Der Räuber

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2010

Der Räuber - Poster
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Kritiker: 7.2 Community: 6.5 60 Bewertungen

Kinostart: 04.03.2010, Laufzeit 98 Minuten.

“Der Räuber” erzählt die Geschichte eines vielseitig begabten Mannes: Johann Rettenberger, erfolgreicher Marathonläufer und Serienbankräuber. Nüchtern und präzise misst er Herzfrequenz, Belastung, Ausdauer und Effektivität – bei Trainingsläufen ebenso wie bei den Banküberfällen, von denen er, aberwitzig maskiert und mit einer Pumpgun bewaffnet vor der Polizei flüchtet. Er lebt unentdec… Mehr

Cast
Andreas Lust, Johann Bednar, Gerda Drabek, Max Edelbacher, Walter Huber, Franziska Weisz Mehr
Regisseur
Benjamin Heisenberg
Autor
Benjamin Heisenberg
Genre
Thriller

Kritiker — Film: Der Räuber

Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

9.0Herausragend

„Der Räuber“, Benjamin Heisenbergs zweiter Spielfilm nach „Schläfer“ (fd 37 588), fußt auf einer „wahren Geschichte“, die in den 1980er-Jahren in Österreich Schlagzeilen machte; aber das spielt für den Film, der eine grundsätzlich dokumentierende, realistische Erzählweise hat und doch ganz und gar Spielfilm ist, keine Rolle. Es ist hervorragendes, spannendes und kluges, emotional mitreißendes. perfektes Kino.

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Kirsten Liese: BR Online, Kinofenster, Dar...

7.5Sehenswert

Es ist eine dieser unglaublichen Geschichten, die man erfinden müsste, wenn sie sich nicht in Wirklichkeit so oder so ähnlich zugetragen hätten: Ein Mann trainiert im Gefängnis, und als er auf Bewährung frei kommt, lässt er bei einem Marathon alle anderen Läufer weit hinter sich, macht Staunen mit seiner Ausdauer und einem rasanten Tempo, das er bis zum Endspurt durchhält. Doch mit einer solchen Sensation gibt sich der frisch Entlassene nicht zufrieden. Erst ein erneuter Banküberfall gibt ihm den ersehnten Kick. Ein bemerkenswert rastlos-hektischer Film ist „Der Räuber“ von Benjamin Heisenberg [...].
Der Serienräuber und Marathonsieger Johann Kastenberger alias „Pumpgun Ronnie“, der 1987 die größte Polizeiaktion Österreichs auslöste, war das Vorbild für den Titelhelden, im Film heißt er Johann Rettenberger. Eine Identifikationsfigur ist er nicht, dieser unbelehrbare Kerl, der, kaum auf freien Füßen, gleich wieder kriminelle Energien entfaltet, nichts von sich preisgibt, alles abblockt, was ihm helfen oder dem Zuschauer begreifbar machen könnte, warum er nur diesen und keinen anderen Weg für sich finden kann, zumal ihn die reiche Beute sowieso nicht interessiert.
Man erfasst nur, wie dieser Besessene tickt, der kein Risiko scheut, einmal sogar dreist drei Banken an einem Tag ausraubt, auf spektakuläre Weise gar noch einmal davonkommt, wenn eigentlich gar kein Davonkommen mehr denkbar ist. „Der Räuber“ ist der atemloseste Film seit „Lola rennt“, fast erschreckend in seiner stilistischen Präzision, ein starkes Stück Kino.
(Rhein Neckar-Zeitung)

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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

7.5Sehenswert

Bis auf ein paar Szenen zum Ende hin ist „Der Räuber“ nicht auf Spannung inszeniert, gibt den Kick Rettenbergers nicht weiter an das Publikum, sondern lässt beobachten.“Das was ich mache, hat nichts mit dem zu tun, was du Leben nennst“, sagt der Läufer und Räuber Erika, die ihn liebt und verrät. Er ist kein Held, kein Clyde ohne Bonnie, sondern eine tragische Figur. „Der Räuber“ ist ein anständiger, interessanter Film. Aber in jeder Hinsicht bescheiden, im
Vergleich zu emotinalen Einschlägen wie der japanische „Caterpillar“, der ebenfalls gestern im Wettbewerb lief.

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Alle Kritiken (5)


Kommentare — Ganz gut 6.5

Discostu

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Bewertung6.0Ganz gut

Der Film fasziniert vor allem durch seine dynamischen Aufnahmen des Läufers Johann Rettenberger, egal, ob er gerade einen Marathon oder von der Polizei davon läuft. Portraitiert wird ein Mann, dessen einziger Sinn im Leben es ist, an seine körperlichen Grenzen zu kommen, den Adrenalinrausch zu spüren – weshalb es auch lediglich aus den Komponenten Banküberfälle, Sport und Sex besteht. Eine Identifikationsfigur ist Rettenberger freilich nicht, weshalb die letzten Szenen seines Lebens auch kaum rühren können und vielleicht auch nicht wollen. Was aber vor allem den Genuss stört, sind kleinere und größere Logikfehler des Drehbuchs. Eine Suche im Wald ohne Hubschrauber, übertrieben dumme Polizisten, eine offensichtlich nicht existierende Autobahnpolizei, eine Fesselung an einen Stuhl bei der mit den Füßen begonnen wird, damit das Opfer die Arme frei hat um den Räuber anzustechen usw. wirken wie unbeholfene Versuche, die Handlung in die gewünschte Richtung zu bekommen.

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kom4

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Bewertung6.5Ganz gut

Eigentlich ein richtig guter Film. Hat mich sehr überrascht. Spannend, gut gespielt, atemlos gefilmt. Da bleibt einem selbst teilweise mehr der Atem stecken, als dem Räuber nach einem Marathonlauf.
Trotzdem 2 Kritikpunkte: Warum, warum, warum muss ein deutscher Film immer Sexszenen haben. Für mich unnütz und gegen Sexszenen bin ich allergisch, weil ich immer wieder der Meinung bin, dass Sex ins Privatleben und nicht auf den Bildschirm gehört.
Der zweite Kritikpunkt ist die Sprache. Selbst ich, der österreichische Verwandte hat, habe so manchen Satz nicht verstanden, weil sie teilweise schon mit Dialekt genuschelt wurden. Das finde ich unnötig.
Ansonsten Daumen hoch für einen ansonst richtig guten Film.

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maxgoesche

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Bewertung9.0Herausragend

Wie sein Held strebt dieser Film mit ungheurer Stringenz einem unausweichlichen und dann doch etwas überraschenden Ende entgegen. Angenehm, dass der Regisseur auf billige Morallektionen verzichtet, von denen es im deutschen Kino wimmelt. In diesem Sinne ist "Der Räuber" auch ein typisch österreichischer Film: kühl, beobachtend und zwingend in seiner Treffsicherkeit.

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