Der Vorleser

The Reader (2008), DE/US Laufzeit 124 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 26.02.2009

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6.4
Kritiker
46 Bewertungen
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6.7
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8834 Bewertungen
179 Kommentare
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von Stephen Daldry, mit Kate Winslet und Ralph Fiennes

Der Vorleser ist die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Bernhard Schlink mit Kate Winslet und David Kross in den Hauptrollen.

Sie ist rätselhaft und viel älter als er… Der 15-jährige Schüler Michael Berg (David Kross) trifft auf seinem Heimweg auf die 20 Jahre ältere Hanna Schmitz (Kate Winslet). Er wird ihr Vorleser und sie seine erste große Liebe. Doch eines Tages ist Hanna spurlos verschwunden. Erst Jahre später trifft Michael (Ralph Fiennes) sie wieder – als Angeklagte im Gerichtssaal. Hier erfährt er von ihrem persönlichen Schicksal und von ihrer Vergangenheit als KZ-Aufseherin.

Hintergrund & Infos zu Der Vorleser
Für die weibliche Hauptrolle war von Beginn an Kate Winslet die erste Wahl des Regisseurs Stephen Daldry (Billy Elliot – I Will Dance, Extrem laut und unglaublich nah). Als es jedoch zu Terminproblemen kam – sie drehte zur gleichen Zeit Zeiten des Aufruhrs – lehnte sie zunächst ab und sollte durch Nicole Kidman ersetzt werden. Die Schwangerschaft der australischstämmigen Schauspielerin führte jedoch dazu, dass die Rolle wieder Kate Winslet angeboten wurde, die dank des für die ebenfalls vielbeschäftigte Nicole Kidman umorganisierten Zeitplans nun verfügbar war.

Kate Winslet wurde 2009 für ihre Rolle der Hanna Schmitz schließlich mit dem Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Der Vorleser war zudem in vier weiteren Kategorien für den Academy Award nominiert (in den Kategorien Beste Regie, Bester Film, Beste Kamera und Bestes adaptiertes Drehbuch). (AP)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kritiken (22) — Film: Der Vorleser

Ines Walk: Filmpublizistin seit 1998

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6.0Ganz gut

Schade, dass Kate Winslet für diese Leistung den Oscar und nicht für ZEITEN DES AUFRUHRS bekommen hat. Hier wird sie auf alt geschminkt, darf Falten und schleppenden Gang zeigen. Unklar bleibt, was der Film uns Nachgeborenen eigentlich sagen will.

Kritik im Original 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

missplaced

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Im Buch z.B. liegt der Schwerpunkt mitunter in der Dramatik, dass die Dame Analphabetin ist. Es geht nicht direkt um die Täter-Frage, denn Hanna geht letzten Endes lieber freiwillig ins Gefängnis, anstatt zuzugeben, dass sie Analphabetin ist. Wieviel muss sie das gekostet haben? Wie sehr muss sie sich schämen und Angst davor haben, keiner würde ihr glauben? Hat sie nicht aus diesem Grund einen jungen naiven Jungen zum Liebhaber? Als womöglich einzigen sozialen Kontakt?
Hätte sie es zugegeben, dass sie die Unterschrift gar nicht hätte schreiben können, wäre sie auch nicht für die ganzen Missetaten (mitunter der anderen Angeklagten und Beteiligten) verantwortlich gemacht worden. Aber darum geht es letztendlich im Gerichtssaal nicht mehr. Es wird simpel ein Schuldiger, ein Verantwortlicher gesucht , dem man den ganzen Hass, die Wut und alles Bösartige zuschieben kann, die gesamte Schuld. Die Komplexität einer außergewöhnlichen Situation wird dabei wie so oft unterschätzt. Aber so ist das heute noch. Über andere zu richten und moralisch zu verurteilen ist immer sehr leicht, bis man selbst einmal in einer Zwickmühle steckt.
Die Verfilmung des Buches ist nicht schlecht, aber die Beziehung zwischen den beiden Hauptdarstellern kommt innerhalb der begrenzten Spielfilmzeit dennoch nicht richtig zustande, jedenfalls im Vergleich zum Buch. Schade.


AASFRESSER

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Ich glaube, der Film spricht nicht darüber, inwieweit Analphabetismus also insgesamte Nicht-Bildung grauenvolle Taten mildert oder gar entschuldigt. Er zeigt uns, wie wir Außenstehende uns diesem Sachverhalt nähern sollen, um gut zu urteilen, darum doch dieses Geflecht aus Liebesbeziehung und Jura-Studium...
Was Ihren letzten Absatz betrifft, volle Zustimmung!


Patrick Wurster: www.indiskretion-ehrensache...

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6.0Ganz gut

Sein Roman von 1995 gehört zu den wenigen deutschen Werken jüngeren Datums, denen der internationale Erfolg beschieden war. In 40 Sprachen wird Bernhard Schlinks Drama "The Reader" gelesen; Regisseur Stephen Daldry präsentierte unlängst die Filmfassung der äußerst ungewöhnlichen NS-Vergangenheitsbewältigung und die amerikanisch-deutsche Co-Produktion macht es auch hier der Vorlage nach.

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Hausmeister: Nerdtalk.de

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8.0Ausgezeichnet

[...] Es gibt nicht viele Kritikpunkte, die diesen Film von einer Bestnote trennen, und doch: die deutsche Synchronisation ist teilweise schlecht, an einigen Stellen sogar richtig grauenhaft. Bei ein, zwei Szenen wundert man sich wirklich, wie sie durch die Post-Produktion durchgerutscht sind. In der Originalfassung wird der Film sicherlich noch einiges gewinnen. Was auch eine bessere Synchronisation nicht verhindern kann: im letzten Drittel wird aus der bisher gut passenden behutsamen Langsamkeit eine dröge Langatmigkeit. Einige Dialoge hätten sicherlich etwas eingekürzt werden können. Dennoch bleibt dies ein Mangel, der diesen ausgezeichneten Film über Schuld und Sühne um keinen Deut kleiner macht.

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Khitos: Kälte Reich

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5.5Geht so

Daldry hat eigentlich nichts falsch gemacht, indem er eine beinah exakte Filmversion des Buches geschaffen hat, aber genau da liegt auch das kleine, große Problem für mich.

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Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

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7.0Sehenswert

[...]Alles in allem ist „Der Vorleser“ im großen und ganzen eine gelungene Adaption des Romans mit einer stellenweisen tollen Kate Winslet, auch wenn der Film die Prioritäten verlagert. Am Ende wird sich der Zuschauer dabei ertappen, dass er mit Hanna Schmitz mitfühlt. Dann wird ihm einfallen, dass diese Frau schreckliches getan. Und wenn er dann auf dem Weg nach Hause noch ein wenig über den Film nachdenkt, hat der Film seinen Zweck erfüllt. Leider aber werden sich all die, die schon vorher laut und apodiktisch Geschichtsverfälschung gebrüllt haben (Im schlimmsten, aber nicht seltenen Fall ohne den Roman zu kennen), keine Gedanken machen - Sie haben ihr Urteil schon längst gefällt. Aber wer nicht will, der hat bekanntlich schon.[...]

