Der Kaufmann von Venedig

William Shakespeare's The Merchant of Venice (2004), US
Laufzeit 131 Minuten, FSK 12, Komödie, Drama, Kinostart 21.04.2005

6.0 Kritiker
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Skala 0 bis 10
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von Michael Radford, mit Al Pacino und Jeremy Irons

Venedig, im 16. Jahrhundert: Bassanio (Joseph Fiennes), ein junger, impulsiver und romantischer Aristokrat, hat durch seinen verschwenderischen Lebensstil hohe Schulden angehäuft. Damit er dennoch in Belmont standesgemäß um die schöne und reiche Portia (Lynn Collins), in die er sich unsterblich verliebt hat, werben kann, bittet er seinen guten Freund Antonio (Jeremy Irons) um finanzielle Unterstützung. Dieser, ein reicher Kaufmann, hat sein gesamtes Vermögen in Schiffe und diverse Handelsunternehmungen investiert. Doch Antonios Flotte befindet sich auf hoher See. Um Bassanio also helfen zu können, muss er seinerseits das Geld leihen. Im wohlhabenden Juden Shylock (Al Pacino) findet er einen liquiden Kreditgeber, der ihm den Betrag unter einer einzigen Bedingung zinslos zur Verfügung stellt: Shylock verlangt ein Pfund Fleisch aus Antonios Körper, sollte das Darlehen nicht in der entsprechenden Frist zurück gezahlt werden. Antonio – zuversichtlich, die Schulden rechtzeitig begleichen zu können – geht auf diesen ungewöhnlichen Handel ein. Zur selben Zeit in Belmont: Portia muss dem letzten Willen ihres Vaters zufolge denjenigen Bewerber heiraten, der aus drei verschiedenen Schatullen jene aussucht, welche ihr Portrait erhält. Zwei Prinzen sind bereits eingetroffen, um die schöne Frau für sich zu gewinnen, und auch Bassanio will sein Glück versuchen. Er wählt als einziger die richtige Schatulle und erhält damit Portias Hand. Ihr Herz gehört ihm längst. Zurück in Venedig ist die Botschaft eingetroffen, dass Antonio alle seine Schiffe, also sein gesamtes Vermögen auf See verloren hat. Damit ist er nicht in der Lage, das von Shylock gewährte Darlehen rechtzeitig zurück zu zahlen. Shylock macht nun vor Gericht seinen Anspruch auf ein Pfund Fleisch aus Antonios Körper geltend. Bassanio eilt aus Belmont herbei, um Antonio mit seinem neu gewonnenen Reichtum auszulösen, doch Shylock bleibt unerbittlich. Ein Rechtsgelehrter aus Padua soll Aufklärung bringen, wie dieser ungewöhnliche Fall zu lösen sei. Ist Shylocks Anspruch gerechtfertigt? Kommt Bassanio rechtzeitig, um seinen Freund aus dieser misslichen Lage zu retten? Wie immer bei Shakespeare ist nichts so ist wie es scheint.

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Kritiken (2) — Film: Der Kaufmann von Venedig

Rochus Wolff: freier Journalist

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7.0Sehenswert

Die erste Verfilmung des Dramas seit langer Zeit stellt Shylock in den Kontext der Gesellschaft und macht ihn zu einer starken, tragischen Figur.

Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

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6.0Ganz gut

Opulenate Inszenierung die trotz der tollen Besetzung in ihrer Behäbigkeit und Ausstattung erstickt und nie wirklich atmet.

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Kommentare (7) — Film: Der Kaufmann von Venedig

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Waran

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Gelungene Umsetzung eines der großen Dramen der Weltliteratur. Al Pacino als Shylock ist einfach klasse, dagegen wirkt Fiennes (Bassanio) manchmal wie aus Cinderella entsprungen. Insgesamt aber absolut sehenswert.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Andropoli

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Was die Schauspieler und die allgemeine Wertung betrifft, stimme ich Dir soweit zu.
Allerdings fällt der Kaufmann von Venedig unter Shakespeare's Komödien, nicht unter die Dramen.

Die Adaption hat allerdings durchaus ein Drama daraus gemacht.

Mir hat es gut gefallen.


Kreischling

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Eine Komödie IST ein Drama.


reveal

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Bewertung6.5Ganz gut

Hm... Durchwachsen. Die Schauspielleistungen schwanken von herausragend (Pacino, Irons) über gut (Collins) und sehr eigen (Marshall) bis hin zu quasi nicht vorhanden (Fiennes). Die Geschichte, eigentlich sehr interessant, will mir am Ende einfach nicht recht schmecken - liegt vielleicht auch nur an der falschen "Gnade" zum Schluss.
Der Gerichtsdialog ist wirklich sehenswert. Er Gleicht sich aber durch elendlange Szenen, bei denen einem der banale Teil der Geschichte vorgekaut wird aus. Was interessiert mich das olle Töchterchen, wenn es am Ende doch nichts mehr mit der Geschichte zu tun bekommt...

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Sonse

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Bewertung7.0Sehenswert

"If you prick us, do we not bleed? If you tickle us, do we not laugh? If you poison us, do we not die? And if you wrong us, shall we not revenge?"

Eines der berühmtesten Shakespeare-Zitate im heute wohl kontroversesten seiner Stücke, dessen sich nach einer gefühlten Ewigkeit mit Michael Radford wieder ein Regisseur angenommen hat.

Der Venezianer Bassanio wendet sich an seinen Freund und Kaufmann Antonio, um die ausreichende Summe aufzubringen, damit er um seine Flamme Portia werben kann. Antonios Vermögen ist gerade investiert und so wendet er sich an den jüdischen Geldverleiher Shylock, den er jahrelang bereits misshandelt hatte, und geht mit der Gewissheit, das Geld rechtzeitig zurückzahlen zu können, den Deal ein, Shylock mit einem Pfund seines eigenen Fleischs zu bezahlen, sollte er seine Schulden nicht wie vertraglich festgehalten begleichen können...

"The Merchant of Venice" zählt zu Shakespeares Problemstücken, obwohl es als "Komödie" klassifiziert wird. Eine schwarze Komödie ist es durch aus, vor allem erkennt man dies jedoch an der inflationären Pärchenbildung und den Frauenfiguren, die vorgeben Männer zu sein (und damals ja auch von Männern gespielt wurden, worüber sich Shakespeare nur zu gerne lustig machte).

Man kommt bei all der schönen Sprache nicht umhin, den zweifellos vorhandenen Antisemitismus dieses Stücks anzusprechen. Radford wählt den Weg das Stück in seinen Kontext zu setzen. Unüblich für Shakespeare erfolgt hier eine Einblendung "Venice, 1596". Danach wird der Zuschauer per Texteinblendung mit Hintergrundinformation versorgt: über den Status und die Unterdrückung der Juden im Venedig dieser Zeit, dass man ihnen wirtschaftlich keine Wahl ließ als den Geldverleih und da dies für den Reichtum der Stadt und ihrer Kaufleute bedeutend war, man zwei Augen ob des eigentlichen Verbots dieser Praxis zudrückte... Der Charakter des Shylock ist damit nicht ausreichend erklärt und sein blutrünstiges Verlangen nach Rache ebensowenig. Doch Shakespeares England war nach unseren Begriffen kein bisschen "politically correct", Minderheiten begegnete man mit offener Diskriminierung und Feindseligkeiten. Natürlich spiegelt sich in seinen Stücken seine Gesellschaft wider. Man kann ihm dennoch nicht vorwerfen in seinen Darstellungen mit den sonst üblichen Klischees gearbeitet zu haben. Ob Othello oder Shylock, Shakespeare hat stets komplexe Figuren mit echten Problemen geschaffen. Bei allem was sich Othello von diversen Figuren anhören muss, Desdemona liebt ihn aufrichtig. Shylock erscheint auf den ersten Blick habgierig und grausam. Doch ist er über eine lange Zeit ebenfalls grausam behandelt worden und hat dies duldsam ertragen. Als er die Chance zur Rache sieht, ergreift er sie.

Pacino, in seiner besten sowie in letzten 10-15 Jahren raren sehr guten Performance, tut sein übriges. Selten habe ich Mr Huuha so beherrscht gesehen. Er verleiht seinem Shylock Tiefe und erzwingt vom Zuschauer Mitgefühl, selbst bei dessen unverhältnismäßigem Wunsch nach Antonios Tod. Der Grund warum ich mich bei der konstruierten, aber immer wieder gestellten DeNiro oder Pacino-Frage, letztlich doch immer für Pacino entscheide, ist dessen Liebe zu Shakespeare. Beide sind heute in ihren Filmen nur noch ein Schatten ihrer selbst, doch Pacino bleibt immer noch Shakespeare und den hat er verstanden und weiß ihn wie nur wenige zu spielen.
Für ihn Sympathie aufzubringen fiel mir besonders leicht, da Bassanio vom wie immer unterirdischen Joseph Fiennes gegeben wird. Alle anderen Schauspieler machen ihre Sache gut bis in die kleinsten Rollen.

Gerade die hässlicheren Aspekte von "The Merchant of Venice" machen das Stück umso interessanter, wenn man sich mit ihnen auseinandersetzt, da sie die wundervolle Sprache und die eigentliche Thematik von der Ethik von Versprechen, von Gnade, Recht und Loyalität unterminieren und verkomplizieren.

Schließlich wählt Radford Venedig auch als Kulisse und die Kostüme verleihen einem das Gefühl die Portraitierten alter Gemälde von Caravaggio oder Rembrandt führten das Stück auf.
All dies macht den Film zu einer guten Shakespeare-Verfilmung, die das Wesentliche relativ gekonnt auf die Leinwand bannt.

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Sonse

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Ja, Cox war gut, wie eigentlich alle außer Fiennes. Danke. Bin immer froh, dass der nicht nur mich regelmäßig irritiert. Wenn du es dir mal so richtig geben willst, "Killing Me Softly" ist sagenhaft schlecht und Fiennes krönt das noch schauspielerisch. ;)
Da lobe ich mir doch Bruder Ralph, den talentierten Fiennes.


G.a.G Spencer

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Bewertung9.0Herausragend

Großartige Umsetzung des Meisterwerkes mit einem grandiosen Al Pacino in der Hauptroller ! Herausragend !

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Kuntakinte

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Bewertung5.5Geht so

Shakespeare ok, aber das ist mit Sicherheit ein Werk was sich zur Verfilmung weniger eignet.Sicherlich schön anzusehen Kostüme, Venedig etc. aber ansonsten langweilig und hätte man mehr draus machen können.

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doctorgonzo

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Toll verfilmt!Pacino, Irons und Fiennes spielen mitreißend!

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irubis

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Bewertung9.0Herausragend

Al Pacino in einer Paraderolle. Obwohl "Der Kaufmann von Venedig" allseits bekannt sein dürfte und die Handlung keine Überraschungen bietet, ist die Darstellung und Inszenierung eine Wucht. Unbedingt sehenswert.

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