Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs - Kritik

NZ/US 2003 Laufzeit 200 Minuten, FSK 12, Fantasyfilm, Historienfilm, Abenteuerfilm, Kinostart 17.12.2003

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    "Meine Freunde, ihr verneigt euch vor niemandem"

    An dieser Stelle habe ich immer was im Auge. Vielleicht sollte ich mal einen Arzt aufsuchen. Was meint ihr? :-D

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      Ein Meisterwerk bzw. für mich DAS Meisterwerk schlechthin....Jedes mal, wenn dieser Film im TV kommt, hab ich einfach nicht die Macht(mein Schatz) umzuschalten. Bildgewaltig, wunderschön, episch...alles was ein Film braucht.

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        1, 2, Windu schaut vorbei,
        3, 4, jetzt pocht er an der Tür.
        5, 6, jetzt holt er sei‘ Äxt,
        7, 8, ein Film wird platt gemacht.

        Und was für einer! In meinem Braveheart-Kommi schrieb ich bereits, dass ich mit Schlachtenepen nicht besonders viel anfangen kann. Grund sind, ich sag es gern noch einmal, die meist viel zu dick aufgetragenen Reden. Doch während Braveheart mich noch halbwegs mitreißen konnte, und sei es nur an ein paar vereinzelte Stellen gewesen, schafft es der Abschluss der Herr der Ringe Trilogie nicht im Geringsten. Generell mochte ich keinen Teil aus der Reihe, einzig den zwei Türmen konnte ich stellenweise etwas abgewinnen. Mit diesem Kommentar wird meine Woche mit Kommentaren zu Filmen, die alle außer mir lieben, würdig beendet. Denn was ist würdiger, als einen Film zu kommentieren, dessen Community-Wertung mehr als 6 Punkte über meiner Wertung liegt?

        Doch überraschenderweise ist mein größtes Problem mit der Rückkehr des Königs, obwohl ein Schlachtenepos, NICHT das Pathos! Zwar konnte mich auch hier keine Ansprache wirklich aus dem Hocker hauen, aber es existiert ein weitaus größeres Problem; die Charaktere!
        Ja, ich gebe es gerne zu, ich kann mit Frodo, Samwise und Gollum nichts anfangen. Aragon, Gandalf, Saruman, alles vollkommen uninteressante und (was noch viel schlimmer ist) nervige Figuren! Ja, ich bekomme wirklich bei so manchen Szenen das Kotzen, besonders wenn Orlando Bloom als Amor mit Pfeil und Bogen durch die Gegend hüpft und sich dabei noch so obergeil fühlt. Ja, ich träume manchmal sogar davon, was passiert wäre, wenn man die Rollen mit anderen Schauspielern besetzt hätte. Das soll nicht heißen, dass Ian McKellen oder Elijah Wood schlechte Schauspieler sind, im Gegenteil, aber in ihre Rollen wirken sie alle seltsam steif und gelangweilt.

        Technisch wird die Reihe ja immer als das Non-Plus Ultra angesehen. So würde ich das nicht sagen. Die Effekte sind, das muss ich schon zugeben, sehr stark, doch der ganze Film wurde in eine so triste und langweilige Optik getaucht, dass deren Wirkung bei mir überhaupt nicht zur Geltung kommen KANN! So wie schon bei Matrix: Revolutions überzeugt die Tricktechnik, aber nicht die Optik. Und wenn eines von beiden nicht stimmt, funktioniert ein Film nicht. Drittes Windu’sche Gesetz der Filmzymatik.

        Doch es gibt auch etwas, was ich wirklich an dem Film (und auch an allen anderen Teilen der Reihe) liebe, ist Howard Shores wunderbarer Soundtrack. In vielen Momenten ungeheuer episch, an anderen sehr emotional, und manchmal auch einfach nur wunderschön.

        Aber der Score ist auch wirklich das einzige, was ich positiv herausheben kann, und so ist der dritte und letzte Teil der Herr-der-Ringe-Saga ein Film, der mich in keinster Weise überzeugen konnte, weder optisch noch schauspielerisch noch story-technisch. Eben einer dieser Filme, die von allen gehypt werden – außer von mir.

        Mit „Der Rückkehr des Königs“ finden zwei Dinge ein Ende – zum einen eine hoch umjubelte Fantasy-Trilogie, die anscheinend Maßstäbe im Kino setzte. Und zum anderen eine Reihe von Kommentaren, in denen sich MaceWindu1998 über so viel umjubeltes Zeug bösartig auslässt. Ich bin mir sicher, ihr werdet vermissen, mal über den ein oder andern Klassiker oder gar Lieblingsfilm von euch etwas Negatives lesen zu können und mir eventuell auch mal meine Unfähigkeit, Filme zu verstehen ins Gesicht zu klatschen. Wie dem auch sei - man liest sich!

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          Fenrisúlfr 06.03.2015, 06:41 Geändert 06.03.2015, 20:48

          Ist Der Herr der Ringe die filmische Personifizierung der Liebe? Vielleicht. Für Fantasy-Fans? Oh ja.

          Ich werde mehr oder weniger die gesamte Reihe ansprechen, da es schwierig ist, nur für den einen Film zu sprechen, weil das Meiste auf alle zutrifft.

