Der Vorleser

The Reader (2008), US/DE
Laufzeit 124 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 26.02.2009

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6.4 Kritiker
43 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.7 Community
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von Stephen Daldry, mit Kate Winslet und Ralph Fiennes

Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers: Sie ist rätselhaft und viel älter als er… und sie wird seine erste Leidenschaft. Eines Tages ist Hanna spurlos verschwunden. Erst Jahre später trifft Michael sie wieder – als Angeklagte im Gerichtssaal. Hier erfährt er von ihrem persönlichen Schicksal und von ihrer grausamen Vergangenheit als KZ-Aufseherin. Am Ende wird er sie durch seine nie verloren gegangene Zuneigung erlösen…

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Cast & Crew


Kritiken (21) — Film: Der Vorleser

Ines Walk: Filmpublizistin seit 1998

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6.0Ganz gut

Schade, dass Kate Winslet für diese Leistung den Oscar und nicht für ZEITEN DES AUFRUHRS bekommen hat. Hier wird sie auf alt geschminkt, darf Falten und schleppenden Gang zeigen. Unklar bleibt, was der Film uns Nachgeborenen eigentlich sagen will.

Kritik im Original 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 4 Antworten

missplaced

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Im Buch z.B. liegt der Schwerpunkt mitunter in der Dramatik, dass die Dame Analphabetin ist. Es geht nicht direkt um die Täter-Frage, denn Hanna geht letzten Endes lieber freiwillig ins Gefängnis, anstatt zuzugeben, dass sie Analphabetin ist. Wieviel muss sie das gekostet haben? Wie sehr muss sie sich schämen und Angst davor haben, keiner würde ihr glauben? Hat sie nicht aus diesem Grund einen jungen naiven Jungen zum Liebhaber? Als womöglich einzigen sozialen Kontakt?
Hätte sie es zugegeben, dass sie die Unterschrift gar nicht hätte schreiben können, wäre sie auch nicht für die ganzen Missetaten (mitunter der anderen Angeklagten und Beteiligten) verantwortlich gemacht worden. Aber darum geht es letztendlich im Gerichtssaal nicht mehr. Es wird simpel ein Schuldiger, ein Verantwortlicher gesucht , dem man den ganzen Hass, die Wut und alles Bösartige zuschieben kann, die gesamte Schuld. Die Komplexität einer außergewöhnlichen Situation wird dabei wie so oft unterschätzt. Aber so ist das heute noch. Über andere zu richten und moralisch zu verurteilen ist immer sehr leicht, bis man selbst einmal in einer Zwickmühle steckt.
Die Verfilmung des Buches ist nicht schlecht, aber die Beziehung zwischen den beiden Hauptdarstellern kommt innerhalb der begrenzten Spielfilmzeit dennoch nicht richtig zustande, jedenfalls im Vergleich zum Buch. Schade.


AASFRESSER

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Ich glaube, der Film spricht nicht darüber, inwieweit Analphabetismus also insgesamte Nicht-Bildung grauenvolle Taten mildert oder gar entschuldigt. Er zeigt uns, wie wir Außenstehende uns diesem Sachverhalt nähern sollen, um gut zu urteilen, darum doch dieses Geflecht aus Liebesbeziehung und Jura-Studium...
Was Ihren letzten Absatz betrifft, volle Zustimmung!


Patrick Wurster: www.indiskretion-ehrensache...

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6.0Ganz gut

Sein Roman von 1995 gehört zu den wenigen deutschen Werken jüngeren Datums, denen der internationale Erfolg beschieden war. In 40 Sprachen wird Bernhard Schlinks Drama "The Reader" gelesen; Regisseur Stephen Daldry präsentierte unlängst die Filmfassung der äußerst ungewöhnlichen NS-Vergangenheitsbewältigung und die amerikanisch-deutsche Co-Produktion macht es auch hier der Vorlage nach.

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Hausmeister: Nerdtalk.de

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8.0Ausgezeichnet

[...] Es gibt nicht viele Kritikpunkte, die diesen Film von einer Bestnote trennen, und doch: die deutsche Synchronisation ist teilweise schlecht, an einigen Stellen sogar richtig grauenhaft. Bei ein, zwei Szenen wundert man sich wirklich, wie sie durch die Post-Produktion durchgerutscht sind. In der Originalfassung wird der Film sicherlich noch einiges gewinnen. Was auch eine bessere Synchronisation nicht verhindern kann: im letzten Drittel wird aus der bisher gut passenden behutsamen Langsamkeit eine dröge Langatmigkeit. Einige Dialoge hätten sicherlich etwas eingekürzt werden können. Dennoch bleibt dies ein Mangel, der diesen ausgezeichneten Film über Schuld und Sühne um keinen Deut kleiner macht.

