Der Vorleser

The Reader (2008), US/DE
Laufzeit 124 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 26.02.2009

6.3 Kritiker
43 Bewertungen
Skala 0 bis 10
6.8 Community
6348 Bewertungen
144 Kommentare
Der Vorleser - Bild 1586170
  • DVD
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von Stephen Daldry, mit Kate Winslet und Ralph Fiennes

Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers: Sie ist rätselhaft und viel älter als er… und sie wird seine erste Leidenschaft. Eines Tages ist Hanna spurlos verschwunden. Erst Jahre später trifft Michael sie wieder – als Angeklagte im Gerichtssaal. Hier erfährt er von ihrem persönlichen Schicksal und von ihrer grausamen Vergangenheit als KZ-Aufseherin. Am Ende wird er sie durch seine nie verloren gegangene Zuneigung erlösen…

  • 37795279001_687962520001_ari-origin07-arc-181-1290701308032
  • 37795279001_1043089053001_496721c035dfb-thumb-square
  • Der Vorleser - Bild 1586859
  • Der Vorleser - Bild 1586872
  • Der Vorleser - Bild 1586885

Mehr Bilder und Videos zu Der Vorleser


Cast & Crew


Kritiken (21) — Film: Der Vorleser

Ines Walk: Filmpublizistin seit 1998

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

Schade, dass Kate Winslet für diese Leistung den Oscar und nicht für ZEITEN DES AUFRUHRS bekommen hat. Hier wird sie auf alt geschminkt, darf Falten und schleppenden Gang zeigen. Unklar bleibt, was der Film uns Nachgeborenen eigentlich sagen will.

Kritik im Original 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 4 Antworten

missplaced

Antwort löschen

Im Buch z.B. liegt der Schwerpunkt mitunter in der Dramatik, dass die Dame Analphabetin ist. Es geht nicht direkt um die Täter-Frage, denn Hanna geht letzten Endes lieber freiwillig ins Gefängnis, anstatt zuzugeben, dass sie Analphabetin ist. Wieviel muss sie das gekostet haben? Wie sehr muss sie sich schämen und Angst davor haben, keiner würde ihr glauben? Hat sie nicht aus diesem Grund einen jungen naiven Jungen zum Liebhaber? Als womöglich einzigen sozialen Kontakt?
Hätte sie es zugegeben, dass sie die Unterschrift gar nicht hätte schreiben können, wäre sie auch nicht für die ganzen Missetaten (mitunter der anderen Angeklagten und Beteiligten) verantwortlich gemacht worden. Aber darum geht es letztendlich im Gerichtssaal nicht mehr. Es wird simpel ein Schuldiger, ein Verantwortlicher gesucht , dem man den ganzen Hass, die Wut und alles Bösartige zuschieben kann, die gesamte Schuld. Die Komplexität einer außergewöhnlichen Situation wird dabei wie so oft unterschätzt. Aber so ist das heute noch. Über andere zu richten und moralisch zu verurteilen ist immer sehr leicht, bis man selbst einmal in einer Zwickmühle steckt.
Die Verfilmung des Buches ist nicht schlecht, aber die Beziehung zwischen den beiden Hauptdarstellern kommt innerhalb der begrenzten Spielfilmzeit dennoch nicht richtig zustande, jedenfalls im Vergleich zum Buch. Schade.


AASFRESSER

Antwort löschen

Ich glaube, der Film spricht nicht darüber, inwieweit Analphabetismus also insgesamte Nicht-Bildung grauenvolle Taten mildert oder gar entschuldigt. Er zeigt uns, wie wir Außenstehende uns diesem Sachverhalt nähern sollen, um gut zu urteilen, darum doch dieses Geflecht aus Liebesbeziehung und Jura-Studium...
Was Ihren letzten Absatz betrifft, volle Zustimmung!


Patrick Wurster: www.indiskretion-ehrensache...

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

Sein Roman von 1995 gehört zu den wenigen deutschen Werken jüngeren Datums, denen der internationale Erfolg beschieden war. In 40 Sprachen wird Bernhard Schlinks Drama "The Reader" gelesen; Regisseur Stephen Daldry präsentierte unlängst die Filmfassung der äußerst ungewöhnlichen NS-Vergangenheitsbewältigung und die amerikanisch-deutsche Co-Produktion macht es auch hier der Vorlage nach.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Hausmeister: Nerdtalk.de

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

[...] Es gibt nicht viele Kritikpunkte, die diesen Film von einer Bestnote trennen, und doch: die deutsche Synchronisation ist teilweise schlecht, an einigen Stellen sogar richtig grauenhaft. Bei ein, zwei Szenen wundert man sich wirklich, wie sie durch die Post-Produktion durchgerutscht sind. In der Originalfassung wird der Film sicherlich noch einiges gewinnen. Was auch eine bessere Synchronisation nicht verhindern kann: im letzten Drittel wird aus der bisher gut passenden behutsamen Langsamkeit eine dröge Langatmigkeit. Einige Dialoge hätten sicherlich etwas eingekürzt werden können. Dennoch bleibt dies ein Mangel, der diesen ausgezeichneten Film über Schuld und Sühne um keinen Deut kleiner macht.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Khitos: Kälte Reich