          Wenige Filmreihen haben mich mehr beeindruckt (Ich kenne zwar auch einige Tolkien-Bücher, aber hier will ich auf den Film eingehen). Genauer genommen: Keine. Star Wars ist genial, Harry Potter, X-Men, The Dark Knight, das sind alles sehr tolle Reihen, und ich würde es niemals wagen, eine komplett über die andere zu stellen.
          Andererseits ist das auch gar nicht möglich.

          Tolkien hat ein so umfangreiches Buch geschrieben, dass es in drei Teile aufspalten wurde. Da das beim Buch der Fall war, meckert auch keiner bei den Filmen. Der Herr der Ringe ist die perfekte Umsetzung eines so schwierigen, so anspruchsvollen, so epischen Buches von einem Mann, der alles kann. Danke dafür, Peter.

          Den Trailer zum Rückkehr des Königs gebe ich mir immer mal wieder. Einfach nur, weil ich so begeistert von dem Film beziehungsweise der Reihe bin.

          Es gibt einfach rein gar nichts, dass man gegen diese Filme sagen könnte. Das CGI ist gut, die Orks sehen geil aus, die Musik ist zum Umwerfen (würde mich nicht wundern, wenn sie das manchmal sogar tot), und die Schauspieler ...

          Die Schauspieler sind nicht ausgezeichnet, sondern besser gewählt. Ian McKellen als Gandalf, Elijah Wood als Frodo, Viggo Mortensen als Aragorn? Die meisten haben die größte Rolle ihres Lebens gespielt. Das Beste vom Besten wurde aus ihnen herausgeholt; kein Charakter wirkt tiefenlos, jedem wurde zunächst von Tolkien eine Seele eingeflößt, welche Jackson dann genial in einen kleineren Behälter umgefiltert hat. Ich kann keinen Schauspieler nennen, der die beste Arbeit gemacht hat, denn sie alle waren überzeugend, sie alle waren authentisch. Das liegt mit auch am Drehbuch, das genauso genial ist wie alles andere an diesem Film.

          Trotz der Tatsache, dass einige Dinge aus den Büchern entfernt wurden, welche ich sehr gern habe, kann ich dafür diese(n) Film(e) einfach nicht verurteilen. Nicht alles kann perfekt umgesetzt werden. Trotzdem sind die Der Herr der Ringe-Filme überaus nah an der doch so unumsetzbar scheinenden Vorlage.

          Dieses epische Finale dauert länger als jeder der Filme. Ich kann nicht umhin zu sagen, dass die Extended Version mit das Beste ist, was ich jemals gesehen habe.

          Dass Der Herr der Ringe ursprünglich nur ein Buch ist, ist für mich der größte Vorteil, da man die drei Filme daher mehr als einen einzigen, sehr sehr langen Film ansehen kann. Anders als das, was die Prequel-Trilogie von GL falsch gemacht hat, hat dieser Film also in allen Filmen den einen Widersacher. Ein Ziel. Eine Mission. Allerdings eine äußerst schwierige, die von so vielen Belangen beeinflusst wird.

          Dass die Hobbits am Ende nicht gegen die Strolche in den Kampf ziehen, ist für mich das größte "Ärgernis", was jedoch durch die bloße Genialheit dieser Filme verzeihen werden kann.

          Diese(r) Film(reihe) hat unzählbare Momente, die mir immer im Gedächtnis bleiben werden. Das Schwarze Tor, der Schicksalsberg, die Boote,....

          Zahlreiche meiner Lieblingsschauspieler spielen in diesen Filmen mit, wurden allerdings häufig erst zu solchen, nachdem ich sie gesehen hatte.

          Danke Howard Shore, danke Tolkien, danke ihr Schauspieler, einfach danke für diese Welt, für diese Filme. Der Film hat mit Recht unglaubliche viele Preise gewonnen.

          Das einzig Schlechte an diesen Filmen ist, dass sie nicht jedes Jahr einmal im hiesigen Kino anlaufen.

          Ich lege die Trilogie und damit diesen Abschluss jedem Fantasyfreund ans Herz. Obwohl jeder Fantasyfreund Tolkien kennen sollte. Selbst die Extended Version war mir zu kurz, und doch genau richtig.

          Ich kann hier keinen viel längeren Text schreiben. Diese durchwegs im Text zu sehende Verehrung soll ja nicht monoton werden. :)

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          • 10

            "Daheim verblasst, die Welt rückt nah
            mit vielen Pfaden liegt sie da..."

            Der Film hat jeden seiner 11 Oscars sowas von verdient! Ein Epos, wie man es (außerhalb der Trilogie) kein zweites Mal findet.