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TheCorey: MovieMaze

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6.0Ganz gut

Daldry und Hare gelingt eine teilweise minutiöse Abfilmung von Schlinks Roman, ohne dessen moralische Tiefe jedoch wirklich erfassen zu können. Während Winslet und Fiennes exzellent spielen, kann die Entscheidung Kross eine Hauptrolle zu geben nur als eklatanter Fehler angesehen werden. Zudem darf die Originalfassung des Filmes als Reinfall bezeichnet werden, da den Zuschauer hier ein Akzent- und Sprachwirrwarr erster Güte erwartet.

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Kaltduscher: MoviezKult.de

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8.0Ausgezeichnet

[...]"Der Vorleser" hat gar nicht den Anspruch, eine gesamtdeutsche Geschichte zu erzählen. Hier geht es um ein Einzelschicksal, das sich in keinster Weise auf den Makrokosmos übertragen lässt. Der Film romantisiert keine Naziverbrechen und rückt auch keine Täter in ein rechtes Licht.[...]

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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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2.0Ärgerlich

Es liegt eine gewisse Ironie in der Tatsache, dass Kate Winslet, nach so vielen glanzvollen Auftritten in den vergangenen zehn Jahren, ausgerechnet mit einer Rolle zu Oscar-Weihen kam, für die sie nur zweite Wahl gewesen war. Aber wieviel macht sie aus dieser schwierigen Rolle! Nun kann man sich den Film mit einer anderen Besetzung der Hauptrolle kaum noch vorstellen. Nicole Kidman als Hanna – das wäre jedenfalls ein ganz anderer Film geworden. Vielleicht ein besserer. Kidman traut man das Schneidig-Böse, das Kalte eher zu. Nicht aber die Analphabetin. Winslet trägt diesen Film nun mit ratlos-traurigem Blick. Schuldgefühl und Scham sind hier erkennbar, oder vielleicht auch nur hineininterpretiert. Mehr nicht. Das Grauen aber, worauf es doch ankommt, das sieht man nur in einigen ganz wenigen prägnanten Augenblicken auf dem Gesicht von David Kross. Der Vorleser ist auch sein Film, ein Film über verlorene Unschuld.

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Enk: Mental Savage Enk: Mental Savage

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9.0Herausragend

[...]Wer das Buch noch nicht kennt, sollte am besten in den Film gehen, ohne vorher zuviel von der Geschichte in Erfahrung zu bringen, damit sich die Handlung voll entfalten kann. Die Geschichte lebt davon, ein paar überraschende Wendungen bereitzuhalten, um die Pointe in ihrer ganzen Tragik auszuspielen.[...]

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Mr Vincent Vega: Die 5 Filmfreunde, gamona, ...

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2.5Ärgerlich

[...] Winslet spielt die KZ-Aufseherin als ein Häufchen Elend: So geduckt und so zerbrechlich, so mitleidig und Verständnis erregend, wie man sich die höchst problematische Figur im kühl und distanziert verfassten Roman niemals zu erträumen gewagt hätte. Dass die Scham des Analphabetismus somit stets gegen die Schuld des Tötens zu argumentieren versucht, ist wohl gewiss kein Versehen, sondern die einfache Fahrlässigkeit eines höchst fragwürdigen Stoffes. „Der Vorleser“ ist, als Buch wie als Film, kein Appell für einen differenzierten Umgang mit Naziverbrechern, es ist mehr eine unangenehme Reinwaschung, eine Geschichte fürs gute Gewissen. [...]

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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...

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7.5Sehenswert

Zuerst war Nicole Kidman anstelle von Kate Winslet für die Hauptrolle in dieser Verfilmung des Bestsellers von Bernhard Schlink vorgesehen. Wenn man das Ergebnis nun betrachtet, kann man fast froh sein, dass die Australierin zwischendurch schwanger geworden und darum ihre Kollegin eingesprungen ist. Denn die ist nicht nur von ihrer Physiognomie her die bessere Wahl, auch schauspielerisch ist Kate Winslet natürlich herausragend - wie ihr Golden-Globe-Gewinn und eine Oscar-Nominierung bisher eindrucksvoll belegen. An ihrer Seite – und das ist die kleine Sensation – brilliert der deutsche Shooting-Star David Kross, der zuletzt bereits in „Krabat“ mehr als nur überzeugen konnte. Ihm bei seiner Wandlung vom schüchternen 15-jährigen Schüler zum selbstbewussten Jura-Studenten zuzusehen, ist eine Freude. Darüber hinaus ist es absolut bewundernswert, mit welcher Präzision der bei den Dreharbeiten erst 17-Jährige selbst intime Szenen mit Weltstar Winslet meistert. Besagte Sequenzen finden sich…

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Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...

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7.5Sehenswert

Der Oscar-nominierte und mehrfach preisgekrönte Regisseur Stephen Daldry ("The Hours - Von Ewigkeit zu Ewigkeit", "Billy Elliot - I will dance") hat den Weltbestseller des deutschen Autors Bernhard Schlink verfilmt, der nach seinem...

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Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...

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7.0Sehenswert

Das Böse ist schön, es liebt, es ist auch nur Mensch. Um dies anhand eine Spielfilms zu beweisen, hätte es keine bessere Vorlage geben können als Bernhard Schlinks literarische Gratwanderung »Der Vorleser«: Das Böse aus dem luftleeren Raum der Geschichtsschreibung holen und es ins prekäre Leben junger Deutscher holen - das will der außer Konkurrenz laufende Berlinale-Wettbewerbsbeitrag. Und man geht mit dem Gefühl aus dem Kino, dass dieser Film Maßstäbe setzt...

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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

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8.0Ausgezeichnet

„Der Vorleser“ bezieht seine Spannung gerade aus dem Widerspruch zwischen glatter Oberfläche und den dunklen Strömungen im Untergrund. Der Film posaunt seine Konflikte nicht hinaus, sondern lässt sie subkutan köcheln.
Winslet ist großartig, Kross berührend, Fiennes unendlich traurig, und für all die anderen – Hannah Herzsprung, Bruno Ganz, Karoline Herfurth, Burghart Klaußner – gilt, dass selten kleinere Rollen derartige Prägnanz erreichen wie hier.