Kommentar löschen
5.5Geht so

Daldry hat eigentlich nichts falsch gemacht, indem er eine beinah exakte Filmversion des Buches geschaffen hat, aber genau da liegt auch das kleine, große Problem für mich.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

[...]Alles in allem ist „Der Vorleser“ im großen und ganzen eine gelungene Adaption des Romans mit einer stellenweisen tollen Kate Winslet, auch wenn der Film die Prioritäten verlagert. Am Ende wird sich der Zuschauer dabei ertappen, dass er mit Hanna Schmitz mitfühlt. Dann wird ihm einfallen, dass diese Frau schreckliches getan. Und wenn er dann auf dem Weg nach Hause noch ein wenig über den Film nachdenkt, hat der Film seinen Zweck erfüllt. Leider aber werden sich all die, die schon vorher laut und apodiktisch Geschichtsverfälschung gebrüllt haben (Im schlimmsten, aber nicht seltenen Fall ohne den Roman zu kennen), keine Gedanken machen - Sie haben ihr Urteil schon längst gefällt. Aber wer nicht will, der hat bekanntlich schon.[...]

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

TheCorey: MovieMaze

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

Daldry und Hare gelingt eine teilweise minutiöse Abfilmung von Schlinks Roman, ohne dessen moralische Tiefe jedoch wirklich erfassen zu können. Während Winslet und Fiennes exzellent spielen, kann die Entscheidung Kross eine Hauptrolle zu geben nur als eklatanter Fehler angesehen werden. Zudem darf die Originalfassung des Filmes als Reinfall bezeichnet werden, da den Zuschauer hier ein Akzent- und Sprachwirrwarr erster Güte erwartet.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Kaltduscher: MoviezKult.de

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

[...]"Der Vorleser" hat gar nicht den Anspruch, eine gesamtdeutsche Geschichte zu erzählen. Hier geht es um ein Einzelschicksal, das sich in keinster Weise auf den Makrokosmos übertragen lässt. Der Film romantisiert keine Naziverbrechen und rückt auch keine Täter in ein rechtes Licht.[...]

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

Kommentar löschen
2.0Ärgerlich

Es liegt eine gewisse Ironie in der Tatsache, dass Kate Winslet, nach so vielen glanzvollen Auftritten in den vergangenen zehn Jahren, ausgerechnet mit einer Rolle zu Oscar-Weihen kam, für die sie nur zweite Wahl gewesen war. Aber wieviel macht sie aus dieser schwierigen Rolle! Nun kann man sich den Film mit einer anderen Besetzung der Hauptrolle kaum noch vorstellen. Nicole Kidman als Hanna – das wäre jedenfalls ein ganz anderer Film geworden. Vielleicht ein besserer. Kidman traut man das Schneidig-Böse, das Kalte eher zu. Nicht aber die Analphabetin. Winslet trägt diesen Film nun mit ratlos-traurigem Blick. Schuldgefühl und Scham sind hier erkennbar, oder vielleicht auch nur hineininterpretiert. Mehr nicht. Das Grauen aber, worauf es doch ankommt, das sieht man nur in einigen ganz wenigen prägnanten Augenblicken auf dem Gesicht von David Kross. Der Vorleser ist auch sein Film, ein Film über verlorene Unschuld.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Enk: Mental Savage Enk: Mental Savage

Kommentar löschen
9.0Herausragend

[...]Wer das Buch noch nicht kennt, sollte am besten in den Film gehen, ohne vorher zuviel von der Geschichte in Erfahrung zu bringen, damit sich die Handlung voll entfalten kann. Die Geschichte lebt davon, ein paar überraschende Wendungen bereitzuhalten, um die Pointe in ihrer ganzen Tragik auszuspielen.[...]

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Mr Vincent Vega: Fünf Filmfreunde, gamona, D...

Kommentar löschen
2.5Ärgerlich

[...] Winslet spielt die KZ-Aufseherin als ein Häufchen Elend: So geduckt und so zerbrechlich, so mitleidig und Verständnis erregend, wie man sich die höchst problematische Figur im kühl und distanziert verfassten Roman niemals zu erträumen gewagt hätte. Dass die Scham des Analphabetismus somit stets gegen die Schuld des Tötens zu argumentieren versucht, ist wohl gewiss kein Versehen, sondern die einfache Fahrlässigkeit eines höchst fragwürdigen Stoffes. „Der Vorleser“ ist, als Buch wie als Film, kein Appell für einen differenzierten Umgang mit Naziverbrechern, es ist mehr eine unangenehme Reinwaschung, eine Geschichte fürs gute Gewissen. [...]

Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Zuerst war Nicole Kidman anstelle von Kate Winslet für die Hauptrolle in dieser Verfilmung des Bestsellers von Bernhard Schlink vorgesehen. Wenn man das Ergebnis nun betrachtet, kann man fast froh sein, dass die Australierin zwischendurch schwanger geworden und darum ihre Kollegin eingesprungen ist. Denn die ist nicht nur von ihrer Physiognomie her die bessere Wahl, auch schauspielerisch ist Kate Winslet natürlich herausragend - wie ihr Golden-Globe-Gewinn und eine Oscar-Nominierung bisher eindrucksvoll belegen. An ihrer Seite – und das ist die kleine Sensation – brilliert der deutsche Shooting-Star David Kross, der zuletzt bereits in „Krabat“ mehr als nur überzeugen konnte. Ihm bei seiner Wandlung vom schüchternen 15-jährigen Schüler zum selbstbewussten Jura-Studenten zuzusehen, ist eine Freude. Darüber hinaus ist es absolut bewundernswert, mit welcher Präzision der bei den Dreharbeiten erst 17-Jährige selbst intime Szenen mit Weltstar Winslet meistert. Besagte Sequenzen…

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Der Oscar-nominierte und mehrfach preisgekrönte Regisseur Stephen Daldry ("The Hours - Von Ewigkeit zu Ewigkeit", "Billy Elliot - I will dance") hat den Weltbestseller des deutschen Autors Bernhard Schlink verfilmt, der nach seinem...