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            • 9

              Ein toller Abschluss der Trilogie! Die Begeisterung Jacksons für die literarische Vorlage, die besonders im ersten Teil gut wahrnehmbar gewesen ist, und sein Hang zum Epischen, der im zweiten Teil (zumindest mich) etwas gestört hat, treffen im dritten Band der «Herr der Ringe»-Reihe Tolkiens auf die perfekte Grundlage. Bei der Schlacht um Minas Tirith hat sich Jackson voll austoben, mal richtig die Sau rauslassen können – und wie er das getan hat! Mir ist eine halbe Stunde lang ununterbrochen der Kiefer runter gehangen. Auch der letzte Teil von Frodos Weg ist sehr eindrucksvoll dargestellt. Mir hat besonders die visuelle Umsetzung der zunehmenden Bürde sehr gut gefallen. Mit den Veränderungen und Abkürzungen gegenüber den Büchern habe ich in diesem Teil wieder weniger Mühe als noch im zweiten Teil gehabt, denn sie haben nicht gestört und sind grösstenteils sinnvoll gewesen. Wäre die Geschichte Sarumans «richtig» zu Ende erzählt worden, wären es dann halt schnell mal fünf Stunden gewesen, zum Beispiel. Nein, ich muss sagen, ich bin immer noch äusserst begeistert! Ich ziehe meinen Hut vor Peter Jackson, der ein grossartiges Werk grossartig umgesetzt hat. Das muss ihm mal jemand nachmachen! Aus Hochachtung vor diesem seinem Werk werde ich mir keinen Teil der Hobbit-Reihe antun. «Der Hobbit» ist keine epische Erzählung und kann nur unpassend verfilmt worden sein, wenn der Über-Epiker Jackson sich daran vergriffen hat. Was zum «Herrn der Ringe» gepasst hat, passt zum Hobbit nicht. Zudem habe ich auch den Verdacht, dass monetäre Interessen eine grosse Rolle gespielt haben dürften.

              Was ich abschliessend noch besonders hervorheben möchte, ist das tolle Spiel John Nobles als Denethor. Der Wahnsinn, die Resignation, die Korrumption durch Sauron sind unglaublich gut dargestellt. Wie er nur leicht zuckt, als er sagt, dass die Narren flöhen und doch lieber schneller sterben würden – phantastisch! Perfekt! Von der Erstsichtung von vor rund zehn Jahren ist mir nebst der Schlacht um Minas Tirith fast nur noch Denethor in Erinnerung geblieben. John Noble hatte mich schon damals beeindruckt.

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              • 10

                Ich liebe HdR einfach nur! Diese Filme sind sowas von genial, mit Abständen meine Lieblingsfilme! Vor allen Dingen Frodo ist der Hammer, bzw. Elijah Wood! <3 <3 <3
                HdR ist und bleibt unerreicht!
                Das einzige was mich stört ist das Alters raiting, da ich erst 13 bin!
                Trotzdem einfach nur genial hätte nie geglaubt das ein Film jemals soweit an ein Buch herankommen könnte!

                • 10

                  Wirklicher ein Top Film. Immer wieder gerne.

                  • 9 .5

                    Ein mehr als würdiger Abschluss der Ringe - Trilogie,der einen in die Welt von Mittelerde entführt.Für mich persöhnlich der Beste Teil einer Saga die nur von "Star Wars" übertroffen wird.(Meine persöhnliche Meinung)

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                    • 10

                      Der Abschluss dieser grandiosen Triologie lässt sich mit genau einem Wort beschreiben: Meisterwerk!
                      Ohne Übertreibung kann gesagt werden, dass die Herr der Ringe Filme zu den besten Werken gehören, welche jemals gedreht wurden. Mit "Die Rückkehr des Königs" wurde dieser Reihe ein würdiges Ende gesetzt. Mein persönliches Highlight in Teil 3 ist die epische Schlacht um Minas Tirith. Grandiose Kampfszenen, mit großem Aufwand insziniert, dazu noch die beeindruckende Optik. Gefallen haben mir vor allem die "liebevoll" gestalteten Orks und auch die gewaltigen, angsteinflößenden Kreaturen wie etwa der Morgul(?) vom Hexenkönig oder die Olifanten.
                      Der Film schafft es einen mit seiner Atmosphäre in den Bann zu ziehen, die 200 Minuten vergehen, ohne dass es auch nur eine Sekunde langweilig wird.
                      Ich lehne mich jetzt einfach mal aus dem Fenster heraus und behaupte, dass seitdem kein Film gedreht wurde, welcher diesem Werk auch nur ansatzweiße ebenbürtig wäre.

                      • 7

                        Wenn ich mir die unteren Bewertungen anschaue, schäme ich mich schon fast für meine Punktzahl. Aber auch ich gehöre leider zu denjenigen, die mit dieser Filmreihe wenig anfangen kann. Trotzdem ist dieser Teil der Beste der Triologie.

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                        • 10

                          Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs
                          Das beste kommt zum Schluss. Nie hat dieser Spruch besser gepasst wie zu diesem Filmfinale.

                          • 10

                            Eine Buchverfilmung, die bei mir 10 Punkte absahnen konnte, obwohl ich manche Szenen vermisst habe. Beispielsweise die letzte Schlacht im Auenland. Trotzdem hat die gesamte Reihe einen mitgerissen und mit der Rückkehr des Königs einen würdigen Abschluss gefunden. Spannung, Action, Emotionen, Romantik, Abenteuer, Freundschaft - Peter Jackson und sein Team haben es geschafft, die Suppe genau richtig zu würzen.

