Der fantastische Mr. Fox - Kritik

GB/US 2009 Laufzeit 87 Minuten, FSK 6, Abenteuerfilm, Komödie, Animationsfilm, Kinostart 13.05.2010

Kommentare zu Der fantastische Mr. Fox

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    SmooliEntertainment 16.08.2014, 19:18

    Nach zwei starken Filmen, hat mich das dritte gesichtete Werk von Wes Anderson ein wenig enttäuscht.

    Dabei macht der einzigartige Filmemacher hier wieder viele Sachen gut. Die liebevoll gestalteten Bilder haben was und auch wenn ich am Anfang drei, vier Minuten brauchte, um mich in dem rauen Stop-Motion-Look zurechtzufinden, so muss ich doch sagen, dass es mir im Großen und Ganzen gut gefällt. Eine schöne Abwechslung zu den heutigen Animationsfilmen. Das Drehbuch wartet zudem mit tollen und lustigen Dialogen auf; Wes Anderson eben. Abgerundet wird all das mit wirklich ausgezeichneter Musik.

    Was mich jedoch zu Abzügen bringt, ist dass die Inszenierung Andersons, die in MOONRISE KINGDOM und GRAND BUDAPEST HOTEL zum Großteil für den Humor zuständig war, in diesem Film eher gemäßigter herüberkommt. Der Witz rührt hier bei DER FANTASTISCHE MR. FOX eher aus den Worten und der Situationskomik her. In seinen späteren Werken weiß Anderson all diese drei Elemente zu vereinen und ein komödiantisches Faszinations-Abenteuer auf den Zuschauer loszulassen.
    Zudem wirkt es ab und zu so, als würde der Regisseur die Geschichte möglichst schnell zum Ende bringen wollen. Dadurch fällt es dem Zuschauer schwer, sich mit den Figuren zu identifizieren und in den Filmgenuss zu kommen, für den der Name Wes Anderson für gewöhnlich steht.

    So bleibt DER FANTASTISCHE MR. FOX ein sehenswerter Film über Ängste und Solidarität, der zwar im Stile Andersons ist, jedoch nicht die Klasse seiner späteren Werke hat.
    Wem also dieser Film nicht zusagen sollte, dem seien die beiden oben genannten Filme ans Herz gelegt.

    _Smooli

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    • 7
      TakaTukaLand 26.07.2014, 02:18

      Der hochkarätige Cast fällt in der deutschen Syncro leider völlig unter den Tisch. Ansonsten eine sehr schöne Stop-Motion- Arbeit und unterhaltsame Komödie. Ein guter, aber nicht herausragender Wes Anderson, imho.

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        sachsenkrieger 24.07.2014, 23:56

        Achtung, Spoiler!

        "Die Leute sagen, die Dinge passieren aus einem Grund, aber das tun sie nicht. Sie geschehen nur aus Spaß und kommen aus einem sprudelnden Quell der Grenzenlosigkeit und des unendlichen Chaos. Manchmal kann das wahnsinnig komisch sein, manchmal ist es ein Tritt ins Gesicht." - Mr. Fox

        Bei Wes Anderson kann man sogar nebenbei die Stopptaste drücken und die Zeitung lesen, die wie ich ihn einschätze, sogar original auf einer uralten Zeitungspresse hergestellt wurde. Mit diesem Film hat mich "Mr. Anderson" letztendlich überzeugen können, allerdings unter Zuhilfenahme einer genialen Vorlage des Schriftstellers Roald Dahl, über dessen Leben und Werk man, nebenbei bemerkt, auch einen Film machen könnte.

        Der Film nahm mich von Anfang bis Ende mit auf eine wundervolle Reise, die noch dadurch zu etwas Besonderem wurde, das ich einige Tage zuvor auf einer Hiking-Tour, aus sicherer Distanz, ein paar Fuchswelpen beim tolpatschigen Herumtollen beobachten konnte. Da ich nicht an Zufälle glaube, nehme ich dieses Ereignis quasi als Vorfilm zu "Mr. Fox" wahr.

        Auch wenn Anderson die etwas mehr gesellschaftskritische Vorlage Dahls verlängert um die für ihn typische Familiensaga, bleibt für mich zumindest, die Kernaussage erhalten: Liebe das Leben in all seinen Facetten. Sei ein Teil dieser unendlich schönen Welt, dieses einzigartigen Lebens und du bist es wert, dich Mensch zu nennen! Als Sinnbild für den Überlebenswillen der wilden Natur steht in unseren Breiten der Rotfuchs, der sich als einziger "Großjäger" über Jahrhunderte der Vernichtung durch den Menschen entziehen konnte. Auch wenn heute wieder Wildkatze, Luchs und Wolf zurückgekehrt sind, steht der Fuchs immer noch wie kein anderer als ein Symbol für den anpassungsfähigsten Räuber.