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Khitos: Kälte Reich

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5.5Geht so

Daldry hat eigentlich nichts falsch gemacht, indem er eine beinah exakte Filmversion des Buches geschaffen hat, aber genau da liegt auch das kleine, große Problem für mich.

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Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

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7.0Sehenswert

[...]Alles in allem ist „Der Vorleser“ im großen und ganzen eine gelungene Adaption des Romans mit einer stellenweisen tollen Kate Winslet, auch wenn der Film die Prioritäten verlagert. Am Ende wird sich der Zuschauer dabei ertappen, dass er mit Hanna Schmitz mitfühlt. Dann wird ihm einfallen, dass diese Frau schreckliches getan. Und wenn er dann auf dem Weg nach Hause noch ein wenig über den Film nachdenkt, hat der Film seinen Zweck erfüllt. Leider aber werden sich all die, die schon vorher laut und apodiktisch Geschichtsverfälschung gebrüllt haben (Im schlimmsten, aber nicht seltenen Fall ohne den Roman zu kennen), keine Gedanken machen - Sie haben ihr Urteil schon längst gefällt. Aber wer nicht will, der hat bekanntlich schon.[...]

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TheCorey: MovieMaze

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6.0Ganz gut

Daldry und Hare gelingt eine teilweise minutiöse Abfilmung von Schlinks Roman, ohne dessen moralische Tiefe jedoch wirklich erfassen zu können. Während Winslet und Fiennes exzellent spielen, kann die Entscheidung Kross eine Hauptrolle zu geben nur als eklatanter Fehler angesehen werden. Zudem darf die Originalfassung des Filmes als Reinfall bezeichnet werden, da den Zuschauer hier ein Akzent- und Sprachwirrwarr erster Güte erwartet.

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Kaltduscher: MoviezKult.de

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8.0Ausgezeichnet

[...]"Der Vorleser" hat gar nicht den Anspruch, eine gesamtdeutsche Geschichte zu erzählen. Hier geht es um ein Einzelschicksal, das sich in keinster Weise auf den Makrokosmos übertragen lässt. Der Film romantisiert keine Naziverbrechen und rückt auch keine Täter in ein rechtes Licht.[...]

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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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2.0Ärgerlich

Es liegt eine gewisse Ironie in der Tatsache, dass Kate Winslet, nach so vielen glanzvollen Auftritten in den vergangenen zehn Jahren, ausgerechnet mit einer Rolle zu Oscar-Weihen kam, für die sie nur zweite Wahl gewesen war. Aber wieviel macht sie aus dieser schwierigen Rolle! Nun kann man sich den Film mit einer anderen Besetzung der Hauptrolle kaum noch vorstellen. Nicole Kidman als Hanna – das wäre jedenfalls ein ganz anderer Film geworden. Vielleicht ein besserer. Kidman traut man das Schneidig-Böse, das Kalte eher zu. Nicht aber die Analphabetin. Winslet trägt diesen Film nun mit ratlos-traurigem Blick. Schuldgefühl und Scham sind hier erkennbar, oder vielleicht auch nur hineininterpretiert. Mehr nicht. Das Grauen aber, worauf es doch ankommt, das sieht man nur in einigen ganz wenigen prägnanten Augenblicken auf dem Gesicht von David Kross. Der Vorleser ist auch sein Film, ein Film über verlorene Unschuld.

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Enk: Mental Savage Enk: Mental Savage

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9.0Herausragend

[...]Wer das Buch noch nicht kennt, sollte am besten in den Film gehen, ohne vorher zuviel von der Geschichte in Erfahrung zu bringen, damit sich die Handlung voll entfalten kann. Die Geschichte lebt davon, ein paar überraschende Wendungen bereitzuhalten, um die Pointe in ihrer ganzen Tragik auszuspielen.[...]

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Mr Vincent Vega: Fünf Filmfreunde, gamona, D...

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2.5Ärgerlich

[...] Winslet spielt die KZ-Aufseherin als ein Häufchen Elend: So geduckt und so zerbrechlich, so mitleidig und Verständnis erregend, wie man sich die höchst problematische Figur im kühl und distanziert verfassten Roman niemals zu erträumen gewagt hätte. Dass die Scham des Analphabetismus somit stets gegen die Schuld des Tötens zu argumentieren versucht, ist wohl gewiss kein Versehen, sondern die einfache Fahrlässigkeit eines höchst fragwürdigen Stoffes. „Der Vorleser“ ist, als Buch wie als Film, kein Appell für einen differenzierten Umgang mit Naziverbrechern, es ist mehr eine unangenehme Reinwaschung, eine Geschichte fürs gute Gewissen. [...]

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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...

