Eichingers Produktion ist ein Unterhaltungsfilm und keine Dokumentation. Ob das bei dem Thema legitim ist, ist eine Frage, die nicht direkt mit der Qualität des Films in Zusammenhang zu bringen ist. Sicherlich hat der Film seine Längen, die "Nebencharaktere" sind kaum erklärt und dadurch schwer einzuordnen. Auch die Einordnung "zwischen" Unterhaltung und "Anspruch" ist sicherlich problematisch und formal sehr mit Spielbergs "München" zu vergleichen. Nichts desto trotz gibt der Film einen Einblick in die jüngere Geschichte unseres Landes, auch wenn es sicherlich kein authentischer Geschichtsfilm ist. Über die "Actionorientierung" wurde vieles gesagt, man kann leidlich darüber streiten. Unterhaltsam ist der Film dennoch, er ist handwerklich gut gemacht und die hochkarätige Besetzung macht einen guten Job.
Ich ärgere mich über einen Film, der alles mögliche vorgibt zu sein ... und dabei genau das Gegenteil (ich unterstelle: bewusst!) bewirkt. Über die RAF und vieles, was zum Thema gehört, mehr scheint nach dem Konsum von "Der Baader Meinhof Komplex" alles gesagt. Das Volk weiß jetzt Bescheid. Punkt. Der Film ist das, was man einen Blockbuster nennt. Das macht ihn noch nicht schlecht. Es gibt gute und aufklärende Blockbuster, z.B. "Terminator" und "Terminator 2" von James Cameron. Was den von Eichinger produzierten und geschriebenen Streifen zu einem Gegenaufklärungsprojekt macht, ist etwas anderes. Er verklärt und übertüncht einen Zeitraum von 1967 bis 1977, weil er alle bisherigen aufklärerischen Projekte zu dieser Zeit und zur RAF nicht nur hinter sich lässt, sondern gleichsam – u.a. auch durch die Art und Weise, die Methode der Dramaturgie – mit einem Schleier des Vergessens belegt.
Man stelle sich vor: Es…
Gegenaufklärung
Ich ärgere mich über einen Film, der alles mögliche vorgibt zu sein ... und dabei genau das Gegenteil (ich unterstelle: bewusst!) bewirkt. Über die RAF und vieles, was zum Thema gehört, mehr scheint nach dem Konsum von "Der Baader Meinhof Komplex" alles gesagt. Das Volk weiß jetzt Bescheid. Punkt. Der Film ist das, was man einen Blockbuster nennt. Das macht ihn noch nicht schlecht. Es gibt gute und aufklärende Blockbuster, z.B. "Terminator" und "Terminator 2" von James Cameron. Was den von Eichinger produzierten und geschriebenen Streifen zu einem Gegenaufklärungsprojekt macht, ist etwas anderes. Er verklärt und übertüncht einen Zeitraum von 1967 bis 1977, weil er alle bisherigen aufklärerischen Projekte zu dieser Zeit und zur RAF nicht nur hinter sich lässt, sondern gleichsam – u.a. auch durch die Art und Weise, die Methode der Dramaturgie – mit einem Schleier des Vergessens belegt.
Man stelle sich vor: Es dreht einer einen Film über Hitler, in dem der Nationalsozialismus als Tat und Verbrechen einer kleinen Clique von Verrückten dargestellt wird, die irgendwann aus dem Nichts auftauchen und dann wieder im Nichts verschwinden. Es gab solche Meinungen über den NS. Sie sind Teil jener Gegenaufklärung, die es immer wieder gab und gibt.
Fakten, Fakten ! ... Erkenntnis?
Eichinger und Regisseur Edel beginnen ihre Antiaufklärung mit Szenen vom Strand in Sylt, wo Ulrike Meinhof und ihr damaliger Lebensgefährte Klaus-Rainer Röhl, Herausgeber des linken Magazins "Konkret" mit ihren Kindern Urlaub "von der Revolution" machen. Janis Joplin singt. Und nun folgt Fakt auf Fakt. In kurzen und kürzesten Szenen haut man uns ein Ereignis nach dem anderen um die Ohren: Der Schah in Berlin, die Meinhof schreibt einen offenen Brief an Farah Diba (Pahlavi), friedliche Schahgegner werden von Schlägern des iranischen Geheimdienstes Savak, die Polizei schaut zu – dann drischt sie selbst auf die Schahgegner ein. Benno Ohnesorg wird erschossen, die Ensslin nennt den Staat faschistisch und fordert zur Bewaffnung auf, die Meinhof verlässt Röhl, der es mit anderen Frauen treibt, Brandanschlag auf ein Kaufhaus, Demonstrationen gegen den Vietnam-Krieg, Dutschke will die permanente Revolution, Dutschke wird angeschossen und schwer verletzt, Springer-Boykott, Boock stößt zu Ensslin und Baader, die Ensslin liest Trotzki, Baader, im Pop-Rausch, schießt mit seiner Kanone nachts beim Autofahren aus dem Fenster. Brandt will mehr Demokratie wagen, Herold vom Bundeskriminalamt sieht weiterhin die Gefahr des Terrorismus, solange die Ursachen für den Protest von der Politik nicht wahrgenommen werden, Gefangenenbefreiung Baaders. Die Meinhof stößt zur Gruppe. Ausbildung der RAF bei El Fatah in Jordanien, Homann, der Lebensgefährte der Meinhof, sucht das Weite und nimmt die Kinder der Meinhof mit ... und ... und ... und.
Fakt reiht sich an Fakt, Szene an Szene, durchsetzt von Pop und schnellen Schnitten – bis hin zum Ende, dem Selbstmord der Gefangenen in Stammheim. Was sonst noch hängen bleibt? Baader nennt Frauen "Votzen", Italiener "Spaghettifresser" und Palästinenser "Kameltreiber". Die Meinhof scheint ab und an zu zweifeln, aber an was genau? Die Ensslin ist das gnadenlose Pfarrerstöchterchen, die kein Pardon vor nichts zu kennen scheint. Der Raspe fällt im Film fast hinten runter. Der Vorsitzende Richter Prinzing im Prozess scheint unfähig, diesen zu führen, und wird von den Angeklagten mehrfach als Schwein und Faschist beleidigt. Der hungerstreikende Holger Meins hält bis zu seinem Freitod an seinen Überzeugungen fest. Dazwischen hechelt ein Anwalt namens Horst Mahler durch die Szenen. Herold erfindet die Rasterfahndung und warnt bestimmt viermal davor, zu denken, man könne den Terrorismus und sein Umfeld nur durch den Polizeiknüppel etc. bekämpfen.
Und so weiter und so fort – bis zum bitteren Ende ... nein, nicht nur der RAF, sondern auch dieses Films.
ja, aber kann man wirklich im Film übersehen, dass Horst Herold, als Willi Brand "mehr Demokratie wagen" wollte, noch gar nicht im Amt war??? Das war 1969 und da war der Vorgänger und Alt-Nazi Paul Dickopf noch im Amt. Diesen Namen meidet man wie die Pest, denn es war der Freund des Schweizer "Bankier des Schreckens", der Nazi-Größen wie Eichmann und Barbie verteitigen ließ, 1972 bei der Entführung der Lufthansamaschine "Baden Würtemberg" den Erpresserbrief überbrachte mit dem 15 MioDM gefordert und schließlich gezahlt wurden(siehe: http://www.dailymotion.com/video/x4pr5p_l-extremiste-francois-genoud-de-hit) , der später dann den Terroristen Carlos finanzierte und sich schließlich 1996 im Kreise "Alter Kammeraden" das Leben nahm ...
Der Film wird mit Terminator 1 + 2 und die RAF mit dem deutschen Nationalsozialismus verglichen. Ich denke daran kann man die Ahnungslosigkeit des Kommentators am besten erkennen.
"Vereichingerung der Geschichte", "Der Langfilm-Guido-Knopp schlägt wieder zu" -
ähnliche Schlagzeilen gab es bereits weit vor Erscheinen der filmischen Adaption von Austs Standardwerk zur RAF und so entwickelte sich der "Baader-Meinhof-Komplex" zu einem Faszinosum, einem Politikum, welches noch höhere Wellen schlug, als Eichingers "Untergang".
Die Verfilmung von historischen Stoffen, insbesondere solchen der jüngeren Vergangenheit ist ein heißes Eisen, dies dürfte Eichinger und sein jeweiliger Regisseur schon bei den letzten Tagen im Führer-Bunker gemerkt haben; "B-M-K" erweitert die Angriffsfläche noch einmal deutlich. Ein nicht geringer Teil der Zuschauer dürften mehr oder weniger passiv in Kontakt mit der RAF und den dazugehörigen Strippenzieher gekommen sein, somit liegt es nahe, dass die persönliche Wahrnehmung der damaligen Lage nicht unbedingt kongruent zur filmischen Darstellung ist. Der Faktor, dass…
"Vereichingerung der Geschichte", "Der Langfilm-Guido-Knopp schlägt wieder zu" -
ähnliche Schlagzeilen gab es bereits weit vor Erscheinen der filmischen Adaption von Austs Standardwerk zur RAF und so entwickelte sich der "Baader-Meinhof-Komplex" zu einem Faszinosum, einem Politikum, welches noch höhere Wellen schlug, als Eichingers "Untergang".
Die Verfilmung von historischen Stoffen, insbesondere solchen der jüngeren Vergangenheit ist ein heißes Eisen, dies dürfte Eichinger und sein jeweiliger Regisseur schon bei den letzten Tagen im Führer-Bunker gemerkt haben; "B-M-K" erweitert die Angriffsfläche noch einmal deutlich. Ein nicht geringer Teil der Zuschauer dürften mehr oder weniger passiv in Kontakt mit der RAF und den dazugehörigen Strippenzieher gekommen sein, somit liegt es nahe, dass die persönliche Wahrnehmung der damaligen Lage nicht unbedingt kongruent zur filmischen Darstellung ist. Der Faktor, dass es sich bei der RAF um eine große Organisation und eben nicht nur um ein oder zwei Hauptakteure handelt, dürfte jene Probleme bei der Figurenzeichnung noch verstärken.
Somit machen Eichinger und Edel letztendlich das einzig richtige, indem sie sich auf eine Lesart der Figuren festlegen, und die Charakterzeichnung am Maßstab von Austs Buch vornehmen. Man muss diese Interpretation nicht teilen, aber es ist die richtige Konsequenz, um solch ein Projekt zu verfilmen.
Die damit einhergehende Täterperspektive führte zu harscher Kritik, nicht selten wurde angesichts der barbusigen Auftritte von Wokalek und den Onelinern von Bleibtreu eine fehlende Distanz, gar eine Glorifizierung der Terroristen herbeigeschrieben.
Diese Interpretation entbehrt nicht jeglicher Grundlage; besonders die erste Hälfte des Films setzt insbesondere die Figur des Andreas Baader in das Licht eines Antihelden - eine Darstellung, die manchen sicherlich aufstoßen wird.
Wer sich jedoch näher mit dem Film auseinandersetzt, und die Dialoge aufmerksam verfolgt, der wird zwischen den Zeilen und im Subtext eine Menge finden, die den Vorwurf der Glorifizierung als nicht haltbar darstellen.
Edels RAF ist letztendlich eben keine Kampfgruppe für das "Greater-Good", sondern eine Zweckgemeinschaft selbstgerechter Egomanen, die hauptsächlich Gefallen am Chaos und ihrer Allmachtsstellung finden, und nicht an den vorgegebenen politischen Zielen. Die aufgesetzte und schlussendlich unpassende Coolness eines Baaders; die Entscheidung Meinhofs, das Guerilla-Leben ihren Kindern vorzuziehen; die kritiklose Verehrung von Ensslin gegenüber Baader - es gibt mannigfaltige Belege für diese Lesart. Ob sie jedoch angesichts der fragwürdigen FSK-12-Freigabe zu jedem Zuschauer durchdringen wird, steht auf einem anderen Blatt Papier.
"B-M-K" ist ein Täterfilm, daran besteht in Quintessenz kein Zweifel, und das Verantwortlichen-Duo hätte gut daran getan, diese Linie von Anfang an konsequenter durchzuziehen. Der Versuch mit Horst Herold einen "Guten" als Sympathieträger zu inszenieren und installieren, mag zwar verständlich sein; stört aber mit seiner stichwortartigen Abhandlung der Rasterfahndung den Erzählfluss und die Dramatik, und verkommt so zu eher zu einem Störfaktor im Film.
Womit wir beim nächsten Punkt wären: Der Dramaturgie.
Ja, Edel hetzt durch seinen Film.
Ja, besonders gegen Ende werden die Zeitsprünge immer größer.
Ja, jemand der sich mit den Geschehnissen um die RAF und den Deutschen Herbst nicht auskennt, kommt unter die Räder
All diese Kritikpunkte haben ihre absolute Berechtigung; trotzdem nehme ich sie nicht so stark war, wie andere. "B-M-K" ist in letzter Konsequenz eben kein Guido-Knopp-Kino, und hat sich deshalb auch nicht dafür zu rechtfertigen, wenn es historische Abläufe zugunsten einer spielfilmtauglischen Dramaturgie eindampft. Die wohl eindrucksvollste "Action-Sequenz" des Films, der Montagezusammenschnitt der einzelnen Bomben, wäre mit zuviel Faktenbombast im Hintergrund ad absurdum geführt und ihrer Dynamik beraubt worden; gleichzeitig wäre das ohnehin schon überlange Werk unter noch mehr Background wohl endgültig zusammengebrochen.
Es ist eine Buchverfilmung, und als solche sollte man sie auch behandeln.
Technisch und schauspielerisch gibt es wenige Höhen und Tiefen; Eichinger setzt da an, wo er mit "Der Untergang" aufgehört hat: Solide bis schön abgefilmtes Fernsehmaterial, das irgendwie im Kino gelandet ist.
Ebenso typisch für solche Produktionen ist der Overkill an vermeintlichen Stars, welche jedoch bis auf das Trio Bleibtreu-Wokalek-Gedeck eher einem Dasein als mehr oder weniger lange Cameos fristen (sehr deutlich bei Lara). Bruno Ganz funktioniert in seiner ihm zugedachten Rolle souverän, gleichwohl wird er wohl mit dem Malus leben müssen, bis ans Ende seiner Tage auf die Parallelen zu seiner Hitler-Darstellung festgelegt zu werden.
Fazit: Sicherlich ist dem Duo Edel/Eichinger kein Film für die Ewigkeit gelungen; ganz sicher taugt er nicht als Primärquelle für eine Auseinandersetzung mit dem RAF-Mythos, aber als historisches Unterhaltungskino mit gemäßigtem Anspruch funktioniert der "Baader-Meinhof-Komplex" tadellos.
Ein Film der viel zeigt, aber wenig erklärt. Im Eiertanz beiden Seiten gerecht zu werden, die Terroristen nicht zu glorifizieren und die Reaktionen des Staates nicht zu verharmlosen, verliert sich der Film in einer gewissen Beliebigkeit, die auf die volle Laufzeit irgendwann in Langeweile resultiert. Letztlich ist der Film einfach zu feige um spannend zu sein, erklärt weder die Wege in den Terrorismus wirklich, noch macht er die inneren Entwicklungen der RAF deutlich. Stolz wie Oscar gehen Edel und Eichinger mit ihren akribisch und aufwendig nachgestellten Szenen hausieren und haben doch nicht mehr anzubieten, als die bekannten Bilder, hinter denen gehetzte Leere lauert. Es ist ein haltungsloser Film, ein Film gewordenes sowohl-als-auch, der sich immer dann wenn es spannend würde in die sichere Distanz flüchtet und seine A-Besetzung brav revolutionäre Sätze aufsagen lässt - die zwischendrin immer mal wieder nach Laienspielgruppe klingen. Das mag alles verbrieft sein, bleibt aber bis zuletzt Oberfläche und taugt weder als Unterhaltungsfilm noch zur ernsthaften Auseinandersetzung. Baader Meinhof ist filmgewordenes MEH!
Es geht ja auch darum aufzuzeigen, was passiert ist, und das Geschehene nochmal zu verarbeiten. Eine starke Meinung zu vertreten zu so einem brisanten Thema ist ziemlich schwierig, weil kaum jemand von sich behaupten kann die Terroristen zu verstehen.
Anreas Baader wurde ziemlich gut dargestellt und ich al Zuschauer konnte genau seine Motivation nachvollziehen: Rumstänkern und Chaos. Baader hatte nie ein wirkliches Ziel sondern wollte immer nur: Ich bin Dagegen! was man insbesondere am Ende gesehen hat. In diesem Punkt hat der Film auf jeden Fall die verschiedenen Motivation der wichtigsten Personen gründlich illustriert.
Ich finde zu Beginn hat der Film durchaus die Motivation und Beweggründe gut aufzeichnen können. Die Szenen während der Schahdemo, der Tod Ohnesorgs und die Sorge, eventuell wieder nichts zu tun wenn sich die herrschende Macht mit Macht behauptet und radikalisiert.
die terroristen kommen alle samt als schießwütige ego-macker rüber.
was is daran gelungen dargestellt?
eichinger/edel ne autobombe für dieses verbrechen.
Rumstänkern und Chaos. Baader hatte nie ein wirkliches Ziel sondern wollte immer nur: Ich bin Dagegen!
<-- wenn man natürlich den herrn aust (auf dessen unsäglichem buch der film ja basieren soll) als weisheit letzter schluss nimmt, mag das stimmen.
Handwerklich ist die Umsetzung solide, professionell. Einige Schnitte sind jedoch einfach scheusslich. Möglicherweise hat Regisseur Uli Edel aber sogar beabsichtigt, dass diese brutalen Szenen nicht ganz nach den üblichen Normen des Kinos formiert werden, sondern durch unbequeme Inszenierung aufrütteln. So lässt sich auch die schnörkellose Kameraarbeit erklären. Laut Aussage im Presseheft bestand das Regiekonzept von Edel in der Vermeidung der Regeln des Genrekinos, also «auch keine gezirkelten Kamerafahrten oder ausgefallene Kamerapositionen.» Wurde auf der Bildebene weitgehend auf die Steuerung der Emotionen verzichtet – sofern davon ausgegangen wird, dass die Brutalität nicht abschreckt –, so sind inhaltlich und auch auf der Tonebene zahlreiche Lenkungsversuche zu erkennen.
Faszinierende Geschichte, sehr guter Film - aber herausfordernd; der Mangel an einfachen Antworten wird einige frustrieren. Lektionen über den Terrorismus im 21. Jahrhundert sind impliziert, aber nicht allzu sehr betont.
Weder Fisch noch Fleisch. Zu reißerisch inszeniert, entzieht sich der BADER-MAINHOF-KOMPLEX immer wieder jeder Verantwortung, schiebt fadenscheinige Erklärungen vor, durchleuchtet die Charaktere nur selten. Eine krude Aneinanderreihung von Momenten ohne Herz und Seele. Teilweise schauspielerisch überragend, teilweise auf dem Niveau einer Leienschauspielgruppe. Und was mache ich jetzt damit?
Respektabler Film dank authentischer Darstellung der Ereignisse (im Vergleich mit dem ungleich schwächeren "Baader"), großartiger schauspielerischer Leistungen (allen voran Martina Gedeck und Johanna Wokalek verwandeln sich ihren historischen Figuren glaubwürdig an) und der Tatsache, dass hier versucht wird, allen Seiten gerecht zu werden. Eine "Hexenverbrennung" von Meinhof und Ensslin findet hier zum Glück nicht statt.
Der Film schafft eine feine Gratwanderung zwischen Mythos und Heldenverehrung auf der einen Seite und unverklärter Sicht auf das brutale Morden auf der anderen Seite. Gerade die Figur des Andreas Baader wird hier anfangs nochmal zur Ikone der Rebellion stilisiert, von der eine nicht zu leugnende Faszination ausgeht.
[...] Fazit: „Der Baader-Meinhof-Komplex“ ist eine augenscheinlich evidenzbasierte Umsetzung des Themas RAF, die nicht zum Unterhaltungsfilm verkommt, allerdings auch mit der Aufzählung aller Fakten spart. Für eine erste Annäherung an das Thema durchaus angemessen und eine gute Möglichkeit sich dem Thema zu nähern. Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg solide bis herausragend und machen den Film äußerst sehenswert.
[..]„Der Baader-Meinhof Komplex“ hätte ohne Zweifel großes Potential gehabt, doch hatten die Macher augenscheinlich nicht den Mut dies auch auszuschöpfen. Wo Tiefe erforderlich gewesen wäre, bietet der Film nur (gutgemachte) Bilder und simple Trivialität. Wo Bedächtigkeit erforderlich gewesen wäre, schlägt der Film ein scharfes Tempo ein. Wo eine Positionierung von Nöten gewesen wäre, bleibt der Film ohne Haltung. Eichinger und Aust berufen sich immer wieder auf die kompromisslose Darstellung der Morde der RAF, doch ist dies nicht ausreichend für einen Film, der sich der RAF annehmen will. Menschen definieren sich durch Taten, das mag richtig sein, doch das Zeigen der Taten bleibt ohne Deutung inhaltslos.[...]
[...]Dem Film sieht man an, dass weder Kosten noch Mühen gescheut wurden, um dieses grausame Kapitel westdeutscher Vergangenheit wieder auferstehen zu lassen. Kein Wunder, schließlich beweist Bernd Eichinger mit seinen Filmen gern einmal, dass man in Deutschland auch durchaus klotzen statt kleckern kann. Anhand der optischen Brillanz des Films, für die man auch Uli Edel überraschend Beifall zollen muss, drängt sich natürlich die Furcht auf, der komplexe Inhalt bleibe auf der Strecke. Tatsächlich aber werden die geschichtlichen Ereignisse realistisch auf die Bühne gebracht und es wird sich nicht gescheut, die Mörder der RAF als Menschen darzustellen. Im Falle von Andreas Baader, brillant gespielt von Moritz Bleibtreu, kann man sogar sehr gut die Anziehungskraft des Demagogen nachvollziehen. Natürlich stehe trotzdem das schockierende Porträt von Menschen im Vordergrund, die im ideologischen Wahn über Leichen gehen. Auf der anderen Seite hält sich der Film auch nicht mit Kritik gegen die damalige Politik der BRD zurück, die der RAF erst den Nährboden für ihre Entwicklung gab.[...]
Es muss nicht immer Hitler sein, wenn sich das Kino deutscher Geschichte besinnt. Schon 1985 schrieb Ex-"Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust am Drehbuch der Gerichtsprozesse von "Stammheim"; jetzt hat er sich mit der Adaption seines Standardwerks in Sachen RAF zusammen mit Produzent Bernd Eichinger und Regisseur Uli Edel an den ganzheitlichen Ansatz gewagt.
Jedenfalls ist der Film professionell gemacht, klar. Aber das ist wohl auch das Mindeste, was man von der mit über 20 Millionen Euro teuersten Produktion der deutschen Filmgeschichte erwarten darf. Er ist gut inszeniert. Hier, nicht im Drehbuchschreiben, liegt seit jeher die eigentliche Kunst Eichingers, der seine unter ihm agierenden Regisseure im Schneideraum keinen selbstständigen Schritt tun läßt, daher der eigentliche Autor dieses Films ist: Schnell, in rasanten Schnitten und ultrakurzen Szenenfetzen, wird die Geschichte von 1967 bis zum deutschen Herbst 1977 als bewegter Fotoroman und Collage erzählt.
Ja, ich bin ein freier Mensch. Trotzdem habe ich mir den Baader Meinhof Komplex angeschaut. Entgegen der Meinung fast aller Blogger-Kollegen halte ich nämlich Bernd Eichingers Arbeiten, vor allem die, die die deutsche Geschichte reflektieren, für großartig und wichtig. Schon bei Der Untergang (2004) gab es deutschlandweite Diskussionen, wie weit Eichinger mit seinen Produktionen gehen darf. Darf er einen gebrochenen Hitler zeigen? Darf man sehen, wie Magda Goebbels ihre Kinder tötet? Wird die Zeit nicht beschönigt, da vom Holocaust nichts erwähnt wird? Diese Kritikpunkte zeigen aber nur, dass Deutschland 60 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg seine Geschichte immer noch nicht verarbeitet hat. Wir Deutschen haben ein Problem mit unserer Geschichte, auch wenn die Taten von damals mit unserer Generation überhaupt nichts mehr zu tun haben. Dieses “Täterdenken” blockiert eine objektive Aufarbeitung der Historie. Auch bei Eichingers neustem Film, dem Baader Meinhof Komplex, der die Jahre 1967 bis 1977 der linksradikalen Terrororganisation RAF beleuchtet, wurde wieder Kritik laut. Er zeige zu wenig von den Opfern, stilisiere die Täter dadurch gar als Helden, mache sich über den Staat lustig und liefere unterm Strich ein Werk ab, das zeigt, dass er und Regisseur Uli Edel in Studentenjahren mit der RAF sympathisiert haben. Leider gibt es dabei Leute, die so blauäugig sind und den Behauptungen glauben. Dumm gelaufen, sage ich nur, denn der Baader Meinhof Komplex stilisiert in keinster Weise die Täter, sondern beschreibt die Entstehung und den Höhepunkt der Roten Armee Fraktion fast dokumentarisch, zeigt die Gräueltaten und räumt auf mit der immer noch existierenden Meinung, Meinhof, Baader & Co. hätten nur das beste für ihr Volk gewollt.
Die Stars als Terroristen: Sie sind oft erschreckend ähnlich. Am Mythos freilich wird durch ein solches Casting alles andere als gekratzt. Die Gegenseite, die Politik, die Richter und das Bundeskriminalamt, bleiben dagegen blass in ihren dunklen Anzügen, bis auf BKA-Chef Horst Herold, der sich auf dem Filmplakat mit auf die "Fahndungsfotos" verirrt und dem Bruno Ganz diffizile Tiefe gibt, dem dabei aber auch mal der alte Hitler rausrutscht.
Der Baader-Meinhof-Komplex steht mit seinem Allmachtsanspruch auf die Geschichte am Beginn einer Trivialisierung. Dass die nicht ausbleiben würde, stand zu erwarten; sie wäre nur leichter zu ertragen, wenn der Film aus PR-Gründen nicht mehr von sich behaupten würde. Die angeblich unterbelichtete Gewalttätigkeit der RAF wird durch das endlose und laute Geballer jedenfalls nicht plötzlich offenbar.
Produzent Eichinger und Regisseur Edel („Letzte Ausfahrt Brooklyn“) waren Zeitgenossen der RAF und Studienkollegen. Am Anfang steht ihr Film ganz klar auf der Seite der Anti-Schah-Demonstranten, die brutalst zusammengeschlagen werden. Eine Identifikation mit den Attentätern wird aber vermieden. Der Richter in Stammheim ist eine totale Witzfigur. Die Zweifel an der Selbstmord-These kommen überhaupt nicht vor. „Der Baader Meinhof Komplex“ ist kein Film, der verstört, Fragen aufwirft oder provokante Stellungnahmen macht. Aber eine solide Grundlage für weitere Diskussionen. Man kann sich freuen, dass sich ein richtig guter und packender Film eines nah-historischen Themas annimmt.
Der Terror der RAF im Schnelldurchlauf. Uli Edel hakt die Attentate und Überfälle der Jahre 1967 bis 1977 in solider Chronistenpflicht ab. Das Staraufgebot ist darüber hinaus gigantisch. Doch ein wenig mehr Verdichtung hätte dem Werk sehr gut getan. Weder über die Täter noch über die Opfer erfährt der Zuschauer Emotionen oder Motive. Zudem reißen einen einige Einstellung massiv aus dem Zeitgeschehen raus. Wenn Rudi Dutschke im Hörsaal eine Rede hält, sehen die Studenten aus wie heutige Twens. Und wenn sich die Terroristen in ihrem Ausbildungscamp im Nahen Osten in der Sonne bräunen, blitzen plötzlich topmodische Tätowierungen auf. Auf diese Weise weckt der Film keinerelei Interesse, sich näher mit der Zeit des Deutschen Herbstes auseinander zu setzen. Schade.
Im Grunde wohnen zwei Seelen in des "B-M-K" Brust. Aus der einen spricht die Stimme der Überlegung, dass sich sieben Jahre nach 9/11 jedes Flirten mit Terrorismus verbietet. Aus der anderen spricht der Instinkt des Kinos, das viel mehr attraktive Desperados als überzeugende Vernunftsmenschen hervorgebracht hat. Indem er beiden Seelen Freiraum lässt, ist der Film ehrlicher als die meisten polarisierten Debatten, und deshalb vielleicht auch haltbarer, obwohl filmisch allenfalls guter Durchschnitt.
"Es missfällt mir, dass man Filme darüber dreht und sich vertieft in die Analyse der seelischen Befindlichkeit der Mörder, und über die seelische Befindlichkeit und das Schicksal der Opfer und ihrer Familien wird kein Wort verloren." Ich muss sagen, ich gehe da mit Helmut Schmidt. Denn genau dieser Schatten zieht sich von der ersten bis zur letzten Minute über diesen Film.
"Ihr habt die Leute nie gekannt, hört auf sie zu etwas zu machen was sie nie waren!"
Das ist der letzte Satz des Filmes und vielmehr gibt eigentlich es auch nicht zu berichten über dieses (für deutsche Verhältnisse) extrem aufwändig produzierte,mit (fast) allem und allen was hierzulande von Rang und Namen ist, versehene Werk.
Zu vollgepackt,zu spekulativ, zu reißerisch und auf cool und rebellisch getrimmt.
Trotzdem hat der Film mich zum Teil gepackt und er hat mit Bruno Ganz in der Schlüsselrolle (für mich ist seine Rolle dies) einen Großschauspieler Deluxe.
Bei einem solchen (hochkomplexen,bis heute nicht komplett geklärtem,gelöstem) Thema allerdings, reicht es nicht aus sich 2 Stunden Spielzeit zu nehmen und darin Geschehnisse abhandeln zu wollen die Jahrzehnte umspannten und eben noch umspannen und sich die "coolen" ,reißerischen,spannenden,rebellischen und krassen Momente rauszupicken und ein Bild zu zeichnen das der Komplexität der Wichtigkeit und der Bedeutung des Geschehenen einfach nicht gerecht wird.
Für mich hätte man den Film einfach nicht machen müssen (ich meine nicht sollen,nur müssen),er bringt Menschen die sich nur diesen Film anschauen und mit den tatsächlich stattgefundenen Geschehnissen nicht befassen,darüber nichts wissen, ein Bild rüber das zu einfach ist, vor allem wie und warum die Dinge zusammenhingen (und noch hängen).
Es reicht einfach nicht sich ein Bild über die Bild (Zeitung) zu machen oder sich sein geschichtliches und tagesaktuelles Wissen bei Galileo oder den RTL 2 Nachrichten zu holen: Und genauso ist der Film: Er lügt,wie auch eben genannte Medien, vielleicht nicht, aber er ist tendenziell,nicht tiefgehend und vor allem nicht komplett.
"Zwischen Spinne und Fliege kann es keinen Kompromiss geben."
jamaikanisches Sprichwort
Man möchte manchmal meinen, ähnliches gelte auch für reale historische Ereignisse und Kinofilme. Entweder erreicht man das blockbustergeschädigte Publikum und verwässert die Geschichte, oder man scheitert an den eigenen Ansprüchen, künstlerisch wie finanziell.
Mit einem Dokudrama Kinoumsätze zu generieren ist, anders als bei einem Biopic, eine schwierige Angelegenheit. Denn dokumentieren kann man nur das, was da ist. Die Realität. Doch die Realität ist eine komplexe Mistsau. Sie weigert sich, nach Mustern zu funktionieren, sie fordert Verstand, Verständnis und Wachheit. Und eben das alles möchte nicht jeder mit in einen Kinosaal tragen.
Kunst kann Realität zwar recht genau imitieren, aber um bei Kunst bleiben zu können, muss man dem Kommerz Rechnung tragen.
Und so versucht sich das Duo Eichinger/Edel an etwas, das eigentlich gar nicht funktionieren kann, weil es weder die mit geschichtlichem Wissen gesegneten Konsumenten noch das halb- bis uninformierte Allerweltspublikum zu befriedigen in der Lage ist.
Allerdings hat man mit diesem Thema, einem neben der friedlichen Revolution 1989 und der Guillaume Affäre wohl packendsten Stücke deutscher Nachkriegsgeschichte, auch einen fliegenden Start. So ehrlich darf man gerne sein.
Ich kann dem Werk mehr als nur den Mut eines solchen Versuches anrechnen. Denn trotz einiger Schwächen schafft "Der Baader Meinhof Komplex" einen Brückenschlag zwischen zwei unvereinbar scheinenden Genres in beinahe überraschender Manier.
Das liegt nicht zuletzt an Stefan Austs gleichnamiger Buchvorlage. Aust, der selbst direkt mit dem Tun der Gruppe in Berührung kam, als er an der "Befreiung" von Meinhofs Kindern aus dem sizilianischen Exil mitwirkte (zurück zum Vater, von dem sich Meinhof mit Beginn ihrer Arbeit für die Gruppe endgültig getrennt hatte), dekonstriuert das Phänomen RAF auf fachlich kompetente und spannende Weise.
Diese historische Authentizität übernimmt der Film fast vollkommen. Nichts bleibt dem Zufall überlassen: Kennzeichen, Waffen, Ortsangaben...alles wird mit einer Genauigkeit nachgearbeit, die, themenunabhängig, so manche Doku erstaunlich schwach dastehen läßt.
Im Gegenzug spielen Eichinger und Edel in jeder Sequenz, die nicht belegt ist, das volle Blockbusterprogramm aus: Action und Brüste. Ob das Training etwas zu martialisch aufgezogen wird, oder es unbedingt nötig ist, dass sich die Terroristengruppe nackt auf einem Kasernendach im Fatahcamp sonnt, sei mal dahingestellt. Es schadet jedenfalls nicht, will man auf der Leinwand etwas bieten.
Deutlich Potential verschenkt man dafür bei der mitunter sehr indifferenten Charakterzeichnung der "Protagonisten", diese bleibt fast ausschließlich an den Darstellern hängen. Auch wenn hier angeführt werden kann, dass der "Komplex" aufgrund der zahlreichen Charaktere schon komplex genug sei. In der Masse der Figuren liegt ein gern angeführter Kritikpunkt an diesem Film, aber für mich macht eben gerade einen Teil des Reizes aus. Es wird gern vergessen, dass die RAF aus mehr als einer Handvoll Krawallmachern bestand. Das kann hier nicht geschehen. Das Kollektiv wird farbenfroh und anschaulich präsentiert.
Selbst von der Geschichte oft unterschlagene Figuren bekommen hier ihre Screentime, egal ob Mahler (dessen Werdegang besonders interessant ist), Homann, Proll, Schelm, Grashoff, oder Müller.
Dass bei einer solchen Vielzahl an Tätern kaum mehr Zeit für Verfolger und Opfer besteht, ist so bedauerlich wie logisch. Ein klassischer "Täterfilm", der die Wertung der Taten jedoch den Köpfen der Zuschauer überlässt. Revoluzzer, Freiheitskämpfer, wahrer Visionär, verblendeter Weltverbesser, Strolch mit Maschinenpistole, oder gewissenloser Mörder, das muss man schon selbst entscheiden.
So gut es geht verkneift man sich Sympathie und erhobenen Zeigefinger.
Und deshalb funktioniert der Film wohl auch als Anreiz zur Beschäftigung mit diesem Thema. Vielleicht jetzt besonders, wo im Sinne des Kampfes gegen den internationalen Terrorismus Parolen wie Rasterfahndung und Polizeistaat mal wieder oder Begriffe wie "Bundestrojaner" ganz neu laut werden.
Eine umfassende Beleuchtung kann man hier nicht erwarten, eher das Spotlight, das Leuchtfeuer, von dem aus man starten könnte.
Wie eine Userin (ihr Name bleibt aus Datenschutzgründen ungenannt) im Zuge der `Top7 der schwergewichtigen Philosophiekracher´ im Bezug auf "Matrix" schrieb: "Wenn es nur ein paar Prozent der Leute anregt, die vorher nie darüber nachdachten, ist es schon Gold wert.", so kann man es durchaus auch hier sehen.
Dass einem der Einstieg in die Thematik versüßt wird, liegt nicht nur am fetzig-dynamischen Schnitt oder dem gelungenen Score, oder der gut zubereiteten Action, sondern vor allem am umfassend gut besetzten wie stark aufspielenden Cast.
Martina Gedeck ist als Ulrike Meinhof umwerfend. Mit einer Mischung aus Determination, Unsicherheit, Überzeugung und Zurückhaltung glänzt sie in der Rolle der Theoretikerin der Gruppe. Quasi als "Schriften-Goebbels" der Organisation war Meinhof nie so sehr Führungsperson wie der Name der Gruppe erscheinen mag und eben das bringt Gedeck auf den Punkt rüber. Vollkommen überzeugt, was das Gedankengut anging, aber zögerlicher, wenn es um die eigentliche Aktion ging.
Johanna Wokalek spielt Gudrun Ensslin, die eigentliche Frau Nr.1 der RAF, vielleicht einen Hauch zu lasziv, aber nicht minder fesselnd. Wie auch Michael Gwisdek ihren Vater sehr überzeugend präsentiert.
Andreas Baader, der Popstar der deutschen Weltverbesserer wird eindrucksvoll von Moritz Bleibtreu wieder zum Leben erweckt. Charismatisch, zielgerichtet, aber auch jähzornig und egozentrisch.
In den Reihen der Terroristen stechen darüberhinaus Katharina Wackernagel als Astrid Proll, Susanne Bormann als Peggy Schoenau, Jan Josef Liefers als zweifelnder Peter Homann, Vinzenz Kiefer als Peter Jürgen Boock und Alexandra Maria Lara als Petra Schelm besonders hervor.
Abseits der Gruppe überzeugt Bruno Ganz als BKA Chef, auch wenn er ganz anders wirkt als der echte Horst Herold. Außerdem brilliert Tom Schilling als Dutschke Attentäter Josef Bachmann.
Die Opfer bekommen samt und sonders nur sehr kurze Momente auf der Leinwand, so dass deren Darsteller sich nur unzureichend in Szene setzen können, auch wenn ein Könner wie Hans Peter Hallwachs durch seine bloße Präsenz schon Eindruck macht.
Wenn ich mir also insgesamt genauer betrachte, wer hier alles auftritt und vor allem wie, dann möchte ich mein eigenes Gemecker über den Mangel markanter deutscher Schauspielkunst selbst kaum glauben.
Leider ist es eben nicht immer so darstellerisch eindrucksvoll wie hier, wenn deutsche Filme dann tatsächlich im Kinoformat mal mehr wollen, als eine seichte (romantisch) Komödie zu erzählen, was ja an sich schon selten genug ist.
Trotz so mancher Schwäche ist "Der Baader Meinhoff Komplex" sehr sehenswertes deutsches Kino, das eines der schwärzesten wie interessantesten Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte eben auch für jene ein Stück weit anschaulich macht, die weniger Interesse oder Kenntnis bezüglich des Phänomens RAF mit Aufstieg und Niedergang besitzen.
Ist die Neugier erst einmal geweckt, bieten Dokudramen und reine Dokus zu diesem Thema genug Tiefgang an, dass in der Endabrechnung nur mehr wenig unbeleuchtet bleiben muss.
Geschichte muss nicht langweilig sein und im Falle der RAF ist sie es auch bestimmt nicht.
Der Film beginnt sehr stark damit,dass während des Schah-Besuchs Demonstranten sowohl von den Persern als auch von der Polizei attakiert werden.
Die Härte der Polististen und die Macht des sogenannten Polzeistaates werden dabei sehr deutlich. Auch der darauffolgende Mord an Benno Ohnesorg durch einen Polizisten lässt die wachsende Wut auf den Staat nachvollziehen. Man wird am Anfang förmlich in den Film gesogen und fühlt sich wie ein Teil von ihm.
Die Entwicklung von Ulrike Meinhoff, die von einer bügerlichen Journalisten immer weiter in die radikale Szene der RAF gerät ist dabei sehr gut und glaubhaft verfilmt worden. Sie gehört meiner Meinung nach neben Andreas Baader auch zu den interessantesten und vielschichtigsten Personen des Filmes.
Nach dem wirklich fantastischem Start des Film wird leider versucht etwas zu viel historisches Material in den Film einfließen zu lassen. Vor allem wenn man sich noch nicht großartig mit der Geschichte der RAF beschäftigt hat, sind es einfach zu viele Daten und Fakten auf einmal. Zudem geraten dabei die Motive der RAF und die einzelnen Schicksale zu sehr in den Hintergrund.
Stark wird der Film wieder, als sich der Kern der RAF im Gefängnis befindet, da dort wieder mehr auf die einzelnen Charaktere eingegangen wird . Die Veränderung Meinhofs, die sich von den anderen distanziert oder auch Baader der immer agressiver wird sind schauspielerischer eindrucksvoll dargestellt und auch die Auswegslosigkeit, durch die Gefangennahme wird sehr deutlich.
Insgesamt ist der Film trotz des mittelmäßigen Mittelteils eine gelungenen Verfilmungen, besonders zugute halten muss man dem Film , dass er keine Scharz/weiß Malerei betreibt und nicht bewertet. Dem Zuschauer ist es selbst überlassen sich ein Urteil zu bilden, was bei vielen historischen Filmen leider nicht der Fall ist.
Der Baader-Meinhof-Komplex ist der mitunter verzweifelte Versuch, die komplette Geschichte des 70er-Jahre-Terrorismus in Deutschland in einen Film zu pressen. Von Namen und Reputation her fährt Eichinger die Creme de la Creme der deutschen Schauspielerei auf. Leider inszeniert sein Regisseur Uli Edel das Mammutprojekt mit zu vielen Längen, und ob das alles historisch so korrekt ist, sei mal dahingestellt. Unterm Strich bleibt ein trotz aller Kritik sehenswerter Ritt durch zehn Jahre bundesrepublikanischer Geschichte, der allerdings nur die Historie erzählen will und sich Wertung, Interpretation und Analyse komplett selbst verbietet.
Ja, vielleicht. Aber gerade, dass DBMK nur die Geschichte wiedergibt und sich jeder weiterführenden Auseinandersetzung entzieht, wird dem Film (auch hier) mitunter als Fehler vorgeworfen. Ganz abgesehen von der deutsche-Filme-sind-doof-Pauschalkeule.
Die weiterführende Auseinandersetzung könnte ja im eigenen Bewußtsein stattfinden, deshalb waren ja viele womöglich aus Überforderung enttäuscht. Das mit der Pauschalkeule stimmt leider. Aber auch an deren Berechtigung hat man lange gearbeitet.
Ich gebe zu, ich weiß nicht viel über die RAF, ihre damaligen Methoden und Vorhaben. Deshalb wollte ich mehr über Geschehnisse vergangener Tage wissen und hatte diesen Film noch im Hinterkopf. Mein Bauchgefühl und letztlich, die gelesenen Kommentare anderer Boardmitglieder weckten bei mir den Eindruck, das hier historisch gesehen nicht alles korrekt dargestellt wurde. Vor allem viel zu wenig.
Selbst wenn man davon ausgeht das soweit alles korrekt wäre, die Schauspielerischen Leistungen halten sich alle in einem sehr engen Rahmen. Einzig allein Bleibtreu (er nervt mich nur noch) kann man seine Rolle einigermaßen abnehmen. Dieser Film hat mal wieder gezeigt warum deutsche Schauspieler auch wirklich nur Erfolg in Deutschland haben.
Ich hätte mir im Endeffekt viel lieber eine reine Dokumentation und nicht diesen aufgebauschten Actionbrei angesehen, welcher einen ins Grübeln kommen lässt ob dieser Film seinen Ansprüchen an die Geschichte gerecht wird!?
Das ist eine Romanverfilmung und keine Filmversion von "RAF für Dummies" . Wenn deine negative Bewertung des Films auf deiner (wie du selber geschrieben hast) Vermutung beruht, der Film sei historisch falsch, finde ich es fair, wenn du dir nicht den Kommentar, aber die Bewerung für den Film sparst.
Die Bewertung ist mit der Voraussetzung einer korrekten historischen Darstellung erfolgt. Ausserdem stärkten andere Kommentare meinen Eindruck, und ich zähle auch das Weglassen wichtiger Informationen zu einer geschichtlich nicht korrekten Darstellungsweise.
Und falls dein "RAF für Dummies" auf meine Unwissen anspielt, ich schäme mich nicht dafür. Man kann sich nicht für jeden Dreck, welcher in dieser verkommenen Welt passiert oder viel mehr passierte, interessieren...
Ich wollte dich nicht beleidigen. Ich dachte nur, da du kein Wissen über die Zusammenhänge hast, kannst du nicht behaupten, sie wären falsch dargestellt und den Film deswegen herabwerten.
Nochmal gesehen - noch mehr gesehen! Jede zweite Szene ist lachhaft und grenzt an Hilflosigkeit; peinlich gestellte Situationen verplempern die beachtliche Laufzeit, die sich dieser Film nimmt, um ein Daten- und Bilderarchiv als großes Kino zu tarnen. Zwischen all dem Pro und all dem Kontra erstarrt DBMK zu eiskaltem Rührei und offenbart seine gezwungene, "politische" Neutralität. Und als Moritz B. in einem Interview darauf hinwies, dass man die Tonbandaufzeichnungen von Baader damals besser doch veröffentlicht hätte, weil als Konsequenz die Hälfte der Sympathisanten verloren gegangen wäre - "Soll ich den wirklich so spielen Uli?" - antwortete Edel mit: "Natürlich nicht! Wir wollen doch keine Komödie machen." Seine Alternative war dann anscheinend das hier:...verdammte Fotze nochmal; schnauze Schwuchtel(ine); klappe Alter! Die Stadt-Guerilla operiert im Riss zwischen Staat und Masse...Alter - was ja viel weniger witzig ist. Und selbst wenn es so gewesen wäre, erklärt hier keiner warum es denn so war. Großes Tennis Herr Aust! Das war alles nach all den Jahren? Ich glaube ich habe mehr tiefen Sinn in BRAVEHEART (Murron ist Ohnesorg;) verspürt als in dieser lieblosen Collage. Ich habe jetzt außerdem da so meine eigenen Vorstellungen, was Zeitgeist angeht, aber dieser Film hat sicher nichts dazu beigesteuert, und ich habe damit höchstwahrscheinlich Recht.
PS Die drei Damen haben das gerettet.
Ein selten dämlicher Film, der das tolle Thema großkotzig verschenkt und mit der Beschreibung »eiskaltes Rührei« treffend charakterisiert ist. (Das Buch von Aust ist übrigens hervorragend und fängt den 60er- und 70er-Jahre-Zeitgeist im Gegensatz zur Verfilmung sehr gut ein.)
Na ja, vielleicht probiere ich das Buch dann mal. Ich hatte nur gedacht, dass der Aust, weil er da ständig bei den Promos und am Set umher flitzte, schon in einer Position war diesen Film zu beeinflussen. Aber das mag ja vielleicht auch gar nicht stimmen.
Mir kommt der Hintergrund der RAF eindeutig zu kurz. Wer keine ausreichenden Vorkenntnisse hat, kann den Film an vielen Stellen nicht greifen. Gerade bei einem so brisanten Thema hätte man mehr Fingerspitzengefühl beweisen müssen. Die RAF mag vielleicht am Anfang eine coole Bande gewesen sein, die Brandsätze in Kaufhäusern gezündet und trickreich Banken überfallen hat. Doch leider mutierte das Robin-Hood-Prinzip schnell zum Wolf im Schafspelz: Im Untergrund entstand eine große terroristische Bedrohung, die Menschen vorsätzlich getötet hat. Der Mord an Hans-Martin Schleyer war sinnlos, da die Organisation zu diesem Zeitpunkt längst ihren Zenit überschritten hatte. Aber was motze ich: Als angehender Geschichtslehrer kann ich den Film wunderbar im Unterricht benutzen, um den Jugendlichen zu zeigen, wie eine angebliche Popkultur medial inszeniert wird. Mein Hauptproblem mit dem Film ist, dass er die RAF als multikulti supercoole Truppe darstellt. Wenn ein Film provozieren will, kann das ja durchaus ein Stilmittel sein, einzelne Figuren zu überziehen. Da der Film aber ein historischer Abriss sein soll, hätte der Entstehungsgeschichte weitaus mehr Platz eingeräumt werden müssen.
Ein sehenswerter Film - aber 'ein Film zum Buch'. Wer das Buch nicht gelesen hat, wird das Gefuehl haben, das ein historischer Schnellzug an einem vorueber faehrt. Zeitlicher, politisch-sozialer Hintergrund wird schnell durchgespielt, um die Motivation der vielen Charaktere zu erklaeren. Dann folgen die vielfaeltigen Aktionen. Der historische Anspruch hindert deshalb den Film, sich auf interessante Details der Figuren zu konzentrieren und ein filmischer Schwerpunkt wird nicht wirklich gewaehlt. Alles muss gezeigt werden und alles kommt ein wenig zu kurz. Ansonsten aber sehr professionell und interessant. Sehr gute Action-Dokumentation.
Ich hab immer gedacht das der Geschichtsunterricht langweilig sein MUSS! Aber dieser Film hat mir gezeigt: Es geht auch anderst. Durch diesen Film wurde der Unterricht wortwörtlich "Sehenswert". Da ich zu der Zeit als es die RAF gab, nicht gelebt habe, kann ich nicht sagen ob es alles so war wie im Film, aber wenn, hat der Film es wirklich sehr gut wiedergegeben. Die Schauspieler wie zB Moritz Bleibtreu haben mich sehr überzeugt, jede Figur wurde gut gespielt. Aber auch allein die Geschichte des Films fasziniert mich, und dann auch noch zu wissen das dass alles wirklich passiert ist, macht den Film noch besser.
Absolut Sehenswert, auch außerhalb des Geschichtsunterrichts ;).
So zäh wie der Geschichtsunterricht höchstpersönlich! Der Film hat zu viele Längen. Mit ein bischen Geschichtsunterricht hätte man es belassen können, aber nein. Immer muss man wahren Stoff aus der Vergangenheit in Filmen wieder beleben. Kriegsfilme und Politdramen wie diese zählen zu langweiligsten Filmen überhaupt für mich! Das Drehbuch war total öde und unbewegend. Es passiert fast nichts. Ich weiß auch nicht, was so große Stücke auf die Darsteller gesetzt werden. Mit keiner der Rollen sympathisiert man. Die wirken alle flach. Die unübersichtlichen Schießereien gehen auch auf die Nerven. Total unspektakulär! Wieso wollen die Leute immer nur Realität und wahres Geschehenes sehen, wo bleibt da die Magie des Films und des Kinos? Seit diesem Film wünsche ich mir, von solchen Filmen verschont zu bleiben. Deutschland macht fast nur Schrottfilme. Wo bleiben große Sachen wie "Die unendliche Geschichte"? Deutschland ist doch fortgeschritten genug. Hört auf mit niveaulosen Klamauk wie von Bully oder den Til Schweiger Kitsch und Politdramen werden besser auch verschont. Bitte, bitte, bitte!
Der Film ging für meine verhältnisse etwas zu lang.
Mann muß aber sagen das dieser Film eines der besten ist was das Deutsche Kino hervorgebracht hatt. Es wird gut gezeigt wie sinnlos der Terror des RAF war, und das sie einem Land nur schande und verluste gebracht haben.
Ich wußte früher kaum was von Bernd Eichinger dem Autoren & Produzenten des Films, aber werde in Zukunft ausschau nach seinen alten Filmen halten.
Möge er in Frieden Ruhen.
So wird Zeitgeschichte spannend, authentisch und zum Nachdenken anregend vermittelt ohne billige Effekthascherei dafür aber mit viel Einfühlungsvermögen in die Figuen und die damalige Zeit.
Ich musste den Film zwangsläufig gucken (Schule), was ich privat wohl nie getan hätte. Ich finde ihn relativ durchschnittlich, denke aber, dass er nicht das bewirkt, was er vielleicht sagen möchte. Also, mir reicht´s, dass ich ihn das eine Mal gesehen habe und lerne die Thematik aber lieber weiterhin aus Büchern!
Auch diesen Film habe ich in Dublin (Republik Irland) gesehen. Da er in Deutsch war, mein Vorteil gegenüber demjenigen, der mich dazu eingeladen hatte - Englisch sprachige Person. Leider kann man nicht nachverfolgen ob alles, was gezeigt wurde, richtig war. War es vielleicht eine Verschönerung, dass der erste "harte Kern" nachher von der Gewalt ihrer NachfolgerInnen Abstand nahmen oder Realität. Da ich über 30 Jahre im Ausland gelebt habe, fehlt mir die Vergleichsmöglichkeit. Darüber hinaus fand ich es enorm, dass die Schauspieler den wirklichen Personen (lt. den Steckbriefen) sehr ähnelten. Der Film war glaubhaft und hatte große Möglichkeiten zu beeinflussen. Allerdings könnte diese Beeinflussung sowohl positiv als auch negativ ausfallen.
Der Film ist ein klassisches Beispiel für zu viel gewollt. Man wollte einfach zu viel zeigen.
Die einzelnen Szenen sind durchaus nicht schlecht, aber sie ergeben einfach keinen Film. Besonders deutlich wird das wenn es größere Zeitsprünge gibt, die so garnicht eingeleitet oder erklärt werden. Man ist dann einfach mal 2 Jahre später und sieht die Entführung der Landshut, um danach ohne Pause sofort zur nächsten Szene weiter zu hetzen.
Filme die sich darum bemühen historisch korrekt zu sein haben von jeher einen schwierigen Stand. Dem einen sind sie bei aller Detailverliebtheit immer noch zu ungenau, dem anderen stört der Fokus des Films (also irgendwo muss ein Fokus liegen), wieder einem anderen ist der Film zu unverständlich, dem nächsten zu oberflächlich und immer so weiter. Zu dem Baader-Meinhof-Komplex muss man wohl zuerst sagen dass es durchaus von Vorteil ist wenn man bereits Vorwissen mitbringt. Gerade wenn der Film voranschreitet und die zweite und dritte Generation der RAF auftritt, kommen Figuren aus dem nichts und verschwinden darin wieder, ohne wirklich viel erklärt oder preisgegeben zu haben. Wenn man sich aber mit dem Geschehen auskennt, zumindenst mit dem groben Verlauf, so ist der Film doch ein sehr guter. Technisch gesehen finde ich den Film auf höchsten Niveau. Desweiteren fallen die Details auf. Es würde mich nicht wundern wenn sogar die Glasscherben auf der Straße genau nach Fotos platziert worden sind. Die Dramaturgie ist für einen Spielfilm etwas zäh, also eigentlich weniger vorhanden. Es wirkt mehr wie ein Zusammenschnitt von Kurzfilmen die verschiedene Ereignisse beleuchten und somit die wichtigsten Etappen der RAF Bildung und Durchführung wiedergeben. Hier ist dann die Frage an den Zuschauer was man haben möchte: möchte man einen Spielfilm der durch einen Spannungsbogen zusammengehalten wird und seine Geschichte möglichst rund erzählt dann ist man beim B-M-K an der falschen Adresse. Ist man jedoch an der Geschichte der RAF intressiert und möchte die wichtigsten Stationen gut nachgespielt sehen dann ist man hier richtig. Theoretisch könnte man die Szenen des Films auch auseinanderzerren, dazwischen einen Sprecher aus dem Off setzen, garniert mit Interviews u. ä. und daraus dann eine sehr lange Doku machen. Manch einer sagt dass der Film zwar optisch genau ist, ihm dafür aber die Seele fehlt. Nun, die meisten historischen angehauchten Filme verstehen sich ja nichtsdestotrotz (und bei allem möglichen Anspruch) immer noch als Unterhaltungsfilme. Hier (und bei einigen anderen) ist jedoch das Thema an sich die ''Unterhaltung''. Die drei Köpfe der RAF sind der Dreh- und Angelpunkt des Films. Oft wird nicht Gewertet oder Stellung bezogen sondern einfach nur gezeigt wie es sich aller wahrscheinlichkeit nach wirklich zugetragen hat. Damit spricht der Film wohl diejenigen an die mit den Ereignissen vertraut sind und sich ihre Meinung schon gebildet haben. Einem anderen kann es durchaus so vorkommen als wenn der Film die RAF Taten rechtfertigt da auf vielen Parollen von Meinhof oder Enslin nicht gleich ein energischer Gegenschnitt zu jemand andrem gezeigt wird. Ob es Sinn macht einen so kleinen Publikumskreis mit einer so teuren Produktion anzusprechen ist natürlich eine andere Frage. Mir persönlich hat der Film sehr gefallen, er kann aber nicht für sich alleine stehen. Ähnlich wie zum Beispiel ''Deutschland im Herbst''. Man muss sich wohl das ''Gesamtpaket'' geben und sich allgemein für das Thema intressieren und informieren. Als solche Ergänzung funktioniert der Film wunderbar. Leider dürften die wenigsten außerhalb des Schulunterrichts zu so einer Aufarbeitung bereit sein aber naja... ist halt so.
Als Abschluß will ich noch anmerken dass sich die Ereignisse lange vor meiner Geburt zutrugen und ich mich einfach nur aus historischen Interesse mit dem Thema befasst habe (quasi als Hobby). Da ich nun auch nicht alles wissen kann könnte es sein dass ich irgendwas wichtiges vergessen/ übersehen habe.
Dafür dass es in Deutschland keine drei glaubwürdigen Schauspieler gibt, und dafür, dass es Edel und Eichinger schaffen, sogar den Schweizer Bruno Ganz noch aussehen zu lassen wie den Opa vom Provinztheater, ist das dann doch noch ein ganz guter Film geworden...
Der Baader Meinhof Komplex - Kritik
DE/FR 2008 Laufzeit 150 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 25.09.2008
Kritiken (20) — Film: Der Baader Meinhof Komplex
Fricki76: Asianfilmweb.de
Kommentar löschenEichingers Produktion ist ein Unterhaltungsfilm und keine Dokumentation. Ob das bei dem Thema legitim ist, ist eine Frage, die nicht direkt mit der Qualität des Films in Zusammenhang zu bringen ist. Sicherlich hat der Film seine Längen, die "Nebencharaktere" sind kaum erklärt und dadurch schwer einzuordnen. Auch die Einordnung "zwischen" Unterhaltung und "Anspruch" ist sicherlich problematisch und formal sehr mit Spielbergs "München" zu vergleichen. Nichts desto trotz gibt der Film einen Einblick in die jüngere Geschichte unseres Landes, auch wenn es sicherlich kein authentischer Geschichtsfilm ist. Über die "Actionorientierung" wurde vieles gesagt, man kann leidlich darüber streiten. Unterhaltsam ist der Film dennoch, er ist handwerklich gut gemacht und die hochkarätige Besetzung macht einen guten Job.
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Ulrich Behrens
Kommentar löschenGegenaufklärung
Ich ärgere mich über einen Film, der alles mögliche vorgibt zu sein ... und dabei genau das Gegenteil (ich unterstelle: bewusst!) bewirkt. Über die RAF und vieles, was zum Thema gehört, mehr scheint nach dem Konsum von "Der Baader Meinhof Komplex" alles gesagt. Das Volk weiß jetzt Bescheid. Punkt. Der Film ist das, was man einen Blockbuster nennt. Das macht ihn noch nicht schlecht. Es gibt gute und aufklärende Blockbuster, z.B. "Terminator" und "Terminator 2" von James Cameron. Was den von Eichinger produzierten und geschriebenen Streifen zu einem Gegenaufklärungsprojekt macht, ist etwas anderes. Er verklärt und übertüncht einen Zeitraum von 1967 bis 1977, weil er alle bisherigen aufklärerischen Projekte zu dieser Zeit und zur RAF nicht nur hinter sich lässt, sondern gleichsam – u.a. auch durch die Art und Weise, die Methode der Dramaturgie – mit einem Schleier des Vergessens belegt.
Man stelle sich vor: Es…
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alanger 2010/02/13 11:29:25
Antwort löschenseh ich anders, aber toll geschrieben.
christoph-ax 2010/06/12 12:05:43
Antwort löschenja, aber kann man wirklich im Film übersehen, dass Horst Herold, als Willi Brand "mehr Demokratie wagen" wollte, noch gar nicht im Amt war??? Das war 1969 und da war der Vorgänger und Alt-Nazi Paul Dickopf noch im Amt. Diesen Namen meidet man wie die Pest, denn es war der Freund des Schweizer "Bankier des Schreckens", der Nazi-Größen wie Eichmann und Barbie verteitigen ließ, 1972 bei der Entführung der Lufthansamaschine "Baden Würtemberg" den Erpresserbrief überbrachte mit dem 15 MioDM gefordert und schließlich gezahlt wurden(siehe: http://www.dailymotion.com/video/x4pr5p_l-extremiste-francois-genoud-de-hit) , der später dann den Terroristen Carlos finanzierte und sich schließlich 1996 im Kreise "Alter Kammeraden" das Leben nahm ...
Fakte, Fakten! Erkenntnis?
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modo 2010/10/17 13:08:02
Antwort löschenseh, ich genau so und gut geschrieben!
Puebleau 2011/09/19 21:44:31
Antwort löschenDer Film wird mit Terminator 1 + 2 und die RAF mit dem deutschen Nationalsozialismus verglichen. Ich denke daran kann man die Ahnungslosigkeit des Kommentators am besten erkennen.
Hitmanski: Reihe Sieben / MehrFilm / I...
Kommentar löschen"Vereichingerung der Geschichte", "Der Langfilm-Guido-Knopp schlägt wieder zu" -
ähnliche Schlagzeilen gab es bereits weit vor Erscheinen der filmischen Adaption von Austs Standardwerk zur RAF und so entwickelte sich der "Baader-Meinhof-Komplex" zu einem Faszinosum, einem Politikum, welches noch höhere Wellen schlug, als Eichingers "Untergang".
Die Verfilmung von historischen Stoffen, insbesondere solchen der jüngeren Vergangenheit ist ein heißes Eisen, dies dürfte Eichinger und sein jeweiliger Regisseur schon bei den letzten Tagen im Führer-Bunker gemerkt haben; "B-M-K" erweitert die Angriffsfläche noch einmal deutlich. Ein nicht geringer Teil der Zuschauer dürften mehr oder weniger passiv in Kontakt mit der RAF und den dazugehörigen Strippenzieher gekommen sein, somit liegt es nahe, dass die persönliche Wahrnehmung der damaligen Lage nicht unbedingt kongruent zur filmischen Darstellung ist. Der Faktor, dass…
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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde
Kommentar löschenEin Film der viel zeigt, aber wenig erklärt. Im Eiertanz beiden Seiten gerecht zu werden, die Terroristen nicht zu glorifizieren und die Reaktionen des Staates nicht zu verharmlosen, verliert sich der Film in einer gewissen Beliebigkeit, die auf die volle Laufzeit irgendwann in Langeweile resultiert. Letztlich ist der Film einfach zu feige um spannend zu sein, erklärt weder die Wege in den Terrorismus wirklich, noch macht er die inneren Entwicklungen der RAF deutlich. Stolz wie Oscar gehen Edel und Eichinger mit ihren akribisch und aufwendig nachgestellten Szenen hausieren und haben doch nicht mehr anzubieten, als die bekannten Bilder, hinter denen gehetzte Leere lauert. Es ist ein haltungsloser Film, ein Film gewordenes sowohl-als-auch, der sich immer dann wenn es spannend würde in die sichere Distanz flüchtet und seine A-Besetzung brav revolutionäre Sätze aufsagen lässt - die zwischendrin immer mal wieder nach Laienspielgruppe klingen. Das mag alles verbrieft sein, bleibt aber bis zuletzt Oberfläche und taugt weder als Unterhaltungsfilm noch zur ernsthaften Auseinandersetzung. Baader Meinhof ist filmgewordenes MEH!
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FunkyDave 2009/11/28 00:02:09
Antwort löschenEs geht ja auch darum aufzuzeigen, was passiert ist, und das Geschehene nochmal zu verarbeiten. Eine starke Meinung zu vertreten zu so einem brisanten Thema ist ziemlich schwierig, weil kaum jemand von sich behaupten kann die Terroristen zu verstehen.
Anreas Baader wurde ziemlich gut dargestellt und ich al Zuschauer konnte genau seine Motivation nachvollziehen: Rumstänkern und Chaos. Baader hatte nie ein wirkliches Ziel sondern wollte immer nur: Ich bin Dagegen! was man insbesondere am Ende gesehen hat. In diesem Punkt hat der Film auf jeden Fall die verschiedenen Motivation der wichtigsten Personen gründlich illustriert.
Kramsi 2009/12/03 20:30:22
Antwort löschenIch finde zu Beginn hat der Film durchaus die Motivation und Beweggründe gut aufzeichnen können. Die Szenen während der Schahdemo, der Tod Ohnesorgs und die Sorge, eventuell wieder nichts zu tun wenn sich die herrschende Macht mit Macht behauptet und radikalisiert.
thisworld 2009/12/11 09:59:27
Antwort löschendie terroristen kommen alle samt als schießwütige ego-macker rüber.
was is daran gelungen dargestellt?
eichinger/edel ne autobombe für dieses verbrechen.
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thisworld 2009/12/11 10:01:26
Antwort löschenRumstänkern und Chaos. Baader hatte nie ein wirkliches Ziel sondern wollte immer nur: Ich bin Dagegen!
<-- wenn man natürlich den herrn aust (auf dessen unsäglichem buch der film ja basieren soll) als weisheit letzter schluss nimmt, mag das stimmen.
Luce_1st 2010/02/17 22:25:17
Antwort löschenHervorragende Analyse...Endlich hat mal jmd. in Worte gefasst was ich, nie ausdrücken konnte.
fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch
Kommentar löschenHandwerklich ist die Umsetzung solide, professionell. Einige Schnitte sind jedoch einfach scheusslich. Möglicherweise hat Regisseur Uli Edel aber sogar beabsichtigt, dass diese brutalen Szenen nicht ganz nach den üblichen Normen des Kinos formiert werden, sondern durch unbequeme Inszenierung aufrütteln. So lässt sich auch die schnörkellose Kameraarbeit erklären. Laut Aussage im Presseheft bestand das Regiekonzept von Edel in der Vermeidung der Regeln des Genrekinos, also «auch keine gezirkelten Kamerafahrten oder ausgefallene Kamerapositionen.» Wurde auf der Bildebene weitgehend auf die Steuerung der Emotionen verzichtet – sofern davon ausgegangen wird, dass die Brutalität nicht abschreckt –, so sind inhaltlich und auch auf der Tonebene zahlreiche Lenkungsversuche zu erkennen.
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Kim Newman: Empire Kim Newman: Empire
Kommentar löschenFaszinierende Geschichte, sehr guter Film - aber herausfordernd; der Mangel an einfachen Antworten wird einige frustrieren. Lektionen über den Terrorismus im 21. Jahrhundert sind impliziert, aber nicht allzu sehr betont.
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Mr.Vengeance: Lost In Imagination
Kommentar löschenWeder Fisch noch Fleisch. Zu reißerisch inszeniert, entzieht sich der BADER-MAINHOF-KOMPLEX immer wieder jeder Verantwortung, schiebt fadenscheinige Erklärungen vor, durchleuchtet die Charaktere nur selten. Eine krude Aneinanderreihung von Momenten ohne Herz und Seele. Teilweise schauspielerisch überragend, teilweise auf dem Niveau einer Leienschauspielgruppe. Und was mache ich jetzt damit?
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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...
Kommentar löschenRespektabler Film dank authentischer Darstellung der Ereignisse (im Vergleich mit dem ungleich schwächeren "Baader"), großartiger schauspielerischer Leistungen (allen voran Martina Gedeck und Johanna Wokalek verwandeln sich ihren historischen Figuren glaubwürdig an) und der Tatsache, dass hier versucht wird, allen Seiten gerecht zu werden. Eine "Hexenverbrennung" von Meinhof und Ensslin findet hier zum Glück nicht statt.
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Enk: Mental Savage Enk: Mental Savage
Kommentar löschenDer Film schafft eine feine Gratwanderung zwischen Mythos und Heldenverehrung auf der einen Seite und unverklärter Sicht auf das brutale Morden auf der anderen Seite. Gerade die Figur des Andreas Baader wird hier anfangs nochmal zur Ikone der Rebellion stilisiert, von der eine nicht zu leugnende Faszination ausgeht.
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Hausmeister: Nerdtalk.de
Kommentar löschen[...] Fazit: „Der Baader-Meinhof-Komplex“ ist eine augenscheinlich evidenzbasierte Umsetzung des Themas RAF, die nicht zum Unterhaltungsfilm verkommt, allerdings auch mit der Aufzählung aller Fakten spart. Für eine erste Annäherung an das Thema durchaus angemessen und eine gute Möglichkeit sich dem Thema zu nähern. Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg solide bis herausragend und machen den Film äußerst sehenswert.
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Zauberer47j 2009/11/22 23:22:28
Antwort löschenFast ganz Deiner Meinung
Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...
Kommentar löschen[..]„Der Baader-Meinhof Komplex“ hätte ohne Zweifel großes Potential gehabt, doch hatten die Macher augenscheinlich nicht den Mut dies auch auszuschöpfen. Wo Tiefe erforderlich gewesen wäre, bietet der Film nur (gutgemachte) Bilder und simple Trivialität. Wo Bedächtigkeit erforderlich gewesen wäre, schlägt der Film ein scharfes Tempo ein. Wo eine Positionierung von Nöten gewesen wäre, bleibt der Film ohne Haltung. Eichinger und Aust berufen sich immer wieder auf die kompromisslose Darstellung der Morde der RAF, doch ist dies nicht ausreichend für einen Film, der sich der RAF annehmen will. Menschen definieren sich durch Taten, das mag richtig sein, doch das Zeigen der Taten bleibt ohne Deutung inhaltslos.[...]
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Zauberer47j 2009/11/22 23:21:24
Antwort löschenDann wäre dieser Film nie ins deutsche TV gekommen
Der Cinephile: Der Cineasten-Blog Der Cinephile: Der Cineasten-Blog
Kommentar löschen[...]Dem Film sieht man an, dass weder Kosten noch Mühen gescheut wurden, um dieses grausame Kapitel westdeutscher Vergangenheit wieder auferstehen zu lassen. Kein Wunder, schließlich beweist Bernd Eichinger mit seinen Filmen gern einmal, dass man in Deutschland auch durchaus klotzen statt kleckern kann. Anhand der optischen Brillanz des Films, für die man auch Uli Edel überraschend Beifall zollen muss, drängt sich natürlich die Furcht auf, der komplexe Inhalt bleibe auf der Strecke. Tatsächlich aber werden die geschichtlichen Ereignisse realistisch auf die Bühne gebracht und es wird sich nicht gescheut, die Mörder der RAF als Menschen darzustellen. Im Falle von Andreas Baader, brillant gespielt von Moritz Bleibtreu, kann man sogar sehr gut die Anziehungskraft des Demagogen nachvollziehen. Natürlich stehe trotzdem das schockierende Porträt von Menschen im Vordergrund, die im ideologischen Wahn über Leichen gehen. Auf der anderen Seite hält sich der Film auch nicht mit Kritik gegen die damalige Politik der BRD zurück, die der RAF erst den Nährboden für ihre Entwicklung gab.[...]
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Zauberer47j 2009/11/22 23:20:20
Antwort löschenHmmm
Patrick Wurster: www.indiskretion-ehrensache...
Kommentar löschenEs muss nicht immer Hitler sein, wenn sich das Kino deutscher Geschichte besinnt. Schon 1985 schrieb Ex-"Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust am Drehbuch der Gerichtsprozesse von "Stammheim"; jetzt hat er sich mit der Adaption seines Standardwerks in Sachen RAF zusammen mit Produzent Bernd Eichinger und Regisseur Uli Edel an den ganzheitlichen Ansatz gewagt.
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Zauberer47j 2009/11/22 23:19:11
Antwort löschenSorry falsch geklickt, so ein Schwachinn
Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
Kommentar löschenJedenfalls ist der Film professionell gemacht, klar. Aber das ist wohl auch das Mindeste, was man von der mit über 20 Millionen Euro teuersten Produktion der deutschen Filmgeschichte erwarten darf. Er ist gut inszeniert. Hier, nicht im Drehbuchschreiben, liegt seit jeher die eigentliche Kunst Eichingers, der seine unter ihm agierenden Regisseure im Schneideraum keinen selbstständigen Schritt tun läßt, daher der eigentliche Autor dieses Films ist: Schnell, in rasanten Schnitten und ultrakurzen Szenenfetzen, wird die Geschichte von 1967 bis zum deutschen Herbst 1977 als bewegter Fotoroman und Collage erzählt.
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Zauberer47j 2009/11/22 23:17:32
Antwort löschenJa genau
Kaltduscher: MoviezKult.de
Kommentar löschenJa, ich bin ein freier Mensch. Trotzdem habe ich mir den Baader Meinhof Komplex angeschaut. Entgegen der Meinung fast aller Blogger-Kollegen halte ich nämlich Bernd Eichingers Arbeiten, vor allem die, die die deutsche Geschichte reflektieren, für großartig und wichtig. Schon bei Der Untergang (2004) gab es deutschlandweite Diskussionen, wie weit Eichinger mit seinen Produktionen gehen darf. Darf er einen gebrochenen Hitler zeigen? Darf man sehen, wie Magda Goebbels ihre Kinder tötet? Wird die Zeit nicht beschönigt, da vom Holocaust nichts erwähnt wird? Diese Kritikpunkte zeigen aber nur, dass Deutschland 60 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg seine Geschichte immer noch nicht verarbeitet hat. Wir Deutschen haben ein Problem mit unserer Geschichte, auch wenn die Taten von damals mit unserer Generation überhaupt nichts mehr zu tun haben. Dieses “Täterdenken” blockiert eine objektive Aufarbeitung der Historie. Auch bei Eichingers neustem Film, dem Baader Meinhof Komplex, der die Jahre 1967 bis 1977 der linksradikalen Terrororganisation RAF beleuchtet, wurde wieder Kritik laut. Er zeige zu wenig von den Opfern, stilisiere die Täter dadurch gar als Helden, mache sich über den Staat lustig und liefere unterm Strich ein Werk ab, das zeigt, dass er und Regisseur Uli Edel in Studentenjahren mit der RAF sympathisiert haben. Leider gibt es dabei Leute, die so blauäugig sind und den Behauptungen glauben. Dumm gelaufen, sage ich nur, denn der Baader Meinhof Komplex stilisiert in keinster Weise die Täter, sondern beschreibt die Entstehung und den Höhepunkt der Roten Armee Fraktion fast dokumentarisch, zeigt die Gräueltaten und räumt auf mit der immer noch existierenden Meinung, Meinhof, Baader & Co. hätten nur das beste für ihr Volk gewollt.
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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenDie Stars als Terroristen: Sie sind oft erschreckend ähnlich. Am Mythos freilich wird durch ein solches Casting alles andere als gekratzt. Die Gegenseite, die Politik, die Richter und das Bundeskriminalamt, bleiben dagegen blass in ihren dunklen Anzügen, bis auf BKA-Chef Horst Herold, der sich auf dem Filmplakat mit auf die "Fahndungsfotos" verirrt und dem Bruno Ganz diffizile Tiefe gibt, dem dabei aber auch mal der alte Hitler rausrutscht.
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Matthias Dell: Der Freitag Matthias Dell: Der Freitag
Kommentar löschenDer Baader-Meinhof-Komplex steht mit seinem Allmachtsanspruch auf die Geschichte am Beginn einer Trivialisierung. Dass die nicht ausbleiben würde, stand zu erwarten; sie wäre nur leichter zu ertragen, wenn der Film aus PR-Gründen nicht mehr von sich behaupten würde. Die angeblich unterbelichtete Gewalttätigkeit der RAF wird durch das endlose und laute Geballer jedenfalls nicht plötzlich offenbar.
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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs
Kommentar löschenProduzent Eichinger und Regisseur Edel („Letzte Ausfahrt Brooklyn“) waren Zeitgenossen der RAF und Studienkollegen. Am Anfang steht ihr Film ganz klar auf der Seite der Anti-Schah-Demonstranten, die brutalst zusammengeschlagen werden. Eine Identifikation mit den Attentätern wird aber vermieden. Der Richter in Stammheim ist eine totale Witzfigur. Die Zweifel an der Selbstmord-These kommen überhaupt nicht vor. „Der Baader Meinhof Komplex“ ist kein Film, der verstört, Fragen aufwirft oder provokante Stellungnahmen macht. Aber eine solide Grundlage für weitere Diskussionen. Man kann sich freuen, dass sich ein richtig guter und packender Film eines nah-historischen Themas annimmt.
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Zetbo: Freier Journalist Zetbo: Freier Journalist
Kommentar löschenDer Terror der RAF im Schnelldurchlauf. Uli Edel hakt die Attentate und Überfälle der Jahre 1967 bis 1977 in solider Chronistenpflicht ab. Das Staraufgebot ist darüber hinaus gigantisch. Doch ein wenig mehr Verdichtung hätte dem Werk sehr gut getan. Weder über die Täter noch über die Opfer erfährt der Zuschauer Emotionen oder Motive. Zudem reißen einen einige Einstellung massiv aus dem Zeitgeschehen raus. Wenn Rudi Dutschke im Hörsaal eine Rede hält, sehen die Studenten aus wie heutige Twens. Und wenn sich die Terroristen in ihrem Ausbildungscamp im Nahen Osten in der Sonne bräunen, blitzen plötzlich topmodische Tätowierungen auf. Auf diese Weise weckt der Film keinerelei Interesse, sich näher mit der Zeit des Deutschen Herbstes auseinander zu setzen. Schade.
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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenIm Grunde wohnen zwei Seelen in des "B-M-K" Brust. Aus der einen spricht die Stimme der Überlegung, dass sich sieben Jahre nach 9/11 jedes Flirten mit Terrorismus verbietet. Aus der anderen spricht der Instinkt des Kinos, das viel mehr attraktive Desperados als überzeugende Vernunftsmenschen hervorgebracht hat. Indem er beiden Seelen Freiraum lässt, ist der Film ehrlicher als die meisten polarisierten Debatten, und deshalb vielleicht auch haltbarer, obwohl filmisch allenfalls guter Durchschnitt.
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Kommentare (111) — Film: Der Baader Meinhof Komplex
Kommentar schreibenfiji 2012/02/07 13:09:58
Kommentar löschen"Es missfällt mir, dass man Filme darüber dreht und sich vertieft in die Analyse der seelischen Befindlichkeit der Mörder, und über die seelische Befindlichkeit und das Schicksal der Opfer und ihrer Familien wird kein Wort verloren." Ich muss sagen, ich gehe da mit Helmut Schmidt. Denn genau dieser Schatten zieht sich von der ersten bis zur letzten Minute über diesen Film.
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blablabla2011 2012/01/28 14:53:32
Kommentar löschenser unterhaltsam
und Bruno Ganz ist ne cule sau !!!
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Andy Dufresne 2011/10/26 22:02:41
Kommentar löschen"Ihr habt die Leute nie gekannt, hört auf sie zu etwas zu machen was sie nie waren!"
Das ist der letzte Satz des Filmes und vielmehr gibt eigentlich es auch nicht zu berichten über dieses (für deutsche Verhältnisse) extrem aufwändig produzierte,mit (fast) allem und allen was hierzulande von Rang und Namen ist, versehene Werk.
Zu vollgepackt,zu spekulativ, zu reißerisch und auf cool und rebellisch getrimmt.
Trotzdem hat der Film mich zum Teil gepackt und er hat mit Bruno Ganz in der Schlüsselrolle (für mich ist seine Rolle dies) einen Großschauspieler Deluxe.
Bei einem solchen (hochkomplexen,bis heute nicht komplett geklärtem,gelöstem) Thema allerdings, reicht es nicht aus sich 2 Stunden Spielzeit zu nehmen und darin Geschehnisse abhandeln zu wollen die Jahrzehnte umspannten und eben noch umspannen und sich die "coolen" ,reißerischen,spannenden,rebellischen und krassen Momente rauszupicken und ein Bild zu zeichnen das der Komplexität der Wichtigkeit und der Bedeutung des Geschehenen einfach nicht gerecht wird.
Für mich hätte man den Film einfach nicht machen müssen (ich meine nicht sollen,nur müssen),er bringt Menschen die sich nur diesen Film anschauen und mit den tatsächlich stattgefundenen Geschehnissen nicht befassen,darüber nichts wissen, ein Bild rüber das zu einfach ist, vor allem wie und warum die Dinge zusammenhingen (und noch hängen).
Es reicht einfach nicht sich ein Bild über die Bild (Zeitung) zu machen oder sich sein geschichtliches und tagesaktuelles Wissen bei Galileo oder den RTL 2 Nachrichten zu holen: Und genauso ist der Film: Er lügt,wie auch eben genannte Medien, vielleicht nicht, aber er ist tendenziell,nicht tiefgehend und vor allem nicht komplett.
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doctorgonzo 2011/10/21 17:00:33
Kommentar löschen"Zwischen Spinne und Fliege kann es keinen Kompromiss geben."
jamaikanisches Sprichwort
Man möchte manchmal meinen, ähnliches gelte auch für reale historische Ereignisse und Kinofilme. Entweder erreicht man das blockbustergeschädigte Publikum und verwässert die Geschichte, oder man scheitert an den eigenen Ansprüchen, künstlerisch wie finanziell.
Mit einem Dokudrama Kinoumsätze zu generieren ist, anders als bei einem Biopic, eine schwierige Angelegenheit. Denn dokumentieren kann man nur das, was da ist. Die Realität. Doch die Realität ist eine komplexe Mistsau. Sie weigert sich, nach Mustern zu funktionieren, sie fordert Verstand, Verständnis und Wachheit. Und eben das alles möchte nicht jeder mit in einen Kinosaal tragen.
Kunst kann Realität zwar recht genau imitieren, aber um bei Kunst bleiben zu können, muss man dem Kommerz Rechnung tragen.
Und so versucht sich das Duo Eichinger/Edel an etwas, das eigentlich gar nicht funktionieren kann, weil es weder die mit geschichtlichem Wissen gesegneten Konsumenten noch das halb- bis uninformierte Allerweltspublikum zu befriedigen in der Lage ist.
Allerdings hat man mit diesem Thema, einem neben der friedlichen Revolution 1989 und der Guillaume Affäre wohl packendsten Stücke deutscher Nachkriegsgeschichte, auch einen fliegenden Start. So ehrlich darf man gerne sein.
