Der Vorname - Kritik

Le Prénom

BE/FR · 2012 · Laufzeit 110 Minuten · FSK 12 · Komödie · Kinostart
  • 8

    Wunderbare Dialoge, mal dramatisch mal witzig. Ein richtig toller FIlm!!!

    • 7 .5

      Ein "legt eure Karten auf den Tisch"-Film mit viel Humor und excellenten Schauspielern. Selten so gelacht ....

      • 6

        Ich bin nicht gerade ein großer Fan französischer Komödien, kam aber aus beruflichen Gründen an Der Vorname nicht vorbei. Es hätte schlimmer kommen können.
        Die Familienkomödie hat mit spritzigen Dialogen und guten Darstellern schon einmal viel richtig gemacht. Und die Grundidee der Handlung, der Streit um den Vornamen, ist mehr als amüsant. Leider gefällt mir der Umgang mit der Story nicht. Zu schnell war klar, dass Vincent mit dem Namen nur einen Witz gemacht hat und noch schneller war klar, mit wem Claude die Äffäre hat. Dazu gefällt mit der Spannungsbogen nicht ganz: Erst geht es steil bergauf bis es eskaliert, dann hängen wir eine Weile im Tal fest. Wiederholungsgags können da auch nicht richtig helfen, dass die Stimmung wieder steigt. Der erneute Anstieg hindert sich selbst, da er das Publikum ein wenig für dumm verkaufen will. Die Zuschauer haben kapiert, worauf es hinaus läuft und brauchen keine Gedankeneinblendungen. Das hätte man auch spielen können. Nach einem erneuten bergab, bleibt die Spannung dann auch unten. Insgesamt wirken einige Vorgänge zu konstruiert und der eine oder andere Ausbruch zu schrill/übertreiben.
        Hübsche Ideen machen den Film, der allgemein natürlich nicht sonderlich innovativ ist, dennoch sehenswert. Das Intro mit seiner überraschenden Wende ist bspw. wirklich gelungen.

        • 7
          clairvoyant 13.02.2016, 10:22 Geändert 13.02.2016, 10:23

          'Der Vorname' ist in der Tat ein ziemlich unterhaltsamer Film. Leider bleibt das Kammerspiel trotz eigentlich guter Dialoge inhaltlich auf der Strecke. Man kennt die Franzosen, die quatschen echt viel. Da kommt viel lustiges bei herum, aber vieles ist auch eben einfach nur Gelaber. Der intellektuelle Witz und der recht heftige (und laute!) Schlagabtausch ist oftmals ziemlich frisch, aber was bleibt am Ende? Am Ende lässt der Film trotz viel Geredes die Sinnhaftigkeit des Ganzen vermissen. Irgendwie hat man dann das Gefühl, einem Abend lang Leuten dabei zugesehen zu haben, wie sie sich fertig machen und sich (sacrebleu!) am Ende wieder vertragen. Dazwischen gibt es vor allem am Anfang und öfter im Mittelteil "typisch französische" Einspieler die auf Details eingehen. Das ist natürlich ganz nett, aber greift auch lediglich auf altbewährtes zurück. So ist 'Der Vorname' weder bahnbrechend, noch der französische 'Gott Des Gemetzels', sondern einfach nur ein spaßiger Film mit viel Gerede um... wenig.

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          • 4 .5

            Im ersten Teil des Films sind es die Protagonisten, die sich viel zu ernst nehmen. Ergebnis ist eine geniale Parodie. Im zweiten Teil des Film ist es der Film, der die Protagonisten viel zu ernst nimmt. Ergebnis ist eine zahnlose, laue Schnulze.

            • 5

              Kammerspiele, gerade französischer Machart, gefallen mir i.d.R. ganz gut. 'Der Vorname' hat mir mit seiner -eigentlich ziemlich interessant klingenden Story- hier und da mal ein schmunzeln bereitet. Große Lacher blieben für mich aber aus. Der Film braucht eine ganze Weile ehe er einigermaßen interessant ist; so richtig zündet er zu keinem Zeitpunkt. Das cholerische Ausflippen des Gastgebers sowie das hysterische Keifen seiner Gattin wirkte ab einem gewissen Zeitpunkt einfach nur nervig. Zudem empfand ich alles doch sehr konstruiert damit man Minuten zusammen bringt.

              Fazit: Kann man gucken - muss man aber nicht. Anstelle dessen würde ich 'Der Gott des Gemetzels' empfehlen.

