Der Vorleser - Kritik

The Reader

US/DE · 2008 · Laufzeit 124 Minuten · FSK 12 · Drama, Erotikfilm · Kinostart
Du
  • 7 .5

    Es mag zwar nur ein völlig banales Detail sein, mir springt es trotzdem geradezu ins Auge: selten habe ich einen Film gesehen bei dem deutsche und US Darsteller so nahtlos zusammenpassen, es treten am laufenden Band bekannte deutsche Gesichter und Stars auf. Auch die männliche Hauptrolle, David Kross ist deutscher und einem solch unscheinbaren Jungen gelingt dann das Kunststück sich perfekt auf der Leinwand mit der sagenhaft agierenden Kate Winslett zu behaupten. Inhaltlich geht zwar wenig vor sich, aber nicht Aktion sondern Emotion ist hier das Zauberwort. Wenn auch wenig passiert und das geschehene in denkbaren Bahnen abläuft so ist man doch angesichts der zahlreichen Sexszenen etwas überrascht, gleichermaßen furchtbar berührt durch das tragische Schicksal daß hier ausgebreitet wird. Kino mit Gefühl und Köpfchen!

    Fazit: Tragisches Drama mit hohem deutschen Darstelleranteil!

    • 7 .5

      The Reader

      Ein gutes Drama aber was mir fehlte sind die Gefühle der Charakteren zu trocken am Ende konnte ich zu wenig mitfühlen aber der Film ansonsten war interessant. Kate Winslet spielt gut aber für eine Oscar Ausgezeichnung hätte es meiner nach nicht gereicht. Für die beste Hauptdarstellerin ein Oscar zu bekommen braucht es einwenig mehr aber eben die Oscar kann man ja auch nicht mehr so ernst nehmen, daher egal.
      Ende der 1950er Jahre in Heidelberg. Der fünfzehnjährige Schüler Michael Berg (D. Kross) lernt die 21 Jahre ältere Bahnschaffnerin Hanna Schmitz (K. Winslet) kennen. Zwischen den beiden entbrennt eine intensive Affäre und aus der zunächst rein körperlichen Beziehung entwickelt sich ein immer wiederkehrendes Ritual, Michael muss Hanna vor dem Liebesakt aus einem Buch vorlesen. Die Beziehung endet abrupt, als Hanna plötzlich verschwindet. Acht Jahre später studiert der erwachsene Michael (R. Fiennes) Jura. Als er mit einem Kommilitonen einen Kriegsverbrecherprozess gegen Wärterinnen eines Konzentrationslagers besucht, trifft er dort unvermittelt auf Hanna. Sie ist eine der Hauptangeklagten ...

      Schlussendlich ist "The Reader" ein gutes Drama mit ein paar Schwächen.

      Sehenswert.

      3
      • 7

        Was die Darsteller angeht befindet sich "Der Vorleser" schon auf einem sehr hohen Niveau. Der junge David Kross bei dem man schon erahnen kann warum er in den letzten Jahren mal als hoffnungsvolles Talent gefeiert wurde. Dann ist da noch Ralph Fiennes der mich wie eigentlich immer überzeugt hat und zu guter Letzt ist hier auch noch Kate Winslet. Sie gewann mit dieser Rolle zurecht ihren ersten Oscar und zeigt beeindruckend warum.
        Es ist nur die Story mit der ich so meine Probleme hatte. Emotional hat mich das Ganze leider nicht so erreicht. Deshalb ist "Der Vorleser" zwar ein guter aber kein überragender Film wie vielleicht erhofft.

        7
        • 6

          Gute Darsteller-Leistungen in einer behäbigen Romanze. Der historische Hintergrund des Ganzen ist interessant und hat im Kontext mit der Romanze viel Potenzial. Leider verliert der Film zum Ende hin die Lust am Erzählen und wirkt so langatmig. Vielleicht ist das Buch ja besser, aber von dem Film hab ich mir mehr erhofft.