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7.5Sehenswert

Zuerst war Nicole Kidman anstelle von Kate Winslet für die Hauptrolle in dieser Verfilmung des Bestsellers von Bernhard Schlink vorgesehen. Wenn man das Ergebnis nun betrachtet, kann man fast froh sein, dass die Australierin zwischendurch schwanger geworden und darum ihre Kollegin eingesprungen ist. Denn die ist nicht nur von ihrer Physiognomie her die bessere Wahl, auch schauspielerisch ist Kate Winslet natürlich herausragend - wie ihr Golden-Globe-Gewinn und eine Oscar-Nominierung bisher eindrucksvoll belegen. An ihrer Seite – und das ist die kleine Sensation – brilliert der deutsche Shooting-Star David Kross, der zuletzt bereits in „Krabat“ mehr als nur überzeugen konnte. Ihm bei seiner Wandlung vom schüchternen 15-jährigen Schüler zum selbstbewussten Jura-Studenten zuzusehen, ist eine Freude. Darüber hinaus ist es absolut bewundernswert, mit welcher Präzision der bei den Dreharbeiten erst 17-Jährige selbst intime Szenen mit Weltstar Winslet meistert. Besagte Sequenzen…

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Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...

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7.5Sehenswert

Der Oscar-nominierte und mehrfach preisgekrönte Regisseur Stephen Daldry ("The Hours - Von Ewigkeit zu Ewigkeit", "Billy Elliot - I will dance") hat den Weltbestseller des deutschen Autors Bernhard Schlink verfilmt, der nach seinem...

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Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...

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7.0Sehenswert

Das Böse ist schön, es liebt, es ist auch nur Mensch. Um dies anhand eine Spielfilms zu beweisen, hätte es keine bessere Vorlage geben können als Bernhard Schlinks literarische Gratwanderung »Der Vorleser«: Das Böse aus dem luftleeren Raum der Geschichtsschreibung holen und es ins prekäre Leben junger Deutscher holen - das will der außer Konkurrenz laufende Berlinale-Wettbewerbsbeitrag. Und man geht mit dem Gefühl aus dem Kino, dass dieser Film Maßstäbe setzt...

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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

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8.0Ausgezeichnet

„Der Vorleser“ bezieht seine Spannung gerade aus dem Widerspruch zwischen glatter Oberfläche und den dunklen Strömungen im Untergrund. Der Film posaunt seine Konflikte nicht hinaus, sondern lässt sie subkutan köcheln.
Winslet ist großartig, Kross berührend, Fiennes unendlich traurig, und für all die anderen – Hannah Herzsprung, Bruno Ganz, Karoline Herfurth, Burghart Klaußner – gilt, dass selten kleinere Rollen derartige Prägnanz erreichen wie hier.

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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de

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6.0Ganz gut

So viel Melodram lag vermutlich nicht im Sinne des Erfinders: Auch wenn die Geschichte sich weitgehend werkgetreu an Schlinks Buch hält, der distanzierte und kühl berichtende Tonfall des Schriftstellers wird auf dem Altar des großen Geschichtsmelodrams geopfert, was dem Film zwar eine gewisse Massenwirkung sichern dürfte, dem Roman aber nicht wirklich gerecht wird. Schlink selbst gab sich auf der Pressekonferenz aber gelassen und gestand zwar ein, andere Bilder beim Schreiben im Kopf gehabt zu haben. Er könne trotzdem mit dem Ergebnis leben. Wenn das mal kein Lob ist…

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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost

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7.0Sehenswert

Der Brite Stephen Daldry, schon vor sieben Jahren mit "The Hours" auf der Berlinale, hat mit der Britin Kate Winslet in der Hauptrolle und dem halben Deutschen Film in Nebenrollen ein urdeutsches Thema, das Dilemma der deutschen Nachkriegsgesellschaft aufgegriffen. Er hat das sehr sensibel und feinfühlig getan, mit vielen Grauschattierungen, wo andere plattes Schwarzweiß hingetuscht hätten. Sein größtes Pfund dabei ist Kate Winslet, die die meisten Grau-Nuancen erspielt. Nicht auszudenken, hätte Daldry den Film wirklich, wie ursprünglich geplant, mit Nicole Kidman gedreht.

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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

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8.5Ausgezeichnet

Bernhard Schlinks Bestseller hat seit seinem Erscheinen 1995 nichts von seiner Stärke verloren. Immer noch bleibt das Wesen der Hanna zwischen Monster und Opfer rätselhaft. Es sei eine Geschichte über den Umgang mit den Grauen von Holocaust und Nazi-Herrschaft zwischen den Generationen, erzählt Regisseur Daldry. Er hielt sich im Gegensatz zu seinen Literatur-Geschichten „The Hours“ diesmal mit Film-Poesie zurück. Aber er kann sich bei einer soliden Inszenierung ganz auf sein Team und auf die guten Schauspieler verlassen.