        Anderson verlängert die Story am Anfang um eine Einführung in die Familienverhältnisse der Familie Fuchs. Am Anfang steht gleich ein herrlicher Dialog, der deutlich die übliche "männliche Überredungsstrategie" vor Augen führt: Überleg dir, was du tun willst, beziehe deine Parterin mit ein, indem du anscheinend ihr die Wahl lässt. Trifft sie dieselbe Wahl wie du, ist alles in Butter, trifft sie die "falsche", kommen vorher bereits zurechtgelegte Gegenargumente zur Anwendung. Dumm nur, das dieses Vorgehen in der Regel nur wenige Male funktioniert ;-)

        Wie üblich bei Wes Anderson machen die allseits bekannten Familienkonflikte einen gewissen Teil der Story aus. Da ist der Mr. Fox, der Familienvater, der sein wildes Leben für ein gemütliches, aber anscheinend langweiliges eingetauscht hat und sich nicht selbst erkennt in einem Sohn, der irgendwie anders ist. Da ist der Kampf des Sohnes Ash, in seinem selbstgebastelten Superheldenkostüm gegen diesen übermächtigen Patriarchen, der nur sich und seinesgleichen respektiert und nur seine Weltauffassung akzeptiert. Da ist die Mutter Mrs. Fox, die nach Sicherheit für sich und ihre Familie sucht und versucht, ihren Mann unter Kontrolle zu bringen. Schließlich kommt noch Kristofferson hinzu, ein Cousin von Ash, der durch seine vielfältigen Fähigkeiten für viel Neid bei Ash sorgt und den Vater begeistert.

        So einfach erscheint Außenstehenden der Ansatz für eine Lösung aller Konflikte, aber aus dem realen Leben wissen wir, wie schwer es dann letztendlich ist, sie auch wirklich zu lösen. Mr. Fox müsste nur seinen Sohn akzeptieren, wie er ist und einen Kompromiss finden zwischen seinem Drang zur Freiheit und dem Drang seiner Frau zur Sicherheit. Als wären diese scheinbar gordischen Knoten innerer Zwistigkeiten nicht schon genug, droht durch die füchsisch überhebliche Wesensart auch noch Gefahr von außen. Mr. Fox geht mit seinem unfreiwilligen Kumpel Kylie auf Beutezug bei den drei Bauern Boggis, Bunce und Bean, die erbost zum Rachefeldzug aufrufen. Damit hat Mr. Fox nicht nur seine Familie, sondern die gesamte Gemeinschaft der Tiere in Gefahr gebracht.

        Allein über diesen Film, wie über viele andere auch, könnte man ein kleines Buch schreiben. All die vielen kleinen "Nebensächlichkeiten", die Anderson liebevoll in Szene setzt, sind ein Genuss. Eine wundervolle Fabel, in der Anderson über das menschliche Verhältnis zur Tierwelt und zu seinesgleichen fabuliert und in der Vernunft und List gegen Bosheit und Gewalt siegen. Ein ewiger Menschheitstraum, der wohl leider niemals von allen geträumt werden wird.

        P.S.: Mein Dank gilt "The Freewheelin Fonda", dessen Kommis mich letztendlich dazu animiert haben, mich noch einmal auf Wes Andersons zauberhafte Welt einzulassen.

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          Benni-THE-KING 02.07.2014, 21:34

          zieht sich im Mittelteil leider ein wenig. Trotzdem super charmante und lustige Komödie. Achja animiert ist das ganze auch noch!

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            Schandmaul 29.06.2014, 11:54

            Stop-Motion. Detailverliebte Settings. Wundervolle Animationsarbeit. Eine Prise Wes Andersons Hippster-Charme. Stimmiger Soundrack... Was gibt es an dem Film nicht zu lieben?

            Das Schandmaul sagt: "Nix. Angucken." (10/10)

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              dannydiaz 16.05.2014, 06:15

              Breaking News: Die "Darsteller" für Teil zwei stehen fest.
              http://tinyurl.com/cwqd63r

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                naibaf 11.05.2014, 19:11

                Mehr von solchen Filmen bitte, hier war wirklich jemand mit Herz am Werk!

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                  Zimtmond 04.05.2014, 10:46

                  - "If what I think is happening, IS happening... It better not be."

