Die Grundgeschichte ist nicht nur äußerst schlicht, sondern gleichzeitig auch recht offen, weil die beiden Hauptfiguren vollkommen apathisch in ihrer eigenen Welt gefangen scheinen, wenig von sich preisgeben und die Zuschauerperspektive somit stets distanziert halten. Gerade deshalb ist Bertoluccis Film jedoch so faszinierend: das Publikum kann das seltsame Duo immer wieder aufs Neue entdecken, kann dank der enorm dichten, zeitlosen Atmosphäre eintauchen in diese latent selbstzerstörerische Parallelwelt der Protagonisten. Großartig ist Marlon Brando, der nicht nur auf überragende Art und Weise den Film trägt, sondern durch seine improvisierten Dialoge auch großen Anteil an den Inhalten des Films hatte. Der letzte Tango in Paris ist derart losgelöst von den üblichen narrativen Konventionen, dass er immer wieder aufs Neue fasziniert und stets tolle, altmodische Kinomagie verströmt.
Als der Film 1972 in die Kinos kam, löste er wegen der angeblichen sexuellen Freizügigkeit in mehreren Ländern einen Skandal aus. Wer sich heute, nach mehr als dreißig Jahren, noch einmal auf dieses radikale Melodram um Einsamkeit, Verzweiflung, Liebe, Sex und Tod einläßt, der wird feststellen, dass der Film noch immer eine tief bewegende, provozierende und auch schockierende Allegorie auf die moderne Existenz ist.
Für einige mag dieses Erotikdrama Kult sein. Mich hat der Film größtenteils eher gelangweilt. Wer aber etwas über die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von Butter erfahren möchte, ist vermutlich bestens hier aufgehoben.
Den habe ich erst um 2000 herum im TV gesehen.
Der provokante Bonus der Siebziger is'
heutzutage ziemlich weg. Trotzdem
sehenswerter Film Noir mit den dazu gehörenden
Längen.
Man kann sicher in alles viel reininterpretieren. Dazu habe ich jedoch keine Lust wenn ich mich gnadenlos langweile! Nach einer Stunde habe ich aufgegeben. Es war einfach nur nervig. Wüsste nicht wofür ich hier Punkte verteilen sollte...
Léaud gestikuliert wie Doinel, Maria Schneider lässt die Feuchtgebiete wuchern und Marlon Brando greift cool zur Butter. Unsterblich: die Butter und das Kaugummi am Ende.
Keiner versteht die Frauen, weil sie selbst nicht wissen, was sie wollen: das Abenteuer oder den sicheren Hafen. Keiner versteht die Männer, weil sie erst so tun, als wollen sie nur den belanglosen Sex, dann aber am Ende doch die große Liebe des Lebens gefunden haben. Meisterhaft auf Zelluloid gebannt.
Ich habe gerade in der ZEIT über einen Film ("Wolke9") gelesen, es sei der Intimste seit "Der letzte Tango von Paris". Das bracht mich schwer ins Schleudern:
Diese verzweifelte, einsame und radikale angebliche Intimität (Stichwort: Butter) möchte ich nie erleben. Das ist so trostlos wie diese leere Pariser Wohnung, in der Schneider und Brando rumvögeln.
Ich habe den Film zwei, drei Mal gesehen und immer wieder versucht, mich ins Jahr 1972 und in die Hirne der Menschen damals zurückzuversetzen. Es will mir aber nicht gelingen. Und nur des Skandals wegen den Film hochzujubeln, scheint mir zu einfach zu sein. Auch vermag ich nicht zu erkennen, warum Brando eine schauspielerisch bessere Leistung zeigen soll als zB in "Faust im Nacken", "Der Pate" oder "Apocalypse Now". Im Gegenteil: ich sehe da nur gelangweiltes Rumgeeiere.
Und - soviel Chauvinismus muss erlaubt sein - die Schneider turnt mich überhaupt nicht an...