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Flibbo: wieistderfilm.de

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7.0Sehenswert

Die Buchverfilmung „Der Vorleser“ ist lobenswerterweise sehr nah an der literarischen Vorlage angelegt. Dafür hat er es als Film einfach schwer, wirklich zu überzeugen, da die Geschichte verschiedene Themen und Zeitebenen behandelt, die sichtbar nicht zueinander passen. Der Übergang des jungen Michael, gespielt von David Kross, zum erwachsenen Michael, gespielt von Ralph Fiennes, wirkt zu platt, trotz der nicht chronologischen Erzählung. Auch die gealterte Hanna, nach wie vor von Kate Winslet verkörpert, wirkt nicht besonders glaubwürdig. Dennoch ist Kate Winslet das klare Highlight des Films. Mit ihrer ausdrucksstarken Mimik sticht sie deutlich aus der großen Menge der (meist deutschen) Schauspieler hervor und verkörpert glänzend eine vielschichtige Figur. Nicht zu vergessen ist dabei ihr Filmpartner David Kross, der eine bemerkenswerte Leistung erbringt.

Neben den (in der Originalfassung) Englisch sprechenden Darstellern in deutscher Umgebung erschwert auch die stets triste Atmosphäre den Zugang zum Film. Alles in allem wirkt „Der Vorleser“ als Gemisch verschiedener Kapitel unzulänglich, erzählt aber nichtsdestotrotz eindringlich von einer außergewöhnlichen Beziehung zweier Menschen.

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fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

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6.5Ganz gut

«The Reader» ist eine gescheiterte Literaturverfilmung, aber ein passables Drama über Schuld und Scham der Nachkriegsgeneration.

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sushi25: movie-fan.de

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8.5Ausgezeichnet

Eine packend erzählte Geschichte mit einer zurecht mit einem Golden Globe ausgezeichneten Kate Winslet. Eine Story die einen zum Nachdenken bringt.

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Kommentare (130) — Film: Der Vorleser

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MikeC.

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Bewertung7.5Sehenswert

Zuerst dachte ich, dass es sich bei "Der Vorleser" um einen Abklatsch von "Harold und Maude" handelt, der sich durch seinen pädophilen Touch und seinen sehr exzessiven (und für eine USK-12 Freigabe wirklich unangebrachten) Einsatz von nackter Haut profilieren will. Als das ständige Rumgeficke endlich sein Ende nahm, konnte auch der Film die Kurve kriegen und entwickelte sich fortan deutlich besser. Dass sich auch dieser Film wieder einmal der dt. Kriegsaufarbeitung als Thema bedient, verzeihe ich ihm angesichts seines ungewöhnlichen Ansatzes gerne. Ebenso schön ist, dass man vielen Gesichtern der dt. Filmlandschaft begegnet. Es ist wie ein Appel: "Wir können es, wir brauchen nur bessere Regisseure um gute Filme machen zu können!"

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Thewlis

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Bewertung3.0Schwach

Vermag der Film auch noch so nahe an der literarischen Vorlage angelehnt sein, so bleibt der schlussendliche Appell unklar und keineswegs in derselben Intensität vorhanden, wie es in der herausragenden Vorlage zu verstehen ist. Die darstellerischen Leistungen sind, trotz riesen Cast, nur Durchschnitt und kaum erwähnenswert. Dass Kate Winslet für ihre Rolle als altes Mannsweib einen Oscar bekam ist mehr als ungerechtfertigt und kaum nachvollziehbar. Verschenkte Talente wie David Kross oder der sonst so herausragende Ralph Fiennes runden den unter ihren Möglichkeiten agierenden Cast ab.

Dass Stephen Daldry sich an den Bestseller von Bernhard Schlink ran traut ist entweder große Dummheit, oder großer Mut. Im Endeffekt handelt es sich um "Der Vorleser" um eine schwache Adaption des Romans. Zwar vermag es buchgetreu sein, aber er schafft es nie mehr als ein einfaches Drama zu sein. Denn was im Buch zwischen den Protagonisten entsteht ist weitaus mehr als nur die im Film visualisierte Beziehung die beinahe nur auf den körperlichen Begierden beruht.
Das Buch gibt einen tiefen Einblick in die Psyche der Hanna Schmitz und entfacht ein großes Mysterium um diese Figur. Was der Film aus diesem Charakter macht, ist eine Frechheit: äußerlich einem Bauerntrampel ähnlich ist die Figur so einfach gestrickt wie ein Taschentuch. Ein-zwei Lagen deuten darauf hin, dass Hanna Schmitz ein gebrochener und von ihrer Vergangenheit gequälter Mensch ist, der Rest suggeriert den Eindruck eines einfachen Menschen, der in seinem Leben nie etwas erreicht hat. Besonders das Ende des Films und die bedeutende Gerichtsverhandlung, die im Buch so atmosphärisch geschildert wurde, ist im Film nur ein flacher Witz.