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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de

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6.0Ganz gut

So viel Melodram lag vermutlich nicht im Sinne des Erfinders: Auch wenn die Geschichte sich weitgehend werkgetreu an Schlinks Buch hält, der distanzierte und kühl berichtende Tonfall des Schriftstellers wird auf dem Altar des großen Geschichtsmelodrams geopfert, was dem Film zwar eine gewisse Massenwirkung sichern dürfte, dem Roman aber nicht wirklich gerecht wird. Schlink selbst gab sich auf der Pressekonferenz aber gelassen und gestand zwar ein, andere Bilder beim Schreiben im Kopf gehabt zu haben. Er könne trotzdem mit dem Ergebnis leben. Wenn das mal kein Lob ist…

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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost

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7.0Sehenswert

Der Brite Stephen Daldry, schon vor sieben Jahren mit "The Hours" auf der Berlinale, hat mit der Britin Kate Winslet in der Hauptrolle und dem halben Deutschen Film in Nebenrollen ein urdeutsches Thema, das Dilemma der deutschen Nachkriegsgesellschaft aufgegriffen. Er hat das sehr sensibel und feinfühlig getan, mit vielen Grauschattierungen, wo andere plattes Schwarzweiß hingetuscht hätten. Sein größtes Pfund dabei ist Kate Winslet, die die meisten Grau-Nuancen erspielt. Nicht auszudenken, hätte Daldry den Film wirklich, wie ursprünglich geplant, mit Nicole Kidman gedreht.

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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

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8.5Ausgezeichnet

Bernhard Schlinks Bestseller hat seit seinem Erscheinen 1995 nichts von seiner Stärke verloren. Immer noch bleibt das Wesen der Hanna zwischen Monster und Opfer rätselhaft. Es sei eine Geschichte über den Umgang mit den Grauen von Holocaust und Nazi-Herrschaft zwischen den Generationen, erzählt Regisseur Daldry. Er hielt sich im Gegensatz zu seinen Literatur-Geschichten „The Hours“ diesmal mit Film-Poesie zurück. Aber er kann sich bei einer soliden Inszenierung ganz auf sein Team und auf die guten Schauspieler verlassen.

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Flibbo: Wie ist der Film?

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7.0Sehenswert

Die Buchverfilmung „Der Vorleser“ ist lobenswerterweise sehr nah an der literarischen Vorlage angelegt. Dafür hat er es als Film einfach schwer, wirklich zu überzeugen, da die Geschichte verschiedene Themen und Zeitebenen behandelt, die sichtbar nicht zueinander passen. Der Übergang des jungen Michael, gespielt von David Kross, zum erwachsenen Michael, gespielt von Ralph Fiennes, wirkt zu platt, trotz der nicht chronologischen Erzählung. Auch die gealterte Hanna, nach wie vor von Kate Winslet verkörpert, wirkt nicht besonders glaubwürdig. Dennoch ist Kate Winslet das klare Highlight des Films. Mit ihrer ausdrucksstarken Mimik sticht sie deutlich aus der großen Menge der (meist deutschen) Schauspieler hervor und verkörpert glänzend eine vielschichtige Figur. Nicht zu vergessen ist dabei ihr Filmpartner David Kross, der eine bemerkenswerte Leistung erbringt.

Neben den (in der Originalfassung) Englisch sprechenden Darstellern in deutscher Umgebung erschwert auch die stets triste Atmosphäre den Zugang zum Film. Alles in allem wirkt „Der Vorleser“ als Gemisch verschiedener Kapitel unzulänglich, erzählt aber nichtsdestotrotz eindringlich von einer außergewöhnlichen Beziehung zweier Menschen.

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Kubrick_obscura: CinemaForever

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8.0Ausgezeichnet

"Der Vorleser" ist kein dickes Buch. Ich musste es in der Schule lesen und wurde mit einer Fülle an Themen konfrontiert, die man diesem kleinen unscheinbaren Roman nicht zugetraut hätte. Die Shoah, die deutsche Schuld, Vergebung, Liebe zwischen Jung und Alt und Analphabetismus sind die Kerne der Geschichte. Das Buch kam nicht ohne Kritik davon. Zu viel und doch so wenig wird erzählt und Empathie für die Täter waren die Kritikpunkte.

Daldrys Verfilmung wird diesen Schlingen nicht ausweichen können. Allerdings muss man sich fragen inwieweit die angebrachten Punkte eine ernste Kritik sein sollen. Die Fülle an Themen gibt dem Film einen enormen Nährboden, der ihn vor der Unterkomplexität bewahrt. Anstatt nun mit einer epischen Länge daher zukommen, wie zuletzt, der auf einer KURZgeschichte basierende Benjamin Button, präsentiert sich der Film in angenehmen 2 Stunden in denen die vielen Fragmente noch viel verdichteter wirken und eine Spannung aus sich selbst heraus erzeugen.

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fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

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6.5Ganz gut

«The Reader» ist eine gescheiterte Literaturverfilmung, aber ein passables Drama über Schuld und Scham der Nachkriegsgeneration.

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Alle Kritiken (22)


Kommentare (157) — Film: Der Vorleser


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Querulant

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Bewertung6.5Ganz gut

Ich fand den Film gut. Kate Winslet finde ich hat wirklich gut gespielt, weiß nicht warum meine Vorredner zum Teil so schlecht darauf zu sprechen sind. Aber auch der restliche Cast hat seine Aufgabe erfüllt. Wie ich ebenfalls schon von meinen Vorrednern hören konnte, sei das Buch viel besser ^^, wohl so Standart bei jeder Literaturverfilmung. Allerdings finde ich, auch ohne das Buch gelesen zu haben, dass man zu wenig Zeit hatte die Geschichte im Film zu erzählen. Einige Handlungsstränge wurden nicht weiter ausgeschmückt und man erfuhr nicht mehr darüber. Ja, man kann ja auch nicht aus jedem Buch einen Dreiteiler machen. Zur Geschichte selbst, manchmal kam ich nicht ganz drauf klar wie die Leute gehandelt haben aber ansonsten eine tolle und gut erzählte Geschichte.

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Eponine07

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Bewertung7.0Sehenswert

Gute Verfimung des Buches. Klar eins zu eins wurde es nicht übernommen und einige Stellen hab ich erst verstanden, als ich das Buch las, aber ich find den Film trotzdem gut. Er ist stark gespielt und wirkt sehr gut.

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yo.eykeam

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Bewertung4.0Uninteressant

Bei diesem Film wird häufig das Buch von Schlink bei den Bewertungen/ Kritiken zugrunde gelegt, was bei mir n i c h t gegeben ist, weil ich es nie gelesen habe. Lesen möchte ich es jetzt aber auch nicht, weil mir der Film gereicht hat.

A C H T U N G: nachfolgend muss ich spoilern, um meine Bewertung besser begründen zu können.

S P O I L E R B E G I N N ! ! !

