Der Pianist - Kritik

PL/FR/GB/DE 2002
Laufzeit 148 Minuten, FSK 12, Drama, Historienfilm, Kinostart 24.10.2002

Kritiken (2) — Film: Der Pianist

Dietmar Kesten: Filmmag.de

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9.5Herausragend

[...] Polanski bemüht sich vehement, Klischees und Stereotypen zu vermeiden. Seine großartige, beklemmende Inszenierung geht einem nicht aus dem Kopf. Die Bilder vom Leiden der Polen und der Juden, der Holocaust, der Terror der wütenden Faschistenbanden, sind ein Lehrstück, das besondere Beachtung verdient.

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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

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9.5Herausragend

[Der Film] zeugt von jener Direktheit, die so lange vorhält, bis Reflexion einsetzt; ist von jener Nüchternheit, die dominiert, bis sie von Schmerz und Trauer verdrängt wird. Es ist ein Film, wie man ihn sich 1946 hätte vorstellen können, unmittelbar danach, einem Jahr noch der Ungläubigkeit und der Betäubung. ... Man hat, je länger der "Pianist" dauert, desto mehr das Gefühl, nicht einem Stück Unterhaltung beizuwohnen, sondern der Errichtung eines Denkmals.

Kritik im Original 18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

amandi

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ich stimme auch voll und ganz zu!


night

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ebenso



Kommentare (90) — Film: Der Pianist

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Cebion

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Bewertung9.0Herausragend

Eine der wenigen Holocaust Filme die mich echt berüht haben.
Ganz großes Kino auch wenn die Geschichte nichts für zwischendurch ist.
Man sollte sich schon darauf einlassen..

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hollygolightly1

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Bewertung9.5Herausragend

Wow! Der Film hat mich richtig umgehauen. Nachdem ich ihn gesehen habe, habe ich mich gefragt: "Wieso habe ich dieses Meisterwerk nicht schon früher gesehen?".
Da ich sowieso ein Fan von Roman Polanski-Filmen bin, wusste ich dass der Film nur gut sein kann. Aber so gut hatte ich ihn mir nicht vorgestellt.
Die schauspielerischen Leistungen der Darsteller sind beeindruckend, die Handlung perfekt und spannend und die Inszenierung der Kulisse authentisch und unglaublich gut! Das Wichtigste aber an dem Film ist für mich, dass er auf einer wahren Begebenheit basiert. Damit meine ich nicht nur das Schicksal von Szpilman, sondern auch der anderen 6 Mio. Juden, die dem Nazi-Verbrechen zum Opfer fielen. Ich hatte vorher viele andere Holocaust-Filme gesehen, aber dieser hier gehört wirklich zu den Besten. Die Bilder sind so traurig, bewegend und schön zugleich, dass der Zuschauer mitfühlt.

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Quills

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Bewertung10.0Herausragend

Unfassbar.
Kunst nach Auschwitz als Kunst über Auschwitz entzieht sich hier tatsächlich dem mir Fassbaren. Das einzige was am Ende bleibt, ist diese nackte Ästhetik der Gewalt und die Erkenntnis, dass jene Gewalt die tiefste Verweigerung von Menschlichkeit ist. Ich werde es niemals gänzlich verstehen und das ist wohl die eigentliche Bestrafung beim Konsum von Kunst.

Ich wollte, ich hätte den Film nicht gesehen.

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germanu

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Bewertung9.5Herausragend

Großartig!

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SoulReaver

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Bewertung10.0Herausragend

„Wenn ihr uns stecht, bluten wir nicht?
Wenn ihr uns kitzelt, lachen wir nicht?
Wenn ihr uns vergiftet, sterben wir nicht?
Und wenn ihr uns beleidigt, sollen wir uns nicht rächen?“

Die NS-Zeit ist das schwärzeste Kapitel unserer Geschichte. Mit dieser Zeit müssen wir uns jedoch beschäftigen und auseinandersetzen, ob wir wollen oder nicht. Mit Filmen, Dokumentationen und dem verhassten Geschichtsunterricht wird uns geholfen dieser Zeit näher zu kommen und die Grausamkeit zu erkennen. Roman Polanski, der selbst Teil dieser Zeit wurde, inszeniert mit 'Der Pianist' einen Film der sich auf schonungslose und unglaublich emotionale Weise der Judenverfolgung widmet.