          2
          • 6

            Das Buch ist fantastisch, der Film (leider) nur sehenswert.

            • 7

              Ich mag Kate Winslet, nur nicht in diesem Film, d.h.sie hat ihre Rolle gut gespielt! Trotz seiner ruhigen Inszenierung fesselt der Film durch seine Charaktere. Noch dazu schön gefilmt, man fühlt sich schnell zurückversetzt in andere Zeiten!

              • 8
                jeanpatrick 10.11.2016, 23:21 Geändert 11.11.2016, 00:54

                „Der Vorleser“ führt uns unweigerlich in ein großes Dilemma: Er verführt uns dazu, das Bewußtsein zu verrücken. Die Protagonistin Hanna Schmitz hat eine unglaublich große Schuld auf sich geladen. Normalerweise müßten wir sie dafür abgrundtief hassen. Warum tun wir es nicht?
                Warum versuchen wir ihr Verhalten zu verstehen? Wir befinden uns in einem Wechselbad der Gefühle,- hin und hergerissen zwischen Moral und Vernunft auf der einen Seite sowie Herz, Gefühl und „Menschsein“ auf der anderen Seite. Moral und Vergebung stehen sich gegenüber wie in einem Duell. Die Filmemacher sind klug genug, dem Betrachter keine abschließenden Antworten und Bewertungen nahezulegen. Wir alle sind aufgerufen, uns mit dem Konflikt auf eigene Weise auseinanderzusetzen. Der Film wirft noch eine andere Frage auf: Ist die sexuelle Beziehung zwischen einem 15jährigen Jugendlichen und einer deutlich älteren Frau akzeptabel oder gar rechtmäßig? Diese Frage läßt sich schon einfacher beantworten.
                „The Reader“ läßt uns auf sehr glaubhafte und überzeugende Weise eintauchen in das Erwachen sexueller Gefühle und das Zulassen und Genießen von sinnlicher Körperlichkeit. Die erotische Anziehungskraft zwischen dem 15jährigen „Jungchen“ und der 36jährigen Hanna führt zu einer intensiven Liebesbeziehung, die den Jugendlichen ein Leben lang prägen wird.
                Ein großes Lob an David Kross, der die Gefühle des jungen Michael Berg sehr authentisch und überzeugend rüberbringt.
                Das hervorragende Drehbuch des britischen Dramatikers David Hare und die Handschrift des britischen Regisseurs Stephen Daltry ist bemerkenswert. Ich betone an dieser Stelle das „britische“, weil ein amerikanischer Blick auf dieses Thema vermutlich zu den bekannten Ressentiments und zu unnötiger Prüderie geführt hätte. Dies wiederrum hätte die Offenheit und die Ehrlichkeit, mit der die erotische Zuneigung dargestellt wird, vollkommen verzerrt.
                Die Darstellung der Figur der Hanna Schmitz durch Kate Winslet ist herausragend, Sie spielt die Rolle mit einer unglaublichen Ausdruckskraft, gerade auch in jenen Szenen, in denen sie stumm den Vorgängen folgt, die sich in Zusammenhang mit ihrem Prozess abspielen.
                Der Film ist in vielerlei Hinsicht bewegend und trotz seiner Länge keine Minute langweilig.

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                • 8

                  Eine würdige Verfilmung der Buchvorlage, auch wenn das Buch natürlich tiefer geht. Kate Winslet hat sich den Oscar absolut verdient.