                  "Der fantastische Mr. Fox" hatte mich von der ersten Sekunde an in seinen Bann gezogen, bin ich doch bekennender Stop-Motion-Fan. Diese skurrilen Charaktere, diese tolle Optik, die Erzählweise der Geschichte – all das hat mich von Beginn an verzaubert und für sich eingenommen.
                  Wie könnte es auch nicht so sein? Haben sie mich doch die 87 Minuten einfach nicht losgelassen und auch hinterher war ich noch ganz bei dieser wunderbaren Geschichte inklusive einem Ohrwurm, von dem ich bis heute noch nicht ganz losgekommen bin.

                  „Boggis, Bunce And Bean!
                  One Fat, One Short, One Lean!
                  These Horrible Crooks
                  So Different In Looks,
                  Are None The Less Equally Mean!”

                  Dem lieben Mr. Fox bei seinen, eigentlich abgeschworenen, Raubzügen zu beobachten, sowie bei dem fantastischen Plan und bei dessen Umsetzung, war einfach ein großer Spaß. So voller Witz und so voller toller Ideen.
                  Es ist eine Freude zu sehen, wie hier mit den tierischen Klischees gespielt wird, wie toll die Charaktere ausgearbeitet sind, dass sie einfach alle ihre eigene Persönlichkeit haben, ohne sich zu überschneiden. Wie kann man da einfach nicht mit einem Dauergrinsen vor dem Bildschirm sitzen? Wie kann man da nicht mit den Charakteren mitfühlen? Sind sie doch alle so einzigartig, wie skurril aber dazu auch so liebevoll, sympathisch und voller Herz.

                  - "The whole time I was putting paw over paw with your mother digging beside me, and I thought to myself: I wonder who this little boy..."
                  - "Or girl!"
                  - "Right, 'cause at the time we didn't know. I wonder who this little boy or girl is gonna be? Ash, I'm so glad he was you."

                  Ein Film, den ich nicht groß beschreiben will, nicht groß beschreiben kann, weil der erlebt werden sollte. Die Gefühle, die hier mehr durch Mimik rübergebracht werden, wie bei so manch realen Schauspieler. Die Optik, die so rau und zugleich märchenhaft wirkt. Die Dialoge, die voller Witz, voller Liebe und voller Charme daherkommen. Eine Geschichte, die wohl kaum besser erzählt werden kann und Charaktere, die ein Platz in meinem Herzen wohl so gut wie sicher haben.

                  - "Ash, I know what it's like to feel... different."
                  - "I'm not different, am I?"
                  - "We're all different… Especially him.
                  But there's something kind of fantastic about that, isn't there?"

                  "Der fantastische Mr. Fox" ist einfach fantas – nein – FOXtastisch und ich freu mich schon aufs nächste Mal in diese wunderbare, skurrile Welt einzutauchen und mich von neuem bezaubern zu lassen.

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                    Codebreaker 30.03.2014, 12:15

                    Weiter geht es auf meiner Reise durch die Filmographie von Wes Anderson.
                    Nachdem ich nun endlich "Darjeeling Limited" sah, folgte also auch direkt im Anschluss "Der fantastische Mr. Fox", der im Gegensatz zu Darjeeling Limited ja sehr gute Wertung unter meinen Freunden und auch so allgemein genießt, was meine Erwartungen doch recht ansteigen ließ.

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                    Man erkennt sofort, dass es sich hierbei um einen Wes Anderson Film handelt.
                    Der ganz eigene Humor, die Optik, die Charaktere, die Einstellungen, einfach alles ist hier so einzigartig, wie ich es eben von ihm gewohnt bin und wofür ich ihn mag. Diese ganz eigene, unverwechselbare Handschrift.

                    Wes ist wirklich einer der Regisseure, die man wahrscheinlich immer erkennen wird, auch, wenn man vorher nicht weiß, von wem der Film den man gerade sieht nun wirklich ist.

                    So richtig umgehauen hat mich "Der fantastische Mr. Fox" nun, leider, nicht, was aber nicht bedeuten soll, der Film sei schlecht. Das ist er nämlich nicht.
                    Wir bekommen eine Geschichte über eben besagten Mr. Fox, der einst ein Profi darin war sein Futter zu stehlen, als dann aber seine Frau schwanger wurde, beendete er seine Karriere. Irgendwann jedoch will er noch ein letztes Ding drehen, will es sich noch einmal beweisen. Ein letzter Coup. Das klingt alles eigentlich gar nicht so wie eine Geschichte rund um Füchse und andere Waldbewohner, sondern eher wie irgendeine Gangstergeschichte. Und gerade diese Verpackung einer bekannten Geschichte in das Leben im Wald, in eine Fuchsfamilie, hat mir irgendwie gefallen. Dazu kommen dann noch diverse andere "bekannte" Strukturen oder Klischees, wie ein Vater - Sohn Konflikt, der "Neue" der einen Altbekannten aussticht, solche Dinge eben, die durch ihre Verpackung aber eben nicht 0815 wirken.