Warschau 1939: Mit dem Einmarsch der Deutschen in Polen beginnt auch für den gefeierten polnisch-jüdischen Pianisten Wladyslaw Szpilman die Zeit des Leids. Tagtäglich wird er Zeuge unerträglicher Demütigung und Brutalität. Nur mit viel Glück und dank der Hilfe des polnischen Untergrunds konnte er der Todesfalle des Warschauer Ghettos entkommen. Voller Angst irrt er allein durch die Stadt, die sich inzwischen in eine leblose, erschütternde Ruinenlandschaft verwandelt hat. Eines Tages entdeckt ihn ein Offizier der deutschen Wehrmacht, der sein Schicksal verändern wird.

Wie ich schon oft genug erwähnte, die visuelle Klasse bei einem Film von Polanski steht immer außer Frage. So ist es eben auch bei 'Der Pianist‘.Paweł Edelman lässt mit seinen Bildern keine Distanz zwischen ihnen und dem Zuschauer und erzeugt so eine der besten und umklammerndsten Atmosphären überhaupt. Man denke allein an die Szene, in der Adrien Brody über eine Mauer klettert und sich vor ihm eine Ruine an die andere reiht. Eine Szene wie sie fast aus einem Endzeitfilm entstammen könnte. Fantastisch fotografiert. Die musikalische Untermalung findet der Film vor allem durch die Stücke die Szpilman selbst spielt, dabei greift er meistens auf Stücke von Chopin zurück. Aber auch der komponierte Soundtrack von Wojciech Kilar ist voller Trauer und Ehrlichkeit die genau zum Film passt.

Von den Schauspielern gesehen ist allein Adrien Brody wirklich erwähnenswert. Er übernimmt die Hauptrolle und verkörpert Wladyslaw Szpilman, einen Künstler der die Menschen mit seiner Musik verzaubern möchte und in einen unermesslich tiefen Abgrund gestoßen wird. Brody bewiest zu was für Meisterleistungen er in der Lage ist und ruft mit Abstand seine beste Karriereleistung ab. Jede Emotion, jede Bewegung, alles ist echt. Brody lässt den Zuschauer mitleiden und mitgehen, egal wie weit der Weg noch sein mag. Man kämpft und hofft mit ihm, Seite an Seite. Zur Belohnung gab es glücklicherweise den verdienten Oscar.

Roman Polanski hat sich dieser Thematik nicht grundlos angenommen. Filme über diese Zeit gibt es schließlich genügende. 'Der Pianist' ist Polanski ganz persönlicher Bewältigungsversuch und der Versuch mit dieser Zeit abschließen zu können. 1942 kam Polanskis schwangere Mutter im Konzentrationslager von Auschwitz ums Leben. Polanski, selber im Krakauer Konzentrationslager gefangen, konnte aber bei Nacht und Nebel im zarten Alter von 10 Jahren fliehen. Diese furchtbaren Erlebnisse fließen natürlich mit in den Film und machen ihn zu einem grausamen aber gleichzeitig auch zu einem ungemein berührenden Film.

Mit Wladyslaw Szpilman schickt uns Polanski durch die schrecklichste Zeit. Durch eine Zeit in der es an jeglicher Menschlichkeit und Wärme fehlte. Diese Zeit stellt Polanski in einer derart erschreckenden Konsequenz dar, dass es schon beängstigende Normalität annimmt. Die deutschen Soldaten gehen in ihrem Handeln so herzlos und gewissenlos um, als würden sie seit dem Tage der Geburt nichts anderen mit Menschenleben tun. Als Zuschauer entwickelt man bei der Ansicht der puren Brutalität immer mehr Wut. Polanski ist in seiner Inszenierung brutal und kennt keine Gnade, wie die Täter selbst. Die Kamera hält voll drauf und nichts wird verschwiegen. Kinder werden totgeprügelt, Menschen werden auf Haufen geworfen und verbrannt, während deutsche Soldaten sich das Feuer anschauen und ihr essen zu sich nehmen, ein Mann im Rollstuhl wird ohne weiteres aus dem Fenster geworfen und es werden unzählige Juden nach Lust und Laune erschossen und verprügelt. Hier gibt es kein Wegsehen, hier gibt es nur den puren Realismus.