                  • 7

                    Schauspielerisch ist der Film eine große Leistung!
                    Kate Winslet bleibt den ganzen Film über unnahbar und wir erfahren als Zuschauer genauso viel und viele Fragen bleiben unbeantwortet, wir bleiben also genauso ahnungslos wie ihr junger Geliebter. Sie verhält sich ihm gegenüber oft ambivalent, er weiß manchmal nicht, wie er sich verhalten oder wie er reagieren soll. Wirklich mögen kann man Anna im Laufe des Filmes nicht! (obwohl man Kate nur lieben kann!)
                    Er macht seine Rolle auch gut, wirkt ein bisschen unsicher, ein bisschen wild und trotzdem sehr intelligent und reif.
                    Auf Ralph Fiennes ist immer Verlass, sein Gesicht spricht einfach immer tausend Bände. Vor allem der Umgang miteinander, als die beiden gealtert sind, dieses unsichere, fremde Berühren an den Händen, hat die tragische Komik der Beziehung äußerst gut wiedergegeben. Die Art und Weise, wie sie dann am Ende ihres Lebens doch noch lernt, zu lesen und zu schreiben, fand ich schon sehr rührend und romantisch.
                    Gelangweilt hat mich der Film nicht, er war am Ende nur etwas langatmig. Ich hab das Buch vor Jahren mal gelesen und fand es gut, die Verfilmung finde ich gelungen. Es ist halt ein eher ruhiger Film, etwas distanziert, sind ja auch schwierige Themen geballt auf einmal!

                    • 5

                      Träge, schleppt uns Daldry durch diese Pedo-Romanze und zeigt uns Pseudofacettenreiche Charaktere die zum Schluss die Nazizeit aufarbeiten und mit DRAMA rumsülzen wo es nur geht.

                      David Kross ist langweilig und Kate Winslet eine schlechte, man traut sich fast nicht dieses Wort mit ihrem Namen zu nennen, Schauspielerin. Ralph Fiennes ist solide, ebenfalls die Nebenbesetzung.

                      Wer das Buch gelesen hat dürfte auch so schon die Hände über dem Kopf zusammenschlagen wenn er der Vorleser hört und kann sich den Film eigentlich sparen da er noch schlechter ist.

                      Was am Ende bleibt ist das pure nichts und das ist gut denn wenn ich mich noch länger an diesen Film einnern würde müsste ich glaub ich weinen bei dem Geld das rausgehauen wurde um das hier zu drehen.

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                      • 6

                        Na ja. Kann man sich ansehen.
                        Ich fand das ganze doch zu langatmig. Die Liebesszenen sind doch sehr beschränkt auf Kopulieren und Vorlesen. Geht auch einfach zu lange.

                        Später wird es ganz interessant aber auch nicht wirklich gut. Vieles ist schwer nachzuvollziehen. Also das verhalten der Personen.

                        Schauspieler sind gut keine Frage.

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                        • 6 .5

                          Entgegen der Romanvorlage bleibt Daldrys Umsetzung von Der Vorleser meist nur an der Oberfläche und verpasst es daher, so eindringlich zu wirken wie die Vorlage.
                          Eine Schwierigkeit ist, dass Michaels (nicht unbedingt zuverlässige) Erzählperspektive aus dem Roman nicht in den Film übernommen werden kann. Daher tritt Hanna Schmitz auch nicht als Figur auf, die uns durch Michaels beschränkte Perspektive nur wenig zugänglich wird, sondern sie bleibt dem Zuschauer einfach fremd. Ihr Handeln- so wenig nachvollziehbar es sowieso schon ist- ergibt aus dieser Sicht kaum noch Sinn.
                          Das will ich Daldry nicht unbedingt zum Vorwurf machen, denn das Problem ergibt sich einfach bei der Verfilmung der Vorlage, doch im Film nimmt man es eher als Logiklücke denn als Dissonanz in der Schilderung Michaels wahr.
                          Die meisten Szenen mit Ralph Fiennes fand ich zudem ziemlich schwülstig inszeniert. Daldrys Fokus liegt eindeutig mehr auf der Tragik der Beziehung seiner Protagonisten als auf der Frage nach Schuld und dem Umgang mit Schuld- diese Themen werden im Mittelteil anhand einiger Gespräche zwischen den Studenten und später im Gespräch mit Frau Mather recht schnell abgehandelt.
                          Mal abgesehen von dem peinlichen Alterungs-Make-up, das bei einem bekannten Gesicht wie Winslets sowieso niemand ernst nimmt, ist Der Vorleser handwerklich gut gemacht (die Zeitwechsel fand ich aber etwas zu abrupt). Dennoch kokettiert er mit den schwierigen moralischen Fragen seiner Geschichte eher und nutzt sie, um die tragischen Elemente zu unterstreichen, als sie tatsächlich greifbar zu machen. Als Liebesgeschichte kann Der Vorleser aber auch nicht funktionieren, dafür wiegen die Taten Hannas dann doch zu schwer.
                          So ist der Film am Ende weder Fisch noch Fleisch- er schießt zwar nicht ganz am Ziel vorbei, doch gelungen kann man das auch nicht nennen.