Die angesprochenen, frevelhaften schauspielerischen Leistungen sind im Kontext zwar ansehnlich aber für sich gesehen unterstes Niveau.
Im Buch als kühle und distanzierte Person beschrieben, die einen komplexen Charakter inne hat, ist Hanna im Film nicht mehr als mitleiderregende Frau. Kate Winslet ist bei weitem nicht Oscarreif, nicht für diesen Film. Der unterforderte Ralph Fiennes ist kaum in der Lage irgendwie etwas zu überzeugen oder zu zeigen warum er einer der herausragenden Akteure dieses Jahrhunderts ist. Einzig David Kross, ein Jungspund aus deutschem Lande, weiß aus seiner Rolle etwas heraus zu holen, auch wenn das, was er zeigt nicht reicht um sich in der Filmbranche adäquat zu etablieren.

Außerdem ausführlicher auf:

http://filmstuff-thewlis.blogspot.de/

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Schlegel

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Grauenvoller Film. Hab mich damals auch geärgert.


Gerryloop

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Bewertung4.0Uninteressant

Kurz zum Film: Bis es ein wenig interessant wird, dauert es, das Verhältnis der beiden Hauptd. ist zu beginn zu sehr in die Länge gezogen. Das Ende war nicht wirklich aufschlussreich Achtung evtl. Spoiler: Warum hat Sie nichts gesagt, warum hat er nichts gesagt, was will uns der Film sagen????

Zusatzanmerkung: Ich fand die Maskenarbeit sehr sehr schlecht, also die jungen Personen älter machen, dass funktionierte nicht!

Mein Fazit: Man kann den Film gucken, aber nur wenn keine Alternative zur Hand ist.

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T-Rex

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

ein wirklich beeindruckender film..muss unbedingt das buch lesen

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Carloscarlos

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Mich hat der Film berührt. Ich fand jedoch die schauspielerische Leistung von David Kross weitaus bemerkenswerter als die von Kate Winslet! Ob das einen Oscar wert war ist fraglich..
Die Geschichte an sich hat mir sehr gut gefallen auch wenn ich es unlogisch finde, dass man lieber ins Gefängnis geht als zu gestehen, dass man nicht lesen kann. Das erste Drittel des Films fand ich am besten, da mir die Darstellung der körperlichen Liebe unglaublich gut gefallen hat. Das Schema Lesen- Geschlechtsverkehr fand ich interessant.
Insgesamt ein guter Film! (:

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Angel-love

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das sie lieber ins Gefängnis gegangen ist kann ich schon verstehen .. nur warum hat er nichts gesagt .. er hat sie einfach ins Gefängnis gehen lassen .. klar er war verletzt .. aber trotzdem ... ich wär sofort im Gericht aufgestannden ... und dann noch das Ende (versuche nicht zu spoilern) .. Ich hätte nicht so gehandelt wie sie ...


Carloscarlos

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ja.. das stimmt schon. das ende fand ich deswegen gut, weils für mich persönlich echt unerwartet war. das mit dem gericht seh ich allerdings ganz genau so.


emotionfreak

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Die Story sehr interessant, eine sehr gute Darstellung von Kate Winslet.

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Teezy123

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Bewertung0.0Hassfilm

Du meine Güte, was für ein Scheiss...
Oscar für Kate Winslet?? Wofür bitte???
Dafür dass sie ein Drittel des Films halb nackt und ungeschminkt durchs Bild stampft....
Dafür dass sie in einem Drittel des Films einer männlichen Jungfrau zeigt, wie man richtig poppt?
Mir zumindest fällt nichts ein, was diesen Film sonst von anderen unterscheidet oder was sonst "hitverdächtig" wäre.
Dieser Film ist einfach unglaublich nervig, versucht er doch mehrere Genres gleichzeitg abzuklappern, was natürlich komplett in die Hose geht.
Ok, sagen sich vielleicht einige, ich guck ihn mir troptzdem an, weil immerhin ne nackte Kate... und viel Rumgepoppe...
Aber auch Jenen möchte ich abraten, denn der Film schafft das Kunststück, dass auch die Sexszenen.. sofern man es überhaupt als Sex bezeichnen kann... bereits in Kürze dem Zuschauer ungemein auf den Geist gehen.
Handlungstechnisch wirkt er komplett aufgesetzt und unglaubwürdig und dass die Deutschen bei dieser Produktion ihre Finger mit im Spiel hatten, ist wirklich nicht zu übersehen... nur leider im negativen Sinne, weil es dürfte schwierig sein, das Buch noch trockenener und uninteressanter zu verfilmen...
Atmosphäre entsteht zu keiner Sekunde des Films, was auch größtenteils an den stümperhaften Darstellern liegt (Winslet mal ausgenommen).
Hinzu kommt eine furchtbare Synchronisation und einfach unglaublich schlecht dargestellte Handlunsstränge... Kate als KZ Aufseherin ist von der Wirklichkeit ungefähr so weit entfernt wie der Nord- vom Südpol.... schlimm...
Fazit: Blablabla... ich kanns einfach nicht anders sagen... Einfach ein beschissen langweiliger Film, wie es schlimmer nicht mehr geht