Szpilman ist kein Held, er wird auch als zu keiner Zeit als heldenhaft dargestellt. Wir erleben einen Musiker, einen völlig normalen Menschen, der aus seinem Leben gerissen wird und in eine furchtbare Epoche gestoßen wird. Dabei realisiert er nicht in welchem Ausmaß die Deutschen vorgehen. Er durchlebt die Zeit und nimmt diese Gräueltaten und die täglichen Erniedrigungen einfach hin. Abgemagerte Leichen verwesen auf den Straßen. Kinder, Frauen, Männer. Es wird wahrgenommen, aber darüber hinweggesehen. Szpilman ist, wie jeder andere in dieser Situation, ein gefangener dieser Zeit und das wahre annehmen und verstehen, was hier wirklich passiert, ist noch nicht vorgedrungen.

Er wird durch "Glück im Unglück" von seiner Familie getrennt, die auf dem direkten Weg ins KZ gefahren werden. Er hingegen bleibt in Warschau, oder in den Resten was davon übrig geblieben ist. Allerdings im "Seuchengebiet". Hier wird er nun als Arbeiter abgestempelt und muss schuften. Doch das Grauen kennt kein Ende. Die Angst vor dem nächsten Tag ist immer beständig. Stundenlanges Arbeiten, Schläge und kaum etwas zu essen. Die erschreckende innere Leere der Soldaten, die mit Menschen umgehen als wären sie Dreck. Jeden Tag aufs Neue wird diese Leere und Verdorbenheit bewiesen. Die Wut und Fassungslosigkeit im Zuschauer staut sich mehr und mehr an. Ein Blick in die Gesichter dieser hoffnungslos verloren Menschen zerreißt das Herz. Doch Tränen fließen nicht. Noch nicht.

Wir leben weiter, oder besser gesagt, wir versuchen es, zusammen mit Szpilman. Durch alte Freunde wird ihm geholfen und ein nötiges Versteck geboten. Er darf nicht auffallen und muss völlig untertauchen. Der Gedanke an Musik hält ihn am Leben. Die einzige Zuneigung die er noch spüren kann sind die Klaviertasten unter ihm, die er mit seinen Fingern nicht berühren darf. Nach und nach zerfällt Warschau zu Schutt und Asche. Eine Ruinenlandschaft. Szpilman, völlig abgemagert und mit Vollbart, schlägt sich durch die Trümmer der Stadt und der verlorenen Menschlichkeit. In einer Wohnungsruine, in der er Essen suchte, wird er von einem Hauptmann entdeckt. Szpilman sieht sein Ende kommen, doch auch die größten Schattenseiten kennen ihre hellen Momente. Nachdem Szpilman den Hauptmann von seinen grandiosen Klavierkünsten überzeugen konnte, hilft dieser ihm über die Runden zu kommen und die grausamen letzten Tage zu überstehen. Der Tag kommt, an dem die Russen einmarschieren und sich das Blatt endlich wendet.

Polanski baut auf echte Emotionen. Gestellt oder gar überzogen wirkt hier nichts. Er drückt dabei zu keinem Zeitpunkt auf die Tränendrüse. Polanski will die Menschen erreichen, lässt aber keine schnöde und eintönige Geschichtsstunde daraus werden. Er will den Zuschauern die Augen öffnen und zeigen, in was für einer Zeit unschuldige Menschen qualvolle zugrunde gingen. Eine Zeit ohne klaren Verstand. Er lässt uns fast 150 Minuten leiden und zeigt uns eine Welt die so niemand verdient hat. Polanski setzt auf Nähe. Sowohl zu seiner Hauptfigur, die nie aus den Augen gelassen wird, also auch zum Zuschauer selbst. Wir gehen diesen furchtbaren Gang mit Szpilman zusammen. Wir sind keine Beobachter, wir gehen gemeinsam durch eine unvorstellbare Hölle. Immer Mittendrin. Polanski macht aus 'Der Pianist', wie gewohnt, einen Film fernab jeglicher Hollywood-Moral oder Glorifizierung. Er zeigt uns beide Seiten, die der Juden natürlich ausführlicher, aber dennoch realistisch und in ihrem vollen Grauen. Völlig verdient konnte Roman Polanski 2004 den Oscar und die goldene Palme von Cannes für seine mehr als exzellente Regiearbeit entgegennehmen.

