Der Leopard
Il Gattopardo (1963), IT/FR Laufzeit 183 Minuten, FSK 12, Historienfilm, Drama, Kinostart 08.11.1963
16 Bewertungen
Skala 0 bis 10
405 Bewertungen
13 Kommentare
Keine ?
von Luchino Visconti, mit Burt Lancaster und Claudia Cardinale
Zur Zeit der Einigungsbestrebungen Garibaldis in Italien um die Mitte des 19. Jahrhunderts: Ein alter Fürst arrangiert sich oberflächlich mit den aufstrebenden bürgerlich-liberalen Kräften, indem er seinen Neffen mit der Tochter des opportunistischen Bürgermeisters verheiratet. Gleichzeitig aber verweigert er seine Mitarbeit am neuen Königreich Italien. Bei einem Ball begegnen sich schließlich alte und neue Gesellschaft zu einem grandiosen Totentanz. Ein bewegendes historisches und gesellschaftliches Panoramabild von faszinierender Schönheit und analytischer Schärfe. Viscontis Sympathie gilt der überlebten Herrschaftsschicht, die dem Volk nähersteht als die bürgerlichen Emporkömmlinge, die für ihn eine direkte Verbindungslinie zum Mussolini-Faschismus darstellen. Dieser Dialektik entsprechend bewegt sich der Stil des Films zwischen blühender Pracht und morbidem Glanz.
Cast & Crew
-
Luchino Visconti
-
Burt Lancaster
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Prinz Don Fabrizio Salina
-
Claudia Cardinale
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Angelica Sedara
-
Alain Delon
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Tancredi Falconeri
-
Paolo Stoppa
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Don Calogero Sedara
-
Rina Morelli
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Prinzessin Maria Stella Salina
-
Romolo Valli
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Pater Pirrone
Regie
Schauspieler
-
Terence Hill
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Graf Cavriaghi
-
Pierre Clémenti
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Francesco Paolo
-
Ottavia Piccolo
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Caterina
-
Lucilla Morlacchi
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Concetta
-
Giuliano Gemma
-
Serge Reggiani
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Don Francisco Ciccio Tumeo
-
Suso Cecchi D'Amico
-
Pasquale Festa Campanile
-
Enrico Medioli
-
Massimo Franciosa
-
Luchino Visconti
- Genre
- Monumentalfilm, Familiensaga
- Zeit
- 1860er Jahre, 1870er Jahre
- Ort
- Italien, Neapel, Palermo, Sizilien
- Handlung
- Adel, Arrangierte Ehe, Baden, Ball, Bauer, Bourbonen, Bourgeoisie, Bürgerkrieg, Dekadenz, Ehrgeiz, Geheimorganisation, Jagd, Karte, Katholische Kirche, Klassenunterschiede, Klassiker, Krieg, Landsitz, Liebe, Lob, Macht, Machtergreifung, Mitgift, Monarchie, Neffe, Neid, Offizier, Opportunist, Palast, Plan, Politik, Politische Instabilität, Politische Unruhen, Priester, Prinz, Revolution, Roman, Snob, Soldat, Sommerhaus, Soziale Ungerechtigkeit, Tanz, Teleskop, Undankbarkeit und Eifersucht, Verlobung, Walzer
- Stimmung
- Berührend, Ernst
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Der Leopard
Fans dieses Films gefiel auch
Der eiskalte Engel
IT/FR 1967
Der Tod in Venedig
IT/FR 1971
1900 - Teil 1: Gewalt, Macht, Leidenschaft
FR/IT/DE 1976
Achteinhalb
IT/FR 1963
1900 - Teil 2: Kampf, Liebe, Hoffnung
FR/IT/DE 1976
Trailer zum Film Der Leopard
Alle Trailer, Clips & Videos (2)
Das könnte dir auch gefallen
News zum Film Der Leopard
Lieblingsfilm von:
Hassfilm von:
Links zum Film Der Leopard
- Der Leopard: cineclic.de










Kritiken (2) — Film: Der Leopard
fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch
Kommentar löschenDas Meisterwerk von Luchino Visconti besticht einerseits durch die opulente Ausstattung, die durch die ruhige Kameraarbeit von Giuseppe Rotunno («The Adventures of Baron Munchausen») prächtig in Szene gesetzt wird. Andererseits begeistert «Il gattopardo» aber vor allem durch die präzise und unaufgeregte Analyse der Revolution.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Hisayasu S: DAS MANIFEST.COM