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Markbln

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Krossartig!

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Hauserfritz

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Bewertung7.0Sehenswert

Kommt nicht an das Buch ran, ist aber trotzdem eine der besseren Buch-Verfilmungen die ich gesehen habe. Die Story ist (logischerweise) gut, da vom Buch vorgegeben und die Umsetzung ist durchaus sehenswert.

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Tachitalili

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Bewertung3.0Schwach

Nun, da ich nicht lesbisch bin, konnte Kates Körper mich nicht über die gähnende Langeweile dieses Films retten. Man hätte mehr draus machen können, aber das Starren in die Leere, auch bedeutungsschwangeres, geht nach einer Weise auf den Senkel.

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Teezy123

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Kurz und knapp und so verdammt treffend formuliert, Tachitalili


Oliver0403

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Bewertung7.5Sehenswert

In diesem Fall habe ich das Buch zuerst gelesen. Und ich muss sagen, dass aus dem Buch vieles übernommen wurde. Zwar nicht alles, aber das Resultat kann sich durchaus sehen lassen. Einer jener wirklich guten Filme, bei dem ich mich fast garnciht gelangweilt habe. Wirklich gut gemacht.

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Filmkenner77

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Bewertung7.0Sehenswert

Enthält Spoiler:

"Der Vorleser", basierend auf dem gleichnamigen Literaturbestseller von Bernhard Schlink, ist sicherlich ein Film, der es nicht allen Zuschauern recht machen kann, aber auch nicht unbedingt recht machen möchte. Dies erachte ich zunächst einmal als lobenswert. Der Brite Stephen Daldry (u.a. "The Hours") nahm sich des komplexen Stoffes an und inszenierte ein vielschichtiges Drama, das ähnlich wie der Roman mehr Fragen stellt als Antworten liefert. Im ersten Teil des Films wird die ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen dem 15jährigen Michael (David Kross) und der wesentlich älteren Hanna Schmitz (Kate Winslet) im Nachkriegsdeutschland der 50er Jahre erzählt. Hier mag sich mancher an der Vielzahl der auch im Roman ausführlich geschilderten Liebesszenen stören, die den Erzählfluss immer wieder ins Stocken bringen. Im zweiten Teil, der 8 Jahre nach den Ereignissen spielt, trifft Michael, nun ein Jurastudent, im Gerichtssaal erneut auf Hanna, die sich als ehemalige KZ-Aufseherin für ihre Taten verantworten muss. Der dritte Teil spielt in den nachfolgenden Jahrzehnten, in denen Michael zunächst Kontakt zur inhaftierten Hanna aufnimmt und sie schließlich nach Verbüßung ihrer Strafe in die Freiheit begleiten möchte.
Schuld und Sühne (mehr zum Thema etwa bei Karl Jaspers: Die Schuldfrage) sind zentrale Fragestellungen des Films, ohne dass Regisseur Daldry bereit ist, hierauf handverlesene Antworten zu geben. Kate Winslet liefert als Hanna Schmitz eine mit dem Oscar für die beste Hauptdarstellerin gewürdigte Leistung ab. Hier dominieren nicht die großen Gesten, sondern Nuancen bestimmen ihre Spiel, die mehr als tausend Worte sagen. Diese Hanna ist spröde, einerseits in sich gekehrt, andererseits fordernd und dominant. Es wäre ein Leichtes gewesen, Hanna Schmitz als Teufel in Menschengestalt (siehe etwa Ralph Finnes in Schindlers Liste) zu präsentieren. Zweifellos wäre es für den Zuschauer dann leichter gewesen, sie zu hassen und zu verdammen für ihre grausamen Taten.
