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Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber - Kritik
FR 1989 Laufzeit 125 Minuten, FSK 18, Drama, Kriminalfilm, Komödie, Kinostart 23.11.1989
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Kritiken (2) — Film: Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber
Fricki76: Asianfilmweb.de
Kommentar löschenIch würde mich selbst als grundsätzlich sehr aufgeschlossen und sogar neugierig gegenüber "neuen" oder "extraordinären" Ideen bei Filmen bezeichnen. Der Film ist ein Kunstwerk, keine Frage. Was mir auf der einen Seite gefallen hat, ist der Bruch mit Tabus und Konventionen und der visuelle und akustische Ausdruck des Films inklusive seiner Symbolik, aber genau das hat mitunter auch etwas anstrengendes. Unter anderem deshalb ist mir der Film für meinen subjektiven Geschmack eine Spur zu avantgardistisch. Er lässt nichts aus: Exkremente, Geschlechtsteile, exzessive Gewalt, verfaultes Fleisch, Kannibalismus... Der formal außergewöhnliche Film erinnert an Werke von Lars von Trier ("Dogville"), Stanley Kubrick ("Uhrwerk Orange"), Marco Ferreri ("Das große Fressen") oder Jean-Pierre Jeunet ("Delicatessen") - allesamt eher "schwer verdauliche" filmische Kost und eher nicht für einen "unterhaltsamen Filmabend" geeignet - aber nichts desto trotz herausragend.
Die Darsteller und deren Dialoge, allen voran "der Dieb" Michel Gambon, sind für mich in diesem aus der Masse herausragenden Film nochmals besonders hervorgestochen, sie spielen eindringlich und grandios und machen den Film zu einer emotionalen fesselnden Tortur.
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Kubrick_obscura: CinemaForever
Kommentar löschenDer Film beginnt gleich mit dem puren Ekel, vielleicht sogar mit einer Art "Taufe", mit der der Zuschauer in die endzeitliche kulinarische Welt von "Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber" eingeführt wird. Ein Mann wird von oben bis unten mit Hundekot beschmiert als Strafe, warum, egal, es geht um den Richter, einem Kotzbrocken, Gangsterboss und Tyrannen, der, wie wir im Laufe des Films bemerken werden, einfach nicht das Maul halten kann.
Umso schweigsamer ist das soziale Umfeld dieser Ausgeburt des Urbösen. Ja gerade die 2 Kernfiguren der Geschichte fangen erst ab einer halben Stunde an wirklich ganze Sätze zu sprechen.
Um Sprache geht hier auch nur bedingt, anders als in "Der Kontrakt des Zeichners", wo man Berge aus Worten in endlosen Einstellungen geboten bekam.
Viel eher "tischt" uns der Regisseur aufwändige Tableaus, lange Kamerafahrten und detailreiche Decors auf.
Die Metaphorik der Bilder ist wie beim barocken Sonett strukturiert. Das Gute und das Böse, das Schöne und das Hässliche, alles liegt eng beieinander. Eben trieben es die Liebenden noch wild umgeben von saftigem Fleich, alsbald müssen sie sich verstecken in einem LKW voller vergammelter fleischlicher Überreste.
Der Film ist dermaßen streng komponiert, dass man seine Augen nicht abwenden kann und doch schafft es Greenaway nicht die Spannung zu halten und so driftet der Film in der zweiten Hälfte kurzzeitig weg, kehrt dann allerdings mit einem Finale zurück, was es in sich hat.
Die Besetzung ist bestialisch (Gambon) bis bezaubernd (Mirren) und alle beeindruckend.
Nymans barocker Score und die überhaupt nicht nervige helle Knabenstimme des Tellerwäschers rollen den akustischen Teppich aus für einen der besten Filme über die Kunst, die Liebe und das "gute" Essen natürlich ;)
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Kommentare (13) — Film: Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber
Derboywiealleanderen Wed, 02 Jan 2013 14:13:01 -0000
Kommentar löschenGanz gigantisch dekandent abstoßend selbstgefällig götzendienerisch. Wie so einiges heutzutage. Der Film war eine Zeit lang mein Lieblings-Schocker.
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Niotq Wed, 18 Apr 2012 21:50:04 -0000
Kommentar löschen"I think these Ethiopians like starving. It keeps them slim and graceful, with those big heads and dreamy eyes. You know those kids."