Der letzte Moment im Film ist es dann, der ein leichtes Aufatmen gewährt. Ein Moment, den man sich sehnlich gewünscht hat, aber vergebens suchen musste. Diese ständige Gefahr und der schreckliche Kampf ums Überleben. Es ist ein Moment der Hoffnung, fast ein Moment der geborgene Wärme und Sicherheit ausstrahlt und jegliche Lasten von den Schultern nimmt. Diese Szene lässt nicht nur Szpilmans Gefühlen freien Lauf, sondern auch denen des Zuschauers. Was dieser Mensch für unglaubliche Qualen durchstehen musste kann kein Außenstehender erfassen oder sich jemals erträumen. Nicht im Ansatz.

Fazit: 'Der Pianist' ist einer der grausamste, realistischen, wichtigsten und berührendsten Genre-Beiträgen überhaupt. Mit einem fantastischen Adrien Brody, der intensiven und eindringlichen Bildersprache, der wunderbaren Musik und Polanskis brillanter Inszenierung wird 'Der Pianist' zu einem unvergesslich schmerzhaften und gefühlvollen Film. Eines der größten Meisterwerke überhaupt.

„Komischer Augenblick das zu sagen aber ich wünschte, ich würde dich besser kennen.“

32 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 15 Antworten

Quills

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Und um einmal zu verdeutlichen, welcher Teil deiner Aussagen an Dämlichkeit nicht mehr zu übertreffen waren, zitiere ich dich einfach selbst:

"ABER: in Filmen braucht man den Reinen, der misshandelt wird, damit der Zuschauer mitgeht und nicht skeptisch und gefühllos danebensteht."

Ist dir wirklich nicht bewusst, was du hier indirekt aussagst?
Ganz egal, wie rein oder schmutzig, wie gut oder böse Szpilman in Wirklichkeit gewesen sein mag, es ändert NICHTS daran, dass das Warschauer Ghetto barbarisch war und mich das Schicksal der vielen Opfer - den guten wie den bösen - mitnimmt. Auch Szpilmans Überlebenskampf hat mich tief berührt. Über seine Vergangenheit erfahren wir doch kaum etwas von Polanski. Er nennt uns nur die Fakten und zwar, dass jener ein begnadeter Pianist war. Das macht ihn nicht automatisch zu einem guten Menschen. Während seines Überlebens zeichnet ihn kaum eine Handlung als besonders mutig oder gar heldenhaft bzw. "rein" aus. Woher nimmst du überhaupt diese Unterstellung? Belege das bitte mal anhand einer eindeutigen Szene, dass Polanski uns hier einen reinen und guten Helden serviert. Am Ende hätte er ja durchaus die Möglichkeit dazu gehabt. Er hätte behaupten können, dass Szpilman alles versucht habe, um Hosenfeld zu retten. Dieser Aspekt bleibt aber sehr vage.
Ich stehe weder gefühllos noch skeptisch "daneben", höchstens ratlos und schockiert. Auch habe ich mich nicht "gut unterhalten gefühlt", im Gegenteil, ich wünschte, ich hätte nie etwas vom Pianisten gehört.


kawummbaby

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Ja, du hättest dich bei "Defiance" sicherlich wie die meisten gelangweilt und natürlich auch bei einem "Pianisten" wenn er auf dieselbe Weise die Drehbuchregeln verletzt hätte.

Anstatt dich so aufzuregen, solltest du erstmal klar denken: ich habe nicht Polanski kritisiert, ihm auch keine Manipulation vorgeworfen. Ich habe auch nicht gesagt, dass es irgendeine Szene in der Wirklichkeit nicht gegeben haben könnte oder das die Personen erfunden wären.

Ich habe aber sehr wohl Rezensenten kritisiert, die Film für Realität halten. Die anscheinend noch nie etwas was Framing oder Ausschnittwahl, von Polarisierung usw. gehört haben. Meist geht es nicht darum, was du zeigst, sondern was du weglässt.

Und was die Opfer angeht:

Im Film brauchst du den total Unschuldigen, Reinen, Naiven, Edlen als Opfer.

In der Wirklichkeit brauchst du jedoch keine besondere Qualität beim Opfer: auch wenn du deinen Nachbarn nicht sonderlich nett oder irgendwie besonders fandest, wirst du dich zu recht empören, wenn er in ein KZ deportiert wird.