                    Trotzdem ist das alles irgendwie besonders.

                    Dazu kommen viele Figuren, die eben alle etwas ganz eigenes haben.
                    Sei es Mr. Fox, der "Gangster", der Familienvater, mit seiner Angst vor Wölfen und seiner ganz eigenen Art.
                    Sei es seine Familie, Mrs. Fox die zu ihrem Mann hält oder Ash der seinem Vater gefallen will.
                    Sei es die Ratte, die ich irgenwie echt cool fand, fast schon mystisch, wenn man mich versteht.
                    Alle waren sie cool, alle waren sie mehr als "nur eine Ratte" oder "nur ein Fuchs".

                    "Der fantastische Mr. Fox" ist eben ein richtig schöner Film. Er ist kurzweilig, hat einen richtig tollen Soundtrack, Witz, Drama und ist in seiner StopMotion Machart natürlich auch wahnsinnig liebevoll gemacht. Ob er nun so passend für Kinder geeignet ist, kann ich nicht beurteilen, doch ich kann mir das schon vorstellen. Vor allem ist es eben auch schön, dass der eben nicht strikt darauf abzielt den Kinder zu gefallen, nein, da sieht man auch mal wie Hühner sterben und sowas eben.

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                    Wie gesagt, mich hat der Film jetzt nicht so dermaßen umgehauen, wie ich es vielleicht gewollt habe. Aber trotzdem handelt es sich hierbei um einen richtig schönen Film, mit tollen Figuren und einer netten Geschichte, die wunderbar verpackt ist. Wir haben einen tollen Soundtrack und wahnsinnig schöne Bilder und eben den typischen Anderson - Stil.
                    Eben ein wirklich schöner Film!
                    Potential nach oben ist für künftige Sichtungen, die sicherlich kommen werden, vorhanden.

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                    • 6 .5
                      Lorion42 28.03.2014, 22:27

                      Ein typischer Anderson. Er legt wie immer sehr viel Wert auf Skurrilität und weniger auf eine ausgereifte Story. Da der Film auf einem Kinderbuch basiert, hätte ich erwartet, dass der Film auch versucht Kindern zu gefallen, doch ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Kinder Spaß daran haben. Die Probleme der Charaktere wirken zu sehr wie typische Zivilisationskrankheiten. Da es Tiere sind, soll es wohl skurril wirken, aber das trifft leider nicht mein Humorverständnis. Gegen Optik und Inszenierung kann man nichts sagen, aber ich hätte gerne auch eine Geschichte, die den Wunsch hat etwas zu erzählen. Den Eindruck hatte ich leider nicht.
                      Bisher gab es noch keinen schlechten Film von Wes Anderson, aber wirklich begeistert hat mich bisher leider auch keiner. Weiter angucken werde ich sie mir trotzdem. Bin gespannt auf Grand Budapest Hotel.

                      • 6 .5
                        Drax 05.03.2014, 18:28

                        Auch bei diesem Film erkennt an sofort die typische Handschrift von Wes Anderson, so gibt es viel Liebe zum Detail, Skurrilität und eine gewisse Melancholie.
                        Nichtsdestotrotz kann mich dieser Anderson leider nicht ganz so begeistern, was vor allem an der doch recht braven und etwas kindlichen Story liegt.
                        Dennoch wirkt die Stop-Motion-Technik recht erfrischend und auch die Gags sind ganz ordentlich, so das auch dieser Film von Wes Anderson letzendlich ganz unterhaltsam ist.

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                          uncut123 03.03.2014, 16:34

                          richtig cool gemacht und witzig ohne ende...

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                            megaterminator 24.02.2014, 10:49

                            Hab den Film nie gesehn Schein aber nettt

                            • 5 .5
                              BenniArt 21.12.2013, 13:49

                              Für mich bleibt die Liebe mancher Menschen zu diesem Regisseur leider immer noch ein Rätsel - für mich, der ich sehr viele Stop Motions gesehen (und selber gemacht) habe und somit das hier ja eigentlich mein Gebiet sein müsste, leider ein aussageloses, kurzweiliges und nicht wirklich spannendes Werk, welches keiner weiteren Beachtung würdig ist. Schade, Wes, wir werden wohl nie Freunde :/

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                                JimiAntiloop 08.12.2013, 23:17

