Bedenkt man, dass sich ein Großteil der Handlung auf fahrenden Zügen abspielt, ist die Ruhe der Kamera für die damalige Zeit ebenso bemerkenswert wie die finale Schlacht. Keaton spielt den Lokomotivführer Johnnie Gray, der zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs unter zahlreichen Verwicklungen seine Geliebte Annabelle Lee aus den Klauen der Nordstaatler befreit. Dies tut er natürlich nicht ohne eine Vielzahl von Slapstickeinlagen, die er mit seiner gewohnt eisernen Mine vorträgt. Ein großartiger, bisweilen köstlicher Film!
[...] Regisseur, Autor, Cutter und Hauptdarsteller Buster Keaton und seine Slapstickeinlagen sind, verglichen mit den legendären Chaplin-Produktionen, eher verhalten, schaffen dafür aber das Bild eines recht natürlichen, zwar tollpatschigen doch cleveren und liebenswürdigen Helden. Die Gags werden selten mehr als ein Schmunzeln hervorrufen, sind dafür aber immer sehr schön in den Fluss der Handlung integriert. Erfrischend ist auch, dass die hübsche Dame, die unser Held für sich gewinnen will, mal ungewöhnlich rau angepackt wird und für einen Großteil der rasanten Actionszenen essentiell ist. Marion Mack erledigt da ebenso wie Buster Keaton einen beachtlichen Job. [...]
Buster Keaton, der leider noch immer im Schatten von Chaplin steht (was meiner Meinung nach unberechtigt ist), gehört zu den brillantesten Komiker in der Geschichte des Films.
The General ist geprägt von einer solchen Leichtigkeit und ist, für seine Zeit so rasant erzählt, dass nie Langeweile aufkommt. Die Geschichte ist zwar äusserst simpel, aber so liebevoll und teilweise recht episch inszeniert und von enormem Charme geprägt.
Keaton's Stunts und Gags in diesem Film brauchen sich echt nicht hinter Chaplin zu verstecken.
Absolut top. Kann man sich immer wieder ansehen. Und sollte man auf jeden Fall einmal gesehen haben.
BTW: Die Qualität der Blu-ray (US / KINO International) ist absolut genial. Man kann es kaum glauben, dass der Film 85 Jahre alt ist.
Mein erstes Kommentar auf Moviepilot möchte ich den ältesten und einzigen Stummfilm meiner Filmliste widmen. Erst kürzlich eher skeptisch Stummfilmen gegenüber hab ich mir dieses Werk vorgenommen. Buster Keaton war mir auf anhieb symphatisch, seine Stunts waren sehr gut inzeniert. Der General ist ein sehr kurzweiliges, witziges und Actiongeladenes Roadmovie, welches so schnell fahrt aufgenommen hat wie seine Lokomotive. Dieser Film war bis ins kleinste Detail durchdacht, lediglich die letzten zehn Minuten des Films hätten besser sein können.
Ich freue mich schon auf weitere Stummfilme von Keaton, Chaplin und Co.
Liebenswerte Railroad-Rally (wiederholt das mal ganz schnell) während des amerikanischen Bürgerkriegs mit tollpatschigem Klamauk und fabelhafter Musik. Das kommt vielleicht nicht an Chaplin's Werke ran, aber dafür zieht Buster Keaton seine tollen Gags teilweise doch noch eine Spur trockener durch. Auf jeden Fall ein sehenswerter Klassiker, der lobenswerterweise auch nicht allzu lang geraten ist.
Ich will hier um des lieben Friedens willen keinen "Chaplin vs. Keaton"-Kampf aufbeschwören. Es würde beiden Genies eher gerecht werden, sie voneinander getrennt zu betrachten. Nicht nur ihr Sinn für Komik unterscheidet Keaton und Chaplin stark voneinander, sondern auch ihre Art der Inszenierung - Chaplin suchte schon vorher oft die künstliche Stilisierung, wo Keaton mehr die Komik aus der realistischen Umsetzung seiner Stunts bezog - wobei dieser Realismus von seinem unbewegten Gesichtszügen noch unterstützt wurde.
Meisterwerke wie "Modern Times" und "Our Hospitality" müssen meiner Ansicht nach keinen direkten Vergleich miteinander scheuen.
