Der Frauenmörder von Paris

Landru (1963), IT/FR
Laufzeit 93 Minuten, FSK 16, Komödie, Kinostart 17.04.1964

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6.2 Kritiker
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von Claude Chabrol, mit Charles Denner und Michèle Morgan

Henri-Desiré Landru ist mit seiner Glatze und seinen stechenden Augen nicht unbedingt ein schöner Mann. Dennoch kommt er bei den Damen glänzend an; sein Charme, seine Beredsamkeit und seine diskreten Hinweise auf ein (nicht existierendes) Vermögen wirken Wunder. Und so folgen ihm viele Frauen willig in sein Liebesnest. Bei allen Unterschieden haben sie eines gemeinsam: Sie kehren nie von dort zurück! Claude Chabrols hintergründiger Grusel-Krimi benutzt den Fall des berüchtigten Frauenmörders Landru zu einer bissigen Satire auf das Kleinbürgertum und den Blaubart-Mythos.

Handlung

Als Trödler allein kann Landru (Charles Denner) seine Familie kaum ernähren. Da kommt ihm die Idee, als sich als rare Ware zu Kriegszeiten – als Mann – an alleinstehende Damen heranzumachen. Berthe Heon (Danielle Darrieux) macht er als erste den Hof und bringt sie in sein Landhaus in Gambais, wo die Ärmste ihm eine Vollmacht überschreibt und hernach im heimischen Herd landet. Den englischen Nachbarn geht der Gestank aus dem Schornstein der benachbarten Villa bald auf den Geist. Denn auf Berthe folgt die elegante Célestine Buisson (Michèle Morgan), die lediglich von ihrer Schwester (Denise Provence) vermisst wird. Die naive Angèle (Juliette Mayniel), die sanfte Andrée (Catherine Rouvel), die alberne Madame Guillin (Mary Marquet) und weitere Damen verlassen das Anwesen ausnahmslos durch den Schornstein. Nur die kokette Fernande (Stéphane Audran) verschont Landru. Sie wird seine Geliebte. Als Landru beim Einkauf von Célestines Schwester erkannt und kurz darauf gefasst wird, sagt Fernande zu seinen Gunsten aus, doch Staatspräsident Georges Clemenceau kommt der Schausprozess um den Serienmörder gerade recht, um die Öffentlichkeit von den politischen Problemen abzulenken…

Weiterführende InformationenWeitere Informationen im Internet
Landru – Der Frauenmörder von Paris bei dieterwunderlich.de

Quellen


Cast & Crew


Kommentar — Film: Der Frauenmörder von Paris

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8martin

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Bewertung7.0Sehenswert

Das Auffallendste an diesem Krimi des Altmeisters von 1963 ist, dass man weder die vielen Morde noch die Hinrichtung des Mörders sieht. Lediglich durch wiederholt gleiche Einstellungen (rauchender Schornstein) kann man ahnen wie er es angestellt hat. Bemerkenswert ist die Riege von Leinwandikonen (Morgan, Darrieux, Knef, Audran u.a.) die hier die Opfer darstellen. Es wird offenbar kein großer Wert auf blutrünstiges Meucheln gelegt. Das Ambiente ähnelt Theaterkulissen - eine künstlich errichtete Scheinwelt - und die Darstellungsweise offenbart eine gewisse Theatralik, die unterstützt durch die Wortwahl der Dialoge einen gewissen ironischen Unterton einbringt. Als pointierter Seitenhieb wird das zeitgleiche Sterben der Männer im 1. Weltkrieg an der Front erwähnt: dort sterben die Männer, daheim werden die Frauen ermordet. So entsteht ein groteskes Bild einer Gesellschaft, in der der Tod mal offiziell mal kriminell ganz normal auf der Tagesordnung steht. In beiden Fällen ist er aber keineswegs gerechtfertigt.

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