Kommentar löschenDER LEOPARD ist perfektes Kino, welches perfekt in Szene gesetzt wurde (die Ballszene in Martin Scorseses Film ZEIT DER UNSCHULD ist eine Hommage an die unvergessliche Ballszene in Viscontis Film) und auch mit ebenso toller Besetzung auftrumpft.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (11) — Film: Der Leopard
Kommentar schreiben8martin 2011/11/30 18:00:06
Kommentar löschenEin anschauliches Porträt der italienischen Gesellschaft aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, einer Zeit, die für Italien besonders wichtig ist, weil am Ende die nationale Einheit steht. Die überaus prächtige Ausstattung und das detailgenaue Ambiente innen wie außen atmen förmlich diese untergegangene Welt. Die Einrichtung, die üppigen Stoffe, die Bilder an den Wänden und selbst das Licht schaffen diese unvergessliche Atmosphäre. Die Sprache und der Habitus der Akteure passen ins Bild. Frauen sticken, Männer rauchen. Von den zahllosen Weltstars glänzt Burt Lancaster als Titelfigur. Er ist der Leopard, der den Untergang beobachtet und mit einem Trauerflor in der Stimme kommentiert. Der Zuschauer sympathisiert mit seiner Sicht der Dinge und betrauert vielleicht ebenso das Verschwinden dieser schönen alten Welt.
Anders Alain Delon, der als junger, strammer Soldat die Zeichen der Zeit erkennt. Ihm gehört die Zukunft. Claudia Cardinale verkörpert das schöne, liebeshungrige Dummchen vom Lande, das wie er nach oben will und ihn bezirzt. Ihr Versteckspiel sowie der große Ball bleiben wegen der gegensätzlichen Räumlichkeiten unvergessen. Hier verschwindet der Einzelne im Großen und Ganzen. Andere Glanzlichter sind Sergio Reggiagni, der wie immer eher im Verborgenen wirkt und Terence Hill hieß 1962 noch Mario Girotti.
Allein dieser Film verschafft Visconti einen Platz im ewigen Olymp des Films. Ein Klassiker und Evergreen.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
alanger 2011/11/28 22:48:06
Kommentar löschen"il gattopardo"
....
man lasse sich das mal auf der zunge zergehen ...
14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
JimiHendrix 2011/11/30 23:20:07
Antwort löschengut, das du mir den ins gedächtnis rufst! da is mal wieder ne zweitsichtung nötig - war damals glaube ich zu jung, um die tragweiten dieses baumerklimmenden raubtiers zu erfassen^^
filmfan90 2011/11/28 21:26:08
Kommentar löschenNicht nur jedem Anfang, sondern auch so manchem Ende wohnt ein Zauber inne:
Obwohl sich im Sizilien des Jahres 1860 ein gesellschaftlicher und politischer Wandel anbahnt, vertritt Don Fabrizio (Burt Lancaster), der Fürst von Salina, die Meinung, dass letztlich doch „alles beim Alten“ bleiben werde. Sein Neffe Tancredi (Alain Delon) hingegen erachtet es als notwendig, dass sich der Adel dem Risorgimento anschließen müsse, um seine Vormachtstellung im Lande zumindest weitestgehend bewahren zu können, weshalb er Garibaldis Rothemden beitritt. Nach der Revolution, die weniger eine Herrschaft des Volkes als vielmehr eine Regentschaft des gehobenen Bürgertums herbeigeführt hat, muss sich auch Don Fabrizio mit der neuen Lage arrangieren und befürwortet gar die Hochzeit Tancredis mit Angelica (Claudia Cardinale), der hübschen Tochter des opportunistischen Karrieristen Sedara. Nach und nach muss der Fürst erkennen, dass diese verwandelte Welt keinen Platz mehr für einen Aristokraten seines Schlages bereithält…
Oberflächlich betrachtet ein opulentes, mit Detailbesessenheit inszeniertes Kostümdrama nach dem gleichnamigen Roman di Lampedusas, offenbart „Il Gattopardo“ seine Metaebene(n) bei einer genaueren Betrachtung seiner Ästhetik:
Durch eine meisterhafte Überblendung der auf dem Feld arbeitenden Bauern zu der berühmten Ballsequenz am Ende des Films veranschaulicht der (Salon-) Marxist Visconti den ungerechten Ausgang, den das Risorgimento seines Erachtens genommen habe – das Volk muss weiterhin harte Arbeit leisten, wohingegen das gehobene Militär und die Bourgeoisie Einzug in die prunkvollen Soirées der Oberschicht halten.
