Deutschland im Herbst - Kritik

Deutschland im Herbst

DE · 1978 · Laufzeit 123 Minuten · FSK 12 · Dokumentarfilm, Drama · Kinostart
Du
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    AlexanderDeLarge 05.03.2015, 14:26 Geändert 05.03.2015, 14:31

    Wenn man sich für diesen Geschichtsabschnitt interessiert, dann ist "Deutschland im Herbst" auf jeden Fall sehenswert. Es gibt Originalaufnahmen sowohl von der Beerdigung des Hanns-Martin Schleyer als auch der Beerdigung der Stammheimer Häftlinge. Erstere leiten den Film ein, letztere schließen ihn ab. Hier liegt dann auch die Kernaussage des Films: Im Tod sind wir alle gleich oder "An einem bestimmten Punkt der Grausamkeit angekommen, ist es schon gleich, wer sie begangen hat: sie soll nur aufhören." Das ist natürlich sehr schön versöhnlich, mir aber zu einfach und indifferent. Wann hätte die Grausamkeit (global) jemals aufgehört? Der ganze Komplex wird hier ausschließlich innerdeutsch gedacht. Da ist ein Künstler wie Jan Delay mit Söhne Stammheims meiner Meinung nach sehr viel klarer und provokanter gewesen. Am kontroversesten ist noch Wolf Biermann, der direkt und unverblühmt die Behauptung der Selbstötung der Häftlinge anzweifelt. Künstlerisch gibt es eine sehr schöne Adaption bzw. Übersetzung von Sophokles Klassiker Antigone zu bewundern. Fassbinders Episode dagegen fand ich wenig gelungen. Ich liebe ja seine Filme, aber wenn es sich selbst vor der Kamera inszeniert, ist er doch reichlich nackt, zugekokst und ecklig.

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    • 7 .5

      Fassbinder ist einfach ein geiler Hund.

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      • 7 .5

        Tolles kaleidoskop der polititschen Zustände in den späten 70er Jahren. Die Hintergründe der Politisierung der dortigen Gesellschaft werden greifbar, teilweise sogar fühlbar gemacht; eine echtes Zeitdokument!

        Die Montage der einzelnen, sehr unterschiedlichen Bilder wirkt dabei flüssig und der Film weiß darum seine Highlights gekonnt in Szene zu setzen.
        Ein gewisses Vorwissen über die Zustände und die Denke der damaligen Zeit können beim Filmgenuss gewiss nicht schaden.

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        • 5

          Vor allem in den ersten zwanzig Minuten, wenn der fette und koksende Fassbinder es kaum noch aushält im Herbst 77, hat der Film auch dreißig Jahre später nichts von seiner Kraft verloren.

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