                            • 10

                              Einer meiner absoluten Lieblingsfilme.hier stimmt einfach alles!!! Von den Mittelerde Filme ist dies hier meiner Meinung nach der beste Teil und ich bezweifle das es in naher Zukunft eine Filmreihe schafft diese hier zu Toppen !!!

                              • 10
                                mybluesky 11.01.2015, 02:18 Geändert 11.01.2015, 02:22

                                Man kann sich nicht vorstellen, welchen prägenden Einfluss die Herr der Ringe Filme seit ihrer Veröffentlichung auf danach erschienene Literatur, VideoGames usw. bisher hatten. Bester Film aller Zeiten !

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                                • 10

                                  Nach den kleinen Schwächen von DIE ZWEI TÜRME, beendete Peter Jackson die gigantischste (und beste) Filmtrilogie aller Zeiten (?) mit einem Paukenschlag. Die Schauwerte sind atemberaubend, die Geschichte ist so was von packend und emotional mitreißend.
                                  Zu den besten Szenen gehört für mich der Sturm-Ritt von Faramir und seinen Männern auf Osgiliath, während Pippin für den Truchsess singt. Einen Kloß im Hals habe ich immer, wenn Gandalf Pippin von dem Leben nach dem Tod erzählt, um ihm die Angst vor der Schlacht zu nehmen. Und wenn sich die 4 Hobbits am Ende vor niemandem zu verbeugen haben, drückt auch der alte Affenleck eine Träne raus. Unfassbar großes Kino!!!

                                  Fazit: „Ein wahrer Augenöffner“, um es mit den Worten von Samweis Gamdschie zu sagen. Die 3 HERR DER RINGE Filme landen jedes Jahr bei mir auf dem Teller, bisher ohne jegliche Abnutzungserscheinungen, unkaputtbar und haltbar bis in alle Ewigkeit.

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                                  • 10

                                    Bester Film der Mittelerde-Saga für mich!
                                    Am Ende haben mich echt die Tränen und die Gänsehaut gepackt!
                                    Großartige Arbeit!
                                    Ein Meisterwerk und ein Meilenstein der Filmgeschichte!

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                                    • 9 .5

                                      Der beste aller Herr der Ringe Teile. Gänsehaut pur bei der Schlacht. Danke an Peter Jackson für diesen Film.

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                                      • 10

                                        Ist zwar schon ewig her, trotzdem ... seit dem kam kein Film auch nur annäherend an die Herr der Ringe Triologie herran. Für mich ist und bleibt diese Triologie vermutlich für immer das Beste, was jemals im Fernsehen produziert wurde. Hut ab und vielen Dank dafür!

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                                        • 10

