche Grausamkeit nicht um mit den Opfern mitzufühlen oder die Täter zu verstehen, sondern um uns die Verbrechen unserer Rasse unter die Nase zu reiben. Er glaubt wohl er würde damit den subversiven Idealen des Punk folgen, aber für mich riecht das mehr nach Skunk (Stinktier).

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Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today

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4.5Uninteressant

Haneke betrachtet alles aus der Distanz, und so tun es auch die Zuschauer. Warum sollten wir diesen unerfreulichen Zeitgenossen auch nahe sein wollen? Während seine Bilder visuell bestechend sind und bleibenden Eindruck hinterlassen, lassen uns die Figuren, selbst die der kleinen Kinder absolut kalt.

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David Edwards: Daily Mirror David Edwards: Daily Mirror

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2.0Ärgerlich

Alles in dieser mit der Goldenen Palme ausgezeichneten und von Kritikern abgefeierten Schwarz/Weiß-Parabel, die einige als Hanekes Meisterwerk bezeichnen, ist jedoch extrem langweilig.

Das Weisse Band hat zugegeben eine unheimliche Atmosphäre, aber alles wird gleichzeitig schrecklich lahm erzählt, alles braucht doppelt so lange, wie es eigentlich müsste.

Auch wenn der Film starke Bilder bietet und voller Symbolik steckt, stehen die Chancen gut, das des Zuschauers Interesse sich verabschiedet, lange bevor der Abspann läuft.

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fseifert

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ich wünsche dir viel spaß bei transformers!


Chris Tookey: Daily Mail Chris Tookey: Daily Mail

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4.0Uninteressant

Ich dachte ständig, das dies hier Vorlage für das deprimierendste Musical der Welt sein könnte, mit Songs wie "Ich hab entschlossen mich in der Scheune aufzuhängen", "Jemand hat den Wellensittich gekilled", "Lasst uns den Schwächling quälen", "Du widerst mich so an, ich wollte du wärst tot", "Was machst du mit mir, Papi?", "Wir sind alle so sexuell verklemmt, wir werden alle Nazis" und "Lasst uns den Schwächling quälen" (Reprise)

(...)
Der Film ist zweifelsfrei handwerklich solide gemacht, aber es ist auch Hanekes albernster und uninteressantester Film

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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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5.0Geht so

Es sind nicht die technischen Seiten, die wie immer untadelig sind, die bei Haneke nerven. Es ist und bleibt sein selbstgerechter Tonfall, der das Publikum mehr verurteilt als unterhalten will. Wie schrieb EMPIRE? "We have veyz of making you bored" - und in der Tat wirkt die hehre Ernsthaftigkeit mit der die Darsteller im Wissen was ganz ganz wichtiges zu erzählen, hier ihre Dialoge aufsagen schon fast wie die eigene Parodie eines Arthaus-Films. Selbst Bergman-Filme wirken hier im Vergleich noch wie heitere Klamotten, wenn die vorgeblich Gottesfürchtigen Eltern ihre Kinder maßregelnd in die Katastrophe peitschen. Wer lacht fliegt raus und wer die wichtige Botschaft der bösen Kinder von Stepford nicht versteht, ist sowieso ein Banause. Oder schlimmer noch, er muß befürchten, dass Haneke ihn nachsitzen lässt oder zum Rektor schickt.

Ich laß mir das nächste mal lieber wieder was Schweres auf den Fuß fallen. Dabei bekomme ich mehr Denkanstöße als in Hankes Leidensstunde.

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cannibal83

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Ich muss dem Batzman hier beipflichten. "Das weisse Band" ist für "nur" ein überdurchschnittlicher Lehrfilm, und genau wegen Hanekes Oberlehrer-Haltung wirkt der Film ungemein schwerer und damit eben auch langweiliger als bei Regiekollegen die ansonsten den "intelligenten" Film prägen.


milch-kakao

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Vielleicht bedarf es einfach ein wenig Intellekt, um sich hinterher nicht belehrt zu fühlen. :)


Mr.Vengeance: Lost In Imagination

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7.5Sehenswert

Sehr eindringliches Bühnenstück. Besticht durch seine trostlose, minimalistische Inszenierung und seine depressive Stimmung. In der ersten Hälfte sucht der Film ein wenig ziellos nach einem Punkt, den er aber in der zweiten Hälfte um so deutlicher trifft. Hat mich nicht ganz so sehr gepackt wie CACHE, dennoch ein sehr guter Film.

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Corsovilla: SchönerDenken

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9.5Herausragend

Hanekes erschreckende Parabel von der Kraft des Unrechts gewinnt einen großen Reiz durch die Andeutung. Der Zuschauer wird immer wieder der Erwartung schrecklicher Anblicke ausgesetzt, um dann in dieser Spannung zurückgelassen zu werden. Der Regisseur gönnt einem nur selten den im Laufe des Films schon fast erleichternden Anblick der Grausamkeit, sondern setzt auf die leise Bedrohlichkeit der innerlich zerstörten Kinder: Wie die seltsam platinblonden Kuckuckskinder aus dem Horror-Klassiker „Das Dorf der Verdammten“ tauchen sie immer in einer Gruppe auf und starren ihre Umwelt seltsam leblos an. Als würden sie mit ihrem Blick bereits ihre Zukunft als grausame Kriegstäter sezieren. (Nele für SchönerDenken - mehr u.a. im Podcast)