                          • 8 .5

                            Eine sehr bewegende Geschichte, die auf unterschiedlichen Ebenen emotionalen Zündstoff mit sich bringt. Ohne zu moralisieren werden heilke Themen wie die Schuldfrage im Nationalsozialismus, Analphabetismus und Liebesbeziehungen zu Minderjährigen in der Begegnung zweier Charaktäre erzählt, die sich über fast 50 Jahre in Nachkriegs-Deutschland ereignet.

                            Es geht um Schuld, Vergebung, aber auch um Liebe und Verantwortung. Kate Winslet, David Kross, aber vor allem Ralph Fiennes schaffen es die Emotionalität der Geschichte authentisch rüberzubringen und einen zum nachdenken anzuregen ...
                            Denn das ist das tolle an dieser Geschichte:

                            Jeder muss selbst entscheiden, wie er zu den handelnden Personen und den aufgegriffen Thematiken steht - wie sein Urteil moralisch, juristisch und menschlich ausfallen würde. Eine Geschichte, die den Zuschauer anregt selbst zu denken, aber vor allem: Selbst zu fühlen! was will man mehr von einem Film?

                            • 7 .5

                              Film mit Klasse.
                              Er hält sich sehr gut an das Buch was mir besonderes gut gefällt

                              • 5
                                cycloo77 18.10.2015, 03:06 Geändert 18.10.2015, 04:09

                                Eine bizarre Mischung aus liebesgeplänkel eines pupertierenden Teenagers und einer um einiges älteren Geliebten, die grausame Verbrechen begangen hat. Eine Liebelei die sowas von aufgeblasen ist das es an unwichtiger nicht zu überbieten ist.

                                Die Stimmung und auch die Erzählstruktur stoßen mich auf eine perfide Art und Weise richtig ab.

                                Kate Winslet spielt zwar ihre Rolle sehr gut auch David Kross hat seine guten Momente, aber ich bleibe dabei, der Film ist abstoßend und erzeugt bei mir ein Unwohlsein, das ich so bei einem Film noch nicht hatte.

                                Eine nonsens Liebesgeschichte bei der das Holocaust Grauen, nur die nebensächliche Rahmenhandlung ist.

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                                • 7

                                  Der Film ist ganz gut gemacht ja, durchaus sehenswert.

                                  Wer jedoch das Buch vorher kennt, muss damit rechnen, dass im Buch viel mehr Inhalt steht, als verfilmt wurde.

                                  Ansonsten ist er aber wirklich gelungen.

                                  Gebe ich doch mal 7/10 Punkten.

                                  • 6

                                    Stephen Daldry und sein Drehbuchautor reduzieren Bernhard Schlinks Roman »Der Vorleser« weitgehend auf die Lovestory. Das funktioniert, weil die Schauspieler starke Auftritte haben, allen voran Kate Winslet und David Kross/Ralph Fiennes. [Dietmar Kanthak]

                                    • 7

                                      Kate Winslet spielt ihre Rolle sehr gut. Ebenso wie Ralph Fiennes.
                                      Nun gut.. zum Film.. die Kombination einer Liebesromanze und dem noch heute sehr sensiblen Thema fand ich etwas fragwürdig.
                                      Der Film war langatmig und es fehlte schlichtweg an Spannung. Vielleicht hätten Rückblicke in ihre Vergangenheit da etwas geholfen.

