Der Name der Rose - Kritik

Der Name der Rose

DE/FR/IT · 1986 · Laufzeit 130 Minuten · FSK 16 · Kriminalfilm, Drama, Historienfilm, Thriller · Kinostart
  • ..Hallo.Wer kann weiterhelfen?Welches Gebaeude sieht man zum Schluss des Filmes?Wenn der Novice das Maedchen im steinigen Schluchtweg zum letzten Male begegnet?Ist es der fuer den Set gebaute Turm oder die Original Burg?

    Ist fuer mich wichtig da zu erfahren.Bedanke mich.

    • 10

      ein Meisterwerk!

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        LePaien 19.09.2015, 09:57 Geändert 19.09.2015, 16:26

        Christian Slater; der kleine Lustmolch; der Juengling; das Rotbaeckchen von Gottes Gnaden tifft hier auf seinen Mentor - Sean Connery - der protestantisch angehauchte Gandalf mit dem eisernen und langen Verstand.
        In fetzigen bis kratzigen Kuttendecken kriechen sie durch die tiefen Schatten einer monopolen Klosteranlage des feudalen Mittelalters. Sie finden Dinge auf die sie nicht stoßen sollten: Alte, kranke, dicke Moenche und Verschwoerung und Mord.
        Wer der Kirche misstraut, fuehlt sich hier bestaetigt - wer der Kirche glaubt, wird anfangen zu Schwitzen und er wird versuchen sich den Schames-Schweiz mit der Bibel von der hohen Stirne zu tupfen.
        Der Kloster-Thriller ist in jeder Hinsicht sehr gut umgesetzt - vor allem das Buehnenbild ueberzeugt durch eine authentische und emotionale Atmosphaehre, von der das Spiel lebt - dabei wurde der Streifen in 3 oder 4 verschieden Festungs und Klosteranlagen zwischen Schottland und Italien zusammengeschneidert. Dafuer ein großes Lob an den Filmarchitekten und seine vor him herkrichenden Buehenbildner.

        Back in the days, when I was a little Boy, I loved this stuff!
        No Explosion, no magic - just hypocrisy.

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        • 10

          Für mich auch heute noch ein absoluter Klassiker den ich mir immer wieder gerne reinziehe. Zu einem eine tolle Story, und eine Schauspielerische Leistung die ebenfalls sehr stark ist. Und man bekommt einen Recht guten eindruck (Athmosphäre) wie das Leben dieser Menschen damals war.

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          • 4

            Was für ein karger, kleiner Kloster-Krimi.

            "Der Name der Rose" schafft eine ungewöhnlich vollkommene Mixtur aus Dingen, die mich nicht die Bohne interessieren: Mittelalter, Mönche, Bibelverse, griechische Bücher. Von Krimis bin ich zwar ganz und gar nicht abgeneigt, aber dieser Fall ist konsequent unspannend und ebenso erzählt. Wenn man dann zum Schluss erfährt, warum diese armen Menschen ihr Leben lassen mussten und dass deswegen schon die Apokalypse ausgerufen wurde, ist das ganze Spektakel einfach nicht mehr tragbar - wobei ich mir aus historischer Sicht vorstellen kann, dass es möglich gewesen wäre. Die Tristesse des Mittelalter hat wahrscheinlich viele Menschen dazu bewegt, die Drama-Queen in sich herauszulassen.

            Das Duo aus William (Sean Connery) und Adso (Christian Slater) hat mir dagegen gut gefallen, nur vielleicht nicht gerade in diesem Film. Die Zwei waren recht niedlich im Zusammenspiel, ihre Figuren haben aber nur sehr wenig hergegeben. Allem fehlte irgendwie der Pfeffer. Das Drama war in der Thematik reichlich vorhanden, im Spiel jedoch kaum fühlbar. Die Geschichte über Vernunft und Moral in einer völlig irrationalen Welt ist doch ehr eine kurzsichtige Schnitzeljagd in düsterer Mittelalter-Kulisse. Meeeh!

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            • Jackson 31.08.2015, 23:24 Geändert 31.08.2015, 23:36

              Ich fand die Verfilmung von "Der Name der Rose" nicht überragend. Sean Connery ist im Film der allwissende Mönch, welcher er im Buch gar nicht ist. Sein Novize ist im Film nur ein Trottel und ein Verehrer von Sean Connery.
              Die unterschiedlichen Glaubenrichtungen der kath. Kirche und die damit verbundene Problematik finden im Film auch nicht wirklich Beachtung.