Visconti versinnbildlicht den Wandel der Zeiten und Umstände, gewissermaßen die Kernthematik dieses Films, auf verschiedene Weisen; zu Anfang bewegen sich die Mitglieder der Familie der Salinas in einem nahezu stillstehenden Umfeld, das durch den Gegensatz des dunklen Interieurs (innen) und der sonnendurchfluteten, unberührten Natur (außen) geprägt ist. Don Fabrizio hält alte Riten am Leben, indem er zum Beispiel täglich auf ein gemeinsames Familiengebet besteht - doch der Versuch, die „alte Zeit" zu konservieren, schlägt fehl, denn ein verwundeter Soldat, der im Park der Familie entdeckt wird, zeugt von den sich anbahnenden, unausweichlichen Veränderungen.
Eine der beeindruckendsten Szenen des Films, in der die Salinas in der Kirche ihres Urlaubsortes Donnafugata zu sehen sind, zeugt ebenfalls auf beeindruckende Weise vom Niedergang des Adels: In einer langen Plansequenz zeigt Kameramann Giuseppe Rotunno die scheinbar unbeweglich in Richtung des Altars blickenden, vom Staub der Anreise bedeckten Salinas, deren Antlitze so zu Allegorien des Verfalls werden.
Noch interessanter als der historische Konflikt und dessen faszinierende Umsetzung ist die Figur des Don Fabrizio, der nicht nur unter der politischen und gesellschaftlichen Umstrukturierung, sondern v.a. unter dem Verlust seiner Jugend leidet. Er, der einstige Frauenheld und Lebemann, muss erkennen, dass sein Tod naht, und er das Feld für seine Nachfahren räumen muss; Schäferstunden bei Prostituierten können lediglich für kurze Zeit seine Lebensgeister wecken. Dank der intensiven Darstellung Lancasters kann man getrost behaupten, dass Don Fabrizio wohl zu den tragischsten (männlichen) Figuren der Filmgeschichte zu zählen ist.
„Senso“, Viscontis erster Film über das Risorgimento, wirkt im unmittelbaren Vergleich zu „Il Gattopardo“ wie eine mäßige Fingerübung für den Regisseur, um ein Ausnahmewerk wie dieses überhaupt realisieren zu können. Zwar mögen die Aussagen, die Visconti über den Ausgang der italienischen Einigungsbewegung trifft, geschichtswissenschaftlich umstritten sein – die filmische Klasse, die er in „Il Gattopardo“ erreicht, ist es nicht.
PS:
Eine bemerkenswerte Begleiterscheinung dieses Films besteht nicht zuletzt darin, dass „Il Gattopardo“ wegen des ihm zu Grunde liegenden historischen Stoffes und v.a. der geradlinigen Erzählweise zu seiner Entstehungszeit wie der einsame Repräsentant einer vergangenen Epoche des Kinos in einer aufbegehrenden europäischen Filmlandschaft gewirkt haben muss…
18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 8 Antworten
SoulReaver 2011/11/28 23:03:19
Antwort löschenHech, gestern ist er mir leider durch die Lappen gegangen. Mittwoch bin ich aber dabei, freu mich schon sehr :)
filmfan90 2011/11/28 23:18:43
Antwort löschenDeine Vorfreude ist absolut berechtigt, wirklich in jeder Hinsicht einer der ganz großen Filme. Habe auch vor, mir den am Mittwoch gleich nochmal zu geben! :)
Joe Gillis 2011/12/01 23:53:24
Antwort löschenSehr schön! (Abgesehen von der Unterschätzung von »Senso«, den ich wegen seiner radikalen Opernhaftigkeit für einen der wunderbarsten Visconti-Filme halte.)
filmfan90 2011/12/02 00:20:12
Antwort löschenDanke! Vielleicht bereue ich es eines Tages, "Senso" so zu unterschätzen. Wie gefällt dir denn "Il Gattopardo" im Vergleich zu "Senso"?