                                      • 8

                                        Kate Winslet so herrlich ungeschminkt ist fantastisch in dieser Rolle!

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                                        • 7

                                          "Der Vorleser" ist in meinen Augen wirklich eine überraschend starke Literaturverfilmung! Schauspielerisch überzeugt hier eigentlich der ganze Cast, was ansonten den Film auch hätte ganz schnell ruinieren können bei dieser Thematik. Kate Winslet ist sowieso fast immer eine Wucht und auch David Kross hat mich weitestgehend überzeugt, auch wenn seine Rolle vielleicht nicht bestmöglich besetzt wurde. Mit den knappen zwei Stunden hat "Der Vorleser" meiner Meinung auch die richtige Länge, auch wenn es im Erzählfluss ein paar kleinere Schwächen gibt. So gibt es zwischendurch immer mal wieder ein paar Momente, in denen der Film kurz etwas ins Stocken gerät, während aber der Bruch zwischen beiden Aspekten der Handlung in der Mitte fast schon etwas zu plötzlich erfolgt. Ansonsten schafft es "Der Vorleser" gut, die Emotionen zu transportieren und kann in vielen Momenten berühren, wobei man hier aber vielleicht auch noch etwas mehr hätte herausholen können, weil die ganze Angelegenheit doch leicht glattgebügelt wirkt in manchen Gesichtspunkten. Wie gut der Roman umgesetzt wird, kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen, da ich zwar mit dem Inhalt vertraut war, aber ihn noch nicht gelesen habe.
                                          Fazit: "Der Vorleser" schöpft vielleicht nicht das ganze Potential der Geschichte aus, ist aber ein wirklich berührendes Drama geworden, das ich definitiv als "sehenswert" bezeichnen würde! und für das sich Kate Winslet den Oscar ganz klar verdient hat

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                                          • 7

                                            Er ist nicht schlecht , zum ersten mal gesehen hab ich ihn in der Schule. Das er ein Erotikfilm ist weiß ich seit kurzen , frage ist nur ob das auch meine ehemalige Deutsch/Ethik Lehrerin weiß.

                                            • 8 .5

                                              Mein Fazit:

                                              Ich war neugierig und gespannt auf diesen Film. So einiges wußte ich, letztendlich durch persönliche Empfehlung und lesen von Rezensionen. Aber das kommt all dem nicht nah, was ich bei diesem Film empfunden habe.

                                              Erst gibt es da die Liebesgeschichte, die sehr offen und natürlich ist, aber auch gleichzeitig viele Fragen aufwirft. Hannah ist von Anfang sehr unnahbar, kann kaum echte Gefühle zeigen und dennoch genießt sie offensichtlich jede Minute, die sie mich Michael zusammen sein kann. In den Momenten, wo er ihr vorliest, ist sie ganz in den Geschichten drin und leidet mit den Protagonisten.
                                              David Kross war zum Zeitpunkt des Drehs 18 Jahre alt und ich muss sagen, das er Kate Winslet in nichts nach steht. Er liefert eine tolle Arbeit ab, gibt sich natürlich und authentisch. Kate Winslet als Hannah Schmitz, die einst so unnahbar und doch so voller Gefühl war, ist nun plötzlich eine Mörderin. Ein absolut krasser Gegensatz, aber beide Ebenen hat sie mit Bravour gespielt. Den Oscar hat sie zurecht verdient und ich gönne ihr diese Auszeichnung. Sie ist eine begnadete Schauspielerin.

