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The King of Devil's Island

Kongen av Bastøy (2010), FR/NO/PL/SE Laufzeit 116 Minuten, FSK 12, Actionfilm, Drama, Kinostart 29.03.2012


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7.4
Kritiker
19 Bewertungen
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7.6
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818 Bewertungen
56 Kommentare
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von Marius Holst, mit Stellan Skarsgård und Benjamin Helstad

The King of Devil’s Island beschreibt ein dunkles Kapitel in der norwegischen Geschichte. Marius Holst inszeniert Stellan Skarsgård als strengen Jugendgefängnisaufseher.

Anfang des 19. Jahrhunderts existiert in Norwegen ein Gefängnis, in dem jugendliche Straftäter zum Zweck ihrer Umerziehung untergebracht werden. The King of Devil’s Island greift einen Vorfall auf, der sich in der Geschichte des Gefängnisses ereignet hat. Erling (Benjamin Helstad), ein bulliger Junge wird gemeinsam mit dem schmächtigen Ivar (Magnus Langlete) in einem Boot nach Bastøy, dem norwegischen Alcatraz für Jugendliche verfrachtet. Dort erwartet die Jungen ein harter Alltag voller Strafarbeit und brutaler Erziehungsmaßnahmen. Resozialisierung oder Unterricht gehören für die strengen Wachen und den Gefängnisleiter (Stellan Skarsgård) jedoch nicht dazu. Vielmehr werden die jungen Straftäter erniedrigt und misshandelt, sogar ihre Namen müssen sie ablegen. Erling wird zur Nummer C-19, Ivar bekommt die C-5 zugewiesen. Erling schmiedet bald Fluchtpläne und weiht auch seine Mitinsassen ein, die sich dem Regime nicht länger beugen wollen. Es kommt wie es kommen muss: die Häftlinge zetteln einen Aufstand an, was ungeahnte Folgen hat.

Hintergrund & Infos zu The King of Devil’s Island
Regisseur Marius Holst ist in Deutschland kein Unbekannter, er nahm bereits 1995 mit Zehn Messer ins Herz bei der Berlinale und 2007 mit Blodsbånd – Mirush und sein Vater beim Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg erfolgreich teil.

Mit The King of Devil’s Island verfilmte Marius Holst wahre Begebenheiten, die sich 1915 auf der norwegischen Gefängnisinsel Bastøy abgespielt haben. Das Drama gewann 2011 den Publikumspreis auf dem Filmfest Hamburg und galt als Anwärter auf eine Oscarnominierung in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film. Mit Stellan Skarsgård (Good Will Hunting) als sadistischem Anstaltsleiter fand Holst einen (schwedischen) Darsteller mit internationalem Format, der genügend Autorität ausstrahlt, um den Zuschauer davon zu überzeugen: ‘Mein Wort ist Gesetz’. (JL)

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Mehr Bilder (11) und Videos (2) zu The King of Devil's Island


Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails The King of Devil's Island
Genre
Actionfilm, Drama
Zeit
Winter
Ort
Norwegen
Handlung
Bruder-Bruder-Beziehung, Flucht, Heim, Insel, Internat, Jugend, Junge, Misshandlung, Prügel, Regime, Sexueller Missbrauch, psychischer Missbrauch
Stimmung
Aufregend, Berührend, Spannend
Verleiher
Alamode Film - Fabien Arséguel e.K.
Produktionsfirma
4 1/2 Film, MACT Productions, Opus Film

Kritiken (17) — Film: The King of Devil's Island

JackoXL: Die Drei Muscheln

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8.0Ausgezeichnet

Dieser Norweger muss sich wirklich kein Stück hinter irgendwelchen US-Produktionen verstecken, ganz im Gegenteil. Ein bedrückender und sehr fesselnder Film über eine Besserungsanstalt auf der Insel Bastoy zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Toll inszeniert und mit einem richtig starken Cast. Die Jungdarsteller können genau so auftrumpfen wie die älteren Herren Stellan Skarsgard und Kristoffer Joner. Einerseits werden zwar die üblichen Themen dieses Genres behandelt (Erniedrigung, Missbrauch, Unterdrückung, Freundschaft, Fluchtversuche, Aufstand), andererseits kann man es kaum besser umsetzen. Klar entsprechen auch die Figuren dem typischen Rollenmuster, werden dabei aber so glaubhaft verkörpert, dass dies überhaupt nicht negativ auffällt

"The King Of Devil's Island" ist eine der kleinen Perlen der letzten Zeit. Spannend, bewegend, emotional, dabei immer authentisch und rundum hervorragend gemacht.
Viel besser als das Meiste, was sonst in den großen Kinos zu sehen ist.

11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

Joeyjoejoe17

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Japp, toller Film! Dein letzter Satz ist leider allzu wahr..


JackoXL

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Hatte damals im Kino den Trailer gesehen und war sehr gespannt. Lief in Hannover leider nur in den kleinen Kinos, nicht lange und zu unmöglichen Zeiten (eine Vorstellung pro Tag, um 14:45 oder so. Für arbeitende Menschen, super. :( )


stuforcedyou: Die Drei Muscheln, CinemaFo...