                                          Warum ist der Herr der Ringe so berührend?
                                          Weil die Geschichte im Kern den Stoff beschreibt, aus dem wir Menschen gemacht sind. Deshalb wird sie immer relevant bleiben, nie an Aktualität verlieren und die Herzen der Leser in jeder Generation aufs Neue berühren.
                                          Für mich hat die Trilogie heute eine andere Bedeutung als damals, als ich die Bücher im Alter von 14 Jahren zum ersten Mal las und in den nachfolgenden Jahren die Filme konsumierte, die mich endgültig in den Bann von Mittelerde zogen. Damals lag die Faszination für mich maßgeblich in der Detailliertheit, mit der ein paralleles Universum geschaffen wurde, in das ich nur allzu gerne vor den Wirren meiner Pubertät flüchtete. Es war kein Wunderland, keine Märchenwelt, in der alles schön und friedlich ist. Ganz im Gegenteil. Doch schienen die Helden darin (die meist unbeabsichtigt zu solchen wurden) nie die Hoffnung zu verlieren und ihren Mut aus einem unerschütterlichen Glauben an das Gute in der Welt zu schöpfen. Das war für mich unglaublich beeindruckend und gereichte mir zum Vorbild, zur Bewältigung meiner eigenen, alltäglichen Probleme. Vor allem war ich hingerissen vom Protagonisten Frodo, der unglaubliche Leiden auf sich nimmt, um einem höheren Zweck zu dienen und nachher nie wieder der selbe wurde. Diese Tragik hat mich bis ins Mark erschüttert und bis heute nicht losgelassen. Hinzu kam die Faszination der Kulturen (vor allem der Elbischen) mit ihren Sprachen, ihrer Kleidung und ihren Bauwerken, die mit einer Liebe zum Detail ins Leben gerufen wurden, die man in keinem zeitgenössischen Werk wieder findet (und Trittbrettfahrer gibt es ja eine Menge -Der Herr der Ringe "ist Schuld", dass ich keines dieser Nachfolgewerke anderer Autoren, egal wie gut, je ernst nehmen konnte).
                                          Der Herr der Ringe macht Mut. Die Geschichte spiegelt die Hürden des Lebens wie-der (natürlich überdimensioniert und abstrakt) aber zeigt, dass es Werte gibt, an die wir uns alle bewusst oder unterbewusst halten und die es uns ermöglichen über uns selbst hinauszuwachsen und damit Unmögliches möglich zu machen.
                                          Der Herr der Ringe beschreibt, wie der Angehörige eines kleinen, unscheinbaren, friedliebenden Volkes seine Heimat und all seinen Komfort und seine Gewohnheiten zurück lässt, um einer Sache zu dienen, deren Bedeutung und Tragweite sich ihm zum Zeitpunkt seines Aufbruchs noch nicht einmal gänzlich erschließt. Was hat Frodo wohl dazu getrieben, das Auenland zu verlassen? War es die tief in ihm verwurzelte Abenteuerlust eines Tuks? Wollte er seinem Onkel Bilbo nacheifern, da er von klein auf mit dessen Geschichten in Berührung kam und von ihnen inspiriert wurde? Wurde dadurch eine tief in ihm schlummernde Sehnsucht wach gerüttelt? Vielleicht spielt beides eine Rolle für Frodos Aufbruch ins Ungewisse. Es wäre ebenso denkbar, dass er Neues sehen und erleben und aus seinem einfachen Alltag ausbrechen wollte. Dafür war es unabdingbar, das Auenland zu verlassen und neue Wege einzuschlagen.
                                          Der Herr der Ringe erzählt von Freundschaft. Tiefer, bedingungsloser Freundschaft. Maßgeblich wird dies durch die Beziehung zwischen Frodo und seinem Gärtner Samweis Gamgee versinnbildlicht. Sam gab Frodo das Durchhaltevermögen und den Mut, weiterzugehen, wann immer ihn die Hoffnung verlies. Ohne Sam hätte Frodo den Schicksalsberg nicht erreicht, so viel ist sicher. Von Anfang an hat er Gollum misstraut, ebenso Boromir. Beide haben sich früher oder später gegen Frodo gewandt und ihn verraten. Sam blieb völlig unberührt von der Versuchung, die vom einen Ring ausging. Er besaß eine Art Immunität gegen dessen Zauber. Warum? Vielleicht war er versucht, doch die Liebe und Freundschaft zu seinem Herren Frodo war stärker. Sam ist ein bewundernswerter, reiner, gutherziger Charakter. Er geht für Frodo durch jede Gefahr, kehrt um, obwohl Frodo ihn fortgeschickt und Gollum bevorzugt hat. Er tötet Kankra und kämpft sich durch einen gesamten Turm voller Orks, um zu Frodo zu gelangen. Der Höhepunkt der freundschaftlichen Beziehung ist, als Frodo keinen Schritt weiter gehen kann und Sam ihn auf seinen Schultern die Hänge des Schicksalsberges trägt, bewusst, dass er ihm die Bürde des Ringes nicht abnehmen kann. Abgesehen davon, tut er alles Menschenmögliche, um Frodo bei seiner Aufgabe zu unterstützen.
                                          Der Herr der Ringe beschreibt Charaktere, die über sich hinauswachsen, Erstaunli-ches leisten und gewollt oder ungewollt zum Helden werden. Frodo begibt sich he-raus aus der eigenen Komfortzone und begibt sich auf die Reise zu sich selbst. Statt dem Rat der Dorfbewohner zu folgen, sich aus allen Schwierigkeiten heraus zu halten, um selbst keine zu bekommen, entscheidet Frodo sich dazu, die Dinge in die Hand zu nehmen und den Lauf des Schicksals zu verändern. Im Laufe seiner weiten Reise wächst Frodo um ein Mehrfaches über sich selbst hinaus. Ebenso ergeht es seinen Hobbitfreunden Sam, Merry und Pippin. Hobbits, die am Anfang kein Schwert halten, auf keinem Pony sitzen und fernab der Heimat keinen Schlaf finden konnten, deren Leben sich um geregelte Mahlzeiten und den Fünf Uhr Tee drehte, kämpfen in epischen Schlachten, ermutigen und beraten Vertreter weit bedeutsamer Völker und greifen in die Geschicke Mittelerdes ein. Während seine Freunde aber gestärkt und selbstbewusst aus der Reise hervorgehen und mit den neuen Werten an ihr altes Leben anknüpfen (Sam gründet sogar eine Familie mit der Liebe seines Lebens, Rosie Cotton), erkennt Frodo am Ende dass er dem Auenland entwachsen ist. Die Veränderungen und schmerzvollen Erinnerungen haben ihn zu einem anderen gemacht, sodass er die Fäden seines alten Lebens nicht mehr aufnehmen kann. Der Schmerz sitzt zu tief und die Erinnerungen lassen ihn nicht los. Das ist für mich persönlich der wohl tragischste Aspekt der Geschichte. Frodo sieht keinen anderen Ausweg, als sich mit Bilbo zu den Grauen Anfurten zu begeben und nach Valinor zu reisen, zusammen mit den letzten Elben, die Mittelerde verlassen. Doch es wird deutlich, dass Frodo damit den einzigen Weg wählt, um zu seinem inneren Frieden zu gelangen.
                                          Alle anderen Charaktere sind über sich hinausgewachsen und wurden reichlich dafür belohnt. Aragorn wird König von Gondor und regiert mit Arwen, der Elbin, die ihre Unsterblichkeit für ihn aufgegeben hat, viele Jahre in Frieden. Er bringt Glück und Wohlstand zurück in ein Land, das zu lange im Schatten Mordors lag und von der Bosheit, die darin weilte, verdorben wurde. Aragorn musste sich unzählige Male beweisen, die eigene Unsicherheit und den Tod auf sich nehmen, um an seinen rechtschaffenden Platz zu gelangen. Doch Mut und Ausdauer haben sich ausbezahlt. Eine weitere wichtige Botschaft des Werkes.