              • 4

                Ich weiß nicht...
                Ein Kammerspiel profitiert davon, dass es möglich ist die Komplette Handlung auf den Dialog und das Zusammenspiel der Schauspieler zu zentrieren.
                Leider ist dies im Film "Der Vorname" höchstens nur angekratzt. Die Dialoge, wenn man es denn so nennen kann, sind so nervig und fern von jeglicher Menschlichkeit, dass ich vorzeitig abschalten musste. Das ewige Angekeife und absolut unnachvollziehbare Verhalten einer Gruppe von Freunden, die sich zu einem Abendessentreffen, hat mir einfach den Rest gegeben.
                Es gibt genug Genrevertreter, die eine Eskalation von vermeindlich eng vertrauten Menschen wunderbar darstellen. Das funktioniert aber nur, weil man die Position der Person verstehen kann. Man muss die Position nicht teilen, aber nachvollziehen können.
                Dieser Eindruck kommt hier nur sehr selten auf. Schade.

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                • 6

                  Französische Familienkomödie, die einen Rundumschlag durch gängige Vorurteile und familiale Verhaltensmuster unternimmt, angefangen mit dem Namen für ein Neugeborenes bis zum Redeverhalten der Geschlechter, aber da sind die klugen Autoren in die eigene Falle getappt. Gerade deshalb: sehenswert. [Marli Feldvoß]

                  • 6 .5

                    Lustiger, kleiner Film, der mich ein paar mal zum Lachen brachte.

                    • 9

                      Eine gelungene Umsetzung eines Theaterstücks in einen Film. Fünf Freunde, darunter Zwei Ehepaare und ein Musiker treffen sich zum Abendessen. Ausgehend vom Namen des zu erwartenden Kindes von Anna (Judith El Zein) und Vincent (Patrick Bruel) entsteht eine heftige Diskussion darüber. ‘Wie kann man heute seinen Sohn bloß ‘Adolf‘ nennen.‘ Der Streit eskaliert bis zu geheimen Spitznamen und Vergehen aus Kindertagen, Vorhaltungen über Geiz und Egomanie. Man sagt sich alles, was man so bisher unter dem Verschluss der Freundschaft verborgen gehalten hatte. Witzige und geistreiche Dialoge schwirren pfeilschnell durch den Raum, wobei die Spannungsschraube bis an die Schmerzgrenze weiter angezogen wird. Jeder führt eine scharfe Klinge (Florett nicht Säbel!). Als die Namensgebung als Joke aufklärt wird, ist noch lange nicht Schluss. Dann geht es ans Eingemachte. Auch innereheliche ‘dicke Hälse‘ werden frei gekotzt. Der Gipfel scheint erklommen als der Musiker Claude (Guillaume De Tonquedec) zugibt ein Verhältnis mit der Mutter von Babou (Valérie Benguigui) und Vincent zu haben. (Kurzer Cameo der großen Dame des französischen Films Francoise Fabian). Es wird vorübergehend todernst, bevor es locker weitergeht.
                      Eine nie stattgefundene Affäre zwischen Claude und Anna wird nur in verschiedenen Stellungen mit ekstatischen Sexschreien karikiert.
                      Die Geburt von Annas Baby, das eigentlich nie Adolf /Adolph heißen sollte, hat noch zwei Überraschungen parat. Nach ernster Dusche fühlen sich Akteure und Zuschauer innerlich gereinigt und können die wieder gefestigte Freundschaft der Fünf genießen. Französisch leicht, mit Esprit und Charme.

                      • 7 .5

                        Definitiv eines der besseren Kammerspiele, auch wenn mir das erste Drittel des Films aufgrund des intellektuellen Anstrichs etwas zu anstrengend war.
                        Die Darsteller agieren durchweg auf hohem Niveau und durch die flotte Inszenierung kommt auch selten Langeweile auf.

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                        • 9

                          Starke, sehr intelligente Dialoge, Schauspielkunst, wie man sie nur sehr selten zu sehen bekommt! Dieser Film hat mich absolut weggehauen; vielleicht weil ich ein absoluter Theaterfan bin. Aber ich glaube dennoch, dass der "normale" Zuschauer dem Film was abgewinnen kann, schon wegen der extrem starken Leistung der Schauspieler oder des Wortwitzes (für Frankophone).