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8.0Ausgezeichnet

Die Kälte ist spürbar, der Druck, körperlich wie seelisch, schnürt sich nicht nur den Hals der Jungen, sondern auch dem Zuschauer die Luft ab. "King of Devil's Island" ist einer dieser Filme die zum einen verstehen, wie man eine wahre Geschichte spannend, beklemmend und schonungslos erzählt und zum anderen mit dem Rechts- und Unrechtsbewusstsein des Publikums hantiert. Will sagen: Der Film versteht es die sadistischen Herrscher der Insel, den Direktor und seine "Offiziere" so darzustellen, dass sie zu wahren Hassobjekten werden und dass jede Form der Rebellion gegen sie, wie ein erhellendes, mutiges Licht erscheint. Dass Regisseur Holst dabei immer wieder dramaturgisch zu dick aufträgt, ist verschmerzbar, denn der Pathos funktioniert, wirkt oftmals befreiend, ist jeder Zeit berechtigt und verstärkt den Zorn, den man als Zuschauer gegenüber den Inselherren hat um ein Vielfaches. "King of Devil's Island" ist ein starker Film zum mitfühlen und mitfiebern.

21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Wolfgang M. Schmitt jun.: www.die-filmanalyse.de

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4.5Uninteressant

Es gab sie wirklich. Das Filmdrama „King of Devil`s Island“ von Marius Holst handelt von der norwegischen Gefängnisinsel Bastøy. Noch immer ist die Insel ein Ort für Strafgefangene. Bis 1970 gab es dort eine Besserungsanstalt für Jungen. Im Film kommt 1915 der Junge Erling (Benjamin Helstad), dessen Vergangenheit im Unklaren gelassen wird, auf die Insel und soll sich den menschenverachtenden Regeln dieser Institution unterwerfen. Widerreden werden bestraft, Rebellion wird brutal unterdrückt, Mitleid existiert nicht. „King of Devil`s Island“ erzählt in einer riefenstählernen Ästhetik und in gewohnter Manier von den Grausamkeiten auf der Insel.

Der Plot ist schlicht, wie so oft bei diesen Flucht-aus-Alcatraz-Filmen: Einer will ausbrechen; wird es ihm gelingen? Regisseur Marius Holst schont das Publikum mit Gewaltdarstellungen nicht. Wir sehen wie die Jungen ausgepeitscht, geschlagen und verbal gedemütigt werden. So gut gemeint das Ansinnen ist, dieses dunkle Kapitel der norwegischen Geschichte aufzudecken, so voraussehbar und eintönig ist die Kinogeschichtsstunde geworden. Jährlich gibt es solche Filme von Menschen, die in einem geschlossenen System leben müssen und gen Freiheit ausbrechen wollen; Frauen aus ihren Ehen, Kinder aus Internaten, Homosexuelle aus der Provinz, Priester aus der Kirche, Dissidenten aus einem Regime. Viele liberale Linke lieben diese Filme besonders, zeigen sie doch, daß sich der Kampf der letzten 40 Jahre gelohnt hat: Wir leben endlich in Freiheit ohne Autorität, manche gar autark. Dieses Zielpublikum beklatscht jährlich seine Errungenschaften neu und beschäftigt sich lieber ungern mit der aktuellen Unfreiheit in der Freiheit oder mit dem Preis der Freiheit (Outsourcing von Familienpflichten an günstiges – meist ausländisches – Personal; Schulen, die alle dort abholen, wo sie gerade stehen; promiskuitives Leben in „der Szene“ mit einem hohen ökonomischen und ästhetischen Druck; religiöse Orientierungslosigkeit, die in ans Universum gerichtete Wünsche mündet; Musealisierung der Regime-Kritiker für Feiertagsstunden, kurz: Wolf Biermann).

So sehr allen nach einem Winter im Frühling ein Sommer im Herbst zu wünschen ist, verkennen sie gerne die aktuelle Lage und ziehen sich entspannt in die Kinosessel zurück. Michel Foucault hat sich ein Gelehrtenleben lang mit diesen Einschließungsmilieus beschäftigt, die im 19. Jahrhundert Hochkonjunktur hatten und auch heute nicht ganz der Vergangenheit angehören. Sein theoretischer Freund Gilles Deleuze hat jedoch nach Foucaults Tod einen kleinen Text mit dem Titel „Postskriptum über die Kontrollgesellschaften“ geschrieben, in dem er erläutert, daß sich das Zeitalter der „Disziplinargesellschaft“ dem Ende neigt (Kirche, autoritäre Eltern und Schule etc.) und wir stattdessen in einer „Kontrollgesellschaft“ leben (Unternehmen mit 360°-Beobachtung, Leben als Projekt, Weiterbildung bis zum Tode): „Man bringt uns bei, dass die Unternehmen eine Seele haben, was wirklich die größte Schreckens-Meldung der Welt ist. Marketing heißt jetzt das Instrument der sozialen Kontrolle und formt die schamlose Rasse unserer Herren.“

Die Unfreiheit tarnt sich als kreative Freiheit. Bemerkenswert ist, in der heutigen Libertinage haben sich sogar einige alte Rituale der Disziplinargesellschaft bewahrt und werden nun in einer spielerischen Form ausgelebt, was man wiederum an „King of Devil`s Island“ herrlich studieren kann. Die Darstellungen der jungen Männer im männerbündlerischen Herrschaftsraum (Gewaltexzesse in den Naßzellen) haben ihren Weg in die Arthouse-Pornographie eines Bruce LaBruce gefunden. Die gefährliche Flucht bei Wind und Wetter auf einem Ruderboot ist heute in beliebte Extremsportarten transformiert worden. Und die Peitschenhiebe auf nackte Leiber führen uns zu Michel Foucault zurück, der sich bekanntlich in Amerika (auch wenn die akademische Linke es in einem merkwürdigen Anflug von Prüderie gerne verschweigt), dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, lustvoll in die Sado-Maso-Szene stürzte. Ein bißchen von diesem Schmerz darf auch der Kinozuschauer von „King of Devil`s Island“ genießen.