                                              Zum anderen ist da natürlich die Frage nach unserer deutschen Vergangenheit, die auch nach über 60 Jahren einfach nicht verstummt. Hätten wir diese millionenfachen Morde verhindern können? Immer wieder müssen wir uns als Zuschauer mit diesem Teil der Geschichte auseinander setzen. Und noch immer kommt Beklemmung auf, wenn die Geschichten erzählt werden von Überlebenden, von Opfern, die dem Tod entronnen sind. Es ist schwierig, neutral dabei zu bleiben, dennoch kann man weder für Hannah noch für Michael Position beziehen, denn die Thematik ist so vielschichtig und komplex. Das zeigt auch ganz deutlich im Film die Diskussion der Studenten mit ihrem Professor (toll gespielt von Bruno Ganz).

                                              Die Figur Michael habe ich nicht in allen Facetten verstanden, wohl auch nicht so ganz die Figur der Hannah. Daher werde ich es mir nicht nehmen lassen und das Buch dazu lesen. Der Film bekommt von mir 90% und ich denke, ich werde ihn mir irgendwann noch mal ansehen.

                                              Anmerkung: Die Rezension stammt aus August 2009.

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                                                Ollum666 14.03.2015, 19:46 Geändert 15.03.2015, 02:49

                                                Dieser Film ist für mich schwer zu bewerten. Sicherlich ist er wirklich sehenswert. Der geschichtliche Aspekt, der in seiner Tragik der Liebe wegen (nach meinem Empfinden) in den Hintergrund gedrückt wird, empfinde ich vom Herzen aus betrachtet als fraglich und unmoralisch. Ich will hier nicht auf Moralapostel machen, aber auch, wenn es irgendwie zusammenpasste, so finde ich diese Kombination aus Nazigerichtsfilm und Liebesdrama schwer greifbar. Es wird verständlich gemacht.
                                                Warum hat Kate Winslet den Oskar bekommen? Ralph Fiennes war herausragend. Ich bewerte diesen Film nicht, denn wenn man sich ansieht, welch eine Leistung Kate Winslet erbringt, die zwar nicht schlecht, aber auch nicht toll ist, dann sehe ich, dass dieser Film von Deutschland und den USA gemacht wurde und da Deutschland geschichtlich betrachtet ewig in der amerikanischen Schuld zu stehen droht, dann empfinde ich Winslets Oskar bildlich politisch und nicht auf ihre Leistung bezogen. Als Film, der das Thema aufgreift als "Wo die Liebe hinfällt" zu betrachten, geht für mich nicht so einfach und das ist das Gefühl, was ich nach der Sichtung hatte.

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                                                • 9 .5
                                                  MeisterYoda 24.02.2015, 12:44 Geändert 25.02.2015, 12:08

                                                  Das Medium "Film" fasziniert mich schon sehr lange. Früher als Junge zog es mich ,ohne mir klar zu sein "warum" , ins Kino. Mehr und mehr nahm ich die Vielseitigkeit und die unendlichen Möglichkeiten, die im Film stecken können wahr. Es gibt hervorragende Filme, die wir mit Meisterwerke betiteln, die es schaffen den Betrachter in einzigartiger Weise, auf vielen Ebenen ansprechen können. Bekanntlich erleben wir die Bilder im Film , die Schauspieler, die Musik, wie die Szenen zusammen gestellt sind, die individuellen Perspektiven der Darsteller, die Dialoge, die Geschwindigkeit von Aufnahmen und deren Wechsel, es gäbe noch vieles , was uns an einem Film begeistert. Aber auch die Story, die sogar in einer Vielschichtigkeit und Komplexität erzählt werden kann, ergreift uns. Und es gibt Filme , wo mehrere Geschichten vorkommen , denen wir, entsprechend unserer subjektiven Verfassung, eine unterschiedliche Priorität geben.
                                                  So ein Film ist für mich "Der Vorleser".

                                                  • 6 .5

                                                    auf der hülle standen gute namen und kate bekam ein oscar...deswegen hab ich ihn auch mitgenommen und vorhin angemacht!
                                                    die geschichte war wirklich gut und hat überzeugt - auch wenn mir das dramatische irgendwie fehlte