                                ***Dieser Kommentar ist ein Geschenk an "Hfonda15" im Rahmen der Userwichtelkommentaraktion 2013.***

                                FABELHAFT kann nur das einzige Wort sein, denn nichts anderes ist dieses grandios liebevoll detailierte StopMotionWerk, eine moderne Fabel. Fabeln sind Geschichten in denen die Tiere im Mittelpunkt stehen, als wäre es vollkommen normal können diese sprechen und der Mensch spielt eben nur maximal die 2te Geige. Natürlich stimmt diese Versinnbildlichung nicht nur zufälligerweise mit in der Wirklichkeit anzutreffenden Charakteren überein, sondern die Personifizierung und zivilisierte vermenschlichte Darstellung der Tiere rückt ganz gezielt uns Menschen und das doch so vielmehr Trieb gesteuerte Tier, ganz nah zusammen. Sie hieft Trieb und Intelligenz sozusagen auf eine Bedeutungsebene.
                                Was wissen wir aus unserer Kindheit über den Fuchs? Genau, der ist der Schlauberger unter den Tieren, aber er ist eben auch hinterlistig und bedingt dadurch eigensinnig. Der Fuchs hat ein großes Ego und wahrscheinlich ist dies auch der Grund warum sein Fell so anziehend purpur rot im Licht erscheint.
                                "Der Fantastische Mister Fox" schickt den Zuschauer omit auf eine Reise in die von diesen Eigenschaften bestimmte Psyche des Fuches und man wird Zeuge in welche prekäre Situationen nach und nach alle durch seine Eigensinnigkeit mit hineingezogen werden. Kann man daraus etwas für das hier und jetzt und größere Zusammenhänge lernen?!?
                                Naklar, denn das zeichnet fabelhafte Fabeln schließlich aus.
                                Bleibt mir noch zu erwähnen, das man durchgängig witzige Dialoge und Situationen geboten bekommt und dieser Film deshalb nicht nur spannend ist, sondern auch sehr unterhaltsam.
                                Es gibt da auch diesen Song von "Käpt'n Peng" welcher seine Inspiration aus diesem Film gezogen hat und in fabelhafter Bildsprache ebenfalls von einem Fuchspaar zu erzählen weiß, welches sich auf Transformationspfaden bewegt.
                                Wer interessiert ist, der suche nach dem Song "Sie lieben sich". Ein Titel der perfekt zum Fantastischen Mister Fox passt, den irgendwie scheint es, sind alle Verkettungen durch Liebe ausgelöst wurden. Die Entscheidung darüber, ob dies schließlich gut oder schlecht ist, obliegt wie immer dem Betrachter.

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                                  LivingDead 03.11.2013, 18:02

                                  Als wäre es ein Befreiungsschlag, inszeniert Anderson hier einen Animationsfilm, der vor Ideen und aberwitzigen Szenen nur so sprießt. Ganz deutlich ist seine visuelle Sparache zu erkennen. Ganz deutlich stellt sich hier jenes Gefühl ein, bei dem man sich in die Vorstellungskraft eines Kindes zurück versetzt sieht, welches sich bildhaft jene Gute-Nacht-Geschichte vorstellt, welche ihm gerade erzählt wird. Und dennoch streift Anderson hier bissige gesellschaftskritische Tendenzen, welche in solch deutlicher Form zuletzt abhanden gekommen schien.

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                                    razzo 17.10.2013, 12:03

                                    Mit diesem Film hat mich der gute Wes endgültig verzaubert. Ganz, ganz großes Kino mit welcher Leichtigkeit und Detailliebe er dieses wunderbare Abenteuer inszeniert, wie er seinen liebenswerten Figuren diese angenehme Skurilität verleiht, die aus einem Film ein Wes Anderson Erlebnis macht. Wer sonst hat schon so ein feines Händchen für Ästhetik und Originalität?! So ist der ''Der fantastische Mr. Fox'' nicht nur ein eigenwilliges Märchen, sondern auch gefühlvolles Wohlfühlkino mit Herz und Humor, das einen für 90 Minuten in seine bunte Welt entführt. Dauerlächeln inklusive. Was bleibt da noch zu sagen. Dieser Film ist einfach...fantastisch.

                                    Das nächste Mal tanze ich am Ende mit.