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BrittaLeuchner

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Aha. Ja gut. Ich teile ja vieles was hier geschrieben steht, aber eine Filmkritik ist das nicht, nur weil der Film in dem Zusammenhang zitiert wird. Könnte das bitte mal jemand korrigieren? Verständlich fänd ich es, wenn hier Etwas filmisch verherrlicht würde und somit die ethischen Grenzen des Filmemachens vorab jeder Filmkritik diskutiert werden müssten (so wie ich es bei The Iron lady sehe), und politischer Zynismus ist sicherlich eine mögliche Form der "Danach"-Diskussion die dieser Film meinentwegen bewirken kann. Aber bei einer reinen Filmkritik wie ich sie auf einem FILMportal hoffe vorzufinden, geht es erst einmal um den Film selbst, Schauspiel, Regie, das Fesseln des Zuschauers etc.

Davon abgesehen, bei allem berechtigten Zynismus, aber eine Gefängnis-Insel dieser Art ist der heutigen (un)freien (kreativen) Zeit wie sie heir slizziert wird, defintiv NICHT vorzuziehen und von dem Bedürfnis dem Zuschauer Genuß zu vermitteln, ist bei diesem Film meiner Ansicht nach wenig zu spüren. Im Übrigen empfinde ich die Agressivität mit der hier vorgetragen wird vielmehr als diktatorisch, als die kleinen Selbstlügen gealterter Hippy-Generationen, und in der Endkonsequenz auch als viel gefährlicher.


LuGr: MovieMaze / multimania u.a.

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8.0Ausgezeichnet

Die tristen, nahezu entfärbten Bilder von John Andreas Andersen tragen stimmungsvoll zur Konstruktion einer beklemmenden Atmosphäre bei, in welchem die rauen Sitten im Heimalltag eingefangen werden. (...) Nur wenige dramaturgische Klischees - natürlich freunden sich der Vorzeige-Sprößling des Direktors und der größte Delinquent an - trüben den Eindruck auf ein ansonsten packendes Psychodrama.

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Heiko Martens: Schnitt Heiko Martens: Schnitt

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6.5Ganz gut

Die Erzählhaltung von The King of Devil's Island ist konsequent. Aber auch irgendwie spießig. Ein bißchen mehr Aufstand hätte der emotionalen Kraft wie der gesellschaftlichen Relevanz des Films gutgetan.

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Dimitrios Athanassiou: moviemaze.de Dimitrios Athanassiou: moviemaze.de

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8.0Ausgezeichnet

Die Wahl des Filmschauplatzes, die unaufdringliche, aber nahe an den Figuren gehaltene Erzählweise und die atmosphärische Kameraführung greifen perfekt ineinander und lassen The King of Devil's Island, trotz ein paar kleiner Längen, wie eine cineastische Perle erscheinen.

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Thomas Engel: programmkino.de Thomas Engel: programmkino.de

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8.0Ausgezeichnet

King of Devil's Island ist ein Zeitbild, ein Fallbeispiel, die Schilderung einer in Erziehungsfragen rückschrittlichen Epoche. Realistisch, düster, kalt, wahrhaftig ist das gemalt. A propos gemalt: Tatsächlich sind in dem fast monochromen Farbton Anklänge an die skandinavische Malerei zu spüren.

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Lars Tuncay: Filmtabs, Intro Lars Tuncay: Filmtabs, Intro

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The King of Devil's Island ist ein komplexes, fesselndes Knastdrama in atemberaubend eisigen Landschaftsbildern zu den elegischen Klängen von Sigur Rós.

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Cristina Moles Kaupp: fluter Cristina Moles Kaupp: fluter

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8.0Ausgezeichnet

Keine Frage, King of Devil's Island überzeugt mit handverlesenen Darstellern, allen voran Stellan Skarsgård als Gefängnisdirektor und Benjamin Helstadt als Erling. Wo bei Ersterem selbst minimalste Mimik schon Bände spricht, wittert man das rebellische Naturell in Helstadts Charakter schon in der ersten Sekunde.

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Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de Günter H. Jekubzik: Filmtabs.de

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8.5Ausgezeichnet

Marius Holsts vierter Spielfilm ist ein Gefängnisdrama, das in Sachen Analyse der rigiden Gesellschaften vom Anfang des 19. Jahrhunderts durchaus mit Das weiße Band verglichen werden kann. [...] The King of Devil's Island ist ein großes, in dunklen blauen und brauen Farben sehr sorgfältig inszeniertes Werk.