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Hausmeister: Nerdtalk.de

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8.0Ausgezeichnet

…und wie hat er mir persönlich nun gefallen? Ich bin zwiegespalten. Auf der einen Seite fehlt dem Film oberflächlich tatsächlich klar eine stringente Handlung. Zwischen einzelnen Szenen gibt es oft keine kausalen Zusammenhänge. Haneke zeigt einfach das Leben im Dorf, ohne sich auf die Suche nach Tätern zu konzentrieren. Ich habe mich lange gefragt, wo dieser Film eigentlich hin will. Mit dieser Form erinnerte er mich in manchen Teilen an den Oscar-Abräumer „There Will Be Blood“, der auch sehr gemächlich und unscheinbar daher kam. Für meinen Teil war auch eine gewisse Nähe zu Literaturverfilmungen wie „Die Blechtrommel“ mit von der Partie. Zumindest kam für mich eine ähnliche Grundstimmung auf; die Atmosphäre war sehr dicht und stimmig. [...]

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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de

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8.5Ausgezeichnet

Was für ein Film: Michael Hanekes neuestes Werk Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte ist ohne jeden Zweifel einer der Filme, die auch über die Jahre hinweg Bestand und Relevanz behalten werden. Selbst wenn es nicht klappen sollte mit einem Oscar – der Film wird als deutsche Beitrag ins Rennen gehen – dies ist der vielleicht wichtigste Film in der sowieso sehr beeindruckenden Karriere Hanekes.

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Enk: Mental Savage Enk: Mental Savage

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4.0Uninteressant

[...] Haneke ist bekannt dafür, dem Zuschauer nicht allzu viel Mühe bei der Entschlüsselung seiner trivialen Botschaften zu machen, so zuletzt in seinem brachial-medienkritischen Thriller Funny Games. Während Funny Games aber wenigstens handwerklich beeindruckend gemacht war, verliert sich Das weiße Band in bemühter Kammerspiel-Ästhetik, die nur durch die guten Schauspieler halbwegs sehenswert bleibt.

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jollyroger

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Haneke selber dazu:

„Ideologie ist eine verabsolutierte Idee. Überall, wo es Unterdrückung, Demütigung, Unglück und Leid gibt, ist der Boden bereitet für jede Art von Ideologie. Deshalb ist ‚Das weiße Band‘ auch nicht als Film über den deutschen Faschismus zu verstehen. Es geht um ein gesellschaftliches Klima, das den Radikalismus ermöglicht. Das ist die Grundidee.“

Zumindest also solche Unterstellungen /Schlußfolgerungen deinerseits wie:

"kein Wunder dass aus dieser Brut Erster und Zweiter Weltkrieg hervorgegangen sind. Wer als Kind vom Vater geschlagen wurde, kann schließlich nur zum Nazi werden. "

scheinen also wohl mehr als nur aus der Luft gegriffen zu sein.


fseifert

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das weiße band ist handwerklich als weniger beeindruckend? erläuterung bitte! ich denke du meinst, dass auf hollywoodübliche farbige, schnittreiche, durch perspektivische einstellung beindruckende kameraeinsteillungen verzichtet wird? aber gerade das sehe ich als großen gewinn für den film, der dadurch neues wagt und so die beklommenheit der situation, in der sich die dorfgemeinschaft befindet, perfekt einfängt.


Kubrick_obscura: CinemaForever

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8.5Ausgezeichnet

[...] Eine Reihe von Unfällen, oder doch eher Anschlägen, bildet den roten Faden des Films. Über 140 Minuten wird man dieses Dorf kennenlernen, jenseits der Kriminal-Story, vermittelt der Film nicht nur eine ausführliche Beschreibung der damaligen Menschen, sondern liefert auch eine Parabel über die Entstehung des Faschismus im Besonderen und über die Ursachen von Terrorismus im Allgemeinen. Ein Spiegel der damaligen und heutigen Gesellschaft. [...]

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Heavy_Metal

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warum muss man denn den faschismus/nationalsozialismus bemühen? dieser interpretationsstrang verkürzt, macht es sich einfach, lenkt vom film ab, färbt ihm die haare.


Kubrick_obscura

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Nun ja, krass ausgedrückt, könnte man auch fragen, was "Schindlers Liste" mit dem Nationalsozialismus zu tun hat.
"Das weiße Band" ist ein Film der ausweglos in diese Richtung weist (Zeit & Ort) und gerade dadurch, dass er diesen Aspekt nicht überstrapaziert, lässt er Raum für andere Interpretationen, die nichts mit dem Faschismus zu tun haben.
Durch meinen Kommentar "verkürze" ich den Film nicht oder weise ihn zurück in eine Zeit, die mit mir nichts mehr zu tun hat, ganz im Gegenteil. Ich habe selten einen historischen Film gesehen, der so stark in die Gegenwart hineinragt wie dieser. Darauf weise ich auch hin.


Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost

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8.0Ausgezeichnet

Zu einfach darf man es sich freilich auch mit diesem Film nicht machen. In Cannes hat vor allem die ausländische Kritik schnell den Schluss gezogen, dass sich die aufgestaute Aggression nicht nur zwangsweise in einem großen Knall, dem Ersten Weltkrieg entladen muss, sondern dass diese Generation vor allem den Faschismus vorantreiben wird. Haneke hat diese Interpretation in ersten Stellungnahmen bestätigt, wollte seinen Film dann aber doch nicht nur auf den Faschismus reduziert wissen, sondern ihn auf alle verabsolutierten Prinzipien, Ideologien und Religionen übertragen.

