Der Mann, den es nie gab

The Man Who Never Was (1956),
Laufzeit 103 Minuten, Thriller, Historienfilm

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von Ronald Neame, mit Clifton Webb und Gloria Grahame

Um die alliierten Landungspläne auf Sizilien zu verschleiern, muss der britische Geheimdienst im Frühjahr 1943 auf eine besondere List zurückgreifen… Mittels einer Leiche und eines fingierten Lebenslaufes startet man die “Operation Mincemeat”.


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doctorgonzo

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Bewertung7.5Sehenswert

Major Martin Miller. Offizier der Royal Marines seiner Majestät, geboren 1907 in Cardiff, Wales. Gestorben um den 20.April 1943 bei einem Flugzeugabsturz im Mittelmeer.
Ja, Major Martin ist der Held dieser Geschichte. Nicht unerheblich für den Ausgang des Krieges und trotzdem kennt ihn niemand. Warum das? Nun, es gab diesen Mann nie, er war lediglich Mittel zum Zweck in einem der geschicktesten und intern umstrittensten Täuschungsmanöver des Zweiten Weltkrieges.

Geistiger Vater der Operation Mincemeat war der damalige Lieutenant Commander Ewen Montague, British Naval Intelligence Department, der hier auch einen kleinen Cameoauftritt als Luftwaffenoffizier hat und seinem filmischen Ich gegenüber seine Bedenken bezüglich der Unternehmung ausdrückt.
In der Rolle des Lieutenant Commander tritt Clifton Webb auf, der auch schon in der mäßigen Titanic Verfilmung von 1953 die Hauptrolle spielte. Hier allerdings kann er sich bedeutend besser in Szene setzen, was sicher auch nicht zuletzt an der deutlich interessanteren Persönlichkeit liegt, die er hier verkörpern darf. In der Titanic Verfilmung ist die leider blass entwickelte Hauptfigur nämlich ein fiktiver Familienvater, was der Thematik Titanic garnicht gerecht wird. Hier allerdings kommt Webb nicht nur bloß militärisch-schneidig rüber, sondern hat auch ein wenig von einem Kaufmann, wenn er den Vorgesetzten seine ungewöhnliche Idee schmackhaft zu machen versucht.
In der Admiralität glänzt besonders Laurence Naismith, dem einen oder anderen sicher bekannt als Richter Fulton aus der grandiosen Serie "Die 2".
Der Großteil der Charaktere ist zwar aus reiner dichterischer Freiheit entstanden, so wie auch viele Nebenhandlungen, allerdings ist das nicht so störend, wie man zunächst vermuten mag, denn die neuen Elemente sind alle relativ harmonisch eingefügt, besonders harmonisch ist hierbei Gloria Grahame, die auch schon "Ist das Leben nicht schön" verzieren durfte...

Regisseur Neame zeichnet hier dieses interessante Kapitel des Krieges sehr gelungen nach, zwar nicht ohne mitunter pathetisch zu werden, aber dafür auch mit einem hin und wieder sehr schwarzhumorigen Blick auf das gern karikierte Gentleman-Tum der Briten. Dazu gelingt ihm ein durchgängig überzeugender Spannungsbogen, der auch vom guten Score profitiert.
Besonderer Gag soll Peter Sellers als Stimme von Winston Churchill sein, allerdings kann ich das leider noch nicht beurteilen, da mir hierzu noch die Sichtung der Originalversion fehlt. Aber da der Film mich vollumfänglich überzeugt hat, wird das sicher noch abgearbeitet.

Ein kleines PS:
Bond Autor Ian Fleming war zu diesen Zeiten auch in der Abteilung angestellt, in der Operation Mincemeat erdacht, durchgeplant und ausgeführt wurde. Viele der beteiligten Personen verarbeitete er später in seinen Romanen, beispielsweise in Gestalt von M oder Miss Moneypenny.

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

Oskar Gleit

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Hört sich jedenfalls interessant an. Mal sehen, wo der im Nachtprogramm so läuft


Brennegan

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:D Na, dann wird es wieder stressig ... :)


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