                                          Korruption ist ein maßgebliches Thema. Am leichtesten sind die Menschen eh und je von der Macht des Ringes betört gewesen. Die neun Menschenkönige verfielen der Macht der neun Ringe und wurden zu Ringgeistern. Isildur hatte die einmalige Chance, den Ring und das ihm innewohnende Böse für immer zu zerstören, doch aus Gier nahm er das Schmuckstück an sich. Viel später, fällt Boromir seiner Gier zum Opfer, indem er Frodo den Ring stehlen will und dabei von Orks erschossen wird. Sein Vater, Denethor trachtet nicht weniger danach und ist willens seinen Sohn Faramir dafür zu opfern. Dieser wiederum hat die Chance, den Ring an sich zu nehmen, als er Frodo in Gefangenschaft nimmt, lässt ihn jedoch ziehen. Das macht ihn neben Aragorn zum einzigen Menschen der Geschichte, welcher der Macht des Rings wiederstehen kann. Gandalf wagt es nicht, den Ring an sich zu nehmen, da er ihm aus der Intention heraus, Gutes zu tun, eine zu große Macht verleihen würde.
                                          Das wohl tragischste Opfer des Ringes ist Gollum, der selbst einmal ein Hobbit na-mens Sméagol war und durch die Bosheit des Ringes an einer Art Schizophrenie erkrankte. Frodo konnte sich nie seines Mitleids für diese Kreatur erwehren, da er in Gollum sein eigenes Schicksal sah, sollte er scheitern. Sein Glaube an das Gute in Gollum machte ihn blind für dessen Intrigen und brachte ihm beinahe den Tod. Das Mitleid von Frodo (und früher seinem Onkel Bilbo) stellte sich insofern als richtig heraus, dass ohne Gollums letzten Angriff auf Frodo, der Ring nie zerstört worden wäre. Just im letzten Moment verfiel auch Frodo der Macht des Ringes und brachte es nicht über sich, ihn den Flammen des Schicksalsbergs zu überantworten. Hätte Gollum nicht Frodos Finger abgebissen und wäre im daraus folgenden Kampf in die flüssigen Lava gestürzt, wäre der Ring nie zerstört worden. Barmherzigkeit ist also ein weiterer zentraler Wert, der in der Saga eine Rolle spielt.
                                          Es wird deutlich, dass Korruption und Machtgier keine Grenzen kennen und von den mächtigsten (Saruman) bis hin zu den schwächsten (Gollum) reicht. Alle Völker sind gefährdet, ihr zu verfallen. Das macht die Thematik auch so relevant für unsere heutige Zeit. Ebenso die uralte Feindschaft und das Misstrauen, die verschiedene Völker gegeneinander aufbringen. Eine Problematik, die einem jeden von uns im Alltag begegnet - sicher mag sich ein jeder an eine Situation aus dem eigenen Leben erinnern, oder man schalte nur die Nachrichten ein - sie sind voll von Völkermord und Bürgerkrieg. In Mittlererde besteht eine jahrhundertealte Feindschaft zwischen Elben und Zwergen. Die Menschen werden aufgrund ihrer Schwäche gering geschätzt. Ebenso ergeht es den Hobbits, die durch ihren guten Willen und ihre Herzigkeit dennoch einen guten Draht zu allen Völkern finden. Interessant ist auch zu sehen, dass die Menschen untereinander uneins sind (so wie die Menschen Gondors, Rohans und die Dunedain) und sich auch die Elbenvölker maßgeblich in ihre eigenen Königreiche zurückziehen und sich in die Belange anderer Völker wenig einmischen. Ebenso wie die Zwerge, die sich in ihren Hallen aus Stein, tief unter den Bergen vergraben. Sie sind blind für die Belange und Missstände anderer Völker - wie gut trifft das nur auf unsere heutige Zeit zu, in der eine Einmischung nur statt findet, wenn es um ein Land mit wertvollen Bodenschätzen oder strategischer Bedeutung geht.
                                          Ein interessanter Aspekt ist auch die Botschaft, dass die Natur zurückschlägt, wenn man sie jahrelang unterjocht. Das wird in der Geschichte durch die Ents deutlich, die Isengard dem Erdboden gleich machen, nachdem sie erfahren, dass Saruman unzählige Bäume für seine Kriegsmaschinerie gefällt hat. Als ich das vor kurzem wieder sah, dachte ich mir: Was für eine tolle Botschaft. Die Natur, versinnbildlicht durch wandelnde Baumriesen und einen brechenden Damm, schlägt zurück, wenn man mit ihr umspringt, wie man möchte, nur um wirtschaftlichen Wohlstand zu erhalten. Besser könnte man die aktuelle Problematik des Klimawandels nicht umschreiben.
                                          In der Liebesgeschichte zwischen Arwen und Aragorn wird eine Liebe porträtiert, die weder den Tod noch die Unterschiede zwischen Völkern als Grenzen kennt und am Ende belohnt wird. Arwen war kurz davor, dem Drängen ihres Vaters Elrond nachzugeben und ihrem Volk zu den Grauen Anfurten zu folgen. Eine Vision ihres ungeborenen Sohnes treibt sie zur Umkehr. Sie hält daran fest, ihre Unsterblichkeit für die Liebe aufzugeben und findet dadurch ihr Glück. Sie zieht ein erfülltes Leben mit Aragorn, einem unsterblichen Dasein in Trauer und Einsamkeit vor.
                                          In der Freundschaft zwischen Legolas, Gimli und Aragorn, die sich im Laufe der Abenteuer verfestigt, wird deutlich, dass eine Vereinigung der Völker Mittelerdes möglich ist, solange alle in dieselbe Richtung blicken und demselben Ziel folgen. Das gibt Hoffnung. Der Grund, warum Herr der Ringe so viele Menschen auf der gesamten Welt in seinen Bann schlägt, ist dass die Geschichte unumstößliche Werte beinhaltet, die in jedem Menschen, egal wo er wohnt und welche Sprache er spricht, tief und unumstößlich verwurzelt sind. Wer könnte nicht Eowyn verstehen, die sich gegen ihre Rolle als brave Hausfrau wehrt und es bevorzugt, ihren Freunden im Kampf zur Seite zu stehen. Deren Liebe zu Aragorn nicht erwidert wird, weil sein Herz einer anderen Frau gehört. Und die am Ende in Faramir, der zugunsten seines Bruders Boromir von seinem Vater Denethor vernachlässigt wurde, ihren Seelenverwandten findet. Das sind Geschichten die sich im Leben von Menschen auf der ganzen Welt tagtäglich abspielen: Streben nach Anerkennung, familiäre Konflikte, unerwiderte Liebe.
                                          Tolkien hat nie eine Aussage zur Interpretation des Herrn der Ringe gemacht. Nach-dem Parallelen zu den Weltkriegen gezogen wurden, Sauron mit Adolf Hitler vergli-chen wurde und auch die Kirche sich der Popularität der Saga für ihre Zwecke zu bedienen begann, sah er sich veranlasst, offiziell zu verkünden, der Herr der Ringe sei keine Allegorie und spiele in keinster Weise auf derartige Ereignisse an. Es sei eine rein fiktive Geschichte, die den einzigen Sinn und Zweck erfülle, dass der Leser sie selbst für sich interpretiere und Freude beim Lesen empfinde.
                                          Ich interpretiere die Saga für mich als eine hochspannende, unterhaltsame Er-zählung, die in einer liebevoll aufgebauten Fantasiewelt spielt, deren Völkern Tolkien ein Leben eingehaucht hat, welches deren Darstellung in Literatur und Film nachhaltig beeinflussen wird. Sie handelt von einem bescheidenen, kleinen Herren, der durch Freundschaft, Mut, Hoffnung und die Unterstützung aller Völker einen übermächtigen Feind besiegt, über sich selbst hinauswächst und damit seine Welt vom Bösen befreit. Er widersteht den Verlockungen von Macht und ist erhaben über Eifersucht und Neid. Die Ereignisse verändern ihn in einem solchen Ausmaß, dass er über sein altes Leben hinauswächst und an einem neuen Ort Frieden mit sich selbst und dem Geschehenen schließt. Der Herr der Ringe wird seine Relevanz auch in 50 und 100 Jahren nicht verlieren, da die Geschichte sich mit den Werten beschäftigt, die uns Menschen völker-übergreifend im Innersten ausmachen und zusammenhalten.

