Dicke Mädchen - Kritik

DE 2012 Laufzeit 79 Minuten, FSK 12, Drama, Komödie, Kinostart 15.11.2012

  • 7 .5

    Man merkt ja oft erst, was man sich so Tag für Tag an unoriginellen, ewig gleichen Filmen anguckt, wenn da einmal ein Film daher kommt, der eben alles erfrischend anders macht. Nicht nur, dass wir es hier mit drei Hauptpersonen zu tun haben, die die meisten Filmemacher nicht einmal mit der Kneifzange anfassen würden (dick, schwul, dement, inzestuös; das sind Attribute, die man leider viel zu selten in Filmbeschreibungen liest), da kommt auch noch mit Axel Ranisch ein Filmregisseur daher, der einfach mit einer Mini DV-Kamera seinen Darstellern beim Improvisieren folgt. Es lebe der Minimalismus!

    3
    • 8 .5

      Wunderbarer kleiner Film über Demenz, übergewichtige Männer, die Unergründlichkeit der Liebe und die Sehnsucht nach dem richtigen Leben. Das alles wird mit einer Wahrhaftigkeit und Leichtigkeit erzählt, die ich oft bei deutschen Filmen vermisse. Ich würde mich freuen, wenn es abseits des Blockbuster- und Megaeventkinos mehr solcher Filme geben würde.

      • 6 .5

        Der Film ist ein putziger Tritt in den FledermausEisenmannHobbit-etc.-Arsch!

        Nicht nur, dass diese kleine MiniDV-Produktion es ins dt. Kinos geschafft hat (vermutlich nur Berlin und Köln, aber sch***ß drauf), er hat sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag. Und das alles bei (angeblichen) Kosten von 517,32 Euro! Und dann auch noch GERECHTFERTIGT.

        Ich jedenfalls war von Anfang an angetan vom wundervollen Lokalkolorit, den Schauspieler/innen und dem lässig-lakonischen Erzählrythmus und habe gestöhnt, gelitten, geschmunzelt und gelacht und war verdammt traurig, dasses mit den "Mädchen" nix wurde.

        • 8

          Der Film ist eine kleine Sensation. Für angeblich gerade mal 500 € gedreht, ist ein Kleinod an Filmkunst herausgekommen, das an Authentizität nicht zu toppen ist. Anfangs dachte ich einen Dokumentarfilm zu sehen. Obwohl der Beginn ein bisschen klamaukig ist und auch die Demenz der Mutter nicht ganz realistisch gezeigt wird, wird der Film mit Dauer immer komischer und gleichzeitig ernster. Sowohl der herrlich vielsagende Nacktbolero und auch erst recht die Schlüsselszene der beiden "Dicken Mädchen" am See sind mit das Beste, was ich seit langem in einem deutschen Film gesehen habe. Für mich sogar noch besser und stimmiger als OH BOY. Eigentlich hat man zwei dicke "unsexy" Männer als Paar noch nie so zusammen gesehen. Wie unaufgeregt und liebevoll der Debütant Axel Ranisch hier seine Geschichte erzählt, begeistert mich sehr. Die Schauspieler kannten nur das Script und die Szenenabfolge, die Dialoge sind komplett improvisiert. Das Ergebnis ist ein grandioses Beispiel dafür, wieviel Originalität und Kraft in der Improvisation liegt.
          Hat man sich an den minimalistischen Stil gewöhnt, nimmt man an Szenen teil, die berlinerischer nicht sein können. Für Leute die mit Indie und Low-Budget nichts anfangen können, ist dieser No-budget-Film nichts. Wer einen der originellsten deutschen Filme der letzten Jahre sehen möchte, sollte DICKE MÄDCHEN hereinlassen. Toll!

          6
          • 7 .5

            "Dicke Mädchen" fängt gelungen die (nie beschämende!) Intimität und den natürlichen Humor des Berliner Gespanns aus Sven, seiner Großmutter und seinem Freund Daniel ein, wobei insbesondere der Verzicht auf gewollte oder erzwungene Dramatik sehr positiv auffällt. Die oftmals skurrilen Situationen im Alltag der Protagonisten sorgen dafür, dass der Zuschauer den Film stets mit einem lachenden und einem weinenden Auge verfolgt, und schaffen es immer, zu berühren, ohne dies jemals offensichtlich zu wollen. Nämlich durch pure Menschlichkeit.

            Axel Ranisch zeigt mit seinem Film "Dicke Mädchen", dass die Produktion eines wunderbar anrührenden Films durchaus ohne großes Budget auskommt!

            1
            • 5

              DICKE MÄDCHEN fängt gut an und verliert sich dann immer mehr in clownesker Tragikomik. Die Bewertungsrange geht von 8 (Oma tanzt im Tütü und mit angeschnallten Engelsflügeln) bis 3 (nach 10 Minuten Oma im Tütü ist der Witz überstrapaziert; auch die ständige Betonung der Unbeholfenheit der beiden Protagonisten in ihrer Liebe zueinander strengt irgendwann an). Das Grundproblem ist der schlechte Schnitt. Man muss doch nicht auf Teufelkommraus Spielfilmlänge erzwingen. Und wenn man Licht extra zum Set schleppt, darf man es gerne auch benutzen. Manche Szenen sind fast komplett schwarz. Sowas gehört nicht auf die große Leinwand, bei aller Sympathie.

              Bunnyfaktor.de: 1
              Queerfaktor.de: 6.5

              1
              • 10

                Berührend. Zärtlich. Lustig vorallem. Fremdschämen und fremdlieben und fremdstolzsein. Alles drin in dem kleinen Film.

                3
                • 7 .5

                  Pack die MiniDV ein und nimm dein kleines Großmütterlein. Ergebnis ist eine märchenhafte Alltäglichkeit, welche die kleinen Gesten vor den großen Gefühlen einfängt, um dann aber immer wieder auch in so skurrilen wie zugleich anmutigen Szenen kulminieren zu können.

                  1
                  • 8 .5

                    Man möchte alle mal in den Arm nehmen, die beiden gefühlvoll spielenden Männer und natürlich auch die alte Dame [...] Ein schöner kleiner Film.

                    • 6

                      Auch wenn manche Einstellungen dilettantisch wirken und die improvisierten Szenen und Dialoge nicht unbedingt dem Kinostandard entsprechen, merkt man dem Film in jeder Sekunde das Herzblut an, mit dem er gemacht ist, und kann nicht anders, als ihn und die Figuren zu mögen. Ein formal sehr guter Film ist Dicke Mädchen dennoch nicht, aber ein sehr herzerwärmend schöner.

                      • 7 .5

                        500 Euro, zwei moppelige Männer, eine Oma und unendlich viele Ideen: Dicke Mädchen musste sehr schlank produziert werden. Doch das Debüt beweist, dass Geist immer noch Geld schlägt.

                        • 8

                          Ich bin gespannt, was aus diesem fröhlichen Regie-Burschen Axel Ranisch noch wird. Seine Erstleichtigkeit jedenfalls ist erfreulich, sympathisch, voller köstlicher Lust. Bitte mehr von diesen "sehr guten (Bauch-)Filmen".

                          • 9

                            'Dicke Mädchen' ist ein Film, der mit dem Herzen gedreht wurde [...] und der das Thema Demenz liebevoll zwischen Komik und Fürsorge einbettet.

                            • 7 .5

                              Dicke Mädchen ist ein intimes, menschenfreundliches Porträt, das mit einfachen Mitteln in die Lebenswelt dreier Figuren entführt und an Stellen heran lässt, an denen sie am seltsamsten, am angreifbarsten und am verletzlichsten, aber auch am liebenswertesten sind.