Joe Gillis 2011/12/02 00:47:05
Antwort löschenBeide auf ihre Art grandios: »Senso« als Oper, »ll gattopardo« als Epos. Interessant, daß Visconti in beiden Fällen amerikanische Darsteller in zentralen Rollen besetzt hat; seine Filme sind bei aller alteuropäischen Intellektualität eben oft auch Hollywood-Paraphrase: Kolportage, Emotion, dramatische Zuspitzung. Was ihn über andere, die opulente Geschichtsbilder gemalt haben, immer wieder weit hinaushebt, ist sein aristokratisches Selbstverständnis: Er bewegt sich in den üppigen Dekors so sicher wie in seinem Wohnzimmer – (Man halte dagegen nur mal die krampfhafte Anstrengung von Scorsese in »The Age of Innocence«!) –; da wird das Zuschauen (und -hören), trotz der Zelebrierung von Verfall und Abschied, zum reinsten Augen-(und Ohren-)schmaus. PS: Müßte ich alles mal wieder schauen! Wenn die Tage nur nicht so kurz wären... :)
filmfan90 2011/12/02 01:16:03
Antwort löschenVisconti war wohl mehr elitärer Aristokrat als revolutionärerer Gesellschaftskritiker (auch wenn er sich als solchen wahrscheinlich wahrgenommen hat). Und gerade das macht ihn m.E. zu einem der großen Einzelgänger des Kinos seiner Zeit! Dass er Hollywood- Größen wie Lancaster oder Granger engagiert hat und sich in seinen Filmen gewissermaßen der Mechanismen des klassischen Hollywood- Kinos bedient, ist mir noch nicht aufgefallen, wobei ich dir natürlich dankbar für einen neuen Denkanstoß bin. :)
Vielmehr habe ich stets seine Nähe zur klassischen Tragödie ("Morte a Venezia", "Vaghe stelle dell’Orsa") wahrgenommen.
Wie gefällt dir eigentlich "Le Notti Bianche", mein absoluter Favorit von ihm?
Alle 8 Antworten zeigen
Joe Gillis 2011/12/02 12:03:55
Antwort löschenDas ist nun ausgerechnet der einzige Visconti, den ich noch nie gesehen habe. Wenn die Italiener wieder dran sind, werde ich das ändern...
filmfan90 2011/12/02 19:18:17
Antwort löschenDann freue ich mich schon auf die Ergebnisse deiner (hoffentlich geplanten) Visconti- Retrospektive. :)
dada20 2011/11/28 18:04:02
Kommentar löschenWährend die italienische Revolution in vollem Gange ist, beleuchtet der Film das, was sich neben dieser, nämlich im Hause des sizilianischen Fürstentums Salina, abspielt. Als Zuschauer ist man hier eben auch nur Zuschauer, es gibt keine Pro- und Antagonisten, kein Gut und Böse. Man beobachtet nur. Was man aber beobachten kann, ist ein sehr gut inszeniertes Historiendrama mit einer, meiner Meinung nach einfach wunderschönenen Szenerie. Abzüge gibt es für die Längen, die allerdings auch irgenwie dazugehören und in denen man fast immer die oben genannte Szenerie bewundern kann.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 8 Antworten
J4KOB 2011/11/28 18:19:37
Antwort löschenGefällt mir! Aber warum schaust du auch während der Schulzeit immer so Langweilerfilme, die was mit Historik, Musik oder Niveau zu tun haben? Des würd ich überhauptnicht aushalten.
"Findet Nemo" ist z.B. doch auch super ;D
dada20 2011/11/28 19:21:38
Antwort löschenweis nich. reizt mich nich so. außerdem hab ich den film eh gestern abend gesehn, des war sonntag.
danke arte :D
J4KOB 2011/11/28 19:24:24
Antwort löschendoch, doch, doch! Ich hab den auch gestern abend gesehen und der is der oberhamer :D
ja, dann sagen wir klausurenzeit, des is wochenendübergreifend
dada20 2011/11/28 19:27:10
Antwort löschenhilft ja nix. nach nietzsche kommtn historiendrama :D
außerdem war g+sk klausur eh n witz
J4KOB 2011/11/28 19:35:56
Antwort löschenOho, nach Nietzsche, zum Glück hab ich Platon (glaub ich), der schlägt einem, wenn man den mal geknackt hat, deutlich weniger auf den Magen :D
Die Zeit war viel zu knapp, mir is beim Schreiben fast die Hand abgefallen :P Aber in Sozi hab ich ein richtig tolles Zitat verwendet. Von Spiderman ;D
dada20 2011/11/28 19:40:00
Antwort löschencool welches?
zeit fand ich auch zu knapp, bin grad so fertig geworden
Alle 8 Antworten zeigen
J4KOB 2011/11/28 19:43:42
Antwort löschen"Aus großer Macht folgt große Verantwortung" (Quelle: Spiderman)
Steht so in meiner Arbeit :D Im Bezug auf des Zitat, dass Deutschland als Vorbild gelten soll und Europa nicht als finanzielle Bereicherung sondern als eine ideologische Vereinigung gesehen werden muss...