Die Schlussszene ist ein (fast) apokalyptischer Wahnsinn. Ganz toll! Bis dahin muss man allerdings 2 geschlagene Stunden durchhalten! Der Film ist sonst leer wie dessen Hauptdarsteller, das Appartment. Aber mit der Körperfülle von Marlon Brando brauchts auch keine Möbel mehr.
Ich verstehe durchaus, dass Maria Schneider danach in tiefe Depressionen fiel. Wenn ein "Skandal" als Anspruch verkauft wird, werde ich sowieso immer etwas stutzig. Aber eben die Schlussszene haut um, ehrlich. Und die Scheiss-Butter ist komplett irrelevant!
Marlon Brando in einer seiner besten Rollen. Der Film ist ein Klassiker und fasziniert immer wieder, auch wenn er teilweise auch ganz schön abstoßend und unverständlich ist.
Was mich an diesem Film so beeindruckt hat, ist vor allem, wie die Musik von Gato Barbieri und die Lichtführung immer wieder in eine Beziehung zu dem treten, was gerade passiert und das symbolisch unterstützen: hat Paul Mühe, die Erinnerung an einen schwierigen Moment seiner Kindheit auszusprechen, zieht kurz ein Schatten über sein Gesicht; wenn es unter seiner gerade noch beherrschten Oberfläche schon brodelt, flackert eine nervöses Schlagzeugsolo auf. So sehr man von diesem Film auch getroffen wird, werden der bedrückende Handlungsstrang um den Tod Rosas und die ausweglosen Episoden um die nur scheinbar tabulose Beziehung zu Jeanne immer wieder von den wunderbar spielerischen und selbstironischen Intermezzi mit Jean-Pierre Léaud gebrochen.
Ein Drama, dass zeigt, dass rein körperliche Beziehungen nicht funktionieren, oder es oft nicht bleiben. War 1972 ein sexuell sehr offensiver Film, wobei sich vieles nur im Geiste abspielt, weil die Kamera es im Dunkeln läßt. Die Skandälchen um den Film beziehen sich demnach auch oft nur auf den Reiz des Verbotenen, ohne dass wirklich etwas skandalöses abgeht.
Der letzte Tango in Paris - Kritik
IT/FR 1972 Laufzeit 129 Minuten, FSK 16, Drama, Erotikfilm, Kinostart 25.06.2009
Kritiken (3) — Film: Der letzte Tango in Paris
Filmsuechtiger: Filmsucht.org, Movieworlds
Kommentar löschenDie Grundgeschichte ist nicht nur äußerst schlicht, sondern gleichzeitig auch recht offen, weil die beiden Hauptfiguren vollkommen apathisch in ihrer eigenen Welt gefangen scheinen, wenig von sich preisgeben und die Zuschauerperspektive somit stets distanziert halten. Gerade deshalb ist Bertoluccis Film jedoch so faszinierend: das Publikum kann das seltsame Duo immer wieder aufs Neue entdecken, kann dank der enorm dichten, zeitlosen Atmosphäre eintauchen in diese latent selbstzerstörerische Parallelwelt der Protagonisten. Großartig ist Marlon Brando, der nicht nur auf überragende Art und Weise den Film trägt, sondern durch seine improvisierten Dialoge auch großen Anteil an den Inhalten des Films hatte. Der letzte Tango in Paris ist derart losgelöst von den üblichen narrativen Konventionen, dass er immer wieder aufs Neue fasziniert und stets tolle, altmodische Kinomagie verströmt.
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ThomasNeuhauser: arte ThomasNeuhauser: arte
Kommentar löschenAls der Film 1972 in die Kinos kam, löste er wegen der angeblichen sexuellen Freizügigkeit in mehreren Ländern einen Skandal aus. Wer sich heute, nach mehr als dreißig Jahren, noch einmal auf dieses radikale Melodram um Einsamkeit, Verzweiflung, Liebe, Sex und Tod einläßt, der wird feststellen, dass der Film noch immer eine tief bewegende, provozierende und auch schockierende Allegorie auf die moderne Existenz ist.
Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Thomax: Saarbrücker Zeitung Thomax: Saarbrücker Zeitung
Kommentar löschenHat mich damals umgehauen.
Traf den Nerv der Zeit, frech, offen, radikal.
Brillant gespielt.
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Kommentare (15) — Film: Der letzte Tango in Paris
Kommentar schreibenWadschikan 2012/01/09 12:06:12
Kommentar löschenKlassiker !!!
Muss man einfach gesehen haben, ist wohl einer der besten Erotik Filme aller Zeiten.
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swissroland 2011/12/09 23:18:58
Kommentar löschenalles in butter bei dem film ;)
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Filmkenner77 2010/08/21 14:33:57
Kommentar löschenFür einige mag dieses Erotikdrama Kult sein. Mich hat der Film größtenteils eher gelangweilt. Wer aber etwas über die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von Butter erfahren möchte, ist vermutlich bestens hier aufgehoben.
4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten
alanger 2011/09/28 22:10:01
Antwort löschennix gegen butter!
Filmkenner77 2011/09/29 17:11:19
Antwort löschenButter geht mir am Arsch vorbei. ;-)
Kill_Diether 2010/04/05 19:31:29
Kommentar löschenDen habe ich erst um 2000 herum im TV gesehen.
Der provokante Bonus der Siebziger is'
heutzutage ziemlich weg. Trotzdem
sehenswerter Film Noir mit den dazu gehörenden
Längen.
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Knutrobert 2010/03/10 18:53:06
Kommentar löschenMan kann sicher in alles viel reininterpretieren. Dazu habe ich jedoch keine Lust wenn ich mich gnadenlos langweile! Nach einer Stunde habe ich aufgegeben. Es war einfach nur nervig. Wüsste nicht wofür ich hier Punkte verteilen sollte...
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Kill_Diether 2010/04/05 19:26:40
Antwort löschenDer Man(n) oder die Frau kann sicher NICHT in alles viel reininterpretieren.
JimiHendrix 2009/02/02 15:09:22
Kommentar löschenImmernoch ein kleiner Skandalfilm, der nichts von seinem Scharm und seiner Groteske eingebüßt hat.
Maria Schneider und Marlon Brando spielen fabelhaft und drücken mit ihrer Darbietung den geheimen Traum so mancher Frauen und Männer aus.
Bertoluccis Weckruf an das biedere Denken von Konseratisten hat früher die Grundmauern des Kinos und der Öffentlichkeit erschüttert.
Es ist sehr erstaunlich, dass dieses Werk, selbst über 30 Jahre später, noch so viel Faszination auszuüben weiß.
Umso verwunderlicher ist es, dass Bernado Bertolucci es auch mit seinem heutigen Film "Die Träumer" fast zu der gleichen Reaktion kommen lässt.
Jetzt weiß ich auch endlich, wozu man Butter immer im Haus haben sollte....
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Tyler_D 2008/12/15 17:55:29
Kommentar löschenLéaud gestikuliert wie Doinel, Maria Schneider lässt die Feuchtgebiete wuchern und Marlon Brando greift cool zur Butter. Unsterblich: die Butter und das Kaugummi am Ende.
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JoeShoe 2008/10/22 20:26:06
Kommentar löschenKeiner versteht die Frauen, weil sie selbst nicht wissen, was sie wollen: das Abenteuer oder den sicheren Hafen. Keiner versteht die Männer, weil sie erst so tun, als wollen sie nur den belanglosen Sex, dann aber am Ende doch die große Liebe des Lebens gefunden haben. Meisterhaft auf Zelluloid gebannt.