Die Leute die damals gelebt haben, haben in all ihren Schwächen ein Recht auf Überleben gehabt. Es steht Polanski gerne zu, diese Leute zu überhöhen (durch Weglassen reicht schon) um dem Medium Film zu dienen und die Botschaft so rüberzubringen, wie sie ein damals Lebender trotz Schwächen empfunden hätte. Ihn kritisiere ich nicht.

Aber uns Medienkonsumenten muss so etwas bekannt sein und Sprüche wie "genau so war es" verfehlen die Botschaft Polanskis. Denn die ist eher: "genau so fühlte es sich an".


Schloøpselcki

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Bewertung9.0Herausragend

"Der Pianist" ist meiner Meinung nach einer der authentischsten und besten Filme über den Holocaust, weil er nicht nur durch einen hervorragenden Adrien Brody sondern auch einen sehr guten Sondtrack, glänzender Inszenierung und passend fehlender Verschönungen getragen wird. "Sachlich" möchte ich diesen Film fasst nennen, denn endlich einmal ist hier eine Geschichte aus der Nazizeit nicht mit romantischen Details ,kitschigem Überlaufen der Gefühle oder einer sehr einseitigen Heroisierung verziert worden (siehe "Schindlers Liste"). "Der Pianist" bleibt bei den Tatsachen und wenn die nicht schon tragisch genug sind, dann weiß ich auch nicht. Einen solchen Film muss man nicht gefühlstechnisch ausschlachten, Dramatik ist reichlich vorhanden. Der Unterschied zu einem Katastrophenfilm ist nämlich einfach, dass der Holocaust leider in keinster Weise fiktiv ist. "Der Pianist" kommt ohne schmalzige Lovestory und überheldenhafte Heldentaten aus (ich weiß ich wiederhole mich aber das BRAUCHT es auch einfach nicht) und das macht ihn so wertvoll. Beeindruckend gute Kulissen und ein sehr passendes Ende (nix Friede Freude Eierkuchen) machen das Ganze perfekt. Und nach dem Abspann bleibt eine große Leere, in der man sich nur zum hundertsten Mal die sinnlose Frage stellen kann, wie Menschen zu soetwas fähig sein können.

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Le Samourai

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Absolut richtig!


PaJeRo

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Nach all den Tarantinos, Snyders, Wooks und sonstigen blutigen Streifen bin ich mittlerweile bezüglich grausamer Gewalt in Filmen doch ziemlich desensibilisiert, weswegen das Filmgeschehen mich nicht knallhart berührt (auch wenn es wirklich passiert ist jaja, bei einer bestimmten Szene wäre ich vorn paar Jährchen wohl dem Weinen verdammt nah gewesen). Nichtsdestotrotz fand ich den Film sehr gut, weil zum einen alles authentisch rüberkommt (Brodys deutsche Zeilen sind übrigens gut eingeübt - kein Vergleich zu Kevin Bacons Deutsch in X-Men oder Jeremy Davies' Gebrabbel in Saving Private Ryan) und zum anderen alles einfach sehr gelungen in Szene gesetzt wird. Toller Film.

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cpt. chaos

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Der Film beinhaltet wirklich einige recht extrem schockierende Szenen, obwohl man mittlerweile, wie du auch schon schreibst, inzwischen verhältnismäßig abgestumpft ist.
So z.B. die Szene mit dem Rollstuhlfahrer, der einfach kurzerhand über die Balkonbrüstung geworfen wird.


PaJeRo

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Krass fand ich die Szene wo einer Frau ein Topf mit Essen aus den Händen gerissen wird und der Mann den Eintopf dann vom Boden abschleckt...


Keky

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Einfach ein großartiger Film. immer und immer wieder. allein die Szene wie er weinend durch das Ghetto läuft, nachdem seine Familie in den Zug gezwängt wurde hat mich so betroffen gemacht. allein die vorstellung, dass man das mit meiner Family machen würde raubt mir den Atem und tut so weh. ich würde sterben. es macht mich nachdenklich, wozu menschen fähig sind. nachdenklich und panisch!