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                                      Copacabanasun 08.09.2013, 12:57

                                      Einfach nur fantastisch Mr. Fox. :)

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                                        MartinNolan 20.08.2013, 17:59

                                        Ich muss gestehen, dass ich nicht allzu viel mit Andersons Arbeiten anfangen kann. Es wirkte meist alles zu sehr konstruiert, zu sehr darauf bedacht exzentrisch zu sein, um der Exzentrik Willen. So sind die Filme, wie z. B. „Rushmore“, „Die Royal Tenenbaums“ oder „Darjeeling Limited“ nicht wirklich schlecht, aber eben auch nur gerade unterhaltsam. Ich war und bin also, was Wes Anderson betrifft, sagen wir mal vorbelastet.
                                        Doch glücklicherweise fällt „Der fantastische Mr. Fox“ hier etwas aus der Reihe und mag es nur an seiner Machart liegen. Denn mit viel, viel Liebe zum Detail hat das Team von Wes Anderson aus dem Nichts eine kunterbunte, ja surreale Puppenwelt erschaffen, weshalb es sich allein schon der visuellen Präsenz wegen her lohnt, „Der fantastische Mr. Fox“ anzuschauen. Man erkennt zwar unmerklich, an den Veränderungen der Originalgeschichte von Roald Dahl, die Handschrift von Wes Anderson, doch tut dies in diesem Fall dem Spaß und der Unterhaltung keinen Abbruch, auch wenn das übliche Thema Anerkennung in der Familie und Gesellschaft durchaus präsent ist und mit der Exzentrik nicht gespart wird. Doch in diesem Puppenuniversum geht Andersons Drang zum Skurrilen auf. Unterlegt mit einem lockeren Soundtrack für den sich Alexandre Desplat verantwortlich zeigt, ist „Der fantastische Mr. Fox“ ein wunderbares Abenteuer, das nicht nur auf intelligente Weise unterhält, sonder ebenso schlicht und ergreifend auf visueller Ebene punktet.
                                        Pflicht für Anderson-Fans und definitiv mal eine Sichtung Wert, auch wenn man, so wie ich, Filmen von Wes Anderson eher skeptisch gegenüber steht.

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                                          strangelet 29.07.2013, 21:12

                                          Ein echter Anderson ist das inhaltlich nicht, dazu ist der Film nicht verrückt genug. Aber Roald Dahl hat ja auch eine blühende Fantasie, und zusammen mit Wes Andersons doch unverkennbarem ästhetischen Stil kommt dafür am Ende ein um so charmanteres Juwel heraus, das auch Leuten gefallen dürfte, denen sowas wie die "Tiefseetaucher" eine Nummer zu abgefahren ist.

                                          • 9 .5
                                            The Freewheelin Fonda 18.07.2013, 07:13

                                            VERFUCHST NOCH EINS!!!
                                            Wes Anderson ist, Gott!!!!!!!!

                                            Nein, die Anzeige stimmt und die Bewertung, die ich hier gebe habe ich ach langem Überlegen äußerst gerne verteilt.
                                            9,5 Punkte für dieses Werk, womit der fantastische Mr. Fox bei mir auf einer Ebene mit Meisterwerken wie ,,Die 12 Geschworenen" ,,Uhrwerk Orange" oder ,,Einer flog über das Kuckucksnest" steht!
                                            Zu viele Punkte für einen so kleinen Film, von einem Regisseur der für viele Leute immer noch so eine Art Geheimtipp ist?
                                            NEIN! Ich liebe diesen Film hier jetzt schon, seine Charaktere, seine Optik, die Musik, das Tempo, die Erzählweise der Geschichte und eigentlich alles am ,,Fantastischen Mr. Fox"

                                            WO holt sich Wes Anderson sooo viel Kreativität her?
                                            Eine KINDERgeschichte über einen Exgauner, einen Fuchs, der einst ein berüchtigter Hühnerdieb war und seinen Job wegen seiner Familie an den Nagel gehängt hat!
                                            Doch nach ein paar Jahren wird er rückfällig und fängt wieder an Hühner zu stehlen, doch dieses Mal hat er ein paar mächtige Bauern auf den Plan gerufen, die Mr. Fox ans Fell wollen!
                                            Diese simple Story, die einem Kinderbuch entsprungen ist, von Wes Anderson SO GENIAL umgesetzt!
                                            Charaktere, die so toll ausgearbeitet wurden und ständig mit den Klischees ihrer tierischen Eigenschaften spielen, ein lockerer Soundtrack, Hunderte von liebevoll gestalteten Details und ein einzigartiger Humor, wie die tollen familiären Beziehungen, die Anderson wie immer einbaut.

                                            Ja ich gebe zu ich wiederhole mich in diesem Kommentar des öfteren und kann auf Grund meiner guten Laune und der schlichten Perfektion des Streifens nicht die richtigen Worte finden aber wenn ich ehrlich bin wüsste ich auch gar nicht was ich noch machen kann, außer die ganze Community aufzurufen diesen Film anzusehen!