Ein Geständnis vorweg: Ich habe keine Ahnung von Peter Greenaway. Ich weiß nichts von ihm als Mensch, ich weiß nichts von ihm als Regisseur und nahezu nichts von seinen Filmen, und an diesem Umstand haben auch die Berichte anlässlich seines kürzlich begangenen 70. Geburtstages nicht viel geändert. Und weiß der Himmel, ob ich "The Cook, the Thief, His Wife and Her Lover" je gesehen hätte, wenn mir versautem Etwas dieses feuerrote FSK-18-Logo - da soll noch einmal jemand behaupten, die Dinger seien zu nichts nutze! - nicht ins Auge gestochen wäre. Was für ein Glück, dass es es getan hat.
Der Koch ist Richard, das Gehirn hinter einem wunderschönen Nobelrestaurant. Der Dieb ist der sich hinter seinem prätentiösen Küchenfranzösisch und seinen zweifelhaften Tischmanieren versteckende Albert, ein furchtbar lauter, vulgärer Großganove, der das Restaurant besitzt und es Abend für Abend mit seinen Spießgesellen heimsucht. Seine Frau ist Georgina, die eigentlich nur noch seine Frau ist, weil sie ihm einfach nicht entkommt. Und ihr Liebhaber ist Michael, ein Bibliothekar, mit dem Georgina tagtäglich im Restaurant an entlegene Orte verschwindet, um einige intime Minuten mit ihm zu verleben. Diese Situation ist ein Pulverfass, das selbstverständlich irgendwann gehörig detoniert.
Man kann "The Cook, the Thief, His Wife and Her Lover" sicherlich einiges vorwerfen, und für einiges davon kann ich auch Verständnis aufbringen. Man kann es als artifizielles, emotionaloses Kunstkino (Kunst kommt eben doch von "künstlich") bezeichnen, das den Zuschauer nicht an sich heranlässt. Man kann sich ebenso darüber beschweren, dass der Film seine ungeheure Inhaltsleere - eine simple Dreiecksgeschichte und nicht viel mehr - laufend durch Unflätigkeiten und fabelhafte Bilder zu kaschieren sucht. Gut, bitte sehr.
Darf ich aber so platt sein, können wir uns bitte insoweit einigen, dass dieses verhinderte Theaterstück ein wirkliches Fest für die Sinne ist? Unfassbare Schauwerte, von der strengstens durchkomponierten Ausstattung bis zu den Gaultier-Kostümen, und die herrlich wuchtigen Pseudobarockkompositionen Michael Nymans leisten ganze Arbeit, und abgesehen von diversen... unüblichen Nahrungsmitteln wünscht man sich sehnlichst die Erfindung des Geschmacksfernsehens herbei - die des Geruchsfernsehens wohl eher weniger. Was den Film außerdem trägt, ist - wenn auch in einer sehr, sehr dankbaren Rolle - Michael Gambon, der den wandelnden kilometertiefen Abgrund Albert Spica mit seinen cholerischen Ausbrüchen, seiner Parallelwelt, in der niemand vulgär sein darf bis auf ihn selbst, sowie seine grenzenlose Eifersucht mit vollster Hingabe verkörpert. Ich kriege direkt Mitleid mit den Leuten, die ihn nur als Professor Dumbledore kennen.
Das Werk nimmt sich die Realität und nimmt sie sorgsam in die Mangel, und was dabei herauskommt, ist teilweise erschreckend amüsant, üppig bis monumental und herrlich dekadent, und von einer entzückenden Bizarrität durchsetzt, die sich gegen Ende hin noch zu einem wahrhaft köstlichen Schluss steigert - also, so gut unterhalten wurde ich von einem Ende zuletzt in Lars von Triers "Dogville", wenn es hier schon erwähnt wird. Fraglich ist nun, ob hinter den siebenhundertfünfundachtzig strong-language-Momenten, dem Kannibalismus und der exzessiv eingesetzten full frontal nudity tatsächlich, wie ja gern behauptet wird, eine beißende Kritik an der Thatcher-Regierung steckt, oder aber eine Kunst- und Kulturbotschaft der Unterbau all dieser Wahnsinnigkeiten ist. Man muss einen Film sicherlich nicht verstehen, um ihn zu lieben, wie ich seit Lynch weiß, aber ich war selten interessierter daran den Hintergrund eines Filmes zu ergründen wie im Fall von "The Cook, the Thief, His Wife and Her Lover", der sich in so manchem, was er anpackt, erschreckend nahe an der Perfektion bewegt. Ein mehr als unterhaltsames Werk, ein wunderhübscher Tabubruchreigen und ein Film, der sich herrlich arrogant in seinen Bildkompositionen und dem üppigen Dekor suhlt, was ich mir allerdings von so etwas jederzeit gefallen lasse.