Wirklich unfassbar, was damals passierte.. der Film ist sehr passend. Ein Mann, dessen größte Leidenschaft es ist, Klavier zu spielen & Musik zu machen...dieses nocturne war ein Meisterwerk. Chopin war, meiner Meinung nach, ein Genie. Ich liebe seine Musik. Sie besteht aus einer Mischung von Melancholie, Leidenschaft, Reichtum an Figuren und Arabesken bis hin zum Versinken im Klang...fantastisch.

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Prechtl

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Bewertung10.0Herausragend

Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit im großen Stil: Roman Polanski, selbst Opfer des Holocausts, hat mit dem Film „Der Pianist“ ein wahres Meisterwerk geschaffen. In eindrucksvollen und nachhallenden Bildern schildert er das Leben des Władysław Szpilman, ein angesehener Pianist aus Warschau. Als die Deutschen nach Polen kommen, muss er sich ihren Befehlen unterwerfen und darf von nun an nicht mehr ohne Judenstern außer Haus, in keine Parks mehr gehen und selbst die meisten Bars bleiben für Juden verwehrt.
1939 muss die Familie Szpilman in das berüchtigte Ghetto übersiedeln, wo sie zu tausenden zusammengepfercht leben müssen. Władek und sein Bruder versuchen, sich durch den Verkauf von Büchern über Wasser zu halten, doch in Zeiten des Hungers und der Armut gibt es nur wenige, die sich diesen Luxus leisten können. Als die Räumung des Ghettos und der Abtransport der Juden nach Treblinka bevorsteht, gelingt es Władek durch einen Bekannten, der Deportation zu entgehen und flieht schließlich aus dem Ghetto und ihm gelingt es, bei hilfsbereiten Polen unterzukommen.
Für mich war das Ansehen des Filmes ein einziger Genuss, da einfach alles von vorne bis hinten gestimmt hat. Die Bilder waren schockierend, aber stimmig und sehr authentisch. Das Leid wurde ebenso gut verdeutlicht wie die Ausweglosigkeit und die Hoffnungslosigkeit, als Władek und seiner Familie klar wurde, was die Deutschen mit ihnen vorhatten. Auch später, als er auf der Suche nach etwas Essbarem durch die zerbombte Stadt irrte, hat man immer vor Augen, dass die Hauptfigur jederzeit entdeckt und getötet werden könnte.
Das Schauspiel von Adrien Brody ist wirklich ein Genuss; er verkörpert die Figur des Władysław Szpilman einfach perfekt. Spielt er zu Beginn noch den stillen und etwas schweigsamen Pianisten, so zeigt sich im Fortlauf der Geschichte sein Überlebenswille und die Hartnäckigkeit, mit der er unermüdlich weiterzuleben versucht. Thomas Kretschmann als SS-Offizier Wilm Hosenfeld war für meinen Geschmack zu wenig präsent; mir wäre es lieber gewesen, sie hätten sich nach dem Krieg unter anderen Umständen wiedergetroffen, was ihnen jedoch verwehrt blieb.
Erwähnenswert ist noch der Score, besonders die Stelle, als Władek Wilm Hosenfeld die Ballade von Chopin vorspielt, ist einfach nur traumhaft. Władysław ist erschöpft, krank und ausgezehrt vom Hunger und schafft es trotzdem, dem Klavier solch wunderschöne Töne zu entlocken. Magisch!

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Phisto

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Für mich einer der besten Filme aller Zeiten!
Adrien Brodys Schauspielerische Leistung ist beachtenswert!

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Scheucher

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Ein Film der für mich nicht bewertet werden muss, da die Bewertung durch die wahre Geschichte und Handlung wegfällt. Adrien Brody lebt seine Rolle und bekam dafür zurecht einen Academy Award.
Der Film ist ein Meisterwerk des Genres.

