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Dem Himmel so fern - Kritik
FR/US 2002 Laufzeit 107 Minuten, FSK 6, Drama, Kinostart 13.03.2003
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Kritiken (4) — Film: Dem Himmel so fern
Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de
Kommentar löschenJulianne Moore spielt die selbstbewusste Hausfrau sehr überzeugend, die oberflächlich alles im Griff hat, der in Wahrheit jedoch alles zu entgleiten droht, wofür sich bereits zu Beginn viele Symbole im Film finden lassen. Hier verraten Gesten und Mimiken einzelner Personen alles über die Gefühle und Gedanken eines anderen, so etwa die denkwürdige Szene, in der Freundinnen Cathys über ich Sexualleben reden und Cathy als Gastgeberin nur leicht errötend klar wird, dass der Zustand des Sexuallebens von ihr und Frank kein normales ist. Die Regiearbeit von Haynes ist dabei hervorragend, wenn man Julianne Moore vor dem Vorbau des Hauses stehen sieht, wie sie in Tränen aufgelöst lange zögert, ob sie ihrer hinfort schreitenden Freundin folgen und ihr alles anvertrauen soll. Dies sind Szenen mit großer emotionaler Wirkung, die der Regisseur und die Hauptdarstellerin dem Zuschauer servieren. Dabei sollte man nie denken, dieser Film sei eine böse Satire auf die Bilderbuchdarstellung Hollywoods in den 50er Jahren, denn dafür nimmt Todd Haynes seine Charaktere und ihre Probleme viel zu ernst, kleidet seine stilvollen Bilder in märchenhafte Herbstidylle, die eine überzeugende Stimmung hervorzurufen vermögen.
Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Kubrick_obscura: CinemaForever
Kommentar löschenDie beste Sirk-Hommage, weil sie es schafft die klassische Struktur des Melodrams in die Moderne zu übertragen.
Außerdem ist es eine One-Woman-Show für die Königin Julianne Moore.
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S Hentschel: Brigitte S Hentschel: Brigitte
Kommentar löschenEgal, in welcher Rolle man Julianne Moore am liebsten mag: Man kommt nicht umhin, von ihr begeistert zu sein. Denn mit ihrem intensiven Spiel und ihrem charakteristischen Äußeren, ihrer Wachshaut, den Sommersprossen und dem roten Haar, bohrt sie sich ins Gedächtnis - auch ohne so spektakuläre Auftritte wie in Robert Altmans "Short Cuts", wo sie sich in einer legendären Szene minutenlang das Schamhaar föhnte.
Kritik im Original 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...
Kommentar löschenNachdem sich François Ozon mit seiner Komödie 8 Femmes bereits tief vor Douglas Sirk verneigte, stellt nun Todd Haynes einen Film vor, den der Meister des Melodrams in den 50er Jahren wohl gern gemacht hätte, aber aufgrund strenger Zensur in den USA nie drehen durfte: eine Sinfonie aus herbstlichen Farben, prächtigen Kostümen und Dekors, die Harmonie signalisieren und doch nur goldener Käfig sind in einer Welt, in der jeder Anflug von Individualismus gnadenlos bestraft wird.
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Kommentare (13) — Film: Dem Himmel so fern
Niotq Mon, 01 Oct 2012 21:49:54 -0000
Kommentar löschenHans Detlef Sierck, in den Dreißiger Jahren namhafter deutscher Regisseur, obgleich Gegner der Nazis und Ehemann einer Jüdin, entschied sich dereinst für das Exil in den USA, wo er sich Douglas Sirk nannte und prompt zum prägendsten aller Filmemacher eines vielgescholtenen Genres wurde: des Melodrams. Bürgerliche heile Welten mit Happy End als kleiner Eskapismus für zwischendurch - das fand reißenden Absatz. Sein vielleicht berühmtester Film heißt "All That Heaven Allows" (1955), in dem die reiche Witwe Jane Wyman am Schluss in den Armen ihres Gärtners Rock Hudson landet, trotz all des Getuschels und der Standesunterschiede.
Remake wäre zu viel gesagt, aber Todd Haynes' "Far From Heaven" ist doch zumindest eine sich sehr nahe an Sirks Klassiker bewegende Hommage geworden. Die wunderbare Julianne Moore, die ihr 50er-Jahre-Hausfrauenkostüm aus dem ebenso wunderbaren "The Hours" gleich behielt, stand hierbei vor einer besonderen Strafverschärfung, weil man sich ja heute mehr traut als damals: Ihr Mann lebt zwar noch, stellt sich aber recht bald als schwul heraus, und der Gärtner ist zu allem Überfluss auch noch ein "Negro". In Zeiten der Prüderie und rassischen Segregation durchaus ein ordentlicher Rucksack.
Der Schein, den die Welt von "Far From Heaven" vor sich herträgt, ist aber zumindest ungemein paradiesisch und wird den verklärten Vorstellungen, die man so gern vom kitschigen (Achtung, wertfrei!) 50er-Jahre-Vorstadtidyll hat, vollends gerecht. Das geht schon beim fantastisch gephotoshoppten DVD-Cover los, setzt sich in der herrlich in allen erdenklichen Rot- Gelb- und Brauntönen leuchtenden Herbstbotanik fort, wie man es mit Technicolor nicht schöner hinbekommen hätte können, und hört bei des Sohnes Spielzeugeisenbahn unter dem festlich geschmückten Tannenbaum noch längst nicht auf. Und diese Musik! Sie mag polarisieren, erreicht allerdings genau was sie will: dem Zuschauer vorzuschreiben, was er zu empfinden hat, ohne sich allzu häufig dabei ertappen zu lassen.
Hinter dieser Fassade lauern allerdings, wie könnte es anders sein, menschliche Abgründe. Das bezieht sich jetzt sowohl auf den unwahrscheinlich engen Käfig gesellschaftlicher bzw. sexueller Konventionen, dem der liberale Hauptcharakter Cathy und ihr homosexueller Göttergatte Frank zu entrinnen suchen, als auch auf den unbarmherzigen Jeder-kennt-jeden-Tratschmechanismus, der alles, was nicht in seine Welt passt, gnadenlos durch den Dreck zieht, insbesondere die v.a. anfangs so naive Cathy, deren heile Welt, gleichbedeutend mit dem amerikanischen Traum, sich allmählich in Luft auflöst. Da springen dann auch Freundinnen plötzlich ab, wenn man sie so dringend brauchen würde. "What imprisons desires of the heart?", heißt es auf dem Cover so mancher internationaler DVD. Da hätten wir die Antwort.
Natürlich ist das alles ganz schrecklich kitschig und verklärend und oberflächlich, aber auch eine wirklich hinreißende Hommage an alte Hollywoodzeiten, als es noch reichte, eine simple Geschichte zu erzählen, um die Leute glücklich zu machen. Die Mittel, die Haynes einsetzt, um den Film auch für das moderne Publikum interessant zu machen, wurden ideal in das Gesamtbild eingebunden und ergeben ein höchst stimmiges und - ja! - auch berührendes Resultat, wenn man nur bereit ist, sich auf so etwas einzulassen.
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heikschn Tue, 18 Jan 2011 20:42:51 -0000
Kommentar löschenPositiv: Ich mag Julianne Moore und ich mag sie in dieser Rolle. Eine ähnliche Rolle hat sie ja auch in The Hours gespielt. Toll auch die Thematisierung der Tabuthemen der 50er Jahre. Interessant, dass "Rassenvermischung" als größeres Übel angsehen wurde als Homosexualität.
Negativ: Die Geschichte wurde ohne richtigen Tiefgang erzählt. Alles wurde an der Oberfläche abgehandelt. So kamen, zumindest bei mir, keine emotionale Bindung zu den Charakteren zustande.
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Kate Portman Sun, 16 Jan 2011 21:06:14 -0000
Kommentar löschenDennis Haysbert ist ja so süß in dem Film :)
Manchmal ist der Film so romantisch, dass mir die Tränen kamen.
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Puni Mon, 10 Jan 2011 21:56:53 -0000
Kommentar löschenGanz großes kleines Drama mit der tollen Julianne Moore und Dennis Quaid. Es wird eine wunderbare, charmante und bewegende Geschichte mit einfachsten Mitteln erzählt, die einem wirklich ans Herz geht - wunderbar kurzweilig und bewegend.Würde mich nicht wundern, wenn Todd Fields "Little Children" sich hier ein bisschen hat inspirieren lassen.
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Crumpler Sun, 09 Jan 2011 14:02:25 -0000
Kommentar löschenEs ist ein sehr dramatischer und schmerzhafter Film, der aber noch viel besser sein hätten können, z.B. wenn die Geschichte sich begrenzt hätte auf den schwulen Ehemann und die hassvolle Gesellschaft. Der Konflikt mit den Hautfarben schien wie gezwungen, als ob er nur den Zweck hätte, den Film im prüden Amerika doch noch einen Verleiher finden zu lassen.
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Filmkenner77 Fri, 20 Aug 2010 14:09:56 -0000
Kommentar löschenGroßartiges Drama im Stil der Douglas Sirk-Filme. Absolut sehenswert!
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patcharisma Sat, 03 Jul 2010 02:28:19 -0000
Kommentar löschenNach "The Hours" hat Julianne Moore geahnt, dass ihr die schnittige rote 50's-Frisur gut steht und dachte wohl: "Die behalte ich mir gleich für den nächsten Film grad drauf."
Was äusserst gefühlvoll daher kommen zu scheint und tief berühren will, funktioniert - Douglas Sirk-Hommage hin oder her - hier nur bedingt. Die eindimensionale und völlig überaschungsarme Story begräbt sich selbst im Gefühlsreigen, um nicht Kitsch sagen zu müssen und das Bild der Verbitterung ist durchgehend krampfhaft forciert.
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Miss Sophie Sun, 27 Dec 2009 13:13:48 -0000
Kommentar löschenHach, so schöne Kleider, so schöne Farben und die wunderschöne Julianne Moore. Etwas wirklich Häßliches sehen wir nie auf dem Bildschirm, sogar die "drastischeren Szenen" sind vergleichsweise harmlos inszeniert. Aber irgendwie macht gerade das die bodenlose Traurigkeit des Geschehens deutlich. Besonders beeindruckt war ich von Julianne Moore, die eine Gratwanderung zwischen Naivität und Stärke in der Darstellung der Kathy hinlegt. Eigentlich schade, daß solche Filme heuzutage eben nur noch mal in Ausnahmefällen gedreht werden...
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Bauglir Thu, 26 Mar 2009 16:01:02 -0000
Kommentar löschenDie seltsame verkitschte Kulisse scheint das Thema zu verhöhnen, das mit einer verstörenden Mischung aus Pathos und Empfindsamkeit präsentiert wird. In der Aufmachung an sechziger Jahre sentimental-comedies angelehnt, entscheidet sich der Film bis zum Schluß nicht, ob er eine Travestie oder ein Problemstück sein will. Und das Frauenbild der übermenschlichen Erdulderin, die auf ein selbstbestimmtes Dasein verzichtet, bleibt erneut ungebrochen - das mag gut zum damaligen Zeitgeist passen, wirft aber die Frage auf, ob ein beruflich gutgestellter Ehemann seinerseits wirklich so hurtig zugunsten einer homosexuellen Beziehung aus seinem gewohnten Leben ausbrechen würde - hier wieder hat "Dem Himmel so fern" einen modernen Touch, der den Gesamteindruck noch verwirrender macht.
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herr.moebius Thu, 26 Jun 2008 11:24:58 -0000
Kommentar löschenTodd Haynes Hommage an den unglaublichen Douglas Sirk, was auch ohne Begleittext sehr schnell klar wird. Allein die Einführungssequenz läßt einen sofort an "All that heaven allows" denken; und nicht nur diese erinnert an Sirks großartiges Melodram. Allen voran sind es hier natürlich diese Farben: sie versprechen eine lebensfrohe, schöne und leichte Welt, die aber höchstens nur kurz in einem Moment als Möglichkeit besteht, bevor die Protagonisten wieder mit der harten Realität konfrontiert werden.
Die amerikanische Durchschnittshausfrau (Julianne Moore) verheiratet mit dem charmanten, reizenden und erfolgreichen amerikanischen Ehemann (Dennis Quaid). Alles gut soweit. Doch schnell bricht der "Horror" in diese Welt herein. Der Ehemann schwul, die liebenswerten Freunde und Nachbarn dichten ihr eine Affaire mit ihrem farbigen Gärtner an. Ganz schnell offenbart sich die andere, weniger schöne Seite ihrer bunten Vorstadtwelt. Julianne Moore wandert wie eine Träumerin durch diese Welt, sie begreift nicht was um sie herum passiert. Sicherlich, sie redet mit Schwarzen, versucht sie als ähnliche oder vielleicht gar gleiche Menschen anzusehen, aber vor Freunden muss man das dann doch nicht so raushängen lassen. Und gewundert wird sich dann doch, dass der Neger auf einmal in einer Kunstausstellung auftaucht und sogar was über Miro weiß. Aber Vorurteile, nein nein, das natürlich nicht.
Ihre Welt bricht über ihr zusammen. Der Mann will sich scheiden lassen, die Gärtner aus der Stadt wegziehen, denn der wird nicht mehr nur von weißen sondern auch von schwarzen Mitbürgern immer mehr tyrannisiert. Tja, gleiches Problem auf beiden Seiten. Es ist der doppelte Verlierer auf beiden Seiten.
Am Ende bleibt ein großes Fragezeichen übrig; im Gegensatz zu den Sirk Filmen gibt es hier nämlich kein aufgesetztes Happy-End, oder wie Sirk es nannte: den "Deus ex machina". Am Ende bleiben nur die prächtigen Farben und die, ja, Blumen.
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suzee Fri, 15 Feb 2008 11:54:55 -0000
Kommentar löschendie geschichte wirkt leider tatsächlich ziemlich instrumentalisiert - julianne moores verkörperung der "perfekten", aber einsamen ehefrau und die farbenpracht dieser liebevollen hommage an das melodram der 50-er jahre können aber immerhin ganz gut dagegen halten.
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denise Fri, 30 Nov 2007 17:30:34 -0000
Kommentar löschenDer Film geht mit dem spannenden Thema leider sehr lapidar um und benutzt es nur als Rahmenhandlung für eine schwülstige Liebesgeschichte - zumindest lässt die furchtbar getragene Filmmusik diese Zielsetzung befürchten. Hätte man deutlich mehr draus machen können! Allein Dennis Haysbert konnte mich mit seinem schicken Präsidentenlächeln ein wenig positiver stimmen.
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loewenzahn Tue, 27 Nov 2007 23:26:22 -0000
Kommentar löschenAn der Optik, den Kostümen und vor allem den Schauspielern lässt sich wohl nicht viel kritisieren in diesem Film. Bloß der Story fehlt es ein wenig an Energie.
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