Ich find des angebracht ^^
dada20 2011/11/28 19:44:56
Antwort löschenschon ja :D
hoffman587 2011/06/13 22:15:11
Kommentar löschenIl Gattopardo
"Der Leopard" ist bewegendes, realistisches und mit großen Aufwand realisiertes Historiendrama von Luchino Visconti aus dem Jahre 1963 nach dem gleichnamigen Roman von Giuseppe Tomati di Lampedusa, das ein gesellschaftliches Bild von faszinierender Schönheit zeichnet, Ein Gemälde einer Adelsfamilie, um genau zu sein einer Sizilianischen.
Die Handlung ist schlicht und entwickelt sich im Laufe des Films auch wenig, denn gezeigt wird nur der langsame Untergang, der Aufstand und vieles mehr, dennoch an sich schlicht, wenn auch faszinierend gehandhabt: Freiheitskampf auf Sizilien um 1860: Fürst Don Fabrizio, der von seinen Untertanen "der Leopard" genannt wird, ahnt, da er es hinnimmt, dass sein Neffe Tancredi Falconeri die schöne Tochter Angelica Sedara des opportunistischen Bürgermeisters heiraten will, dass sein traditionsreiches Geschlecht des Adels dem Untergang geweiht ist.
Der film selbst, zudem erstes mit einer fantastischen Besetzung angereichert, dabei mit an Bord ein hervorragender Burt Lancaster als "der alte Leopard" Don Fabrizio, er lebt förmlich seinen Charakter. Er lebt in seiner Darstellung. Mit seinen unglaublichem Charisma, trägt er den Film gekonnt wie sehr souverän, dann aber noch mit einem grandiosen Alain Delon als dessen junger Neffe Falconeri, jung und wie immer elegant und einer bezaubernden Claudia Cardinale als Angelica Sedara.
Die Viscontis Regie ist phänomenal, zeichnet ein durchaus spannendes Sittengemälde ab, und die Kameraarbeit einfach nur famos, somit sind die Bilder über jeden Zweifel erhaben und können sogar als nahezu perfekt beschrieben werden, da sie geradezu episches und prächtiges kreieren. Aber auch die Erzählweise des Werks kann überzeugen, falls ich das nicht schon erwähnt haben sollte.
Zudem sind die Charaktere, kurz gesagt, exzellent skizziert, die Dialoge erstklassig, die Ausstattung großartig und die Kulissen umwerfend oder auch hinreißend.
Jedoch können bei der Laufzeit von ca. 180 Minuten einige Längen auftauchen, sodass der Film nicht während der gesamten Laufzeit packen kann und er somit möglicherweise etwas langatmig wirken könnte. Dennoch sei erwähnt, dass letztendlich nicht diese Langamtig im Blickpunkt des Zuschauers bleibt bzw. in Erinnerung, das folgende gilt jedenfalls für mich, sondern die unheimliche Stärke und Energie des Werkes, mit der Visconti hier arbeitete, die nahezu alles überstrahlt. Jedoch keinesfalls in Form eines Blenders, wie man das öfters kennt. Denn die Bilder verzaubern und faszinieren in ihrer gigantischen Größen, einfach atemberaubend zu betrachten und letztendlich deshalb gerade so einmalig für mich. Alles fügt sich zusammen wie ein riesiges Porträt.
Aber hervorzuheben wäre noch die exquisite musikalische Untermalung von Nino Rota, die passend, wie auch wunderschön, eingesetzt bzw. ausgewählt und komponiert wird bzw. wurde, wie immer ein echter Genuss.
Als letztendlich sollte natürlich das Highlight des ganzen Werkes auch erwähnt werden: Denn wer kenn nicht in gewisser Weise die legendäre und oft zitierte Ballszene, die mit bombastischen Bildern verziert wurde, sodass man diese fast nur als spektakulär beschreiben kann.
Unterm Strich kann man also sagen, dass "Der Leopard" ein wahrhaft meisterhaftes Stück der Filmgeschichte ist, dessen prunkvolle Bilder man nie wieder vergisst, für mich ein herausragendes Kunststück, immer wieder einen Blick wert.
