Ein seltsamer Film, den Nanni Moretti hier geschrieben, produziert und inszeniert hat, und in dessen Mittelpunkt nur er stehen mag – wo "Das Zimmer meines Sohnes" doch den unbegreiflichen Verlust eines Kindes, den sinnlosen und irrationalen Tod eines geliebten Menschen, aus Sicht einer italienischen Mittelstandsfamilie und damit als klassisches Melodramenmaterial verhandelt. Seltsam nicht nur, weil Morettis Figur und vermutlich auch seine Person sich in ihrer Vordergründigkeit so gar nicht in die Geschichte einfügen wollen, die von individueller Trauer eben auch aus Perspektive von Tochter und Frau (großartig: Laura Morante) berichtet, sondern seltsam auch im Unwillen zum Ausspielen und der oft abrupten, irritierenden Montage. Wenn man diesen milde egozentrischen Ansatz und mit ihm den Verzicht auf Stil, Schmuck und klare Formsprache in Morettis Inszenierung akzeptiert, kann der Film als stilles und hilfloses Sinnieren über unvermeidliche Affekte unter Einsatz einer herzzerreißenden Musik von Nicola Piovani jene schmerzliche Intimität und Privatheit erfahrbar machen, für die das Melodram überhaupt erst erschaffen werden musste.
Nanni Moretti gelingt es in seinem Film mit leisen Tönen, einer langsamen Erzählweise und wenigen Dialogen die Emotionen und den Schmerz seiner Figuren so gewaltig rüberzubringen das es einen als Zuschauer fast erschlägt.
Vollgepackt mit Szenen, die völlig ohne Dialoge auskommen, und dabei doch so stark ihre Wirkung erziehlen, das es fast schon erschreckend ist.
Ein Werk das den Zuschauer zum mitdenken anregt, und sich einiges vielleicht erst nach dem 2. Mal ansehen erschliesst, da viele Dinge lediglich mit einer unglaublichen Bildsprache zum Ausdruck gebracht werden.
In den letzten Minuten des Films wird nicht gesprochen, und doch mehr gesagt als in den meissten Hollywood Filmen zusammen.
Die Musik passt einfach perfekt und hatte selten so eine Aussagekraft wie hier zb Brian Enos "By ths River"
Here we are
Stuck by this river,
You and I
Underneath a sky that's ever falling down, down, down
Ever falling down.
Through the day
As if on an ocean
Waiting here,
Always failing to remember why we came, came, came:
I wonder why we came.
You talk to me
as if from a distance
And I reply
With impressions chosen from another time, time, time,
From another time.
Der wahrscheinlich ergreifenste, ehrlichste, poetischste, tiefgründigste und traurigste Film den ich jemals gesehen habe, und wohl auch je sehen werde..
mich hat der Film eher kalt gelassen...
sicher, das eine oder andere Tränchen im Knopfloch gab es schon...
aber im großen und ganzen plätschert er so vor sich hin, dass ich drauf und dran war, ihn abzudrehen und den Inhalt nachzulesen.
Das Zimmer meines Sohnes - Kritik
IT/FR 2001 Laufzeit 99 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 22.11.2001
Kritiken (1) — Film: Das Zimmer meines Sohnes
Mr Vincent Vega: Fünf Filmfreunde, gamona, D...
Kommentar löschenEin seltsamer Film, den Nanni Moretti hier geschrieben, produziert und inszeniert hat, und in dessen Mittelpunkt nur er stehen mag – wo "Das Zimmer meines Sohnes" doch den unbegreiflichen Verlust eines Kindes, den sinnlosen und irrationalen Tod eines geliebten Menschen, aus Sicht einer italienischen Mittelstandsfamilie und damit als klassisches Melodramenmaterial verhandelt. Seltsam nicht nur, weil Morettis Figur und vermutlich auch seine Person sich in ihrer Vordergründigkeit so gar nicht in die Geschichte einfügen wollen, die von individueller Trauer eben auch aus Perspektive von Tochter und Frau (großartig: Laura Morante) berichtet, sondern seltsam auch im Unwillen zum Ausspielen und der oft abrupten, irritierenden Montage. Wenn man diesen milde egozentrischen Ansatz und mit ihm den Verzicht auf Stil, Schmuck und klare Formsprache in Morettis Inszenierung akzeptiert, kann der Film als stilles und hilfloses Sinnieren über unvermeidliche Affekte unter Einsatz einer herzzerreißenden Musik von Nicola Piovani jene schmerzliche Intimität und Privatheit erfahrbar machen, für die das Melodram überhaupt erst erschaffen werden musste.
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Kommentare (2) — Film: Das Zimmer meines Sohnes
Kommentar schreibenTyler 2009/06/25 23:46:45
Kommentar löschenNanni Moretti gelingt es in seinem Film mit leisen Tönen, einer langsamen Erzählweise und wenigen Dialogen die Emotionen und den Schmerz seiner Figuren so gewaltig rüberzubringen das es einen als Zuschauer fast erschlägt.
Vollgepackt mit Szenen, die völlig ohne Dialoge auskommen, und dabei doch so stark ihre Wirkung erziehlen, das es fast schon erschreckend ist.
Ein Werk das den Zuschauer zum mitdenken anregt, und sich einiges vielleicht erst nach dem 2. Mal ansehen erschliesst, da viele Dinge lediglich mit einer unglaublichen Bildsprache zum Ausdruck gebracht werden.
In den letzten Minuten des Films wird nicht gesprochen, und doch mehr gesagt als in den meissten Hollywood Filmen zusammen.
Die Musik passt einfach perfekt und hatte selten so eine Aussagekraft wie hier zb Brian Enos "By ths River"
Here we are
Stuck by this river,
You and I
Underneath a sky that's ever falling down, down, down
Ever falling down.
Through the day
As if on an ocean
Waiting here,
Always failing to remember why we came, came, came:
I wonder why we came.
You talk to me
as if from a distance
And I reply
With impressions chosen from another time, time, time,
From another time.
Der wahrscheinlich ergreifenste, ehrlichste, poetischste, tiefgründigste und traurigste Film den ich jemals gesehen habe, und wohl auch je sehen werde..
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nurleben 2009/09/07 01:16:52
Antwort löschenich fürchte, das ist mir zu heftig ...
filme die einen total und völlig runterziehen mag ich nicht.
felk 2010/12/26 01:31:10
Antwort löschenmich hat der Film eher kalt gelassen...
sicher, das eine oder andere Tränchen im Knopfloch gab es schon...
aber im großen und ganzen plätschert er so vor sich hin, dass ich drauf und dran war, ihn abzudrehen und den Inhalt nachzulesen.
davidpm 2008/08/01 21:45:36
Kommentar löschenTraurig, echt, ergreifend.
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