Da magst du Recht haben, vorallem weil ich schlichtweg nicht genug von den beiden kenne, um wirklich vergleichen zu können. "The General" war jetzt mein erster Keaton, der mir zwar gefallen hat, aber nicht ganz so stark rüberkam wie die Sachen, die ich von Chaplin kenne (was auch nicht gerade viel ist). Trotzdem, beide waren genial und, wenn man die Arbeitsbereiche wie Regie, Hauptdarsteller, Schnitt, Drehbuch und teils Musik bedenkt, wirklich Multitalente.
Ich kann die ersten Kritik die zu diesem Film erschienen verstehen. Wer hier eine alberne Komödie wie Charlie Chaplins Goldrausch erwartet, wird enttäuscht sein. Die Gags haben mich selten schmunzeln lassen. Die Story ist (wie bei den meisten Stummfilmen üblich) zu einfach, um dauerhaft fesseln zu können.
Wirklich toll an The General sind die Aufnahmen und Materialschlachten, die trotz der Bildqualität immer noch beeindrucken können. Aber das macht mMn noch keinen guten Film aus.
Wirklich achten sollte man darauf, welchen Soundtrack man sich anhört. Ich habe eine alte Version mit klassischer Musik gesehen. Diese ist nicht wirklich zu empfehlen.
Wenn man Buster Keaton mag, wird man sich früher oder später diesen Film sowieso angucken. Alle anderen sollten vorher erstmal rausfinden, ob sie Buster Keaton mögen ;-)
Den Zauber dieses späten Stummfilmjuwels erkannten Kritiker und Publikum erst 30 Jahre nach seiner Uraufführung.
Aufgrund der aufwändigen Requisiten und eigens für den Film umgebauten Lokomotiven sowie der zahlreichen Unfälle (Pferde gingen durch, Waldbrand, halbertrunkene Statisten, Keaton überlebte einen Stunt nur knapp, verlor bei einem anderen das Bewusstsein, brach sich bei einem wiederum anderen das Genick - insgesamt verletzten sich 9 Menschen) musste Keaton das Budget überziehen und machte somit "Der General" zur teuersten Komödie seiner Ära. Doch all diese Strapazen schienen sich nicht gelohnt zu haben. Positive Kritiken blieben weitesgehend aus. Der Film sei weder lustig noch geschmackvoll, hieß es damals. Die Produktionskosten wurden nicht wieder eingespielt. Das Studio entzog Buster die künstlerische Freiheit und rollte ihm damit den roten Teppich vom Zenit seines Ruhms in die Vergessenheit aus. Man hatte ihn schlicht und ergreifend verkannt.
Bei diesem Spielfilm hatte er jegliche Zügel in der Hand, vom Drehbuch über den Schnitt bis hin zu den Zwischentiteln, und natürlich die Regie. Wie bereits in einigen seiner Kurzfilme verband er hier Ernst mit Komik. Die klar und schrittweise erzählte Geschichte spielt im amerikanischen Bürgerkrieg und basiert auf dem Andrews-Überfall. Buster Keaton machte daraus eine Eisenbahnentführungs-Romanze. Und das war der Hauptangriffspunkt der Presse. Der Krieg als Grundlage für eine Komödie erschreckte und verwirrte die Zuschauer gleichermaßen.
Keatons Detailverliebtheit, die technischen Spielerein blieben völlig unbemerkt. Die Verfolgungsjagd auf den Gleisen ist eine rasant spannende Reise durch die wunderbar entspannende Landschaft von Oregon. Mit fahrenden Kameras zu drehen war zur damaligen Zeit technisch keinesfalls leicht zu bewältigen.
Bietet "Der General" auch viele Überraschungen, kann man sich auf zwei Dinge seitens Keaton immer verlassen: Seine Lachtränen verursachende Situationskomik und seinen halsbrecherischen Slapstick.
Vielleicht war dieser Film seiner Zeit voraus.
Vielleicht ist er aber auch nur wie ein guter Wein. Je älter, desto besser.
Der General - Kritik
US 1927 Laufzeit 78 Minuten, FSK 6, Komödie, Kinostart 04.04.1927
Kritiken (2) — Film: Der General
LuGr: MovieMaze / NEGATIV u.a.
Kommentar löschenBedenkt man, dass sich ein Großteil der Handlung auf fahrenden Zügen abspielt, ist die Ruhe der Kamera für die damalige Zeit ebenso bemerkenswert wie die finale Schlacht. Keaton spielt den Lokomotivführer Johnnie Gray, der zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs unter zahlreichen Verwicklungen seine Geliebte Annabelle Lee aus den Klauen der Nordstaatler befreit. Dies tut er natürlich nicht ohne eine Vielzahl von Slapstickeinlagen, die er mit seiner gewohnt eisernen Mine vorträgt. Ein großartiger, bisweilen köstlicher Film!