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Das Böse ist schön, es liebt, es ist auch nur Mensch. Um dies anhand eine Spielfilms zu beweisen, hätte es keine bessere Vorlage geben können als Bernhard Schlinks literarische Gratwanderung »Der Vorleser«: Das Böse aus dem luftleeren Raum der Geschichtsschreibung holen und es ins prekäre Leben junger Deutscher holen - das will der außer Konkurrenz laufende Berlinale-Wettbewerbsbeitrag. Und man geht mit dem Gefühl aus dem Kino, dass dieser Film Maßstäbe setzt...

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

„Der Vorleser“ bezieht seine Spannung gerade aus dem Widerspruch zwischen glatter Oberfläche und den dunklen Strömungen im Untergrund. Der Film posaunt seine Konflikte nicht hinaus, sondern lässt sie subkutan köcheln.
Winslet ist großartig, Kross berührend, Fiennes unendlich traurig, und für all die anderen – Hannah Herzsprung, Bruno Ganz, Karoline Herfurth, Burghart Klaußner – gilt, dass selten kleinere Rollen derartige Prägnanz erreichen wie hier.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

So viel Melodram lag vermutlich nicht im Sinne des Erfinders: Auch wenn die Geschichte sich weitgehend werkgetreu an Schlinks Buch hält, der distanzierte und kühl berichtende Tonfall des Schriftstellers wird auf dem Altar des großen Geschichtsmelodrams geopfert, was dem Film zwar eine gewisse Massenwirkung sichern dürfte, dem Roman aber nicht wirklich gerecht wird. Schlink selbst gab sich auf der Pressekonferenz aber gelassen und gestand zwar ein, andere Bilder beim Schreiben im Kopf gehabt zu haben. Er könne trotzdem mit dem Ergebnis leben. Wenn das mal kein Lob ist…

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Der Brite Stephen Daldry, schon vor sieben Jahren mit "The Hours" auf der Berlinale, hat mit der Britin Kate Winslet in der Hauptrolle und dem halben Deutschen Film in Nebenrollen ein urdeutsches Thema, das Dilemma der deutschen Nachkriegsgesellschaft aufgegriffen. Er hat das sehr sensibel und feinfühlig getan, mit vielen Grauschattierungen, wo andere plattes Schwarzweiß hingetuscht hätten. Sein größtes Pfund dabei ist Kate Winslet, die die meisten Grau-Nuancen erspielt. Nicht auszudenken, hätte Daldry den Film wirklich, wie ursprünglich geplant, mit Nicole Kidman gedreht.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Bernhard Schlinks Bestseller hat seit seinem Erscheinen 1995 nichts von seiner Stärke verloren. Immer noch bleibt das Wesen der Hanna zwischen Monster und Opfer rätselhaft. Es sei eine Geschichte über den Umgang mit den Grauen von Holocaust und Nazi-Herrschaft zwischen den Generationen, erzählt Regisseur Daldry. Er hielt sich im Gegensatz zu seinen Literatur-Geschichten „The Hours“ diesmal mit Film-Poesie zurück. Aber er kann sich bei einer soliden Inszenierung ganz auf sein Team und auf die guten Schauspieler verlassen.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Flibbo: wieistderfilm.de

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Die Buchverfilmung „Der Vorleser“ ist lobenswerterweise sehr nah an der literarischen Vorlage angelegt. Dafür hat er es als Film einfach schwer, wirklich zu überzeugen, da die Geschichte verschiedene Themen und Zeitebenen behandelt, die sichtbar nicht zueinander passen. Der Übergang des jungen Michael, gespielt von David Kross, zum erwachsenen Michael, gespielt von Ralph Fiennes, wirkt zu platt, trotz der nicht chronologischen Erzählung. Auch die gealterte Hanna, nach wie vor von Kate Winslet verkörpert, wirkt nicht besonders glaubwürdig. Dennoch ist Kate Winslet das klare Highlight des Films. Mit ihrer ausdrucksstarken Mimik sticht sie deutlich aus der großen Menge der (meist deutschen) Schauspieler hervor und verkörpert glänzend eine vielschichtige Figur. Nicht zu vergessen ist dabei ihr Filmpartner David Kross, der eine bemerkenswerte Leistung erbringt.

Neben den (in der Originalfassung) Englisch sprechenden Darstellern in deutscher Umgebung erschwert auch die stets triste Atmosphäre den Zugang zum Film. Alles in allem wirkt „Der Vorleser“ als Gemisch verschiedener Kapitel unzulänglich, erzählt aber nichtsdestotrotz eindringlich von einer außergewöhnlichen Beziehung zweier Menschen.

