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Der Fall Chodorkowski - Kritik
DE 2011 Laufzeit 116 Minuten, FSK 12, Dokumentarfilm, Kinostart 17.11.2011
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Kritiken (14) — Film: Der Fall Chodorkowski
Ingrid Beerbaum: fluter Ingrid Beerbaum: fluter
Kommentar löschenDie Dokumentation will kein umfassendes Porträt des in Ungnade gefallenen Oligarchen sein. Manche werfen dem Regisseur dennoch eine gewisse Unbedarftheit vor. Aber genau das macht den Film gerade für den "Westler" interessant. Man bekommt Einblick in die von außen undurchsichtige und wilde Zeit des Umbruchs nach dem Zerfall der Sowjetunion und auch in die derzeitigen Machtstrukturen Russlands.
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Asokan Nirmalarajah: Schnitt, Moviemaze Asokan Nirmalarajah: Schnitt, Moviemaze
Kommentar löschenTuschi ist, bei aller lobenswerter Neutralität gegenüber den Beteiligten und bei aller Klarheit in seiner sehr unterhaltsamen Präsentation der über fünf Jahre angesammelten Informationen, Positionen und Widersprüche zu dem Fall, nicht wenig fasziniert von seinem komplexen, widersprüchlichen Protagonisten. [...] Das ist abwechslungsreich und informativ, aber leider auch etwas unstrukturiert. Eine deutlichere, weniger ehrfürchtige Position des engagierten Filmemachers gegenüber seinem charismatischen Subjekt hätte wohl für die nötige Strenge in Dramaturgie und Inszenierung gesorgt.
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Tamara Danicic: Bayern 3 Tamara Danicic: Bayern 3
Kommentar löschenNun mag man dem Regisseur zugutehalten, dass er erkennbar um Ausgewogenheit bemüht ist und den russischen Oligarchen weder als Wolf im Schafspelz noch als naives Politopfer stilisieren will. Auch gibt er erfreulicherweise nicht vor, ein abschließendes Urteil über seinen Protagonisten fällen zu können. Nichtsdestotrotz wäre weniger definitiv mehr gewesen.
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Thomas Engel: programmkino.de Thomas Engel: programmkino.de
Kommentar löschenDieser mutige Dokumentarfilm dringt so tief wie nur möglich in die geschäftliche, juristische und menschliche Materie ein. Gänzlich kann er das nicht, die Blockaden sind zu häufig und zu strikt. Eine ganze Reihe von Interview-Partnern kneift aus Angst, sich Schwierigkeiten einzuhandeln – denn Putins Arm scheint weit zu greifen. Immerhin gibt es viele erhellende Aussagen: aus Russland, aus England, aus Israel, aus den USA, aus Deutschland (Gerhard Schroeder und Joschka Fischer tragen Nichtssagendes bei).
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Michael Meyns: programmkino.de Michael Meyns: programmkino.de
Kommentar löschenBisweilen wünscht man sich zwar, dass Tuschi etwas mehr nachhaken würde, wenn Kritiker oder Freunde ihre Sicht der Dinge präsentieren, letztlich gelingt es Tuschi aber immer wieder, durch geschickte Gegenüberstellung von Thesen ein ausgewogenes Bild Chodorkowskis zu zeichnen. [..]
Ganz unbeeindruckt von den Umständen seiner Haft scheint Chodorkowski zu sein, ungebrochen in seinem Kampf gegen das System und vor allem ganz mit sich im Reinen. Wie dieser Wandel vom Saulus zum Paulus vonstatten ging, wird sicher noch etliche Regisseure und Autoren beschäftigen, Cyril Tuschi hat mit „Khodorkovsky“ einen spannenden Anfang gemacht.
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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
Kommentar löschenDer russische Unternehmer Michail Chodorkowski stieg in den 1990er-Jahren zum Oligarchen auf, bis er 2003 verhaftet und wegen Steuerhinterziehung und Betrug verurteilt wurde. Der ästhetisch anspruchsvolle Dokumentarfilm macht die damit verbundenen komplexen Sachverhalte ausgewogen und überzeugend nachvollziehbar; er zeigt den Prozess als politisch verschleiert und macht zugleich auf Demokratie-Defizite, mangelnde Rechtssaatlichkeit und Korruption in Russland aufmerksam. Kritisch wird Chodorowski als jemand beleuchtet, der das derzeitige wirtschaftliche und politische System mit aufgebaut und davon profitiert hat, dabei aber auch das Opfer von Rechtsbeugung und Willkür wurde.
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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...