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M. Semenowicz: Filmszene.de M. Semenowicz: Filmszene.de

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7.0Sehenswert

Obwohl der Film formelhaft irgendwo zwischen Der Unbeugsame (1967) und Einer flog übers Kuckucksnest (1975) anzusiedeln ist, sind die schauspielerischen Leistungen trotz der in King of Devil’s Island leider fast durchgängig eindimensionalen und klischeehaften Rollen sehr gut.

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Dietmar Kanthak: epd-Film Dietmar Kanthak: epd-Film

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8.5Ausgezeichnet

King Of Devil’s Island gehört zu den Filmen, die ihr Publikum in den Bann ziehen und auch dann noch beschäftigen, wenn der Abspann vorüber ist. Die subtile Zeichnung der Figuren hat daran großen Anteil.

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Hannelore Heider: Deutschland Radio Hannelore Heider: Deutschland Radio

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8.0Ausgezeichnet

The King of Devil's Island ist vor dem brutalen Geschehen des Missbrauchs der Jungen in jeglicher Form und vor der gnadenlosen Natur vor allem ein psychologisches Drama, in dem sich die beiden so unterschiedlichen jungen Helden nicht nur der sadistischen Wärter erwehren, sondern auch moralische Entscheidungen von großer Tragweite treffen müssen.

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Jens Hinrichsen: Film-Dienst.de Jens Hinrichsen: Film-Dienst.de

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5.0Geht so

Trotz der atmosphärischen Kameraarbeit ist „King of Devil’s Island“ nur ein Second-Hand-Produkt, das am Schluss nicht vor plumpen Anleihen an James Camerons „Titanic“ zurückschreckt.

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José Garcia: Textezumfilm

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7.5Sehenswert

Die Kamera von John Andreas Andersen taucht die Bilder in kalte, monochrome Farben, die von Anfang an im Zuschauer ein Gefühl der Beklemmung hervorrufen. Dennoch sind sowohl die Kameraführung als auch die Dramaturgie konventionell gehalten. Darüber hinaus gelingt es Regisseur Marius Holst kaum, den in Gefängnisfilmen üblichen Klischees von sadistischen Wächtern über Kleinkämpfe unter den Insassen bis hin zum Selbstmord zu entkommen. Dennoch: Durch die schauspielerische Leistung insbesondere der Jungdarsteller Benjamin Helstad und Trond Nilssen bietet „King of Devil’s Island“ eine Charakterzeichnung, die sich in Olavs Figur besonders fein nuanciert ausnimmt. Obwohl er sich zunehmend mit Erling und dessen Ansichten anfreundet, hält er sich an die Anstaltsordnung, um seine bevorstehende Entlassung ja nicht zu gefährden. Erst als Olav mit einem offensichtlichen, eine Tragödie auslösenden Missbrauchsfall konfrontiert wird, muss er eine Entscheidung fällen. In einem moralischen Konflikt befindet sich ebenfalls der Anstaltsdirektor, der die Wahl zwischen seinem Gewissen und einem auf finanziellen Unregelmäßigkeiten basierenden Lebensstil treffen muss. Diese moralischen Fragen verleihen dem authentisch inszenierten Film eine besondere Tiefe.

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Annekatrin Liebisch: Radio Köln Annekatrin Liebisch: Radio Köln

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8.5Ausgezeichnet

In vielen einprägsamen Szenen stellt sich Regisseur Holst klar auf die Seite der Unterdrückten, ohne viele Worte darüber zu verlieren, aufgrund welcher Vergehen sie eigentlich auf Bastøy gebracht wurden.

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Gaby Sikorski: Programmkino Gaby Sikorski: Programmkino

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8.5Ausgezeichnet

Der König von Bastoy ist ein tragisch melancholisches Statement, das vollkommen unpathetisch, großartig gespielt und fein inszeniert für Menschlichkeit und Freiheit eintritt.

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Kommentare (38) — Film: The King of Devil's Island


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jorg.hoffmann.9849

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Im Jahre 1915 spielte sich in Norwegen auf der Gefängnisinsel Bastoy,einer Strafanstalt für Jugendliche,eine menschliche Tragödie ab.
Es herrschen Zucht und Ordnung,aber viele müssen tagtäglich mit Demütigungen leben.
Stellan Skarsgard als diabloischer Direktor,ist erbarmungslos kaltherzig,daß einem ein kalter Schauer den Rücken herunterläuft.Als ein brutaler Aufseher,einen Jugendlichen misshandelt und missbraucht und der dadurch sich das Leben nimmt,
kommt es zur Meuterei gegen das unmenschliche System.Triste Landschaften und eine Filmmusik,die sich dem Film mit voller Wucht anpasst,machen aus diesem Film was besonderes.

King of Devil's Island ist ein emotional,packender und wutmachender Film,den man nicht so schnell vergisst.Ein grandioser europäischer Film,mit vielen Jungdarstellern,der Hollywood zeigt,daß es mehr gibt,wie Action und 3D. Von mir bekommt der Film eine 8/10!Übrigens neben Headhunters,schon der zweite Norwegische Film dieses Jahr,der mich schwer begeistert hat.

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markus.rittner

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Und wieder ein Streifen aus dem hohen Norden der mehr als nur Durchschnitt ist! Eine echte Filmperle!

