Der große Irrtum
Il Conformista (1970), FR/IT/DE Laufzeit 110 Minuten, FSK 18, Drama, Kinostart 16.04.1971
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von Bernardo Bertolucci, mit Jean-Louis Trintignant und Stefania Sandrelli
1938 im faschistischen Italien: Marcello Clerici, geachteter Professor der Philosophie, hat sich mit der schönen, aber geistig schlichten Giulia verlobt. Er ist davon überzeugt, dass er als 13-Jähriger einen Mann erschossen hat, der ihn zu verführen versuchte, und wird seitdem von Schuldgefühlen geplagt. Clerici ist ein überzeugter Faschist geworden und bietet dem faschistischen Geheimdienst an, seinen ehemaligen Professor Quadri zu beschatten, der jetzt als engagierter Antifaschist in Paris lebt. Der Geheimdienst gibt Clerici den Auftrag, Quadri zu ermorden. In Paris besucht Clerici mit seiner Verlobten Quadri und verliebt sich sofort in dessen junge Frau Anna. Entsetzt muss er erleben, dass Anna versucht, seine Frau zu verführen, und ihn als faschistischen Spion entlarvt. Indem er den beiden Frauen vorschlägt, sich zu zweit Paris anzuschauen, bereitet Clerici das Attentat auf Quadri vor. Doch Anna bleibt bei ihrem Ehemann. In seinem Auto sitzend, beobachtet Clerici, wie Quadri und Anna von faschistischen Agenten ermordet werden. Im Juli 1943, als in Rom die Bevölkerung den Sturz des faschistischen Regimesfeiert, vollzieht Clerici als echter Konformist einen erneuten Gesinnungswandel: Er schließt sich den siegreichen Antifaschisten an und diffamiert öffentlich den Mann, der ihn für Mussolinis Partei gewonnen hatte.
Cast & Crew
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Bernardo Bertolucci
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Jean-Louis Trintignant
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Stefania Sandrelli
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Gastone Moschin
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Enzo Tarascio
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Prof. Quadri
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Fosco Giachetti
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Offizier
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José Quaglio
Regie
Schauspieler
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Dominique Sanda
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Pierre Clémenti
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Pierre Clementi
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Yvonne Sanson
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Milly
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Giuseppe Addobbati
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Christian Aligny
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Bernardo Bertolucci
- Genre
- Politdrama
- Ort
- Italien, Paris
- Handlung
- Affäre, Drittes Reich, Faschismus, Klassiker, Konformismus, Mussolini, Roman, Schuld
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Kommentare (4) — Film: Der große Irrtum
Kommentar schreibenJack_Torrance 2011/04/11 20:12:09
Kommentar löschenDer Originaltitel "Il Conformista" bringt es schon auf den Punkt: Es geht um Konformismus und um Anpassung aufgrund von Angst und Selbstzweifeln. Bernardo Bertolucci hat dieses Thema sehr unaufdringlich umgesetzt. Die Denkweisen des Hauptprotagonisten und die Intention des Regisseurs werden nicht aufdringlich ins Bild gesetzt, sondern in beiläufigen Beobachtungen gezeigt.
Bestes Beispiel ist eine Szene, in der ein blinder Nationalsozialist unseren Hauptprotagonisten davon überzeugt sich anzupassen, wonach er behauptet er habe immer Recht; ein Schwenk zu seinen Schuhen und man sieht: Er hat verschiedene Schuhe an. So einfach macht man dem Zuschauer die Absurdität der Anpassung deutlich.
Am Ende aber ist unser Konformist seelisch isoliert. Es besteht eine psychologische Wand zwischen seiner Frau, seinen Freunden... Er hat sich angepasst, glücklich wurde er aber nicht...
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8martin 2009/03/06 12:42:23
Kommentar löschenEs ist Bertoluccis Auseinandersetzung mit dem italienischen Faschismus. Erzählt wird die Geschichte eines Mannes, den man in der deutschen Wiedervereinigungs-Problematik einen ’Wendehals’ nennen würde. Die sehr komplexe Erzählweise beeindruckt ebenso wie die teils ungewöhnlichen Kameraeinstellungen (Monumentalbauten à la Albert Speer).
Mit drei tollen Schauspielern (Jean-Louis Trintignant, Dominique Sanda und vor allem Stefania Sandrelli) betont er besonders das rücksichtslose Überschreiten gesellschaftlicher Grenzen: es gibt Kreuz und Querverbindungen bei zwei Ehepaaren. Außerdem erhöht er die Story durch die gesungene Internationale und durch das Höhlengleichnis von Plato. Einer der besten Bertolucci-Filme, weil er ein politisches Phänomen anhand menschlicher Beziehungen beleuchtet, mit Erotik würzt und alles (sic!) auf ein fades Ende hinauslaufen lässt, wobei er sogar eine gewisse Spannung beibehalten kann.
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patcharisma 2009/03/01 17:54:26
Kommentar löschenIch hatte den Film schon als Kind gehasst, während meine Eltern begeistert waren von der "Sezierung einer faschistischen Anpasserseele". Sie hatten ja Marx & Mao, hörten John Lennon & abonnierten die Emma. Somit passte der Film toll in die Stil-Sammlung Möchte-Gern-Sozialisten mit Erspartem & Geerbtem.
Typischer Stoff aus dem die Träume von Autorenfilmer der 70er waren: Man nehme ein Buch von Moriava und setze dieses schleppend und möglichst langatmig um, nehme etwas widerlichen Sex & eine brutale Gewalt-Szene und fertig ist das ideologie-verbrähmte Anspruchskino.
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seb100 2009/01/11 20:43:07
Kommentar löschengrandiose schnitttechnik (vorläufer von erzähltechniken wie memento) bertolucci auf dem höhepunkt seines könnens. politisch auch sehr interessant. der regisseur hat zu dem zeitpunkt gerade eine psychoanlayse gemacht, das merkt man: der film hat unzählige ebenen, die man entdecken kann. gefilmt von dem grandiosen vittorio storaro, der später "apocalypse now" fotografiert hat. leider nur im kino zu sehen. unbedingt anschauen!
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