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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

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6.5Ganz gut

Nun ist das obrigkeitsstaatliche Denken als Erklärung für den Ersten (und Zweiten) Weltkrieg bei weitem nicht neu, vom "Untertan" bis zu "Im Westen nichts Neues"; allerdings haben wir dies kaum je so auf die kleinsten Einheiten der Dorf- und Familiengemeinschaft heruntergebrochen gesehen. Dem Film fehlt allerdings die hypnotische Kraft der besten Hanekes, dessen Art des Filmemachens bei begrenzten Ensembles besser zu funktionieren scheint als bei großen Tableaux.

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film-zeit: film-zeit.de film-zeit: film-zeit.de

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Pressespiegel mit weiteren Kritiken aus dem deutschen Feuilleton

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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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7.0Sehenswert

Vor allem aber erzählt der Katholik Haneke, der einen Teil seiner Kindheit in Schweden verbrachte, von Protestantismus und den Abgründen eines protestantischen Pfarrhauses - im Stil der ruhigen, präzisen Schwarzweiß-Bilder erinnert das oft an die Schuld und Sühnedramen Ingmar Bergmans. Der Wahrheitsterror des Pfarrers, die scheinbar therapeutischen Verhörrituale, der Selbsthass der gesamten Familie, die Idealisierung der Reinheit.

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Schlegel

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Katholik Haneke? Auch als Edelfeder tut die eine oder andere Recherche ganz gut.


Alle Kritiken (23)


Kommentare (140) — Film: Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte


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Cellmorbasg

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Sie waren Kinder. Unschuldig. Physischer und psychischer Gewalt ausgesetzt. Schutzlos. Eine Gegenreaktion. Terror. Eine deutsche Kindergeschichte. Eine deutsche Geschichte. Verlust der Orientierung. Auflösung alter Ordnung. Kein Ersatz. Ostelbien zwischen den Zeiten. Kein Zurück. Keine Zukunft. Gewalt und keine Leidenschaft. Kein Sinn. Im Leben. Noch weniger im Sterben. Macht. Eine Kostprobe. Gemeinschaft. Stärke. Ein Gegner. Sieg. Vier Jahre. Nichts. Warten. Triumph. Untergang.
Ein Film der kühl und distanziert gewalttätige Ereignisse schildert. Je näher die Auflösung durchschimmert, desto beklemmender wird der Film. Die Gesichter in schwarz-weiß lenken die Aufmerksamkeit auf die sich darin spiegelnden Emotionen, bzw. häufig auch deren Abwesenheit. Entkommen kann man dem nicht, doch sich stellen scheint auch nicht möglich. So nimmt das Unheil seinen Lauf.

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natedb

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Das weiße Band" ist, wie bisher jeder Haneke´ den ich mir ansehen durfte, ein sehr deprimierender Film. Auf dem Plan stehen dieses Mal: Engstirnigkeit, strenge Erziehung, Demütigung. Verzweiflung und unterdrückte Wut, die unter einer gestrafften Fassade langsam zum Vorschein kommen.
Die schwarz-weiß Bebilderung unterstreicht perfekt das kalte, angespannte und von jeglichem Humor befreite Klima, welches Haneke hier schafft. Frust. Verletzte Seelen. Gestörte Psychen. Krankhafte Konventionen.
Juliette Binoche sagte nach der Zusammenarbeit mit Haneke in Caché: „Für mich sind Hanekes Filme notwendige Filme. Von Zeit zu Zeit sollte man sie sich ansehen. Aber sicher nicht immer.“
Mit dieser Aussage liegt sie, so finde ich, vollkommen richtig. Nach Hanekes Filmen ist mir nämlich immer ein wenig übel zumute...

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CrazyWizard

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Auf den ersten Moment mag einem "Das weiße Band" überhaupt nicht gefallen, weil es ganz trocken eine Geschichte erzählt, ohne Interpretationen vorzugreifen (wie bei Haneke üblich). Die erschütternden Szenen der damaligen Erziehungspraktiken und der Umgang in der Familie sind schockierend und machen betroffen. Michael Haneke verlangt dem Zuschauer sehr viel ab mit diesem Film, deshalb möchte ich an dieser Stelle das grandiose Making-Of von Arte zu diesem Streifen empfehlen! Michael Haneke ist ein Ausnahme-Regisseur, was man unter anderem auch an seinen Oscar-Nominierungen und -Gewinnen sieht. Doch meines Erachtens würden kleine Denkanstöße an den Zuschauer seine Filme einem noch größeren Publikum zugänglich machen. Dass sich die Unterdrückung der Kinder in purer Gewalt gegen Schwächere entlädt und letztendlich auch als eine mögliche Erklärung für die Radikalisierung der Gesellschaft in den nächsten Jahrzehnten während des Nationalsozialismus ist, kann man gut verstehen. Diesen Umstand in ein solches Drama zu implizieren und darum ein Dorf zu formen mit zahlreichen, perfekt gespielten und zwiespältig geschriebenen Charakteren, ist phänomenal.
Ein zwar recht unzugänglicher, aber doch unglaublich gut inszenierter Film!