              • 7 .5
                smartbo 28.07.2015, 12:28 Geändert 28.07.2015, 12:29

                Das Bemerkenswerte an dem Film ist die Hammer-Atmosphäre, die düster und "mittelalterlich" exzellent rüberkommt. Ebenfalls sehr gut sind die Schauspieler, es gibt kaum einen schwachen Darsteller.

                Für alle Filmfans, die düstere Filme aus dem Mittelalter mit einer guten Story mögen, ein Muss.

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                • 8 .5
                  Angel Twist 24.06.2015, 19:32 Geändert 27.06.2015, 14:56

                  War früher einer meiner Lieblingsfilme.
                  Spannend und dicht ins Bild gesetzt. Und es geht auch um was. Um etwas, das mich was angeht. Um Lachen dürfen zum Beispiel ;-)

                  Abzug für Christian Slater, den ich in Der Name der Rose zwar ok fand. Aber.

                  Irgendwie scheint diese verlogene Mischmasch aus zerbrechlich naiv und brutal machohaft, das er so perfekt darstellen kann, sogar schon in der Rolle dieses Novizen durch.

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                  • 4 .5

                    Ich kann mich immer noch nicht dafür entscheiden. Liegt es daran, dass ich als Germanistikstudent eher die Buchvorlage begrüße oder an der Tatsache, dass sich die Produzenten krasse Freiheiten rausnahmen bei der Verfilmung des Buches.
                    Klar ist auf alle Fälle, dass, wie im Judentum, die Kirche nicht so ohne weiteres ein Urteil treffen und gleich darauf das Ganze auch noch vollstrecken konnte. Die weltliche Gerichtsbarkeit musste trotzdem eingeschalten werden.

                    Genau da hackt es... Wenn man eine wirklich spannende Geschichte haben will, sollte man sich der 650 Seiten annehmen und nicht diese allzufreie Verfilmung sehen.

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                    • 9

                      Ein schön düsterer Historienthriller mit vielen Stars gespickt, der eine unglaubliche Atmosphäre aufbaut und vom ersten Moment an fesselt.
                      In seinem Genre ist der Film wol bis heute unerreicht.

                      • 8 .5

                        Von vorne bis hinten großartig inszeniert und gespielt. Sehr spannender, düsterer Thriller. Eine Ode an die Aufklärung und den Humor, gegen blinde, stupide Gottesfürchtigkeit und Keuschheit. Super duper.

                        • 7

                          Sean Connery in Bestform ^^

                          • 9 .5
                            doctorgonzo 28.01.2015, 17:36 Geändert 24.06.2015, 21:44

                            "My dear Watson..."

                            Holmes im 14. Jahrhundert und auch noch als Franziskanermönch.

                            Eine Geschichte, die quasi der Zeit entrückt ist, in der sie spielen soll und trotzdem sehr rund wirkt.
                            Theologische Dispute, Mönche, die untereinander intrigieren und eine vollkommen bissige Ironie mit düsterer Moral von der Geschicht´.
                            Das gibt es in Umberto Ecos Buch.

                            Im Film gehen die Intrigen, die Dispute, die Nebenfiguren und auch viel von der Ironie und der Düsternis verloren. Unter den Tisch gekehrt in einer gestrafften, kinokonformen Inszenierung.

                            Dass der Film trotzdem ein rundum sehenswertes Werk ist, ist somit direkt ein kleines Wunder,

                            Es liegt an vielen Einzelheiten. An den Akteuren, die aus ihren teilweise sehr dünnen Rollen noch das Maximum herausholen. An der spannenden Kriminalgeschichte, die die Beschneidung des Buches recht schadlos überstanden hat. An der gut getimten und hervorragend gewählten Musik. Und vor allem an den nahezu perfekt in Szene gesetzten Schauplätzen.
                            Bis auf das Labyrinth ist hier die Vorlage ideal umgesetzt und das, lange vor CGI, tatsächlich nur über die Auswahl der Drehorte. Und selbst das Labyrinth ist reizvoll, nicht so herrlich durchdacht wie im Buch, aber trotzdem gelungen verwirrend.

                            Ein ganzer Schwung deutschsprachiger Schauspieler (Prechtl, Habeck, Pistor, Althaus, Qualtinger) kreiselt um das Ermittlerduo Connery/Slater. Dazu ein ehemaliger Bondbösewicht, der Mann der Mozart auf dem Gewissen hat, einige verdiente Theaterschauspieler und auch der erste ernstzunehmende Kinoauftritt des mittlerweile legendären Ron Perlman.

                            Gut gespielt. Authentisch dunkel ausgeleuchtet. Gut arrangiert. Auf gelungene Weise spannend. Am meisten Spaß macht es aber, quasi jede Ecke dieser Abtei gemeinsam mit den Protagonisten zu durchstöbern.