Der Film ist bis nach der Gerichtsverhandlung wirklich toll gemacht, und ich war schon auf dem besten Wege eine sehr gute Bewertung abgeben zu wollen. Aber was dann kam, lies mich in Richtung einer Null wandern. Hanna nimmt aus Angst davor das Ihr Analphabetismus an's Licht kommt, welcher für Sie eine massiv entlastende Wirkung hätte, 20 Jahre Knast lockerflockig hin. Klar doch! Unfug, Humbug, an Stupidität kaum zu toppen!!!!! Selbiges gilt dann für das Ende. Der Weg dahin ist wieder ganz nett, u. A. mit den Hörspielen die Michael für Sie aufnimmt. Aber dann als die Entlassung nach ~20 Jahren näher rückt, und Michael als einzige Kontaktperson der 'neuen Welt' in Erscheinung tritt, schlug ich im wahrsten Sinne des Satzes, die Hand vor den Kopf. 20 Jahre ging Ihr die ethische und moralische Verwerflichkeit Ihres damaligen Handels - während des Holocaust - am Arsch vorbei, und nach dem 3 Minuten Gespräch mit (dem nun erwachsenen) Michael ist Sie geläutert. Der dann folgende Suizid war nicht nur total offensichtlich, nein, auch absolut bescheuert. Was Sie in 20 Jahren nicht begriffen hat, kann Sie nach einem 3 Minuten Gespräch binnen weniger Tage (be-)greifen? Sorry, aber das ist so absurd, das man da nur Kopfschüttelnd hätte aus dem Kino gehen können - was ich 100%ig getan hätte, wenn ich Ihn dort gesehen hätte.

S P O I L E R E N D E ! ! !

Der Film ist leider nur zu Beginn (sehr) gut, und wird dann immer schlechter. Wie man zu so einem Ende finden kann, erschließt sich mir nicht, es ist m. E. völlig absurd (siehe spoiler). Da mir die ~1. Hälfte aber gut gefallen hat, und ich im großen und ganzen mit der Darstellung auch zufrieden war, komme ich noch auf gut gemeinte 4/10.

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Raven.13

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Bewertung6.0Ganz gut

Das Buch ist besser.

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Balbo

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Bewertung6.5Ganz gut

Wenn man das Buch gelesen hat, ist er nicht schlecht.

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Telebaum

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kein Interesse

Hier passt hinten und vorne gar nix zusammen.

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Telebaum

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Katastrophe !


Telebaum

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Was eigentlich sucht Bruno Ganz in dem Film ?


Hfonda15

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Bewertung7.0Sehenswert

Als erstes muss ich bei diesem Film sagen, dass ich die Buchvorlage für maßlos überschätzt halte, da die drei Hauptthemen des Liebesdramas der Protagonisten, der Schuldfrage was die NS Zeit angeht und der Analphabetismus von Hannah sehr schlecht verknüpft wurden.
Auch im Film kommen diese ganzen Themen bei mir nicht richtig an, da vor allem die erste Hälfte recht belanglos ist und keine richtige Dramatik aufkommt. Was die erste Hälfte aber bereits sehenswert macht, ist das großartige Spiel von Kate Winslet, da ich nie gedacht hätte, dass eine US Schauspielerin es schafft diesen deutschen Typ Frau aus der Nachkriegszeit so gut zu verkörpern. Ich muss zugeben, dass ich Sie vor dem Streifen unterschätzt hab.
Die zweite Hälfte des Films war dagegen um einiges besser, da der Gerichtsprozess sehr gut dargestellt wurde und auch die Mitverfolgung des Prozesses von Michael sehr gut gemacht ist. Ab diesem Prozess wurde der Film besser und auch das Ende war gut gemacht, wenn man auch darüber streiten kann ob die Schuldfrage bezüglich Hannah und ihrem Anaplhabetismus so realistisch wäre. Des weiteren hat der Film noch viele nette Details wie die gute Inszenierung von Deutschland in den 50ern wie 60ern oder der gute, wenn auch kurze, Auftritt von Ralph Fiennes!
Trotzdem war mir der Film zu oberflächlich für ein Drama und es gibt sicherlich bessere Streifen die das Thema der Schuld einzelner Menschen im 3ten Reich behandeln.

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el_presidente87

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Leider ist es schon etwas her, dass ich das Buch gelesen habe. Ich meine auf jeden Fall auch, dass die handlungsgewichtungen im Buch etwas anders gesetzt waren, aber das steht dem Film ja frei, dass anders zu machen, was im Fall von "Der Vorleser" auch funktioniert. Zunächst einmal möchte ich ausdrücklich die Besetzung und Leistung der Schauspieler loben, allen voran Kate Winslet war großartig. Aber auch die breite Palette deutscher Schauspieler hat gezeigt, dass sie ihr Handwerk mindestens soilde beherrschen, die meisten haben noch sehr viel mehr geziegt.
Es gab leider ein paar Brüche und Spuren in der Handlung, die im Film nicht so gut ausgearbeitet wurden und den Zuschauer etwas ahnungslos zurücklassen. Allerdings fällt so etwas eben auch einem Zuschauer sehr stark auf, der das Buch dazu kennt und sich immer fragt, wo denn jenes und dieses ist und das der andere Punkt auch zu wenig hervorgehoben wurde. Das muss ich sicher mit berücksichtigen. Dennoch gab es diese inkosistenten Sprünge. Letztendlich wil auch nicht unterschlagen, dass einige Szenen schon sehr nahe an die Bilder herankamen, die ich im Kopf hatte, als ich das Buch las. Im Endeffekt wurde auch alles recht gut kompremiert und der Spannungsbogen gut ausgearbeitet, so dass ich auf jeden Fall nicht fand, dass der Film zu lang war. Die Schwächen liegen vielleicht auch eher in der Mitte des Films, aber dann wird nichtzuletzt auch durch die Zeitwechsel wieder ordentlich Fahrt aufgenommen. Ungeachtet dessen ist der Stoff natürlich schwer bekömmlich und wurde filmisch angemessen verpackt, wie ich finde. Letztendlich gibt es auch für das versöhnliche Ende nochmal einen halben Punkt drauf.

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TinaCocaine

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Bewertung7.0Sehenswert

Ein bewegender Film mit einer interessanten Thematik, perfekter Besetzung und schönen Dialogen. Einige Längen sind leider vorhanden. Allemal ist "Der Vorleser" sehenswert!

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wernik

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Bewertung7.0Sehenswert

Optisch ansprechend aber inhaltlich ohne echte Höhepunkte und letzte Konsequenz schlängelt sich "Der Vorleser" in recht gefälliger aber nicht immer glaubwürdiger Weise episodenhaft durch vier Jahrzehnte der beiden höchst seltsam alternden Protagonisten.