                                            SCHAUT IHN EUCH AN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

                                            Denn beschreiben kann man dieses Werk nicht, man muss es einfach sehen!
                                            Für sowas wurden Filme erfunden, für solche filmischen Experimente, wo man auch mal irgendwelche Handpuppen zum Leben erweckt und sie realistischer und sympatischer wirken als irgendwelche technisch erschaffenen Viechers aus Avatar, hier wird eine so tolle humorvolle Erzählung erschaffen, die alle Eigenschaften vom Medium Film nutzt und sich jeder in perfekter Weise bedient, die bei mir schon fast Lieblingsfilmpotential hat!

                                            DANKE Wes Anderson, dass es solche Ausnahmegestalten, solche Querdenker und kreativen Genies wie Sie, noch in aktuellen Filmen gibt!

                                            Die bisherigen Werke von ihm waren fast alle genial!
                                            The Darjeeling Limited: 7 Punkte
                                            Rushmore: 8 Punkte
                                            The Royal tennenbaums: 8 Punkte
                                            Moonrise Kingdom: 8,5 Punkte
                                            Die Tiefseetaucher: 9,5 Punkte
                                            und jetzt der Fantastische Mr. Fox
                                            Mein neuster Lieblingsfilm von ihm!

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                                              CJ1203 05.07.2013, 18:25

                                              Wie Wes Anderson mit "Der fantastische Mr. Fox" dem Publikum seine Hipster-Ideologie schamlos vor Augen führt und dafür von allen Seiten noch Beifall erntet, ist schon beeindruckend. Dabei ist, zweifelsohne, die Stop-Motion-Technik eindrucksvoll und die Geschichte über alle Maßen gewitzt - aber die Botschaft des Films wirkt doch arg irreführend. Freilich kann und muss man Andersons Werk als eine Parabel über den schlauen Fuchs sehen und im Rahmen dieser Möglichkeiten funktioniert der Film auch, aber dass das Anders-Sein als zentrale Message nur im Sinne eines Stärker, Schneller, Besser verstanden wird, ist schon ziemlich bedauerlich, um nicht zu sagen gefährlich. Die Sympathie, die der Streifen durch die ausgereifte Ausarbeitung der Figuren gewinnt, zerstört er in dem Moment, in dem das fuchsige Schnippchen-Schlagen zur Maxime jedweden Handelns verkommt und alles Weitere nur am Erfolg oder Misserfolg, am Können oder Nicht-Können gemessen wird. Der Sohn gewinnt den Respekt des Vaters erst, als er schafft, was bisher keiner konnte. Zwischen Sein und Nicht-Sein verläuft das Wes Anderson'sche Universum. Anders ist nur die Herangehensweise, den Rest schlägt er mit Ideologie.

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                                                Secunda 08.05.2013, 00:33

                                                Der fantastische Mr. Fox? Auf jeden Fall!
                                                Ein kleiner Fuchs in großer Szene gesetzt, vermittelt dieser Stop-Motion-Film deffenitiv den Eindruck mitten in der Welt von Roald Dahl zu stecken.
                                                Eine liebevolle Umsetzung mittels atmosphärisch dichten Bildern und die Liebe noch zum aller kleinsten Detail machen diesen Film zu einem kleinen Meisterwerk. Jedes Szenenbild lädt zur genaueren Betrachtung ein, auch die Dialoge sind intelligent und zugleich auf eine humorvolle Weise sehr tiefgründig.

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                                                • 8 .5
                                                  Hagen Hagen 06.04.2013, 06:05

                                                  Einfach wunderbar. Hab ich schon mal einen Film gesehen, der mit so viel Liebe und Hingabe gemacht wurde? Ich weiß es nicht. Und die Besetzung bis in die kleinste Nebenrolle. Wahnsinn.

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                                                    Martin Oberndorf 04.04.2013, 19:33

                                                    Hin und wieder gibt es die Filme, die uns überraschen.
                                                    Die nach wenig aussehen und inhaltlich doch so viel zu bieten haben.
                                                    Und das vielleicht auch noch auf eine Weise, die wir so noch nie gesehen haben.
                                                    Bei mir was das "Der fantastische Mr. Fox".

                                                    Dies war mein erster Kontakt mit Wes Anderson.
                                                    Der zweite war dann "Moonrise Kingdom".
                                                    Einen dritten gab es zum Zeitpunkt dieses Kommentares noch nicht, aber ich kann versichern, es wird einen geben (eventuell ist er ja schon eingetreten, wenn du das liest).
                                                    Auf jeden Fall muss ich sagen, dass es für mich selten eine positivere Überraschung gegeben hat, als bei diesem Film.
                                                    Moviepilot hat ihn mir in meine Top100 gesetzt, die Kritiken waren alle gut, auf iMDb hat er 7.8 und der Regisseur Wes Anderson wurde mir wärmstens empfohlen.
                                                    Dennoch waren meine Erwartungen jetzt nicht unbedingt so groß. Denn irgendwie konnten mich weder Handlung noch Trailer beeindrucken.
                                                    Das liegt weder daran, dass ich etwas gegen Animationsfilme habe, noch etwas gegen den Stil. Aber... naja.
                                                    "Hörst halt auf die guten Stimmen. Jeder liebt den Streifen." sagte ich mir.