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vanilla

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Bewertung7.5Sehenswert

Wer ist jetzt der König von Bastoy????
Ist es der Direktor (super gespielt von Stellan Skarsgard, dem einzig bekannten Schauspieler)???
Ist es C1, der Musterschüler, der am Ende eine komplette Wandlung durchmacht, die Wahrheit erkennt und den nötigen Mut aufbringt, um diese auch zu erkennen???
Ist es C19, der kühle, mutige Junge, durch den erst alles möglich wird???

So viele Fragen wie ich stellt der Film erst gar nicht.

Nach einer wahren Begebenheit, wird von einer Insel für straffällige Jungen in Norwegen erzählt (erinnert ein wenig an Shutter Island), die zu Resozialisierungsmaßnahmen dienen soll. Alles ist düster und grau.
Kalt ist nicht nur das Wetter, sondern auch alle Beteiligten. Vom Direktor bis auf die Erzieher und die Gefangenen selbst.
Man erfährt nichts von der Vergangenheit der Beteiligten, sondern es interessiert nur das Hier und Jetzt.
Alles scheint aussichtslos und verloren.
Doch mit neuen Gefangenen kommt ein neuer Schwung hinein und vieles soll sich ändern.
Ein Film über Freundschaft, Mut, den Willen am Leben und die Hoffnung, dass alles sich bessern kann.
Es ist immer ein sehr schmaler Grad zwischen Unterdrückung und Erziehung, zwischen Macht und Machtmissbrauch.
Ein toller Film aus Norwegen, der sich von den anderen Gefängnisfilmen stark unterscheidet und allein deshalb schon sehenswert ist.

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pischti

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Für mich ein paar Punkte tiefer :D


vanilla

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Dann bin ich ja im guten Durchschnitt meiner MP-Buddys, ist doch auch korrekt:D


Clerence

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ich bin zufällig auf den Film gestoßen, habe vorher nie von ihm gehört. Gekauft und gleich geguckt, weil die viele Kritiken recht positiv waren. Ich kann die Kritiken nur bestätigen. Klasse Story, war zu keiner Zeit gelangweilt. Klare Empfehlung ;)...

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Kill_Diether

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Bewertung9.0Herausragend

Eigentlich gibt es nichts auszusetzen an "The King of Devil's Island", außer dass die Thematik weh tut. Und zwar gerade in Zeiten, wo Misshandlungen von Kindern und Jugendlichen durch deren Erziehungsberechtigte ins öffentliche Bewusstsein kommen. Alle Schauspieler, insbesondere die unbekannten, sind nahezu perfekt in ihrer Rolle. Die Geschichte beginnt hochinteressant und hält die mitreißende Spannung in fast jedem Moment, bis zum sehr gelungenen Ende.

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bjorn.breitkreuz

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Bewertung10.0Herausragend

KING OF DEVIL'S ISLAND

Das norwegische Drama von Marius Holst erzählt die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte um die norwegische Gefängnisinsel Bastøy, welche als eine Besserungsanstalt für verhaltensauffällige und straffällige Jungen bis 1970 genutzt wurde.

Die (Film-) Geschichte spielt im Jahr 1915. Jungen verschiedensten Alters und sozialer Herkunft leben den harten und strengen Alltag unter Gefängnisdirektor Hakon (beängstigend gut: Stellan Skarsgård!), und man tut gut daran, ihm und seinen Angestellten ohne viel Fragerei Folge zu leisten.
Eines Tages kommt der wegen Mordes verurteile Erling als Neuling auf Bastøy an, zusammen mit mit dem schüchternen und naiven Ivar. Erling will sich den herrschenden Gesetzen und Gepflogenheiten keinesfalls unterordnen. Er lehnt sich auf, unternimmt sogar einen Fluchtversuch. Vergeblich. Was folgt sind drakonische Bestrafungen. Trotz der teils inhumanen Zustände auf Bastøy entstehen Freundschaften unter den Jungen. Man rottet sich zusammen, und als die Zustände in der Haftanstalt immer schlimmer werden, und sich Ivar wegen permanente sexuellen Missbrauch durch einen der angestellten "Hausväter" schliesslich das Leben nimmt, kommt es zur dramatischen und blutigen Revolte.

KING OF DEVIL'S ISLAND ist starker Tobak- das mal vorweg!
Hier ist nichts geschönt. Hier wird nichts romantisiert. Der Film zeigt ein in Norwegen auch heute noch gerne totgeschwiegenes und tiefdunkles Kapitel seiner Justizgeschichte.
Der absolut sehenswerte Film hält sich sehr dicht an die wenigen Fakten, Aufzeichnungen und wenigen Augenzeugen. (Mindestens genauso sehenswert wie der Hauptfilm ist die Doku über Bastøy, die es im Bonusmaterial gibt. Auch und gerade hier: Heftiges Zeug! Selbst mir kamen bei den Berichten der Augenzeugen die Tränen!)

Die größtenteils unbekannten Jungschauspieler machen einen beeindruckenden Job. Stellan Skarsgård- wie schon erwähnt- als diabolisch aber ruhiger Anstaltsleiter ist unglaublich! Die in kühlem Blau gehaltenen Bilder und die verschneite norwegische Landschaft verschaffen eine trostlose Atmosphäre, und somit passend zu dem Film.

FAZIT: KING OF DEVIL'S ISLAND ist bewegend, ergreifend und erschütternd.
Ein Drama über Freundschaft, Zusammenhalt und Zivilcourage.