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craax

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Bewertung5.0Geht so

Das Schlimmste zuerst : im Verlaufe des Films, tatsächlich, wandert der männliche Protagonist des Films (in zwei Rollen unterschiedlicher Lebensalter: xxx & Ralph Fi-ennes)-, also dieser „Michael Berg“ wandert den Leidensweg des Golgathas eines ganzen Volkes nach: tatsächlich, Stacheldraht, die hölzernklobigen Stelzenwachtür-me, die zugig gezimmerten Lattenbaracken, Stockbett an Stockbett, faulige Stroh„matratzen“, ein Gang, rechts und links hinter mannshohem Drahtgeflecht zu-sammengebundene Schuhpaare, deckenhoch, Meter um Meter, Pfosten um Pfosten, ein Gehrost zu Füßen, dann gemauerte Kammer, fensterlos, schwere Türen, zuletzt ein kahler leerer Raum, schwere gußeiserne Ofenklappen an der Wand, noch eine, je ein Segmentbogen oben – Schornsteine die rauchten und rauchten und rauchten pausenlos, schwarze Milch der Frühe wir trinken sie morgens wir trinken sie mittags wir trinken sie abends wochen– monate- jahrelang... darein der Protagonist, allein, wintersklamm, darüber lastende Jahre auf zustaubenden Resten der Überbleibsel...

Ein Film also, der Auschwitz in seine Dramaturgie einbaut. Dies erfolgt in der Kino-landschaft nahezu unbemerkt. Ein Film der sich das traut,- eher zu-traut,- muß eini-ges aufbieten. Kann der das?

Das ist die Frage. Zweifellos steckt gute Absicht dahinter,- und eine ehrlich gemeinte Herangehensweise. Doch das ist nicht genug. Bestimmte Bilder nutzen sich bereits durch einmaliges Sehen ab. Es ist Vorsicht im Umgang mit Einmaligkeit geboten, wenn sie bildlich ist. Manche sind unitär – wie diese Raum-Erinnerung des dunkel-sten Kapitels europäischer (deutsch... initiierter) Geschichte. Durch Auschwitz geht nicht einmal der Wind ohne seinen Atem anzuhalten und/oder flaniert man nicht ein-fach so. Wer das sich traut, übernimmt Verantwortung – für die An-Blicke, die er aus Kollektivbesitz (-mahnung) sich aneignet,- womöglich für Privatgebrauch, für Instru-mentierung, für Nutznießmachung. Wer sich in den Besitz dieser Bilder, die Allge-meingut sind oder doch sein sollten, setzt, muß peinlich auf die Anteilsrechte achten, und jeden Verdacht von sich weisen, sie anders als um der Zwecke und des Sinns der Allgemeinheit wegen zu verwenden – nicht der Hauch eines Verdachts der ei-gennützigen Selbstinstrumentierung darf auf ihm verweilen.

Das ist natürlich ein Hammer von Anspruch,- so könnte es leicht dazu kommen, das diese Bilder n i e gezeigt werden und verschwinden,- mit den Baracken, deren Holz schon morscht und fault. Das Kuratorium wird sich einiges überlegt haben. Ist das Anliegen dieses Films gerechtfertigt- (durch sein Können)? – es muß letztlich, nur an Anhaltspunkten, zu dieser Überzeugung gekommen sein. Nun, vor der Verfügbarkeit des fertigen Ergebnis, fragen wir uns dasselbe. KANN der Film DAS?

Auschwitz taucht in keiner Besprechung des Films auf. Man fragt sich eher, ob K. Winslett und der Regisseur, zur Drehzeit des Films verheiratet, mit den doch recht freizügig intensiven Sexszenen des Films privat gut zurechtgekommen sind (dem Einvernehmen nach wurde diese Problematik passabel gehandhabt). Gehen wir also zu Wichtigerem über: kann der Film das (andere), so das er das darf?

Es geht nicht direkt, so a la >Der Pianist< von Polanski, um das Procedere des Holo-caust. Der ist zur Spielzeit der Handlung schon Geschichte. Westdeutschland, 1958: ein fünfzehnjähriger Schüler lernt eine mittelalte Frau kennen und eine intensive kör-perliche Beziehungs-Leidenschaft entwickelt sich. Eines Tages ist sie spurlos ver-schwunden. Wenige Jahre später, als Jurastudent, entdeckt er sie vom Beobachter-podium eines Kriegsverbrecherprozesses wieder – als mitangeklagtes weibliches SS-Lagerwacht-Personal, konkret anläßlich der Häftlings-Selektion über Leben und Tod - und während eines ‚Todesmarsches‘, bei dem dreihundert in eine Kirche ge-sperrte Frauen-Häftlinge nach einem Luftangriffs-Feuer umkamen. Im Moment der Kulmination des Prozesses, als seine ehemalige Geliebte sich offensichtlich zwar nicht schuldlos, doch eher weniger unmenschlich als ihre Wacht-Kolleginnen von diesen zur hauptbelastet Verantwortlichen stempeln läßt, wird ihm anhand einiger erinnerter Indizien klar: Hanna Schmitz ist Analphabetin, und läßt sich aus ver-schwiegener Scham darüber – statt es zuzugeben – lieber in eine lebenslange Haft-strafe sündbocken, statt eine (relative) „unschuldserweisende“ Schriftprobe abzuge-ben. (Nebenbei nimmt sich der überambitionierte Rgisseureur ein weiteres abendfül-lendes Programm der gesellschaftlichen Sündenbocktheorie vor : diese für solche Schultern zu unförmige Last-Unbescheidenheit weits auf das größte Manko des Films). Das Weitere: er schickt ihr, hochambivalent hin und hergerissen (ein weiteres „Gleichnis“) zwischen ehemaliger leidenschaftlicher Liebesabhängigkeit und neuent-deckter Abgestoßenheit aufgrund ihrer Verbrechen,- selbstbesprochene Audio-Kasseten samt Recorder ins Gefängnis – mit Aufnahmen diverser, ehemals schon von ihm ihr (vor dem Liebesspiel) vorgelesener verschiedener Bücher der Weltlitera-tur. Anhand dieser Aufnahmen bringt sie sich heimlich durch Buchvergleich aus der Gefängnisbibliothek Lesen und schülerhaftes Schreiben bei. Nach zwanzig Haftjah-ren soll sie begnadigt entlassen werden, die Verwaltung kontaktiert ihn per Eingliede-rungsbeistand als einzig nachweisbarem Außenkontakt. Ein zaghafter Kontaktver-such schlägt seine Hoffnung nieder, sie hätte mittels des Aktes des Schrifttums noch ein anderes, zusätzlich „Kultur“-Bezügliches darüber hinaus erlernt, und „ihre Tat“ (mehrmals vorzitiert: „Wir sind nicht das, was wir fühlen oder denken, sondern was wir TUN“) - bereut. Hanna Schmitz ist auf ihrem individuellen Prozeß der Erlernung der Kultur noch bis zur Gesellschafts-Reue nicht vorgedrungen. Michael Berg verläßt sie desillusioniert ratlos. Wenige Stunden später und vor ihrer Entlassung erhängt sich Hanna Schmitz in ihrer Zelle, einen Bücherstapel als Aufstiegshilfe benutzend. Der Mann, lebenslang verschlossen, zeigt seiner aus einer (an seiner Verschlossen-heit) gescheiterten Ehe stammenden jungerwachsenen Tochter das Grab Hanna Schmitz‘ und erklärt ihr, zum ersten Mal, seine Herkunftsgeschichte mit ihr, und schließt damit das formale Erzählgerüst des Filmaufbaus.