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8martin

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Bewertung9.5Herausragend

Für das Psychogramm einer Gesellschaft vor dem 1. Weltkrieg hat sich Michael Haneke ein fiktives Dorf ausgedacht. Hier herrschen die alten Männer gestützt auf den rigiden Protestantismus (‘Schwarze Pädagogik) mit Prügel für Zucht und Ordnung, eiskalt, autoritär und menschenverachtend. Unter ihnen rangieren die Frauen, die doppelten Verlierer: als Frau und Mutter. Ganz unten auf der Skala befinden sich die Kinder. Sie leiden am meisten. Als stille Revolte und als perverser Racheakt verüben sie Gräueltaten, die nie aufgeklärt werden. Dabei wird klar, dass die alten Männer die wahren Schuldigen sind. Aus dem großartigen Ensemble möchte ich nur den Pastor Burghart Klaußner und Susanne Lothar als Hebamme hervorheben. Sie sind der Kern dieser Tragödie. Hier wird die emotionale Schmerzgrenze weit überschritten.
Die schauspielerische Krone gehört aber den Kindern. Sie verdeutlichen das Leiden und den Schmerz so sehr, dass es den Zuschauer mitten ins Herz trifft. Auch wenn es keine Rechtfertigung für ihre Untaten gibt, so verständlich sind sie als Ventil. Einziger Lichtblick unter all den ‘menschlichen Ungeheuern ‘ ist der Lehrer (Christian Friedel) und Eva (Leonie Benesch) seine Verlobte. Sie verbindet völlig ungewöhnlich eine zarte Liebe.
Haneke überhöht sein Werk durch zwei Dinge: durch s/w Bilder oft mit leichter Überbelichtung verschärft er den Kontrast in der Bildaussage und durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges deutet er an, dass hier die Grundlage für den Nationalsozialismus liegen könnten. Genial, überaus eindrucksvoll, diskussionswürdig.

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pischti

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Schöner Kommentar. Die krasseste Szene war für mich der Dialog zwischen Arzt und Geliebter (Susanne Lothar), der abgrundtief menschenverachtend war, klasse gespielt.


DerDude_

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Bewertung9.0Herausragend

"Ich will dir nur helfen. Sei Aufrecht, mein Sohn"

Es ist eigentlich unfassbar das ein Land, in dem Filme wie SCHLUSSMACHER den Publikumspreis abräumen und man peinliche Fingerzeigfilme wie DIE WELLE als große Kunst abfeiert, ein Film wie DAS WEISSE BAND derartig beliebt, bekannt und geschätzt ist. Schließlich handelt es sich hierbei um den, ohne Zweifel, schwierigsten, wichtigsten und besten deutschen Film seit der Jahrtausendwende. Michael Hanekes Film erzählt mit einfachsten Mitteln und ohne Pathos so viel.
Ein kleines Dorf in Deutschland ohne Namen, denn die Geschichte könnte überall stattfinden, oder besser : findet jederzeit überall statt. Im Angesicht des ersten Weltkrieges : Fragen werden nicht gestellt, Zuneigungen untereinander scheint es nicht zu geben. Das Umfeld ist von Kälte und Gewalt geprägt. Selbst im eigenen Elternhaus gibt es keine Liebe. Gehorcht man nicht, gibt es Schläge. Mitten in diesem Umfeld geschehen eine Reihe von gewalttätigen Anschlägen. Wer verursacht sie ? Wer ist verantwortlich ? Fast wirkt es, als würde die Gewalt des Umfeldes auf selbiges zurückfallen.
Und so ist es am Ende auch. Man kann letztendlich forschen und interpretieren aber auf die Frage nach dem "Warum ?" gibt es keine Antwort. Wer der Täter ist bleibt unbeantwortet.
VORSICHT SPOILER
Auch die Theorie, es wären die Kinder gewesen, läuft ins Leere. Zwar tendiert der Film gegen Ende in diese Richtung und gibt sogar immer wieder Hinweise auf die Schuld der Kinder, aber wir dürfen nicht vergessen wer die Geschichte erzählt. Die Geschichte ist die Erinnerung des Lehrers, der fest von der Schuld der Kinder überzeugt ist und deshalb sich die Geschichte so dreht. Auch er als Person ist dadurch nicht besser als die anderen Dorfbewohner, weil er sich in seiner Geschichte in einem besseren Licht dastehen lässt.
SPOILER ENDE
Es ist zu einfach, DAS WEISSE BAND als Erklärung für den Nationalsozialismus zu bezeichnen. Nein, hier geht es um das universelle Böse. Gewalt wird an die Kinder weitergegeben und nicht nur die eigene Kindheit wird dadurch, sofern überhaupt noch existent, zerstört, sondern das gesamte Leben der Kinder. Somit ist DAS WEISSE BAND ein Film gegen Gewalt und auch ein wahnsinnig wichtiges Statement gegen Kindesmisshandlung und Kindesmissbrauch. Es wird nicht der Nationalsozialismus, sondern die Frage nach dem Ursprung von Gewalt beantwortet.
DAS WEISSE BAND ist ein Film der überhaupt keinen Halt gibt. Weder die Erwachsenen, noch die Kinder bieten irgendeine Identifikation. Das Setting erinnert zwangsweise an die Werke von Bela Tarr, aber ohne dessen wundersame Magie und Schönheit. In DAS WEISSE BAND gibt es keine Musik. Keine Emotionen werden dem Zuschauer aufgedrängt. Das funktioniert als wunderbarer Spiegel zum Setting und der Atmosphäre im Film. Auch erinnert der Film an die Werke von Ingmar Bergman und Robert Bresson, gerade weil der Film seine Gewalt nie ausschachtet oder groß anpreist. Selten wird überhaupt Gewalt gezeigt, aber dennoch ist das Ergebnis das pure Unbehagen, das einen noch Tage nach der ersten Sichtung verfolgen wird.
DAS WEISSE BAND ist eine, in glasklaren S/W Bildern eingefangene, subtile, verstörende und anstrengende filmische Analyse rund um das Böse im Menschen. Einer der schwierigsten Filme aller Zeiten aber so verdammt groß und eine wahrhaftige filmische Offenbarung das seinen hohen Ruf mehr als verdient hat. Besser werden deutsche Filme heute nicht mehr.