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                                          • 10

                                            Die 13 Oscars verdient; jeden einzelnen...

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                                            • 9 .5
                                              Niho 30.12.2014, 22:25 Geändert 30.12.2014, 22:28

                                              Mit "Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs" habe ich nun endlich auch den letzten Teil der Saga gesehen und bin, wie auch von den beiden vorherigen Teilen, begeistert, vor allem weil der letzte Teil sogar noch etwas besser als Teil 1 und 2 war, auch wenn er die 10 Punkte in meinen Augen knapp verfehlt hat.
                                              Ich kann ehrlich gesagt mit Fantasyfilmen nicht viel anfangen und hatte vor "Herr der Ringe" auch noch nie einen gesehen, der über noch recht passables "Harry Potter"-Niveau hinausging. Peter Jackson schuf allerdings einen Epos, der zurecht ein Meilenstein der Filmgeschichte ist, sei es wegen den genialen Effekten, der klug inszenierten Story mit klasse Schauspielern, den immer übersichtlich choreografierten und epischen Schlachten oder dem durch und durch passenden Score.
                                              Den ersten beiden Teilen hatte ich nur 9 Punkte aufgrund von einigen Passagen, die etwas langatmig war. Anzumerken ist hier auch, dass ich bei der gesamten Reihe die Extended Cut - Fassungen gesehen hab, aber die Langatmigkeit entstand trotzdem nicht durch die hinzufügten Szenen, sondern vielmehr durch die Story, die manchmal nicht so recht vorankommen wollte. Trotzdem war "Herr der Ringe" in diesem Sinne nie langweilig, die Filme hatten immer eine großartige Atmosphäre und Peter Jackson perfektionierte diese im dritten Teil meiner Meinung nach. Ich hätte dem Film liebend gern die 10 Punkte gegeben, war mir auch schon fast sicher, dass der dritte Teil noch einmal alles rausholt, aber letztendlich hat mich dann am Ende doch gestört, dass Peter Jackson den Film gleich ein paar dutzende Male enden ließ und dann leider mit etwas zu viel Pathos und Kitsch.
                                              Deswegen "nur" 9,5 Punkte.

