Wenn dieser Film eine englische Produktion gewesen wäre oder eine aus Hollywood, würde man jetzt schon einen Namen in die Oscar-Statuen gravieren: Katherina Thalbach. Man wusste, sie ist gut, großartig in all den vielen starken Rollen der letzten Jahrzehnte. Aber mit „Der Mond und andere Liebhaber“ bekommt diese großartige Person die Gelegenheit, mit allen Facetten ihres Könnens diesen Film fast zu sprengen.
So ziellos, wie Hanna durch ihr Leben getrieben wird, so größtenteils unmotiviert wird in dieser Tragikomödie ein Schicksalsschlag an den nächsten gereiht. Dabei hat man hat stets den Eindruck, dies alles habe Regisseur und Drehbuchautor Böhlich in fieser Absicht geschehen lassen, um die Leidensfähigkeit seiner Protagonistin immer wieder auf den Prüfstand zu stellen und auszuloten. Die durchschreitet dann auch tapfer den ihr auferlegten, schicksalsschweren Hindernisparcours, auf dem wir ihr zu Anfang noch gerne und bereitwillig folgen, bald aber genau wie Hanna anfangen zu verzweifeln und damit die Lust am Film verlieren.
"Wo bitte, bleibt die Langsamkeit mit der Geschichten erzählt werden?"- leider wurde in diesem Film viel zu viel hinein gepackt, so erlebt Hanna (Katharina Thalbach) Schicksalsschläge am laufenden Band. Dadurch lässt der Film einen als Zuschauer kaum verschnaufen und mal einen Moment inne halten. Mitgefühl mit der Lebensgeschichte der Hanna habe ich bei mir daher vergebens gesucht.
Wirkt ungefähr so, als habe man ein geplant fünfteiliges Drama aus Kostengründen auf einen einzelnen Film zusammenstreichen müssen. Übrig geblieben ist dann vor allem eine lose Reihe von Schreckensszenen.
Katharina Thalbach macht diesen Film zu einem großartigen, sehenswerten Drama um einen vom Schicksal schwer gebeutelten Menschen. Die herausragende Leistung Thalbachs täuscht dabei über einige dramaturgische Schwächen hinweg. Absolut empfehlenswert.
Nachdem ich mir den Film dann doch zum zweiten Mal angesehen habe, muss ich mich mit meiner Bewertung etwas korrigieren.Er ist zwar nicht immer schlüssig und der Schicksalschläge sind es dann vielleicht auch zu viele. Selbst wenn also manche Wendung doch zu stark überzeichnet wirkt, grandios gespielt von Katherina Thalbach ist er allemal.
Zwar hinkt der Film etwas, da es manchmal wirklich etwas zu viel Drama ist, was die Hauptdarstellerin durchleiden muss, aber Katharina Thalbach beweist mal wieder ihr enormes Talent und meldet sich mit dieser Leistung für den Deutschen Filmpreis 2008 an!
Der Film wurde hier im Rahmen des Filmkunstfestes gezeigt, läuft aber erst regulär ab 24.07.08 in den Kinos. Der Regisseur hat bereits jetzt für diesen Film den "Cinestar" erhalten. Das aber nur so nebenbei.
Ein sehr sehenswerter und symphatischer Film mit garantiertem Grübelfaktor für mehrere Tage und für Silly-Fans ein absolutes Muss. Die komplette Film-Musik ist von Hassbecker/Barton (also Silly) geschrieben und geht genau so unter die Haut wie der Film selbst. "So 'ne kleine Frau" von Silly war die Inspiration für den Regisseur Bernd Böhlich, was er und die ganze Film-Crew nicht besser hätte umsetzen können. Katharina Thalbach, die "die kleine Frau" mimt, ist an schauspielerischer Größe unschlagbar. Sie spielt absolut überzeugend eine von Sehnsüchten getriebene Frau, die ständig für sie wichtige Dinge verliert und trotzdem unter diesem Verlust immer wieder gewinnt, da ihr Lebensmut nicht klein zu kriegen ist. Eine "ganz normale" Frau eben. Der Film ist irre komisch und wahnsinnig traurig, eine Achterbahn für die Gefühle, er lebt von ständigen Zweifeln und Hunger auf Leben, endlosem Mut und der Frage, welche Entscheidungen im Leben die richtigen sind: die des Herzens und die des Verstands. Letzteres liest sich vielleicht ein wenig kitschig, das ist der Film aber keineswegs. Er ist sehr real und bodenständig und aus dem Leben gegriffen. Viele "kleine" Frauen werden sich in ihm wiederfinden. Eine kleine Frau in einem großen Film!!!!