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Flibbo: wieistderfilm.de
Kommentar löschen[...] Regisseur, Autor, Cutter und Hauptdarsteller Buster Keaton und seine Slapstickeinlagen sind, verglichen mit den legendären Chaplin-Produktionen, eher verhalten, schaffen dafür aber das Bild eines recht natürlichen, zwar tollpatschigen doch cleveren und liebenswürdigen Helden. Die Gags werden selten mehr als ein Schmunzeln hervorrufen, sind dafür aber immer sehr schön in den Fluss der Handlung integriert. Erfrischend ist auch, dass die hübsche Dame, die unser Held für sich gewinnen will, mal ungewöhnlich rau angepackt wird und für einen Großteil der rasanten Actionszenen essentiell ist. Marion Mack erledigt da ebenso wie Buster Keaton einen beachtlichen Job. [...]
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Kommentare (7) — Film: Der General
Kommentar schreibenthedirector 2011/06/25 23:21:59
Kommentar löschenBuster Keaton, der leider noch immer im Schatten von Chaplin steht (was meiner Meinung nach unberechtigt ist), gehört zu den brillantesten Komiker in der Geschichte des Films.
The General ist geprägt von einer solchen Leichtigkeit und ist, für seine Zeit so rasant erzählt, dass nie Langeweile aufkommt. Die Geschichte ist zwar äusserst simpel, aber so liebevoll und teilweise recht episch inszeniert und von enormem Charme geprägt.
Keaton's Stunts und Gags in diesem Film brauchen sich echt nicht hinter Chaplin zu verstecken.
Absolut top. Kann man sich immer wieder ansehen. Und sollte man auf jeden Fall einmal gesehen haben.
BTW: Die Qualität der Blu-ray (US / KINO International) ist absolut genial. Man kann es kaum glauben, dass der Film 85 Jahre alt ist.
13 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Smoover 2010/09/03 12:25:56
Kommentar löschenMein erstes Kommentar auf Moviepilot möchte ich den ältesten und einzigen Stummfilm meiner Filmliste widmen. Erst kürzlich eher skeptisch Stummfilmen gegenüber hab ich mir dieses Werk vorgenommen. Buster Keaton war mir auf anhieb symphatisch, seine Stunts waren sehr gut inzeniert. Der General ist ein sehr kurzweiliges, witziges und Actiongeladenes Roadmovie, welches so schnell fahrt aufgenommen hat wie seine Lokomotive. Dieser Film war bis ins kleinste Detail durchdacht, lediglich die letzten zehn Minuten des Films hätten besser sein können.
Ich freue mich schon auf weitere Stummfilme von Keaton, Chaplin und Co.
4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
phoenix409 2010/05/27 23:53:49
Kommentar löschenLiebenswerte Railroad-Rally (wiederholt das mal ganz schnell) während des amerikanischen Bürgerkriegs mit tollpatschigem Klamauk und fabelhafter Musik. Das kommt vielleicht nicht an Chaplin's Werke ran, aber dafür zieht Buster Keaton seine tollen Gags teilweise doch noch eine Spur trockener durch. Auf jeden Fall ein sehenswerter Klassiker, der lobenswerterweise auch nicht allzu lang geraten ist.
4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten
McAlloon 2010/05/28 00:38:46
Antwort löschenIch will hier um des lieben Friedens willen keinen "Chaplin vs. Keaton"-Kampf aufbeschwören. Es würde beiden Genies eher gerecht werden, sie voneinander getrennt zu betrachten. Nicht nur ihr Sinn für Komik unterscheidet Keaton und Chaplin stark voneinander, sondern auch ihre Art der Inszenierung - Chaplin suchte schon vorher oft die künstliche Stilisierung, wo Keaton mehr die Komik aus der realistischen Umsetzung seiner Stunts bezog - wobei dieser Realismus von seinem unbewegten Gesichtszügen noch unterstützt wurde.