                            Wie auch im Buch kann man sich herrlich in die Atmosphäre einfühlen.
                            Da kann man beinahe die verloren gegangene Ironie aus der Vorlage unter den Tisch fallen lassen.

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                            • 9

                              https://www.youtube.com/watch?v=cVFzHvd4gqQ

                              Fürchte deine Götter denn ihre Lüge wird dein Tod sein!

                              Architektur im schwarz gefärbten Mantel streicht die einsamen Nächte in der Abtei.
                              Brüchige Struktur im Glanz der Kerzenlichter, langsam senkt sich der kalte Hauch auf alte Geschichte.
                              In den Gärten webt eine bedrückende Stille die Melancholie.
                              Religiöse Kultur und alte Traditionen ergötzen sich am Kelch zur Unsterblichkeit.
                              Sorgsam werden die Böden gepflegt,der Wein fließt in gierige Münder.
                              Dieser Ort ist heilig aber todgeweiht!
                              Durch die Ritzen des Zerfalls flüstert unnachgiebig die Kälte.
                              Das wärmende Feuer vom Kamin spendet Geborgenheit.
                              Der jüngste Mönch gräbt tief in der Bibliothek, er will die Lehre verinnerlichen.
                              All das Leben schöpfen und Geheimnisse ent­de­cken.
                              Aus der Vergangenheit senkt sich Schatten,manchmal flüstert Blut in die Nacht.
                              Das Gewölbe verzerrt zu einer hässlichen Fratze die ewig lacht.
                              Im Sturm der Dunkelheit alle Narben werden offenbart.
                              Der junge Mönch widerwillig dem Tod ins Auge sah.
                              Ein stummer Sprung, sein Körper in der Agonie des Schreckens aufbrach.

                              Die schwarze Schönheit,ihr Haar die reine Dunkelheit.
                              Mein Saft strömte über die Wellen der Fleischlichkeit.
                              Ohne Worte trieben wir in Leidenschaft,in den Gemäuern der alten Zeit.
                              Verborgen wuchs ich auf.
                              Letzlich aber die Macht der Versuchung nahm mich auf.

                              Meine Sünde ist Stolz
                              Glücklich lebe ich die Tage
                              Eines Nachts der Scheiterhaufen ruft
                              Meine Frau als Hexe ge­brand­markt
                              Ihr Zeichen in meine Stirn gebrannt

                              "Der Name der Rose"

                              Akribisch verpackte Sehnsucht nach alter Zeit.
                              Erdrückend endlose Stille perfekt gefilmt und unheimlich fesselnd.

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                              • 8

                                Ein alter Mönch, der Bücher mehr liebt als das Leben, pilgert mit seinem Novizen in ein Kloster, in welchem unter den Gelahrten ein Disput stattfinden soll, ob die Kirche Besitz haben darf oder nicht. Es ist die Zeit von Reformatoren wie Jan Hus, die diese Frage strikt verneinen. Besagter Mönch ist wach und pragmatisch. Er weiß sofort, wo im Kloster das Scheißhaus ist und, dass ein junger Illustrator Selbstmord begangen hat und nicht von der bevorstehenden Apokalypse heimgesucht worden war. Das Kloster wird vorwiegend von schwachsinnigen Freaks bewohnt. Es gibt eine geheime Bibliothek verbotener Bücher, die manchem Kuttenträger zum Verhängnis wird. Es ist ein langer und trotzdem kurzweiliger Mittelalterkrimi mit ein wenig Harry-Potter-Flair und einem infernalischen Showdown. Gut, dass es keine Filmgerüche für den Zuschauer gibt.

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                                • 9

                                  Man mag es kaum glauben, dass ich heute zum ersten Mal in meinem Leben "Der Name der Rose" gesehen habe. Warum ich bisher einen Bogen darum gemacht habe? Vielleicht der Länge wegen? Ich weiss es nicht. Fakt ist, dass ich froh bin, nun endlich auch diese Lücke geschlossen zu haben, denn der Film ist einfach genial. Zum einen gefällt mir die Zeit, in der er spielt - dann ist die Location sowohl beeindruckend als auch teils bedrohlich. Ein Kloster in den Bergen, abgeschieden von der Aussenwelt, durchzogen mit Geheimgängen und Fallen. Eine Mordserie, in die der Teufel persönlich involviert sein soll.
                                  Und dann ein "Ermittler", der seine Arbeit teilweise schon damals besser erledigt hat, als so mach ein Profiler heute.
                                  Schauspielerisch top sowie auch von der Story her. Da würde es sich wirklich lohnen das Buch nachträglich auch noch zu lesen. Derzeit bin ich an einem ganz ähnlichen Werk dran - "Das Evangelium nach Satan". Die Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen.