Der Mond und andere Liebhaber - Kritik
DE 2008 Laufzeit 103 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 24.07.2008
Kritiken (2) — Film: Der Mond und andere Liebhaber
G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs
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Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten
Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...
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Kommentare (8) — Film: Der Mond und andere Liebhaber
Kommentar schreibenmellisee 2011/08/26 22:11:24
Kommentar löschen"Wo bitte, bleibt die Langsamkeit mit der Geschichten erzählt werden?"- leider wurde in diesem Film viel zu viel hinein gepackt, so erlebt Hanna (Katharina Thalbach) Schicksalsschläge am laufenden Band. Dadurch lässt der Film einen als Zuschauer kaum verschnaufen und mal einen Moment inne halten. Mitgefühl mit der Lebensgeschichte der Hanna habe ich bei mir daher vergebens gesucht.
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marcowski 2011/08/25 22:24:34
Kommentar löschenStolpert - trotz toller Katharina Thalbach - planlos von einer beklemmenden Peinlichkeit zur nächsten.
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Anperls 2010/08/29 17:06:01
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Motsche 2010/08/07 14:15:58
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annaberlin 2009/03/22 16:31:26
Kommentar löschenKatharina Thalbach macht diesen Film zu einem großartigen, sehenswerten Drama um einen vom Schicksal schwer gebeutelten Menschen. Die herausragende Leistung Thalbachs täuscht dabei über einige dramaturgische Schwächen hinweg. Absolut empfehlenswert.
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alter.native 2008/08/14 08:38:34
Kommentar löschenNachdem ich mir den Film dann doch zum zweiten Mal angesehen habe, muss ich mich mit meiner Bewertung etwas korrigieren.Er ist zwar nicht immer schlüssig und der Schicksalschläge sind es dann vielleicht auch zu viele. Selbst wenn also manche Wendung doch zu stark überzeichnet wirkt, grandios gespielt von Katherina Thalbach ist er allemal.
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tom-01 2008/08/05 14:58:26
Kommentar löschenZwar hinkt der Film etwas, da es manchmal wirklich etwas zu viel Drama ist, was die Hauptdarstellerin durchleiden muss, aber Katharina Thalbach beweist mal wieder ihr enormes Talent und meldet sich mit dieser Leistung für den Deutschen Filmpreis 2008 an!
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Henne 2008/05/05 09:10:20
Kommentar löschenDer Film wurde hier im Rahmen des Filmkunstfestes gezeigt, läuft aber erst regulär ab 24.07.08 in den Kinos. Der Regisseur hat bereits jetzt für diesen Film den "Cinestar" erhalten. Das aber nur so nebenbei.
Ein sehr sehenswerter und symphatischer Film mit garantiertem Grübelfaktor für mehrere Tage und für Silly-Fans ein absolutes Muss. Die komplette Film-Musik ist von Hassbecker/Barton (also Silly) geschrieben und geht genau so unter die Haut wie der Film selbst. "So 'ne kleine Frau" von Silly war die Inspiration für den Regisseur Bernd Böhlich, was er und die ganze Film-Crew nicht besser hätte umsetzen können. Katharina Thalbach, die "die kleine Frau" mimt, ist an schauspielerischer Größe unschlagbar. Sie spielt absolut überzeugend eine von Sehnsüchten getriebene Frau, die ständig für sie wichtige Dinge verliert und trotzdem unter diesem Verlust immer wieder gewinnt, da ihr Lebensmut nicht klein zu kriegen ist. Eine "ganz normale" Frau eben. Der Film ist irre komisch und wahnsinnig traurig, eine Achterbahn für die Gefühle, er lebt von ständigen Zweifeln und Hunger auf Leben, endlosem Mut und der Frage, welche Entscheidungen im Leben die richtigen sind: die des Herzens und die des Verstands. Letzteres liest sich vielleicht ein wenig kitschig, das ist der Film aber keineswegs. Er ist sehr real und bodenständig und aus dem Leben gegriffen. Viele "kleine" Frauen werden sich in ihm wiederfinden. Eine kleine Frau in einem großen Film!!!!
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