                          • 6 .5
                            Patrick_Seestar 27.11.2014, 17:33 Geändert 27.11.2014, 17:33

                            Ein Kammerspiel, das so gut inszeniert ist, dass es nie langweilig wird. Wenn sich diese Franzosen nur nicht so die ganze Zeit anschreien würden! Aber bei den Diskussionen, die diese kleine "Familie" hat nur verständlich - und alles nur wegen eines Vornamens...

                            • 6 .5

                              Da der Film immer wieder mit "Der Gott des Gemetzels" verglichen wird will ich das auch mal tun: obwohl dGdG mit dem Ausschlagen von Zähnen beginnt ist die erste Szene ruhig und distanziert. Hier hingegen fällt man sofort in einen Wortschwall, der die erste Viertelstunde kaum abreißt. Schon nach 3,5 Minuten hatte ich ersthafte Bedenken, mein Gehirn würde mir bald verflüssigt zu den Ohren rauslaufen... nicht, dass das Gesagte nicht unterhaltsam wäre, aber mir wird das einfach zu sehr runtergerattert. Ich fühlte mich unangenehm beschossen, statt mich wie beim GdG entspannt zurücklehnen und dem sich steigerndem Treiben mit jo­vi­alem Schmunzeln folgen zu können.
                              "Der Vorname" ist insgesamt durchaus unterhaltsam und schafft es zumindest in die Kategorie "würde ich mir nochmal anschauen". Im Gegensatz zu den Fremden bei GdG macht die Familienverbandelung allerdings ein Happy End nötig, das mir "etwas" zu aufgesetzt war und auch zu bald nach der Ankündigung "heute gibt es kein Pardon" kam. Der Satz hätte entweder wesentlich früher fallen müssen oder danach wäre die entsprechende Steigerung nötig gewesen, stattdessen geht man ins Bett bzw schmunzelt sich noch ein bisschen bei schlechtem Wein ins Fäustchen und dann ist alles wieder gut. Das ist mir als Lösung für teils offenbar Jahrzehnte schwelende Konflikte zu aufgesetzt versöhnlich.
                              Nicht zuletzt, weil niemand das Zimmer aufräumt, Élisabeth also nach dem Monolog über (Un-)Dankbarkeit am nächsten Morgen selbst den Couscous vom Holzboden kratzen darf.

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                              • 7 .5

                                eine tolle diskussion in der ein vorname ausschlag gebend ist!!

                                • 6 .5
                                  dbeutner 31.10.2014, 17:45 Geändert 31.10.2014, 17:45

                                  Der Vergleich von "Le Prénom" mit "Carnage" (GdG) liegt ja rel. nahe, und so kam auch ich auf diesen Film, da ich über Carnage einmal mehr böse abgelästert und daraufhin diesen Tipp bekommen habe.

                                  Er war besser, immerhin. Die ersten 40 Minuten empfand ich sogar als richtig zufriedenstellend. Leider verabschiedet sich der Film dann doch zunehmend von "stimmigem / wahrscheinlichen Verhalten", und der Streifen rudert dahin, woher er kommt: Theater. Er macht also letztenendes die gleichen Fehler wie Carnage, trägt dabei aber etwas weniger dick auf und ist in seiner französischen Art für mein Gefühl etwas liebevoller inszeniert.

                                  Dennoch: Verfilmtes Theater ohne echte Adaption ist und bleibt halt genau das. Und da werde ich nie von wegkommen, das murksig zu finden. Hier etwas weniger. Dennoch am Ende murksig.

                                  • 9 .5

                                    Spritzig, intelligent, geistreich - genial.

                                    • 10

                                      Als Freund von Kammerspielen ist der "Gott des Gemetzels" einer meiner absoluten Favoriten in diesem Genre.
                                      Herangetreten bin ich an diesen Film in der Hoffnung, dass ich etwas sehen werde, das - wenn es gut läuft - annährend so interessant sein könnte wie DGDG.
                                      Nachdem ich mir "Der Vorname" angesehen habe, wurde diese Erwartung nicht nur bei weitem übererfüllt, sondern ich habe nun ein neues Lieblingskammerspiel. :)

                                      Ich liebe einfach, dass Franzosen in der Lage sind, Tragik auf so wunderbare Weise in ein ästhetisch-humoristisches Kleid zu verpacken. Auf diese Weise können das nur Franzosen. :)
                                      Wäre das ein deutscher Film, wären am Ende alle tot und jeder Zuseher würde für mindestens eine Woche in eine mittelschwere Depression verfallen.
                                      Nach dem Genuß dieses Filmes hingegen, hat man wieder ein bißchen mehr über das Menschsein erfahren, und verbleibt dennoch in der Gewissheit, dass alles gut ist, obwohl es scheiße ist.