Kommentar gefällt mir Antworten

fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

Kommentar löschen
6.5Ganz gut

«The Reader» ist eine gescheiterte Literaturverfilmung, aber ein passables Drama über Schuld und Scham der Nachkriegsgeneration.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

sushi25: movie-fan.de

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Eine packend erzählte Geschichte mit einer zurecht mit einem Golden Globe ausgezeichneten Kate Winslet. Eine Story die einen zum Nachdenken bringt.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Alle Kritiken (21)


Kommentare (123) — Film: Der Vorleser

Kommentar schreiben
Sortierung

Oliver0403

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

In diesem Fall habe ich das Buch zuerst gelesen. Und ich muss sagen, dass aus dem Buch vieles übernommen wurde. Zwar nicht alles, aber das Resultat kann sich durchaus sehen lassen. Einer jener wirklich guten Filme, bei dem ich mich fast garnciht gelangweilt habe. Wirklich gut gemacht.

Kommentar gefällt mir Antworten

Filmkenner77

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Enthält Spoiler:

"Der Vorleser", basierend auf dem gleichnamigen Literaturbestseller von Bernhard Schlink, ist sicherlich ein Film, der es nicht allen Zuschauern recht machen kann, aber auch nicht unbedingt recht machen möchte. Dies erachte ich zunächst einmal als lobenswert. Der Brite Stephen Daldry (u.a. "The Hours") nahm sich des komplexen Stoffes an und inszenierte ein vielschichtiges Drama, das ähnlich wie der Roman mehr Fragen stellt als Antworten liefert. Im ersten Teil des Films wird die ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen dem 15jährigen Michael (David Kross) und der wesentlich älteren Hanna Schmitz (Kate Winslet) im Nachkriegsdeutschland der 50er Jahre erzählt. Hier mag sich mancher an der Vielzahl der auch im Roman ausführlich geschilderten Liebesszenen stören, die den Erzählfluss immer wieder ins Stocken bringen. Im zweiten Teil, der 8 Jahre nach den Ereignissen spielt, trifft Michael, nun ein Jurastudent, im Gerichtssaal erneut auf Hanna, die sich als ehemalige KZ-Aufseherin für ihre Taten verantworten muss. Der dritte Teil spielt in den nachfolgenden Jahrzehnten, in denen Michael zunächst Kontakt zur inhaftierten Hanna aufnimmt und sie schließlich nach Verbüßung ihrer Strafe in die Freiheit begleiten möchte.
Schuld und Sühne (mehr zum Thema etwa bei Karl Jaspers: Die Schuldfrage) sind zentrale Fragestellungen des Films, ohne dass Regisseur Daldry bereit ist, hierauf handverlesene Antworten zu geben. Kate Winslet liefert als Hanna Schmitz eine mit dem Oscar für die beste Hauptdarstellerin gewürdigte Leistung ab. Hier dominieren nicht die großen Gesten, sondern Nuancen bestimmen ihre Spiel, die mehr als tausend Worte sagen. Diese Hanna ist spröde, einerseits in sich gekehrt, andererseits fordernd und dominant. Es wäre ein Leichtes gewesen, Hanna Schmitz als Teufel in Menschengestalt (siehe etwa Ralph Finnes in Schindlers Liste) zu präsentieren. Zweifellos wäre es für den Zuschauer dann leichter gewesen, sie zu hassen und zu verdammen für ihre grausamen Taten.
Natürlich ist es immer eine Gratwanderung, einen solchen Menschen abseits der simplen Schwarz-Weiss-Malerei zu betrachten, ohne sich den Vorwurf gefallen lassen zu müssen, die Taten der Protagonistin zu verharmlosen. An einer Stelle des Films kommt der Zwiespalt im Bezug auf den Umgang mit der Person Hanna Schmitz besonders gut zum Vorschein. Hanna schildert dem Gericht, dass sie und die anderen Aufseherinnen die KZ-Gefangenen in einer brennenden Kirche mit einer von außen verriegelten Türe ihrem Schicksal überlassen hat. Auf die Frage des Richters, warum man die Menschen nicht befreit hätte, antwortet Hanna, man hätte Angst gehabt, dass Unordnung, ja Chaos entstanden wäre. Die Aufrechterhaltung der Ordnung nimmt für sie demnach eine höhere Priorität ein als das Leben eines Menschen. Eine mögliche Flucht der Gefangenen wog schwerer als deren qualvoller Tod. Moralische Werte und Humanität werden ohne Bedenken auf dem Altar der Pflichterfüllung geopfert. Später diskutieren die angehenden Studenten über die Geschehnisse und einer äußert, er selbst würde am liebsten die Pistole ergreifen und die Aufseherinnen für ihre grausame Tat mit dem Tode bestrafen. Und genau hier wird eine für die demokratische Gesellschaft fundamentale Fragestellung aufgeworfen: Wollen wir uns mit den Tätern gemein machen und uns ihrer Methoden bedienen, um letztlich unserem tief in uns verankerten Gerechtigkeitssinn Befriedigung zu verschaffen oder wollen wir eben nicht alttestamentarischen, ja fundamentalistischen Denkmustern die Oberhand gewähren, die die Demokratie am Ende unterminieren?
Kritisch gesehen wird das Thema "Analphabetimus", das von vielen als eine Art von "Entschuldigung" für die Taten der Hanna Schmitz interpretiert wird. Schmitz schämt sich für diesen "Makel", nicht jedoch für ihre Rolle in der NS-Zeit. Es wäre falsch, diesen Nebenplot mit einer Absolution, einer Sympathiebekundung für Hanna Schmitz, gleichzusetzen. Hier greift die schon erwähnte Vermenschlichung des Teufels, die vielen zuwider ist, weil sich die Figur von eindimensionalen und ausgetretenen Pfaden löst. Letztlich ist dieser "Makel" sogar die Ursache, warum sie im Gegensatz zu den nicht minder verantwortlichen Mitangeklagten zu lebenslanger Haft verurteilt wird.
In der Haft lernt Hanna Lesen und Schreiben und parallel dazu entwickelt sich scheinbar auch ein Schuldgefühl. Dennoch bleibt der Charakter von Hanna Schmitz bis zum Ende rätselhaft. Auf eine Frage Michaels, was sie in den Jahren ihrer Gefangenschaft gelernt habe, antwortet sie lakonisch: "Lesen". Und doch wird sie nach ihrem Freitod ihr Erspartes den jüdischen Nachkommen ihrer Opfer hinterlassen. Der Selbstmord als spätes Schuldeingeständnis oder vielmehr die Angst, in der Welt da draußen nach all den Jahren nicht mehr zurechtzukommen? Wohl beides. Hanna ist ein Relikt der Vergangenheit, für das in der heutigen Welt kein Platz mehr ist.
"Der Vorleser" besticht durch ein hervorragend aufgelegtes Schauspielensemble. Sowohl Ralph Finnes wie auch Kate Winslet spielen angenehm zurückhaltend, aber wirken in der Kunst der Darstellung umso intensiver. David Kross überzeugt in seiner ersten großen internationalen Rolle und gibt Anlass zu der Annahme, dass man noch einiges von ihm hören wird. "Der Vorleser" spielte bei einem Budget von 32 Millionen Dollar knapp 108 Millionen Dollar ein und erhielt 5 Oscar-Nominierungen. Insgesamt ein interessantes Werk für literarisch und politisch interessierte Menschen, wenngleich der Film insbesondere in der ersten Hälfte die eine oder andere Länge aufweist.

