Deadlock

Deadlock (1970), DE
Laufzeit 94 Minuten, FSK 18, Western, Thriller, Kinostart 15.10.1970

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8.7 Kritiker
2 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.1 Community
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von Roland Klick, mit Anthony Dawson und Marquard Bohm

Die Banditen Sunshine und Kid flüchten nach einem Bankraub in die Geisterstadt Deadlock in der mexikanischen Sierra. Die einzigen Bewohner sind Charles Dump und seine Tochter Jessy. Dump versucht, den Banditen ihre Beute abzujagen … Deadlock heißt ein Türschloss, das sich nur von einer Seite öffnen lässt. Der Spielort des Films ist so eine Falle, aus der es kein Entrinnen gibt. Mario Adorf als rührend tolpatschiger Pechvogel, Anthony Dawson als alternder Killer und Marquard Bohm, “Schwabings Understatement-Ungeheuer”, als verletzter Gangster schleichen um die Beute wie die Katzen um den heißen Brei.


Cast & Crew


Kritiken (1) — Film: Deadlock

Ulrich Behrens

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10.0Herausragend

Klick, der für diesen Film 1971 den Bundesfilmpreis erhielt, stellt in einer Art auf ein Minimum reduziertem Mikrokosmus den (angeblich) so komplexen und komplizierten Makrokosmos der Moderne exemplarisch dar – oder besser: er führt uns in den Figuren seiner Geschichte die gegenwärtige Welt und ihre Mechanismen vor. Der gealterte Sunshine und der junge, stille Kid sind moderne Räuber, die hier allerdings der Legalität beraubt sind. „Die Ratte“ Dump (wie der Vorspann Mario Adorfs Rolle tituliert) ist der heruntergekommene, feige, ängstliche und doch zugleich – wenn er eine Waffe in seinen Händen hat – machtbesessene Möchtegern-„Mitesser“, der nur auf eine Chance lauert, diesen miesen Ort Deadlock zu verlassen. Deadlock – das ist der Ort der Verlorenen, Verlassenen, derjenigen, die es aufgegeben haben, an irgend etwas zu glauben, und die nur noch in ihrem eigenen Saft schmoren, und derjenigen, wie Jessy, die eigentlich nur noch leben, weil andere sie nicht umgebracht haben.

Würde man den Ort der Handlung in eine Großstadt verlegen und den Handlungen der Beteiligten einen legalen Hintergrund verpassen, befände man sich z.B. an der Wall Street. Er zeigt die Getriebenheit seiner Figuren, ihre Gier wie ihre Emotionen, und er vermeidet e, sie zu verurteilen. Das ist nicht sein Thema. Er erzählt. Klick suggeriert aber nicht nur diesen sozialen Hintergrund; er zeigt uns darüber hinaus ein Kino, das zu seinen Ursprüngen zurückkehrt, weil seine Figuren nicht irgendwelche Marionetten an den Fäden eines Regisseurs sind, sondern einen realen Bezug haben.

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Kommentare (9) — Film: Deadlock

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alter.native

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Die deutschen Autorenfilmer hatten diesen Film übrigens damals verrissen, sich davon distanziert und die offizielle Aufführung in Cannes verhindert. Es gibt offenbar Filme, die im Westerlook daher kommen und über deren filmkünstlerischen Wert die Zeit entscheidet.

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goatsheadsoup

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Bewertung9.0Herausragend

Nicht zu vergessen: Die großartige Filmmusik stammt von den Kölner Ur-Krautrockern "Can", nachzuhören auf dem Album "Soundtracks" - kaufen, sehr empfehlenswert! (wie auch "Monster Movie", für sehr ausgeruhte Stunden auch "Tago Mago")

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Henry Spencer

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Bewertung6.5Ganz gut

Hm - Ist das jetzt der El Topo des deutschen Autorenfilms oder doch nur ein lustiger B Movie? - bin mir nicht sicher...

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Fabes

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Der Film kommt erst sehr spät ins Rollen, aber dann umso mehr. Hat man die ersten 40 Minuten erst einmal überstanden wird man mit einem zufriedenstellenden Finale belohnt.

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willy50

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Klasse. Ansehen ! Lohnt sich.

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filmbaum

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Hat eine Direktheit und Coolness, die ungewöhnlich für deutsches Kino damals wie heute ist. Führte lange Zeit ein Nischendasein in der Horror-Abteilung der Videotheken, war sogar zeitweise indiziert, ehe er nun endlich in der Altersfreigabe von 18 auf 16 heruntergestuft wurde. So ergeht es oft Filmen, die in kein Raster passen: Als "Deadlock" seinerzeit in Cannes lief, war er den deutschen "Qualitätsfilmern" so peinlich, dass sie sich von dieser Art Kino ausdrücklich in eine Petition distanzierten. Die Nachwehen dieser Haltung spürt man leider bis heute.

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JimiHendrix

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Was für ein Neo-Western!

Roland Klick ist ein Meister der Atmosphäre und zeigt das hier wieder eindrucksvoll.
Der karge ausgemerkelte Wüstenboden, der sich auch in den Gesichtern der hauptdarsteller wiederspiegelt ist die hauptrezeptur für dieses deutsche Wagniss, sich an den Italowestern ran zu tasten und es gelingt.

Grade durch die drei Hauptdarsteller Mario Adorf, Marquard Bohm und Anthony Dawson. Grade letzterer strahlt durch seine Mimik eine solche Dauerbedrohung aus, dass er damit den ganzen Film füllt.

Adorf ist der bemitleidenswerteste Charakter in diesem tötlich mißtrauischen Trio. Er erinnerte mich von der Rolle her an Eli Wallach in "Zwei glorreiche Halunken". Mit ihm identivizierte ich mich am meisten.

Zu den wunderbaren Bildern gesellte sich ein großartiger und nervenaufreibender Soundtrack von der deutschen Psychedelic-Rock-Band Can.

Generell ist dieser Film geschichtlich minimal gehalten und lebt vielmehr von seiner packenden Stimmung. Das die Charaktere machmal etwas unrealistisch handeln störte mich nur bedingt.

Roland Klick schuf hier wieder eine kleine deutsche Perle.

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derblonde

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Bewertung6.0Ganz gut

Mittelmäßiger Streifen im Westerngewand. Das Handeln der Darsteller ist oftmals zu konfus und unglaubwürdig.

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maslobojew

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Bewertung9.0Herausragend

Der Film ist viel mehr als Herumreiterei im Italo-Western-Genre. Atmosphärisch dicht, Musik von Can, der Streifen hat einfach was. Wirkt wie alle Klick-Filme noch eine ganze Zeit lang nach.

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