                                      Masterpiece!

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                                      • 7

                                        Und auch ich muss bei diesem Film wieder den Vergleich mit GOTT DES GEMETZELS ziehen, der mich damals erst zu diesem französischen Ableger gebracht hat.
                                        Dabei ist DER VORNAME etwas schwächer als das Referenzwerk, was warscheinlich mit den intellektuellen Hintergründen der Figuren zu tun haben dürfte und weil die Konflikte hier etwas konstruierter wirken. Alles in allem ist dies aber ein exzellentes Kammerspiel mit unglaublich großem Unterhaltungsfaktor. Wärmstens zu empfehlen!

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                                        • 7

                                          Der Gott des Gemetzels in französisch, nur mit mehr Protagonisten, wesentlich tieferen Abgründen und komplexeren Charakteren. Mich erinnert die Handlung an ein persönliches Erlebnis das ich mit Freunden ebenfalls hatte, als aus der plumpen Behauptung eines Freundes "Frauen die kurze Röcke tragen sind doch alle Nutten" ein Strudel aus Vorwürfen und Wahrheiten entstand. Dementsprechend bin ich fasziniert von Kammerspielen, ähnlich wie die Familienessens-Szene im Film "Im August in Osage County" mit Meryl Streep. Große Worte, große Anspannung, große Explosion.

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                                          • 5

                                            "Der Vorname" hat mir überhaupt nicht gefallen. Die Schauspieler und die Dialoge sind zwar ziemlich gut und auch an der Inszenierung gibt es eigentlich nichts zu bemängeln, aber die Handlung hat mir im Laufe des Films immer weniger gefallen und irgendwann empfand ich ihn sogar nur noch nervig. Vor allem weil der Film meiner Meinung nach zu lang ist. Anscheinend gibt es hier aber sehr viele Leute, die den Film richtig stark finden. Also ist er wahrscheinlich Geschmackssache. Für mich war er aber definitiv nichts.

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                                            • 8

                                              Es gibt sie noch. Diese wundervollen Kleinode an Filmkunst. Ich bin bekennender Fan des französischen Films. Nicht nur wegen den wahnsinnigen Horrorfilmen, sondern auch wegen den berührenden kleinen Filmen, die unser Nachbarland produziert. So liebenswert, so böse, so ergreifend, so dermassen schwarz humorig. Gefühlskino ohne Ende. Es gibt genug Leute, die gerne Vergleiche zu dem Gott des Gemetzels anstellen, ich für meinen Teil sehe dieses Kammerspiel ganz allein stehend. Und es steht für mich ganz oben.
                                              Selten soviel bitterbösen Witz, soviel Verständnis, soviel an allem gehabt wie bei diesem Film. Ich liebe den Vornamen. Grandiose Darsteller, grandiose Dialoge, grandioses Kino. Merci beaucoup französisches Kino.

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                                              • 7 .5

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                                                • 8 .5

                                                  Der Mittvierziger Vincent trifft während eines Abendessens bei seiner Schwester und ihrem Mann auf seinen alten Freund Claude. Noch bevor Vincents schwangere Frau Anna eintrifft, tragen die Anwesenden Scherze auf Kosten des zukünftigen Vaters aus. Bis dessen Vorstellung für einen Kindernamen im Zimmer für einige Entrüstung sorgt.

                                                  Der Vorname, ist wieder ein französischer Film, der mich total unterhalten hat und Freunde die sich zu kennen glauben, werden durch einen Scherz auf eine harte Probe gestellt.Das ist teilweise sowas von köstlich, daß ich den einen oder anderen Lachkrampf nicht vermeiden konnte.
                                                  Der Film, erinnerte mich so ein wenig an Roman Polanskis Der Gott des Gemetzels (lief leider nicht auf Sky).Das er nur in einer Wohnung spielt, ist dabei kein Problem im Gegenteil.Dieser köstliche Franzosenstreich bekommt von mir 8,5/10.

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                                                    Bin absoluter Fan von "Gott des Gemetzels" wegen seiner unterschwelligen Gesellschaftskritik, die ich sehr unterstütze. "Der Vorname" hingegen kommt hier viel charmenter rüber, packt mich aber nicht so sehr wie sein US-Genrekollege. Er ist dennoch wunderbar gemacht, interessante Charaktere gut dargestellt. Der französische Film zeigt mal wieder, was in ihm steckt.

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