11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

BiOO

Kommentar löschen

Ich habe mal ne Frage:
Hanna Schmitz ist im Film ja 1959 den SS beigetreten..
Da war ja der Krieg schon längst vorbei..
Warum brauchte die SS dann noch Leute??

Kommentar gefällt mir Antworten

george.taylor

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Guter Film, aber nicht überragend.
Gute Darsteller aus denen David Kross besonders hervorsticht.

Auffallend schlechte Maskenarbeit – sollte an dieser Stelle mal erwähnt werden.

Kommentar gefällt mir Antworten

morn

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Ich möchte vorweg nehmen. das Buch nicht gelesen zu haben. Ohne also voreingenommen zu sein, bin ich von 'Der Vorleser' doch recht begeistert. Kate Winslet mag ich sowieso & auch hier liefert sie wiedermal eine klasse Performance ab. Die restlichen Darsteller verblassen, meiner Ansicht nach, leicht in ihrem Schatten. Obwohl Ralph Finnes eine solide Leistung abliefert, geistert einem seine Rolle als Amon Göth in 'Schindlers Liste' irgendwie immer im Hinterkopf herum. Sehr gut gefallen haben mir die Kulissen der späten 50er Jahre, das Nachkriegsdeutschland wird hier äusserst authentisch (soweit ich das als 76er Jahrgang beurteilen kann ...) dargestellt. Zusammenfassend kann ich Dramafans den Fil uneingeschränkt empfehlen.

Kommentar gefällt mir Antworten

Jose Pereira

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Klasse Film! Anfangs war ich ein wenig skeptisch, wegen der seltsam zusammengestellten Schauspielerwahl. Aber es passt. Was alles so hinter der Fassade eines Menschen stecken kann, und wieso er Schuld auf sich nimmt um etwas anderes zu beschützen, wird hier sehr interessant dargestellt.

Einen Film mit einem Buch zu vergleichen, sehe ich auf moviepilot als falsch-platzierte Kritik an. Denn beim Lesen eines Buches kommt es auf die Gedanken des Menschen an, seiner Fantasie und bildlichen Vorstellung. Jeder nimmt Beschreibungen anders wahr. Bei einem Film sind Szenen und Bilder vorgegeben, die man beurteilen kann.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Terrordactyl

Kommentar löschen
Bewertung4.5Uninteressant

Den ersten Teil des Film könnte man getrost in die Tonne treten, wenn er denn nicht wichtig zum Verständnis wäre. Die Klasse des Buches erreicht der Film, wenn überhaupt, erst während der Gerichtsverhandlung. Die Charaktere bleiben extrem farb- und lieblos und erwecken, zumindest keine Sympathie, vielleicht wollen sie das aber auch gar nicht.

Selbst das Verbrechen rührt mich zu keiner Emotion, da es nahezu im Pathos erstickt.