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                                  • 8 .5

                                    Der Tod besucht eine mächtige Abtei und schleicht sich dabei giftig in die Herzen und Hirne der Diener und Großkupferten. Aus einer fantastischen Vorlage wird ein beachtenswerter Film, welcher gerade dann auch gut ist, wenn er leise wird, eindringlich und höchst persönlich. Ein Mönch und sein Novize dürfen sich der üblen Pest widmen und finden dabei zu sich selbst. Ron Perlman spielt die Rolle seines Lebens, nicht mehr dazu, denn man muss es erleben!

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                                    • 9 .5

                                      Hi Leute,

                                      ich erinnere mich, dieser Kloster-Krimi war Gesprächsthema in der Schul-Pause. Und zwar wurde mächtig diskutiert über Glaube als Macht-Missbrauch und die ziemlich freizügigen Sex-Szenen zwischen Adson von Melik und der (schmutzigen) Zigeunerin ...

                                      Mir persönlich hat er sehr gut gefallen. Warum?!
                                      -"Als ich hörte, dass Ihr (Willam von Baskerville/Sean Connery) in unser Abtei kommt, schien es mir als seien meine Gebete erhört worden. Hier, sagte ich mir, ist ein Mann der eine große Kenntnis von der menschlichen Seele besitzt... und ebenso von der List des Bösen."
                                      Bingo! Das ist es. Die perfiden Glaubensbrüder werden mit ihren eigenen Waffen bloß gestellt.

                                      Zur Story: Eine griechische Überlieferung des alten Testamentes soll übersetzt werden. Sehr zum Unwohl der fanatischen Psycho-Bischöfe (F. Murray Abraham als Teufels-Austreiber!). Die ihre eigene Interpretation vom alten Testament haben. Und zwar ist Lachen und Sex mit Frauen, verboten!

                                      -"Ja, es ist wahr! Der heilige Franziskus war dem Lachen sehr wohlgesonnen." - "Das Lachen ist ein teuflischer Wind, der die Gesichtszüge aufs... äh... unnatürlichste verzerrt und die Menschen wie wilde Affen aussehen lässt!"
                                      -"Was ist so beunruhigend daran, wenn Menschen lachen?" - "Lachen tötet die Furcht. Und ohne Furcht kann es keinen Glauben mehr geben. Wer keine Furcht vor dem Teufel hat, der braucht keinen Gott mehr."

                                      Mein Fazit: 1327! Damals war die Erde eine Scheibe und Teufels-Verbrennungen am Scheiterhaufen (Ron Perlman als Kloster-Trottel Salvatore. Herrlich!) standen zur der Zeit an der Tages-Ordnung.

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                                      • 7

                                        Ein Film den ich mir immer wieder angucken kann. Danke Bernd.

                                        • 7

                                          Solider Mittelalterkrimi mit teils guten Charakteren und einer sehr düsteren Stimmung. Düsterer als die Optik ist jedoch, dass zu dieser Zeit der Glaube klar über dem Wissen stand. Faszinierend, wie sich solch abstruse Ideen eines Schöpfers so lange halten können und eine derartige Macht aufbauen können. 700 Jahre später ist diese Macht ja vielerorts nach wie vor ungebrochen, zumindest in den Köpfen der Menschen. Fast schon lachhaft, wie sich die Benediktiner mit den Franziskanern streiten, ob Jesus 13 Jahrhunderte zuvor Geld hatt oder nicht oder auch mal gelacht hat oder nicht. Und heute gibt's diese Diskussionen eigentlich immer noch.
                                          Wissen ist Macht, und die Kirche hatte damals das Wissen in ihren riesigen Bibliotheken gehortet, drum war die Kirche damals das Machtzentrum schlechthin.
                                          Die eigentlich Handlung des Films geht da fast ein wenig unter bei solch grimmigen Umständen.

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                                          • 8 .5

                                            Ich fand schon das Buch toll und der Film hat danach nicht enttäuscht ... ein großartig besetzter Mittelalter Krimi...

