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Dekalog, Acht
Dekalog, osiem (1988), Laufzeit 55 Minuten, Drama
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von Krzysztof Kieslowski, mit Maria Koscialkowska und Teresa Marczewska
Der achte Film aus dem Dekalog-Zyklus von Krzysztof Kieślowski behandelt das Gebot “Du sollst nicht falsches Zeugnis geben wider deinen Nächsten”.
Cast & Crew
Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Dekalog, Acht
- Genre
- Drama
- Handlung
- Falscher Zeuge, Feigheit, Jüdisch, Recht und Ethik, Vortrag
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Kommentar — Film: Dekalog, Acht
ElMagico Wed, 29 May 2013 18:22:37 -0000
Kommentar löschenDekalog, osiem
Du sollst nicht falsches Zeugnis geben wider deinen Nächsten.
Der achte Dekalog gestaltet sich sehr theoretisch und dialoglastig und ich kann mir vorstellen, dass er einigen zu zurückhaltend ist. Die Problematik die der Film aufgreift wird tatsächlich nur diskutiert, sie geschieht nicht. Vergangenes wird reflektiert, von verschiedenen Seiten betrachtet und man versucht die Geschehnisse einer Nacht im zweiten Weltkrieg einzuordnen. Dabei erscheint das agieren aller Beteiligten richtig und falsch zu sein, abhängig vom Standpunkt der Betrachtung. Da, wie schon erwähnt, ich das Sprechen und Dialoge im gesamten Dekalog aber wirklich mag, faszinierte mich "Dekalog, osiem" dennoch sehr. Ganz davon abgesehen, das wiederum ein sehr wichtiges und vielschichtiges Thema auf die von Kieślowski gewöhnt bedachte Art verarbeitet wird.
"Dekalog, osiem" handelt von einer Universitäts-Professorin, deren Vortrag von einer amerikanischen Jüdin besucht wird. Die Unterrichtsstunde, welche sich um moralische Dilemmas dreht, nimmt dabei Bezug auf die Geschichte aus "Dekalog, dwa", wo ein Frau zwischen ihrem sterbenden Mann und dem ungeborenen Kind eines anderen entscheiden wollte. Die Professorin äußert, dass das Leben des Kindes am höchsten einzuschätzen sei, woraufhin die amerikanische Besucherin selbst ein Geschichte erzählt. Diese handelt von einer Frau, die 1943 ein jüdisches Kind retten wollte, dies aber dann doch nicht tat und das Kind seinem Schicksal überlaß...
Der kleine Plot ist natürlich leicht zu erraten, darum geht es hier aber auch nicht. Die Suche nach Antworten, richtigen oder falschen, Notlügen und bequemen Wahrheiten ist der Inhalt dieses Dekalogs. Die Problematik wird erst sehr theoretisch diskutier, nämlich mit den Studenten während des Unterrichts, aber auch sehr Intim bei der Professorin zuhause. Mutig fand ich dabei prinzipiell die Wahl des Themas, weil eben nicht das übliche "Warum warst du Täter?" heraufgeschworen wird, sondern gefragt wird: "Warum hast du mir nicht geholfen?". Mutig, da Polen ähnlich wie Deutschland (aber halt anders), ein großes Problem hat seine Vergangenheit offen zu verarbeiten. Schuldzuweisungen liegen Kieślowski aber fern. Er will nur die Frage in den Raum werfen und ein paar Gedanken dazu äußern. Mehr will er nicht und mehr braucht es auch nicht. Alles weitere muss der Zuschauer mit sich ausmachen.
Am Ende besucht die Frau aus den USA eine Familie, bei der sie hätte damals unterkommen sollen. Da passiert nicht viel, das ist also kein Spoiler. Aber obwohl hier wirklich nicht viel passiert, ist eine dieser Szenen bei der ich dachte: Wegen sowas mag ich Filme so gerne. Da passiert wirklich wirklich nichts, aber alles war so richtig, alles hat so sehr gepasst.
bedenklich? 17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten
Sigrun Wed, 29 May 2013 19:28:25 -0000
Antwort löschenMuss doch mal loswerden, dass ich deinen Sinn für Kontinuität bewundere. Kann selbst wenig mit Kieslowski anfangen, hab aber die Filme übers Töten und Stehlen gesehen, die drei Farben und den Zufall, möglicherweise. Mir fehlt dennoch der Zugang, auch wenn die Bilder oft für sich sprechen ... Auf jeden Fall: Kompliment für diese Reihe von Kommentaren - spanend zu lesen!
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Sigrun Wed, 29 May 2013 19:41:05 -0000
Antwort löschen*spannend natürlich ;-)
ElMagico Wed, 29 May 2013 22:25:05 -0000
Antwort löschenDabei find ich das so so zugänglich! Die drei Farben hab ich hier stehen und noch nicht geguckt und das Töten fällt aus dem Rahmen bissle....aber sonst macht Kieslowski Tür und Tor für alle auf, finde ich!
Aber es ist natürlich furchtbar schön das und was du schreibst, dafür ein dickes Danke :)