Man sieht, der gebrauchte Handlungsstrang ist schon ein spezifischer (deutscher), und auch einer des nazischen Holocausts. Dennoch ist das Problem verschoben: denn nicht der Holocaust steht im heimlichen Zentrum des Films,- sondern eine Me-tapher(-nsprache). Es hebt gleich an, wenn der Geschichtslehrer (am Gymnasium des Deutschschülers) „das Heimlich-Verschwiegene“ geradezu zum kulturellen Grals-Hort des Westens und des Abendlandes insgesamt macht und hocherklärt – „das, was – aus verschiedensten, persönlichen oder kulturell bedingten Gründen – niemand wissen und nicht ausgesprochen werden darf“. - Oder wenn, der Sohn ist schwer akut Scharlach- erkrankt aus der Schule heimgekehrt,- der „Vater“ anläßlich der Frage einer Arztkonsultation abschlägig erklärt : „Wir werden das jetzt nicht dis-kutieren.“ (Punkt, kein! Ausrufezeichen.) Das alles soll nachkriegsdeutsch (und wie-der noch mehr als das - soziokritisch : sein : autoritätsstrukturell, bigott, verheimlicht, uneingestanden, verdrängt, restriktiv, krank, verkrüppelt, in Verbrechen mündend. Nur ein Problem dabei: man merkt dem Regisseur an, das er diese Gesellschaftskli-max nie erlebt hat. Nur davon gelesen. Ich nicht. Ich habe es erlebt. Und es (an mei-nem Ort) war anders. So wie hier: steht es nur nahegelegt in den Geschichtsbüchern.

Wie war es dann? – muß wohl an anderer Stelle (subjektiv) dargelegt werden, lassen Sie uns uns hier auf den Film beschränken. In der Metaphernsprache des Films wird -Alphabetentum, also das Beherrschen des Schrifttums, zum Synonym der ange-knüpften Beherrschung des kulturellen Konsens, der Kulturisation, ja der eigenstän-digen moralischen Stellung und Lebensprogression überhaupt. Wer lesen und schreiben kann, bringt und entwickelt seine persönliche Moralitätsbefähigung ein zum angemessenen zeitgenössischen Ausdruck. „Das BUCH“ (und die Fähigkeit, es zu nutzen, also Lesen) als Ausdruck der moralischen Eigenbefähigung des Men-schen, des Sapere Aude, des Mutes, sich des eigenen Verstandes zu bedienen, und sich aus seiner ansonsten „selbstverschuldeten Unmündigkeit“ zu befreien. Das ist der zentral gemeinte Tragbalken des Films: weil sie nie gelernt hat, sich der eigenen LesSchreibfähigkeit – „moralischen Eigenwerte“ - zu bedienen, rutscht Hanna Schmitz unbedarft auf ewig schiefer Ebene immer tiefer ins Unmoralische, schließlich unausdenkbares Verbrechen ab: und hat keine Möglichkeit der Verifikation für sich selbst, zu diagnostizieren, wo sie sich moralisch (schließlich) befindet und wiederfin-den muß: in Nazi-Simultanität, bei aller (persönlich unbedarft gefärbten) Unschuld. Sie hat keine Vorstellung ihrer Schuld. Sie geriet nolens volens unters Wachtperso-nal der SS: nämlich als sie bei „Siemens“ unfreiwillig befördert werden sollte,- wie um einiges zuvor im Film, zur Zeit ihrer Schüler-Liebschaft, als sie als Fahrschein-Kontrolleurin arbeitete: denn dort anläßlich einer weiteren unerbetenen Beförderung ins Angestellten-Bürodasein (ihrem schamhaft verschwiegenem Analphabetentum unmöglich) – verschwindet sie wie schon damals - einfach. So, die Analogie, war es in ihrem Hitler-Deutschland auch: aus Scham, ihr Nicht Lesen-Können zuzugeben,- eskapierte sie und heuerte bei der SS an, weil es dort „Arbeit“, in der „Sicherungs-branche“, gab. Und so weiter erklärt sich die Absicht des Films.

So weit zum Plot. Stellen wir, zum letzten Mal, die Gretchenfrage: klappt das alles? – Ein letzter Schlenker: der größte Durchhänger des Films ist wohl die Besetzung der Hanna mit Kate Winslett. Das ist nicht ihre Schuld,- und sie macht ihre Sache durch-aus ‚gut‘,- eine „große Rolle“. Hier wird die Grenze des Starkinos sichtbar. Der (be-kannte) Star legt die Möglichkeit des Films fest und begrenzt seine (unverbrauchte) Aussage,- durch Image-Bekanntheit. Würde niemand Kate Winslett – ob er sie mag oder nicht – kennen, hätte Hanna eine Chance gehabt, sich als das durchzusetzen, was sie sein möchte und sein muß. So gelingt es ihr nicht, und sie hatte auch nie-mals diese – mehr als faire, ja gerechte, ja geforderte Chance. Ich weiß nicht, ob es zu stark ausgedrückt ist: Kate hat Hanna umgebracht. Es funktioniert nicht. Es ist nicht Winsletts Schuld. Was machbar war, hat sie getan (eindrücklich ihre Wand-lungsfähigkeit von der immer noch ansprechenden Mitdreißigerin zur gebrochenalt-gebeugten ‚Lebenslänglichen‘,- ein entschiedenes Hoch der ‚Maske‘-, des Visagi-sten-Teams).
Jedoch die Winslett: ist einfach immer noch zu naiv, zu ungeschoren, zu sympathisch (selbst bei gespielter Härte und Abweisung und Kaltblütigkeit) und traulich genug, um anders glaubwürdig eine durch’s derartige Fegefeuer eines (nicht unverschuldet ge-blieben) durchwirkten Weltuntergangsfeuers wie des‘ Nazideutschlands - gegangen zu sein. In Wahrheit wäre diese Figur zutiefst gespalten abgründig: und diese Tiefe ist bloß angedeutet, und stützt sich auf Behauptungen. Das, mit Verlaub, hat Winslett nie erlebt – nur gelesen. Ihre persönliche Tragödie reicht nicht hin, eine Hanna zu geben: das sollte sie beleibe nicht bedauern,- oder bereuen. Eine Unbekannte, Un-vorbelastete hätte dieses Schwarze Andeutungsloch vielleicht vorgeblich (fiktionär) füllen können: aber im gegebenen Falle war das bereits, längst, unmöglich : denn unser Unbewußtes füllt diese Lücken zwanghaft für uns, ungefragt, unentrinnbar, auf: im Hintergrund von Hanna versinkt, z.B., ein recht großes, nicht unbekanntes ande-res Imgae-Vehikel. Das darf, in solchem beabsichtigtem Falle, unter keinen Umstän-den, nie nicht passieren. Hier ist Unkenntnis Voraussetzung. Das war keineswegs,- ob gewußt oder nicht. Fehler. Nicht der Winslett. Des Ehemanns, der beabsichtigte, Künstler zu sein : sehen Sie, so schwer, und unwägbar, ist das, der Gelingenspro-zeß. Fallen überall,- all.