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SoulReaver

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Meischterwörk.


MrKatsumi

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Ein Kommentar den ich gut nachvollziehen kann.
Und 'unbehaglich' trifft es wirklich gut, denn so fühlt man sich von Anfang bis Ende. Und selbst wenn Feste gefeiert werden oder Kinder zusammen spielen, man spürt stets dieses unheilvolle Gefühl in der Magengrube..


Hfonda15

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Mein erster Haneke Film und die 8er Vorhersage von Moviepilot hat bei ,,Das weiße Band" genau ins Schwarze getroffen!
Ich war heute den ganzen Tag schon in einer nachdenklichen, fast melancholischen Stimmung und in dieser Lage, passt dieses Kunstwerk perfekt, da sich dieses bedrückende Drama sich voll und ganz entfalten konnte.

,,Das weiße Band" ist ein beeindruckender Film, der kurz vor dem ersten Weltkrieg im protestantisch geprägten Norddeutschland spielt.
Die Geschichte erzählt von mehreren Schicksalen in einer Dorfgemeinschaft, in der sich unter den Kindern Hass auf die konservativen Eltern aufbaut und die Erwachsenen, nach außen hin eine eine gesittete Fassade aufbauen, während sich im Laufe des Films immer mehr Abgründe über jede einzelne Familie des Dorfes auftut.
Haneke liefert hier ein sehr ruhiges Drama, mit längeren Einstellungen, was dem Film äußerst gut tut, denn auch wenn hier in meinen Augen ein paar(sehr kurze) Längen entstanden sind, fasziniert dieses Drama durchgehend, durch die tolle Inszenierung, wie die schwarz/weiß Optik oder die tolle Kamera!
Die Atmosphäre des Films hat mich so bis zum Ende gepackt
(kleiner SPOILER: Bei der Szene, wo der Arzt seine Geliebte runtermacht, war die Inszenierung gar so intensiv, dass ich selbst in die Geschichte wollte um diesen Arzt fertig zu machen!)
und meiner Meinung nach, ist dieser Streifen über die Entstehung von Hass und der Unterdrückung der freien Entfaltung, mehr als gelungen und da einem hier so viele Geschichten über einzelne Schicksale geboten werden, wird der Streifen von mir auf jeden Fall noch gekauft und hat nach einer Zweitsichtung auch großes Potential nach oben!

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kobbi88

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schönes Ding, Fonda. Ansonsten was Andy sagt


Hfonda15

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Danke euch und das weiße Band wird euch sicher beiden gefallen!
Auf Liebe bin ich sehr gespannt Andy, wollte den eig auch vor den Oscars sehen aber der lief wieder nicht in den großen kinos, wird bald gekauft und kommentiert :)


ezemeze

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Auch ein Film vor dem ich mich eine ganze Zeit lang gedrückt hab. Jetzt passend zum weissen bewölkten Himmel mir diesen Film angeschaut und muss sagen: WOW! Ein Meisterwerk und sonst, dass ich sprachlos bin und das erstmal setzen lassen muss. Klassikermaterial, wirklich schonungslos, wirklich gut....

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Mr. Laurel

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Bewertung6.5Ganz gut

Schon toll, was man in diesen Film (ähnlich „Caché“) alles hineininterpretieren kann, dabei ist der Film, oberflächlich betrachtet, lediglich ein Historienfilm und ein Drama (so von Moviepilot eingeordnet).
Man könnte glatt glauben, es handelt sich um eine dieser drögen TV Literaturverfilmungen aus den 60ern oder 70ern (von Bildungsbürgern für Bildungsbürger). Haneke gibt sich, wie fast immer, wenig Mühe den Zuschauer mit einzubinden, z.B. durch eine Identifikationsfigur (der erzählende Lehrer taugt dazu nur bedingt), zu verkopft ist das Ganze.

Fazit: Ingmar Bergman hätte der Film sicherlich gefallen (auch wenn Bergman wahrscheinlich einiges besser/anders gemacht hätte). Dank guter Schauspieler sehenswert und weil solche Filme heute eigentlich nicht mehr gedreht werden.

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Schlegel

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Das Drehbuch wurde tatsächlich in den 80ern für einen Fernsehmehrteiler geschrieben, der dann aber nie umgesetzt wurde.


Mr. Laurel

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Ah, sieh an. Schade, aus der Story hätte man wirklich gut eine Serie machen können oder zumindest einen Mehrteiler.


malcolm07

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Bewertung4.0Uninteressant

Hmm.. was soll ich zu diesen Film sagen.. zuerst mal das positive die Schauspielerleistung ist sehr gut und die Kamereführung echt stark.

Der Film hingegen besonders die Story ist verstörend und schwer verdaulich...
Ich würde ihn keine zweites Mal ansehen da er zeigt wie grausam und herzlos Menschen sein können.

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headmusic

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Bewertung9.0Herausragend

Ein großer Film und das Schauspielensemble ist phänomenal. Christian Berger der Kameramann zaubert wunderschöne Bilder auf die Leinwand die im krassen Gegensatz zur beklemmenden und ständig bedrohlich wirkenden Düsternis stehen.