Natürlich ist es immer eine Gratwanderung, einen solchen Menschen abseits der simplen Schwarz-Weiss-Malerei zu betrachten, ohne sich den Vorwurf gefallen lassen zu müssen, die Taten der Protagonistin zu verharmlosen. An einer Stelle des Films kommt der Zwiespalt im Bezug auf den Umgang mit der Person Hanna Schmitz besonders gut zum Vorschein. Hanna schildert dem Gericht, dass sie und die anderen Aufseherinnen die KZ-Gefangenen in einer brennenden Kirche mit einer von außen verriegelten Türe ihrem Schicksal überlassen hat. Auf die Frage des Richters, warum man die Menschen nicht befreit hätte, antwortet Hanna, man hätte Angst gehabt, dass Unordnung, ja Chaos entstanden wäre. Die Aufrechterhaltung der Ordnung nimmt für sie demnach eine höhere Priorität ein als das Leben eines Menschen. Eine mögliche Flucht der Gefangenen wog schwerer als deren qualvoller Tod. Moralische Werte und Humanität werden ohne Bedenken auf dem Altar der Pflichterfüllung geopfert. Später diskutieren die angehenden Studenten über die Geschehnisse und einer äußert, er selbst würde am liebsten die Pistole ergreifen und die Aufseherinnen für ihre grausame Tat mit dem Tode bestrafen. Und genau hier wird eine für die demokratische Gesellschaft fundamentale Fragestellung aufgeworfen: Wollen wir uns mit den Tätern gemein machen und uns ihrer Methoden bedienen, um letztlich unserem tief in uns verankerten Gerechtigkeitssinn Befriedigung zu verschaffen oder wollen wir eben nicht alttestamentarischen, ja fundamentalistischen Denkmustern die Oberhand gewähren, die die Demokratie am Ende unterminieren?
Kritisch gesehen wird das Thema "Analphabetimus", das von vielen als eine Art von "Entschuldigung" für die Taten der Hanna Schmitz interpretiert wird. Schmitz schämt sich für diesen "Makel", nicht jedoch für ihre Rolle in der NS-Zeit. Es wäre falsch, diesen Nebenplot mit einer Absolution, einer Sympathiebekundung für Hanna Schmitz, gleichzusetzen. Hier greift die schon erwähnte Vermenschlichung des Teufels, die vielen zuwider ist, weil sich die Figur von eindimensionalen und ausgetretenen Pfaden löst. Letztlich ist dieser "Makel" sogar die Ursache, warum sie im Gegensatz zu den nicht minder verantwortlichen Mitangeklagten zu lebenslanger Haft verurteilt wird.
In der Haft lernt Hanna Lesen und Schreiben und parallel dazu entwickelt sich scheinbar auch ein Schuldgefühl. Dennoch bleibt der Charakter von Hanna Schmitz bis zum Ende rätselhaft. Auf eine Frage Michaels, was sie in den Jahren ihrer Gefangenschaft gelernt habe, antwortet sie lakonisch: "Lesen". Und doch wird sie nach ihrem Freitod ihr Erspartes den jüdischen Nachkommen ihrer Opfer hinterlassen. Der Selbstmord als spätes Schuldeingeständnis oder vielmehr die Angst, in der Welt da draußen nach all den Jahren nicht mehr zurechtzukommen? Wohl beides. Hanna ist ein Relikt der Vergangenheit, für das in der heutigen Welt kein Platz mehr ist.
"Der Vorleser" besticht durch ein hervorragend aufgelegtes Schauspielensemble. Sowohl Ralph Finnes wie auch Kate Winslet spielen angenehm zurückhaltend, aber wirken in der Kunst der Darstellung umso intensiver. David Kross überzeugt in seiner ersten großen internationalen Rolle und gibt Anlass zu der Annahme, dass man noch einiges von ihm hören wird. "Der Vorleser" spielte bei einem Budget von 32 Millionen Dollar knapp 108 Millionen Dollar ein und erhielt 5 Oscar-Nominierungen. Insgesamt ein interessantes Werk für literarisch und politisch interessierte Menschen, wenngleich der Film insbesondere in der ersten Hälfte die eine oder andere Länge aufweist.

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BiOO

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Ich habe mal ne Frage:
Hanna Schmitz ist im Film ja 1959 den SS beigetreten..
Da war ja der Krieg schon längst vorbei..
Warum brauchte die SS dann noch Leute??

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Teezy123

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? 1959 gabs die SS noch... da war ich wohl krank in der Schule


george.taylor

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Bewertung6.0Ganz gut

Guter Film, aber nicht überragend.
Gute Darsteller aus denen David Kross besonders hervorsticht.

Auffallend schlechte Maskenarbeit – sollte an dieser Stelle mal erwähnt werden.

