Der Garten der Finzi Contini

Il Giardino dei Finzi-Contini (1970), IT/DE
Laufzeit 95 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 03.07.1971

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Der Garten der Finzi Contini - Bild 1517159
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von Vittorio De Sica, mit Lino Capolicchio und Dominique Sanda

Italien, Ende der 1930er Jahre. Unter dem faschistischen Mussolini-Regime nehmen die Restriktionen gegen jüdische Italiener immer weiter zu. Nirgends mehr gerne gesehen, wird für eine Gruppe junger Juden in der Stadt Ferrara der Garten der wohlhabenden jüdischen Familie Finzi-Contini zum Treffpunkt. Einer von ihnen, der junge Giorgio, fühlt sich zu Micòl, der Tochter des Hauses, hingezogen. Auch sie scheint ihm ein besonderes Interesse entgegenzubringen. Während die äußeren Umstände immer gefährlicher werden, entwickelt sich zwischen den beiden eine zwischen tiefer Freundschaft und scheuer Liebe changierende Beziehung.


Cast & Crew


Kritiken (1) — Film: Der Garten der Finzi Contini

Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de

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9.0Herausragend

Seine Schilderung der damaligen Verhältnisse bleibt angenehm zurückgenommen, was ein Grund dafür sein mag, dass dieses Drama nach wie vor solch eine Frische ausstrahlt und erstaunlich gut gealtert ist. In sonnengetränkten Bildern zauberte der Regisseur ein Werk voller Leidenschaft, Gefühl und Sehnsucht, ohne falschen Kitsch oder Gefühlsduselei, das eben aus dieser Eigenschaft seine ganze Kraft schöpft.

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Kommentar — Film: Der Garten der Finzi Contini

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Hungerkünstler

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Mitte der 40er Jahre entstand in Italien mit den Regisseuren Rosselini und Visconti der Filmstil des Neorealismus, für den die ungeschminkte Darstellung des wirklichen Lebens, der Unterdrückung (sicher Einflüsse des Marxismus), von Ungerechtigkeit und Kriegsnot prägend war. Vittorio de Sica kam als maßgeblicher Vertreter dieser Richtung mit den meisterlichen Filmen Fahrraddiebe (1954) und Umberto D (1952) hinzu. 1960 war de Sicas Film "Und dennoch leben sie" mit der erschreckenden Vergewaltigungsszene ein Nachläufer der Bewegung. Von Visconti vielleicht abgesehen verblasste bei den genanngten Regisseuren deren Regiekraft, sie wandten sich auch banaleren Streifen zu. Eine gewisse Ausnahme stellt bei de Sica der Film Der Garten der FinziContini dar, der das Schicksal zweier jüdischer Familien in den Jahren von etwa 1938 bis 1943 schildert. In elegischen Tönen wird die nicht erfüllte Liebe des jungen Giorgio zu Micol aus der reichen Familie derFinzi Contini geschildert. Aus dem öffentlichen Leben auch in Italien verdrängt ist der große Garten der Finzi Contini Treffpikt und Zufluchtsort der jungen Leute. Diesen nehmen die frühen Judengesetze Italiens nicht ernst, für den wissenden Zuseher des Films ist die latente Bedrohung deutlicher als für die Prtagonisten des Films. Vor der nur scheinbar noch intakten Welt wird die reale Ausgrenzung und die tatsächliche Bedrohung dieser Menschen erschreckend deutlich, insofern ist das Werk sicher epigonnal dem Neorealismus zuzurechnen. Der Film endet mit der Inhaftierung von Mitgliedern der beiden jüdischen Familien. Was weiter eschieht bleibt ungesagt. Doch konnte dies 1943, nachdem in Norditalien faktisch das NS-Regime die Macht übernommen hatte nur die Deportation nach Theresienstadt und die Ermordung in Auschwitz bedeuten.

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

filmfan90

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Sehr guter Kommentar! Mehr davon! ;)


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