Der Riß

La Rupture (1970), BE/IT/FR
Laufzeit 124 Minuten, Drama, Thriller, Kriminalfilm

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7.0 Kritiker
2 Bewertungen
Skala 0 bis 10
8.0 Community
24 Bewertungen
5 Kommentare
Der Riß - Bild 1782317
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von Claude Chabrol, mit Stéphane Audran und Jean-Pierre Cassel

Hélènes Ehemann ist stark depressiv und verletzt bei einem Wutanfall den gemeinsamen Sohn Michél. Mit letzter Notwehr bleibt Hélène nichts anderes übrig, als ihren Gatten mit der Bratpfanne bewusstlos zu schlagen. Sie will sich scheiden lassen. Ihr reicher Schwiegervater sieht die Gelegenheit gekommen ihr, die als Bardame arbeitet, das Sorgerecht für den geliebten Enkel zu entziehen. Er schaltet zusätzlich den Lebemann Paul Thomas ein, um Hélène zu diskreditieren. Diesem ist jedes Mittel recht.


Cast & Crew


Kritiken (1) — Film: Der Riß

Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de

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9.0Herausragend

Chabrol verzerrt die Handlung, die Aktionen der Figuren ins Surreale, durch ungewöhnliche Kamerafahrten, grelle Farbeffekte, Weichzeichnungen und andere Verfremdungen zieht er den Zuschauer in einen magischen Strudel, aus dem dieser bis zum bitteren Ende nicht entkommen kann. Das Finale dieses Werks ist derart intensiv, dass es lohnt, diesen Film allein aufgrund dessen zu schauen, um sich die Kraft von Chabrols Bildern bewusst zu machen.

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Kommentare (4) — Film: Der Riß

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VisitorQ

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Mein Lieblingsfilm von Chabrol. Habe ich noch was zu sagen? Ach ja: Angucken! Jetzt. Sofort! Alles liegenlassen und Der Riss gucken. Und mir später dafür danken. ;-)

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willy50

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Herrlich fieser Chabrol. Audran und Cassel in Höchstform. Und Jean Carmet wunderbar, wie immer !

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Felixco

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Gerade heute DER Tip für einen cinephilen DVD-Abend: Wenn die milliardenschwere Madammdamm Schickedanz vom Staat einige Milljönchen haben will für ihr verrottetes "Kahstatt"-Unternehmen, sollten wir uns Michel Bouquet geben, der glaubt, mit Hilfe des wohl fiesesten Galans des Kinos (Jean-Pierre Cassel ist tatsächlich Vorbild für die heutigen "komisch-bösen Schurken") einen reinen Engel (Chabrols Statue Stéphane Audran) stürzen zu können.

Hier fährt Chabrol die gemeinsten und abgefeimtesten Thriller-Geschütze aus und die Katharsis eines Spiels um Schicksalsgöttinnen, die in einer ärmlichen weil ethisch reinen Pension nonchalant Tarotkarten legen, ist unentwegt verstörend und in der Konsequenz befriedigend wie eine ganze Armada freigelassener bunter Ballons.

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Darbon

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Der Riss", ein großer Film, dessen Vorlage "Der Ballon-Mann" im Französischen treffender "Der Tag der Parzen" heißt, ist mir in seiner beklemmenden und befreienden Wirkung der liebste Chabrol und sein bester Psycho-Thriller, hier in einer expressionistischen Verquickung mit absurdem und schwarzhumorigem Theater.

Chabrol gelingt eine getreuliche Abbildung der abgefeimten, verlogenen und entstellten Welt und er teilt sie deshalb folgerichtig klar auf in Gut und Böse. Das Böse, einmal mehr die Reichen, bedroht hier Unschuld und Tugend. Die Bourgeoisie wird wieder als das gezeigt, was sie ist: Die Zerstörerin der Gesellschaft. Chabrol orientiert sich an Fritz Lang und dessen Mabuse; diesen spielt hier Michel Bouquet als einen Mann, der glaubt, er sei Gott, nur weil er Geld hat.

Wie immer in dieser Schaffensperiode heißt Stéphane Audran erneut "Hélène" und dieses Mal soll sie, die sonst auch mal Vertreterin der entlarvten Klasse ist, das käufliche Opfer der reichen Bürger - hier ihres Schwiegervaters - werden. Die absolute Identifikation mit der engelsgleichen Hélène ist es, die deren Gefangensein in einer menschlichen Hölle so intensiv miterleben lässt. Ihr Anstand und ihre Aufrichtigkeit sind Waffen, die sich nun gegen Hélène selbst richten. Jean-Pierre Cassel ist ausgezeichnet als der ebenso schöne wie gewitzte und widerwärtige Handlanger der Reichen und immer, wenn wir glauben, der machiavellistische Paul bekäme endlich Skrupel, geht er nur um so perfider vor. Rufmord, ein Porno mit einer Schutzbefohlenen und ein Drogencocktail sollen den Engel Hélène endgültig zerstören. Eine teuflische Intrige, aus der ein Entkommen immer unmöglicher wird.

Uns wird als beteiligtem Beobachter ständig der Boden unter den Füßen weggezogen. Verstörend, beklemmend spannend, immer unerwartet in seinen Wendungen und mit einem mehr als überraschenden Ende, an dem die drei Parzen einen nicht geringen Anteil haben. Zu den Guten gehört denn auch Hélènes Mann Charles (Jean-Claude Drouot), der zu Beginn sein Kind durch den Raum schmeißt und auch nur ein Opfer Bouquets ist.

Chabrol führt ein erlesenes Ensemble: Neben den Stars Audran, Cassel, Bouquet und Drouot sind da Jean Carmet und Annie Cordy als Pensionsbetreiber mit Tochter Katia Romanoff als übergroße Puppe mit übergroßer Brille, Michel Duchaussoy als Hélènes warmherziger Anwalt, Mario David als unbestechlicher Künstler und Marguerite Cassan als Frau des Ungeheurs Bouquet. Catherine Rouvel amüsiert zudem als Cassels ordinäre Fickgefährtin Sonia. Chabrol hinterlässt mit dieser ersten Garde französischer Schauspielkunst auch das griechischen Schicksalsgöttinnen-Trio um Margo Lion, das verschmitzt seine Karten legt sowie die unvergesslichen Bilder eines Luftballonverkäufers (Dominique Zardi) und psychedelische Farben zu delirierenden Tönen. Hitchcock-Epigone Chabrol zeigt sich hier als ungleich besserer Lehrmeister für Hitchcock.

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