17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 8 Antworten
Filmkenner77 2011/06/14 18:36:56
Antwort löschenVisconti ist unter den italienischen Regisseuren ja nicht so mein Fall. Sehr gewöhnungsbedürftige und meiner Ansicht nach sehr anstrengende bis langatmige Filme.
hoffman587 2011/06/14 18:40:26
Antwort löschenKann ich durchaus nachvollziehen, besonders in Bezug auf "Der Leopard".
Wer sagt dir denn mehr zu?
Filmkenner77 2011/06/14 18:58:40
Antwort löschenFederico Fellini (La Strada, La Dolche Vita), Franco Zeffirelli, Bernardo Bertolucci, Vittorio De Sica, Sergio Leone und Mario Bava sprechen mich irgendwie mehr an. Dario Argentos Suspiria und Inferno sind auch zu empfehlen. Von Rossellini kenne ich leider noch keinen Film. Kein Freund bin ich von Michelangelo Antonioni.
filmschauer 2011/06/14 19:22:36
Antwort löschenUh, in der Hinsicht habe ich auch noch so einiges nachzuholen. Kenne aus der Zeit ja fast nur Italowestern... ;)
Filmkenner77 2011/06/14 19:36:39
Antwort löschenAber Bava und Argento kennst du doch oder?
filmschauer 2011/06/14 21:00:56
Antwort löschenWenn du mit "kennen" auch "Film(e) von ihm gesehen" meinst, dann nur etwas von Bava. Bei Argento steht zu meiner Schande niente auf dem Zettel. Liegt aber auch daran, dass ich überhaupt kein Horrorfan bin.
Alle 8 Antworten zeigen
Filmkenner77 2011/06/14 21:11:56
Antwort löschenBava und Argento sind wirklich hervorragende Künstler an der Kamera. Wenn du irgendwann mal Filme von den beiden sehen solltest, empfehle ich dir "Die Stunde wenn Dracula kommt" von Bava und "Suspiria" von Argento. Vor allem "Suspiria" ist mehr als Horror. Es ist ein wahrer Bilderrausch.
filmschauer 2011/06/14 22:21:30
Antwort löschenBeide Filme habe ich auf dem Langzeit-Radar. :)
Filmkenner77 2010/08/21 14:28:09
Kommentar löschenAnspruchvolles Sittengemälde in tollen Bildern, aber aufgrund der Länge manchmal ein wenig langatmig.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Miguelito54 2009/06/22 22:02:05
Kommentar löschenEin absoluter Klassiker und eine der kongenialsten Literaturverfilmungen, die ich kenne. Die Zeit, die man in der langen Fassung braucht, ist absolut angemessen. Hier geht es nicht um den Plot, sondern um Sizilien. Die Sommerglut der Insel, der Wind, die rauschende Ballnacht ... und eine der besten Darbietungen von Burt Lancaster.
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Beganda 2009/05/11 00:29:49
Kommentar löschenHier braucht man langen Atem. Ich habe zunächst überhaupt nicht verstanden, wieso aus der Vorlage normaler Länge ein Film mit solcher Überlänge wurde (kleine Anmerkung: der Director's Cut treibt es unnötigerweise auf die Spitze). Die Erklärung: Die Dialoge (und Monologe) wurden zu einem großen Teil fast ungekürzt übernommen, zugleich schwelgt der Film in Bildern der sizilianischen Landschaft und Herrenhäuser.
Doch wenn man sich darauf einstellt, fasziniert schließlich die schwüle, träge Atmosphäre, die ja gerade auch die Handlung ausmacht, und die hier perfekt umgesetzt wurde. Insgesamt eine sehr sehenswerte Verfilmung, die nah am Buch bleibt und damit auch die verschiedenen Motive und Charaktere der Personen und Parteien flüssig unterbringt. Inhaltlich finde ich ohnehin, daß Dekadenz und ihre politischen Auswirkungen selten besser dargestellt wurden als im Leoparden.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Sir Woodge 2009/03/23 17:36:02
Kommentar löschenNicht wirklich mein Geschmack. Die Revolutionären und allgemein das politische bleiben zu sehr hinter der Dekadenz des Adels verborgen. Außerdem ist der Film an sich schon todlangweilig. Einzig die Ballsaalszene hat etwas künstlerisch wertvolles.
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Geistertexter 2008/03/11 21:10:22
Kommentar löschenSchön, intelligent und gut gebaut: Herausragend!!!
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Alecprime 2007/05/16 21:21:59
Kommentar löschenGrandiose Bilder, Landschaften, Farben. Es passiert nur sehr wenig. Aber vielleicht ist gerade das der Reiz.
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten