Der letzte Mann

Der letzte Mann (1955), DE
Laufzeit 105 Minuten, FSK 12, Komödie, Kinostart 14.10.1955

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von Harald Braun, mit Hans Albers und Romy Schneider

Oberkellner Karl Knesebeck leitet praktisch das Kurhotel “Hövelmann”, seit die Besitzerin krank ist. Als sie stirbt, übernimmt ihr aalglatter Neffe Alwin den Chefposten. Niddy, die von Knesebeck väterlich umhegte Nichte der Verstorbenen, verliebt sich in den Tunichtgut. Da dieser sich von Knesebeck durchschaut fühlt, degradiert er ihn zur Aufsicht des Waschraumes. Dort trifft er eines Tages seinen alten Freund Claasen, den Besitzer einer ganzen Hotelkette. Kurzerhand kauft Claasen das “Hövelmann” auf. Vetter Alwin wird entmachtet, Karl Knesebeck zum Geschäftsführer ernannt. Jetzt haben die beiden Alten nur noch einen Wunsch – die Hochzeit zwischen Alwin und Niddy zu verhindern.


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busybee

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Bewertung3.5Schwach

Ein Kind der 50'er durch und durch. Auf dem Land ist die Welt noch in Ordnung. Der Oberkellner kennt alle seine Gäste noch mit Namen und weiß auch den ein oder anderen auf Diät zu setzen. Tragödie dieses Film ist nicht etwa wie in seinem Vorgänger von 1924 der Fall eines Arbeiters in soziale und finazielle Abgründe, sondern dass die ewige Liebe zunächst nicht ihren Weg findet und gute alte Traditionen gar auseinander zu brechen drohen. Aber da wir ja schließlich in den 50'ern sind lernt der "alte Mann" seine Lektionen in Demut und das junge Ding bekommt was sie verdient und auch braucht - nen vernünftigen Mann an ihrer Seite (mit 17!). Ach ja, die Liebe...

Eigentlich kann man den Film nicht für seine Zeit verurteilen. Dennoch kann man die Adaption verurteilen. Das Original von 1924 zeigt den Fall eines Mannes, der abhängig von seiner Arbeit und so auch seinem sozialem Status ist. Der Film schafft mit wenigen Mitteln sozialkritisch zu sein und regt zum Nachdenken an, in wie weit sich dieses Problem heute immer noch bemerkbar macht. Die Adaption von 1955 ist ein Schnulzenromantikschnulibuli-Film, der mir nur in Erinnerung ruft, dass ich froh sein kann in einer emanzipatorischeren Zeit aufgewachsen zu sein.

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