Auschwitz also: darf das sein? – Sagen wir so: der Film ist nicht schlecht, und eher nicht-mißlungener als andere Produktionen des Hauses. Als Film des amerikanisch generierten Kinos hält er das Niveau,- ist vielleicht sogar etwas besser als durch-schnittlich. Jedoch, um sich das zu trauen, was er sich (zu)traut : auf keinen Fall.
Dazu ist die Mystik zu verquast,- die Analogie(nschaften) zu hinkend, die Durchfüh-rung zu unbeholfen, und wabbelig. Wieso steigt die Hanna zum Beispiel schließlich ausgerechnet auf die Bücher hoch zum Schafott? – Sie mögen das für unwichtig halten: ich halte es für, mindestens, ungeschickt und ungenau,- eine mißliebig auf-gefallene und mißlungene Irrvariation; in solchen Details muß die Bildgleichsetzung „stimmen“, will sie sich nicht verhaspeln und ihre Legende verdunkeln. Solche Wider-sprüche müssen vermieden werden,- ist das Versteckspiel doch eh verschwiegen genug.

Darf der Film Auschwitz gebrauchen? Ja, er darf. Nicht, weil er in der Lage wäre, es zu können. Sondern weil Auschwitz verschwindet, und besser als eine falsche : wäre zwar keine Erinnerung; aber ganz falsch ist sie nicht, nur nicht in dem Maße gelun-gen, wie sie sein sollte. Es ist eine ungeschickte, unförmige Erinnerung: aber in ihr ist etwas, was niemals zum Schweigen gebracht werden kann (hoffich), und was die Kraft hat, die Irreleitung zu unterdrücken und beiseite zu schaffen. Einige der im Film gebrachten Gegenstände werden die Kraft haben, den Film, der sie instrumentieren wollte, auf Dauer in den Hintergrund zu drängen, und für sich selbst zu überleben: der Film wird verschwinden, diese – unbeabsichtigten - Bilder werden bleiben. Der Film ist nicht eindringlich, eindrücklich genug: er ist kraftlos, er wird sich auflösen. Ralph Fiennes gibt sein Übliches. Winslett mehr als das, aber sie ist Gefangene des Systems, und dies verhungert notwendig innerhalb seiner akzeptierten Grenze. Der Film war nicht mutig genug : mehr zu sein als ein bebildertes Geschichtsbuch eines ungeschicken Deuters. Wenn Film nur das könnte, würde er spurlos vom Erdboden verschluckt werden. Er k a n n (in der Hand des Könners) mehr als das: er kann Indi-vidualität erwecken, eigenständiges, nicht geborgtes Leben. Die Weisheit des hier Gebrachten ist geborgt. Warum die Abbildung Auschwitz‘ erlaubt? – weil Auschwitz stirbt, und Vehikel sucht: in denen es sich in die Zeit hinüberretten kann, über die seine hinaus. Der Film wollte es gebrauchen: nun wird er, so ungeschickt er ist, von ihm genutzt. Ja, er darf das. Nicht weil er ihm auch nur im Ansatz gerecht werden könnte: sondern weil er die Kraft NICHT hat, es – trotzdem– NICHT ZU ZERSTÖ-REN.

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kobbi88

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Bewertung6.5Ganz gut

Wenn es ein Film, der in Deutschland spielt, ein Film, der auch so in dieser Form nur in Deutschland spielen kann, wenn dieser Film, in dem es in enormer Weise auch um Lesen und Schreiben geht, es nicht schafft, die geschriebenen Texte auch auf DEUTSCH zu verwenden, dann fehlt mir hierfür jedes Verständnis. Natürlich ist dieser Film im O-Ton englisch und die Szenen werden hier wahrscheinlich auch funktionieren. Und ich bin eigentlich jemand, der beim Thema „Realismus im Film“ sehr kulant ist und über manches hinweg sieht, es oft als „künstlerische Freiheit“ durchgehen lässt. Vielleicht war auch ein Fehler, diesen Film in der deutschen Synchronisation anzusehen. Aber trotzdem haben mich die englischen Texte extrem gestört. Vor allem deshalb, weil ja andere Texte (an Häuserfassaden zum Beispiel) ebenfalls auf Deutsch standen. Dies ist einfach inkonsequent.
Genauso inkonsequent wie die Umsetzung der angesprochenen ethischen und moralischen Fragen. Die Frage nach Schuld. Die Frage nach Täter und Opfer. Gehorsam und Stolz. Sie wurden bis zu einem gewissen Grad eigentlich recht schön angesprochen und dargestellt und phasenweise ist das Buch wirklich gut umgesetzt worden. Aber auch hier hat im Endeffekt die letzte Konsequenz gefehlt. Noch dazu schleichen sich doch einige Längen ein, die den Film streckenweise sehr zäh erscheinen lassen.
Dank eines soliden Ralph Fiennes, eines mich doch positiv überraschenden David Kross und vor allem einer richtig tollen Kate Winslet (auch wenn die Maske grauenhaft war), der zumindest angesprochenen Thematik, der zwar merkwürdig wirkenden aber doch faszinierenden Liebesgeschichte und einer einigermaßen guten Umsetzung des Buchs kann man sich den Film schlussendlich doch ansehen.

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ihre-herrlichkeit

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Als Teenie hab ich das Buch gelesen und es gehasst. Diese abartige Hexe, dieser arme Junge. Was sollte daran toll sein? Sollte ich jetzt Mitleid mit der Nazischlampe haben?
Man muss eben manchmal erwachsen werden, um sein Schwarz/Weiß-Denken zu überwinden. Bei manchen hilft aber auch das Erwachsenwerden nichts.

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Kasparle

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Weltenkind hat recht. Der Film ist ein Paradebeispiel für Buchverfilmungen die man einfach sein lassen sollte. Nicht weil der Film nicht gelungen ist, nein der Film ist im Rahmen seiner Möglichkeiten wirklich gut, sondern weil es sich bei dem Buch um eine Art von Literatur handelt die sich mit den andersartigen Mitteln des Films nicht wiedergeben lässt. Guter Film, grandioses Buch!