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morn

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Bewertung7.5Sehenswert

Ich möchte vorweg nehmen. das Buch nicht gelesen zu haben. Ohne also voreingenommen zu sein, bin ich von 'Der Vorleser' doch recht begeistert. Kate Winslet mag ich sowieso & auch hier liefert sie wiedermal eine klasse Performance ab. Die restlichen Darsteller verblassen, meiner Ansicht nach, leicht in ihrem Schatten. Obwohl Ralph Finnes eine solide Leistung abliefert, geistert einem seine Rolle als Amon Göth in 'Schindlers Liste' irgendwie immer im Hinterkopf herum. Sehr gut gefallen haben mir die Kulissen der späten 50er Jahre, das Nachkriegsdeutschland wird hier äusserst authentisch (soweit ich das als 76er Jahrgang beurteilen kann ...) dargestellt. Zusammenfassend kann ich Dramafans den Fil uneingeschränkt empfehlen.

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Jose Pereira

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Klasse Film! Anfangs war ich ein wenig skeptisch, wegen der seltsam zusammengestellten Schauspielerwahl. Aber es passt. Was alles so hinter der Fassade eines Menschen stecken kann, und wieso er Schuld auf sich nimmt um etwas anderes zu beschützen, wird hier sehr interessant dargestellt.

Einen Film mit einem Buch zu vergleichen, sehe ich auf moviepilot als falsch-platzierte Kritik an. Denn beim Lesen eines Buches kommt es auf die Gedanken des Menschen an, seiner Fantasie und bildlichen Vorstellung. Jeder nimmt Beschreibungen anders wahr. Bei einem Film sind Szenen und Bilder vorgegeben, die man beurteilen kann.

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Terrordactyl

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Bewertung4.5Uninteressant

Den ersten Teil des Film könnte man getrost in die Tonne treten, wenn er denn nicht wichtig zum Verständnis wäre. Die Klasse des Buches erreicht der Film, wenn überhaupt, erst während der Gerichtsverhandlung. Die Charaktere bleiben extrem farb- und lieblos und erwecken, zumindest keine Sympathie, vielleicht wollen sie das aber auch gar nicht.

Selbst das Verbrechen rührt mich zu keiner Emotion, da es nahezu im Pathos erstickt.

Im Gegensatz zum Buch wirkt der Film ungemein langatmig und gewollt in die länge gezogen und ich kann nicht einmal sagen, woran es liegt. Möglicherweise am extrem lässig wirken wollenden Michael Berg, der nicht nur einmal legere an eine Wand gelehnt Löcher in die Luft starrt und Film-Noir-like über seiner Fluppe siniert.
... nur um sich dann ihrer im Hörsaal provokant zu entledigen, indem sie einfach so auf dem Boden ausgetreten wird (Was für ein böser Bengel).

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AASFRESSER

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Bewertung7.5Sehenswert

In der Frage, was besser sei, Bücher oder die Filme nach jenen Büchern, bin ich gänzlich neutral, mal ist es so, mal so, Statistiken führe ich nicht. Dieser Film hier ist gut, das Buch ist aber ohne jeden zweifel besser. Ich glaube, das liegt vor allem an der enthaltenen Erotik. Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber das, was man an Erotik im Film SIEHT, hat man alles schon gesehen. Es zu lesen, bedeutet mehr, es ist mir jedenfalls näher. Das komplette Verhältnis deute ich mir beim Lesen auf meine Art, der Film deutet es auch ein bisschen anders, das hat mir nicht so behagt...

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Outrage

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Warum liest IN Deutschland ein Deutscher einer anderen Deutschen eine Geschichte aus einem englischen Buch vor? Dieser Hollywood Trash könnte mich eigentlich schon wieder auf die Palme bringen -.-
Nichtsdestotrotz ist Der Vorleser ein sehr guter Film mit passendem Soundtrack und guten Schauspieler, von denen mir vor allem Bruno Ganz (mal wieder) positiv aufgefallen ist.

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AASFRESSER

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Vielleicht, weil das Schlink so wollte, vielleicht, weil in den Fünfzigern und Sechzigern endlich mal was anderes gelesen werden wollte, als den ganzen Quatsch der frühen Vierziger? Das ist ja nun wirklich kein Hollywood-Trash - es hat mich geradezu überrascht, dass Hollywood da eingestiegen ist.


DolorisLan

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Bewertung4.0Uninteressant

Naja man konnte sich den Film ansehen, er zieht sich jedoch zu sehr in die Länge. Man hat das Gefühl zuerst passiert erstmal nichts. Nun gut, ich habe das Buch nicht gelesen und weiß nicht ob es auch so aufgebaut ist, aber die Thematik des Films kann ich nicht nachvollziehen. Soll nun Analphabetismus im Zentrum stehen? Scham? Wie auch immer, empfehlen würde ich ihn zumindest nicht.

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Tachitalili

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Im Zentrum sollen Kate Winslets Vorzüge stehen ;-)


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