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Niotq Sat, 21 Apr 2012 18:19:07 -0000
Antwort löschenDa fühle ich mich in der Tat ganz gut aufgehoben. Besten Dank. :D
Markbln Fri, 11 May 2012 15:01:50 -0000
Antwort löschenich glaube, du hast mehr Ahnung von Peter Greenaway als du glaubst.
fkfilmkritik Sat, 14 Apr 2012 19:04:05 -0000
Kommentar löschenZwanghaft zur Kunst hochgedampftes Theaterstück. Elendig selbstverliebt und nervtötend schrill präsentiert Greenaway mit einer zu beiden Seiten fahrende Kamera mehrere Settings. In dem Übergang mit den Farben sicher famos anzuschauen, was sich aber als das noch interessanteste herausstellt, was im Film passiert. Doch auch das wird immer mehr, ja bis zum Erbrechen, ausgereizt und auch die Musik im Hintergrund macht ihn nerviger und gibt diesem Werk eine durchgehend unerträglich selbstgefällige Haltung. Da können Szenen noch so abstoßend sein. Da können alle noch so einen auf ganz schwarzen Humor machen und da auch können die Bilder noch so fein, ja wie ein Gemälde, verziert sein. Es bleibt dafür durch und durch widerwärtig-arrogant, sperrig, und interessierte mich von Anfang an keinen Deut mehr.
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BigDi Sat, 14 Apr 2012 19:46:36 -0000
Antwort löschen:'-(
Oceanic6 Sat, 14 Apr 2012 21:46:13 -0000
Antwort löschenAchherje, jetzt bin ich aber gespannt, der ein 10, du jetzt das, man man man, ich werde mir wie immer meine eigene Meinung bilden. :D
fkfilmkritik Sat, 14 Apr 2012 22:20:20 -0000
Antwort löschen@BigDi: ISt doch nur ein Film. :)
@Oceanic6: Tu das! Bin gespannt was du davon hältst.
fkfilmkritik Sun, 15 Apr 2012 00:19:17 -0000
Antwort löschen@Jack_Torrance: "Love him or hate him" trifft es glaube ich ganz gut. Der Stil des Films sagte mir einfach nicht zu. Kann aber gut nachvollziehen, was man daran toll findet. Und ich hab mir den Film zum Teil auch wegen dir angeschaut, aber das musst du dir nicht zum Vorwurf machen, denn du warst nicht der Einzige, dem er gefiel und mal ausprobieren schadet ja nicht, denn schließlich weiß ich jetzt, dass ich mir denke ich Greenaways Filme sparen kann. Und Werbung mache ich damit ja auch, wie du schon meintest. ;)
Le Samourai Sun, 15 Apr 2012 00:57:06 -0000
Antwort löschen:((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((((
Absolutes Meisterwerk, der bildästhetischste Film der Filmgeschichte.
BigDi Sun, 15 Apr 2012 07:57:22 -0000
Antwort löschenGut, wenn man die Musik einfach nur nervig findet, dann hat der Film bei einem grad verloren. Ich könnte sie mein Leben lang hören. ^^
fkfilmkritik Sun, 15 Apr 2012 10:23:28 -0000
Antwort löschenIch nicht. ;)
Jenny von T Sun, 15 Apr 2012 11:26:52 -0000
Antwort löschenAlso mir fällt es auch verdammt schwer, die Kritik nachzuvollziehen, insofern stimme ich hier mal in den allgemeinen Kanon mit ein. Gut, der Grat zwischen genial und selbstgefällig ist manchmal wirklich schmal, aber diesen typischen Greenaway-Cocktail aus Optik und messerscharfem Wortwitz kann ich nur zum Zunge-schnalzen finden. Viel mehr kann man aus dem Medium Film eigentlich nicht herausholen.
Übrigens finde ich es interessant, fk, dass du ausgerechnet "Dogville" als Lieblingsfilm gelistet hast, zu dem ich hier und da Parallelen sehe bzw. auf den man viele deiner Kritikpunkte hier übertragen könnte. Bitte nicht als persönliche Kritik sehen, ist mir nur aufgefallen.
fkfilmkritik Sun, 15 Apr 2012 11:53:46 -0000
Antwort löschenNein, das tu ich doch nicht. ;)
"Dogville" hat da natürlich was ähnliches. Die reduzierte Kulisse und die Kapitel. Und vielleicht hast du dabei auch ein Stück recht mit den übertragbaren Kritik-Punkten. Nur thematisch ist dieser für mich einfach VIEL interessanter. Die Story hat mich wirklich mitgerissen und Wendungen kamen immer wieder unerwartet. Er findet für mich das perfekte Ineinander aus Erzählung, Charakteren, kunstvoller Inszenierung und dem Bissen Kritik. Mit dem Humor von diesem Film hier konnte ich nie was anfangen. Die Geschichte, die Charaktere, ließen mich vollkommen unberührt. Es blieb mir alles kaum in Erinnerung und ich konnte mich auch nicht an der visuellen Brillanz erfreuen.
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Jenny von T Sun, 15 Apr 2012 12:02:30 -0000
Antwort löschenNa gut, diesen _direkten_ Humor hat Dogville natürlich nicht, sondern eher in subtilerer, ironischer Form. Der Katharsis-Effekt zum Ende bei "Dogville" hat bei mir ebenfalls heftiger eingeschlagen als hier, insofern kann ich nachempfinden, was du sagst.
Das Finale in Greenaways Film ist natürlich auch ein wenig überdreht und skurril, was es ein bisschen sperriger macht.
schickse77 Sat, 02 Feb 2013 16:24:28 -0000
Antwort löschenGute Kritik, der ich mich gerne anschließe. Ich hab damals sogar das Kino eher verlassen..genau aus diesen Gründen...."unerträglich selbstgefällige Haltung"...."widerwärtig-arrogant"....demütigend
Grennaway...no thanks
Begbie Fri, 02 Mar 2012 18:46:43 -0000
Kommentar löschenVor ewiger Zeit gegessen, aber das Ende bleibt immer in Erinnerung...
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VisitorQ Mon, 12 Dec 2011 18:03:09 -0000
Kommentar löschenFilm angesehen, geschluckt, versucht zu verkraften, für genial befunden, Soundtrack gekauft. Seitdem nicht noch einmal gesehen. Angst. Große Angst.
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Derboywiealleanderen Wed, 02 Jan 2013 14:10:43 -0000
Antwort löschenKöstlich. Habe ich im Wortlaut bei Eugen Egner gelesen.
BigDi Sat, 05 Feb 2011 18:30:55 -0000
Kommentar löschenVorbei an Hunden, die einen mit Kot beschmierten Mann anbellen, vorbei an dem besessen schimpfenden Despoten, durch die Küche hindurch, die wie eine Bühne zwischen dem Dreck der Straße und der edlen Ausstattung des Feinschmeckerrestaurants ragt, akustisch betört vom Gesang des kleinen Knaben, der aus seiner Kehle Töne in die Welt gleiten lässt, höher als alle erdenklichen Engel sie erklingen lassen könnten, visuell von der Optik in den Bann gezogen, welche Farben und Objekte und Menschen anordnet, als würde der Film für die besten Künstler dieser Welt posieren, vorbei an saftigem Fleisch und teuren Garnelen, vorbeigleitend an prunkvollen Tischen, an denen, die ihren Bauch mit Essen füllen, vorbei an dem, der das Restaurant mit einer Bibliothek verwechselt, hinein in die saubere, glänzend weiße Toilette, wo sich Leidenschaft und Leidenschaft begegnen, doch in großer Gefahr schwebend, weiter, zurück durch den vollen Saal, wo geflucht und geschimpft und gedemütigt wird, wo der Dieb des menschlichen Glücks wütet, zurück in die Küche, in die hinterste Ecke der Essenskammer, wo das eine Fleisch auf den Verzehr wartet und das andere sich im Dämmerlicht vereint, wortlos die so labile Freude auskostend, weiter, weiter, in die unabwendbare Zukunft, die Schmerz und Hilflosigkeit immer mehr verdichtet, bis der aufgestaute Groll und die nicht mehr auszuhaltende Erniedrigung in einer Nacht ausgesprochen werden und die Tat zum Leben erwecken, weiter, weiter, weiter, vorwärts, in den letzten Tag des ewig scheinenden Festmahls, in den glühend roten Saal, anmutig zu den epischen Klängen der wunderbaren Musik auf ein Ende zumarschierend, welches den Meisterkoch, den rasenden Despoten, seine gequälte Frau und ihren Liebhaber in einer Szene vereint, welche ins Auge sticht, in die Nase dringt und sich unter die Haut schleicht, bis man, von den brodelnden Emotionen überwältigt und von dem edlen Walzer von Bild und Ton betört, sich dem bizzaren Geschehen hingibt und mit großen Augen und einem bösen Lächeln auf den Lippen aus einer brutalen und bösartigen Welt zurück in die Wirklichkeit gleitet, die noch lange Zeit vom Licht des Restaurants beleuchtet wird. Was eine großartige Filmkunstkomposition.
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Fricki76 Wed, 09 Feb 2011 00:12:57 -0000
Antwort löschenCooler Kommentar. Bist wohl recht von James Joyce geprägt, was? ;-)
BigDi Wed, 09 Feb 2011 13:17:07 -0000
Antwort löschenDanke - nun ja, von Joyce habe ich seit Monaten "Ullyses" im Regal stehen und komme immer noch nicht dazu, das zu lesen. :D
Yivro Sun, 12 Dec 2010 11:50:44 -0000
Kommentar löschenEiner der besten Film, die ich jemals gesehen habe; und meiner Meinung nach mit der beste Film von Peter Greenaway. Warum? Dieser Film glänzt nicht nur durch ein perfektes Casting, geniale Designerkostüme und eine künstlerisch beeindruckende Kameraführung, sondern in erster Linie durch die herausragende Dramaturgie der Geschichte, die so viel Interpretationsspielraum bzw. "Denkmaterial" lässt, dass man riesige Zusammenhänge herausinterpretieren kann und am Ende sogar noch etwas über die eigene Existenz erfahren kann. Weitere künstlerisch originelle Einfälle wie zum Beispiel die Tatsache, dass jeder Raum in dem wie ein Kammerspiel aufgebauten Film eine eigene, spezifische "Farbe" hat, (So wechselt die Farbe der Kleider der Hauptdarsteller beim Wechseln des Raums.) sind neu, aufregend und allein deswegen sollte man den Film schon mal gesehen haben.
Allerdings muss man auch sehen, dass "Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber" in gewisser Weise brutale Elemente enthält, und generell nicht sonderlich unterhaltsam im Sinne von Humor, Action etc. ist. So gibt es auch sicherlich Menschen, denen dieser fantastische Film verschlossen bleibt, weil sie nicht den Blick "dahinter" wagen. Ein richtiger Kunstfilm eben!
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Monsieur Hulot Sun, 15 May 2011 15:07:31 -0000
Antwort löschenAlso Humor hat der Film ziemlich satt finde ich, ziemlich schwarzen halt.
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Yivro Sun, 15 May 2011 15:12:19 -0000
Antwort löschenJa, das stimmt. Aber, wie ich finde, nicht in dem oberflächlich unterhaltsamen Stil, den viele Hollywoodproduktionen praktizieren. Also beim ersten Anschauen wirkt der Film eher schockierend und traurig als lustig und humorvoll. Aber das ist auch nur meine Meinung.
Monsieur Hulot Sun, 15 May 2011 20:14:07 -0000
Antwort löschenGebe dir recht, von Hollywood-Humor ist der Film, wie Greenaway's Filme überhaupt, meilenweit entfernt. Auf jeden Fall einer seiner besten, auch dank der Besetzung.
facinus Sat, 13 Jun 2009 11:26:09 -0000
Kommentar löschenEin sehr Gewöhnungsbedürftiger Film, den ich schon nach den ersten 20min. ausmachen wollte. Der Film überrennt einen förmlich mit seinem Theater Kulisse, den bunten Farben und dem Sound das dann durch das Geschreie des kleinen Jungen schon sehr nah an der Schmerzgrenze war.
Nachdem man sich dann an alles Gewöhnt hat und sich die Story endlich in eine Richtung bewegt, entfaltet sich langsam das gesamt Konzept.
Das durch die Unterdrückung des vulgären und reichen "Boss" der alles in seiner nähe Tyrannisiert, nicht nur seine Frau sondern auch die Bildung, die Liebe und das kulinarische Essen unter ihm zu leiden hat. Doch als seine Frau ein Verhältnis eingeht droht dann alles sehr appetitlich zu eskalieren! Das schon sehr nah zwischen Kunst und ekel erzählt wird.