Im Gegensatz zum Buch wirkt der Film ungemein langatmig und gewollt in die länge gezogen und ich kann nicht einmal sagen, woran es liegt. Möglicherweise am extrem lässig wirken wollenden Michael Berg, der nicht nur einmal legere an eine Wand gelehnt Löcher in die Luft starrt und Film-Noir-like über seiner Fluppe siniert.
... nur um sich dann ihrer im Hörsaal provokant zu entledigen, indem sie einfach so auf dem Boden ausgetreten wird (Was für ein böser Bengel).

Kommentar gefällt mir Antworten

AASFRESSER

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

In der Frage, was besser sei, Bücher oder die Filme nach jenen Büchern, bin ich gänzlich neutral, mal ist es so, mal so, Statistiken führe ich nicht. Dieser Film hier ist gut, das Buch ist aber ohne jeden zweifel besser. Ich glaube, das liegt vor allem an der enthaltenen Erotik. Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber das, was man an Erotik im Film SIEHT, hat man alles schon gesehen. Es zu lesen, bedeutet mehr, es ist mir jedenfalls näher. Das komplette Verhältnis deute ich mir beim Lesen auf meine Art, der Film deutet es auch ein bisschen anders, das hat mir nicht so behagt...

Kommentar gefällt mir Antworten

Outrage

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Warum liest IN Deutschland ein Deutscher einer anderen Deutschen eine Geschichte aus einem englischen Buch vor? Dieser Hollywood Trash könnte mich eigentlich schon wieder auf die Palme bringen -.-
Nichtsdestotrotz ist Der Vorleser ein sehr guter Film mit passendem Soundtrack und guten Schauspieler, von denen mir vor allem Bruno Ganz (mal wieder) positiv aufgefallen ist.

Kommentar gefällt mir 1 Antworten

AASFRESSER

Antwort löschen

Vielleicht, weil das Schlink so wollte, vielleicht, weil in den Fünfzigern und Sechzigern endlich mal was anderes gelesen werden wollte, als den ganzen Quatsch der frühen Vierziger? Das ist ja nun wirklich kein Hollywood-Trash - es hat mich geradezu überrascht, dass Hollywood da eingestiegen ist.


DolorisLan

Kommentar löschen
Bewertung4.0Uninteressant

Naja man konnte sich den Film ansehen, er zieht sich jedoch zu sehr in die Länge. Man hat das Gefühl zuerst passiert erstmal nichts. Nun gut, ich habe das Buch nicht gelesen und weiß nicht ob es auch so aufgebaut ist, aber die Thematik des Films kann ich nicht nachvollziehen. Soll nun Analphabetismus im Zentrum stehen? Scham? Wie auch immer, empfehlen würde ich ihn zumindest nicht.

Kommentar gefällt mir 1 Antworten

Tachitalili

Antwort löschen

Im Zentrum sollen Kate Winslets Vorzüge stehen ;-)


russel

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

doch, beide hauptdarsteller haben ihre aufgabe recht ordentlich erfüllt. besonders das spiel von k. winslet hat mir gefallen. das buch ist natürlich um einiges besser, aber der film weiss zu unterhalten und stimmt zum nachdenken.

Kommentar gefällt mir Antworten

Bodennebel

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Vorsicht !!! Ab dem nächsten Satz spoilert es gewaltig. Also, bitte nicht lesen, wenn ihr den Film noch nicht gesehen habt und euch noch überraschen lassen wollt.

Ein paar Gedanken zu, über und inspiriert durch Der Vorleser - einen Film, der auf sehr geteiltes Echo stößt.

Vorab, man möge mir verzeihen – ich habe das Buch nicht gelesen. Das kann aber bei einem Film oft von Vorteil sein. Mir fehlen keine Szenen die im Buch so wichtig waren, ich hatte nie das Gefühl alles in einem Schnelldurchlauf zu sehen oder ähnliches. Ich sah einfach nur diesen Film.

Anfangs erzählt sich der Film wie eine spröde Version der viel geschriebenen Geschichte von Liebespaaren aus verschiedenen Generationen. Die ältere Frau – das Jungchen. Moore und Kutcher. Mit späterem Wissen über den Verlauf des Films steht vieles aus den ersten Minuten unter einem anderem Licht. Vielleicht blieb Hanna Schmitz als einziger Ausweg aus ihrer Isolierung, ihrer ständigen Flucht vor Ihren Taten, dem Analphabetismus und den damit einhergehenden Jobwechseln nur ein Naivling in Form eines fünfzehnjährigen Jungen?

David Kross erinnert mich, gerade zu jener Zeit in der er den fünfzehnjährigen Michael Berg spielt, fast durchgängig an Adolar aus der Zeichentrickserie Adolars phantastische Abenteuer – und ich habe diesen klugscheißerigen Adolar in meiner Kindheit gehasst. Später scheint er teilweise gutes Schauspiel mit coolem Kippen rauchen zu verwechseln und wäre dabei mehr als einmal gerne mindestens so cool wie Travolta in Pulp Fiction – ist er aber nicht.
Bruno Ganz spielt seine übliche Rolle runter. Fiennes macht seine Sache gut. Hannah Herzsprung ist auch dabei.
Winslet überzeugt und trägt den Film. Schwankt zwischen kalt, hart, verletzlich und naiv, bis man sie hinter einer schlechten Maske alt werden lässt. Ihrem Gesicht sieht man die Geschichte der Frau jederzeit an. Was mich etwas stört, ist die Berichterstattung über sie. Mut zur Hässlichkeit, steht dort. Ist man hässlich, wenn man ausschaut wie eine Frau mit 34? Wenn die Brüste (Titten, Titten, Titten, was ist eigentlich so schlimm an dem Wort) den Bleistifttest nicht mehr bestehen? Wenn man zeigt, dass man lebt und nicht ein Plastikpüppchen ist?