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                                            • 4

                                              Mittelalter, Mönche und ein mysteriöser Mörder.
                                              All das lässt doch auf einen hervorragenden Thriller mit Hochspannung schließen!
                                              Leider nein.
                                              Obwohl der Film gut beginnt und die erste Hälfte noch wirklich spannend ist,
                                              wird der Film in Hälfte zwei zunehmend unglaubwürdiger und langweilig und endet immerhin noch in einem gelungenen Finale.
                                              Doch der größte Kritikpunkt des Filmes ist Christian Slater. Selten hat mich ein Darsteller so sehr genervt wie hier. Wie kann man nur so lustlos spielen!?!?!? Sean Connery wirkt ebenfalls fehlbesetzt und seine Rolle mit dem Sherlock-Holmes-Gehirn passt einfach gar nicht in das Geschehen im Kloster.
                                              Doch jetzt zum stärksten Teil des Films; Ron Perlman! Mal wieder bekommen wir von ihm eine absolut durchgeknallte Darstellung geboten, die man ihm in jeder Sekunde abnimmt!
                                              Auch wenn ich das Ende ziemlich gut gewählt und unerwartet finde, ist der Name der Rose kein Film, den ich nochmal schauen werde.

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                                              • 9

                                                Der Name der Rose ist eines der prägendsten Bücher meiner Jugend und hat mich damals zusammen mit Berlings "Kinder des Gral" für das Mittelalter und Kulturgeschichte begeistert. Kein Wunder, denn der Bibliothekar im Buch/Film ist ja auch ein gewisser Malachias von Hildesheim.

                                                Nicht nur Umberto Eco und Jean-Jaques Annaud haben mit diesem Werk ihr Meisterstück vorgelegt, auch Sean Connery und Ron Perlman sind hier für mich in ihren besten Rollen zu sehen. Der Film ist insgesamt genial besetzt und vermittelt die Atmosphäre des dunklen Zeitalters vermutlich sehr authentisch. Die Genialität des Buches allerdings kann der Film nicht einmal ansatzweise wiedergeben, muss er aber auch nicht. Unbedingt lesen, unbedingt gucken.

                                                GOOD NIGHT AND GOOD LUCK!

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                                                • 6 .5

                                                  Im Vergleich zum Buch etwas schwächer, als Fan des Genres und der Geschichte rund um die Klostermorde mag ich ihn aber. :)

                                                  • 9

                                                    Der Name der Rose... das war eines dieser Bücher, die ich liebevoll Beißbücher nenne... weil ich mich da durchbeißen musste. Ich weiß nicht, was alle so toll an diesem Buch finden... nein, doch, mir ist klar, warum alle das Buch so toll finden, aber leider ist das nur ganz bedingt mein Lesestoff. Ist schön, wenn man in einem Mittelalterkrimi soviele geschichtliche Fakten unterbringt, daß der Leser auch weiß, warum einiges gerade so passiert, wie es passiert... aber ganz ehrlich... im Buch fand ich es doch etwas zuviel des Guten. Da war ich beim Film echt mal froh, daß da die große Schere ausgepackt und von der dicken Schwarte einiges weggeschnippelt wurde.
                                                    Der Film selbst (wie auch das Buch) ist in meinen Augen nicht nur Krimi, er ist auch Kirchen- und Glaubensgeschichte, Charakterstudie und überhaupt ein durchaus glaubwürdiges Porträt der damaligen Zeit. Und wie Sean Connery als Darsteller aus diesem Cast heraussticht, so sticht auch sein Charakter, Bruder William von Baskerville, aus den Brüdern in der Abtei heraus wie eine Rose unter Disteln. Wissbegierig, logisch, nichts vom Aberglauben seiner Zeit haltend, dennoch ein gläubiger Christ wird seine Figur dennoch nicht auf einen Sockel gestellt, denn auch Bruder William hat seine Schwächen wie Stolz, Rechthaberei (glauben seine Brüder, dabei hat er allerdings auch Recht ;) ) und sogar die menschlichste aller Schwächen, Feigheit im Angesicht des Todes (da er in einer Erzählung Adson gegenüber gesteht, daß er eher seine Überzeugung widerruft als das Schicksal des Ketzers zu teilen, den Bernardo Gui verurteilt hatte).
                                                    All das macht Bruder William zu einem menschlichen und realen Charakter, den man nur zu gerne auf seiner Jagd nach dem Mörder in der Abtei begleitet.
                                                    Auch der Rest der Darstellerriege weiß durchaus zu überzeugen, denn gerade Charaktere wie besagter Bernardo Gui, Salvatore, Bruder Remigio und Bruder Jorge können schnell zu Karikaturen verkommen, wenn man nicht genau weiß, wo die Grenze der Darstellung liegt und das Overacting beginnt.
                                                    Sollte jemals Schätzings Tod und Teufel verfilmt werden, wünsche ich mir dafür auch eine so tolle Leinwandumsetzung wie diese.

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