Mein dritter Anlauf jetzt hier einen Kommentar dazu zu schreiben, der geschätzte Markbln hat mit seinem tollem Kommentar zu diesem Film bereits alles aufs Trefflichste beschrieben, was diesen Film ausmacht : Wahnsinnig tolle, brilliante Farben und eine interessante Story und die gelungene Konservierung des Vibes dieser Ära. Ich mag es, wenn der Einstieg in den Film bei einem schon eine Vorahnung aufkommen lässt, dass es gut werden kann und dann auch noch so eintritt.
[Spoiler]
Hätte ich den Film gemacht, ich hätte beide am Ende durch Stromschlag sterben lassen, wenn das aufsteigende Wasser just die offene Lampenfassung erreicht hätte.
Die gestern gezeigte restaurierte Fassung auf arte war genial. Die Farbbrillanz und die Tiefenschärfe haben mich begeistert. Der Film selbst hat nichts von seinem 60s Charme eingebüßt, im Gegenteil. Die beiden Hauptdarsteller waren wundervoll und auch das Wiedersehen mit Klaus Michael Vogler, der mich u.a. als Kara Ben Nemsi durch meine Kinderzeit im deutschen Fernsehen geführt hat, war herzallerliebst. Die Licht- und Farbdramaturgie von DEEP END sind beispielhaft, die Musikauswahl rundet diese Adoleszenz-Odyssee, die streckenweise visuell ein wenig an Antonionis BLOW UP erinnert, zu einem absolut sehenswerten Zeitdokument der späten 60s ab.
Das Erwachen der sexuellen Begierde und die dazugehörenden Probleme sind der Stoff aus dem "Deep End" gemacht ist.
Mike übernimmt einen kleinen Job in einem Schwimmbad, dort trifft er auf die etwas ältere Susan, die ebenfalls im Schwimmbad arbeitet. Rasch trifft den jungen Mike Amors Pfeil und er ist Hals über Kopf in die hübsche Susan verknallt. Sie selbst weiß natürlich um ihre unwiderstehliche Wirkung auf Mike und lässt sich gerne auf den ein oder anderen Arbeitsflirt ein. Allerdings hat sie einen Verlobten und pflegt gleichzeitig eine Liaison mit einem Schwimmlehrer, was den armen Mike schier verrückt werden lässt. So ist er getrieben von seinem Verlangen nicht mehr Herr seiner selbst und versucht alles um Susan für sich zu gewinnen.
Der Film schwimmt auf der Welle der sexuellen Revolution der 60er Jahre. Passend dazu spielt er in London, welches ja zu dieser Zeit, neben San Francisco, eine Art Mekka für den damaligen Zeitgeist darstellte (Swinging London). Die Inszenierung mit all ihren bunten Farben und der dazugehörige Soundtrack ergeben ein stimmiges Gesamtbild der späten 60er. Letztendlich ist es die Geschichte die mich überzeugt und aus "Deep End" ein rundum gelungenes Filmerlebnis macht.
Hab ich jetzt in meinem Kommentar gar nicht erwähnt, aber die beiden Hauptprotagonisten waren wirklich sehr gut besetzt. Insbesondere Jane Asher hat es mir angetan, sehr tolle Ausstrahlung die Frau.
Typischer 60er Jahre-Film: Teenager auf sexuellem Selbstfindungstrip dreht den Erwachsenen eine Nase und lässt sich gehen. Das Ende ist allerdings selbst für einen 60er-Jahre-Film bizarr. Da hatten die Macher wohl eine Prise zu viel genommen.
Nach der zweiten Sichtung entwickelt sich Deep End langsam aber sicher zu einem meiner Lieblingsfilme. Das hat weniger mit der filmischen Qualität zu tun, die wenn auch nicht herausragend, so doch sehr gut ist. Vielmehr kann ich mich mit Mike identifizieren in seiner Obesession für Susan, die sehr sexy ist. Und Mike, der noch sehr wenig von Frauen versteht und auch von seinen Gefühlen, kann gar nicht anders, als Susan hinterherzulaufen.
Bemerkenswert sind übrigens die zahlreichen im Laufe der Handlung immer wieder auftauchenden Hinweise auf das Ende, etwa die Farbgebung, aber auch das Spiel mit dem Licht.
Wir sind für einander bestimmt baby, glaub es doch, ich lieb dich doch, du weißt das doch, hier ich zeigs dir, siehst du, siehst du meine Liebe, siehst du wie sie wächst, jetzt zieh dich auch aus und setzt dich auf mich, die siebziger Baby, da ist es egal das du älter bist, ich lieb dich doch, glaubs mir ich weiß genau was liebe ist, ich bin voll von ihr nun sei du voll von mir, lass mich rein baby, ich lieb dich doch, LASS MICH REIN!
Hach diese jungfräuliche Passion, diese leidende Obsession. A very britisch love Odyssey durch die sexuelle Erweckung und das daraus entspringende Leid.
Ja das stimmt das hat mich auch etwas vor den Kopf gestoßen, also Negativ jetzt. Aber mit etwas Abstand muss ich sagen das, obwohl immer noch reichlich gezwungen, eine Gewisse Faszination nicht von der Hand zu weisen ist. Der Film wird ja so gesehen sowieso von Minute zu Minute abstruser und gewollt provokativ im Umgang mit seiner eh schon heiklen Thematik, da macht so ein Ende, im Kopf des Regisseurs, eigentlich vollkommen Sinn. Verstehste. :)
Skolimowski hat sogar gesagt, dass er den Film nur wegen der letzten Minuten gemacht hat. Und das Ende ist ja auch wirklich memorabel, für mich allerdings negativ.
Deep End - Kritik
DE/GB 1970 Laufzeit 88 Minuten, FSK 16, Drama, Komödie, Kinostart 20.04.1971
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Kritiken (1) — Film: Deep End
Esther Buss: Film-dienst Esther Buss: Film-dienst
Kommentar löschenDeep End ist ein hinreißender Film mit lakonischen Beobachtungen und grotesksurrealen Situationen.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (8) — Film: Deep End
truehobbit Thu, 25 Apr 2013 08:58:36 -0000
Kommentar löschenheute mal wortkarg - Wahnsinnsende!
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ezemeze Sun, 21 Apr 2013 19:15:20 -0000
Kommentar löschenMein dritter Anlauf jetzt hier einen Kommentar dazu zu schreiben, der geschätzte Markbln hat mit seinem tollem Kommentar zu diesem Film bereits alles aufs Trefflichste beschrieben, was diesen Film ausmacht : Wahnsinnig tolle, brilliante Farben und eine interessante Story und die gelungene Konservierung des Vibes dieser Ära. Ich mag es, wenn der Einstieg in den Film bei einem schon eine Vorahnung aufkommen lässt, dass es gut werden kann und dann auch noch so eintritt.
[Spoiler]
Hätte ich den Film gemacht, ich hätte beide am Ende durch Stromschlag sterben lassen, wenn das aufsteigende Wasser just die offene Lampenfassung erreicht hätte.
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Hagen Hagen Wed, 03 Oct 2012 06:48:07 -0000
Kommentar löschenSchade, das blöde Ende macht den an sich gelungenen Film ziemlich kaputt.
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Markbln Thu, 27 Sep 2012 08:17:56 -0000
Kommentar löschenDie gestern gezeigte restaurierte Fassung auf arte war genial. Die Farbbrillanz und die Tiefenschärfe haben mich begeistert. Der Film selbst hat nichts von seinem 60s Charme eingebüßt, im Gegenteil. Die beiden Hauptdarsteller waren wundervoll und auch das Wiedersehen mit Klaus Michael Vogler, der mich u.a. als Kara Ben Nemsi durch meine Kinderzeit im deutschen Fernsehen geführt hat, war herzallerliebst. Die Licht- und Farbdramaturgie von DEEP END sind beispielhaft, die Musikauswahl rundet diese Adoleszenz-Odyssee, die streckenweise visuell ein wenig an Antonionis BLOW UP erinnert, zu einem absolut sehenswerten Zeitdokument der späten 60s ab.
bedenklich? 14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Wumz Wed, 05 Sep 2012 07:34:49 -0000
Kommentar löschenDas Erwachen der sexuellen Begierde und die dazugehörenden Probleme sind der Stoff aus dem "Deep End" gemacht ist.
Mike übernimmt einen kleinen Job in einem Schwimmbad, dort trifft er auf die etwas ältere Susan, die ebenfalls im Schwimmbad arbeitet. Rasch trifft den jungen Mike Amors Pfeil und er ist Hals über Kopf in die hübsche Susan verknallt. Sie selbst weiß natürlich um ihre unwiderstehliche Wirkung auf Mike und lässt sich gerne auf den ein oder anderen Arbeitsflirt ein. Allerdings hat sie einen Verlobten und pflegt gleichzeitig eine Liaison mit einem Schwimmlehrer, was den armen Mike schier verrückt werden lässt. So ist er getrieben von seinem Verlangen nicht mehr Herr seiner selbst und versucht alles um Susan für sich zu gewinnen.
Der Film schwimmt auf der Welle der sexuellen Revolution der 60er Jahre. Passend dazu spielt er in London, welches ja zu dieser Zeit, neben San Francisco, eine Art Mekka für den damaligen Zeitgeist darstellte (Swinging London). Die Inszenierung mit all ihren bunten Farben und der dazugehörige Soundtrack ergeben ein stimmiges Gesamtbild der späten 60er. Letztendlich ist es die Geschichte die mich überzeugt und aus "Deep End" ein rundum gelungenes Filmerlebnis macht.
bedenklich? 16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten
Markbln Wed, 05 Sep 2012 08:19:53 -0000
Antwort löschenDa hast du ja was feines ausgekramt. Ein schöner Film und Moulder-Brown toll bestezt.
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Wumz Wed, 05 Sep 2012 08:56:17 -0000
Antwort löschenHab ich jetzt in meinem Kommentar gar nicht erwähnt, aber die beiden Hauptprotagonisten waren wirklich sehr gut besetzt. Insbesondere Jane Asher hat es mir angetan, sehr tolle Ausstrahlung die Frau.
lieber_tee Wed, 05 Sep 2012 10:43:51 -0000
Antwort löschenHerrlich 60tie, ja der ist echt klasse.
totox Tue, 01 May 2012 11:14:34 -0000
Kommentar löschenTypischer 60er Jahre-Film: Teenager auf sexuellem Selbstfindungstrip dreht den Erwachsenen eine Nase und lässt sich gehen. Das Ende ist allerdings selbst für einen 60er-Jahre-Film bizarr. Da hatten die Macher wohl eine Prise zu viel genommen.
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Sundance_Kid Sun, 08 Jan 2012 20:21:11 -0000
Kommentar löschenNach der zweiten Sichtung entwickelt sich Deep End langsam aber sicher zu einem meiner Lieblingsfilme. Das hat weniger mit der filmischen Qualität zu tun, die wenn auch nicht herausragend, so doch sehr gut ist. Vielmehr kann ich mich mit Mike identifizieren in seiner Obesession für Susan, die sehr sexy ist. Und Mike, der noch sehr wenig von Frauen versteht und auch von seinen Gefühlen, kann gar nicht anders, als Susan hinterherzulaufen.
Bemerkenswert sind übrigens die zahlreichen im Laufe der Handlung immer wieder auftauchenden Hinweise auf das Ende, etwa die Farbgebung, aber auch das Spiel mit dem Licht.
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Tyler__Durden Mon, 29 Aug 2011 11:13:41 -0000
Kommentar löschenWir sind für einander bestimmt baby, glaub es doch, ich lieb dich doch, du weißt das doch, hier ich zeigs dir, siehst du, siehst du meine Liebe, siehst du wie sie wächst, jetzt zieh dich auch aus und setzt dich auf mich, die siebziger Baby, da ist es egal das du älter bist, ich lieb dich doch, glaubs mir ich weiß genau was liebe ist, ich bin voll von ihr nun sei du voll von mir, lass mich rein baby, ich lieb dich doch, LASS MICH REIN!
Hach diese jungfräuliche Passion, diese leidende Obsession. A very britisch love Odyssey durch die sexuelle Erweckung und das daraus entspringende Leid.
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Filmsuechtiger Mon, 29 Aug 2011 11:41:15 -0000
Antwort löschenAber was soll das Ende? Versaute mir den launigen Film, wirkt imo total unpassend und auf provokativ gebürstet.
Tyler__Durden Mon, 29 Aug 2011 12:59:09 -0000
Antwort löschenJa das stimmt das hat mich auch etwas vor den Kopf gestoßen, also Negativ jetzt. Aber mit etwas Abstand muss ich sagen das, obwohl immer noch reichlich gezwungen, eine Gewisse Faszination nicht von der Hand zu weisen ist. Der Film wird ja so gesehen sowieso von Minute zu Minute abstruser und gewollt provokativ im Umgang mit seiner eh schon heiklen Thematik, da macht so ein Ende, im Kopf des Regisseurs, eigentlich vollkommen Sinn. Verstehste. :)
Filmsuechtiger Wed, 31 Aug 2011 18:42:10 -0000
Antwort löschenSkolimowski hat sogar gesagt, dass er den Film nur wegen der letzten Minuten gemacht hat. Und das Ende ist ja auch wirklich memorabel, für mich allerdings negativ.
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BigDi Sun, 04 Sep 2011 09:48:01 -0000
Antwort löschenAlso ich fand das Ende klasse. :)
Tyler__Durden Sun, 04 Sep 2011 14:25:57 -0000
Antwort löschenIsts ja auch, so einigermaßen. ;)
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