Hochgradig sehenswert! Absoluter Tipp!

Volle und berechtigte Punktzahl!

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sam_ace_rothstein

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Schönes Norwegisches Filmdrama mit vielen Talentierten Jungschauspielern. Die Kamera leistet hier grosses und fängt die unheimliche Stimmung der Gefängnisinsel gekonnt ein.

In The King of Devil's Island wird eine emotionale Geschichte rund um Freundschaft und Loyalität erzählt. Zusammenhalt ist hier alles. Was alles möglich ist wenn man zusammenhält, dass zeigt dieser Film auf eindrückliche Art und Weise.

Diese Norwegische Filmperle ist wirklich sehr zu empfehlen.

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Mr. Pink

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Bewertung7.0Sehenswert

Skandinavisches Drama, das stark gespielt, dramaturgisch hervorragend aufgebaut und da auf wahren Begebenheiten beruhend auch mit emotionaler Note versehen ist. Sehr sehenswert!

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Murray

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Na, da fehlt aber noch das ein oder andere Pünktchen.


Mr. Pink

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Ach, so ein Quatsch! ;) Ist schon richtig so...


jacker

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Man spürt es von der ersten Minute an - die völlige Tristesse, den Verlust der Menschlichkeit, die körperliche Härte, die Eemotionale Kälte. Jeglicher, aber auch wirklich jeglicher warmen Farbtöne beraubt, führt der Film uns in eine Welt, die zum Glück etwa hundert Jahre zurück liegt. Hundert Jahre in denen viel passiert ist und die dafür gesorgt haben, dass zumindest in vielen Ländern solch unmenschliche Arbeitslager und körperliche Demütigungen (die unter dem Deckmantel der Besserung / Erziehung existierten) nicht mehr zum täglichen Leben gehören.

Es sind die Feinheiten, die Regisseur Marius Holst hier thematisiert, subtil verpackt und unheimlich Wirkungsvoll. Bei Ankunft endet für die verurteilten Jungs ihre bisherige Existenz - selbst ihres Namens werden sie beraubt und mit einem Nummer versehen - von nun an zählt nur noch eins: Gehorsam. Absoluter Gehorsam und das wortlose Schlucken jeglicher Demütigungen. Jedes Widerwort kann und wird den Aufenthalt verlängern.

Feinfühlig wird C19's Psyche beleuchtet. Der zornige, verschlossene Junge rebelliert und will sich nicht fügen - als einer der wenigen Insassen in den letzten Jahren - und prallt ungebremst mit dem sadistischen Aufseher Brathen aufeinander. Nach und nach öffnet er sich seinen Mitgefangenen und der Rebell in ihm will die Zustände nicht weiter schlucken.

Schlucken muss auch der Zuschauer, denn die fesselnd inszenierte Thematik geht wirklich unter die Haut. Getragen von einer Garde talentierter Jungschauspieler und Qualitätsgarant Stellan Skarsgard, findet THE KING OF DEVIL'S ISLAND auf einer mitreißenden psychologischen Ebene statt und bietet zeitweise den blanken Horror: Unschuldige Jungs, die sich lediglich gegen ihre unsagbar ungerechte Behandlung zur Wehr setzten, werden mit Schlägen, Isolationshaft, Schlafentzug, Hunger und allen denkbaren Grausamkeiten bestraft. Der Horror der Realität. Bitter und leider wahr.

Wie so oft, wohnt diesem nordischen Film eine ganz eigene, der Thematik angemessen kalte Atmosphäre inne. Starkes Stück Kino über Qual, falsche Fassade, Wegsehen und den Kampf gegen die Ungerechtigkeit!

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littlegomera

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Starke Kritik - vielen Dank!


jacker

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Freut mich!


AgentSmith8

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Bewertung9.0Herausragend

Berührend, tieftraurig und mitreißend gespielt. Lange hat mich kein Film mehr so emotional aufgewühlt. Von welchen modernen Filmen kann man das noch sagen?

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jawe77

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Bewertung9.0Herausragend

zum Film der ist Spitze!! ... und zur Gegenwart - so Jugendstrafanstalten würden heute auch nicht schaden,bei der Respektlosigkeit der heutigen Jugend gegen Alles !! (alte Frauen überfallen, Kirchen entweihen,schon bewaffnet in die Disco, oder zum Fussballmatch kommen,geschweige grüßen oder Bitte und Danke sagen...usw., aber dividieren oder wurzelziehen auf einen Zettel können sie nicht und glauben sie haben die Weisheit mit dem Löffel gefressen!!
Ps: Diese Jungs sind sicher nicht dort gelandet weil sie in Altersheimen ausgeholfen haben, vergesst das nicht! Mir ist klar, dass ich mit diesem Kommentar keine Lorbeeren ernte, aber seht ruhig mal der Wahrheit ins Gesicht!