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bootsmann13 2008/09/10 12:43:26
Kommentar löschenIch habe gerade in der ZEIT über einen Film ("Wolke9") gelesen, es sei der Intimste seit "Der letzte Tango von Paris". Das bracht mich schwer ins Schleudern:
Diese verzweifelte, einsame und radikale angebliche Intimität (Stichwort: Butter) möchte ich nie erleben. Das ist so trostlos wie diese leere Pariser Wohnung, in der Schneider und Brando rumvögeln.
Ich habe den Film zwei, drei Mal gesehen und immer wieder versucht, mich ins Jahr 1972 und in die Hirne der Menschen damals zurückzuversetzen. Es will mir aber nicht gelingen. Und nur des Skandals wegen den Film hochzujubeln, scheint mir zu einfach zu sein. Auch vermag ich nicht zu erkennen, warum Brando eine schauspielerisch bessere Leistung zeigen soll als zB in "Faust im Nacken", "Der Pate" oder "Apocalypse Now". Im Gegenteil: ich sehe da nur gelangweiltes Rumgeeiere.
Und - soviel Chauvinismus muss erlaubt sein - die Schneider turnt mich überhaupt nicht an...
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patcharisma 2008/08/16 03:47:42
Kommentar löschenDie Schlussszene ist ein (fast) apokalyptischer Wahnsinn. Ganz toll! Bis dahin muss man allerdings 2 geschlagene Stunden durchhalten! Der Film ist sonst leer wie dessen Hauptdarsteller, das Appartment. Aber mit der Körperfülle von Marlon Brando brauchts auch keine Möbel mehr.
Ich verstehe durchaus, dass Maria Schneider danach in tiefe Depressionen fiel. Wenn ein "Skandal" als Anspruch verkauft wird, werde ich sowieso immer etwas stutzig. Aber eben die Schlussszene haut um, ehrlich. Und die Scheiss-Butter ist komplett irrelevant!
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alanger 2008/06/26 13:12:05
Kommentar löschenBrando + Schneider + Bertolucci + Butter = Meisterwerk!!!
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Kubrick_obscura 2009/05/30 13:08:28
Antwort löschenStimmt! Das hatte ich vergessen. ;)
Kubrick_obscura 2008/05/26 21:55:57
Kommentar löschenBrando + Schneider + Bertolucci = Meisterwerk!!!
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annaberlin 2008/04/30 10:42:37
Kommentar löschenMarlon Brando in einer seiner besten Rollen. Der Film ist ein Klassiker und fasziniert immer wieder, auch wenn er teilweise auch ganz schön abstoßend und unverständlich ist.
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christof.s 2007/11/30 12:09:02
Kommentar löschenWas mich an diesem Film so beeindruckt hat, ist vor allem, wie die Musik von Gato Barbieri und die Lichtführung immer wieder in eine Beziehung zu dem treten, was gerade passiert und das symbolisch unterstützen: hat Paul Mühe, die Erinnerung an einen schwierigen Moment seiner Kindheit auszusprechen, zieht kurz ein Schatten über sein Gesicht; wenn es unter seiner gerade noch beherrschten Oberfläche schon brodelt, flackert eine nervöses Schlagzeugsolo auf. So sehr man von diesem Film auch getroffen wird, werden der bedrückende Handlungsstrang um den Tod Rosas und die ausweglosen Episoden um die nur scheinbar tabulose Beziehung zu Jeanne immer wieder von den wunderbar spielerischen und selbstironischen Intermezzi mit Jean-Pierre Léaud gebrochen.
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dAShEIKO 2007/08/04 12:22:09
Kommentar löschenEin Drama, dass zeigt, dass rein körperliche Beziehungen nicht funktionieren, oder es oft nicht bleiben. War 1972 ein sexuell sehr offensiver Film, wobei sich vieles nur im Geiste abspielt, weil die Kamera es im Dunkeln läßt. Die Skandälchen um den Film beziehen sich demnach auch oft nur auf den Reiz des Verbotenen, ohne dass wirklich etwas skandalöses abgeht.
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