Ich kann dem Werk mehr als nur den Mut eines solchen Versuches anrechnen. Denn trotz einiger Schwächen schafft "Der Baader Meinhof Komplex" einen Brückenschlag zwischen zwei unvereinbar scheinenden Genres in beinahe überraschender Manier.
Das liegt nicht zuletzt an Stefan Austs gleichnamiger Buchvorlage. Aust, der selbst direkt mit dem Tun der Gruppe in Berührung kam, als er an der "Befreiung" von Meinhofs Kindern aus dem sizilianischen Exil mitwirkte (zurück zum Vater, von dem sich Meinhof mit Beginn ihrer Arbeit für die Gruppe endgültig getrennt hatte), dekonstriuert das Phänomen RAF auf fachlich kompetente und spannende Weise.
Diese historische Authentizität übernimmt der Film fast vollkommen. Nichts bleibt dem Zufall überlassen: Kennzeichen, Waffen, Ortsangaben...alles wird mit einer Genauigkeit nachgearbeit, die, themenunabhängig, so manche Doku erstaunlich schwach dastehen läßt.
Im Gegenzug spielen Eichinger und Edel in jeder Sequenz, die nicht belegt ist, das volle Blockbusterprogramm aus: Action und Brüste. Ob das Training etwas zu martialisch aufgezogen wird, oder es unbedingt nötig ist, dass sich die Terroristengruppe nackt auf einem Kasernendach im Fatahcamp sonnt, sei mal dahingestellt. Es schadet jedenfalls nicht, will man auf der Leinwand etwas bieten.
Deutlich Potential verschenkt man dafür bei der mitunter sehr indifferenten Charakterzeichnung der "Protagonisten", diese bleibt fast ausschließlich an den Darstellern hängen. Auch wenn hier angeführt werden kann, dass der "Komplex" aufgrund der zahlreichen Charaktere schon komplex genug sei. In der Masse der Figuren liegt ein gern angeführter Kritikpunkt an diesem Film, aber für mich macht eben gerade einen Teil des Reizes aus. Es wird gern vergessen, dass die RAF aus mehr als einer Handvoll Krawallmachern bestand. Das kann hier nicht geschehen. Das Kollektiv wird farbenfroh und anschaulich präsentiert.
Selbst von der Geschichte oft unterschlagene Figuren bekommen hier ihre Screentime, egal ob Mahler (dessen Werdegang besonders interessant ist), Homann, Proll, Schelm, Grashoff, oder Müller.
Dass bei einer solchen Vielzahl an Tätern kaum mehr Zeit für Verfolger und Opfer besteht, ist so bedauerlich wie logisch. Ein klassischer "Täterfilm", der die Wertung der Taten jedoch den Köpfen der Zuschauer überlässt. Revoluzzer, Freiheitskämpfer, wahrer Visionär, verblendeter Weltverbesser, Strolch mit Maschinenpistole, oder gewissenloser Mörder, das muss man schon selbst entscheiden.
So gut es geht verkneift man sich Sympathie und erhobenen Zeigefinger.
Und deshalb funktioniert der Film wohl auch als Anreiz zur Beschäftigung mit diesem Thema. Vielleicht jetzt besonders, wo im Sinne des Kampfes gegen den internationalen Terrorismus Parolen wie Rasterfahndung und Polizeistaat mal wieder oder Begriffe wie "Bundestrojaner" ganz neu laut werden.
Eine umfassende Beleuchtung kann man hier nicht erwarten, eher das Spotlight, das Leuchtfeuer, von dem aus man starten könnte.
Wie eine Userin (ihr Name bleibt aus Datenschutzgründen ungenannt) im Zuge der `Top7 der schwergewichtigen Philosophiekracher´ im Bezug auf "Matrix" schrieb: "Wenn es nur ein paar Prozent der Leute anregt, die vorher nie darüber nachdachten, ist es schon Gold wert.", so kann man es durchaus auch hier sehen.
Dass einem der Einstieg in die Thematik versüßt wird, liegt nicht nur am fetzig-dynamischen Schnitt oder dem gelungenen Score, oder der gut zubereiteten Action, sondern vor allem am umfassend gut besetzten wie stark aufspielenden Cast.
Martina Gedeck ist als Ulrike Meinhof umwerfend. Mit einer Mischung aus Determination, Unsicherheit, Überzeugung und Zurückhaltung glänzt sie in der Rolle der Theoretikerin der Gruppe. Quasi als "Schriften-Goebbels" der Organisation war Meinhof nie so sehr Führungsperson wie der Name der Gruppe erscheinen mag und eben das bringt Gedeck auf den Punkt rüber. Vollkommen überzeugt, was das Gedankengut anging, aber zögerlicher, wenn es um die eigentliche Aktion ging.
Johanna Wokalek spielt Gudrun Ensslin, die eigentliche Frau Nr.1 der RAF, vielleicht einen Hauch zu lasziv, aber nicht minder fesselnd. Wie auch Michael Gwisdek ihren Vater sehr überzeugend präsentiert.
Andreas Baader, der Popstar der deutschen Weltverbesserer wird eindrucksvoll von Moritz Bleibtreu wieder zum Leben erweckt. Charismatisch, zielgerichtet, aber auch jähzornig und egozentrisch.
In den Reihen der Terroristen stechen darüberhinaus Katharina Wackernagel als Astrid Proll, Susanne Bormann als Peggy Schoenau, Jan Josef Liefers als zweifelnder Peter Homann, Vinzenz Kiefer als Peter Jürgen Boock und Alexandra Maria Lara als Petra Schelm besonders hervor.
Abseits der Gruppe überzeugt Bruno Ganz als BKA Chef, auch wenn er ganz anders wirkt als der echte Horst Herold. Außerdem brilliert Tom Schilling als Dutschke Attentäter Josef Bachmann.
Die Opfer bekommen samt und sonders nur sehr kurze Momente auf der Leinwand, so dass deren Darsteller sich nur unzureichend in Szene setzen können, auch wenn ein Könner wie Hans Peter Hallwachs durch seine bloße Präsenz schon Eindruck macht.
Wenn ich mir also insgesamt genauer betrachte, wer hier alles auftritt und vor allem wie, dann möchte ich mein eigenes Gemecker über den Mangel markanter deutscher Schauspielkunst selbst kaum glauben.
Leider ist es eben nicht immer so darstellerisch eindrucksvoll wie hier, wenn deutsche Filme dann tatsächlich im Kinoformat mal mehr wollen, als eine seichte (romantisch) Komödie zu erzählen, was ja an sich schon selten genug ist.
Trotz so mancher Schwäche ist "Der Baader Meinhoff Komplex" sehr sehenswertes deutsches Kino, das eines der schwärzesten wie interessantesten Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte eben auch für jene ein Stück weit anschaulich macht, die weniger Interesse oder Kenntnis bezüglich des Phänomens RAF mit Aufstieg und Niedergang besitzen.
Ist die Neugier erst einmal geweckt, bieten Dokudramen und reine Dokus zu diesem Thema genug Tiefgang an, dass in der Endabrechnung nur mehr wenig unbeleuchtet bleiben muss.
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alexandrasmovie 2011/10/15 17:49:18
Kommentar löschenGeschichte muss nicht langweilig sein und im Falle der RAF ist sie es auch bestimmt nicht.
Der Film beginnt sehr stark damit,dass während des Schah-Besuchs Demonstranten sowohl von den Persern als auch von der Polizei attakiert werden.
Die Härte der Polististen und die Macht des sogenannten Polzeistaates werden dabei sehr deutlich. Auch der darauffolgende Mord an Benno Ohnesorg durch einen Polizisten lässt die wachsende Wut auf den Staat nachvollziehen. Man wird am Anfang förmlich in den Film gesogen und fühlt sich wie ein Teil von ihm.
Die Entwicklung von Ulrike Meinhoff, die von einer bügerlichen Journalisten immer weiter in die radikale Szene der RAF gerät ist dabei sehr gut und glaubhaft verfilmt worden. Sie gehört meiner Meinung nach neben Andreas Baader auch zu den interessantesten und vielschichtigsten Personen des Filmes.
Nach dem wirklich fantastischem Start des Film wird leider versucht etwas zu viel historisches Material in den Film einfließen zu lassen. Vor allem wenn man sich noch nicht großartig mit der Geschichte der RAF beschäftigt hat, sind es einfach zu viele Daten und Fakten auf einmal. Zudem geraten dabei die Motive der RAF und die einzelnen Schicksale zu sehr in den Hintergrund.
Stark wird der Film wieder, als sich der Kern der RAF im Gefängnis befindet, da dort wieder mehr auf die einzelnen Charaktere eingegangen wird . Die Veränderung Meinhofs, die sich von den anderen distanziert oder auch Baader der immer agressiver wird sind schauspielerischer eindrucksvoll dargestellt und auch die Auswegslosigkeit, durch die Gefangennahme wird sehr deutlich.
Insgesamt ist der Film trotz des mittelmäßigen Mittelteils eine gelungenen Verfilmungen, besonders zugute halten muss man dem Film , dass er keine Scharz/weiß Malerei betreibt und nicht bewertet. Dem Zuschauer ist es selbst überlassen sich ein Urteil zu bilden, was bei vielen historischen Filmen leider nicht der Fall ist.
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cruzha 2011/09/30 11:10:54
Kommentar löschenDer Baader-Meinhof-Komplex ist der mitunter verzweifelte Versuch, die komplette Geschichte des 70er-Jahre-Terrorismus in Deutschland in einen Film zu pressen. Von Namen und Reputation her fährt Eichinger die Creme de la Creme der deutschen Schauspielerei auf. Leider inszeniert sein Regisseur Uli Edel das Mammutprojekt mit zu vielen Längen, und ob das alles historisch so korrekt ist, sei mal dahingestellt. Unterm Strich bleibt ein trotz aller Kritik sehenswerter Ritt durch zehn Jahre bundesrepublikanischer Geschichte, der allerdings nur die Historie erzählen will und sich Wertung, Interpretation und Analyse komplett selbst verbietet.
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doctorgonzo 2011/09/30 11:31:51
Antwort löschenWobei das (aus Deinem letzten Satz) ja vielleicht gerade die entscheidende Stärke ist.
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cruzha 2011/09/30 13:11:28
Antwort löschenJa, vielleicht. Aber gerade, dass DBMK nur die Geschichte wiedergibt und sich jeder weiterführenden Auseinandersetzung entzieht, wird dem Film (auch hier) mitunter als Fehler vorgeworfen. Ganz abgesehen von der deutsche-Filme-sind-doof-Pauschalkeule.
doctorgonzo 2011/09/30 13:16:20
Antwort löschenDie weiterführende Auseinandersetzung könnte ja im eigenen Bewußtsein stattfinden, deshalb waren ja viele womöglich aus Überforderung enttäuscht. Das mit der Pauschalkeule stimmt leider. Aber auch an deren Berechtigung hat man lange gearbeitet.
horstkevin 2011/09/12 22:17:05
Kommentar löschenIch gebe zu, ich weiß nicht viel über die RAF, ihre damaligen Methoden und Vorhaben. Deshalb wollte ich mehr über Geschehnisse vergangener Tage wissen und hatte diesen Film noch im Hinterkopf. Mein Bauchgefühl und letztlich, die gelesenen Kommentare anderer Boardmitglieder weckten bei mir den Eindruck, das hier historisch gesehen nicht alles korrekt dargestellt wurde. Vor allem viel zu wenig.
Selbst wenn man davon ausgeht das soweit alles korrekt wäre, die Schauspielerischen Leistungen halten sich alle in einem sehr engen Rahmen. Einzig allein Bleibtreu (er nervt mich nur noch) kann man seine Rolle einigermaßen abnehmen. Dieser Film hat mal wieder gezeigt warum deutsche Schauspieler auch wirklich nur Erfolg in Deutschland haben.
Ich hätte mir im Endeffekt viel lieber eine reine Dokumentation und nicht diesen aufgebauschten Actionbrei angesehen, welcher einen ins Grübeln kommen lässt ob dieser Film seinen Ansprüchen an die Geschichte gerecht wird!?
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Puebleau 2011/09/12 22:31:05
Antwort löschenDas ist eine Romanverfilmung und keine Filmversion von "RAF für Dummies" . Wenn deine negative Bewertung des Films auf deiner (wie du selber geschrieben hast) Vermutung beruht, der Film sei historisch falsch, finde ich es fair, wenn du dir nicht den Kommentar, aber die Bewerung für den Film sparst.
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horstkevin 2011/09/12 23:31:26
Antwort löschenDie Bewertung ist mit der Voraussetzung einer korrekten historischen Darstellung erfolgt. Ausserdem stärkten andere Kommentare meinen Eindruck, und ich zähle auch das Weglassen wichtiger Informationen zu einer geschichtlich nicht korrekten Darstellungsweise.
Und falls dein "RAF für Dummies" auf meine Unwissen anspielt, ich schäme mich nicht dafür. Man kann sich nicht für jeden Dreck, welcher in dieser verkommenen Welt passiert oder viel mehr passierte, interessieren...
Puebleau 2011/09/13 00:22:24
Antwort löschenIch wollte dich nicht beleidigen. Ich dachte nur, da du kein Wissen über die Zusammenhänge hast, kannst du nicht behaupten, sie wären falsch dargestellt und den Film deswegen herabwerten.
BlueSquirrel 2011/09/03 04:13:57
Kommentar löschenNochmal gesehen - noch mehr gesehen! Jede zweite Szene ist lachhaft und grenzt an Hilflosigkeit; peinlich gestellte Situationen verplempern die beachtliche Laufzeit, die sich dieser Film nimmt, um ein Daten- und Bilderarchiv als großes Kino zu tarnen. Zwischen all dem Pro und all dem Kontra erstarrt DBMK zu eiskaltem Rührei und offenbart seine gezwungene, "politische" Neutralität. Und als Moritz B. in einem Interview darauf hinwies, dass man die Tonbandaufzeichnungen von Baader damals besser doch veröffentlicht hätte, weil als Konsequenz die Hälfte der Sympathisanten verloren gegangen wäre - "Soll ich den wirklich so spielen Uli?" - antwortete Edel mit: "Natürlich nicht! Wir wollen doch keine Komödie machen." Seine Alternative war dann anscheinend das hier:...verdammte Fotze nochmal; schnauze Schwuchtel(ine); klappe Alter! Die Stadt-Guerilla operiert im Riss zwischen Staat und Masse...Alter - was ja viel weniger witzig ist. Und selbst wenn es so gewesen wäre, erklärt hier keiner warum es denn so war. Großes Tennis Herr Aust! Das war alles nach all den Jahren? Ich glaube ich habe mehr tiefen Sinn in BRAVEHEART (Murron ist Ohnesorg;) verspürt als in dieser lieblosen Collage. Ich habe jetzt außerdem da so meine eigenen Vorstellungen, was Zeitgeist angeht, aber dieser Film hat sicher nichts dazu beigesteuert, und ich habe damit höchstwahrscheinlich Recht.
PS Die drei Damen haben das gerettet.
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Joe Gillis 2011/09/03 10:24:10
Antwort löschenEin selten dämlicher Film, der das tolle Thema großkotzig verschenkt und mit der Beschreibung »eiskaltes Rührei« treffend charakterisiert ist. (Das Buch von Aust ist übrigens hervorragend und fängt den 60er- und 70er-Jahre-Zeitgeist im Gegensatz zur Verfilmung sehr gut ein.)
BlueSquirrel 2011/09/03 17:43:03
Antwort löschenNa ja, vielleicht probiere ich das Buch dann mal. Ich hatte nur gedacht, dass der Aust, weil er da ständig bei den Promos und am Set umher flitzte, schon in einer Position war diesen Film zu beeinflussen. Aber das mag ja vielleicht auch gar nicht stimmen.
hash 2011/07/16 14:15:24
Kommentar löschenMir kommt der Hintergrund der RAF eindeutig zu kurz. Wer keine ausreichenden Vorkenntnisse hat, kann den Film an vielen Stellen nicht greifen. Gerade bei einem so brisanten Thema hätte man mehr Fingerspitzengefühl beweisen müssen. Die RAF mag vielleicht am Anfang eine coole Bande gewesen sein, die Brandsätze in Kaufhäusern gezündet und trickreich Banken überfallen hat. Doch leider mutierte das Robin-Hood-Prinzip schnell zum Wolf im Schafspelz: Im Untergrund entstand eine große terroristische Bedrohung, die Menschen vorsätzlich getötet hat. Der Mord an Hans-Martin Schleyer war sinnlos, da die Organisation zu diesem Zeitpunkt längst ihren Zenit überschritten hatte. Aber was motze ich: Als angehender Geschichtslehrer kann ich den Film wunderbar im Unterricht benutzen, um den Jugendlichen zu zeigen, wie eine angebliche Popkultur medial inszeniert wird. Mein Hauptproblem mit dem Film ist, dass er die RAF als multikulti supercoole Truppe darstellt. Wenn ein Film provozieren will, kann das ja durchaus ein Stilmittel sein, einzelne Figuren zu überziehen. Da der Film aber ein historischer Abriss sein soll, hätte der Entstehungsgeschichte weitaus mehr Platz eingeräumt werden müssen.
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Olliebollie 2011/04/02 23:17:51
Kommentar löschenEin sehenswerter Film - aber 'ein Film zum Buch'. Wer das Buch nicht gelesen hat, wird das Gefuehl haben, das ein historischer Schnellzug an einem vorueber faehrt. Zeitlicher, politisch-sozialer Hintergrund wird schnell durchgespielt, um die Motivation der vielen Charaktere zu erklaeren. Dann folgen die vielfaeltigen Aktionen. Der historische Anspruch hindert deshalb den Film, sich auf interessante Details der Figuren zu konzentrieren und ein filmischer Schwerpunkt wird nicht wirklich gewaehlt. Alles muss gezeigt werden und alles kommt ein wenig zu kurz. Ansonsten aber sehr professionell und interessant. Sehr gute Action-Dokumentation.
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Mr.Film 2011/03/22 19:29:35
Kommentar löschenIch hab immer gedacht das der Geschichtsunterricht langweilig sein MUSS! Aber dieser Film hat mir gezeigt: Es geht auch anderst. Durch diesen Film wurde der Unterricht wortwörtlich "Sehenswert". Da ich zu der Zeit als es die RAF gab, nicht gelebt habe, kann ich nicht sagen ob es alles so war wie im Film, aber wenn, hat der Film es wirklich sehr gut wiedergegeben. Die Schauspieler wie zB Moritz Bleibtreu haben mich sehr überzeugt, jede Figur wurde gut gespielt. Aber auch allein die Geschichte des Films fasziniert mich, und dann auch noch zu wissen das dass alles wirklich passiert ist, macht den Film noch besser.
Absolut Sehenswert, auch außerhalb des Geschichtsunterrichts ;).
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J-Ross 2011/03/19 09:49:10
Kommentar löschenSo zäh wie der Geschichtsunterricht höchstpersönlich! Der Film hat zu viele Längen. Mit ein bischen Geschichtsunterricht hätte man es belassen können, aber nein. Immer muss man wahren Stoff aus der Vergangenheit in Filmen wieder beleben. Kriegsfilme und Politdramen wie diese zählen zu langweiligsten Filmen überhaupt für mich! Das Drehbuch war total öde und unbewegend. Es passiert fast nichts. Ich weiß auch nicht, was so große Stücke auf die Darsteller gesetzt werden. Mit keiner der Rollen sympathisiert man. Die wirken alle flach. Die unübersichtlichen Schießereien gehen auch auf die Nerven. Total unspektakulär! Wieso wollen die Leute immer nur Realität und wahres Geschehenes sehen, wo bleibt da die Magie des Films und des Kinos? Seit diesem Film wünsche ich mir, von solchen Filmen verschont zu bleiben. Deutschland macht fast nur Schrottfilme. Wo bleiben große Sachen wie "Die unendliche Geschichte"? Deutschland ist doch fortgeschritten genug. Hört auf mit niveaulosen Klamauk wie von Bully oder den Til Schweiger Kitsch und Politdramen werden besser auch verschont. Bitte, bitte, bitte!
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King Conan 2011/03/10 02:52:28
Kommentar löschenDer Film ging für meine verhältnisse etwas zu lang.
Mann muß aber sagen das dieser Film eines der besten ist was das Deutsche Kino hervorgebracht hatt. Es wird gut gezeigt wie sinnlos der Terror des RAF war, und das sie einem Land nur schande und verluste gebracht haben.
Ich wußte früher kaum was von Bernd Eichinger dem Autoren & Produzenten des Films, aber werde in Zukunft ausschau nach seinen alten Filmen halten.
Möge er in Frieden Ruhen.
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marco11 2011/03/04 15:27:59
Kommentar löschenSo wird Zeitgeschichte spannend, authentisch und zum Nachdenken anregend vermittelt ohne billige Effekthascherei dafür aber mit viel Einfühlungsvermögen in die Figuen und die damalige Zeit.
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Mr.Readoo 2011/02/07 11:16:18
Kommentar löschenEiner der Besten, wenn nicht sogar der Beste Deutsche Film!!!! Super Schauspieler, Super Story!!!! Bin begeistert!
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TinaCocaine 2011/01/24 23:07:11
Kommentar löschenIch musste den Film zwangsläufig gucken (Schule), was ich privat wohl nie getan hätte. Ich finde ihn relativ durchschnittlich, denke aber, dass er nicht das bewirkt, was er vielleicht sagen möchte. Also, mir reicht´s, dass ich ihn das eine Mal gesehen habe und lerne die Thematik aber lieber weiterhin aus Büchern!
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Dorothee Hillwalker 2010/12/12 01:06:41
Kommentar löschenAuch diesen Film habe ich in Dublin (Republik Irland) gesehen. Da er in Deutsch war, mein Vorteil gegenüber demjenigen, der mich dazu eingeladen hatte - Englisch sprachige Person. Leider kann man nicht nachverfolgen ob alles, was gezeigt wurde, richtig war. War es vielleicht eine Verschönerung, dass der erste "harte Kern" nachher von der Gewalt ihrer NachfolgerInnen Abstand nahmen oder Realität. Da ich über 30 Jahre im Ausland gelebt habe, fehlt mir die Vergleichsmöglichkeit. Darüber hinaus fand ich es enorm, dass die Schauspieler den wirklichen Personen (lt. den Steckbriefen) sehr ähnelten. Der Film war glaubhaft und hatte große Möglichkeiten zu beeinflussen. Allerdings könnte diese Beeinflussung sowohl positiv als auch negativ ausfallen.
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maximilian-grimm 2010/12/08 12:15:41
Kommentar löschenDer Film ist ein klassisches Beispiel für zu viel gewollt. Man wollte einfach zu viel zeigen.
Die einzelnen Szenen sind durchaus nicht schlecht, aber sie ergeben einfach keinen Film. Besonders deutlich wird das wenn es größere Zeitsprünge gibt, die so garnicht eingeleitet oder erklärt werden. Man ist dann einfach mal 2 Jahre später und sieht die Entführung der Landshut, um danach ohne Pause sofort zur nächsten Szene weiter zu hetzen.
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SamRamJam 2010/10/20 02:42:11
Kommentar löschenFilme die sich darum bemühen historisch korrekt zu sein haben von jeher einen schwierigen Stand. Dem einen sind sie bei aller Detailverliebtheit immer noch zu ungenau, dem anderen stört der Fokus des Films (also irgendwo muss ein Fokus liegen), wieder einem anderen ist der Film zu unverständlich, dem nächsten zu oberflächlich und immer so weiter. Zu dem Baader-Meinhof-Komplex muss man wohl zuerst sagen dass es durchaus von Vorteil ist wenn man bereits Vorwissen mitbringt. Gerade wenn der Film voranschreitet und die zweite und dritte Generation der RAF auftritt, kommen Figuren aus dem nichts und verschwinden darin wieder, ohne wirklich viel erklärt oder preisgegeben zu haben. Wenn man sich aber mit dem Geschehen auskennt, zumindenst mit dem groben Verlauf, so ist der Film doch ein sehr guter. Technisch gesehen finde ich den Film auf höchsten Niveau. Desweiteren fallen die Details auf. Es würde mich nicht wundern wenn sogar die Glasscherben auf der Straße genau nach Fotos platziert worden sind. Die Dramaturgie ist für einen Spielfilm etwas zäh, also eigentlich weniger vorhanden. Es wirkt mehr wie ein Zusammenschnitt von Kurzfilmen die verschiedene Ereignisse beleuchten und somit die wichtigsten Etappen der RAF Bildung und Durchführung wiedergeben. Hier ist dann die Frage an den Zuschauer was man haben möchte: möchte man einen Spielfilm der durch einen Spannungsbogen zusammengehalten wird und seine Geschichte möglichst rund erzählt dann ist man beim B-M-K an der falschen Adresse. Ist man jedoch an der Geschichte der RAF intressiert und möchte die wichtigsten Stationen gut nachgespielt sehen dann ist man hier richtig. Theoretisch könnte man die Szenen des Films auch auseinanderzerren, dazwischen einen Sprecher aus dem Off setzen, garniert mit Interviews u. ä. und daraus dann eine sehr lange Doku machen. Manch einer sagt dass der Film zwar optisch genau ist, ihm dafür aber die Seele fehlt. Nun, die meisten historischen angehauchten Filme verstehen sich ja nichtsdestotrotz (und bei allem möglichen Anspruch) immer noch als Unterhaltungsfilme. Hier (und bei einigen anderen) ist jedoch das Thema an sich die ''Unterhaltung''. Die drei Köpfe der RAF sind der Dreh- und Angelpunkt des Films. Oft wird nicht Gewertet oder Stellung bezogen sondern einfach nur gezeigt wie es sich aller wahrscheinlichkeit nach wirklich zugetragen hat. Damit spricht der Film wohl diejenigen an die mit den Ereignissen vertraut sind und sich ihre Meinung schon gebildet haben. Einem anderen kann es durchaus so vorkommen als wenn der Film die RAF Taten rechtfertigt da auf vielen Parollen von Meinhof oder Enslin nicht gleich ein energischer Gegenschnitt zu jemand andrem gezeigt wird. Ob es Sinn macht einen so kleinen Publikumskreis mit einer so teuren Produktion anzusprechen ist natürlich eine andere Frage. Mir persönlich hat der Film sehr gefallen, er kann aber nicht für sich alleine stehen. Ähnlich wie zum Beispiel ''Deutschland im Herbst''. Man muss sich wohl das ''Gesamtpaket'' geben und sich allgemein für das Thema intressieren und informieren. Als solche Ergänzung funktioniert der Film wunderbar. Leider dürften die wenigsten außerhalb des Schulunterrichts zu so einer Aufarbeitung bereit sein aber naja... ist halt so.
Als Abschluß will ich noch anmerken dass sich die Ereignisse lange vor meiner Geburt zutrugen und ich mich einfach nur aus historischen Interesse mit dem Thema befasst habe (quasi als Hobby). Da ich nun auch nicht alles wissen kann könnte es sein dass ich irgendwas wichtiges vergessen/ übersehen habe.
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Hitmanski 2010/10/20 10:01:22
Antwort löschenSchön geschrieben; sehe ich im Großen und Ganzen ähnlich :)
SamRamJam 2010/10/21 14:52:13
Antwort löschenDank dir^.^
strangelet 2010/10/06 23:12:00
Kommentar löschenDafür dass es in Deutschland keine drei glaubwürdigen Schauspieler gibt, und dafür, dass es Edel und Eichinger schaffen, sogar den Schweizer Bruno Ganz noch aussehen zu lassen wie den Opa vom Provinztheater, ist das dann doch noch ein ganz guter Film geworden...
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