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xzonarossa

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Hätte ich dir damals auch gewünscht mal in so eine Jugendstrafanstalt reingesteckt zu werden. :D


tobmovie

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

"ohne Fehl und Tadel"

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

filmschauer

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Bewertung7.5Sehenswert

Nicht von ungefähr erfüllt "King of Devil's Island" eine unsagbar frostige Atmosphäre, die sich schnell auch auf den Zuseher überträgt. So kalt die norwegische Insellandschaft, so unmenschlich dieses streng beaufsichtigte Gefangenenlager für straffällige Jugendliche, welches vor fast 100 Jahren tatsächlich existierte. Regisseur Marius Holst nimmt den Zuschauer mit auf eine harte und gnadenlose Odyssee, bei der das Verständnis von Disziplin und Gehorsam perverse Züge angenommen hat, alles natürlich unter dem Deckmantel der nötigen Umerziehung. Nicht nur durch die historische Verankerung unterscheidet sich dieses Werk von anderen Gefängnisfilmen. Anhand der handwerklichen Idee, die Jugendlichen durch Laiendarstellern verkörpern zu lassen und nur die Rollen der Aufsichtspersonen etablierten Schauspielern zu überlassen, entspinnt sich eine ungemeine Natürlichkeit und Intensität im Personengefüge. Auch gibt es, obwohl Benjamin Helstad als rebellischer Erling deutlich in den Vordergrund tritt, nicht den obligatorischen Sympathieträger, was das Geschehen vielleicht unemotionaler macht, aber trotz der kühlen Distanz nicht weniger packend ist. Zwar ist die Handlung dem Subgenre entsprechend keineswegs komplett unkonventionell angelegt, spielt jedoch gekonnt mit Allegorien und allein durch die Bildkompositionen äußerst prägenden Momenten. Diese wird man so schnell nicht vergessen. "King of Devil's Island" ist damit auf jeden Fall einen Blick wert und aufgrund der düsteren Thematik womöglich gerade perfekt für die bald anstehende dunkle Jahreszeit.

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movie.max

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Fesselnd.
Die Jungdarsteller sind erste Sahne, die Subtilität vieler Szenen ist sagenhaft und meine Augen wandern für keinen Moment fort vom Bild.
Gestern Nacht um 0 Uhr zeigte der NDR 'The King of Devil's Island'. Nachdem ich mich etwa vier Stunden darüber aufgeregt hatte, warum man eine Free-TV-Premiere und dazu noch einen hoch gelobten Film auf die Nacht vom Sonntag zum Montag legt, setzte ich mich auf die Couch. Und es war fesselnd. Die Bengel drückten mich in die Kissen. So wenig oberflächlich auch passiert, so intensiv funktioniert es unter dem Radar - wie auf Bastoi, dem Steinklotz im Meer, wo mehr geschieht, als wir sehen.
Was mich störte war der Bruch der straighten Erzählweise am Ende, wo wir in eine Vorblende geworfen werden. Das war vollkommen unpassend. Aber die Parallele zur Walgeschichte macht alles wieder wett.

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movie.max

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*Bastoy


BrittaLeuchner

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Bewertung9.5Herausragend

King of Devil's Island (Alternativ: Der König von Bastøy, Originaltitel: Kongen av Bastøy) ist ein norwegischer Gefängnis-Insel-Thriller, der von der Grund-Stimmung oberflächlich sicher viele an Shutter Island erinnern wird. Der Film ist aber alles andere als ein pompöser Hollywood-Blockbuster (ohne Shutter Island zu Nahe treten zu wollen, ein großartiger Film), nein vielmehr ist King of Devil's Island eine autobiografische Tragödie von einem Überlebenden aus einer Jugendhaftstrafanstaltsinsel, die zu der Zeit wo sie noch existierte, sicherlich bereits so einige Menschenrechtskonventionen verletzt haben dürfte, und aus heutiger Sicht unvorstellbar wäre. Zumindest in Deutschland. Und im Gegensatz zu Shutter Island ist King of Devil's Island kein Greenscreen Film mit monströsen Schluchten und Klippen, sondern spielt authentisch auf einer eisigen und grau vernebelt, verregneten norwegischen Insel. Es gibt fast nichts an dem Film zu kritisieren außer vielleicht die manchmal etwas unbegründet wirkenden Anfeindungen und plötzlich wiederkehrenden Zusammenhalte der Jungs aus der Baracke, jeh nach dem wie es die Story grad brauchte. Aber auch das könnte aus dem Leben gegriffen sein.

Der Film ist auf jeden Fall erfolgreich um eine authentische Aura bemüht. Und das Schicksal der Jungs unter dem Joch des Gefängnis-Direktors, großartig gespielt von keinem geringeren als dem international bereits schwer beschäftigten norwegischen Schauspieler Stellan Skarsgård, ist so erdrückend und ergreifend, dass man hin und wieder das Bedürfnis verspürt Pause zu drücken und kurz durchzuatmen, bevor man sich weitere Schicksalsschläge der Jungs zumutet. Welche übrigens ebenfalls fast durchgängig mit schauspielerisch überdurchschnittlichen Leistungen glänzen. Natürlich spielt der Film auch viel mit dem Klischee des norwegischen Wetters, was aber hier die menschlich "kalte" Atmosphere auf der Insel sehr gut unterstreicht.

Also Fazit: ein von der Regie, dem Schauspiel, der Coloration und dem Schnitt her äußerst gelungener Film, der nicht so leicht in eine Schublade zu stecken geht und auch sonst nicht den Eindruck vermittelt schon mal dagewesen zu sein. Angenehm fällt auch auf, dass er trotz erdrückender Stimmung fast gänzlich ohne heulende Geigen und Trommelwirbel auskommt.