Markbln

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Der Film ist gut, aber wie (fast) immer bei Literaturverflmungen anders als das Buch. Ein Film ist kein Buch ist kein Film.
Deshalb wird aber sehr wohl der Generationenkonflikt in Bezug auf Schuld und Sühne thematisiert, nur nicht so intensiv.


deevaudee

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Bewertung4.0Uninteressant

Dieser Film ist das geniale Beispiel dafür, das die deutsche Geschichte, inklusive deren Schrift und Literatur, wenn von Amerikanern in die Hand genommen, einfach nur grausig wirkt. Nicht das mir das Haargenaue wichtig ist, aber wenn Texte und Tafelschriften auf englisch sind, und Häuser mit Handwerk in deutsch, dann find ich sowas nicht gerade bewundernswert. Kate Winslet, an sich kein Hotti, aber hier sah sie echt gruselig aus. Anstandshalber hab ich bis zum Schluss geschaut, um zu schauen was da noch so kommt. Aber diese Affäre war unerotisch, uninspirierend, vieles haltlos, kraftlos, und trotz offensichtlichtem Drama's, total schlaff und nichtssagend. Also Hanna's Schmitz Katze ging echt nicht ab.

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Mel1

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Bewertung4.5Uninteressant

Grundsätzlich hätte mich das Thema sehr interessiert,aber dieser Film ist so dermaßen zäh, das es fast schmerzt.Kurz: unfassbar langweilig dargestellt.

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chmul_cr0n

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Bewertung5.5Geht so

Kate Winslet ist einfach so gut hier drin, dass ich tatsächlich vergessen hette, dass sie gar keine Deutsche ist. Und dass sie nur schauspielert.
Davon abgesehen ist der Film aber nicht so das gelbe vom Ei.

Ich versteh ja, warum man den Film nicht notwendigerweise auf deutsch machen muss, ich mein...es ist halt ein Film... :D Das ist mir klar. Das ist jedem klar. Wenn der Film also auf historische und geographische Korrektheit scheißt (in diesem Fall, dass Leute zu der Zeit an diesem Ort deutsch gesprochen haben), kratzt das niemandem.
Wenn das ganze aber nicht vollständig durchgezogen wird, ist das ne andere Sache

Dass nicht jeder deutsche Schauspieler akzentfrei Englisch sprechen (oder, noch viel wichtiger, in akzentfreiem Englisch spielen) kann, ist mir ebenfalls klar. Ebenso wie den Umstand, dass man solche Schauspieler castet, wenn man den Film in Deutschland dreht.
Was in meinen Augen allerdings eine richtige Beleidigung an die filmguckerischen (:P) Fähigkeiten eines jeden Filmguckenden ist, ist, wenn man den britischen Teil der Besetzung dazu veranlasst, die Unfähigkeit des deutschen Anteils, besseres Englisch zu sprechen, zu imitieren. Das hab ich jetzt genau so formuliert, weil ich's mir nicht anders erklären kann.
Es gibt einfach keinen erkennbaren Grund für diese Art von Schwachsinn, wenn man sowieso schon gesagt hat, die Tatsache, dass die Figuren "eigentlich" deutsch sprechen müssten, könne man getrost außer acht lassen.
Was soll das? Soll mich das dran erinnern, dass der Film in Deutschland spielt? Werd ich für so dämlich gehalten, dass ich mir das nicht merken kann? Kann mir das nicht davon ableiten, dass sich fast jeder verfickte Schauspieler in diesem Film deutsch anhört?
Und warum sollte diese ganze Deutschheit an der Stelle auf einmal so wichtig sein, wenn der Film nichtmal auf deutsch gedreht wurde?

Ich glaube, zum Punkt komme ich hiermit nicht. Regt mich einfach nur auf. :D
Ich könnte mit dem unstrukturierten Gemaule stundenlang weitermachen, aber ich mach hier jetzt mal Schluss.

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cpt. chaos

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Bewertung5.0Geht so

Auch wenn es diesem recht zäh vorgetragenem Melodram an der notwendigen Tiefe fehlt, da die Charaktere zu blass und somit zu unverstanden bleiben, weiß die Geschichte hingegen, mitsamt ihrer heiklen Thematik, zu gefallen. Das Schauspiel der beiden Hauptprotagonisten empfand ich als routiniert, jedoch keinesfalls als überragend, sodass Kate Winslet hierfür m.E. keinen Oscar verdient gehabt hätte. Aber was soll man sich schon großartig unnötigerweise über die Vergabe der goldenen Trophäen aufregen; das führt eh zu nichts!
Mit einer liebevolleren Charakterzeichnung, wäre hier jedenfalls bedeutend mehr drin gewesen!

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Hooded Justice

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Bewertung3.0Schwach

Vorlesen und vorgelesen bekommen als anheizendes Vorspiel: Kate Winslet macht die arme KZ-Wächterin, leidig blickt sie in die Kamera, anteilnehmend klimpert die Leidensmusik und analphabetische Schicksalsschläge möchten sich fest in des Beobachters längst abgekühlten Herzchens drücken. Nicht zu glauben, aber es wirkt tatsächlich so, als flüstere der Film: „Sie ist auch nur ein Mensch. Wir müssen lernen zu verzeihen.“ Sicherlich nicht falsch. Wir haben die Zeit nicht miterlebt und wer weiß, was der Mensch wie Du und Ich getan hätte. Doch dies in einem Film plakativ, bemitleidenswert und verständniserregend, entschuldigend dargestellt zu bekommen, stellt sich nicht nur als äußerst beunruhigend heraus, sondern erscheint einfach sehr strittig. Dazu grenzwertiges Spielchen vom Krabätchen David Kross; Kate Winslet agiert nicht schlecht, aber war nie schlechter. Doch wenigstens hat sie im Knast schreiben gelernt. Und der Oscar bleibt ein Rätsel.

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FlintPaper

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Buch fand ich auch gut, Film hab ich mir gespart ;).


Max...

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Den Oscar sehe ich eher als eine Art Entschädigung an, dass man sie für vorherige phänomenale Darbietungen ("Revolutionary Road" oder "Little Children") nicht ausgezeichnet hat. Da "Revolutionary Road" aber im gleichen Jahr war, verstehe ich bis heute nicht, warum man sie nicht dafür statt für den Vorleser ausgezeichnet hat. Denn die Darbietung in "Revolutionary Road" war großartig.


Basilikum

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Bewertung6.0Ganz gut

Schwerer Stoff mit herben Beigeschmack. Ein heikles Thema schlingert sich durch die Handlung und vorallem am Anfang schwächelt die Qualität. Im weiteren Verlauf kann er dann doch überzeugen, auch wenn ich einiges für sehr fragwürdig halte. Das Ende hat mich allerdings nicht so richtig zufrieden stellen können.

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Chewbacca

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Bewertung3.0Schwach

Sterbens langweilig ist die Geschichte um den jungen Schüler, der sich auf eine Beziehung mit einer ehemaligen KZ-Aufseherin einlässt. Weder gibt es dramatische noch interessante Handlungsstränge und ehrlich gesagt, ergibt sich für mich nicht einmal ein Sinn, der irgendwo in der Story vergraben liegen sollte. Ich habe das Buch ehrlich gesagt nicht gelesen und wollte mich vom Film überraschen lassen, denn schließlich hat Kate Winslet für die Darstellung der Hanna Schmitz einen Oscar erhalten. Mir ist nur schleierhaft warum!?

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