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Ferdy

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Das weiße Band“ ist ein tadellos gespielter, böser und mit beängstigender Ruhe von Regisseur Michael Haneke grandios inszenierter Film. Die Parabel des Meisterregisseurs Haneke ist weniger ein Geschichtsdrama als ein Horrorfilm. Niedertracht, Bosheit, Gewalt und Misstrauen dominieren die Atmosphäre im Dorf der frommen Menschen. Selbst die Kinder sieht man in dem zweieinalbstündigen protestantischen Machwerk nie spielen oder lachen. Sie sind im Gegenteil fast immer zur Stelle, wenn im Dorf etwas Schreckliches passiert. Die Kinder wirken unnahbar, Angst einflößend und undurchschaubar wie in Wolf Rillas „Das Dorf der Verdammten“ (1960). Doch in Rillas Sci-Fi-Horrorfilm waren die Gören nicht von dieser Welt, während die Kinder in Hanekes Gruseldrama dem dörflichen Schoß entwachsen. Mit Rohrstock-Pädagogik erzogen, christlich-autoritär und sexualfeindlich schreitet die Verrohung der schrecklichen Kids fort. Die kleinen Hauptfiguren sind so etwas wie faschistische Prototypen, die soldatisch einstecken, um sadistisch auszuteilen. Somit bietet Michael Haneke eine Sichtweise an, die vielleicht der Schlüssel zum dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte ist. Das Dorf Eichenwald, diese Monstrosität in Miniatur, ist Brutstätte der heranziehenden Menschheitsverbrechen des 20. Jahrhunderts.

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strangelet

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Bewertung7.0Sehenswert

Ich bin kein Fan von Michael Haneke; alles, was ich bisher von ihm gesehen habe hat sehr gut in meine Schublade für überschätzte Möchtegernkunst gepasst. Auch bei "Das weiße Band" geht es ja schon los, dass der Film in aufdringlich intellektuellem Schwarzweiß daherkommen muss, und wenn man sich auf die hinter jeder Ecke lauernden Bedeutungsebenen einlässt oder womöglich interpretationsschwangere Haneke-Interviews dazu hört, dann wird er womöglich richtig ärgerlich.

Aber so lang man schön an der Oberfläche bleibt, kann man "Das weiße Band" als runde Erzählung genießen, die auch erstaunlich gut gespielt ist (für deutsche Verhältnisse) und die gelegentlichen Ausflüge ins abstrus Überzogene, die bestimmt eh alle nur irgend eine abstrakte Botschaft transportieren sollen, sind leicht zu ignorieren. Wenn Haneke seine philosophistische Wichtigtuerei noch ein bisschen besser zu verpacken lernt, dann werde ich vielleicht doch noch ein Fan von ihm.

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Trimalchio

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Bewertung9.0Herausragend

Erschreckende Geschichte über den Niedergang einer streng protestantischen Gesellschaft im Jahre 1913 und das Entstehen einer neuen. Einer, die es schafft ihren Vorgänger an Schlechtigkeit deutlich zu übertreffen. Erschreckend deshalb, weil das Thema des Films nicht Fiktion ist, bereits stattgefunden hat und immer noch passiert und sich aller Voraussicht nach weiterhin ereignen wird. Wenn man nicht versucht, es zu verhindern. Genau dies tut Haneke. Gerade deshalb verzichtet er auf genaue Antworten zu den zahlreichen Fragen, die er aufkommen lässt. Er will, dass der Zuschauer darüber nachdenkt, was hier geschieht und was es bedeutet. Sein Szenenbild ist minimalistisch und opulent zugleich, die schwarz-weiße Optik unterstützt seinen Stil hervorragend, in dem sie die Taten, Worte und Gedanken der Dorfbewohner, die nur in Extremen auftreten, nach außen transportiert. Dass dies alles so kalt wirkt und die Figuren, bis auf wenige, keinerlei Emotionen zeigen, mag manchen missfallen, ist aber die richtige Entscheidung gewesen, die diesem Portrait den letzten Schliff verleiht. Ab und an wirkt die Handlung etwas konstruiert und das Ende kommt seltsam abrupt, doch die aufgebaut Atmosphäre ist zu stark und verhindert, dass diese beiden Elemente störend wirken. Eine gelungene Mahnung, die sich zu Recht mit der goldenen Palme schmücken darf.

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herrmann.jemine

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Bewertung3.5Schwach

ein tagebuchmäßiger film über merkwürdige anschläge in einem vermeintlichen dorf-idyll, geschildert aus der sicht des dorflehrers, eingebettet in eine art family-soap.

eigentlich wird über die gesamte zeit die erwartungshaltung beim zuschauer geschürt, die story laufe auf eine auflösung der geschehnisse hinaus. doch plötzlich ist der film am ende angelangt, nichts wird aufgelöst, man sitzt da und denkt: 'soso...'

zitat von oben:
"Das weiße Band soll verdeutlichen, wie schon zu Beinn des Jahrhunderts eine Generation entstehen konnte, die später Deutschland in den Faschismus gefolgt ist."

so ne aussage macht mich über den schwachen film hinaus ärgerlich, denn haargenau das gleiche hätte in jedem x-beliebigen dorf auf der ganzen welt passieren können.

stellenweise kann der film einen schon ein wenig durch die langsame erzählweise und die kalten charaktere fesseln, aber das ist mir eindeutig zu wenig. ne story wäre trotzdem ganz nett gewesen. oder eine sonstwie geartete unterhaltung vielleicht. so bleibt ein ratloser und vor allem zum ende frustrierter zuschauer, der schlicht und ergreifend umsonst auf etwas gewartet hat.