Die ganze Naivität unter der Härte der Figur Schmitz zeigt sich in den wenigen Minuten vor Gericht, in denen sie mit dem Richter plaudert, als ginge es um eine geklaute Kaugummipackung. In der Verarbeitung der schlimmen Taten des zweiten Weltkrieges werden Schuldige gesucht. Wenn diese durch ein Buch in der Öffentlichkeit besondere Aufmerksamkeit genießen, ist es leicht auf diese zu zeigen, über sie zu richten. Menschen stehen im Gerichtssaal auf und beschimpfen sie als Nazisau. Menschen, die vor Jahren vielleicht selbst noch mittendrin statt nur dabei waren. Es ist so einfach auf andere zu zeigen – Schuldige zu finden. Sobald sich Schmitz, getrieben durch Ihren Analphabetismus, bereitwillig als Hauptschuldige ausgibt, ist es ein leichtes für die mit beschuldigten ebenso auf sie zu deuten. Die war's! Alle Finger des Films zeigen in diesem Moment auf eine Person. Eine Person ist für alle dunklen Jahre der Vergangenheit verantwortlich. Doch wie viele Menschen arbeiteten in den Konzentrationslagern? Wie viele wurden davon verurteilt?
„Wie hätten sie gehandelt?“ Eine der vielen Fragen des Films, gestellt von Hanna Schmitz an ihren Richter. Dieser kennt nur ein Schweigen als Antwort. Schweigen – eines der größten Verbrechen der Nazizeit. Während verhärtete trockene Weiber alles von sich streiten, nimmt sie die Schuld auf sich, mehr als sie müsste. Dies ist nicht nur ein Unterschied zu den Mitangeklagten im Film, sondern zeigt über die Leinwand hinweg auf Personen wie Demjanjuk. Doch nichts kann für Mord eine Entschuldigung sein, auch kein Analphabetismus. Der wahre Schock vor Gericht ist nicht die lebenslängliche Strafe für Schmitz, sondern die albernen viereinhalb Jahre für die Mittäterinnen.

„Wenn sie nichts aus unserer Geschichte gelernt haben, wofür war es dann überhaupt gut?“ - so oder so ähnlich spricht Ganz in seiner Rolle als Professor.
Das Wissen um den Analphabetismus bringt Berg in eine Position, in der er eine von der Mehrheit der Menschen verhassten Person helfen könnte. Ihm wird die Chance gegeben zu helfen. Und zeigt damit parallelen zu vielen Menschen im zweiten Weltkrieg, die Nazideutschland, Hitler und die Gräueltaten erst ermöglicht haben. Auch er schweigt. Gibt sich der Situation hin. Ergreift nicht einmal die Möglichkeit mit der beschuldigten Person zu reden.
Auch aus diesem Schuldgefühl gegenüber Schmitz heraus (teils auf der Suche nach Vergebung?) entstehen später seine Aufnahmen an diese.

Zum Ende hin findet der Film keine Vergebung für Schmitz, zeigt, dass sie sogar für das Leben des Berg eine Täterin war. Während andere Jugendliche in seinem alter Feiern, bleibt er in dem Moment einsam auf einem Dach stehen und bis in seinen Lebensherbst zur Seite gerückt, nachdenklich, nie ganz im Leben.

Der Vorleser zeigt, dass hinter den Monstern, die den Namen Nazi tragen und aus dem letzten Jahrhundert stammen, doch Menschen stecken. Menschen die uns ähnlicher sind, als es uns im Jahre 2011 wahrscheinlich lieb ist. Es waren keinesfalls die Karikaturen, von denen uns heute zumeist erzählt wird.
„Ich mag mich nicht für die vergangenen Taten entschuldigen müssen – was habe ich damit zu tun, ich war nicht einmal geboren“ - mit diesen Worten reagieren Menschen, die nicht dabei waren gerne wenn sie mit der Zeit zwischen 1933 – 1945 konfrontiert werden.. Doch geht es bei dem Thema nie um Entschuldigung. Welche Entschuldigung kann den Mord an 6 Millionen Menschen gerecht werden?
Die Geschehnisse in jenen Zeiten stehen nicht für das Böse im Deutschen, sondern das Böse im Menschen. Nur in dem ich mich immer wieder Frage, wie ich in der Situation reagiert hätte, stelle, kann ich mich vor einer Wiederholung schützen. Nur in dem ich mich immer wieder den Situationen stelle, den verschiedenen Perspektiven, kann ich auf ähnliches im Alltag vorbereitet sein, meine Lehren ziehen. Auch wenn es manchmal nur der kleine Alltag sein mag. Ich kann auf Grund der Geschichte des zweiten Weltkrieges hoffen, besser zu reagieren als Millionen von Menschen vor mir. Doch allein in dieser Formulierung liegt Utopie, denn was macht mich schon besser?
Wie würde ein Amerikaner, ein Araber oder ein Jude an ähnlicher Stelle reagieren? Wenn eine Menschenmasse mit Macht und klaren Zielen losgelassen wird und es wenige gibt die sich dagegen Stellen ist es egal, in welchem Bereich der Welt man sich befindet. Menschen auf der ganzen Welt zeigen weiterhin, dass solche schlimmen Ereignisse wie im Nazideutschland jederzeit wieder möglich sind. Unsere Hoffnung dies möglichst zu vermeiden oder wenigstens zu vermindern sind sich offen dem Thema und dem Vermächtnis des Holocaust zu stellen. Und dies kann man man nur, in dem man sich immer wieder mit der Zeit und den Fragen beschäftigt. Egal ob Deutscher, Japaner, Italiener oder Zylone.