Hinweis: zur leichten Abendunterhaltung nicht zu empfehlen.

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Markbln

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Für diesen Film bin ich Moviepilot dankbar, denn ohne unser liebes Filmportal hätte ich nichts von diesem erschütternden Teil der Geschichte Norwegens erfahren.

Bis zur Hälfte fühlt sich THE KING OF DEVIL'S ISLAND an und sieht auch so aus, wie einer der vielen Resozialisierungsfilme, die schon etliche Male im Kino zu sehen waren. Die Inszenierung ist recht konventionell, die Geschichte scheint man zu kennen. Doch in der zweiten Hälfte wird der Film nicht nur immer atmosphärischer, die Schauspieler immer stärker. Auch das Drehbuch nimmt interessante Wendungen. Von der vorerst intensiven Zeichnung eines Herrschaftssystems auf einer Sträflingsinsel für norwegische Jugendliche wandelt sich die Geschichte zum kammerspielartigen Drama um die zwei Hauptprotagonisten Erling, Häftling C19 und Olav, Häftling C1. Letzterer wird gespielt von Trond Nielssen, der hier sein atemberaubendes Spielfilmdebüt gibt.
Sie beide bringen die elementare Geschichte um Freundschaft, Brüderlichkeit, um Loyalität, Moral und Kameradschaft mit viel Kraft auf die Leinwand. Die Zustände dieser bis immerhin 1970 real existierenden Anstalt sind unmenschlich, sadistisch und zynisch. Stellan Skarsgard ist der bigotte Anstaltsdirektor, manchmal ein wenig zu gewollt, aber das mildert die Gesamtqualität des Films keineswegs. Die Gesichter und die karge kalte Landschaft unterstreichen das unbarmherzige System, indem die Jungen versuchen, zu überleben. Die Inszenierung lässt viel Raum, hält sich zunächst zurück, um in der zweiten Hälfte immer dramatischer zu werden. Am Ende hat mich THE KING OF DEVILS ISLAND unglaublich gefesselt.
Wie schon Hanekes DAS WEISSE BAND spielt auch der Film von Regisseur Marius Holst zu Beginn des 20 Jahrhunderts, beide behandeln die gnadenlos verfehlte Pädagogik dieser Zeit. Hier wird das Leid der Jungen als Metapher mit einer Walfängergeschichte verknüpft, bildet einen zusätzlichen Reiz und gibt der brutalen Geschichte eine für den Zuschauer nötige poetische Note. Ein wirklich spannender und zugleich bewegender Film. Unbedingt sehenswert!

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JackoXL

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Unbedingt, toller Film!


annaberlin

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Bewertung7.0Sehenswert

Harter Tobak und sehr, sehr düster. Streckenweise hätte der Film aber auch etwas mehr an Fahrt aufnehmen können und mich persönlich ätzte der Einsatz von Sigur Rós total an, wenn der Zuschauer zum Heulen gebracht werden sollte. Sehenswert, aber nicht top.

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sitzdisko

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

der film hat mir gut gefallen, authentische schauspieler geben dieser wahren geschichte ein passendes gesicht.

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Leveinard

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Bewertung7.5Sehenswert

diese eine szene am ende...die erinnerte mich doch glatt an titanic...mich und einige andere hier.

und ja- ein toller film. sowas könnten die öfter machen...

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JohnnyKee

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Bewertung10.0Herausragend

Bäm! Wie aus dem Nichts. Vollkommen unerwartet, ohne Erwartungen. Verhüllt vom dichten Nebelschauer, dicke Schneeflocken in der Luft. Und er war auf einmal nur da.

Was soll ich noch groß schreiben, was soll ich noch groß rumphilosophieren, wenn ich das Gesehene kaum in Worte fassen kann. So atemberaubend schön das ich zu keiner Sekunde meine Augen davon abwenden konnte und doch zugleich so abgrundtief hässlich und brutal das es mir Bauchschmerzen verursachte. Tragische, zutiefst traurige Kost aus Norwegen. Eine berührende, fesselnde Geschichte über Freundschaft, Kameradschaft, Zusammenhalt, Verrat, Unterdrückung, Gewalt, Schmerzen, Missbrauch, Disziplin, Inhumanität, Stolz, Rache, Selbstzweifel und Courage. Mit unvergleichlich atemberaubenden Bildern, vom grandiosen Schauspiel aller Beteiligten, bis hin zum Gänsehaut-Score, alles ein Triumph des europäischen Kinos. Stets ziehen sich die fantastischen Klänge von Sigur Ros‘ Untitled 1 (Vaka) als Thema durch den Film, magisch. Die eisige Kälte spürbar, die Hilflosigkeit greifbar, die Blicke im Nacken, den Gedanken Flucht fortwährend im Hinterkopf. Unvergesslich, dieser kleine melancholische Film, der beste seit Monaten. Der eine Bindung zum Zuschauer aufbaut und nicht mehr loslässt. Ein wahrhaftiges, perfektes, gefühlvolles Filmjuwel. Kino für die Augen und fürs Herz. Ein kleiner Rebell.

Ich sah einen Wal von drei Harpunen getroffen, der einfach von dannen zog...

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JohnnyKee

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Danke. Brauchst dich aber nicht aufzuregen. Dein Komm ist geil! :)


bestseimon

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Ebenfalls danke. :)



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