Meisterwerke wie "Modern Times" und "Our Hospitality" müssen meiner Ansicht nach keinen direkten Vergleich miteinander scheuen.
phoenix409 2010/05/28 11:26:57
Antwort löschenDa magst du Recht haben, vorallem weil ich schlichtweg nicht genug von den beiden kenne, um wirklich vergleichen zu können. "The General" war jetzt mein erster Keaton, der mir zwar gefallen hat, aber nicht ganz so stark rüberkam wie die Sachen, die ich von Chaplin kenne (was auch nicht gerade viel ist). Trotzdem, beide waren genial und, wenn man die Arbeitsbereiche wie Regie, Hauptdarsteller, Schnitt, Drehbuch und teils Musik bedenkt, wirklich Multitalente.
Jomo 2010/05/06 23:09:31
Kommentar löschenSehr spaßig und für die Zeit aufwändig produziert.
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Lorion42 2009/05/17 18:42:48
Kommentar löschenIch kann die ersten Kritik die zu diesem Film erschienen verstehen. Wer hier eine alberne Komödie wie Charlie Chaplins Goldrausch erwartet, wird enttäuscht sein. Die Gags haben mich selten schmunzeln lassen. Die Story ist (wie bei den meisten Stummfilmen üblich) zu einfach, um dauerhaft fesseln zu können.
Wirklich toll an The General sind die Aufnahmen und Materialschlachten, die trotz der Bildqualität immer noch beeindrucken können. Aber das macht mMn noch keinen guten Film aus.
Wirklich achten sollte man darauf, welchen Soundtrack man sich anhört. Ich habe eine alte Version mit klassischer Musik gesehen. Diese ist nicht wirklich zu empfehlen.
Wenn man Buster Keaton mag, wird man sich früher oder später diesen Film sowieso angucken. Alle anderen sollten vorher erstmal rausfinden, ob sie Buster Keaton mögen ;-)
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HarleyQuinn 2008/04/21 14:59:47
Kommentar löschenDen Zauber dieses späten Stummfilmjuwels erkannten Kritiker und Publikum erst 30 Jahre nach seiner Uraufführung.
Aufgrund der aufwändigen Requisiten und eigens für den Film umgebauten Lokomotiven sowie der zahlreichen Unfälle (Pferde gingen durch, Waldbrand, halbertrunkene Statisten, Keaton überlebte einen Stunt nur knapp, verlor bei einem anderen das Bewusstsein, brach sich bei einem wiederum anderen das Genick - insgesamt verletzten sich 9 Menschen) musste Keaton das Budget überziehen und machte somit "Der General" zur teuersten Komödie seiner Ära. Doch all diese Strapazen schienen sich nicht gelohnt zu haben. Positive Kritiken blieben weitesgehend aus. Der Film sei weder lustig noch geschmackvoll, hieß es damals. Die Produktionskosten wurden nicht wieder eingespielt. Das Studio entzog Buster die künstlerische Freiheit und rollte ihm damit den roten Teppich vom Zenit seines Ruhms in die Vergessenheit aus. Man hatte ihn schlicht und ergreifend verkannt.
Bei diesem Spielfilm hatte er jegliche Zügel in der Hand, vom Drehbuch über den Schnitt bis hin zu den Zwischentiteln, und natürlich die Regie. Wie bereits in einigen seiner Kurzfilme verband er hier Ernst mit Komik. Die klar und schrittweise erzählte Geschichte spielt im amerikanischen Bürgerkrieg und basiert auf dem Andrews-Überfall. Buster Keaton machte daraus eine Eisenbahnentführungs-Romanze. Und das war der Hauptangriffspunkt der Presse. Der Krieg als Grundlage für eine Komödie erschreckte und verwirrte die Zuschauer gleichermaßen.
Keatons Detailverliebtheit, die technischen Spielerein blieben völlig unbemerkt. Die Verfolgungsjagd auf den Gleisen ist eine rasant spannende Reise durch die wunderbar entspannende Landschaft von Oregon. Mit fahrenden Kameras zu drehen war zur damaligen Zeit technisch keinesfalls leicht zu bewältigen.
Bietet "Der General" auch viele Überraschungen, kann man sich auf zwei Dinge seitens Keaton immer verlassen: Seine Lachtränen verursachende Situationskomik und seinen halsbrecherischen Slapstick.
Vielleicht war dieser Film seiner Zeit voraus.
Vielleicht ist er aber auch nur wie ein guter Wein. Je älter, desto besser.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
El_Wray 2008/04/20 18:36:00
Kommentar löschenBuster Keaton ist in diesem Film einfach wunderbar! Ich liebe seine Stummfilme!
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