Allein für die vielen Gedanken, die der Film in mir wieder aufgeworfen hat und mit denen ich mich die letzte Nacht und heute früh beschäftigt habe, hat er die Wertung von 8/10 verdient.
Danke.

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

moviee

Kommentar löschen
Bewertung2.5Ärgerlich

Absolute Enttäuschung nach diesem tollen Buch!

Kommentar gefällt mir Antworten

LukasG91

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Meiner Meinung nach ist der Film, wie so oft bei Romanvorlagen, nicht so gut wie das Buch selber, aber trotzdem gelungen. Es werden Teile des Romans weggelassen und auch neue hinzugefügt, auffällig wird dies beim Rauchen, was sich im Film abschnittsweise doch sehr aufdrängt. Da es eine teilweise amerikanische Produktion ist, gehen natürlich auch schöne Dinge des Buches, die sich nicht so gut vermarkten lassen, verloren. Noch schlimmer finde ich jedoch, dass die Bücher und die Briefe, die Hanna und Michael lesen und schreiben, in englischer Sprache geschrieben sind. Das macht für mich überhaupt keinen Sinn! Das hätte nicht sein müssen.
Insgesamt trotzdem ein Film, den man sich anschauen kann, ob man nun das Buch gelesen hat oder nicht

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Magnolia

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

hmm..also hier muss ich sagen, dass ich das buch doch deutlich besser finde als den film. wir haben's damals gerade in deutsch durchgenommen und sind dann mit der klasse ins kino.. naja, schlecht war der film nicht, aber richtig gut auch nicht. kate winslet hat gut gespielt, aber ich finde eine oscar-auszeichnung nicht so gerechtfertigt, da sie schon bessere leistungen abgegeben hat meiner meinung nach.

Kommentar gefällt mir Antworten

stevenwolff

Kommentar löschen
Bewertung1.0Ärgerlich

Dieser Film ist eine moralische Frechheit! Der Film suggeriert fast, das Analphabetismus schlimmer ist als der Holocaust. Da ist es mir egal, ob Kate Winslet eine gute Performance abliefert oder nicht.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Cookiemind

Kommentar löschen
Bewertung3.0Schwach

Als Verfilmung des Buches ist dieser Film nicht wirklich gut. Zumal er die Intension des Buches nicht trifft und zusätzlich (Achtung Spoiler) zu viel Aufmerksamkeit dem Zusammenhang zwischen dem Analphabetismus von Hannah und den Sanktionen schenkt. Des weiteren ist die erste Hälfte des Filmes eher uninteressant, da es in ihr kaum erwähnenswerte Handlung gibt. Da preferiere ich das Buch auch wenn es umstritten ist.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

vuvuzela

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Gutes Drama, hat mich zum Teil richtig berührt, außerdem hat mich Kate Winslet mit ihren schauspielerischen Fähigkeiten total überzeugt.

Kommentar gefällt mir Antworten

Brazzo

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Ich persönlich habe mir von der Verfilmung eines Bestsellers mit Starbesetzung und Oscar-Nominierungen mehr erhofft.
Die Darsteller sind im Hinblick auf die Romanvorlage gut gewählt und wissen zu überzeugen.
Jedoch kommt die Handlung nie richtig in Fluss und wirkt sehr abgehackt.

Kommentar gefällt mir Antworten

sam_ace_rothstein

Kommentar löschen
Bewertung5.0Geht so

Hätte sehr grosser Potenzial gehabt. Einige gute und berührende Szenen und einige nervige langatmige. Der Film hätte etwa 30 Minuten früher aufhören sollen. Der Schluss fand ich nur noch langweilig und ich hoffte das es endlich dem Ende zugeht.

Kate Winslet spielt gut. Und der Oskar ist auch verdient, aber sie hat andere Rollen gespielt die man eher hätte mit dem Oskar würdigen sollen.

Meiner Meinung nach wird auch die Ermordung der Juden verharmlost. Aber darauf einzugehen würde mir zu lange dauern.

Wir haben diesen Film in der letzten Schulstunde geschaut. Und ich finde es schon ein bischen bedenklich das meine Klassenkollegen lieber diesen Film sehen wollten als z.b. schindlers liste und der Pianist die beide auch zur Auswahl standen.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

ihre-herrlichkeit

Antwort löschen

Bei Schindlers Liste oder der Pianist kommen auch keine Sexszenen zwischen einem Heranwachsenden und einer erwachsenen Frau vor. Spricht doch für sich. ^^


sam_ace_rothstein

Antwort löschen

Ja das hat wohl den Ausschlag gegeben ;)


Kommentar schreiben

Fans dieses Films gefiel auch