Der Meineidbauer

Der Meineidbauer (1956), DE Laufzeit 100 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 19.10.1956


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von Rudolf Jugert, mit Heidemarie Hatheyer und Carl Wery

Der Bauer Mathias Ferner erreicht durch einen Meineid, dass ihm der Hof seines Stiefbruders Jakob nach dessen Tod zugesprochen wird. Damit bringt er die Kinder der im Dorf verfemten Paula Roth, die mit Jakob “in wilder Ehe” zusammenlebte, um das Erbe. Er wird seiner Tat jedoch nicht froh, zumal ein belastender Brief als Beweis seiner Schuld existiert. Jahre später bekommt Paula Roth diesen Brief in die Hände.

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Der Meineidbauer
Genre
Drama
Verleiher
Gloria
Produktionsfirma
Eichberg-Film

Kommentare (2) — Film: Der Meineidbauer


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Filmkenner77

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Bewertung7.0Sehenswert

Der Heimatfilm erfreute sich in den 50er und frühen 60er Jahren großer Beliebtheit. Die leichte, unbeschwerte Unterhaltung sollte die Schrecken des Krieges schnell vergessen lassen. Die eskapistischen Züge dieser Filme lassen sich somit aus der Zeit heraus erklären, in der die Deutschen eine unbändige Sehnsucht nach der so genannten "heilen Welt" hatten, die es so nie gab. Mit "Schwarzwaldmädel" entstand 1950 der Prototyp des deutschen Heimatfilms, der eine heute unvorstellbare Zahl von 16 Millionen Zuschauer in die Kinos lockte. Ähnlich erfolgreich war nur ein Jahr später "Grün ist die Heide". Fortan kopierte man das erfolgreiche Modell, von dem die Zuschauer scheinbar nicht genug bekommen konnten. Die Indigrenzien Landschaft, romantische Liebe, ein wenig Spannung, gewürzt mit Humor und damaligen deutschen Topstars wie Claus Holm, Marianne Hold, Rudolf Lenz, Anita Gutwell, Rudolf Prack und Sonja Ziemann wurde mehr oder minder in unterschiedlichen Konstellationen immer wieder reproduziert. Die Realitätsferne lässt das Genre des deutschen Heimatfilms heute in einem seltsam befremdlichen Licht erscheinen. Im Grunde unterscheidet sich das Genre in den Klischees aber kaum vom gewöhnlichen "amerikanischen Heimatfilm", dem Western, wo der Wilderer der Bandit und der rechtschaffene Förster der Revolverheld war. 1954 folgte mit "Der Förster vom Siberwald" der wohl bis heute mit 28 Millionen Zuschauern meistgesehene und erfolgreichste deutsche Film aller Zeiten. An solche Zahlen kam nur noch annähernd die "Sissi"-Trilogie heran. Anfang der 60er Jahre ebbte die Heimatfilm-Welle ab und wurde von zahlreichen Karl May und Edgar Wallace-Verfilmungen verdrängt. In den 70er Jahren erlebte der Heimatfilm ein kurzes Revival durch die Neuverfilmungen der Ludwig Ganghofer-Stoffe, die sich bereits in den 50er Jahren großer Beliebtheit erfreut hatten.
Qualitativ bietet das Genre des Heimatfilms kaum Glanzlichter. Die meisten Filme sind nach einfachsten Mustern gestrickt und wirken heute naiv, veraltet und schlichtweg bieder. Einzig "Der Meineidbauer", "Und ewig singen die Wälder" und "Via Mala" heben sich sich von den rein klassischen Heimatfilmen ab, da sie weniger auf Klischees und mehr auf Drama setzen. Gerade in der Hinwendung zum naturalistischen Drama gewinnt das Genre und der Heimatfilm findet neue Ausdrucksformen wie die Film-Adaptionen des Schriftstellers Gerhart Hauptmann (Die Ratten, Rose Bernd, Vor Sonnenuntergang) zeigen sollten.
Vor allem dank der Hauptdarsteller, hier Carl Wery und Heidemarie Hatheyer bzw. Gert Fröbe in den beiden anderen Werken, zählen die drei genannten Werke zu den besten Filmen des Genre. In "Der Meineidbauer" brilliert Wery als Bauer, der sich den Hof seines verstorbenen Stiefbruders unter den Nagel reisst, letztlich aber an seiner Habgier zu Grunde geht. Ludwig Anzengrubers Drama wurde von Rudolf Jugert (u.a. Nachts auf den Straßen, Rosen im Herbst) souverän und packend inszeniert.

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cinram

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28 Millionen Zuschauer für den "Förster vom Silberwald"! Da klappt der Kiefer gen Süden...!


Filmkenner77

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Wenn man wiki und anderen Quellen Glauben schenken darf, dann ist dem so. Zum Vergleich: "Das Dschungelbuch" 27,3 Mio. inklusive mehrerer Wiederaufführungen, "Titanic" 18,8 Mio, als bester deutscher Film "Der Schuh des Manitu" mit 11,7 Mio.
"Die große Liebe" als NS-Propagandafilm bleibt mit 27 Mio. mal außen vor.


Jerry50

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Habe den Film zufällig im TV gesehen und da bis zum Ende wie festgenagelt gesessen.Es ist nicht der Film an sich dem ich die 8 Punkte gebe sondern einzig und allein den beiden Schauspielern Carl Wery und Heidemarie Hatheyer. Zwei Darsteller die ich in diesem Blut und Boden Drama bewußt zum ersten mal gesehen habe.Für mich zwei Künstler die ich als Schauspieltitanen bezeichnen möchte. DAS nennt man Darstellungs und Gestaltungskraft. Eine Intensität und Wahrhaftigkeit des Spiels das ihresgleichen sucht.Ich bin sprachlos !

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