Kommentar löschenDer Filmemacher Cyril Tuschi, selbst Deutscher mit russischen Wurzeln, wollte sich mit diesen offiziellen Gründen allerdings nicht zufrieden geben. Sein Verdacht auf politische Motive hat ihn zu einer wagemutigen, aufwendigen Recherche angetrieben, die einem Stich ins Wespennest gleicht. Kein führender russischer Politiker wollte dem Regisseur ein Interview geben, viele warnten ihn, den Dokumentarfilm "Der Fall Chodorkowski" besser nicht zu realisieren. Kurz vor der Weltpremiere bei den Berliner Filmfestspielen wurde gar in dem Berliner Produktionsbüro eingebrochen.
Der Öl-Milliardär Chodorkowski verkehrte einst mit Staatsmännern ... Trotz aller Widerstände ist es dem Regisseur gelungen, Zeugen vor die Kamera zu holen – nebst Familienmitgliedern, ehemaligen Kommilitonen und Kollegen auch einen überraschend zynischen Joschka Fischer und die regierungskritische Journalistin und Menschenrechtlerin Irina Yasina -, die mit aufschlussreichen Details den Kreml in ein sehr kritisches Licht rücken. Da erscheint es nur als folgerichtig, dass sich Tuschi auf Chodorkowskis Verdienste konzentriert: Immerhin investierte der Milliardär in Bildung und plädierte für eine marktwirtschaftliche Demokratie in einem Land, das Menschenrechte noch immer missachtet. Die Aussagen der Befragten erhärten den Eindruck, dass sich der Inhaftierte im Laufe von Jahren offenbar selbstkritisch zum Positiven veränderte. In einem live im Fernsehen ausgestrahlten Treffen der Superreichen mit Wladimir Putin konfrontierte Chodorkowski den damaligen Präsidenten gar mit Korruptionsvorwürfen, Putin geriet ins Stocken und wurde auf die Weise zu seinem Feind.
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Ba. Schweizerhof: EPD-Film Ba. Schweizerhof: EPD-Film
Kommentar löschenDas alles ergibt ein faszinierend vielschichtiges Bild. Ob Chodorkowski "schuldig" ist oder ob seine Wandlung zum Wohltäter "ehrlich" gemeint war - darüber maßt sich Tuschi dankenswerterweise kein Urteil an.
Diese neutrale Haltung wird über die Länge des Films aber zum Problem: Einerseits setzt sich der Filmemacher als investigativer Reporter in Szene, der allen Beteiligten unangenehme Fragen stellt; andererseits aber hakt er in seinen Interviews weder nach noch widerspricht er dem, was ihm die Protagonisten in die Mikrofone diktieren.
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S. Rybkowski: Filmszene.de S. Rybkowski: Filmszene.de
Kommentar löschenCyril Tuschis Film ist nämlich eine eiskalte Abrechnung nicht nur mit Putins Russland, sondern auch mit dem Turbokapitalismus als solchem. Welch starken und wichtigen Film Tuschi geschaffen hat, sieht man dann auch gegen Ende, wenn Joschka Fischer das Interview beendet oder Bundeskanzler a. D. Gerhard Schröder – heute ein guter Freund Putins – das Ganze in Archivaufnahmen als eine „Sache zwischen Männern“ verteidigt. [...] „Khodorkovsky“ ist eine Dokumentation, wie man sie sich wünscht: kraftvoll erzählt, spannend wie ein Thriller und in seinem Sujet von unglaublicher Brisanz und Wichtigkeit.
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Wolfram Hannemann: Stuttgarter Nachrichten Wolfram Hannemann: Stuttgarter Nachrichten
Kommentar löschenDie vielen agierenden Personen machen es mitunter recht schwer, bei der Geschichte immer am Faden zu bleiben. Erschwerend auch der Aufbau des Films, der immer wieder zwischen Events und Personen hin und her springt und manchmal das große Ganze vermissen lässt. Das ist wohl dem Versuch, die Politdoku als Thriller aufzuziehen, geschuldet. [...] Letztendlich erfährt man aber aus dem Film auch nicht mehr als bislang schon aus den Medien bekannt war. Eine wirklich kritische Auseinandersetzung mit der Person Chodorkowskis findet nicht statt – Tuschis Film ist eindeutig pro Chodorkowski.
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Christian Ihle: taz Christian Ihle: taz
Kommentar löschenSo gelingt es Tuschi mit seiner Dokumentation zwei Stunden feinsten Politthriller zu präsentieren, der von der ersten bis zur letzten Minute fesselt. Man kann nur hoffen, dass “Khodorkovsky” nicht auf Arte im Nirgendwo versendet wird, sondern von einer großen Fernsehanstalt mit einem Prime-Time-Platz belohnt wird.
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Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...
Kommentar löschenTuschis Film geht auf die menschenrechtliche Situation ein und versucht darüber hinaus, hinter die Maske des charismatischen Magnaten zu blicken.