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bastian.during

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Bewertung9.0Herausragend

Ein weiterer durchaus gelungener Streifen, kalt serviert von Michael Haneke. Emotionen stehen auch hier im Vordergrund. Vor allem, deshalb, weil keine Emotionen vorhanden sind. Kein einfacher Film, auf keinen Fall geeignet für einen unterhaltsamen DVD-Abend :). Aber dennoch ein faszinierender Film voller Trübsal und Depression. Großartig die Leistung von Susanne Lothar und Rainer Bock, die ein verstörendes Verhältnis zueinander haben. Ich jedenfalls habe mich ein Stück in einige Personen hineinversetzen können, was für die Authentizität spricht und das ist ja immer ein gutes Zeichen.

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deinvaddah

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein großartiger Film, Subversiv, Subtil und doch offen und für den gemeinen Zuschauer zugänglich. Hier wird ein Gedankenspiel veräußerlicht, ein "was passieren kann wenn"-Spiel. Menschen tuen Menschen schäußliches an, wobei die Aggressoren in diesem Stück Kinder sind. Gewalt, provoziert Gegengewalt. In einer Zeit in der häusliche Gewalt zur guten Sitte gehört reflektieren Kinder die dieser Gewalt zum Opfer werden die gleiche in ihr Soziales handeln. Ein Wirklich tiefgündiges Thema. Ein sehr guter Film.

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Parz1val

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Bewertung9.0Herausragend

Haneke ist ein Meister darin, Zuschauer unbefriedigt und voller Redebedarf aus einem Film zu entlassen, so auch hier. Die Geschichte um rätselhafte Attacken und Todesfälle in einem ostelbischen Dorf am Vorabend des ersten Weltkriegs verweigert jedwede Auflösung und wird durch eine subjektive Erzählweise auch noch nur gefiltert wiedergegeben. Ebenso verhält sich die übergeordnete Thematik, ein Versuch die Wurzeln des Faschismus in der heteronom-autoritären Erziehung der Kinder zu finden, sie wird ebenfalls nur in Ansätzen beantwortet. Der Film zeigt Szenen, überlässt die potenzielle Auswirkung aber dem Zuschauer. Offensichtliches kann eine Sackgasse, abwegiges der springende Punkt sein. Das gefällt sicher nicht jedem und kann durch die sprunghafte Erzählweise etwas anstrengend werden, ist gleichsam aber ein sehr verstörendes und fesselndes Erlebnis. Unbedingt angucken.

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dbeutner

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Bewertung4.5Uninteressant

Haneke mal wieder. Ein Name, der mir nicht im Ansatz sagt, wohin die Reise geht. Ich liebe ihn (Caché), ich finde ihn unoriginell anstrengend (Funny Games) oder auch mal peinlich (die schlimmste Kafka-Verfilmung). "Das weiße Band" hat mich thematisch grundsätzlich interessiert, aber immer vor mir her geschoben. Und was soll ich sagen: Totalreinfall.

Zunächst einmal: Wo bitte sind denn die tollen darstellerischen Leistungen, die jeder lobt? Wo, bitte? Ich sehe nach, dass es die Dialoge den DarstellerInnen nicht immer einfach machten, aber selbst das eingerechnet - etwa 30 Prozent des Vortrags verbuche ich jenseits der Erträglichkeitsgrenze. Ulrich Tukur etwa, wie eigentlich immer: Hat ein paar Situationen, in denen er wirklich glänzt, aber auch einige, wo man beschämt wegschaut (Treppenhausszene zB). Wobei ich ihn ganz klar in Summe noch eher zu den Highlights zähle.

Nun gut, dabei will ich es belassen, auch wenn man jedes vernichtende Urteil mE sehr gründlich alleine an diesem Punkt festmachen könnte. Aber das war's ja nicht allein. Es gibt wirklich enervierende Szenen, in denen z.B. der etwa 5-jährige Junge fragt: "Tod, was ist denn das?" Ach Michael Haneke, ein Junge auf dem Dorf, der richtig reden kann, weiß nicht was "Tod" ist, wo die Fensterbretter immer voller toter Fliegen liegen?

Ja, schon klar, die Szene wollte nicht die oberflächliche Frage transportieren. Aber genau daran stoße ich mich: Unsinniges Zeug wird serviert, damit man dahinter schaut und ganz schwere tiefe Dinge sieht. Aber nö, auch die sind da gar nicht zu finden.

Dann wird der Film noch schwarzweiß gemacht, und schon kommen die Jünger und preisen: "stilecht in schwarzweiß". Ach herrjee, ich habe ja so gar nichts gegen SW, aber "stilecht" wird es dadurch ja nun nicht gleich, auch 1913 gab es Farbe.

Und die Message?! Also wenn die Message die sein soll, die man dem Film nachsagt (von sowas kommt sowas...), ist sie schon reichlich platt. Aber ein Film sollte auch für sich stehen können, ohne den ganz weiten Wurf in die Zukunft, und auch da: Interessiert mich der Film nicht, was aber nicht grundsätzlich an einem Desinteresse meinerseits an der Thematik liegt (s.o., potentiell eher im Gegenteil), sondern an der Art des Servierens, an Bruchstellen (da schreibt sich Haneke die kompliziert-hochtrabende Sprache vom Leib und baut dennoch immer wieder grammatikalische Fehler (ja, auch zu der Zeit) ein, dass man erschauert) verschiedenster Arten, an inszenatorischen Schwächen, an fehlender Nähe zum Thema.