Und ohne ihre mutige und beeindruckende Cast nicht möglich wäre, vor allem hat mir Michael Gambon als kranker Soziopath gefallen.
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Liam Quinn Thu, 15 Jan 2009 18:30:47 -0000
Kommentar löschenDas Auge isst mit. Ein kleinens Kammerspiel ist geboren. Theater für die Sinne. Der Koch, ( der Beobachter, der alles im Gleichgewicht hält ), der Dieb, (der den Einklang stört), seine Frau, ( die eine symbiotische Welt represäntiert ) und ihr Liebhaber, ( der die dringend notwendige Veränderung bringt ) ist ein gelungenes Rachedrama mit eindringlicher Tiefe. Der Film zieht einen in seinem Bann und ist irgendwo am Ende des zweiten Drittels zu sehr mit sich selbst beschäftigt um dann noch einmal richtig aufzutrumpfen. Peter Greenaway´s Meisterwerk ist ein Festmahl für Feinschmecker und gleichzeitig so ekeleregend das man kotzen muss. Farbsymbolik, unsterbliche Liebe, Kultur und Geld stehen auf der Speisekarte und werden vorgeführt.
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8martin Wed, 14 Jan 2009 09:44:53 -0000
Kommentar löschenNatürlich ist man immer noch von den total durchgestylten Bildkompositionen beeindruckt, mit Barockmusik untermalt; prozessionsartige Einmärsche und sich wiederholende Motive, wie hier der singende blonde Knabe.
Das Restaurant mit Chefkoch Richard Bohringer ist in rot-schwarz gehalten, wie die Gemälde alter Niederländer, die als Wände dienen, die Toilette ganz in weiß und auch die Kleidung der jeweils Anwesenden ist entsprechend farblich gestaltet. Die Hauptfigur Albert Spica (Michael Gambon), ein echter Kotzbrocken, wäre in dem französischen Film “Das Biest muss sterben“ gut untergekommen. Seine gedemütigte anfangs sehr schweigsame Ehefrau (so offenherzig sexy wie nie Helen Mirren) ersinnt einen genialen Racheplan, nachdem Spica den Liebhaber seiner Frau von seinem Gehilfen (diabolisch gut Tim Roth) irrtümlich ’entmannen’ ließ. Sie zwingt ihn zu einer kannibalischen Aktion. Nichts für Zartbesaitete. Will uns Greenaway sagen: ’Der Mensch ist schlimmer als ein Tier?’ oder ’Das Hässliche ist eigentlich schön, das Schöne hässlich?’ Zumindest kann einem der Appetit vergehen.
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dbeutner Tue, 23 Sep 2008 09:53:13 -0000
Kommentar löschenGreenaway hasst oder liebt man sowieso; wer aber Greenaway liebt, für den bietet Der Koch... alles, was man erwarten kann: Farben- und Lichtspiele in purer Schönheit (wenn das Licht des "roten" Nebenraums in die "weiße" Toilette fällt - einfach unglaublich), Musik vom Feinsten, der kleine singende Junge (für den meine Frau Greenaway schon allein hasst ;-)), und eine vielschichtige Geschichte, mit starkem Aufeinanderprall schöner und scheußlicher Momente. Monumentale Räumlichkeiten (die Küche!) tun ihr übriges.
Ich halte den Film geradzu für die Definition des "Genres Greenaway", der Film erzeugt immer wieder einen Rausch an Begeisterung; negative Kritik kann ich nicht anbringen - einer der ganz großen Filme überhaupt.
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hummelchen Thu, 14 Feb 2008 13:52:53 -0000
Kommentar löschenEin Film wie ein Gemälde - optisch opulent brennt sich dieses Kunstwerk für immer ins Gedächtnis. Mit "Die Verschwörung der Frauen" der beste Greenaway.
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alter.native Tue, 22 Jan 2008 15:06:46 -0000
Kommentar löschenDer beste Greenaway! Allerdings mit hohem Ekelfaktor und trotzdem ein Film über die Liebe! Die Bilder der Räume ohne Decken und wechselnden Farben sind ein Augenschmaus, die Musik von Michael Nyman unterstreicht kongenial die Atmosphäre. Die Moral von der Geschicht; die Liebe überlebt, Barbaren nicht!
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