                                              Fazit: Insgesamt die wohl beste Trilogie in der Filmgeschichte, mindestens gleichauf mit der "Dark Knight"-Trilogie und diesen Status als beste Filmreihe wird "Herr der Ringe" wohl auch für sehr lange Zeit inne haben. Unvergleichlich!

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                                              • 10

                                                Ich bin weder Fan von Fantasy, noch von Mittelalter-filmen.
                                                Für die Herr der Ringe Trilogie mach ich da gern eine Ausnahme.
                                                Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich Ausschnitte, oder nur die Musik von Herr der Ringe sehe/höre.
                                                Teil 3 ist die Krönung des Werks!
                                                Für meinen Geschmack, der beste Film aller Zeiten!

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                                                • 10

                                                  Ich habe in meinem Leben schon viele,viele Filme gesehen,aber dieser ist für mich als Fantasy-Fan die Krönung...Gandalf zieht seinen Hut vor Peter Jackson...

                                                  • 6 .5
                                                    Desmond42 25.12.2014, 18:31 Geändert 16.01.2015, 20:09

                                                    Als jemand, der mit "Der Herr der Ringe" nicht ganz so viel anfangen kann wie die meisten, kann ich sagen, dass dieser Film zwar besser ist als der erste Teil, dann wieder nicht eine so große Verbesserung zum zweiten darstellt, aber dennoch mit Sicherheit nicht enttäuscht. Der Anfang war schon mal ausgezeichnet, in den zahlreichen Auftakt-Szenen fühlte ich mich teilweise sogar richtig beeindruckt wie es wohl bei diesen Filmen für die meisten sein sollte, vor allem bei der Szene mit dem Leuchtfeuer. Mit dem Voranschreiten der Handlung kommen dann letztlich doch wieder die Kritikpunkte der beiden Vorgänger auf, insofern dass einiges sehr in die Länge gezogen wirkt und ein paar der Dialoge etwas lächerlich vorkommen.

                                                    Vor allem Legolas fällt hier meiner Meinung nach negativ auf, ich finde, er ist der uninteressanteste und überflüssigste Charakter der Reihe, denn auf mich wirkt es irgendwie so als wäre er lediglich dazu da, gut auszusehen und Leute abzuschießen. Tja, und so geht es dann eben weiter, gute attraktive Krieger kämpfen gegen böse hässliche Orks, die böse sind weil... Naja, weil sie es eben sind. Ja, ich weiß schon, hinter der "Herr der Ringe"-Geschichte steckt schon ein bisschen mehr Hintergrundinformation, aber letzten Endes kommen mir keine Bösewichte aus Mittelerde wirklich gut charakterisiert vor, außer eben Gollum. Und vielleicht noch Saruman, aber der kommt hier ja leider nicht mehr vor. Da also eben die Story für mich nicht so besonders vielschichtig wirkt, halte ich 11 Oscars schon für irgendwie übertrieben, aber zumindest für Aspekte wie Soundtrack und Effekte hat er sie definitiv verdient, Schauplätze und Atmosphäre sind ja sehr beeindruckend und stimmig dargestellt. Was die Darstellung vom ganzen Rest angeht: Nun, man merkt eben dass Peter Jackson eigentlich ein Regisseur von Horrorfilmen ist. Sowohl hier als auch bei "King Kong" oder "District 9" scheint es als wolle er einfach so viel Abstoßendes und Ekliges einbauen, wie es in der Story eben möglich ist. So ist es nun mal und hier passt es auch einigermaßen, ich hoffe nur, dass er auf die Weise nicht "Tim und Struppi 2" in den Sand setzt... Aber zurück zum Film: Im weiteren Verlauf gibt es dann eben immer wieder große Kämpfe, die zum Teil langweilig werden, wenn man die etwas überschaubareren Szenen des zweiten Teils zum Vergleich nimmt, dafür kommen dann auch Szenen, die (vor allem durch den großartigen Soundtrack) wieder sehr beeindruckend und berührend wirken. Die vielen Szenen nach dem Finale, wo die Story ausklingt, finde ich dann wiederum zu langatmig, da hätte man meines Erachtens einiges weglassen können, zum Beispiel wo sich alle vor den vier Hobbits verbeugen.

                                                    Ja, "Der Herr der Ringe" ist schon eindeutig das Fantasy-Gegenstück zu "Star Wars", aber an diese geniale Trilogie kommt Mittelerde für mich einfach nicht ran. Da ist "Der Herr der Ringe" meiner Meinung nach eher auf dem Level der Prequel-Trilogie, allerdings kommt diese Aussage zumindest von jemandem, der die Prequel-Trilogie eh recht gut findet. Ich fürchte jedoch, dass der dritten "Hobbit"-Teil in Anbetracht dessen eine ziemliche Enttäuschung wird.

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