                                                    Ich bin froh, dass ich auf die guten Stimmen gehört hab.
                                                    Der Film ist sowas von grandios, ich... wow.
                                                    Als der Abspann lief musste ich mich erst einmal sammeln.
                                                    Aber ich war mir sicher, dass ich den Streifen mit meiner Höchstnote auszeichnen würde. Ich musste es. Ich hätte nicht mehr in den Spiegel blicken können, wenn nicht.
                                                    Doch was macht den Film zu einem 10.0-Punkte-Film?
                                                    1. Der Film ist viel tiefgründiger als der normale Animationsfilm.
                                                    2. Der Film ist derart "ausgefuchst" und originell, dass ich schon etwas enttäuscht bin, dass der Film bei den Oscars "nur" für Animation und Musik nominiert war, und nicht auch für den Drehbuchoscar (adaptiert).
                                                    Die Dialoge muss man sich mal ausdenken.

                                                    Vorsichtig würde ich den Film als animierten "Little Miss Sunshine" mit anthropomorphen Tieren bezeichnen.
                                                    Ja. Das trifft's denk ich. Das sind bereits drei positive Faktoren.

                                                    Der Film ist so viel, da er sehr viele wunderbare Charaktere hat.
                                                    Als Erstes ist eine wunderschöne Geschichte über das Anderssein.
                                                    Durch Ash (der auch mein Lieblingscharakter ist) sehen wir, dass es sehr schwer ist, nicht der Norm zu entsprechen. Dass es nicht leicht ist, sich einzufinden, sich zu wehren, und dass es eben so schwer sein kann, sein näheres Umfeld zu beeindrucken. Dabei übersieht er voll und ganz, dass sein eigentlich bester Freund der ist, den er am Meisten hasst.
                                                    Dann aber ist der Film eine Geschichte um Verpflichtungen, und dem Drang, trotzdem frei sein zu wollen.
                                                    Mr. "Foxy" Fox ist ein wildes Tier, er ist ein Hühnerdieb. Und wegen seiner Familie ist er ein ruhigeres Leben eingegangen. Und dieser Konflikt, auf einer Seite die Liebe zu seiner Familie, auf der anderen Seite seiner innersten Bedürfnisse, steht im zentralen Mittelpunkt.
                                                    Und als Drittes, vielleicht am Wenigsten offensíchtlich, ist dieser Film auch eine Abrechnung mit den sozialen Ständen.
                                                    Die Tiere leben unter der Erde, und müssen von den Reichen, den Bauern auf der Oberseite stehlen, um überleben zu können.

                                                    Aber auch humor- und einfallstechnisch hat der Film äußerst viel zu bieten.
                                                    Seien es das Markenzeichen von Mr. Fox (pfeif pfeif klick klack), die Liebe der Hunde zu Blaubeeren, oder allgemein, dass sich unter der Erde ein richtiges soziales Gefüge befindet. Mit Tieren. I like it. No, I love it!

                                                    Und dann diese Charaktere.
                                                    Mr. Fox. Mrs. Fox. Ash. Kristofferson. Dachs. Kylie.
                                                    Genial!
                                                    Und ich bleibe dabei, dass das Highlight hierbei immer noch Ash und Kristofferson.
                                                    Letzterer hat übrigens im Deutschen die Synchronstimme von Michael Cera, weswegen ich oft an denselben denken musste, was für mich als leidenschaftlicher "Juno"-Fan ja ein Pluspunkt ist.

                                                    Nur bei den Angaben in Fuchsjahren hat ich einen Wermutstropfen. Die Zeit vergeht für unsere Protagonisten zu schnell. Und dabei mag ich sie doch so.

                                                    Aber dennoch: "Der fantastische Mr. Fox" macht seinem Titel alle Ehre.
                                                    "Wir sind einfach anders. Wir alle. [...] Aber irgendwie ist das auch fantastisch, nicht wahr?"
                                                    Allerdings. Also ich für meinen Teil bin anders.
                                                    Der Film auch. Und ich würd mal sagen, das ist fantastisch!
                                                    *pfeif pfeif klick klack*

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