Weil der Regisseur dabei seine Neutralität beibehält, ist ihm ein ruppiger, aber guter Dokumentarfilm gelungen.
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Christoph Schelb : Outnow.ch Christoph Schelb : Outnow.ch
Kommentar löschenWenn etwas Vorwissen vorhanden ist, hilft dies zweifelsohne, es ist jedoch nicht Voraussetzung, um dieses aufopferungsvolle Werk toll zu finden.
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goodspeed: ANIch / UFA / KultHt.de / O...
Kommentar löschenVielleicht fehlte auch mir einfach der Sinn für den Film, aber ich konnte für einen Kapitalisten, einem der reichsten Superreichen Russlands, nicht viel Sympathie aufbringen, selbst wenn es sich dabei um den nettesten unter den Oligarchen handelte. Mikhail Khodorkovsky mag zu Unrecht wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis gesteckt worden sein. Auch wenn meine Antipathie gegenüber Wladimir Putin noch so ausgeprägt ist – der ehemalige Leader Russlands ist für mich der Inbegriff für Korruption, Machtmissbrauch, Gewissens- und Rücksichtslosigkeit, Chauvinismus, denkt euch die Liste beliebig weiter – doch Putin wird von der Dokumentation weder direkt bloßgestellt noch wirklich kritisiert. Der ganze Film umschwebt die Angst vor Konsequenzen, die Angst vor einer Macht, die diesen kleinen Film übersteigt. Stattdessen wird Khodorkovskys Leben aufgerollt, sein Aufstieg und sein Fall mit netten Animationen bebildert und am Ende auf die Ungerechtigkeit hingewiesen. Die Message des Films: Die Welt wird von Interessen und Werten gelenkt - mit anderen Worten: Von Geld! Was für eine Offenbarung…
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Kommentare (4) — Film: Der Fall Chodorkowski
Rode Mon, 20 Aug 2012 21:32:58 -0000
Kommentar löschenDieser Film gibt interessante Einblicke in die russische Politik und Geschäftswelt nach dem Fall der Sowjetunion
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JoeKramer Sat, 16 Jun 2012 21:33:40 -0000
Kommentar löschenEine wirklich gute Doku, die gegebenheitsbedingt nicht ganz in die Tiefe gehen kann aber gleichzeitig das bestmögliche aus der Materie herausholt. Es hat mir zumindest einige wirklich neue Blinkwinkel auf die russische Geschichte der 90er eröffnet. Klasse war auch, dass endlich mal jemand Schröder ins richtige Licht bringt.
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antaris Sun, 20 Nov 2011 00:19:16 -0000
Kommentar löschenEinfach bewundernswert, dass manche Menschen den Idealismus einfach nicht aufgeben wollen. Schöner Film, der vor allem für den Regisseur spricht und Chodorkowski von allen Seiten mal schüchtern anleuchtet.
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Lora-82 Wed, 09 Nov 2011 20:49:45 -0000
Kommentar löschenWer braucht das?!
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Ali777 Thu, 17 Nov 2011 08:33:31 -0000
Antwort löschenWer braucht dein Kommentar? Vielleicht gibt es ja politisch interessierte Menschen, aber du bist offensichtlich nicht der angesprochene Kreis der Intellektuellen.
Sinesita Sat, 19 Nov 2011 10:39:55 -0000
Antwort löschenWarum den? Sie hat Recht!
ich habe auch viel davon gelesen!
Und meiner Meinung nach, ist das eine bezahlte Aktion, mit Wahrheit und Politik hat das nicht damit zu tun! Man zeigt uns genug Schrot und Lüge in Fernseher.
ungesagt Sat, 03 Dec 2011 07:58:17 -0000
Antwort löschenAha. Hier gibt es also Menschen, denen es offensichtlich egal ist, dass da ein Land ist, das sich als ein demokratisches ausgibt, in natura aber eine Diktatur ist?!
Hauptsache ihr lebt hier schön, was sonst auf der Welt passiert ist egal, wa.
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public_hh Tue, 13 Dec 2011 15:54:54 -0000
Antwort löschen@Sinesita: Dein Kommentar hättest du dir wirklich sparen können. Denn Beiträge die nicht mehr Gehalt als mein trockenster Furz haben, brauch die Menschheit sicherlich auch nicht!
Reicht doch, wenn man uns genug Schrott im Fernsehen zeigt, da muss der Schrott ja nicht auch noch hier stattfinden.
Ausserdem würde ich gern wissen auf welcher Grundlage du der Meinung bist, dass es sich bei dem Film um eine bezahlte Aktion handelt.
atilla Sat, 14 Jan 2012 21:43:32 -0000
Antwort löschenWas für ne Intelligenzbestie, deine Kommentare sind echt der Brüller!
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