Der verlorene Sohn

Der verlorene Sohn (2009),
Laufzeit 90 Minuten, FSK 12, Thriller, Drama

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- Kritiker
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von Nina Grosse, mit Katja Flint und Kostja Ullmann

“Der Dschihad ist vorbei, sagt Rainer) zu seiner Mutter Stefanie (Katja Flint), als er wieder bei ihr vor der Tür steht. Zwei Jahre lang saß der Islamkonvertit wegen Terrorismusverdachts in Israel im Gefängnis, dann wurde er nach Deutschland abgeschoben. Die alleinerziehende Handballtrainerin ist glücklich, ihren älteren Sohn wieder bei sich zu haben. Sie hilft ihm, sich wieder einzugewöhnen, und legt sich sogar mit dem Verfassungsschutz an, der ihn überwacht, weil befürchtet wird, dass Rainer ein Schläfer wie der Attentäter von London oder die Planer der Sauerland-Gruppe ist. Tatsächlich ist Rainer in sich gekehrt und Stefanie und seinem Bruder Markus (Ben Unterkofler) gegenüber sehr aggressiv. Schließlich kann auch sie die Augen nicht mehr davor verschließen, dass Rainer etwas vor ihr verbirgt.

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Kommentare (5) — Film: Der verlorene Sohn

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Janus Winter

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Bewertung5.5Geht so

Der Film ist natürlich kein Thriller, sondern ein recht schlicht geratenes TV-Drama-Filmchen. Was hier erzählt wird, kennt man. Jetzt sind halt auch Bilder da. Das ist für das emotionale Verstehen ganz okay (deswegen vergebe ich die Punktzahl, die knapp überm Durchschnitt liegt), hat aber schlussendlich keine weitere Funktion und keine Innovation, was ich von einem Film im Gegensatz zu einer Dokumentation oder einer Pseudo-Doku (aka Soap-Doku; ein schlimmes Verbrechen an den geneigten Fernsehzuschauer) aber erwarte (deswegen gebe ich keinen Punkt mehr als knapp überm Durchschnitt). Im Grunde wie Tagesschau gucken, bloß dass der Beitrag 90 Minuten dauert. Redundanz und Langeweile bleiben dabei nicht aus. Der Plot wirkt übermäßig konstruiert.

*SPOILERWARNUNG*
Vor allem das Finale mit der unglaubwürdig überforderten Polizistin, die den Kopf verliert, die Waffe aus der Hand gibt, damit die Mutter ihren Sohn erschießen kann. Das sind ein bisschen zu viele fragwürdige Konstrukte in nur einer Szene, die gemeinsam eine Künstlichkeit erzeugen, die nicht einmal notwendig ist.
*SPOILER ENDE*

Die Schauspielleistung entspricht dem Gesamtniveau, ist nicht schlimm, aber weit davon entfernt gut zu sein. Ein TV-Film. Not my cup of tea. Ich bin drauf reingefallen, weil es auf 3sat lief und moviepilot Qualität vorgegaukelt hat.

Fazit: Von meiner Seite gibt es keine Empfehlung, es sei dann, man möchte sich mit dem Grundkonflikt auseinandersetzen und braucht emotionale Nähe, um eine Meinung zu bilden. Der Psychologe spricht von heißen Kognitionen. Verstehen durch Sehen und Fühlen und Individualisieren. Als Lehrfilm für die Schule ist DER VERLORENE SOHN also auch durchaus brauchbar.

Bunnyfaktor: 3

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geschmacksache

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

An dem Film gibt es nicht viel auszusetzen. Ein sozialkritisches Stück, bei welchem man sich gut in die einzelnen Rollen hinenversetzten kann. Sehr authentisch wie ich finde. Der Film kann auch länger als die 90min gehen, wenn man die was-wäre-wenn-frage stellt.

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Janus Winter

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Also bei mir war nach 90 Minuten Ende im Gelände.


kronenhummer

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Welches Recht hat der Rechtsstaat? Wie weit geht der potentielle Schutz der Gesellschaft über das Recht eines freien Lebens für jeden Einzelnen? „Der verlorene Sohn“ ist ein intensives Drama, welches sich erstaunlich unprätentiös mit diesen Überlegungen auseinandersetzt.

Knallhart und schonungslos, jedoch weitestgehend ohne Klischees oder Übertreibungen, wird hier der Umgang des deutschen Rechtssystems mit einem unter Terrorismus-Verdacht stehenden Deutschen sowie seiner unschuldigen Familie dargestellt. Auch der Zuschauer gelangt hierbei in einen gedanklichen Zwiespalt und fragt sich, welche Seite hier zu untersützen ist. Auf der einen Seite steht der Glaube, dass Rainer/Omar geläutert ist und nur ein braves Leben im Zeichen des Islam führen möchte. Dabei wirkt es dann auch äußerst bizarr, wenn man z.B. sieht, wie ein halbes Dutzend Polizisten den laufenden Rainer ebenfalls im Laufschritt verfolgen, jedoch solbald dieser stehen bleibt, ebenfalls wieder scheinbar unbehelligt in der Gegend herumstehen.
Dazu kommen schonungslose Darstellungen der üblichen Vorverurteilungen, die ihn und seine Familie ereilen. So weckt dieses definitiv Sympathien für Rainer, doch gleichzeitig wird man auch stets im Zweifel gelassen, ob diese Sympathien gerechtfertigt sind.
Immer stärkere Zweifel bilden dabei den Weg hin zu einem spannenden, sogar etwas verstörendem Ende. Letztendlich ist in diesem großartigen Drama jedoch nicht das Ende entscheidend. Durch seine eindrucksvolle, vielschichtige und nachdenkliche Gestaltung handelt es sich um starke 90 Minuten, bei denen auch ein anderes Ende funktioniert hätte.

Lediglich die mitunter etwas unpassenden Handball-Szenen und die gegen Ende doch sehr im Zentrum stehende Positionierung der Mutter wirken leicht störend, sind jedoch im Gesamtbild der Handlung dennoch gelungen.

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rai1mund

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Bewertung7.5Sehenswert

Das ein Öffentlich Rechtlicher Sender im deutschen TV einen Spielfilm so schockierend enden lässt, das verdient Respekt.

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Janus Winter

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Das schockierende am Ende war für mich eher die langweilige Konstruiertheit, die dahinter stand. Es brauchte nochmal Dramaaction, damit der Film überhaupt als Ganzes funktioniert. Ohne das Ende blieb ja wirklich nur gähnende Leere, Alltag und ein bisschen (unglaubwürdiges) Überwachungstrara.


Solitaire

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Bewertung7.5Sehenswert

Der verlorene Sohn ist definitiv eine der besseren Deutschen Produktionen (und ich kann vollmundig sagen) der letzten Jahre. Der Film funktioniert perfekt. Die Musik untermalt perfekt die fähig inszenierten Wechsel der Atmosphäre. Die Schauspieler waren überraschend überzeugend und die Dialoge klug und authentisch. Niemals wirkte die Geschichte überspitzt oder gar karrikierend, stets erzeugte der Film eine fast bedrückend reale Stimmung. Wer die Möglichkeit hat diesen Film zu sehen sollte sie nutzen, denn dieses Paradebeispiel deutscher "Filmkunst" wird einen sicherlich über die ein oder andere Prosiebenproduktion hinwegtrösten.

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