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fkfilmkritik

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Du sitzt an einem Fenster. Um dich herum passieren Gräueltaten. Hässliche, peinigende, niederträchtige und bedrückende Szenen. Du willst dich ablenken, aber kannst nicht wegsehen. Du verfolgst das Geschehen auf genaueste Weise. Es erschüttert, es schockiert, es verstört, aber den Blick kann man nicht davon abwenden.
"Der Pianist" ist indiskutable ein Meisterstück des Holocaust-Films. Er entfaltet des Öfteren seine Ruhe, so, dass es sich anfühlt als würde Brody gerade in diesem Moment seine Hände vom Klavier wegnehmen. Ansonsten klimpern entsetzliche, hilflose Momente in einen hinein. Erschütternd läuft diese unbarmherzige Melodie, aus Demütigung gegenüber den Juden daher. Es ist schwer deprimierend und müsste jeden Menschen auf dieser Welt nahegehen.
Adrien Brody hat hier neben Daniel Day Lewis wohl den verdientesten Oscar für "bester Hauptdarsteller" der Dekade erhalten. Er verkörpert den Pianisten unglaublich emotional und gefühlvoll. Ist eine Offenbarung und spielt für sein Alter schon ungemein erfahren, als hätte er nie was anderes gemacht.
Fazit: Pflichtprogramm für jeden Menschen. Eindringlich und wirkungsvoll. Brachial und wirklich. Bewegend und unbarmherzig. Muss man einfach gesehen haben.

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Isolation

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Der steht noch irgendwo im Regal und wartet schon seit Ewigkeiten darauf, dass er endlich mal angeschaut wird. Jetzt hast Du ihn mir sehr schmackhaft gemacht!


fkfilmkritik

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Worauf wartest du ? ;)


Mauritius

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein wirklich gut gemachter Film. Sehenswert!

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Virgil

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Zuerst: Ich kann mit Geschichts- und Kriegsfilmen nicht viel anfangen. Aber vielleicht sollte man diesen Film mal im Unterricht zeigen. Man muss sich nicht etliche Politikernamen und andere trockene Daten merken, denn es geht um ein persönliches Schicksal, dass jeder mitempfinden kann. Wer dabei lachen kann, sollte auch direkt zurück versetzt werden.

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Martin Jurgeluks

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Bewertung10.0Herausragend

Großes Kino! von der ersten bis zur letzten minute leidet man mit den darstellern mit!

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Strafzettel

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Sehr guter Film, für mich der beste Film über den Holocaust. Adrien Brody spielt weltklasse, die Filmusik sowie die Story sind berührend. Krasse Bilder werden gezeigt. Es gibt kaum negatives allerdings gebe ich 8.5 Punkte, da das Thema schon zu oft verfilmt wurde. ACHTUNG SPOILER : Sehr tragisch finde ich das Ende, wo der Pianist seinen deutschen Helfer nicht mehr retten kann. Ein Must-Watch-Film, eindeutig !

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Rybi

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Meiner Meinung nach der Kriegsfilm der am meisten bewegt und berührt,aber auch am besten den Zuschauer in die Zeit dieser abartigen Kriegsverbrechen bringt,es ist ein Film der es schafft den Zuschauer zu entsetzen und zu schockieren.Allerdings hofft man auch für die Hauptperson und sieht ein klein wenig das Glück im Unglück.Chopins Musikunterlegung mit einer Meisterleistung von Adrien Brody,welcher dafür auch einen unterwarteten Oscar kassierte,schaffen einen genialen Film,der den Holocaust thematisiert und darlegt wie wahrscheinlich kein 2.!

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Punsha

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Lang hab ich ihn vor mir her geschoben, doch nun habe ich mich endlich überwunden Polanskis viel gelobten Film "Der Pianist" zu schauen. Obwohl ich schon gefühlte zwanzig Filme über den Holocaust hinter mir habe, wirkt Polanskis preisgekröntes Drama keinesfalls wie alle Anderen. Der Regisseur schafft es wunderbar neue Elemente einzubauen, was den Film zugleich zum facettenreichsten seiner Art macht. Wo Spielberg bei "Schindlers Liste" tiefe Gefühle wichtiger waren als ein realitätsnaher Kriegsfilm ohne Klischees, so geht Polanski eher Letzterem nach. Ohne jegliches Schubladendenken kreiert er fast jede Figur völlig individuell und schafft Bilder, die einen zum Staunen und Entsetzen bringen. Nicht zu vergessen ist Adrien Brody, der im Laufe des Films nicht nur einen optischen Wandel eingeht und nebenbei einfach grandios spielt.[...]

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Mickey82

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Einfach nur ein extrem beeindruckender und sehr wichtiger Film... Polanskis bester Film

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caro87

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Dieser Film ist sooooooo schön!!!

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J4KOB

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schön? :D


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Deine Meinung zum Film Der Pianist

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