Vor allem frage ich mich: Da sind so viele objektive Fehler und Unstimmigkeiten im Film, wie kann so etwas der Preise-Abräumer schlechthin werden? Thema reicht? Naja, mir nicht.

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DonChris

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Sehe ich genauso.


pischti

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Bewertung7.0Sehenswert

Um gleich mit den riesengroßen Pluspunkten anzufangen, das Schauspiel ist großartig, die Inszenierung klasse. Selten sieht man, dass schauspielerisch ein Film so wirkt, wie es "Das weiße Band" tut. Eine Zeit in der vor allem der Vater teilweise von den Kindern aufgrund häuslicher Gewalt stark gefürchtet wurde und wo Respekt vorm Familienoberhaupt durch Angst ersetzt wird. Durch die Bank weg spielen alle Beteiligten überzeugend und nehmen den Zuschauer mit in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Haneke hat mit seiner Verfilmung in schwarz-weiß auf Realismus gesetzt, das Setting und somit das kleine Dorf könnte besser nicht sein. Trotz der lobenden Worte war die Story aufgrund der hohen Laufzeit von 145 Minuten an der ein oder anderen Stelle etwas träge, auch das Ende hätte ich mir etwas anders gewünscht, da es für mich zu hypothetisch war.
Alles in allem ein sehenswertes Drama über eine Dorfgeschichte die so einige dunkle Geheimnisse verbirgt....

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totox

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Schwarz und Weiß = Realismus? Eher doch das Gegenteil, denn damit will er eine Atmosphäre schaffen, die die Realität verzerrt. Oder gab es damals keine Farben?


pischti

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Ich sehe in einer schwarz/weiß Verfilmung hier Realismus, weil ich mich als Zuschauer in die Zeit zurückversetzt fühle, es wirkt (für mich) einfach besser und klar gabs früher keine Farben. Man hätte den Film natürlich auch in knallbunten Farben und vor allem in 3D verfilmen können, das hätte definitiv was.


jacker

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ich bewerte Filme meist nicht primär nach objektiven Maßstäben, mehr aus dem Bauch raus. Das Gefühl, das der Film erzeugt (oder eben nicht) ist ausschlaggebend bei dem Prozess eine intuitive Meinung über das Gesehene zu formen und es einzustufen.

Wenn ich mich an diese (ganz automatisch entstandene) 'Vorgehensweise' klammern würde, wäre es eigentlich nicht möglich "Das Weiße Band" zu bewerten, denn Haneke tut es wieder:
Er serviert, inszenatorisch brillant und mit eigener Handschrift ein Gericht, herausfinden was es darstellt, wie es schmeckt (OB es nach etwas schmeckt?), ob es bekömmlich ist und ob ich es gern noch mal essen würde muss ich selber.
Ich sitze nun gerade am Tisch und weiß es nicht.
Hinweise gibt es nicht. Einen kleinen Schubs in die richtige Richtung? Auch nicht.

Ähnlich wie auch schon bei "Caché", lässt der Film mich seltsam unbeteiligt zurück.
Alles ist offen, die Geschehnisse, die Rückschlüsse daraus und eben auch mein Gefühl dazu.

Eine gewisse Brillianz kann man genau diesem Zustand nicht absprechen.
Ich denke nicht, dass es viele Regisseure gibt, die auf fast dokumentarische, perfekt austariert neutrale Weise eine Geschichte erzählen die fernab der üblichen Handlungsverläufe und Dramaturgien angesiedelt, den Zuschauer ratlos zurück lässt und doch so sehr die richtigen Hebel umlegt.
Denn die fast zweieinhalb Stunden, die Haneke sich Zeit nimmt um "Eine deutsche Kindergeschichte" zu erzählen, vergehen wie im Fluge und das obwohl eben die gängige Bandbreite an Emotionen jeglicher Art (auf die Film ja nun mal oft allzu stark abzielt) beim Zuschauer auf Standby gehalten wird.
Neutrales Beobachten.

Über den Inhalt kann, will und braucht man eigentlich auch gar nicht viel sagen. Ein starkes, unglaublich authentisches Portrait des ländlichen Lebens vor dem ersten Weltkrieg. Gezwungen, hart, unangenehm.
Aber auch was man davon halten mag bleibt uns überlassen, von kurzen Momenten (wie der Erklärung der Baronin) abgesehen, gibt die Darstellung keinerlei Richtung vor. Die Richtung muss der Zuschauer wählen.

Schon irgendwie Ausnahmefilme, die der Mann macht!

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brainchild

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Ich schwanke auch immer zwischen beidem, tendiere aber zu letzterem :(


jacker

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[x] unfassbar interessant!
Wenn man erstmal rein gefunden hat ist man auch voll dabei, und ich denke wenn man die Filme bereits mal durchdacht hat und dann nochmal sieht ist richtig Hirnparty angesagt...
Haneke spricht nur eben nicht über die üblichen Kanäle an, du sagst ja selber "Caché" konntest du erst auch nicht einordnen.
Der Zugang kommt bei ihm anders und mehr über Eigeninitiative (bewusste, oder unbewusste), man wird hart gefordert, aber wenn man ihn dann erstmal hat wird man belohnt.



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